03 - Seite 182 bis 270 (Kapitel 36 - 58)

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 16 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Avila.

  • Hier könnt ihr über den Inhalt von Seite 182 bis 270 (Kapitel 36 - 58) schreiben.
    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Abschnittseinteilung nicht vorgesehen.

    LG, Dani


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  • Ich finde das Buch gerade so spannend, dass die Seiten gerade so an mir vorbeifliegen und ich schon den nächsten Abschnitt lesen musste. :breitgrins:


    Das "Treffen" bei Tailor war ja knapp. Das hätte auch ganz anders ausgehen können, wobei wir später ja noch erfahren, dass es eigentlich noch viel schlimmer als gedacht, gekommen ist. Der Tailor hat mit dem Narbengesicht Geschäfte gemacht und ist jetzt hinter Jo und Eddie her. Wenn das mal gut ausgeht? Für Eddie gab es ja schon eine ordentliche Tracht prügel. Wie gut, dass er Oskar kennt, der sich seiner direkt angenommen und untersucht hat, ansonsten kann er sich bestimmt keinen Arzt leisten... Aber nochmal zurück zum Tailor: Wirklich ein widerlicher Typ, der sich aber als großer Retter ansieht. :grmpf: Die arme Fay, sie wird nun langsam zu alt und muss sich wohl bald als Prostitutierte verdingen. Jo würde ihre gerne helfen, aber ich glaube, dass sie da kaum etwas tun kann. Es würde so viele Fragen aufwerfen. Die aufkommende Freundschaft zwischen den beiden ist toll. Fay bringt ihr einiges bei, was Jo niemals gelernt hätte und zeigt ihr die Welt mal ganz anders. Allerdings frage ich mich, wie lange Jo das alles noch verheimlichen kann. Es werden immer mehr Fragen gestellt, weil sie so verändert ist. Noch wird das auf den Tod ihres Vaters geschoben, aber was ist, wenn das bald nicht mehr greift? Sie hat ja mit Fay schon drüber gesprochen, sie wird sich irgendwann entscheiden müssen und wie die Entscheidung ausfällt, weiß sie gerade selbst noch nich genau. Für ein Leben mit Eddie wird sie zu viel ausgeben müssen und weder ihr Onkel noch ihre Tante werden es ihr jemals erlauben, mit Eddie zusammen zu leben. Da bleibt wenn nur ein Bruch.


    Dass die Nausett ein Sklavenschiff war, wissen wir nun und dann ist ja klar, dass die Bonaventure es ebenfalls war - allerdings nachdem der Sklavenhandel schon verboten war. Dass Jo diesen Bogen nicht schlägt, wundern mich nun doch ein bisschen, ansonsten waren die beiden ja doch immer recht fix. Die Ladelisten würden wahrscheinlich genau das belegen. Das würde Sinn machen, warum alles vertuscht wird. Ich bin gespannt, wo die Ladelisten versteckt sind, denn die werden sie brauchen, um alles beweisen zu können. Eigentlich könnten die mit Kinch gemeinsame Sache machen, denn ich denke nicht, dass der hinter den Morden steckt. Dass Narbengesicht handelt in einem anderen Auftrag. Wobei, vielleicht steckt Kinch hinter den Morden von Charles und Scully, aber das Narbengesicht wurde von Van Houten beauftragt, um alle Ermittlungen in diese Richtung zu unterbinden. Ich frage mich mal wieder, wie weit der Onkel mit dadrin verstrickt ist...


  • Das "Treffen" bei Tailor war ja knapp.


    Die Aktion mit der Uhr war cool von Jo, oder? :zwinker:


    Zitat

    Der Tailor hat mit dem Narbengesicht Geschäfte gemacht und ist jetzt hinter Jo und Eddie her.


    Mir ist erst hier im Verlauf so richtig aufgefallen, dass es 2 Männer gibt. Einen mit Tätowierungen (Kinch) und einen mit Narben. Irgendwie hatte ich das anfangs gleichgesetzt :redface: Vielleicht hätte ich doch etwas langsamer lesen sollen!


    Zitat

    Dass die Nausett ein Sklavenschiff war, wissen wir nun und dann ist ja klar, dass die Bonaventure es ebenfalls war - allerdings nachdem der Sklavenhandel schon verboten war. Dass Jo diesen Bogen nicht schlägt, wundern mich nun doch ein bisschen, ansonsten waren die beiden ja doch immer recht fix.


    Da stehen sie echt ein bisschen auf der Leitung. Wahrscheinlich ist das so unvorstellbar, zumindest für Jo?


    Zitat

    Ich bin gespannt, wo die Ladelisten versteckt sind, denn die werden sie brauchen, um alles beweisen zu können.


    Auch hier gab es ja wieder deutliche Hinweise, ich bin nur gerade nicht sicher, ob in diesem Abschnitt, da ich das Buch gerade nicht zur Hand habe.
    Hat Jo hier schon Eleanors Zimmer durchsucht? Dann wusste ich nach der Szene, wo die Ladelisten sind :zwinker:

    LG, Dani


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  • Die Aktion mit der Uhr war cool von Jo, oder? :zwinker:


    Oh ja, die war echt gut. Aber auch hoch gepokert von Jo. :breitgrins:



    Mir ist erst hier im Verlauf so richtig aufgefallen, dass es 2 Männer gibt. Einen mit Tätowierungen (Kinch) und einen mit Narben. Irgendwie hatte ich das anfangs gleichgesetzt :redface: Vielleicht hätte ich doch etwas langsamer lesen sollen!


    Mir auch. ;) Bzw. ich habe die unterschiedlichen Beschreibungen zwar gemerkt, aber trotzdem alles in eine Person gesteckt, aber irgendwann war mir das dann doch klar, dass es hier eindeutig zwei verschiedene Person sind.


    Da stehen sie echt ein bisschen auf der Leitung. Wahrscheinlich ist das so unvorstellbar, zumindest für Jo?


    Das ist auch die einzige Erklärung für mich. Sie redet mit Eddie ja auch nicht darüber, deswegen kann er da wohl auch keine Verbindung sehen und Jo ist erstens noch immer sehr naiv und zweites will sie ihrem Vater nichts Schlechtes andichten, was ich auch gut verstehen kann. Seine Eltern in sowas verstrickt zu sehen, ist wohl nicht so einfach und schön, wie man sich das vorstellt.



    Auch hier gab es ja wieder deutliche Hinweise, ich bin nur gerade nicht sicher, ob in diesem Abschnitt, da ich das Buch gerade nicht zur Hand habe.
    Hat Jo hier schon Eleanors Zimmer durchsucht? Dann wusste ich nach der Szene, wo die Ladelisten sind :zwinker:


    Hm ja, schon. Aber irgendwie war es für mich trotzdem nicht klar. Höchstens in dem Gartenhäuschen oder dem Brunnen, aber ansonsten... Bin wohl nicht so der geübte Krimileser wie du. :breitgrins:

  • Dann spoiler ich mal wieder, will euch ja nicht allen Rätselspaß nehmen :zwinker:
    Aber lies nochmal den Absatz, als das Dienstmädchen zu Jo kommt und ihr von Eleanor erzählt und dann

    LG, Dani


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  • Allerdings frage ich mich, wie lange Jo das alles noch verheimlichen kann. Es werden immer mehr Fragen gestellt, weil sie so verändert ist. Noch wird das auf den Tod ihres Vaters geschoben, aber was ist, wenn das bald nicht mehr greift? Sie hat ja mit Fay schon drüber gesprochen, sie wird sich irgendwann entscheiden müssen und wie die Entscheidung ausfällt, weiß sie gerade selbst noch nich genau. Für ein Leben mit Eddie wird sie zu viel ausgeben müssen und weder ihr Onkel noch ihre Tante werden es ihr jemals erlauben, mit Eddie zusammen zu leben. Da bleibt wenn nur ein Bruch.


    Was das Ende betrifft, habe ich auch noch keine wirkliche Idee. Die Variante, dass Jo brav ihren Verlobten heiratet und auf alles verzichtet, kann ich mir bei einer modernen Autorin nicht vorstellen. Zu dem Thema gibt es Dutzende Romane, aber doch eher aus anderen Epochen. Heute würde es vermutlich kein Autor wagen, seine Leser so zu frustrieren :zwinker:.
    Aber dass Jo sich bewusst gegen ihre Familie und für Eddie entscheidet, kann ich mir auch nicht vorstellen. Sobald sie solche Ideen auch nur äußern würde, wäre sie wahrscheinlich sofort zwangsverheiratet oder im Irrenhaus wie Eleanor. Ich hoffe ja wirklich für Jo, dass sie am Ende der Geschichte zufrieden mit dem Ausgang der Dinge sein kann und eine wirkliche Perspektive für sich sieht - aber wie man sich das genau vorstellen kann, weiß ich auch noch nicht. :gruebel:


    Das ist auch die einzige Erklärung für mich. Sie redet mit Eddie ja auch nicht darüber, deswegen kann er da wohl auch keine Verbindung sehen und Jo ist erstens noch immer sehr naiv und zweites will sie ihrem Vater nichts Schlechtes andichten, was ich auch gut verstehen kann. Seine Eltern in sowas verstrickt zu sehen, ist wohl nicht so einfach und schön, wie man sich das vorstellt.


    Es fällt Jo ja nach wie vor schwer zu glauben, dass ihr Vater und die anderen Männer, die sie schon seit Ewigkeiten kennt und die in der Gesellschaft hoch angesehen sind, überhaupt in krumme Geschäfte verstrickt sein könnten. Irgendwo wird doch auch erwähnt, dass Jo so schockiert ist, in zwei von Dellas Kunden Bekannte aus der Oberschicht zu erkennen. Kann ich mir vorstellen... Bis zum Ende der Geschichte wird Jo doch einige Illusionen bezüglich ihrer Umgebung verloren haben, aber genau das wollte sie ja auch als Reporterin: Hinter die glänzende Oberfläche der Dinge (und Menschen) schauen.

  • Jetzt musste ich es einfach fertiglesen. Das Tempo zieht ab der Mitte doch merklich an und ich wollte wissen, ob ich mit all meinen Vermutungen richtig liege.


    Auch in diesem Abschnitt bin ich wieder überrascht wie problemlos Jo sich von zu hause abseilen kann. Sie wird kein einziges Mal wirklich erwischt. Weder die Mutter noch der Onkel bemerken ihre Nachforschungen.
    Wohl, weil sie es ihr nicht zutrauen.
    Und wieder gab es einige Szenen, wo Jo fürchterlich naiv war. ABER langsam merkt man, dass sie an dieser Geschichte reifen wird. Und die Gefühle zu Eddie werden immer intensiver. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das am Ende eine ungelebte Liebe sein soll.


    Und Fay finde ich auch immer interessanter. Auch hier will ich nicht glauben, dass sie auf dem Strich enden soll und dass man da gar nichts machen kann.


    Eine für mich sehr entscheidende Szene ist das Loch in der Manteltasche. Hoppla, dachte ich. Da könnte doch was rausgefallen und unter den Vorhang gerollt sein. Ich hatte ja schon im ersten Abschnitt ein komisches Gefühl bei Philipps Alibi und das starke Gefühl, dass kein Unbekannter den Vater erschossen hat. :sauer:

    :lesen:Das Labyrinth des Fauns - Cornelia Funke



    Einmal editiert, zuletzt von gagamaus ()

  • Es fällt Jo ja nach wie vor schwer zu glauben, dass ihr Vater und die anderen Männer, die sie schon seit Ewigkeiten kennt und die in der Gesellschaft hoch angesehen sind, überhaupt in krumme Geschäfte verstrickt sein könnten. Irgendwo wird doch auch erwähnt, dass Jo so schockiert ist, in zwei von Dellas Kunden Bekannte aus der Oberschicht zu erkennen. Kann ich mir vorstellen... Bis zum Ende der Geschichte wird Jo doch einige Illusionen bezüglich ihrer Umgebung verloren haben, aber genau das wollte sie ja auch als Reporterin: Hinter die glänzende Oberfläche der Dinge (und Menschen) schauen.


    Ich finde es interessant Jo dabei zu beobachten, wie sie langsam erkennt, dass die Welt und auch die Verwandschaft nicht nur himmelblau und rosarot ist. Aber es fällt ihr natürlich schwer. Ihre Hartnäckigkeit ist erstaunlich.

    :lesen:Das Labyrinth des Fauns - Cornelia Funke



  • Es sollte Jo zu denken geben, dass sie von diesem narbengesichtigen Mann verfolgt werden. Aber so langsam beginnt sie Eddie zu glauben, dass jemand bei Van Houten krumme Geschäfte gemacht hat. Es muss ja nicht ihr Vater gewesen sein, vielleicht war er nur Mitwisser und der Onkel von Joe der Drahtzieher. Vielleicht hat er sich lukrativere Geschäfte davon versprochen, als mit redlichen Transaktionen zu verdienen war.


    Der Tailor scheint alles zu kontrollieren, aber es gibt bestimmt auch Dinge, die er nicht beeinflussen kann. Ich denke, dass Jo und Eddie es mit einem viel gefährlicheren Gegner zu tun bekommen.


    Aber auf diesem Wege erfährt Jo zumindest etwas über Eddies Vergangenheit, wie seine Kindheit und Jugend verlaufen ist und dass er aus den gleichen Verhältnissen wie Fay stammt.


    Eddie warnt sie ja auch vor einem viel gefährlicheren Spiel, als sie das Haus aufsuchen, in dem Elaneor gelebt hat und sich in ihrem Schlalfzimmer umschauen. Dass Kinch dort auftaucht, ist sicherlich kein Zufall und fast stolpert Jo über das Versteck.


    Warum wurde Scully getötet und von wem? Gut, dass sie Oscar haben, der ihnen bei der Untersuchung der Leiche helfen kann.
    Ich glaube aber auch in diesem Fall nicht, dass es Kinch war. Da befindet sich Jo auf dem Holzweg, befürchte ich.


    Ich befürchte auch, dass es ein Fehler von Jo ist, dass sie ihrem Onikel Philipp alles erzählt. Er wird aus einem ganz Grund blass und nicht den, dass er nun Angst bekommt. Er fürchtet wahrscheinlich eher, dass Jo ihm auf die Schliche kommt.


    Für Jo muss es ein furchtbarer Schock gewesen sein, dass Eddie zusammengeschlagen wurde. Zum Glück haben sie aber Oscar als Retter in der Not und kommen dadurch dahinter, dass nicht Kinch der Mörder sein kann.


    Oscar und Fay geben ihnen auch noch wertvolle Hinweise, was das Narbengesicht betrifft.


    Die Unterredung mit Mr. Markham bringt nicht den erwünschten Erfolg, aber wenn Fay nicht gewesen wäre, wäre Jo an den Docks in große Gefahr geraten. Jo gewinnt aber in Fay eine treue Freundin, die ihr wertvolle und wichtige Tricks zeigt, die in ihrem Umfeld fürs Überleben wichtig sind.

  • Zur Zeit bin ich recht zwiegespalten, was den Roman anbelangt. Jo ist mir einfach zu furchtlos, zu neugierig, zu alles und dann hat sie bisher auch so viel Glück, dass es kaum auszuhalten ist :breitgrins: Andererseits ist die Geschichte an sich spannend, aber wie Jo das alles verheimlichen kann, ist mir ein vollkommmens Rätsel. Ihre Familie muss doch zwischenzeitlich etwas mitbekommen haben, dass sie ständig unterwegs ist und vor allem alleine unterwegs ist.


    Die Welt, aus der Eddie und Fay stammen, ist das komplette Kontrastprogramm zu der Welt, die Jo bisher nur gekannt hat. Es ist ganz erstaunlich zu lesen, dass in nur kurzer Entfernung, es eine so große Kluft zwischen arm und reich gibt. Der Tailor mit der Kinderschar hat mich schon sehr an die Geschichte von Oliver Twist erinnert. Sehr erschreckend ist die Vorstellung, dass es solche Menschen wirklich mal gegeben haben könnte.



    Ich befürchte auch, dass es ein Fehler von Jo ist, dass sie ihrem Onikel Philipp alles erzählt. Er wird aus einem ganz Grund blass und nicht den, dass er nun Angst bekommt. Er fürchtet wahrscheinlich eher, dass Jo ihm auf die Schliche kommt.


    Ich bin mir da nicht so sicher, ob der Philipp wirklich hinter all den Taten steckt. Meine Vermutung ist eher, dass er den Grund kennt, weshalb sein Bruder und Scully getötet worden sind und er aus welchen Gründen auch immer diese nicht öffentlich benennen kann und sich somit auch in Gefahr begibt. Ein Unschuldslamm wird er nicht sein, aber ich glaube nicht, dass er der Mörder von seinem Bruder und Scully ist.



    Dass die Nausett ein Sklavenschiff war, wissen wir nun und dann ist ja klar, dass die Bonaventure es ebenfalls war - allerdings nachdem der Sklavenhandel schon verboten war. Dass Jo diesen Bogen nicht schlägt, wundern mich nun doch ein bisschen, ansonsten waren die beiden ja doch immer recht fix. Die Ladelisten würden wahrscheinlich genau das belegen. Das würde Sinn machen, warum alles vertuscht wird. Ich bin gespannt, wo die Ladelisten versteckt sind, denn die werden sie brauchen, um alles beweisen zu können. Eigentlich könnten die mit Kinch gemeinsame Sache machen, denn ich denke nicht, dass der hinter den Morden steckt. Dass Narbengesicht handelt in einem anderen Auftrag. Wobei, vielleicht steckt Kinch hinter den Morden von Charles und Scully, aber das Narbengesicht wurde von Van Houten beauftragt, um alle Ermittlungen in diese Richtung zu unterbinden. Ich frage mich mal wieder, wie weit der Onkel mit dadrin verstrickt ist...


    Ich habe auch schon in diese Richtung gedacht. Es wird spannend sein, ob diese Vermutung die Richtige ist.

    Wer Bücher kauft, kauft Wertpapiere! - Erich Kästner<br /><br />SLW 2016 9/30


  • Zur Zeit bin ich recht zwiegespalten, was den Roman anbelangt. Jo ist mir einfach zu furchtlos, zu neugierig, zu alles und dann hat sie bisher auch so viel Glück, dass es kaum auszuhalten ist :breitgrins: Andererseits ist die Geschichte an sich spannend, aber wie Jo das alles verheimlichen kann, ist mir ein vollkommmens Rätsel. Ihre Familie muss doch zwischenzeitlich etwas mitbekommen haben, dass sie ständig unterwegs ist und vor allem alleine unterwegs ist.


    Ich kann mir schon gut vorstellen, dass es auch damals genug Frauen vom Kaliber einer Jo gab und ich glaube auch, dass einfach keiner damit rechnet, dass sich Jo das alles wirklich traut. So wie die Mädchen erzogen und gehalten werden, sind ja alle davon überzeugt, dass die gar nicht wissen, wie man sich alleine wegschleicht und daher kann Jo das auch relativ gut tun. Außerdem kommt, denke ich noch hinzu, dass die Mutter ja immer noch sehr stark um den verstorbenen Mann trauert und deswegen wahrscheinlich auch kein so scharfes Auge auf Jo hat, wie sie es sonst wohl hätte...



    Die Welt, aus der Eddie und Fay stammen, ist das komplette Kontrastprogramm zu der Welt, die Jo bisher nur gekannt hat. Es ist ganz erstaunlich zu lesen, dass in nur kurzer Entfernung, es eine so große Kluft zwischen arm und reich gibt. Der Tailor mit der Kinderschar hat mich schon sehr an die Geschichte von Oliver Twist erinnert. Sehr erschreckend ist die Vorstellung, dass es solche Menschen wirklich mal gegeben haben könnte.


    Ja, bei der Erklärung des Tailor musste ich auch gleich an Oliver Twist denken, aber die Geschichte um Oliver Twist hat ja bis zu einem gewissen Grad auch realistische Elemente in sich und ich denke, dass es viele solcher Tailors zu der Zeit gab. :entsetzt!
    Der Kontrast zwischen der Welt von Fay und Eddie und der von Jo ist wirklich enorm und ich finde es total irre, wie stark auch darauf geachtet wird, dass die Frauen aus den gehobenen Schichten von dieser Welt möglichst nie etwas mitbekommen. Die Männer sind da ja total anders gestrickt: In der einen Welt machen sie auf Gentleman und schauen Frauen kaum an und in der anderen gehen sie dann zu Prostituierten und behandeln sie wie Abschaum. Das ist doch einfach krank! :grmpf:


    Ich habe auch schon in diese Richtung gedacht. Es wird spannend sein, ob diese Vermutung die Richtige ist.


    Dass es sich bei der Nausett um ein Sklavenschiff handelt, habe ich auch gleich vermutet. Alleine bei der Erwähnung, dass Schreie auf dem Schiff vernommen worden sind, war mir das schon klar. Dass Jo diesen Bogen nicht spannt, wundert mich jetzt aber nicht. Erstens denkt sie von ihrem Vater und auch von allen anderen Eignern nur das Beste und kennt sie ja nur als formvollendete Gentleman und zum anderen wird sie ja mit Absicht naiv gehalten und alles "Schreckliche" von ihr ferngehalten. Alleine die Ausfragerei von ihrer Zofe, als Jo überhaupt gar nicht klar ist, was es mit diesen Damen auf sich hat, die da nachts den Männern zu Diensten sind, zeigt ja, dass sie wirklich vieles einfach nicht weiß. Sie ist zwar neugierig und versucht sich über alles Mögliche zu informieren, aber ich denke, dass gerade auch das Thema Prostitution nicht wirklich öffentlich erwähnt wurde und Sklaverei sowieso nicht. :rollen:


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

    &WCF_AMPERSAND"Jeder der sich die Fähigkeit erhält, Schönheit zu erkennen, wird nie alt werden.&WCF_AMPERSAND" (Franz Kafka)

  • Mir gefällt das Buch gerade richtig gut und wenn ich mal Zeit zum Lesen habe, flutscht es nur so dahin. Ich möchte es gar nicht aus der Hand legen.


    Die letzte Szene hat mir sehr gut gefallen. Die arme Fay und die reiche Jo - da entwickelt sich eine ganz besondere Freundschaft. Ich habe mir sowas gleich gedacht, als Fay zum ersten mal auftauchte. Aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass es da noch zu Konflikten kommen wird.


    Langsam wird es doch etwas gefährlich. Eddie und Jo wären bestimmt gerade sehr beliebte Opfer, weil sie so viel herumschnüffeln. Eddie hat es ja eh schon erwischt.


    Wie die Geschichte ausgehen wird? Ich habe keine Ahnung, aber ich stehe mir das so vor: Jo und Eddie finden den Täter. Deshalb wird Eddie von der Familie akzeptiert und die beiden werden glücklich. Ja, ich weiß, ziemlich unrealistisch.


    Jo ist schon sehr furchtlos. Sie ermittelt auf eigene Faust und traut sich in gefährliche Gegenden, obwohl das für sie doch sehr beängstigend sein müsste. Ich glaube, ich hätte permanent Angst. Vor allem nachdem Eddie zusammengeschlagen wurde und nachdem Kinch überall auftaucht und sie beobachtet.


    Es wundert mich noch immer, dass ihre Mutter nicht mitbekommt, wo Jo sich herumtreibt bzw überhaupt dass sie so viel unterwegs ist.


  • Zur Zeit bin ich recht zwiegespalten, was den Roman anbelangt. Jo ist mir einfach zu furchtlos, zu neugierig, zu alles und dann hat sie bisher auch so viel Glück, dass es kaum auszuhalten ist :breitgrins: Andererseits ist die Geschichte an sich spannend, aber wie Jo das alles verheimlichen kann, ist mir ein vollkommmens Rätsel. Ihre Familie muss doch zwischenzeitlich etwas mitbekommen haben, dass sie ständig unterwegs ist und vor allem alleine unterwegs ist


    Ich weiß genau, was du meinst, denn ich sehe das genauso. Für mich macht es das Buch nicht schlechter, weil mir die Geschichte gefällt. Aber ich finde es dennoch seltsam, dass Jo so frei ermitteln kann. Natürlich wird es Mädchen gegeben haben, die nicht nur reich heiraten wollten, aber gerade diese Furchtlosigkeit und natürlich dass ihre Familie nichts mitbekommt, finde ich etwas merkwürdig.

  • Ich mag dieses Buch auch unheimlich gern. Die Mischung macht es irgendwie.


    Bei Jo weiß ich ja echt nicht so recht, ob sie sich so viel traut, weil sie so mutig ist oder weil sie einfach nur recht naiv ist und gar nicht weiß in welche Gefahren sie sich begibt. Trotzdem mag ich sie unheimlich gern. Nur eins verstehe ich nicht: Sie wächst so behütet auf und keiner merkt ihre Touren? Das muss doch mal wem auffallen. Aber vielleicht kann man es damit erklären, dass alle anderen, vor allem ihre Mutter, zu sehr mit Trauern beschäftigt sind.


    Die Einführung von Fay hat mir gut gefallen. Bereits am Anfang haben wir ja schon zu hören bekommen, dass sich Jo gern für arme Menschen einsetzen will und sich für deren Schicksal auch interessiert. Die Mädchen sind so unterschiedlich aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung und doch kann hier eine tolle Freundschaft erwachsen, das finde ich schön.


    Ich finde Kinch übrigens total beängstigend. :entsetzt:


    Um Eddie hatte ich übrigens richtig Angst als er zusammengeschlagen wurde. Ich hoffe er ist jetzt vorsichtiger.


    Einfach nur spannend dieses Buch. :lesen:

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)


  • Mir ist erst hier im Verlauf so richtig aufgefallen, dass es 2 Männer gibt. Einen mit Tätowierungen (Kinch) und einen mit Narben. Irgendwie hatte ich das anfangs gleichgesetzt :redface: Vielleicht hätte ich doch etwas langsamer lesen sollen!


    Wenn es dich tröstet: Mir ging es ganz genauso und das obwohl ich ohne Ablenkung und ganz in Ruhe gelesen habe. :bussi:

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)


  • Eine für mich sehr entscheidende Szene ist das Loch in der Manteltasche. Hoppla, dachte ich. Da könnte doch was rausgefallen und unter den Vorhang gerollt sein. Ich hatte ja schon im ersten Abschnitt ein komisches Gefühl bei Philipps Alibi und das starke Gefühl, dass kein Unbekannter den Vater erschossen hat. :sauer:


    Ja da bin ich auch stutzig geworden. Für mich ist Philipp einfach nicht koscher und so wie er sich bisher gegeben hat, würde ich es ihm auch zutrauen.


    Für mich war eigentlich von Anfang an klar, dass es jemand gewesen sein muss, der sich im Haus auskennt und das tut ein völlig Fremder ja nicht.

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)


  • Die Einführung von Fay hat mir gut gefallen. Bereits am Anfang haben wir ja schon zu hören bekommen, dass sich Jo gern für arme Menschen einsetzen will und sich für deren Schicksal auch interessiert. Die Mädchen sind so unterschiedlich aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung und doch kann hier eine tolle Freundschaft erwachsen, das finde ich schön


    Fay ist wirklich ein toller Charakter und ein bewunderswertes Mädchen. Wie sie sich in Leben durchschlägt und ihre Verwandlungsfähigkeit. Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, wobei zum jetztigen Zeitpunkt der LR ... Aber ihre Entwicklung - vor allem in Zusammenhang mit Jo - fand ich auch unheimlich berührend.