Daniel Pennac - Wie ein Roman

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Es gibt 18 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von nimue.

  • Ein wirklich schönes Büchlein, durchgeschmökert, amüsiert, mich selbst darin wiedergefunden...


    Ich kann garnicht viel über dieses kleine "Kunstwerkelchen" schreiben, außer dass es mir gut gefallen und unheimlich entspannt hat ! Pennac schreibt angenehm und flüssig - lesen und geniessen !!


    Der französische Literaturwissenschaftler, Lehrer und Schriftsteller Daniel Pennac hat ein Buch gegen die Leseverdrossenheit geschrieben; dabei bedient er sich seiner Erfahrungen als Vater und Erzieher. Mit viel Witz und Charme macht er klar, daß Lesen nicht immer "bilden" muß. Lesen soll in erster Linie als Vergnügen, als Lust und spannende Erfahrung erlebt werden.


    Pennac plädiert für einen entspannten Umgang mit Büchern und die unantastbaren Rechte des Lesers:


    1. Das Recht, nicht zu lesen.
    2. Das Recht, Seiten zu überspringen
    3. Das Recht, ein Buch nicht zu Ende zu lesen
    4. Das Recht, noch einmal zu lesen
    5. Das Recht, irgendwas zu lesen
    6. Das Recht auf Bovarysmus, d.h. den Roman als Leben zu sehen
    7. Das Recht, überall zu lesen
    8. Das Recht herumzustöbern
    9. Das Recht, laut zu lesen
    10. Das Recht zu schweigen


    5ratten


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  • Hallo Jona77,


    deine Rezension hat bewirkt, dass ich mir dieses Buch gekauft habe.
    Ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Eine wahre Wonne es zu lesen. Lustig, nachdenklich, von allem etwas.
    Ein Buch, dass ich sicher nochmal lesen werde und in dem man auch nur mal so zwischendurch reinschmökern kann.


    Danke für den "Leckerbissen".


    Gruß
    yanni

  • Ich bin auch gerade mitten in diesem Buch. Es ist wunderbar!!!
    Eine Liebeserklärung an das Lesen + viele, viele mit einem Augenzwinkern gegebene Tricks, wie man Kinder und Jugendliche das Lesen wieder zum Vergnügen machen kann.


    Unbedingt lesen,


    Lg
    Germa :tipp:

  • Ich bin gestern mit dem Buch fertig geworden, nachdem ich nun schon ein paar Wochen darin herumlese. Ich fand es ganz toll und deswegen habe ich mir auch nicht gleich die ganze Portion auf einmal gegönnt, sondern eher kleine "Naschhappen". :breitgrins:


    Einfach schön, wie Daniel Pennac da über das Lesen und über Bücher schreibt. Dabei tauchen einige interessante Punkte auf, über die ich vorher noch nie nachgedacht habe, z.B. "Was wir lesen, verschweigen wir. Die Freude am gelesenen Buch behalten wir meistens eifersüchtig für uns. Sei es, weil wir darin keinen Gesprächsstoff sehen, sei es, weil wir der Zeit Zeit geben müssen für ihre köstliche Destillierarbeit, bevor wir ein Wort darüber sagen können. Dieses Schweigen ist der Garant für unser intimes Verhältnis zu dem Buch. Es ist ausgelesen, aber wir sind noch darin."
    Und wenn ich so darüber nachdenke: Auf mich trifft das zu. Mein Freund ist eigentlich der, der meine intensivsten Leseeindrücke mitbekommt. Dann kommen meine Eltern oder Freundinnen. Aber schon mit Kommilitonen z.B. könnte ich nur oberflächliche Eindrücke austauschen. Es ist schon so - Leseeindrücke teile ich nicht mit jedem, dafür sind sie zu wertvoll.


    Auch viele andere Kleinigkeiten waren interessant, z.B. die statistischen Überlegungen, wieviele Seiten man in einer Woche lesen kann. Mit einer einzigen Stunde am Tag, kann ich in einer Woche einen Roman von 280 Seiten auslesen! Und wenn ich etwas mehr als zwei Stunden aufwende, kann ich ihn in nur drei Tagen lesen! Oder 560 Seiten an sechs Werktagen. (Kommt das noch jemanden bekannt vor? :lachen: )


    Schön fand ich auch die Textauszüge aus anderen Büchern - vor allem als eine Stelle aus "Das Parfum" auftauchte, welches ich ja sehr mag.


    Besonders überrascht war ich, als dieses (mir wohlbekannte) Zitat auftauchte. Ich hatte es immer mit Elke Heidenreich in Verbindung gebracht, obwohl ich wusste, dass es ursprünglich nicht von ihr ist. Nun weiß ich ja, dass es von Daniel Pennac stammt: "Die Frage ist nicht, ob ich Zeit zum Lesen habe oder nicht, sondern ob ich mir das Glück, Leser zu sein, leiste oder nicht." :herz:


    Also, ein Buch, das mir sehr gut gefallen hat und was ich jedem Literaturjunkie getrost ans Herz legen kann. :tipp:

  • Hallihallo,


    ich muss das Buch ja derzeit lesen, weil sich die meisten Besucher für nächsten Monat eine Rezension dazu gewünscht haben. Von "müssen" schreibe ich, weil ich damit überhaupt nicht warm werde. Der Anfang ist extrem zäh und Pennac fabuliert über "ihn", der ja zum Lesen gezwungen werde und der deshalb keinen Spaß mehr daran habe. Schon alleine dieser Schreibstil! Wäh! Der stößt mich momentan wirklich ab - das ist so, so .... hm... oberlehrerhaft :entsetzt: und mit Phrasen, die mir von Schüleraufsätzen bekannt vorkommen - also nichts, das für mehr als zwei Augenpaare (Lehrer & Schüler) geeignet wäre.


    Entweder "Wie ein Roman" wird noch deutlich besser, oder ich verstehe die Welt der begeisterten Rezensionen nicht mehr (auf Amazon gibt es auch ausschließlich die volle Punktzahl).


    Was übersehe ich?


    Liebe Grüße
    nimue

    "Vor ein paar Jahren hätte ich Ihnen geantwortet: Wir sind nicht die Weimarer Republik. Aber wenn ich mir die Entwicklungen in der letzten Zeit so ansehe, dann muss ich antworten: Ja, ich mache mir ernsthaft Sorgen um unsere Demokratie." (Ein Experte für Rechtsextremismus wird in der Dokumentation "Rechts. Deutsch. Radikal")

  • Hallo!


    also nichts, das für mehr als zwei Augenpaare (Lehrer & Schüler) geeignet wäre. [...] Was übersehe ich?


    Vielleicht folgendes: Solche "Literatur", wie Du sie erwähnst, wird ja nicht von zwei Augenpaaren gelesen, sondern nur von anderthalb. (Weil nämlich die Oberlehrer ständig ein Auge zudrücken müssen, um solche Schülerergüsse lesen zu können ... :zwinker: )


    Grüsse


    Sandhofer :breitgrins:

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Zitat von "Nimue"

    ... weil ich damit überhaupt nicht warm werde. Der Anfang ist extrem zäh


    Oh, das beruhigt mich jetzt etwas, denn mir ging es ganz ähnlich mit dem Buch. Dachte aber bisher immer, mit dieser Meinung würde ich so ziemlich alleine dastehen.
    Vielleicht habe ich einfach zuviel von dem Buch erwartet, nach all den überschwenglichen Rezi´s wäre das kein Wunder. Der zweite Teil zumindest ist kurzweiliger und nicht mehr ganz so öde, und hebt den Gesamteindruck doch ein wenig an.


    EDIT: Nagut, ich möchte nicht ganz so hart klingen, es lassen sich schon so manch schöne Stellen finden, auch im ersten Teil. Aber über weite Strecken begeistern konnte es mich trotzdem nicht. :traurig:

    Ich hieß hier mal caithlin.<br /><br />&quot;If I had a dollar for every time i felt more emotion for a fictional character than people in real life, I could pay for the psychiatric help I obviously need.&quot;

    Einmal editiert, zuletzt von caithlin ()

  • Hallo,


    Was übersehe ich?


    du übersiehst vielleicht, dass das kein Buch ist, dass man von vorne bis hinten durchlesen muss. Einzelne Teile sind ganz nett für einen Bücherliebhaber, anderes gefällt halt weniger. Man kann hier nicht die gleichen Maßstäbe anlegen wie an einen Roman. Vielmehr muss man mit anderen bibliophilen Büchern vergleichen.


    Schöne Grüße,
    Thomas

  • Ich habe gestern nach vielen Jahren noch mal das Buch zur Hand genommen. Vorne ist es tatsächlich recht langweilig und ziemlich belanglos, die hinteren Teile finde ich aber wesentlich besser. Und beim damaligen Erscheinen des Buches gab es noch nicht so viele bibliophile Bücher wie es heute der Fall ist. Es gibt andere sehr gute Alternativen zu Pennac.


    Meine Empfehlungen:


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    Schöne Grüße,
    Thomas

  • Guten Morgen,


    Man kann hier nicht die gleichen Maßstäbe anlegen wie an einen Roman. Vielmehr muss man mit anderen bibliophilen Büchern vergleichen.



    Ich habe gestern nach vielen Jahren noch mal das Buch zur Hand genommen. Vorne ist es tatsächlich recht langweilig und ziemlich belanglos, die hinteren Teile finde ich aber wesentlich besser.


    Es beruhigt mich, dass es später besser wird. Verglichen habe ich übrigens nicht mit einem Roman, sondern z.B. mit "Bücherwelten". Der Stil von Pennac gefällt mir momentan einfach nicht. Er schwafelt belangloses Zeugs vor sich hin. Das sollte meiner Meinung nach auch in bibliophilen Büchern nicht sein. Aber wenn es bald besser wird, bin ich zufrieden - nur glaube ich kaum, dass mich das Buch zu Begeisterungsstürmen hinreißen wird.


    Liebe Grüße
    nimue

    "Vor ein paar Jahren hätte ich Ihnen geantwortet: Wir sind nicht die Weimarer Republik. Aber wenn ich mir die Entwicklungen in der letzten Zeit so ansehe, dann muss ich antworten: Ja, ich mache mir ernsthaft Sorgen um unsere Demokratie." (Ein Experte für Rechtsextremismus wird in der Dokumentation "Rechts. Deutsch. Radikal")

  • Ich lese das Buch gerade auf Französisch und es gefällt mir bisher wirklich gut! :smile: Mal sehen ob das so bleibt...

    &quot;Von den Sternen kommen wir, zu den Sternen gehen wir. Das Leben ist nur eine Reise in die Fremde.&quot; - Walter Moers - Die Stadt der Träumenden Bücher

  • Rezi:


    Ich hatte das Buch in zwei Tagen ausgelesen. Warum? Weil ich es einfach wunderbar amüsant, lustig und schön gefunden habe! Es macht einfach nur Lust aufs Lesen!
    Der erste Teil war allerdings am "schwersten", die anderen Teile fand ich einfach interessanter. Hm... was gibts da wohl noch zu sagen? Entspannt hat es mich auch, wie Jona77 :smile: Ich gebe dem Buch 4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:, der halbe Punkt Abzug kommt daher, dass der erste Teil einfach ein kliiiitzekleines wenig schwerer war.

    &quot;Von den Sternen kommen wir, zu den Sternen gehen wir. Das Leben ist nur eine Reise in die Fremde.&quot; - Walter Moers - Die Stadt der Träumenden Bücher

  • Ich habe das Buch jetzt zum zweiten Mal gelesen und es gefällt mir immer noch. Wie schon gesagt wurde, kann man auch prima darin häppchenweise schmökern. Enthalten sind viele Denkansätze zum Thema Lesen und Bücher, manche neu, manche nicht, aber auf jeden Fall anregend zum weiterdenken. Schön finde ich angesichts der Bildungsdiskussion den Ansatz, dass man Kinder (und andere Menschen :zwinker:) nicht zum lesen zwingen, auffordern oder anweisen kann sondern dass es vielmehr einer Hinführung und Verführung bedarf, durch erzählen und vorlesen als Basis für die Entdeckung des eigenen Lesens. Die Beschreibung einer Vorlesung von Georges Perros, hat mich an einen Professor erinnert, der auch immer mit einer wahren Zauberaktentasche erschien, aus der er eine Unmenge an Büchern hervorholte, aus denen er dann erzählte zitierte und alle Zuhörer verzaubert hat (es war wohl die einzige Vorlesung, bei der auch ganze viele Nichtstudenten anwesend waren und für die man in Kauf nahm, am Freitagnachmittag auf einer staubigen Hörsaaltreppe zu sitzen).
    Die 10 Rechte des Lesers finde ich hilfreich als Hinweis, dass man Bücher und Literatur ganz unverkrampft angehen und jeder seinen eigenen Zugang dazu finden kann.


    Viele Grüße
    christie

  • Also ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert. Die Beschreibung der Literaturprüfung, da habe ich Tränen gelacht. totlach
    An der einen oder anderen Stelle habe ich mich auch wiedererkannt im Umgang mit unseren Kindern.
    Nimue: Ich glaube, da liegt auch Dein Knackpunkt. Wenn man selbst Kinder hat und diese "Kämpfe" kennt, hat man zu diesem Buch einen ganz anderen Zugang.


    Also für mich ist Daniel Pennacs "Wie ein Roman" ganz eindeutig ein :tipp:

    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym, 2001

  • Ich habe Pennac gestern fertig gelesen, naja, quasi nur gestern gelesen so schnell ging es von der Hand (ok, es ist auch wirklich nur ein kleines Heftchen).


    Ich fand es toll, vor allem weil ich seine Ausführungen so wunderbar nachvollziehen kann. Wie es Lehrer (und Professoren :grmpf:) doch schaffen einem begierigen Leser jede Lust am lesen zu nehmen und welche ungeschrieben Gesetze man doch insgeheim befolgt (ja, ich hab auch wenn ich die "Rechte des Lesers" seit jahren kenne immer noch ein schlechtes Gewissen, wenn ich ein Buch abbreche).


    Für mich ist es jedoch eigentlich nicht wirklich unter Belletrisktik einzuordnen, sondern eher Sachbuch für Lehrer, die Literatur unterrichten :breitgrins:

  • Hallo ihr Lieben! :winken:


    Mein erstes SLW-Buch 2010 ist zu Ende gelesen und, ich wage es fast nicht zu sagen, es hat sich fast von selbst gelesen. Allerdings kann ich mich den Begeisterungen auch nur teilweise anschließen.


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    Meine Meinung:
    Der Anfang, das Erzählen dieses "Er", der unbedingt lesen solle und über Seite 48 nicht hinauskommen will, hat mir gut gefallen. :breitgrins: Jeder weiß doch - auch wir Leseratten hier - wie mühsam es ist, ein Buch zu lesen, dass einem aufgezwungen wurde. Egal wie toll das Buch uns sonst gefallen hätte, sobald es Pflicht ist, wehrt sich etwas in uns dagegen, dieses Buch zu mögen. Und das beschreibt Pennac sehr amüsant und mit einem dicken Augenzwinkern auf jeder Seite.


    Was danach folgt, hat mich schwer gelangweilt. Gründe oder Ausreden, warum Lesen "nicht mein Ding ist" oder "mir zu viele Vokabel in Büchern stehen" sind ja für ein, zwei Seiten recht lustig zu lesen, aber dieser Teil dauerte für meinen Geschmack doch etwas zu lange. Außerdem ist nie so wirklich klar, wer erzählt, um wen es geht oder ob es überhaupt um jemanden gehen soll. Immerhin tauchen ja da immer wieder die verzweifelten Eltern auf, die ihrem Sohn als Kleinkind jede Nacht vorgelesen haben. Selbiger Sohn möchte nun aber überhaupt nicht mehr lesen... könnte es daran liegen, dass sie ihm das Fernsehen komplett verboten und es damit erst recht interessant gemacht haben?


    Danach erlebt das Buch wieder einen Aufschwung und das war der Teil, bei dem die Seiten bei mir nur so dahingepurzelt sind. Der Lehrer, der seiner desinteressierten Schulklasse einfach laut vorliest - Das Parfum von Süskind, Anna Karenina von Tolstoi und andere Werke - und sie auf diese Art und Weise zu Lesern macht. Ohne dass sie es bemerken. :zwinker:


    Am besten gefiel mir aber die Message, dass man Lesen einfach nur richtig aufbereiten und interessant machen muss um ein Kind oder einen Jugendlichen zum Leser zu machen. Das bestätigt nämlich, was mein Süßer und ich geplant haben. Nämlich ständig Bücher herumliegen zu lassen, aber unseren Kindern mehr oder weniger zu sagen: um soundso viel Uhr gehst du schlafen! Und dann legen wir zufällig eine Taschenlampe auf den Nachttisch. :breitgrins: Hach, das wird ein Spaß.


    Auch die Rechte des Lesers sind sehr schön und nett erzählt und bilden einen runden Abschluss für dieses kleine Buch.




    Insgesamt gibt es dafür von mir
    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

    Jahresziel: 2/52<br />SLW 2018: 1/10<br />Mein Blog

    Einmal editiert, zuletzt von Wendy ()

  • Hui... gut, dass Du den Thread hochholst. Ich habe doch tatsächlich damals meine abschließende Meinung zu dem Buch hier gar nicht mehr gepostet. Es hat sich nicht großartig was an meinem ersten Eindruck geändert:


    Meine Meinung (vom 28.07.2006)


    Daniel Pennac, der mir vor allem durch seine Krimireihe mit Benjamin Malaussène sehr ans Herz gewachsen ist, legt mit "Wie ein Roman" eine "Liebeserklärung an das Lesen" vor. Er will gegen die Leseverdrossenheit und den Bildungsdruck angehen und vereint auf knapp 170 Seiten ein Dogma, in dem er dafür plädiert, dass das Lesen nicht mehr Druck, sondern Spaß bei Kindern und Jugendlichen erzeugen soll. Auf den letzten 30 Seiten der insgesamt 200 führt er 10 Rechte des Lesers auf, die weitaus interessanter als der Rest des Buches sind.


    Der Anfang ist sehr zäh und in seiner Abhandlung fabuliert Pennac über "ihn", der schon früh das Lesen zu lieben lernte, dem es aber von Schule und Eltern verdorben wurde - langweilige 170 Seiten lang! Den Stil empfand ich weder witzig noch charmant oder intelligent, wie es auf dem Klappentext angepriesen wird, sondern eher oberlehrerhaft und trocken und oft war ich anhand vieler Phrasen erinnert, die mir von Schüleraufsätzen bekannt vorkommen - nichts, das meiner Meinung nach für mehr als zwei Augenpaare (Lehrer & Schüler) geeignet wäre.


    Da man als wirklich bibliophiler Mensch nichts neues erfährt und Pennac die meiste Zeit über - mit Ausnahme der zehn Regeln am Ende - nur belanglos daherschwafelt, nahm ich mir zwei Rechte heraus, für die der Autor plädiert: Das Recht, Seiten zu überspringen und das Recht, ein Buch nicht zu Ende zu lesen.


    1ratten

    "Vor ein paar Jahren hätte ich Ihnen geantwortet: Wir sind nicht die Weimarer Republik. Aber wenn ich mir die Entwicklungen in der letzten Zeit so ansehe, dann muss ich antworten: Ja, ich mache mir ernsthaft Sorgen um unsere Demokratie." (Ein Experte für Rechtsextremismus wird in der Dokumentation "Rechts. Deutsch. Radikal")

    Einmal editiert, zuletzt von nimue ()