John Crowley - Das Parlament der Feen

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Seoman.

  • Hier sind doch so viele Fantasy-Fans. :zwinker:


    Wer kennt denn dieses?


    Ich habe das in den 80gern ungezählte Male gelesen und dann gab es das gar nicht mehr, eben habe ich es zufällig bei Amazon entdeckt, es ist wieder erhältlich!


    Also zumindest in jüngeren Jahren hat es mir sehr, sehr gut gefallen. Vielleicht ein guter Tipp für den ein oder anderen?



    Viele Grüsse,

    Weratundrina

  • Ich bekam das Buch vor zwei Jahren als Rezi-Exemplar und hier ist meine Meinung (kopiert von http://www.rezi-online.de):


    "Das Parlament der Feen" von John Crowley ist eine Familiensaga der anderen Art.
    Der Autor beschreibt in seinem Buch mehrere Generationen der Familie Drinkwater, welche einen Pakt mit den Feen eingegangen sind.


    Zunächst einmal möchte ich auf die Sprache eingehen. Ein Schreibstil wie der Crowleys ist mir noch nicht untergekommen. Zu sagen, er wäre märchenhaft, hieße, maßlos zu untertreiben. Aber ein anderes Wort wäre ebenfalls nicht ausreichend. Verschlungene Sätze, ungewöhnliche Vergleiche, traumhafte Beschreibungen - so sollte die Buchsprache sein! Für diesen zauberhaften Schreibstil sind mindestens fünf Sternchen angebracht.


    Der Roman beginnt mit der Geschichte von Smoky, der in die schöne Daily Alice verliebt ist und in den großen geheimnisvollen Drinkwater-Clan einheiratet. Er glaubt nicht an Feen, wohl aber alle anderen Familienmitglieder. Dieser Glaube ist der rote Faden, der sich durch alle Generationen der Drinkwaters zieht. "Geerbt" haben ihn von ihrer Vorfahrin Violet, deren Geschichte der Autor ebenfalls erzählt.
    Diese beiden Storys sind die, meiner Meinung nach, interessantesten im Buch.
    Nach ungefähr der Hälfte des Romans wird es undurchsichtig. Es kommen erneut neue Charaktere hinzu, Lila, Auberon, Ariel Hawsquill, Russel Eigenblick alias Barbarossa. Bei den beiden letzteren verlor ich ganz den Faden, so daß ich irgendwann nur noch weiterblätterte statt gründlich weiter zu lesen.
    Nur drei Sternchen für die Story.


    John Crowley kreierte mit diesem Roman zweifellos ein Meisterwerk der Fantasy-Literatur. Er hat geschickt Realität und Fantasy miteinander verbunden, das macht den Reiz des Buches aus. Leider steckt das Buch voller Vermutungen und angedeuteter Geheimnisse, und Fragen werden nur unzureichend beantwortet, so daß man trotz der feenhaften Sprache einfach nicht mehr weiterlesen mag.
    Wer es trotzdem lesen will, sollte sich viel Zeit dafür nehmen, denn es ist nicht gerade eine "leichte Lektüre".


    ***
    Aeria

  • Zitat von "Weratundrina"

    Ich habe das in den 80gern ungezählte Male gelesen und dann gab es das gar nicht mehr, eben habe ich es zufällig bei Amazon entdeckt, es ist wieder erhältlich!


    Und wie mir auffällt steht es bereits seit Anfang der 90er bei mir ungelesen im Regal :entsetzt: Vielen Dank auch für die Rezi Aeria, ich war schon immer neugierig auf das Buch und daher hat es auch die vielen Aussortieraktionen in den letzten Jahren überstanden. Ich sollte es in den nächsten paar Jahren endlich einmal lesen.

  • Zitat von "Weratundrina"

    In den nächsten paar Jahren :entsetzt: ?


    Ja, das war kein Vertipper :breitgrins: Zumindest für dieses Jahr habe ich mir schon so viel vorgenommen und als Besitzerin eines 4-stelligen SUBs... ;-)

  • OK...vierstelligist schon... :entsetzt::entsetzt::entsetzt:
    ...etwas anderes...


    Wenn man mal davon ausgeht, dass man pro Woche etwa 1-3 Bücher liest ... ganz schön heftig.


    Aber das liest sich leicht und flüssig. Schliesslich habe ich das mit 14 das erste mal gelesen und dann immer wieder!

    Viele Grüsse,

    Weratundrina

  • Zitat von "Weratundrina"

    OK...vierstelligist schon... :entsetzt::entsetzt::entsetzt:
    ...etwas anderes...


    Wenn man mal davon ausgeht, dass man pro Woche etwa 1-3 Bücher liest ... ganz schön heftig.


    Wenn man sich schon seit ca. 18 Jahren höchst aktiv auf Flohmärkten rumtreibt und dort Bücher kauft (wer lässt schon Fantasy/SF für DM 0,20 liegen?)... ist das ganz einfach :-) Aber das wird jetzt off topic.


    Zurück zum Buch:
    Besonders die angesprochene schöne Sprache des Buches macht mich neugierig. Ich mag poetisch klingende Texte.

  • Mir hat am besten diese ruhige, magische Stimmung gefallen, die natürlich auch durch die Sprache verursacht wird! Lies es doch mal an! Mal sehen, ob du wieder aufhören kannst! :breitgrins:

    Viele Grüsse,

    Weratundrina

  • Zitat von "Ingroscha"

    Besonders die angesprochene schöne Sprache des Buches macht mich neugierig. Ich mag poetisch klingende Texte.


    Dann empfehle ich dir "Winterrose" von Patricia McKillip. Die Sprache ist, wie ich in einer Rezi schrieb, ein "Gedicht, aus Blumen, Liebe und Geheimnis gedichtet". Obwohl mir das Buch selber nicht gefallen hat (total wirr!), war ich von der Sprache doch sehr beeindruckt.


    ***
    Aeria

  • Hallo,


    Ich fand das Buch am Anfang relativ schwierig zu lesen. Die meisten Sätze kamen mir unvollständig vor, teilweise habe ich ganze Seiten zwei mal lesen müssen. Hat man sich aber erst mal an den ungewöhnlichen Schreibtstil gewöhnt, verzaubert das Buch einen. Dann wird eben dieser ungewöhnliche Schreibstil zur großen Stärke.
    Irgendwo in der Mitte des Buches hat mich Herr Crowley dann allerdings komplett abgehängt. Ich hatte nur noch das Gefühl, der Geschichte hinterher zu hecheln ohne wirklich zu verstehen worum es mittlerweile eigentlich geht. Auch über die vielen neuen Charaktere habe ich irgendwann den Überblick verloren (da hätte ein Personenverzeichnis wohl geholfen).


    Fazit: Bis zur Hälfte hat mir das Buch sehr gut gefallen, danach war ich einfach überfordert. :zwinker:


    Gruß
    Seoman