Sarah J. Maas - Das Reich der sieben Höfe: Dornen und Rosen/A Court of Thorns and Roses

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 26 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von HoldenCaulfield.

  • (... and Roses)


    Hallo ihr Lieben,


    ich hab's wieder getan. Ich habe eine neue Buchreihe begonnen. Das ist mein erstes Buch von Sarah J. Maas, aber der Hype um ihre Version von "Die Schöne und das Biest" war einfach zu groß um zu widerstehen.


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    Inhalt:
    Als die 19-jährige Feyre im Wald einen Wolf tötet, taucht ein Biest in ihrem Haus auf und verlangt eine Bezahlung für das gestohlene Leben. Verschleppt in ein magisches, gefährliches Reich, dass Feyre nur aus Legenden kennt, entdeckt sie, dass das Biest kein Biest ist, sondern Tamlin, einer der tödlichen, unsterblichen Feen, die einst ihre Welt regierten.
    Während ihre Zeit auf Tamlins Hof entwickeln sich Feyres Gefühl von eisiger Feindseligkeit zu feuriger Leidenschaft. Doch ein uralter, böser Schatten erstreckt sich über das Feenland und Feyre muss einen Weg finden, ihn aufzuhalten... sonst sind Tamlin und seine Welt verloren - for immer.


    Meine Meinung:
    Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte, aber irgendwie dachte ich, dass die Twilight-Phase vorbei ist. Dem ist offenbar nicht so...


    Feyres Vorgeschichte ist ein dünner Vorwand dafür, dass sie von einem Monster ins Feenland entführt werden kann, wo sie - das arme Mädchen - in einem wunderschönen Haus/Palast leben muss, von vorne bis hinten bedient wird und nach Jahren der Armut jeden Tag genug zu essen hat. Sie kann einem wirklich leid tun. Noch dazu, wenn man bedenkt, dass sie von überirdisch schönen Menschen umgeben ist. Tamlin trägt zwar eine Maske, aber sowohl er also auch Lucien (ein Fae vom Herbst-Hof) sind göttlich schön.
    Was folgt ist eine typische Liebesgeschichte, wie sie leider seit Twilight zum Klischee geworden ist. Feyre begibt sich in Gefahr, wird von Tamlin gerettet. Er macht ihr ein Geschenk, er hat einen starken "Beschützerinstinkt" und er ist erfüllt von Leidenschaft für das menschliche Mädchen, das mindestens 150 Jahre jünger ist als er. Das ist alles in Ordnung, weil er ja aussieht als wäre er 27... :rollen: :kotz:


    Die Liebesgeschichte ist also ausgelutscht und vorhersehbar. Ich habe mich viel mehr auf die Freundschaft zwischen Feyre und Lucien konzentriert. Lucien ist ein spannender Charakter, und seine Bindung zu Feyre ist eben nicht von unerklärlicher Leidenschaft erfüllt, sondern es ist eine Freundschaft, die langsam entsteht. Hier muss Vertrauen erst wachsen, aber die Freundschaft war wirklich glaubhaft und schön! Was mir während der ersten 70% noch gefallen hat, waren die Monster bzw. die Mythologie, die Sarah J. Maas erschaffen hat. Sie bedient sich in der Mythologie-Kiste und pickt sich diverse Märchen zusammen, aber was dadurch entsteht, war wirklich nett zu lesen.


    Im letzten Abschnitt beginnt endlich die tatsächliche Handlung. Maas macht es sehr ungeschickt, aber zu dem Zeitpunkt wird endlich erkärt, was es mit der Feenwelt eigentlich auf sich hat, warum Tamlin nicht im Besitz all seiner Kräfte ist und wen Feyre nun bekämpfen muss. Oh ja, der Bösewicht wird im letzten Drittel des Buches zum ersten Mal erwähnt... der Rest ist schmalzige Liebesgeschichte. :rollen: Aber als Feyre endlich den Kampf aufnimmt, wird es wirklich spannend. Ich muss zwar sagen, dass das Rätsel, das sie lösen muss, idiotisch einfach ist und dass ich es sofort (!) erraten habe, aber dafür, dass danach höchst actionreiche Szenen folgen, will ich es der Protagonistin verzeihen, wie dämlich sie ist.


    Feyre muss drei Aufgaben erfüllen um die Welt zu retten. Keine dieser Aufgaben ist überraschend oder originell, aber sie sind alle spannend geschrieben und bieten zudem den Hintergrund für eine noch interessantere Beziehung. Ich liebe Feyre und Lucien als Freunde, aber Feyre und der dunkle Rhysand sind nochmal eine ganz andere Liga. Rhysand kann man nicht einschätzen. Er kommt vom Nacht-Hof und schreit förmlich "Bösewicht". Aber er handelt nicht so - zumindest nicht immer. Ich fand ihn faszinierend, eben weil man nicht weiß, woran man bei ihm ist. Als dann noch ein bisschen Hades-und-Persephone in die Geschichte gemischt wird, war ich vollends überzeugt. :breitgrins:


    Das Ende war vorhersehbar und kitschig, aber zumindest eine Überraschung gab es noch, die auch ich nicht erraten hätte. Wenn die Autorin in der ersten Hälfte mehr Zeit in ihre Welt investiert hätte statt peinliche Sexszenen zu schreiben, käme diese Lösung vielleicht auch nicht ganz so aus dem Nichts...
    A Court of Thorns and Roses ist kein gutes Buch. Die Handlung holpert extrem und braucht zwei Drittel um überhaupt mal ins Rollen zu kommen, die Protagonisten sind zwei-dimensional, die Romanze ist langweilig. Dafür sind die Nebencharaktere Lucien und Rhysand fantastisch, die Welt hat Potenzial und die Actionszenen waren spannend. Den nächsten Band werde ich mir noch irgendwann zu Gemüte führen (er erscheint dieses Jahr), aber wenn Maas da auch wieder nur kitschige Klischees verwendet, muss ich die Autorin wohl auf mein "nix für mich Regal" stellen.


    3ratten


    Liebe Grüße,
    Wendy


    Deutschen Titel ergänzt. LG, Valentine

    Jahresziel: 2/52<br />SLW 2018: 1/10<br />Mein Blog

    Einmal editiert, zuletzt von Valentine ()

  • Ah, sehr schön! Ich hab' ja schon auf deine Rezi gewartet! :zwinker:
    Ich bin schon gespannt, wie ich die Geschichte finden werde. Im Moment sind mir nicht zu komplexe Geschichten eh am Liebsten, da ich zur Zeit an Dauermüdigkeit leide... Bestimmt werde ich bald danach greifen, denn vor allem die peinliche Sexszene hat mich neugierig gemacht. :breitgrins:


    Allerdings ärgere ich mich ein bisschen, weil ich beim Kauf nicht gemerkt habe, dass es der Anfang einer Trilogie ist, denn eigentlich hatte ich ja vor nun mal länger keine Dauergeschichten mehr anzufangen.

    :leser: [color=#CC0077]<br />Leo Tolstoi - Anna Karenina<br />Geneva Lee - Royal Passion<br />Frank Schätzing - Tod und Teufel<br />Patrick Rothfuss - The Name of the Wind<br />Maggie Stiefvater - The Raven Boys

  • Inhalt
    Feyre ist die jüngste Tochter ihres Vaters und die einzige, die ihre Familie nach ihrem Fall in die Armut ernähren kann, indem sie jeden Tag in den nahen Wald zum Jagen geht. Eines Tages tötet sie einen großen Wolf, der ihr ihre eigentliche Beute weggeschnappt hätte. Dummerweise war es einer der unsterblichen Fea, die jenseits der Mauer von den sterblichen Menschen getrennt leben, und mit denen die Menschen eine blutige, hasserfüllte Geschichte verbindet. Als Strafe, ein Leben für ein Leben, muss Feyre nach Prythian, in das Land der Fae, um dort für immer beim High Lord Tamlin zu leben. Doch in Prythian ist es alles andere als Sicher, eine dunkle Macht bedroht den wackligen Frieden, und während Feyre sich in ihrem neuen Zuhause einleben muss, findet sich mitten in einem seit Jahrzehnte andauernden Konflikt wieder.


    Meinung
    Die Story plätschert vor sich hin, zwei Drittel des Buches sind im Grunde nur Vorlauf für das letzte Drittel. Wer sich mit Märchen auskennt, werden die eindeutigen Parallelen zu Die Schöne und das Tier (oder auf Disney: Die Schöne und das Biest) auffallen. Maas hat es auf grandiose Weise geschafft, die Strukturen dieses Märchens in einer völlig neuen, anderen Welt umzusetzen und trotz der Ähnlichkeiten eine eigenständige Geschichte zu schaffen.


    Das Buch braucht einige Zeit, um in Schwung zu kommen, auch wenn Feyre an sich ein spannender Charakter ist. Lange Zeit bekommt man wenig von der wirklichen Bedrohung mit, man nimmt vor allem die direkte Umgebung wahr. Und die ist voller Fae, die Feyre im besten Fall nicht wohl gesinnt sind, im schlimmsten Fall direkt töten wollen.
    Doch obwohl das Buch trotz seiner bisweiligen Längen ein Pageturner ist, kann ich dieses Buch nicht ruhigen Gewissens weiterempfehlen. Nachfolgend erkläre ich warum, komme aber nicht umhin, Details der Geschichte zu verraten. Deswegen:


    *** SPOILERWARNUNG! ***


    Eine Sache, die ich im Laufe des Buches wirklich, wirklich gestört hat, ist die Reproduktion von Rape Culture. Bevor ich dazu komme, ein kurzer Exkurs dazu, was Rape Culture überhaupt ist und warum es wichtig ist, darüber zu reden und sich zu sensibilisieren
    Crashkurs Rape Culture


    Rape Culture bezeichnet eine Gesellschaft, ein soziales Milieu oder auch Gruppe, innerhalb derer sexualisierte Gewalt toleriert, geduldet, entschuldigt und/oder heruntergespielt wird. „Susann Brownmiller hatte 1975 in Gegen unseren Willen von Amerika als einer ‚rape supportive culture‘ gesprochen und sich damit auf die gesellschaftliche Haltungen bezogen, die sexuelle Gewalt trivialisieren, entschuldigen oder gar glorifizieren.“(1) In einer Rape (Supportive) Culture ist auch Victim Blaming an der Tagesordnung, was bedeutet, dass Vergewaltigungsopfer mindestens eine Teilschuld zugesprochen wird. Sei es durch die Kleidung, das Opfer trug, oder dass es sich zu nächtlicher Zeit noch auf der Straße befand, sei es Kontaktfreudigkeit, der „falsche“ Umgang von Leuten oder Freizeitbeschäftigung – all das kann dazu führen, dass dem Opfer (oft auch als Survivor bezeichnet) Mitschuld an dem an ihm begangenen Verbrechen gegeben wird. Ein Beispiel aus Berlin: „M. erzählte, was vorgefallen war, die Beamtin sagte: ‚Es ist aber auch ein komisches Hobby, nachts im Minirock durch Neukölln zu laufen, oder?‘“(2) Hier: falsche Kleidung, falsche Zeit, falscher Ort, also bist du selber schuld. Rape Culture ist nichts, was „woanders“ ist, was nur „in anderen Ländern/Kulturen“ passiert, sondern zusammen mit Sexismus etwas, das vermutlich jede Frau auf die ein oder andere Weise schon erlebt hat und/oder jeden Tag erlebt.
    Rape Culture geht Hand in Hand mit Sexismus und ist etwas, das in Jugendbüchern, vor allem in solchen, die sich an Mädchen richten, nicht unkritisch reproduziert werden sollte. Wer hinsichtlich zu Seximus, Misogynie und Feminismus aktuelle und gute Bücher lesen möchte, findet in der Fußnote ein paar meiner Meinung nach empfehlenswerte Bücher.(3)



    Rape Culture in ACOTAR


    Während des Frühlingsfestes Calanmai soll Feyre sich in ihrem Zimmer einschließen und erst bei Morgengrauen herauskommen. Grund: Tamlin wird in dieser Nacht seinen animalischen Instinkten folgen, sich eine Frau suchen die er begatten kann, und laut Lucien, seinem Freund, wird das nicht sehr sanft sein. Für die auserwählte weibliche Fae ist das natürlich eine große Ehre, weil königlicher Fae und so. Es folgen zwei Szenen, die beide einen (versuchten) sexuellen Übergriff darstellen.
    Feyre schleicht sich trotz des „Verbotes“ auf das Fest, wird von drei Fae bedrängt und kann nur durch einen ihr Unbekannten vor dem „Spaß“ gerettet werden – vermutlich einer Vergewaltigung, denn bei diesem Fest geht es nur um Sex, die bloße Anwesenheit wird als Zustimmung gesehen, ein Nein gibt es nicht. Feyre wird von dem „Spaß“ verschont, weil ein anderer Mann sie beansprucht. (4) Lucien bringt sie ins Schloss zurück.
    Dort macht sie sich nachts in der Küche etwas zu essen und wird von Tamlin überrascht, der noch „ganz animalisch“ ist und sie nach kurzer Diskussion, dass sie entgegen seinem Verbot trotzdem auf dem Fest gewesen sei und ihn ganz rattig gemacht habe, an die Wand drückt und ihr in den Nacken beißt. Es fehlt nicht viel, und Tamlin „nimmt“ Feyre – ein anderer Ausdruck fällt mir dafür nicht ein – an Ort und Stelle. Für Feyre geht das voll klar, sie findet es auch irgendwie geil, egal, dass sie einen unübersehbaren Bluterguss zurückbehält. Am nächsten Tag finden Lucien und Tamlin das alles ganz witzig, Feyre auch irgendwie. Nur ich als Leserin denke mir: ernsthaft? Das ist die Botschaft? Dass ein betrunkener Mann mich an die Wand drückt, soll erotisch sein, ich soll das toll finden? Es ist nicht im Geringsten übergriffig, sondern, mit Nomnoms Worten, „fast schon romantisch“?
    „Ganz abgesehen davon ist Feyre sowieso selber schuld. Sie hat nämlich nicht auf die Männer im Buch gehört, und ist aus ihrem Schlafzimmer gegangen. Von daher ist alles, was ihr passiert ist, zum lachen. Also zumindest für die Männer. …
    So hatte das Buch diese Nacht aber als nichts anderes als fast schon romantisch (immerhin wollte der Loveinterest eingetlich sie! Er hat nur eine andere genommen, weil sie nicht da war!…) beschrieben…“(5)


    Auch im letzten Drittel des Buches wird es nicht besser. Feyre wird von der bösen Königin gefangen genommen und muss jeden Monat eine von drei Aufgaben erfüllen, um ihren geliebten Tamlin zu bekommen. In der Zwischenzeit ist sie die Sklavenbegleiterin eines anderen königlichen Fey, Rhysand. Dieser lässt sie jeden Abend mit Farbe bemalen und steckt sie in Kleider, die nichts der Fantasie überlassen. Auf den allabendlichen Feiern setzt er sie mit dem Fae-Wein, den Menschen nicht gut vertragen, unter Drogen und lässt sie zur Belustigung aller tanzen. Reicht eigentlich schon an Demütigung und Machtdemonstration. Allerdings zieht Rhysand Feyre auch an jedem Abend in seinen Schoß um mit ihr „rumzumachen“, sie erkennt am Morgen immer an der verwischten Farbe, wo seine Hände gewesen sind. Es kam nicht zum Äußersten, sie wird nie unterhalb ihrer Hüfte berührt.(6) Na Hallelujah, dann ist der Rest ja okay. Am Ende gibt es eine fadenscheinige Erklärung dafür, denn nur so konnte man sicher gehen, dass die böse Königin auch besiegt werden kann uswusfetcpp.

    Kein empfehlenswertes Jugendbuch!

    Sexuelle Belästigungen und Übergriffe sind also okay, wenn sie Mittel zum Zweck sind. Was ist das für eine Aussage, vor allem in einem Jugendbuch, das sich darüber hinaus laut deutschem Verlag an 14 Jährige wendet? Ich werde den Teufel tun und das meiner Schwester, die in die Zielgruppe passt wie die Faust aufs Auge, zu lesen geben.
    Mir wurde gesagt, dass in Band 2 der Serie alles erklärt wird und wohl auch, dass das so nicht okay war. Ehrlich? Wenn dem so ist, hätte das noch im gleichen Buch richtig gestellt werden müssen, wo es noch im Kontext ist.
    Ich mag die Throne of Glass Serie von Maas, jedenfalls soweit ich sie bisher gelesen habe, aber A Court of Thorns and Roses kann ich beim besten Willen nicht weiterempfehlen!

  • Das Buch ist jetzt ja auch auf Deutsch erhältlich :) Darum verlinke ich hier nochmal die deutsche Version

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    Absolute Leseempfehlung: grandios, überwältigend, atemberaubend und ein wahres Highlight


    Klappentext
    „Sie hat ein Leben genommen. Jetzt muss sie mit ihrem Herz dafür bezahlen.


    Die junge Jägerin Feyre wird in das sagenumwobene Reich der Fae entführt. Nichts ist dort, wie es scheint. Sicher ist nur eins: Sie muss einen Weg finden, um ihre Liebe zu retten. Oder ihre ganze Welt ist verloren.“


    Gestaltung
    Ich finde das Cover absolut gelungen! Der transparente Schutzumschlag, auf dem nur die Äste und der Titel aufgedruckt sind, ist ein wirklicher Blickfang. Vor dem Buchdeckel, auf dem ein Mädchen mit Pfeil und Bogen in der Hand zu sehen ist (was super zur Handlung passt!), verleiht der Schutzumschlag dem Buch ein ganz besonderes Aussehen, denn es wirkt plastischer. Das Covermotiv gefällt mir mit seinen rose-roten Tönen und den Wolken auch richtig gut. Es ist stimmig und passt mit den Blütenblättern und Ästen zu dem Titel „Dornen und Rosen“. Der fliegende Kolibri ist zudem nochmals ein Hingucker, der das gewisse Extra darstellt.

    Meine Meinung
    Das neue Buch von Sarah J. Maas wurde nach ihrer erfolgreichen „Throne of Glass“-Reihe im englischsprachigen Raum hochgelobt und geradezu gehyped. Da ich bisher noch nicht dazu gekommen war, die „Throne of Glass“-Bücher zu lesen, wurde „Das Reich der sieben Höfe“ mein erstes Buch der Autorin. Dementsprechend neugierig und gespannt war ich natürlich. Meine Erwartungen waren hoch, sehr hoch und sie wurden auf ganzer Linie erfüllt und sogar noch übertroffen! Wirklich, ich bin total geflasht von diesem Buch und weiß gar nicht, wie ich meine Begeisterung in Worte fassen soll!


    Die Handlung von „Das Reich der sieben Höfe“ hat mir ausgesprochen gut gefallen, denn sie ist gespickt mit Magie, Intrigen, Spannung und Gefühlen. Die Autorin erschafft in ihrem Buch eine Fantasywelt, die ich auf ganzer Linie geliebt habe! Selten bin ich so begeistert von einer Geschichte wie von dieser. Protagonistin Feyre wird in das Reich der Fae entführt, weil sie bei der Jagd einen Wolf erlegt hat. Von nun an versucht sie verzweifelt, zu ihrer Familie und in die Welt der Menschen zurück zu gelangen, jedoch lernt sie die Fae und vor allem ihren „Entführer“ immer besser kennen…


    Die Idee der Fae, die die Totfeinde der Menschen sind, hat mir richtig gut gefallen und das Reich dieser Fantasywesen fand ich einfach nur toll! Es ist unterteilt in verschiedene Höfe, die sich u.a. an Jahreszeiten anlehnen. Die Welt der Fae ist genauso wunderschön wie gefährlich. Die Welt, die Sarah J. Maas hier erschaffen hat, hat mich absolut fasziniert, denn sie ist so facettenreich, vielfältig und fantasievoll! Dieses Setting lädt definitiv zum Träumen und darin Verweilen ein. Diese Welt hat mich ein wenig an Julie Kagawas „Plötzlich Fee“-Reihe erinnert, eine meiner absoluten Lieblingsbuchreihen und „Das Reich der sieben Höfe“ reiht sich nun definitiv neben diese in meiner Hall of Fame ein!


    Die Handlung war durch die Gefahren, die in der für Protagonistin Feyre fremden Welt auf sie lauern, und vor allem durch die Beziehungen zwischen den Figuren so aufregend, dass ich beim Lesen gespürt habe, wie schnell mein Herz geschlagen und wie es mit den Figuren mitgefühlt hat. Ich war so aufgeregt beim Lesen wie lange nicht mehr! Darum konnte ich das Buch auch kaum aus der Hand legen, denn ich hätte sonst sicher einen Herzstillstand erlitten, da ich aufgrund der hohen Spannung an keiner Stelle zu lesen aufhören konnte. Die Handlung ist eine Mischung aus tödlich-gefährlichen Situationen und ruhigeren Szenen. Zu Beginn ist das Buch sehr aufregend, dann wird das Tempo für einen Großteil der Handlung ruhiger, denn hier liegt der Fokus auf den Figuren. Normalerweise bin ich jemand, der immer sofort nach vielen rasanten Actionszenen verlangt, aber hier wurde ich von der bittersüßen Geschichte um Feyre, Tamlin und die anderen Figuren gefangen genommen, mitgerissen, überrascht und verzaubert, sodass ich solche Szenen kaum vermisst habe. Das Potenzial für diese ist vorhanden und ich hoffe, dass uns in den nächsten Bänden dann mehr Abenteuer und Action begegnen werden.


    Die Figuren haben mir allesamt mein Herz gestohlen! Feyre ist eine unglaublich mutige, starke Persönlichkeit, die sich nichts so einfach sagen und gefallen lässt. So gerät sie natürlich leicht mit anderen (bzw. jemand bestimmten) aneinander, was ich sehr unterhaltsam fand. Sie hat sich, wie ich finde, zudem sehr entwickelt, denn zunächst ist sie eine starke Jägerin, doch wird sie mit dem Fortschreiten der Handlung zu so viel mehr! Den Herrscher des Frühlingshofes Tamlin fand ich sehr interessant und er hat mich sofort mitten in mein Herz getroffen. Er hat so viele Lasten zu tragen und ist dennoch nicht von diesen erdrückt worden. Auch die anderen Figuren konnten mich mit ihrer Tiefe und ihrer Vielfalt überzeugen und begeistern.


    Der Schreibstil von Sarah J. Maas ist fesselnd und detailreich. Sie schafft es, die Figuren und das Reich der Fae lebendig werden zu lassen! Die Autorin warf mich zusammen mit Feyre, aus deren Sicht die Geschichte in der Ich-Perspektive erzählt wird, in eine unbekannte Welt, die ich nach und nach erkundete und lieben lernte. Genauso hat Sarah J. Maas mich die Qualen und Gefühle der Charaktere am eigenen Leib spüren lassen. Selbst längere Beschreibungen wurden nicht langweilig, da Frau Maas mit ihren Worten eine unglaubliche Sogwirkung entfaltet hat, durch die es sich so anfühlte, als würde sich das Buch rasend schnell seinem Ende nähern. Am Ende hätte ich am liebsten direkt mit dem nächsten Band weitergemacht, um nicht aus dieser wundervollen Welt auftauchen zu müssen!


    Fazit
    Mit ihrer originellen Fantasywelt und ihren starken Charakteren hat mich Sarah J. Maas als Fan gewonnen! „Das Reich der sieben Höfe“ ist atemberaubend, fesselnd und einfach überwältigend! Die Handlung sprüht vor Gefahren, knisternden Gefühlen und Spannung, sodass ich von ihr komplett eingehüllt wurde und mich ihrem Bann nicht entziehen konnte. Ich bin so tief in die Welt des Buches eingetaucht, weil sie so toll ausgearbeitet und beschrieben war, dass ich mich nur schwer von der Geschichte lösen konnte. Ich würde am liebsten direkt weiterlesen! Dieses Buch hat mein Herz im Sturm erobert, mir Herzrasen sowie Herzschmerz verursacht und mich nicht so schnell wieder losgelassen! Eins ist klar: ich werde nun nicht mehr lange fackeln und endlich die „Throne of Glass“-Bücher lesen!
    5 von 5 Sternen!


    Reihen-Infos
    1. Das Reich der sieben Höfe 01 – Dornen und Rosen
    2. A court of Mist and Fury (bereits auf Englisch erschienen)
    3. A court of Wings and Ruin (erscheint am 2.Mai 2017 auf Englisch)
    4. ???
    5. ???
    6. ???

  • Das neue Buch der Fantasy- Autorin Sarah J. Maas ist unter dem Titel „Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen“ erschienen. Es stellt den Auftakt einer neuen Fantasy- Reihe dar.


    Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
    Als die junge Jägerin Feyre im Wald einen Wolf tötet, erscheint eine furchteinflößende Kreatur und verlangt Wiedergutmachung. Feyre wird nach Prythian verschleppt, in das Reich der Fae, das sie bisher nur aus Legenden kannte. Und sie entdeckt, dass ihr Entführer Tamlin ist, ein Prinz der Fae, der über den Frühlingshof herrscht. Bald merkt Feyre, dass ihre Gefühle Tamlin gegenüber sich ändern. Aus kaltem Hass wird Leidenschaft, und keine Warnung, keine Legende, die sie je über die trügerisch schönen, mächtigen Fae gehört hat, kann das ändern. Doch ein uralter. Grausamer Schatten liegt über dem Reich. Feyre muss einen Weg finden, um ihn aufzuhalten. Oder Tamlin ist für immer verloren…


    Der Schreibstil von Maas ist malerisch und leicht, das Buch lässt sich flüssig lesen und hat auf mich eine gewisse Sogwirkung ausgeübt. In „Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen“ werden oftmals Farben als stilistisches Mittel eingesetzt. Gefühle oder auch ausgewählte und wichtige Szenen werden mit ganz bestimmten Farben beschrieben bzw. verbindet die Protagonistin diese mit einer ganz speziellen Farbe. Die Geschichte wirkte auf mich besonders zu Beginn märchenhaft. Parallelen zu „Die Schöne und das Biest“ sind erkennbar, wobei dies noch durch die Verwendung des Wortes Biest im Buch verstärkt wurde. Ich erwischte mich manchmal, wie ich nach Assoziationen zwischen den beiden Geschichten gezielt gesucht habe. Aber die Zusammenhänge lassen im Verlauf der Geschichte nach und die Story entwickelt sich auf ihre eigene Weise in eine vollkommen andere Richtung. Gut gefallen haben mir auch das fantastische Setting und die Atmosphäre des Buches. Maas schafft es gekonnt, eine spannende Atmosphäre zu weben. Durch ihre unterschiedlichen und vielseitigen Welten, die darin wandelnden Wesen und die ziemlich unterschiedlichen Ansichten wird eine Spannung aufgebaut. Diese fiktive Welt ist vielseitig und birgt eine Menge Potential, welche zum Teil im ersten Teil der Reihe schon eingesetzt wird. Dennoch spart sich die Autorin noch viele offene Fragen in Bezug auf diese komplexe Welt für spätere Bände auf. Andeutungen werden gemacht – man bekommt als Leser einen kleinen Einblick in die Vielseitigkeit der Welt und somit wird gekonnt Spannung für die folgenden Werke aufgebaut. Zu gerne hätte ich noch mehr über die Welt der Fae und die unterschiedlichen Höfe gelesen – hierbei wäre mir ein direkter Einblick in die Höfe natürlich am liebsten gewesen – und so hoffe ich, dass mein Wunsch in den folgenden Büchern noch in Erfüllung gehen wird.
    Größtenteils konnten mich die Charaktere überzeugen. Hierbei haben mir persönlich hauptsächlich die Nebencharaktere gefallen. Feyre ist ein Mensch. Ein junges Mädchen, das für das Überleben ihrer Familie sorgen muss, indem sie auf die Jagd geht. Doch leider bekommt sie dies von dieser nicht angerechnet. Sie hat es wirklich nicht einfach und hat ein recht hartes und raues Leben, das von Entbehrungen geprägt ist. Ihre Entwicklung fand ich teilweise etwas unrealistisch. Auf der einen Seite will sie, nachdem sie in das Land der Fae mitgenommen wurde, unbedingt wieder zurück zu ihrer Familie. Dabei weiß sie, dass diese sie wohl eher nicht vermissen wird und dass sie es derzeit besser ohne Feyre haben. Leider lässt dieser Fluchtgedanke recht schnell nach – sie lebt sich ziemlich rasch ein und findet Gefallen an ihrem neuen Leben. Manchmal wirkte sie auf mich noch wie ein ziemlich junges und naives Mädchen, obwohl sie es durch ihr hartes und entbehrungsreiches Leben eigentlich besser wissen müsste. Tamlin ist der männliche Gegenpart. Er ist ein Fae und lebt im Wohlstand, dennoch liegt ein Fluch auf seinem Hof. Er ist zu Beginn etwas distanziert und gibt wenig von sich preis. Allgemein erfährt der Leser recht wenig von ihm. Zu gerne hätte ich auch mal aus seiner Sicht gelesen. Besonders gefallen hat mir jedoch der Nebencharakter Rhysand. Seine Entwicklung fand ich einfach großartig und er hat so ein gewisses Konfliktpotential was ich interessant fand. Auch hat er eine geheimnisvolle Seite, sodass ich hoffe, dass im Folgeband noch viel von ihm berichtet wird. Die Vielseitigkeit der magischen Wesen konnte mich ebenfalls überzeugen. Zusammen mit Feyre musste der Leser diese neuen Wesen kennen lernen und hat dabei nicht nur positive Entdeckungen machen müssen.
    Das letzte Drittel – die Geschichte unter dem Berg – hat mir persönlich am besten gefallen. Diese Seiten waren vollkommen spannend und hier hat Maas ihr gesamtes Potential ausschöpfen können. Man fiebert mit den Charakteren mit, leidet mit ihnen und muss mit ihnen bangen. Dabei lernt man Rhysand etwas besser kennen, was mir persönlich auch sehr gefallen hat. Insgesamt hat mir das Finale vom ersten Band sehr gefallen und konnte mich wieder vollkommen vom Können der Autorin überzeugen. Ich hoffe, dass der zweite Band in diesem Stil weitergeführt wird.
    Leider brauchte ich ein paar Seiten, um vollkommen in die Geschichte einzutauchen. Auf den ersten Seiten wird berichtet, wie Feyre auf die Jagd geht und dabei einen größeren Wolf jagt. Auch lernen wir ihre Familie kennen und das damit einhergehende alltägliche Familienleben. Der Zusammenhalt dieser Familie ist leider nicht der beste und auch allgemein ist der Umgang eher rau und kalt. Ich brauchte etwas länger, um mit Feyre, ihrem Leben und ihren Ansichten zurechtzukommen. Leider bin ich mit ihr nicht sofort warm geworden und auch im Verlauf des Buches gab es Szenen, wo sie mir leider nicht immer sympathisch war. Auch wird im Mittelteil ein bisschen die Luft rausgenommen. Hierbei wird mehr auf die Beziehung zwischen Feyre und Tamlin eingegangen. Auf ihre Gefühle, auf angedeutete Gesten und wie man dies alles denn interpretieren könnte. Mir persönlich war dies ein bisschen zu dahingezogen und hat mir zu viel Raum eingenommen, ohne dass sich allzu viel verändert hat. Dennoch fand ich die Entwicklung der Liebesgeschichte etwas abrupt. Zuerst ist Feyre mit dem Leben im Land der Fae überfordert, möchte entkommen und wieder zurück zu ihrer Familie. Und das, obwohl sie weiß, dass diese sie wahrscheinlich nicht vermissen werden. Meiner Meinung nach kommt dann ziemlich plötzlich ein Sinneswandel. Feyre stellt ihre Rebellion und Abneigung gegen die Fae zurück und gewöhnt sich an ihr derzeitiges Leben. Leider konnte mich die Liebesgeschichte nicht vollständig überzeugen. Auch der Entwicklung von Feyre auf den letzten Seiten des Buches stehe ich kritisch gegenüber. Da ich nicht spoilern möchte, gehe ich nicht weiter auf ihre Metamorphose ein.


    Insgesamt hat mir der neue Fantasy- Roman „Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen“ von Sarah J. Maas gut gefallen. Besonders das letzte Drittel konnte mich überzeugen. Auf jeden Fall bin ich gespannt, wie die Geschichte weitergehen wird und hoffe, dass Rhysand ein größerer und wichtiger Bestandteil der Geschichte wird. Dafür möchte ich 4 Sterne vergeben.


    4ratten

  • Unvergleichlich toll <3
    Worum gehts?


    Der Klappentext verrät hier einmal nicht viel und das finde ich echt toll und ich will mich auch daran halten nicht zuviel zu verraten. Denn was gibt es schöneres an einem Buch als nicht wirklich zu wissen, was einen erwartet???


    Feyre und ihre Familie leben in Armut wie soviele andere Menschen auch. Die Jagd ist mittlerweile die einzig verbliebene Möglichkeit um an Nahrung zu kommen. Doch dann löst Feyre eine Kette von Ereignissen aus, die sie ins Land hinter der Mauer verschlägt. Ins sagenumwobene Land der Fae! Nichtsahnend, dass ein großes Abenteuer auf sie wartet....


    Wie erging es mir mit dem Buch?


    Erstmal muss ich sagen, dass das Cover echt genial und was gaaaanz neues ist!!!!! Die Ranken und Blütenblätter auf dem durchsichtigen Umschlag....ganz anders wenn man ihn abnimmt....echt toll!!!!


    Zur Geschichte selbst: Ich habe mich soooo darauf gefreut, weil es schon allein von der Hülle verspricht, märchenhaft zu werden. Und die Stimmen, die es gelobt haben, wurden immer lauter und so habe ich mich mit großen Erwartungen an das Buch gemacht und ich konnte schon nach ein paar Kapiteln sagen, dass es eines meiner Highlights werden würde!
    Die Prota Feyre ist mit ihren zwei Schwestern und dem Vater der Armut und dem Hunger ausgesetzt. Die Mutter starb vor einiger Zeit und hat Feyre ein Versprechen abgenommen. Ein Versprechen, welches Feyre meiner Meinung nach etwas zuuuuu ernst nahm, wobei es auch auf der anderen Seite auch verständlich war. Feyre war noch jung und ihre Familie geht ihr über alles. Wobei man denken sollte, dass der Vater eigentlich die Familie umsorgen sollte, jagen gehen sollte....etc. Doch dieser ist gebrochen und Feyre hat seine Aufgaben übernommen. Vielleicht hat gerade dieser Umstand sie einerseits stark gemacht und sie aber auf der anderen Seite verletzlich gemacht....


    Als sie dann eines Tages im Wald ein Leben nimmt - wie es so schön im Klappentext heißt - ahnte sie nicht, dass sie ein großes Abenteuer auslösen würde. Dass sich alles ändern würde und sie ihrer Welt den Rücken kehren würde - gezwungenermaßen. Denn das Land der Fae wartet auf sie...


    Die Fae sind ein geheimnisvolles Volk verborgen hinter einer Mauer und niemand wird von den Menschen mehr gehasst und gefürchtet als dieses Volk.
    Tamlin und Lucien sind ebenfalls Fae und zwei weitere Protas in der Geschichte und ich muss ehrlich sagen, dass ich beide uuuuunheimlich geliebt habe. Und mit ihrem Auftauchen wird die Geschichte wirklich märchenhaft, spannend und mystisch. Lucien mit seinem Hang zum Sarkasmus und seinen Spitzen gegen Feyre und Tamlin, der mein heimlicher Favorit in der Geschichte ist. :-D Aber was erwartet euch? Ein zauberhaftes Märchen mit allen was dazu gehört. Ein geheimnisvolles Volk, ein tragisches Schicksal, Angst, Geheimnisse, Humor, Spannung, Tragik, Liebe.....etc. Einfach alle Elemente vereint zu einer atemberaubenden Geschichte, die für mich jetzt schon eines meiner Jahreshighlight ist!!!!! Sarah Maas hat einen unglaublich angenehmen Schreibstil, der Spannung bis zur letzten Minute garantiert und nie langweilig wird. Sie hat spektakuläre Momente eingebaut, aber genauso Verschnaufpausen, in denen man einfach nur träumen kann und die Seele baumeln lassen....und sich geheim wünschen kann mit Feyre zu tauschen! ;-)


    Viele kritisieren das Ende....ich muss sagen, es ist passend und gibt einem irgendwie auch die Möglichkeit abzuschließen, wenn man den klitzekleinen Cliffhanger in den letzten Kapitel ignoriert. Aber manche Menschen - so wie ich - werden diesen kurzen Moment mit Fragen vollstopfen und es kaum erwarten können, den nächsten Band zu lesen, der hoffentlich baaaald erscheinen wird!!!!!


    Tja...man kann eigentlich garnicht viel über den Inhalt erzählen, weil es einfach soviel nehmen würde, aber ich hoffe trotzdem, dass euch meine Rezi weiterhilft, falls ihr unschlüssig seid, ob es was ist für euch!!!!!

  • Spannend, ich habe heute mit dem Buch angefangen und nun leichtsinnigerweise mal hier geschaut, was schon dazu geschrieben wurde.


    Bisher habe ich nur eine starke "Die Schöne und das Biest" Assoziation, so stark, dass ich eigentlich nur mit den Augen rollen kann, aber dennoch liest es sich ziemlich gut, auch wenn die zu erwartende Liebesgeschichte schon sehr vorhersehbar ist :rollen:

    LG, Dani


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  • Huch, ich bin fertig. Das sagt ja schon einiges darüber aus, dass mich das Buch durchaus unterhalten konnte.




    Ich muss zwar sagen, dass das Rätsel, das sie lösen muss, idiotisch einfach ist und dass ich es sofort (!) erraten habe, aber dafür, dass danach höchst actionreiche Szenen folgen, will ich es der Protagonistin verzeihen, wie dämlich sie ist.


    haha, selbst ich bin sofort draufgekommen und ich bin echt nicht gut im Rätsellösen :breitgrins:

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**


  • haha, selbst ich bin sofort draufgekommen und ich bin echt nicht gut im Rätsellösen :breitgrins:


    Ich auch. Das Rätsel ist sowas von einfach, dass man als Leser sofort drauf kommt. :zwinker:


    Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und kann mich im Großen und Ganzen Wendys Rezension anschließen. Ich verstehe nicht, was an dem Buch so toll sein soll. Die Märchenadaption (Schöne und das Biest) ist ein ganz netter Aufhänger, auch die Elemente aus anderen Märchen geben der Geschichte insgesamt einen märchenhaften Anstrich. Doch die Liebesgeschichte ist kitschig und vorhersehbar und auch sonst bleibt die Logik so manches Mal auf der Strecke. Zwar muss im Märchen keinesfalls alles logisch sein, doch hier ist es allzu holprig aneinandergestrickt. Vor allem was Feyres Familie betrifft, das Verhalten ihres Vaters und ihre Schwestern ihr gegenüber und die Sache mit dem Schwur, den sie ihrer Mutter geleistet hat - sie als Jüngste soll sich um die anderen kümmern, war gleichzeitig aber zu jung, um Lesen und andere Dinge von der Mutter beigebracht zu bekommen? Ebenso unverständlich die Wandlung, die mit ihren Schwestern später vorgeht.


    Viel wichtiger aber finde ich etwas anderes, nämlich die Verharmlosung von sexueller Gewalt in dem Buch. Ich bin wahrhaftig keine Feministin, aber es ist mir sofort extrem negativ aufgefallen, wie die Liebesgeschichte hier zwischen süßlich-kitschig und gewaltsam hin- und herpendelt. Warum nimmt außer mir nur Bücherkrähe daran Anstoß? Ist sowas seit Twilight schon gesellschaftsfähig?



    Eine Sache, die ich im Laufe des Buches wirklich, wirklich gestört hat, ist die Reproduktion von Rape Culture. Bevor ich dazu komme, ein kurzer Exkurs dazu, was Rape Culture überhaupt ist und warum es wichtig ist, darüber zu reden und sich zu sensibilisieren
    Crashkurs Rape Culture


    Rape Culture bezeichnet eine Gesellschaft, ein soziales Milieu oder auch Gruppe, innerhalb derer sexualisierte Gewalt toleriert, geduldet, entschuldigt und/oder heruntergespielt wird.


    Die Szene zwischen Tamlin und Feyre nach dem Sommerfest, die Bücherkrähe in ihrer Rezension erwähnt, fand ich auch sehr grenzüberschreitend, und weiter hinten gibt es nochmal einen Moment, in dem Feyre sich wünscht, von Tamlin mit Gewalt "genommen" zu werden oder so ähnlich - der genaue Wortlaut ist mir nicht in Erinnerung, ich habe es nicht gelesen, sondern das Hörbuch gehört.



    Sexuelle Belästigungen und Übergriffe sind also okay, wenn sie Mittel zum Zweck sind. Was ist das für eine Aussage, vor allem in einem Jugendbuch, das sich darüber hinaus laut deutschem Verlag an 14 Jährige wendet?


    Hier kann ich mich nur anschließen, das finde ich auch sehr bedenklich. Was für ein Frauenbild wird da transportiert? Einerseits eine starke weibliche Hauptfigur, die ihre Familie ernährt, kämpft und Aufgaben löst - aber andererseits sexuelle Gewalt bedenkenlos akzeptiert.


    Was fand ich eigentlich gut an der Geschichte? Die märchenhafte Atmosphäre, einige Nebenfiguren (Lucien, Rhysand und der Surreal, oder wie auch immer der geschrieben wird) waren interessant und am Ende zog es sich zwar in die Länge, gab aber auch spannende Momente.


    Störend fand ich so manche Ungereimtheit und solche Schnitzer wie z.B. "die Sommersonnenwende ist die Zeit der Tag- und Nachtgleiche". Ist das ein Übersetzungsböller oder passieren solche Fehler der Autorin und dürfen bei der Übersetzung nicht korrigiert werden?

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    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.


  • Viel wichtiger aber finde ich etwas anderes, nämlich die Verharmlosung von sexueller Gewalt in dem Buch. Ich bin wahrhaftig keine Feministin, aber es ist mir sofort extrem negativ aufgefallen, wie die Liebesgeschichte hier zwischen süßlich-kitschig und gewaltsam hin- und herpendelt. Warum nimmt außer mir nur Bücherkrähe daran Anstoß? Ist sowas seit Twilight schon gesellschaftsfähig?


    Ich hatte Bücherkrähes Beitrag ja schon gelesen, bevor ich zu der besagten Stelle kam und war entsprechend sensibilisiert und habe daher an der Stelle aufmerksam gelesen (bei mir kann es auch immer vorkommen, dass ich zu schnell lese und daher über so was gar nicht stolpere).
    Gerade im Kontext Jugendbuch finde ich eine derartig romantisierende Darstellung von Sex+Gewalt zwar auch grenzwertig, aber hier ist es mir nicht ganz so negativ aufgefallen wie in manch anderen Büchern (ich erinnere hier mal an die Diskussion bei Paper Princess). Keine Ahnung, ob ich da zu unempfindlich bin, aber die besagte Stelle fand ich wirklich nicht so schlimm und über das Thema "uralter Unsterblicher mit jungem Mädchen" rege ich mich bei solchen Büchern tatsächlich nicht mehr groß auf.
    Auf mich wirkte Feyre auch deutlich reifer als manch andere Protagonistinnen in solchen Geschichten, auch wenn sie sich in manchen Aspekten natürlich noch sehr "jung" verhält. Ich kann mich z.B. an kaum eine Protagonistin erinnern, die tatsächlich schon vor dem Treffen mit IHM sexuelle Erfahrungen gesammelt hat (was natürlich keine späteren sexuellen Übergriffe rechtfertigt, das ist eh unstrittig).

    LG, Dani


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  • Gerade im Kontext Jugendbuch finde ich eine derartig romantisierende Darstellung von Sex+Gewalt zwar auch grenzwertig, aber hier ist es mir nicht ganz so negativ aufgefallen wie in manch anderen Büchern (ich erinnere hier mal an die Diskussion bei Paper Princess).


    Mir ist es vielleicht gerade deshalb aufgefallen, weil es ein Jugendbuch ist. Vielleicht auch nur zufällig - ich kann schon verstehen, wenn einem das je nach Stimmung vielleicht nicht wichtig vorkommt... Bei mir häuft sich das nur in letzter Zeit besonders (ich habe davor die Hörbücher der Will-und-Layken-Reihe von Colleen Hoover gehört, zu denen ich eigentlich auch irgendwann noch einen vernichtenden Kommentar abgeben will, dort ist es zwar kein sexueller Übergriff, aber auch ein ziemlich verschrobenes Beziehungsmodell) und letztes Jahr las ich "Kein Blick zurück" von Anna Quindlen, wo Gewalt in der Ehe/Beziehung auch ein Thema ist, diesmal in der Erwachsenenvariante.


    Danke für den Hinweis auf Paper Princess, da weiß ich gleich, dass ich das nicht lesen und auch nicht für die Bücherei anschaffen werde.

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    Einmal editiert, zuletzt von kaluma ()

  • Band 2 zum "Reich der sieben Höfe" findet man übrigens im Unterforum Kinder- und Jugendliteratur. Vielleicht könntest du einen der beiden Threads verschieben, Dani?

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  • Ich hab Band 2 nun übrigens gelesen und kann die Fortsetzung insbesondere denen empfehlen, die hier ihre (berechtigten) Probleme mit dem Frauenbild bzw. mit Feyres Rolle hatten!


    LG, Dani


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  • Sarah J. Maas


    Das Reich der sieben Höfe 1


    Dornen und Rosen


    A Court of Thorns and Roses



    Feyres Mutter ist tot, der Vater verkrüppelt. Seit einem Schicksalsschlag vor einigen Jahren ist die Familie verarmt, und Feyre sorgt für den Vater und die beiden Schwestern. Sie geht in den Wald auf Jagd und bringt die Familie so eben durch. Aber der Wald ist gefährlich, besonders in der Nähe der Mauer, die das Land der Sterblichen von Prychian trennt, jenem geheimnisumwobenen Land der Fae, die die Menschen bis noch vor hundert Jahren versklavten.


    Die Menschen fürchten die Fae, diese überlegene, unsterbliche Rasse. Doch eines Tages tötet Feyre, eigentlich mehr aus Versehen, auf der Jagd einen Fae, und bald darauf erscheint ein recht monströses Biest, um die Schuld einzutreiben. Die Kreatur nimmt Feyre mit nach Prychian, und hinter der Mauer wird es für Feyre richtig gefährlich…


    Das Aschenputtelmärchen wird modern wiedergegeben, inklusive der goldenen Kutsche. Aschenputtel mit Sex, Crime & Rock`n´Roll sozusagen. Meine Nichte hatte mir das Buch empfohlen, aber meine Kragenweite war es nicht so ganz. Feyre war mir ungefähr 50 Mal zu „töricht“, wie die einzig wirklich interessante Figur Rhysand es formulierte.


    3ratten


    Bechdel-Test: :daumen:

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr

  • Kiba

    Weiterlesen, die Reihe steigert sich ganz ungemein. Und Rhys bekommt noch viel mehr Raum :love:

    LG, Dani


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  • Valentine

    Hat den Titel des Themas von „Sarah J. Maas - Das Reich der sieben Höfe: Dornen und Rosen/A Court of Thorns...“ zu „Sarah J. Maas - Das Reich der sieben Höfe: Dornen und Rosen/A Court of Thorns and Roses“ geändert.
  • Dani79

    Mehr Rhys? Nuuuuun... :sabber:

    Mir war übrigens wie dir auch aufgefallen, dass in diesem Buch die Jungfräulichkeit der Hauptfigur endlich mal kein Thema ist. Ob sie nun Sex hat oder nicht, ist eher nebensächlich, gleichwertig mit "Gehe ich heute zum Sport oder faulenze ich lieber?". Das fand ich mal erfrischend anders.


    Aber bleibt Feyre die Hauptfigur in den folgenden Bänden? Kann ich mehr Feyre ertragen?

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr

  • Aber bleibt Feyre die Hauptfigur in den folgenden Bänden?

    Ja, sie bleibt die weibliche Protagonistin. Aber es kommen andere Figuren dazu, die auch wirklich wichtig sind. Es wird also eher eine Gruppe.

    Kann ich mehr Feyre ertragen?

    Sie macht sich, versprochen!

    Mehr Rhys? Nuuuuun... :sabber:

    Wirklich viel mehr Rhys :saint:8)

    LG, Dani


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  • Defintiv hätte die besagte Zeremonie anders beschrieben werden können. Ich habe schon den Eindruck das genau dieses Verhalten aber auch andeutet, wie Tamlyn selbst wirklich ist. Auch wenn es in ein Ritual eingebunden wird, in dem er angeblich nicht Herr seiner Sinne ist.


    Puh diese Zeremonie ist echt heftig. Was ich erschreckend finde, ist das Feyre diese nicht per se hinterfragt,sondern vor allem eifersüchtig reagiert. Mit ihrer Hintergrundgeschichte passt das sogar irgendwie, sie hat keine normalen menschlichen Gefühle in ihrer Familie erlebt. Ich habe nicht den Eindruck das sie Sex und Liebe wirklich unterscheiden kann.

    Das Problem ist aber auch, wie die beschriebene Szene dann weiter geht, es gibt genau eine Person die ihr überhaupt hilft. Und später wird sie von Tamlyn bedrängt, wird aber eher davon angezogen als abgestoßen. Und das obwohl er sie im Prinzip dazu degradiert sich ihm sexuell nie wieder zu verweigern - aber und das ist für mich hier tatsächlich wenigstens etwas, sie lässt sich das nicht gefallen. Gleichzeitig wird aber angedeutet das sie es eigentlich doch will. Typische Nein heißt eigentlich Ja Rhetorik.

    Ich finde es hier auch deshalb so schwierig, weil es in der Handlung nicht eindeutig hinterfragt und abgelehnt wird. Durch die Legitimierung über die Zeremonie, wird abgesichert das sei ja alles quasi eine besondere Ausnahmesituation in der alles erlaubt ist. Ich finde über Feyre hätte die Autorin deutlicher Stellung beziehen müssen. Die Szene ins Amüsante zu ziehen ist für mich ehrlich gesagt unfassbar. Sie sei ja Schuld daran. Immerhin hat sie ihr Zimmer verlassen. Es ist wirklich nicht eindeutig, weil sie gleichzeitig selbst schon Kritik übt. Nur die Faye hinterfragen dieses Verhalten nicht.

    Dadurch hat sich Team Tamlyn für mich definitiv erledigt.


    Übrigens wird auch die offensichtliche Vorlage "Die Schöne und das Biest" dahingehend oft kritisiert das hier eine Beziehung geschildert wird, die eine ähnliche Dynamik hat.


    Ich gebe aber auch zu, das Buch gefällt mir ansonsten sehr gut. Ich bin mir noch nicht sicher, ob die oben beschriebenen Vorfälle nicht sogar dazu dienen, zu erkennen, das Tamlyn alles andere als jemand ist, mit dem man langfristig zusammen sein sollte. Der tatsächlich der gute "Mensch" ist, als der er sich im Roman bisher präsentiert (hat für mich was von Edward aus Twilight und dem Trinken von Tierblut ).