Die Buch-Highlights des Jahres 2015

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 80 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von tári.

  • Hallo zusammen,


    es ist wieder Zeit, die Highlights des Jahres zu sammeln. Welche Bücher haben euch in diesem Jahr besonders begeistert? Was könnt ihr empfehlen oder was hat euch nachhaltig beeindruckt?


    Liebe Grüße
    Doris

  • Meine größten Highlights waren:


    Reinhard Kleist - Johnny Cash: I See a Darkness
    Eine unglaublich gut gezeichnete Graphic-Novel-Biographie über den Man in Black. Umwerfend!


    Anthony Doerr - Alles Licht, das wir nicht sehen
    Zwei junge Menschen im Zweiten Weltkrieg - der deutsche Soldat Werner, noch fast ein Kind, trifft in Saint-Malo auf die blinde Marie-Laure. Ein in knapper und doch schillernder Sprache erzähltes Buch, das auf Kitsch verzichtet und einem doch schier das Herz bricht.


    Anna Hope - Wake
    Für die drei Frauen, die hier im Mittelpunkt stehen, ist der 1. Weltkrieg zwei Jahre nach dem Waffenstillstand noch lange nicht vorbei. Nichts ist mehr, wie es einmal war, und alle drei, so verschieden sie selbst und ihre Schicksale sind, müssen damit irgendwie zu leben lernen. Auch dieses Buch ist mir ans Herz gegangen, gerade weil man Schmalz und Pathos vergeblich sucht und Anna Hope schon fast sachlich über ihre Protagonistinnen berichtet, stellvertretend für die vielen Menschen, deren Leben von einem Krieg unwiederbringlich beeinträchtigt wurde.


    John Boyne - A History of Loneliness
    Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche, ein sehr heißes Eisen, gerade für einen Autoren aus dem erzkatholischen Irland. Boyne hat die Prüfung mit Bravour bestanden, mit diesem feinfühligen Roman über Schuld, Schweigen und das schwindende Ansehen der Kirche, der mich nicht nur inhaltlich, sondern auch durch seine clevere Konstruktion beeindruckt hat.


    Susan Cain - Quiet
    Jeder, der sich auch nur annährend für introvertiert hält oder einfach wissen möchte, wie introvertierte Menschen so ticken, sollte sich dieses großartig geschriebene Buch nicht entgehen lassen. Voller Fallbeispiele, Forschungsergebnisse und eigener Erfahrungen zeigt Susan Cain, warum stille Menschen nicht zwingend schüchtern sind und welches immense Potential in ihnen steckt, wenn man sie nicht ständig zwingt, sich entgegen ihrem Naturell zu verhalten, weil die Gesellschaft das so möchte.


    J. K. Rowling - Harry Potter and the Half-Blood Prince
    Auch im zweiten Durchgang noch ein großartiger Roman und mein Liebling in der Serie.


    Mit 4,5 Ratten habe ich bewertet:


    Lucy Maud Montgomery - Anne auf Green Gables
    Beim x-ten Re-Read immer noch unglaublich charmant und aus heutiger Sicht herrlich nostalgisch.


    Pat Conroy - The Great Santini
    Eine dysfunktionale "Militärfamilie", eins von Conroys autobiographisch geprägten Lieblingsthemen. Noch nicht ganz so ausgereift wie seine späteren Bücher, ist mir aber dennoch unter die Haut gegangen und besticht mit wunderschönen Beschreibungen von Land und Leuten.


    Rascal - Le Phare des Sirènes
    Von der Aufmachung eher Bilderbuch als Graphic Novel mit ganzseitigen Illustrationen, erzählt das großformatige Buch gleichzeitig eine zarte, märchenhafte Liebesgeschichte und das Schicksal einer "gueule cassée", eines Mannes, der mit entstelltem Gesicht aus dem Krieg heimkehrt. Sehr anrührend.


    Terry Pratchett - Nation
    Mein erster Pratchett, aber sicher nicht mein letzter. Unglaublich witzig, sehr berührend und voller aberwitziger Einfälle ist diese Geschichte über zwei Überlebende auf einer einsamen Insel.


    Suzanne Collins - Die Tribute von Panem
    Der 3. Band der Trilogie fiel zwar qualitativ etwas ab, doch auch ich war gebannt von der vielgehypten Dystopie.

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    E. L. Doctorow





    Einmal editiert, zuletzt von Valentine ()

  • Meine Buchführung verrät folgende Highlights:


    Antonia Michaelis - Paradies für alle
    Ein kleiner Junge liegt nach einem rätselhaften Unfall im Koma. Seine Mutter findet seine Aufzeichnungen über sein Projekt, die Welt zu verbessern, und muss erkennen, dass sie in letzter Zeit kaum noch mitbekommen hat, was ihren Sohn beschäftigt. Sehr berührend, aber nicht kitschig; traurig, aber trotzdem hoffnungsvoll. Das erste Erwachsenen-Buch von Antonia Michaelis, das mir uneingeschränkt gefallen hat.


    Susan Fletcher - Eve Green
    Ihren Vater hat Eve Green nie kennengelernt, ihre Mutter ist früh verstorben. Nun selbst bald Mutter werdend blickt Eve Green auf ihre Kindheit auf dem abgeschiedenen Bauernhof in Wales zurück, auf ihre Suche nach dem verschwundenen Vater und auf die tragisch endende Freundschaft zu einem Außenseiter. Ein ruhiges Buch, dass umso stärker nachwirkt.


    Irina Korschunow - Das Spiegelbild
    In einem fiktiven Dialog über die Jahrhunderte hinweg unterhalten sich Dichterin Annette zu Droste-Hülshoff und Journalistin Amelie über die einengenden gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen. Sprache und Grundidee erst einmal gewöhnungsbedürftig, doch es lohnt sich.


    Marina Lewycka - Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch
    Zwei zerstrittene Schwestern versuchen, den verwitweten alten Vater von der Heirat mit einer ukrainischen Sexbombe abzubringen. Ich hatte eine Klamotte erwartet und eine berührende, nachdenklich stimmende Familiengeschichte bekommen.


    Anna Shinoda: Learning not to drown (dt.:Die Mitte von allem)
    Für Clare ist ihr Bruder Luke der Held ihrer Kindheit, ungeachtet der Tatsache, dass er immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt kommt. Nun steht seine Entlassung bevor und Clare hofft, dass er sich geändert hat. Aber waren wirklich immer nur die Umstände schuld an Lukes "Schwierigkeiten", wie ihre Mutter Clare glauben machen will? Schmerzhaftes Portrait einer jungen Frau, die sich auf die Suche nach der Wahrheit begibt. Ein Buch zum Mitfiebern, Mitleiden und Mithassen! Schlecht für den Blutdruck! :zwinker:


    Gina Mayer- Die Protestantin
    Ein früheres Buch der großartigen Gina Mayer, das einen mitten in die Anfänge der Kaiserswerther Diakonie versetzt. Johanne lehnt den Heiratsantrag von Pastor Fliedner ab; sie möchte unabhängig bleiben und ihre ganze Kraft in die Errichtung des Diakonissenhauses einbringen. Ihre jüngere Schwester Catherine hingegen gerät immer wieder in Konflikte mit den Lehren der Kirche und findet sich zu Johannes Entsetzen in der Revolution von 1848 wieder.
    Wieder eine gelungene Zeitreise von Gina Mayer mit vielschichtigen Frauenfiguren. Dass der Glaube hier eine Schlüsselrolle spielt, war für mich noch ein weiterer Pluspunkt.


    Carla Stewart - Sweet Dreams
    Nachdem letztes Jahr bereits "Chasing Lilacs" zu meinen Lese-Highlights gehörte, schafft es auch der zweite Roman der hierzulande leider noch unbekannten amerikanischen Autorin auf meine Bestenliste. Wie keine andere versteht sie, Zeitkolorit der 50er und 60er Jahre mit christlich angehauchten Grundthemen zu verbinden (aber eben nur angehaucht, hier wird nicht missioniert und wer es nicht wüsste, würde wahrscheinlich glatt darüber hinweglesen).
    1962: Dusty, Tochter eines Ölmillionärs, träumt davon, aufs College zu gehen und ihre Begeisterung für Geologie auszuleben. Stattdessen schickt ihr Vater sie in ein Mädchenpensionat, um den letzten gesellschaftlichen Schliff zu erhalten. Einziger Trost ist ihre Cousine Paisley, die von Kindheit an mit ihrer mitunter verantwortungslosen Hippie-Mutter durchs Land gezogen ist und es zur Abwechslung mal genießt, für längere Zeit an einem Ort zu bleiben. Die Suche nach der eigenen Identität, die Durchsetzung eigener Wünsche entgegen der gesellschaftlichen Erwartungen und natürlich auch die Suche nach der wahren Liebe werden auf 336 Seiten so packend geschildert, dass es mindestens doppelt so viele sein könnten.


    Carol Ryrie Brink - Caddie Woodlawn
    Ein zu unrecht in Vergessenheit geratener Kinderbuchklassiker über eine Siedlerfamilie in Wisconsin, samt Rotschopf Caddie, die lieber mit ihren Brüdern Abenteuer erlebt als sich wie die anderen Mädchen in ihrem Umfeld zu verhalten. Auch zu der feindseligen Einstellung der anderen Siedler den Indianern gegenüber hat Carrie ihre eigene Meinung.


    Judith Hawkes - Julian's House (dt.: Der kalte Hauch des Flieders)
    Ein Parapsychologen-Paar mietet sich in einer Villa in Neuengland ein, in der es angeblich spukt. Schon bald findet Sally Hinweise auf eine vergangene Familientragödie, die sich in dem Haus abgespielt hat. Ihr Mann David hingegen nimmt keine übersinnlichen Erscheinungen wahr. Spukt es wirklich in dem Haus oder sind dies lediglich Projektionen, die durch die zunehmend problematische Ehe der beiden verursacht werden?
    Wer die "Romantik-Thriller" von Ursula Isbel verschlungen hat, der wird auch von diesem Buch begeistert sein. Für eingefleischte Horror-Fans hingegen nicht zu empfehlen, da hier doch mehr Psychologie als Grusel im Vordergrund steht.


    Caroline Wallace - Das Fundbüro der Wünsche
    Ein sechzehnjähriges Mädchen, das den Bahnhof von Liverpool noch nie verlassen hat, macht sich nach dem Tod der glaubensstrengen Pflegemutter auf die Suche nach ihren wahren Eltern. Außenseiter wie ein Junge in Legionärsuniform oder ein Mann, der in den Tunneln von Liverpool lebt, helfen bei der Suche. Berührendes modernes Märchen! Traurig und anfangs gewöhnungsbedürftig, aber ganz bezaubernd. Und mit viel Zeitkolorit über das Liverpool der 70er Jahre und den verstorbenen Beatles-Roadie Mal Evans.

  • 5 Ratten haben dieses Jahr (bisher) diese Bücher von mir erhalten:


    Cnyrim, Petra - Erkläre den Begriff Vakuum
    Cnyrim, Petra - Vervollständige die Funktion
    Hacke, Axel + Sowa, Michael - Wumbabas Vermächtnis. Drittes Handbuch des Verhörens
    Hacke, Axel + Sowa, Michael - Der weiße Neger Wumbaba kehrt zurück - Zweites Handbuch des Verhörens
    Schacht, Andrea - Die Lauscherin im Beichtstuhl
    Bowman, Willian Ernest - Die Besteigung des Rum Doodle

    Bücher sind Magie zum Mitnehmen.

  • Mein unangefochtes Lesehighlight dieses Jahr war Rolle vorwärts von Samuel Koch.


    Er hat zu Recht den zweiten Platz bei der Lovelybooks Leserwahl mit diesem Sachbuch über sein Leben belegt.


    :buchalarm:

  • Das Jahr ist noch nicht zuende, aber hier meine bisherigen TOP 2015:


    Ian McEwan, The Children Act


    Stephan Thome, Gegenspiel


    Szilard Borbely, Die Mittellosen


    Lydia Tschukowskaja, Untertauchen


    Joseph Roth, Hiob


    Reiner Stach, Kafka. Die frühen Jahre


    John Boyne, A History of Loneliness


    Stephan Wackwitz, Die Bilder meiner Mutter


    August Scholtis, Ostwind


    Sigismund Krzyzanowski, Der Club der Buchstabenmörder


    Boris Sawinkow, Das fahle Pferd


    Vladimir Sorokin, Telluria


    Navid Kermani, Ungläubiges Staunen. Über das Christentum


    Johannes Bobrowski, Levins Mühle


    Das entspricht so grob 10% der Bücher, die ich gelesen/gehört habe. Also jedes zehte ein Hit. :zwinker:
    Noch bin ich nicht ganz entschieden, was mein persönliches 'Buch des Jahres' wird. Im Rennen sind Navid Kermani und Reiner Stach. :smile:

    Einmal editiert, zuletzt von Tomke ()

  • Ich war von vielen Büchern dieses Jahr begeistert. Ich glaube, ich war weniger streng als die Jahre davor :) Nächstes Jahr muss das sich ändern :teufel:


    Alles Licht, das wir nicht sehen - Anthony Doerr
    Die Erfindung der Flügel - Sue Monk Kidd
    Der Seidenspinner - Robert Gailbraith
    Denken Sie jetzt nichts - Andrea Jolander
    Vielen Dank für das Leben - Sybille Berg
    Wer die Nachtigall stört - Harper Lee
    Soumission - Michel Houellebecq


  • Ich war von vielen Büchern dieses Jahr begeistert. Ich glaube, ich war weniger streng als die Jahre davor :)


    Zumindest bei Doerr und Harper Lee kann ich Dir voll und ganz zustimmen, die bestehen auch strenge Tests ;)

    The three most important documents a free society gives are a birth certificate, a passport, and a library card.

    E. L. Doctorow





  • Zum Glück hatte ich dieses Jahr auch wirklich viele Highlights, hier die an die ich mich am besten erinnern kann:


    Funke, Cornelia: Tintenblut (Tintenwelt-Trilogie 2)
    Wieso habe ich das Buch nur so lange ungelesen liegen lassen? Die Tintenwelt hat mich dieses Jahr wieder in ihren Bann gezogen.


    Musso, Guillaume: Vielleicht morgen
    Spannend, etwas fürs Herz und Überraschungen - Mussos Bücher haben genau die richtige Mischung.


    Pike, Aprilynne: Dangerous Visions
    Würdet ihr gerne die Zukunft vorhersehen können? Ohne sie ändern zu dürfen? Dieses Jugendbuch ist nichts für schwache Nerven.


    Tolkien, Simon: Gestohlenes Leben
    Das Talent zum Schreiben liegt einfach in der Tolkien-Familie. Toller Gerichtsroman.


    Tahir, Sabaa: Die Herrschaft der Masken (Elias & Laia 1)
    Tolles Jugendbuch (geht in Richtung Dystopie), ich freue mich schon auf die Fortsetzung.


    Cass, Kiera: The Heir (Selection 4)
    Ich bin einfach ein großer Fan der Selection-Bücher, da kann ich nicht mehr zu sagen.


    Gardner, Lisa: Ohne jede Spur
    Kepnes, Caroline: You
    Taylor, C. L.: Träum was Böses
    Kendal, Claire :Du bist mein Tod

    Meine Thriller-Favoriten dieses Jahr.


    Till, Jochen: Der Typ muss weg (Charlie + Leo 2)
    Ein wundervolles Jugendbuch mit niedlichen Comiczeichnungen. Wie Band 1 einfach superschön für zwischendurch.


    Thiemeyer, Thomas: Medusa
    Wahnsinnig spannendes Buch über ein Entdeckerteam, Felsbilder und Höhlen. Genau mein Thema.


    Sullivan, Michael J.: Zeitfuge
    Mein absolutes Lese-Highlight 2015. Eine spannende Zukunftsvision, ich wollte das Buch nicht mehr weglegen!

  • Ich hatte dieses Jahr auch einige schöne Bücher. Die volle Punktzahl bekamen


    Markus Werner - Am Hang
    Zwei fremde Männer treffen sich zufällig in einem Lokal und beginnen eine intensive Unterhaltung, die sich mit Unterbrechungen über knappe drei Tage hinzieht und dabei zunehmend vertraulicher wird. Obwohl sie völlig unterschiedlich sind, haben sie doch eine überraschende Gemeinsamkeit.
    Das hört sich fast nichtssagend an, ist aber alles andere als langweilig. Obwohl man schon vor dem Ende ahnt, worum es sich bei der Gemeinsamkeit handelt, bleibt es spannend.


    Ebba D. Drolshagen - Immer noch kein Land in Sicht
    Reisen per Schiff über Ozeane oder rund um die Welt sind heutzutage nichts Außergewöhnliches mehr. Die Reisen, die Ebba Drolshagen hier vorstellt, sind jedoch alles andere als gewöhnlich. Ihre Kapitäne stechen mit den ungewöhnlichsten Fahrzeugen in See. Bei manchen wundert man sich, dass sie überhaupt die kleinsten Wellen überstehen. Sehr kurzweilig und humorvoll geschrieben und mit Fotos versehen, damit man sich überhaupt eine Vorstellung der Vehikel machen kann. Eine echte Empfehlung für Freunde nautischer Literatur.


    Elisabeth Zacharia - Warum Kühe lachen und Kühe nicht weinen
    In diesem Sachbuch werden zahlreiche Tricks aufgedeckt, mit denen Konsumenten von Lebensmitteln und Bekleidung von den Herstellen getäuscht werden. Viele Themen, die


    Maurice und Maralyn Bailey - 118 Tage den Tod vor Augen
    Ein Tatsachenbericht über ein Ehepaar, das schiffbrüchig in einer aufblasbaren Rettungsinsel auf dem Pazifik treibt. Mit ihrer ganz eigenen Mentalität und Überlebensstrategie schaffen sie es, die Hoffnung nicht zu verlieren.


    Lisa Genova - Still Alice. Mein Leben ohne Gestern
    Eine Frau erkrankt an einer Form von Alzheimer, die schon relativ früh einsetzt. Ihre Familie gerät dabei an ihre Grenzen, und alle gehen damit ganz unterschiedlich um. Über den Verlauf der Krankheit zu lesen ist schockierend, aber das Buch hat mich dennoch tief berührt.


    Peter Ackroyd - London
    Eine sehr umfangreiche, informative und unterhaltsame Biographie der englischen Hauptstadt, die kaum ein Thema auslässt. Mir gefielen besonders alle Themen, die mit der Bevölkerung zu tun hatten, und die städtebauliche Entwicklung. Tipp für alle London-Fans!


    John Williams - Stoner
    William Stoner ist zuerst Student, dann Lehrer und Ehemann. Eigentlich führt er ein unspektakuläres Leben, doch dann wird er auch Vater und Liebhaber und entdeckt, dass er neben seiner Leidenschaft für Literatur auch eine tiefe Liebe zu Menschen empfinden kann. Trotz des ruhigen Themas wird es richtig spannend. Die wenigen Charaktere erscheinen sehr lebendig und authentisch.


    Es gab auch eine ganze Reihe von Büchern, die nah an die Höchstnote kamen, so z. B.


    Mikael Niemi - Die Flutwelle
    Theodor Storm - Aquis Submersus
    Thomas Hettche - Die Pfaueninsel
    Janice Jakait - Tosende Stille
    Carmen Rohrbach - Am grünen Fluss
    Samuel Pepys - Tagebuch von 1665


    und das ist nur eine Auswahl. Insgesamt hatte ich ein gutes Lesejahr. :smile:

  • Ich habe in diesem Jahr sehr viele schöne Bücher gelesen. Hier meine Highlights:


    Die Entdeckung der Currywurst von Uwe Timm


    Sprachlich hat mich das Buch sofort in seinen Bann gezogen. Das Büchlein war kurzweilig und interessant. Spannend für mich war, wie sich durch die Abhängigkeit dieser beiden Menschen, das Zusammenleben nach und nach verändert.


    Stoner von John Williams


    Elke Heidenreich sagte über das Buch, dass es sie durchgerüttelt und gerührt und ihr Herz umgedreht hat. Genau so ging es mir auch. Das Buch ist traurig und schön zugleich.


    Ein ganzes Leben von Robert Seethaler


    Auch in diesem Buch steht ein Mann im Mittelpunkt, den das Schicksal schwer trifft, der aber dennoch ein - ja, ich würde sagen - ein erfülltes Leben führt. Der nie mit seinem Leben hadert, es nicht in Frage stellt und vor allem, sich nicht mit anderen vergleicht. Ein kleines Büchlein, das aber dennoch in die Tiefe geht.


    Altes Land von Dörte Hansen


    Dörte Hansen hat das Talent, Charaktere wunderbar zu erkennen und zu beschreiben. Dabei habe ich mich oft gefragt, wo ist nun die Grenze zwischen Charakterbeschreibung und Karikatur. Das macht sie aber so geschickt, ohne dass das Buch je plump wirkt. Wunderbar!


    Fundbüro von Siegfried Lenz


    Die Atmosphäre dieses Buches hat mich von der ersten Seite in den den Bann gezogen. Obwohl dieser Roman 2003 erschienen ist, hat dieses Buch für mich den Charme eines modernen Klassikers. In Rezensionen habe ich gelesen, dass dieses Buch behäbig daher kommt, trotzdem - oder gerade deswegen? - fand ich es so schön.

    Liebe Grüße

    Hafermilch


    Mein SUB

    Einmal editiert, zuletzt von Hafermilch ()

  • Fundbüro von Siegfried Lenz


    Die Atmosphäre dieses Buches hat mich von der ersten Seite in den den Bann gezogen. Obwohl dieser Roman 2003 erschienen ist, hat dieses Buch für mich den Charme eines modernen Klassikers. In Rezensionen habe ich gelesen, dass dieses Buch behäbig daher kommt, trotzdem - oder gerade deswegen? - fand ich es so schön.


    Auch in meiner Rezension kommt das (Hör-)Buch nicht besonders gut weg. Aber ich verstehe inzwischen, warum dieses Buch in den Bann ziehen kann. Lenz zu lesen, macht manchmal so viel Spaß wie in einen alten Tante-Emma-Laden zu gehen.


  • Das Jahr ist noch nicht zuende, aber hier meine bisherigen TOP 2015:


    Vladimir Sorokin, Telluria


    Oh ha. Das ist aber ein schwerer Brocken. Habe den Autor auf einer Lesung erlebt und wenn auch Ausschnitte aus dem Buch äußerst faszinierend sind, kann ich es mir in Gänze dann doch kaum (als konsumierbar) vorstellen. Freut mich aber dennoch, dass dieses Buch es hier auf eine Liste geschafft hat.


  • Interessant. Markus Werner sehe ich genauso. Um Stoner schleiche ich auch schon längere Zeit herum. Und Storm muss ich rauskramen. Das könnte mir gefallen (zumindest da dein sonstiger Geschmack durchaus in meine Richtung weist).

  • Auch in meiner Rezension kommt das (Hör-)Buch nicht besonders gut weg. Aber ich verstehe inzwischen, warum dieses Buch in den Bann ziehen kann. Lenz zu lesen, macht manchmal so viel Spaß wie in einen alten Tante-Emma-Laden zu gehen.


    Das finde ich einen sehr treffenden Vergleich! :winken:

  • Oh ha. Das ist aber ein schwerer Brocken. Habe den Autor auf einer Lesung erlebt und wenn auch Ausschnitte aus dem Buch äußerst faszinierend sind, kann ich es mir in Gänze dann doch kaum (als konsumierbar) vorstellen. Freut mich aber dennoch, dass dieses Buch es hier auf eine Liste geschafft hat.


    Es liest sich eigentlich ganz hervorragend, weil die einzelnen Kapitel nicht sehr lang sind und jedes in sich eine gewisse Überraschung bietet. Mir geht es bei Büchern dieser Art leicht so, dass der Spannungsbogen fehlt und ich nach drei Seiten einschlafe, weil das Kapitel dann zuende ist (so etwa bei Günter Grass' 'Mein Jahrhundert', das ich trotzdem gemocht habe). Sorokin schafft es aber, die Spannung aufrecht zu erhalten, weil jedes Kapitel wie das Türchen eines Adventskalenders etwas Neues und Interessantes zutage fördert. Und der Mann ist einfach ein hervorragender Erzähler.


  • Lenz zu lesen, macht manchmal so viel Spaß wie in einen alten Tante-Emma-Laden zu gehen.


    Vielleicht liegts ja daran, dass ich Tante-Emma-Läden mag. :breitgrins:


    Es ist wirklich so, dass mich dieses Buch von der Atmospähre in die 50er Jahre entführt hat (die ich nie erlebt habe). Wenn mich heute jemand fragen würde, welche 10 Bücher ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde, dieses wäre eines davon.


    Ich habe mir jahrelang vorgenommen, Lenz zu lesen, habe es aber nie geschafft. Fundbüro war mein erstes Buch von ihm, Schweigeminute das zweite. Schweigeminute reicht für mich bei weitem nicht an Fundbüro heran und ich habe so ein bissel die Angst, dass seine anderen Romane für mich nicht an Fundbüro herankommen. Das ist wie mit Uwe Timm - ewig schon wollte ich ihn lesen, dieses Jahr habe ich dann endlich "Die Entdeckung der Currywurst" gelesen und war begeistert. Danach habe ich mir Vogelweide gekauft und dieser Roman konnte mich nicht (mehr) überzeugen.


  • Ich habe mir jahrelang vorgenommen, Lenz zu lesen, habe es aber nie geschafft. Fundbüro war mein erstes Buch von ihm, Schweigeminute das zweite. Schweigeminute reicht für mich bei weitem nicht an Fundbüro heran und ich habe so ein bissel die Angst, dass seine anderen Romane für mich nicht an Fundbüro herankommen.


    Ich empfehle, gerade jetzt zur Weihnachtszeit, die Landesbühne von Lenz. Das ist eine kleine, schnell zu lesende und nicht allzu anspruchsvolle Heile-Welt-Geschichte um ein paar Gefängnisausbrecher, fernab jeglicher Realitätsnähe, mit einem rührseligen Schluss, aber nicht ganz so traurig wie die Schweigeminute. Vielleicht wäre das ja etwas für Dich. :smile:

    Andere Orte im Internet erkundet und für uninteressant befunden.

    Einmal editiert, zuletzt von MacOss ()


  • MacOss: Immer diese Ideen kurz vor Weihnachten ...


    Hehehe. Für Gutes mache ich gerne Werbung. :breitgrins:


    Aber um beim Thema Buch-Highlights zu bleiben und dieses darüber hinaus mit Weihnachten zu kombinieren: Mein Lieblingsbuch in diesem Jahr, nämlich Die Berlinreise von Hanns-Josef Ortheil, ist auch dasjenige Buch, das ich dieses Jahr am häufigsten zu Weihnachten verschenke. :zwinker:


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