01 - Teil 1 Böse Träume (bis Seite 106)

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 58 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von coco_90.

  • Hallo Ihr Lieben,


    endlich konnte ich auch einsteigen, aber der erste Abschnitt war ja schnell gelesen. Das Buch ist ja unglaublich spannend und entfaltet eine ganz schöne Sogwirkung. Diese kurzen Kapitel tragen natürlich auch noch dazu bei, dass man doch noch immer ein bisschen weiterliest, denn "das Kapitel ist ja nicht so lang, das geht schon noch"... :breitgrins:


    Das Cover hat mich übrigens im ersten Moment auch abgeschreckt und einfach so in einer Buchhandlung hätte ich mir das Buch wohl nie gekauft. Ich finde es sieht ganz schön angsteinflößend aus... :entsetzt: Aber es passt natürlich gut zu dem leichten Horror des Romans und dem Thema "Wolf", das sich konsequent bis jetzt - wie ihr auch schon festgestellt habt - durch das Buch zieht. Die Frage ist nur, handelt es sich um irgendwelche Fantasie-Wesen oder wirklich um Menschen / Männer, die schreckliches tun? Das Mädchen in der Psychiatrie spricht ja die ganze Zeit von "Wölfen in Schafspelzen", die kleine Leonie scheint auch einem Verbrechen zum Opfer gefallen zu sein und jetzt verbindet sich Simon's Alptraum auch noch mit der vermissten Leonie. Das ist schon seltsam. Aber was sollte Simon's Unfall mit Gewaltverbrechen zu tun haben? Oder haben seine Eltern da was gesehen? :gruebel:


    Mike finde ich bis jetzt eher seltsam. Früher war er zwar für seinen Bruder da, aber jetzt kommt er mir schon sehr komisch vor. Er weiß, dass Simon eine Routine und Regelmäßigkeit braucht und verkauft gleich mal die Wohnung der Eltern und schickt seinen Bruder ausgerechnet auf ein Internat? Obwohl der schon in der Schule so gemobbt wurde? Und auch wenn sein Bruder die letzten Aktionen von Ronny nicht kennt, weiß er doch, dass er ihn früher schon immer beschützen musste... Sehr seltsam! Irgendwie scheint er auch über den Tod der Eltern gar nicht traurig zu sein, sondern das einfach so hinzunehmen. Wie wenn es ihn gar nicht berühren würde? Ich habe ja schon spekuliert, ob sein Bruder irgendwie wollte, dass die Eltern und Simon sterben? Aber das ist vielleicht zu weit hergeholt?


    Die Tante ist komplett überfordert, aber ich finde auch, dass sie es sich etwas arg einfach macht und irgendwie gar nicht so richtig versucht sich in Simon einzufühlen. Er hat seine Eltern verloren, gerade so den schrecklichen Unfall überlebt und jetzt schickt sie ihn auf ein Internat? Die Ausrede, dass sie nicht regelmäßig nach Hause kommt, lasse ich ja gar nicht gelten, denn Simon wäre doch alt genug, um sich auch selber zu verpflegen, oder?


    Simon's Anordnung des Essens bei McDonalds fand ich übrigens irgendwie echt süß. Ich weiß, dass das für ihn nicht so einfach ist und wirklich zwanghaft, aber ich würde wohl auch immer mit ihm zu McDonalds gehen, wenn ihn das so glücklich macht. :redface: :zwinker:


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

    &WCF_AMPERSAND"Jeder der sich die Fähigkeit erhält, Schönheit zu erkennen, wird nie alt werden.&WCF_AMPERSAND" (Franz Kafka)


  • Ich dachte es wären Narben, die durch die Autoglasscheiben entstanden sind, als er sich aus dem Wrack befreit hat, aber ich hab das auch noch mal nachgelesen mit dem Selbstmordversuch.
    Nur wann war das? War das noch nach dem Unfall im Krankenhaus?


    Das wird noch nicht gesagt im ersten Abschnitt, wann und wie es sich zugetragen hat...

    Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche die Böden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.


  • Mike finde ich bis jetzt eher seltsam. Früher war er zwar für seinen Bruder da, aber jetzt kommt er mir schon sehr komisch vor. Er weiß, dass Simon eine Routine und Regelmäßigkeit braucht und verkauft gleich mal die Wohnung der Eltern und schickt seinen Bruder ausgerechnet auf ein Internat? Obwohl der schon in der Schule so gemobbt wurde? Und auch wenn sein Bruder die letzten Aktionen von Ronny nicht kennt, weiß er doch, dass er ihn früher schon immer beschützen musste... Sehr seltsam! Irgendwie scheint er auch über den Tod der Eltern gar nicht traurig zu sein, sondern das einfach so hinzunehmen. Wie wenn es ihn gar nicht berühren würde? Ich habe ja schon spekuliert, ob sein Bruder irgendwie wollte, dass die Eltern und Simon sterben? Aber das ist vielleicht zu weit hergeholt?


    Die Tante ist komplett überfordert, aber ich finde auch, dass sie es sich etwas arg einfach macht und irgendwie gar nicht so richtig versucht sich in Simon einzufühlen. Er hat seine Eltern verloren, gerade so den schrecklichen Unfall überlebt und jetzt schickt sie ihn auf ein Internat? Die Ausrede, dass sie nicht regelmäßig nach Hause kommt, lasse ich ja gar nicht gelten, denn Simon wäre doch alt genug, um sich auch selber zu verpflegen, oder?


    Ich gebe dir recht, mich wundert es auch, dass Mike zumindest nach außen hin keinerlei Anzeichen von Trauer oder dem Verlust seiner Eltern zeigt :-( Auch wenn er schon um einiges älter ist als Simon und sein eigenes Leben hat, sollte man meinen, dass er sie auch vermisst?? Mir würde es definitiv so gehen und bin ich ebenfalls eigenständig. Er ist wirklich schwer einzuschätzen.
    Meiner Meinung nach, machen es sich beide sowohl Mike als auch seine Tante zu leicht, indem sie ins Internat geben wollen. Simon bräuchte jetzt, nach dem traumatischen Erlebnis, mehr Halt und Wärme, Zuneigung, als je zuvor. Wenn nicht während der Woche, sollte er zumindest am Wochenende die Möglichkeit haben, zu ihnen zu kommen. Es scheint ja ganz in der Nähe zu liegen. Andererseits fühlt sich Simon ja in dem Haus und in dem kleinen Zimmer gar nicht wohl oder aufgehoben??

  • So wie die Tante und Mike drauf sind, würde es mir sogar besser gefallen, wenn er die Wochenenden zusammen mit Caro im Internat verbringen würde...
    Irgendwie ist die der bessere Halt für ihn, obwohl sie sich nicht kennen... das ist echt mies für seine "Familie"

    Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche die Böden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.


  • So wie die Tante und Mike drauf sind, würde es mir sogar besser gefallen, wenn er die Wochenenden zusammen mit Caro im Internat verbringen würde...
    Irgendwie ist die der bessere Halt für ihn, obwohl sie sich nicht kennen... das ist echt mies für seine "Familie"


    Ich finde eine solche Einstellung Simon gegenüber ehrlich traurig :-( Eine Familie sollte zusammenhalten, erst recht in einer solche Situation..

  • Ich finde eine solche Einstellung Simon gegenüber ehrlich traurig :-( Eine Familie sollte zusammenhalten, erst recht in einer solche Situation..


    Ja... und es interessiert mich brennend warum sie es nicht getan haben!?

    Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche die Böden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.

  • Nicht jede Familie ist gleich. Bei uns wäre das (zum Glück) völlig unmöglich, dass ein Kind ins Internat abgeschoben wird, nachdem seine Eltern gestorben sind oder dass jemand kaum trauert. Wir sind aber auch eine große Familie mit viel Familienzusammenhalt und Unterstützung ist da selbstverständlich.
    Es gibt aber auch durchaus andere Familienkonstellationen und wir wissen ja nicht, ob nicht vielleicht wirklich etwas vorgefallen ist, was Mike von seinen Eltern entfremdet hat.

  • Ich stoße nun auch zu euch :smile:


    Zuerst meine Meinung zu Cover und Klappentext: Ich finde beides hervorragend :smile: Der Wolf kam im ersten Abschnitt ja schon recht häufig vor, weshalb bisher alles perfekt miteinander harmoniert. Außerdem mag ich es, wie sich das Buch anfühlt. Und bei einer Klappenbroschur finde ich es immer toll, wenn unter der Klappe weitergestaltet wurde. Hier also schon mal ein großes Lob an die Gestalter.


    Auch in der Geschichte habe ich mich sofort zurecht gefunden. Wulf Dorn's Schreibstil ist einfach super :) Simon ist mir sehr sympathisch, im Besonderen, weil er leicht autistische Züge aufweist. Ich finde das sehr spannend. Wie schlimm muss es sein, seine Eltern auf diese Art zu verlieren? Ich mag mir das gar nicht vorstellen. Was hat es mit diesen wirklich schrecklichen Träumen und Halluzinationen auf sich. Was bedeutet die Tür? Und weshalb ist auf einmal ein Bild von Leonie auf der Tür abgebildet? Gibt es vielleicht einen Zusammenhang? Interessant finde ich den immer wiederkehrenden Satz "Du hättest ebenfalls sterben sollen." War der Unfall vielleicht gar kein Unfall?


    Ich bin gespannt wie ausgeprägt Simons Erinnerungslücken sind. Momentan habe ich es so aufgefasst, dass er sich nur an weniges nicht erinnern kann, bspw. wie er aus dem Auto gelang.


    Tilia macht auf mich einen sympathischen Eindruck. Sie scheint Simon wirklich helfen zu wollen. Dennoch finde ich es nicht richtig von ihr, ihn bei wichtigen Entscheidungen außen vor zu lassen. Gerade bei der Wohnungsauflösung hätte sie Simon doch fragen müssen, ob er eine Erinnerung an seine Eltern behalten möchte. Bezüglich des Internats erlaube ich mir mal noch kein Urteil. Einerseits sollte auch hier Simon mitentscheiden dürfen, andererseits möchte ich hier noch nicht von Abschieben sprechen. Schade finde ich hingegen, dass Mike nicht wirklich Interesse an seinem kleinen Bruder zeigt. Er scheint ihn weder besucht noch geschrieben zu haben. Und auch jetzt, wo er Simon nach vielen Monaten das erste Mal wieder sieht, scheint seine Freundin Vorrang zu haben.


    Caro mochte ich auf Anhieb. Sie könnte ein sehr interessanter Charakter werden. Ich lese nun gleich noch ein wenig weiter :)

  • Ich bin gut in das Buch hereingekommen. Die Ich-Perspektive macht es leicht, die Gefühle von Simon besser verstehen zu können, der es durch seine autistische Störung und den Unfalltod seiner Eltern (plus Schuldgefühle, als Einziger überlebt zu haben) doppelt schwer hat und kaum mit anderen 15jährigen zu vergleichen ist.
    Die Einleitung mit den beiden Kindern hatte ich schon wieder ganz vergessen, bis sie hier an einer Stelle erwähnt wurde. Ich werde aber erst zum Schluss noch mal zurückblättern, wenn ich weiß, wie das Buch ausgegangen ist. Im Moment habe ich sowieso schon zu viele Theorien im Kopf, aber dazu später.
    Gut gefallen mir auch die Zeitsprünge, die den Leser abwechselnd in Simons Leben vor, während und nach dem Unfall mitnehmen.



    Zudem finde ich es schade, dass man alles über seinen Kopf hinweg entschieden hat. Er ist doch 15 (oder 16 bin mir gerade nicht sicher ob er den Geburtstag nun schon hatte oder nicht) und man behandelt ihn wie ein kleines Kind.
    Die Internatssache schlägt dem Fass den Boden aus. Eine Patentante müsste doch mehr leisten oder sehe ich das zu kritisch? Nur weil sie arbeiten muss, heißt das doch nicht, dass Simon nicht bei ihr leben kann. Er braucht doch in seinem Alter keine Dauerbetreuung.


    Mich haben als Kind Internatsgeschichten immer entsetzt - der Gedanke, nie alleine sein und sein eigenes Ding machen zu können (ok, mittlerweile gibt es sicher auch Einzelzimmer, aber trotzdem), ist grässlich für mich. Gerade in Simons Alter genießt man doch seine Freiheiten, wenn alle außer Haus sind. Andererseits kann ich auch Simons Tante verstehen - ich denke sie macht sich eher Sorgen, dass er vielleicht ein zweites Mal versuchen könnte, sich das Leben zu nehmen, und dann wäre so schnell keiner da. Im Internat hätte man immer ein Auge auf ihn.



    Simons Bruder ist die einzige enge Bezugsperson, die er noch aus seinem alten Leben hat. Außerdem war Mike früher immer für ihn da und hat ihn beschützt. So etwas vergisst wohl gerade jemand wie Simon nicht.



    Nicht jede Familie ist gleich. Bei uns wäre das (zum Glück) völlig unmöglich, dass ein Kind ins Internat abgeschoben wird, nachdem seine Eltern gestorben sind oder dass jemand kaum trauert. Wir sind aber auch eine große Familie mit viel Familienzusammenhalt und Unterstützung ist da selbstverständlich.
    Es gibt aber auch durchaus andere Familienkonstellationen und wir wissen ja nicht, ob nicht vielleicht wirklich etwas vorgefallen ist, was Mike von seinen Eltern entfremdet hat.


    Da gebe ich dir recht. Ich habe es so in Erinnerung, dass sich die Brüder in den letzten Jahren vor dem Unfall seltener gesehen haben, nachdem Mike von zu Hause ausgezogen ist. Ich könnte mir vorstellen, dass es wegen Simon Spannungen zwischen Mike und seinen Eltern gegeben haben könnte. Vielleicht haben sie Simon in Mikes Augen zu sehr behütet (kann ich mir sogar vorstellen) und/oder Mike deshalb zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.
    Ich arbeite als Sozialpädagogin in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung und kann leider nur bestätigen, dass das Verhältnis der Geschwister untereinander oft vom Verhalten der Eltern negativ beeinflusst ist: Der eine wird überbehütet und der andere fühlt sich vernachlässigt. Keine gute Basis für eine geschwisterliche Beziehung, selbst wenn mittlerweile beide erwachsen sind und das Elternhaus verlassen haben.


    Bisher erfährt man ja nur Bruchstücke von Simons Leben mit seinen Eltern, aber ich kann mir gut vorstellen, dass sie tatsächlich sehr stark auf seine Besonderheiten eingegangen sind, vielleicht sogar schon zu stark. Es wäre besser gewesen, gemeinsam mit Simon in kleinen Schritten zu üben, dass Veränderungen zum Leben dazu gehören - und dass man auch mal eine andere Lebensmittelmarke kaufen kann. So haben sich seine Gewohnheiten fast schon zu Zwängen verfestigt, die es ihm schwer machen werden, im Kontakt mit anderen Menschen zurecht zu kommen. Insofern finde ich die Internats-Idee gar nicht so schlecht, denn dadurch ist Simon gezwungen, sich auch mit den Eigenheiten anderer Menschen auseinanderzusetzen. Dies wird nicht ohne ein gewisses Maß an Chaos vor sich gehen, aber letztendlich wird es Simon in seinem Leben weiterhelfen, genauso wie es ihm geholfen hat, Gefühle seiner Mitmenschen mit Hilfe der Körpersprache erkennen zu können anstatt sich damit zufrieden zu geben, dass er andere Menschen einfach nicht versteht.


    Gut gefällt mir Caro. Was für ein Glück für Simon, jemanden wie sie getroffen zu haben! Leute, die ihm blöd begegnen wird es leider vermutlich noch genug geben.
    Auch der Erzählstrang mit dem verschwundenen Mädchen und dem Wolfsthema, das immer wieder auftaucht, ist spannend gestaltet. Ohne es zu merken habe ich vorhin bis ins zweite Kapitel weitergelesen und werde im entsprechenden Thread weiterschreiben.


  • Der Schreibstil ist für mich sehr angenehm und zügig zu lesen. Die kurz gehaltenen Kapitel gefallen mir persönlich sehr gut, hab ich immer lieber, als Kapitel die sich ewig lang ziehen.


    Stimmt, das mag ich auch sehr gerne. Das Buch liest sich wirklich total schnell, da die Schrift auch recht groß und auf manchen Seiten kaum Text ist.



    Doch was haben seine Eltern da gesehen, dass sie beide gleichzeitig aufschreien???


    Was genau den Unfall verursacht hat würde mich auch interessieren.



    In diesem Moment denken sie mit Sicherheit, dass es besser für ihn wäre, ich persönlich finde das keine gute Idee, vor allem nicht mit dieser Erkrankung.

    Zum einen deshalb, zum anderen aber auch, weil er gerade die wichtigsten Menschen in seinem Leben verlor. Gerade da ist doch die Unterstützung der restlichen Familienmitglieder besonders wichtig.



    Keiner mag Krankenhäuser, aber da muss man halt manchmal durch.


    Genau meine Meinung. Zumal es in diesem Fall meines Erachtens auch nicht um Mikes Bedürfnisse, sondern die seines kleinen Bruders gehe sollte.



    Ich weiß nicht, ob man jemanden mit einer depressiven Verstimmung und einem gemachten Selbstmordversuch je als geheilt ansehen kann!?


    Ich bin mir sicher, dass es auch hier mal wieder verschiedene Formen von Depressionen gibt. Diejenigen die "situationsbedingt" sind, können sicherlich auch geheilt werden.



    Da bin ich auch sehr gespannt... Mir wäre es auch lieber, dass die Bedeutung durch was psychologisches aufgeklärt wird, statt etwas übersinnlichem, aber irgendwie hab ich noch keine Idee in welcher Richtung es weitergehen wird.

    Das würde mir auch besser gefallen.



    Hab vorhin mal weitere Bücher von Wulf Dorn gegoogelt, denn ich muss gestehen, dass dies mein erstes Buch von ihm ist und ich ihn bisher auch nicht kannte.

    Ich kenne bislang nur "Trigger" aber das war eins der besten Bücher, das ich in dem Genre je gelesen habe. Und jetzt frag mich bloß nicht, wieso es dann bei dem einen Buch bleib. Ich habe nämlich selbst keine Ahnung :zwinker:


  • Melina ist zwar noch nicht oft aufgetaucht, ist mir aber auch nicht sonderlich sympathisch.. noch eine andere Frage zu ihr. Die Person mit der sie reden sollte, denkt ihr, dass es sich um ihren Vater oder einen Exfreund handelt? Das sind meine bisherigen Vermutungen :)


    Das liegt vermutlich auch daran, weil wir sie durch Simons Augen sehen. Mir ist sie nämlich auch unsympathisch, dabei hat sie in diesem Abschnitt noch gar nicht agiert. Ich tippe auf ihren Exfreund. Und ich gehe sogar noch weiter und behaupte, dass dieser Exfreund noch nicht so lange der Ex ist, wie sie mit Mike zusammen ist. :breitgrins:



    Ich dachte er wäre "nur" wegen dem Unfall in der Klinik? Das mit dem Selbstmordversuch habe ich nicht mitgekriegt? Stand das irgendwo? Simon kommt mir auch nicht besonders selbstmordgefährdet vor :/

    Mir geht wie dir. Die Verletzungen habe ich auf den Unfall geschoben und von einem Selbstmordversuch habe ich nichts mitbekommen :redface:



    Und neben der rätselhaften Tür finde ich auch interessant, dass Simon nur seinen Vater als Monster im Auto gesehen hat, nicht die Mutter. Vielleicht ist das für das Rätsel von Bedeutung.. Wie in dem Märchen aus dem Prolog, musste die Großmutter für Rotkäppchen's Fehler büßen. In meinem Kopf hat sich deshalb die fixe Idee zusammengebraut, dass vielleicht der Vater etwas getan hat, wodurch seine Familie büßen musste?

    Eine interessante Theorie!


  • Mich haben als Kind Internatsgeschichten immer entsetzt - der Gedanke, nie alleine sein und sein eigenes Ding machen zu können (ok, mittlerweile gibt es sicher auch Einzelzimmer, aber trotzdem), ist grässlich für mich.


    Wirklich? Ich fand früher die Internatsidee total super und habe die Hanni-&-Nanni-Bücher regelrecht verschlungen. Eine Freundin durfte ich mal eine Nacht im Internat besuchen, das war für mich echt spannend und cool. Aber für immer hätte ich auch nicht ins Internat gewollt. :zwinker:



    Ich arbeite als Sozialpädagogin in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung ...
    Bisher erfährt man ja nur Bruchstücke von Simons Leben mit seinen Eltern, aber ich kann mir gut vorstellen, dass sie tatsächlich sehr stark auf seine Besonderheiten eingegangen sind, vielleicht sogar schon zu stark. Es wäre besser gewesen, gemeinsam mit Simon in kleinen Schritten zu üben, dass Veränderungen zum Leben dazu gehören - und dass man auch mal eine andere Lebensmittelmarke kaufen kann. So haben sich seine Gewohnheiten fast schon zu Zwängen verfestigt, die es ihm schwer machen werden, im Kontakt mit anderen Menschen zurecht zu kommen. Insofern finde ich die Internats-Idee gar nicht so schlecht, denn dadurch ist Simon gezwungen, sich auch mit den Eigenheiten anderer Menschen auseinanderzusetzen. Dies wird nicht ohne ein gewisses Maß an Chaos vor sich gehen, aber letztendlich wird es Simon in seinem Leben weiterhelfen, genauso wie es ihm geholfen hat, Gefühle seiner Mitmenschen mit Hilfe der Körpersprache erkennen zu können anstatt sich damit zufrieden zu geben, dass er andere Menschen einfach nicht versteht.


    Danke für deine Sicht der Dinge, das fand ich gerade sehr interessant zu lesen. Du hast da ja doch noch mal einen anderen Blickwinkel drauf.
    Gerade bei jemanden, der nur eine leichte autistische Störung hat, so wie Simon, würde es vermutlich wirklich funktionieren, ihn nach und nach daran zu gewöhnen, dass nicht immer alles exakt gleich sein muss und dass auch ein anderes Frühstück schmecken kann.
    Wobei wahrscheinlich viele Eltern intuitiv auf die Wünsche ihrer Kinder eingehen würden (und sei es nur, um morgendlichen Ärger zu vermeiden).



    Ich kenne bislang nur "Trigger" aber das war eins der besten Bücher, das ich in dem Genre je gelesen habe. Und jetzt frag mich bloß nicht, wieso es dann bei dem einen Buch bleib. Ich habe nämlich selbst keine Ahnung :zwinker:


    Blieb es ja nun glücklichweise doch nicht :breitgrins:


  • Gerade bei jemanden, der nur eine leichte autistische Störung hat, so wie Simon, würde es vermutlich wirklich funktionieren, ihn nach und nach daran zu gewöhnen, dass nicht immer alles exakt gleich sein muss und dass auch ein anderes Frühstück schmecken kann.
    Wobei wahrscheinlich viele Eltern intuitiv auf die Wünsche ihrer Kinder eingehen würden (und sei es nur, um morgendlichen Ärger zu vermeiden).


    Da gab es doch auch die Episode mit den umgeräumten Möbeln. Mich hätte ja mal interessiert, wer sich am Ende durchgesetzt hat bei der Raumgestaltung - Simon oder seine Eltern? In derselben Szene erzählt Mike seiner Freundin, dass wegen Simon immer die gleiche Sitzordnung am Esstisch eingehalten werden musste. Das finde ich ja auch schon grenzwertig. Einerseits hat am Familienesstisch ja schon jeder "seinen" Platz, aber sobald es nicht mehr Gewohnheit ist, sondern zwanghaft wird, müsste man als Eltern schon eingreifen, ob nun Autist oder nicht. Man sitzt doch nicht sein Leben lang in derselben Konstellation am Tisch bzw. ist auch mal unterwegs, hat Gäste zu Besuch etc.
    Aber es gibt dann natürlich auch Eltern, die solche Situationen bewusst vermeiden und sich selbst von der Normalität ausschließen. Falls das bei Simons Eltern passiert ist, könnte ich gut verstehen, warum Mike Abstand gesucht hat.


  • Nicht jede Familie ist gleich. Bei uns wäre das (zum Glück) völlig unmöglich, dass ein Kind ins Internat abgeschoben wird, nachdem seine Eltern gestorben sind oder dass jemand kaum trauert. Wir sind aber auch eine große Familie mit viel Familienzusammenhalt und Unterstützung ist da selbstverständlich.
    Es gibt aber auch durchaus andere Familienkonstellationen und wir wissen ja nicht, ob nicht vielleicht wirklich etwas vorgefallen ist, was Mike von seinen Eltern entfremdet hat.


    Da stimme ich dir voll und ganz zu. Bei uns wäre sowas auch nicht in Frage gekommen, auch wenn wir eine kleine Familie sind, unter den Mitglieder, die wir haben, herrscht aber auch ein guter Zusammenhalt.
    Dennoch gibt es manch eine Familiekonstellation, bei der ich es für besser halte, wenn die Kinder in einer Ganztagsbetreuung oder auch einem Internat gibt :-( So schlimm es sich anhören mag, manchmal sind die Kinder dadurch besser betreut, das hab ich durch meine Arbeit leider schon ein paar Mal miterleben müssen.


  • Wirklich? Ich fand früher die Internatsidee total super und habe die Hanni-&-Nanni-Bücher regelrecht verschlungen. Eine Freundin durfte ich mal eine Nacht im Internat besuchen, das war für mich echt spannend und cool. Aber für immer hätte ich auch nicht ins Internat gewollt. :zwinker:


    Hihi da kann ich dir nur zustimmen. Hanni und Nanni hatten immer soviel Spaß und haben soviele Abenteuer erlebt, in dieser Zeit habe ich mir das Leben im Internat auch toll und einfach auch spannend vorgestellt *g* Wenn ich wirklich hätte hingehen bzw. dort wohnen sollen, weiß ich aber nicht, wie begeistert ich gewesen wäre *g*

  • So seh ich das auch, ich finde Mikes Verhalten geht gar nicht! Ausserdem wenn die Eltern sterben und man "nur" noch seinen kleinen Bruder hat, der dann auch noch versucht sich umzubringen, WILL man doch für ihn da sein oder?
    Neue Freundin hin oder her... Ich verstehe Mike nicht und sein Verhalten ist alles andere als normal für mich!


    Da geht es mir wie euch. Ich kann Mike da überhaupt nicht verstehen. Ich glaube aber nicht, dass es alleine am Autismus liegt, dass Simon seinen großen Bruder so vergöttert, sowas kenne ich auch von anderen kleinen Brüdern, die nicht darunter leiden. Ich würde ja gerne mehr über Mikes Beweggründe erfahren, vielleicht könnte ich es dann eher verstehen. Aber er scheint seinen Bruder ja echt gut zu kennen und gerade da ist es schade, dass er nicht für Simon da ist.

  • Hihi da kann ich dir nur zustimmen. Hanni und Nanni hatten immer soviel Spaß und haben soviele Abenteuer erlebt, in dieser Zeit habe ich mir das Leben im Internat auch toll und einfach auch spannend vorgestellt *g* Wenn ich wirklich hätte hingehen bzw. dort wohnen sollen, weiß ich aber nicht, wie begeistert ich gewesen wäre *g*


    Durch Hanni und Nanni wollte ich auch immer aufs Internat gehen. Ich habe die Geschichten geliebt. xD Aber die Realität hätte ich dann bestimmt weniger toll gefunden. :zwinker:


  • Durch Hanni und Nanni wollte ich auch immer aufs Internat gehen. Ich habe die Geschichten geliebt. xD Aber die Realität hätte ich dann bestimmt weniger toll gefunden. :zwinker:


    Da schließe ich mich dir an... Ich fand das als Kind auch immer total toll, aber ich glaube, wenn es so gekommen wäre, wäre man nicht mehr so begeistert gewesen.

    Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche die Böden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.


  • Ich fand früher die Internatsidee total super und habe die Hanni-&-Nanni-Bücher regelrecht verschlungen.


    Ich wollte dank Hanni und Nanni auch unbedingt auf's Internat xD Das ging so weit, dass meine Mama einmal in Tränen ausgebrochen ist, weil sie nicht wusste, warum ich unbedingt von ihr weg wollte^^ Hätte sie mich allerdings wirklich dort hin gepackt, hätte ich es vermutlich auch nicht mehr gewollt ;)



    Danke für deine Sicht der Dinge, das fand ich gerade sehr interessant zu lesen. (...)


    Dem kann ich mich nur anschließen!