Nina Blazon - Feuerrot

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Kurzbeschreibung:


    Ein mysteriöser Gast kommt ins Haus des Ravensburger Kaufmannes Humpis. Schon am ersten Tag flirtet Lucio mit der schönen Magd Magdalene. Doch er ist ihr nicht geheuer, in seinen Bernsteinaugen lodert ein gefährliches Feuer. Ihre Ahnung soll sie nicht täuschen: Als sie nicht auf Lucios Verführungskünste hereinfällt, nennt er sie eine Hexe. In Zeiten der Inquisition kommt dies einem Todesurteil gleich ...



    Zu diesem Buch gibt es ab dem 04.03. eine autorenbegleitete Leserunde. Anmeldeschluss für Freiexemplare ist der 19.02. Wer mag noch mitlesen?

  • Ende des 15. Jahrhunderts in Ravensburg. Magdalene, die Schmiedstochter die auch Madda genannt wird, weil ihre kleine Schwester Marie, Magdalene nicht richtig aussprechen konnte, arbeitet als Dienstmagd bei der reichen Kaufmannsfamilie Humpis. Sie hat allen Grund, sich zu freuen, denn eine gut bezahlte Stelle in dieser Zeit hatte nicht jeder. Ihr Vater, der verwitwet ist und auch ihre drei Schwestern freuen sich, das sie Madda ein bisschen unterstützen kann. Vielen in Ravensburg geht es sehr schlecht, da viele verheerende Hagelstürme und Unwetter über die kleine Stadt gebraust sind und zu viele Missernten das Volk immer ärmer macht.
    Dann kommt auch noch Heinrich Kramer in die Stadt, ein Inquisitor, der an Hexen glaubt und die schuldigen finden und auf den Scheiterhaufen brennen lassen möchte. Das Volk steht bald hinter seiner Meinung, denn irgendwer muss ja an allem Schuld sein und dafür bestraft werden. Eine kleine Verleumdung oder ein Missverständnis und schon könnte man der nächste sein, der zu einem peinlichen Verhör muss und unter Folter alles gesteht, was der Inquisitor dir in den Mund legt.


    Die Humpis haben politischen Einfluss und sind angesehene Bürger der Stadt. Sie leben in Prunk und auch wenn sie mit manchen Mitleid haben, wirklich helfen tun sie niemand. Dann kommt von einer befreundeten Kaufmannsfamilie aus Italien, Luici, zu den Humpis und soll dort ein bisschen was über den Handel lernen.
    Luici ist sehr Nett und ist bald bei fast allen in der Familie sehr beliebt, aber hat er dieses Vertrauen auch verdient?
    Beno Humpis ist hoffnungslos verliebt und auch Madda spielt mit der Liebe und ich kann nur sagen, das dieser Roman für mich genau die richtige Mischung aus Liebesgeschichte und Hexenverfolgung hatte und der Schreibstil war natürlich wieder toll. Die Charaktere sind alle lebensecht beschrieben und machen die Geschichte wirklich so lebendig. Es handelt sich zwar um ein Jugendbuch, aber ich denke die Geschichte kann Jung und Alt begeistern.


    5ratten

  • Fazit:


    Für mich ein sehr gutes Buch, mit überzeugenden Charakteren und einer eindrucksvollen Story. Die Hexenkapitel unserer Geschichte finde ich wirklich erschreckend und Nina hat sie mir mit echten Persönlichkeiten und Geschichten näher gebracht. Ich habe so oft mitgelitten und habe nur gehofft, dass es doch irgendwie gut ausgehen mag.


    Bewertung:


    Nina Blazons Bücher sind ja immer sehr gut geschrieben und haben mich bisher nie enttäuscht. Auch auf dieses Buch bin ich wieder sehr gespannt. Besonders, um was es denn genau geht, denn der Text lässt ja vieles offen.


    In diesem Buch geht es um Madda, die eine Magd und Elizabeth, die zu den Herrschaften des Hauses gehört. Die Abschnitte wechseln sich immer wieder zwischen den beiden ab.
    Das Buch spielt zur Zeit der Hexenverbrennungen und in dem Dorf Ravensburg fängt es gerade zu dieser Zeit an, wo Elizabeth und Maddas Leben sich abspielt. Beide werden in diesen gefährlichen Strudeln hineingerissen.
    Elizabeth ist ein gutes Leben gewöhnt und ist manchmal ein wenig verwöhnt und zickig, was ich aber nicht allzu schlimm finde.


    Madda und Elizabeth mag ich beide gerne, sie leben zwar in einer anderen Welten, aber trotzdem sind sie nett.


    Und dann treffe ich noch auf viele andere Persönlichkeiten, wie Beno, der zwar manchmal etwas komisch ist, aber eben ein bisschen anders als andere ist und genau das an ihm so gut ist.


    Nina hat mal wieder viel recherchiert und hat auch einige Persönlichkeiten eingebaut, die zu der Zeit gelebt haben. Es geht vieles um Hexen und die Hexenprozesse, die von einem Inquisitor ausgeführt werden. Da vieles ja auch so gewesen ist, finde ich das wirklich sehr erschreckend, was sich zu der damaligen Zeit abgespielt hat.


    Am Ende des Buches gibt es auch ein kleines Glossar und ein Nachwort, was alles noch erschreckender macht.


    Ninas Schreibstil ist mal wieder wunderbar und von der ersten Seite an bin ich mitten im Buch.


    5ratten

    :leser:

  • Spannende Reise nach Ravensburg zur Zeit der Hexenverfolgung


    Ravensburg 1484: Die junge Magdalene Weißhaar, genannt Madda, arbeitet als Magd im Haushalt des reichen Ravensburger Kaufmanns Onofrius Humpis. Ein italienischer Gast der Familie Humpis macht ihr schöne Augen, sie weist jedoch seine Annäherungsversuche zurück. Daraufhin bezichtigt er Madda als Hexe – eine gefährliche Situation, nachdem kurz zuvor der Inquisitor Heinrich Kramer in der Stadt angekommen ist, um sie von Hexen zu säubern.


    Egal, ob Fantasy-Roman oder, wie hier, historischer Roman: Nina Blazon versteht einfach ihr Handwerk. Diesmal führt sie den Leser nach Ravensburg zur Zeit der ersten Hexenprozesse. Ein Thema, das aufwühlt, wütend macht und für Unverständnis sorgt. Man bekommt einen Einblick in die Arbeit der Inquisition in Gestalt von Heinrich Kramer, der für seinen Hexenhammer bekannt ist.


    Die Handlung ist authentisch, spannend und gegen Ende nimmt das Buch nochmal richtig an Fahrt auf. Immer wieder fallen mir die lebendigen Beschreibungen ebenso wie die wechselnden Stimmungslagen sehr positiv auf, bei denen man das Gefühl hat, selbst mitten in der Handlung zu stehen.


    Ein weiterer Höhepunkt sind die Charaktere, die so vielschichtig dargestellt werden, dass man sie nicht einfach einschätzen kann und sie damit immer wieder für Überraschungen gut sind. Besonders hat es mir Madda angetan, die zwar eine gute und sichere Arbeitsstelle im Hause Humpis hat, aber gleichzeitig ihre Familie vermisst, die sie nur selten sehen kann. Zumal ihre kleine Schwester Marie sehr krank ist.


    Neben Madda ist Beno Humpis, der Enkel von Onofrius, eine spannende Figur: er hat ein großes Herz und versucht, die Not der ärmeren Ravensburger Bevölkerung, die unter anhaltendem Unwetter und Ernteausfällen leidet, zu lindern. Außerdem ist er ziemlich intelligent und hinterfragt die Dinge. Allerdings ist er auch ein unsicherer Mensch, der viel zweifelt und sich von Heinrich Kramers Reden über Hexen und ihr Tun beeinflussen lässt.


    Dann gibt es noch Elisabeth, die Nichte von Onofrius zweiter Ehefrau, die das Leben genießen möchte und sich nach Freiheit sehnt. Gleichzeitig ist sie traurig darüber ist, dass Beno, ihr bester Kindheitsfreund, in letzter Zeit so abweisend zu ihr ist.


    Eine weitere zentrale Figur ist der italienische Gast Lucio Malaspani, der anfangs sehr schwer einzuschätzen ist: anzüglicher Frauenheld, aber auch charmanter Gentleman und jemand, der den Hauch der Renaissance aus Italien mit nach nach Ravensburg bringt.


    Mir hat dieses Buch, das sich mit der düsteren Geschichte der Hexenverfolgung, aber auch mit tiefer Freundschaft und Liebe beschäftigt, wieder sehr gut gefallen.


    5ratten + :tipp:

    Liebe Grüße

    Karin

  • Meine Meinung zum Buch:


    Titel: Ravensburg im Bann des Hexenhammers…


    Die Bücher von Nina Blazon haben mich bisher sehr begeistern können und da ich noch nie einen historischen Roman von ihr gelesen habe, das Genre aber sehr mag, begann ich voller Neugierde mit dem Lesen.


    In der Geschichte geht es um die Magd Magdalene, die von allen nur liebevoll Madda genannt wird und die bei den reichen Kaufmannsleuten Humpis angestellt ist. Die Familie bekommt einen mysteriösen Gast und alle verfallen dessen Charme. Nur Madda spürt, dass Lucio nicht der ist, der er zu sein scheint, hat sein Blick doch etwas Teuflisches. Wie wahr ihre Vermutung ist, muss sie bald am eigenen Leib erfahren, zur Zeit der Hexenprozesse.


    Dieser Roman ist ganz bestimmt nicht nur etwas für junge Leser, sondern wird auch Erwachsene, die gerne historische Romane lesen, vollends begeistern, denn das Buch besticht durch Spannung, Tragik, Intrigen und auch die Liebe kommt nicht zu kurz.


    Man merkt sehr intensiv, dass die Autorin hier reichlich recherchiert hat, denn das Geschilderte kommt so lebensnah rüber, dass man selbst das Gefühl hat bei den Prozessen dabei zu sein. Auch am Schrecken verbreiten wird hier nicht gespart, denn Folter gehörte damals mit zum Prozessalltag und auch liebgewonnene Charaktere werden nicht geschont.


    Ich habe schon lange keinen Roman mehr zu dem Thema gelesen und kann nur sagen, dass dieser hier etwas ganz Besonderes ist, denn man fühlt regelrecht den Schmerz der Akteure.


    Der beobachtende Erzähler begleitet immer mal einen anderen Protagonisten der Geschichte, so dass der Leser aus verschiedenen Blickwinkeln beim Geschehen dabei ist.


    Während mir Magd Madda und Beno Humpis gleich sympathisch waren, tat ich mich anfänglich mit Elisabeth etwas schwer, weil sie recht naiv rüber kam. Doch sie macht so eine enorme Entwicklung durch, dass sie mir am Ende mit die Liebste war. Ich denke jeder Leser wird einen Charakter finden, der ihm liegt und mit dem er mitfiebern kann, denn Frau Blazon hat selbst die Nebendarsteller gut besetzt und zeichnet diese genauso intensiv wie die Hauptakteure. Auch Schmiedgeselle Martin wächst über sich hinaus.


    Fazit: Ein echter All Age Roman für alle Leser, die sich für die Stadt Ravensburg und Hexenprozesse im Besonderen interessieren. Ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Genial!


    Bewertung: 5ratten und :tipp:

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Inhalt
    Ravensburg, Ende des 15. Jahrhunderts: Die junge Magdalene arbeitet als Magd bei der reichen Kaufmannsfamilie Humpis. Dort wird die gut behandelt und sie ist froh über die Anstellung. Durch andauernde Unwetter haben viele Ravensburger das Problem, dass sie kaum über die Runden kommen. Als dann der junge Kaufmannssohn Lucio aus Italien bei den Humpis auftaucht, wickelt er jeden um seinen Finger nur Magdalene fällt nicht auf ihn herrein. Zur gleichen Zeit taucht der Dominikanermönch Heinrich Kramer in Ravensburg auf und als ein Inquisitor bringt er die Hexenverfolgung in die Stadt...


    Meine Meinung
    Als großer Fan von Nina Blazons Büchern musste ich natürlich auch ihr neuestes Buch "Feuerrot", das sich mit der Hexenverfolgung Ende des 15. Jahrhunderts in Ravensburg beschäftigt, lesen. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, was sich mit diesem Thema befasst, aber ich muss sagen, dass es mich durchweg begeistern konnte.
    Denn Nina Blazon schreibt nicht nur wundervolle und phantasievolle Fantasyromane, sie kann auch genauso gut authentische und mitreißende historische Romane schreiben. In "Feurrot" kombiniert sie wahre Gegebenheiten mit Personen, die wirklich existiert haben, nutzt aber auch fiktive Figuren und webt aus den Tatsachen eine unglaublich fesselnde und mitreißende Geschichte bei der man merkt, dass alles gründlich recherchiert wurde.


    Doch "Feuerrot" hat bei mir vor allem durch seine liebevoll gestalteten Protagonisten punkten können. Sei es Magdalene, die junge Magd, die sich um ihre Familie sorgt oder der junge Beno, der Enkel der Humpis, der ein gutes Herz hat, oder der Schmiedelehrling Martin, der für Magdalene alles tun würde, alle haben direkt ein Weg in mein Herz gefunden. Aber auch die Figuren, die eher Antipathien wecken, wie der Mönch Heinrich Kramer sind unglaublich authentisch und liebevoll ausgearbeitet.


    Die Atmosphäre des Buches ist eher düster und durch die zunehmende Hexenverfolgung trostlos und bedrückend. Hier werden die Grausamkeiten der Hexenverfolgung nur allzu deutlich und auch wie die Menschen untereinander sich in dieser Zeit behandelt haben. Aber dennoch gibt es auch schöne Momente. Feste werden gefeiert, zarte Liebesgeschichten entstehen und wahre Freundschaften bilden sich. Es ist ein Buch mit vielen Facetten, spannenden Wendungen und Tiefgang und es konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite überzeugen.
    Verschiedene Handlungsstränge bilden ein stimmiges Gesamtbild.


    Nina Blazons Schreibstil ist gewohnt großartig mit einer authentischen Sprache und Begriffe, die zu der Zeit passen in der das Buch spielt. Es wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert, was wunderbar passt. Nina Blazon schreibt sehr eingängig, bildhaft und kann überzeugend Emotionen übermitteln.


    Das Ende rundet das Ganze wunderbar ab und ohne zu viel zu verraten kann ich sagen, dass alle Handlungsstränge aufgelöst werden und das Buch mit einem für mich zufrieden stellendem Ende endet.


    Fazit
    "Feuerrot" ist ein authentisches, tiefgründiges und durchweg geniales Buch, das zur Zeit der Hexenverfolgung spielt und vor allem durch die Figuren des Buches überzeugen kann. Ich kann das Buch wirklich nur jedem empfehlen, denn es ist einfach großartig.


    5ratten

  • Ravensburg, Ende des 15. Jahrhunderts.


    Die junge Magdalene, genannt Madda, arbeitet als Magd im Haus der Kaufmannsfamilie Humpis. Somit ist sie den größten Teil der Woche dort bei der Arbeit, nur am Sonntag bekommt sie Ausgang und kann ihre Familie in der Unterstadt besuchen.
    Als sie gerade auf dem Weg dorthin zu ihrer kranken kleinen Schwester ist, wird sie Zeugin, wie ein fremder Mönch in die Stadt einzieht. Noch weiß sie nicht, welches Unheil dieser Mann über die Stadt bringen wird, handelt es sich bei ihm doch um den berüchtigten Inquisitor Heinrich Kramer. Gleichzeitig trifft noch ein anderer Gast in der Stadt und bei den Humpis ein, der Sohn italienischer Geschäftsfreunde, der das Leben der Familie und Maddas ebenfalls gehörig durcheinanderbringen wird.


    Nina Blazon schreibt sonst meist Jugendfantasy, aber auch mit diesem realistischen historischen Jugendroman konnte sie mich wieder absolut überzeugen.


    Zu Beginn hatte ich etwas noch Schwierigkeiten, die Personen und ihre Verhältnisse untereinander einzuordnen, gerade bei der Familie Humpis. Als ich das aber einmal durchschaut hatte, ging es problemlos weiter.


    Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, zum einen natürlich aus der von Madda, aber auch andere Figuren kommen zu Wort, so Beno, der Enkel des alten Onofrius Humpis ebenso wie Elisabeth, die Nichte von Onofrius‘ zweiter Frau. So ist der Leser aus unterschiedlichen Blickwinkeln dabei und bekommt verschiedene Einblicke, die sich zu einem spannenden Gesamtbild zusammensetzen. Auch die Liebe kommt übrigens nicht zu kurz!


    Über die Inquisition am Bodensee hatte ich schon einmal einen Roman gelesen und war damals schon schockiert über den Irrglauben der damaligen Zeit und vor allem über die grauenvollen Methoden, bei denen Verdächtigen ja praktisch nichts anderes übrig blieb, als alles zuzugeben, was ihnen unterstellt wurde.


    Hier handelt es sich zwar um ein Jugendbuch, die Schilderungen sind aber nicht weniger drastisch. Auch wenn die Folterungen nicht bis ins letzte Detail beschrieben werden, reichen die Beschreibungen definitiv aus, um sich das Grauen vorstellen zu können. Auch die psychologische Seite wird gut dargestellt, vom Denunziantentum der Mitbürger über die Tricks in den Prozessen bis hin zur Hilflosigkeit der Angeklagten.


    Ein vielseitiges und spannendes Buch über ein düsteres Kapitel der Ravensburger Geschichte!


    5ratten

    LG, Dani


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  • Inquisition, Hexenverbrennung, Aberglaube. Das sind Stichpunkte, die mir ohne jeden Kontext schon eine Gänsehaut bescheren. Verarbeitet in einer Geschichte, deren Charaktere mir mit jeder Seite näher und eindrücklicher erscheinen, sind diese Themen noch mal heftiger, emotional ziemlich aufwühlend und dabei unglaublich spannend. In "Feuerrot" erzählt Nina Blazon eine Episode aus dem Leben zweier junger Frauen: der Kaufmannstochter Elisabeth und ihrer Magd Madda. Die Leben der beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, doch Inquisitoren und Aberglaube können Hexen an allen Ecken aufspüren.


    Ende des 15. Jahrhunderts in Ravensburg: Missernten, Unwetter und persönliche Schicksalsschläge. Die Menschen wissen nicht, was sie aus all dem Unglück machen sollen, also treffen der gerade angereiste Inquisitor Kramer und seine Verbreitung von Aberglauben auf fruchtbaren Boden. In dieser Welt leben Elisabeth und Madda, junge Frauen, die sich keinerlei Verfehlungen leisten können, weil alles als Hexerei ausgelegt werden könnte; vor allem natürlich solche Dinge, die sie aktiv nicht mal beeinflussen können, beispielsweise das Interesse eines jungen Mannes. Diesen könnten sie ja auch verhext haben. Ein solches Interesse zeigt der junge Kaufmannssohn aus Italien, Lucio Malaspani, der im Elternhaus von Elisabeth sein Handwerk verbessern soll. Sowohl an Madda als auch an Elisabeth scheint er interessiert zu sein und Zurückweisungen möchte er nicht einfach so akzeptieren.


    Nina Blazon erzählt diese Geschichte aus den Perspektiven von Elisabeth und Madda, den Kapiteln vorangestellt sind außerdem Zitate, die die damalige Gesellschaft und den Aberglauben sehr eindrücklich zeigen, beispielsweise durch die Abschnitte aus dem real existierenden "Hexenhammer — Malleus Maleficarum" des Inquisitors Heinrich Kramer. Aber nicht nur diese Ausschnitte, auch in der Geschichte selbst ist mir der Aberglaube gruselig nahe gekommen. Nach der Logik der Inquisition kann alles — also wirklich alles! — so ausgelegt werden, dass es garantiert das Werk von Hexen war, und mit den zufällig passenden Mitteln sowie Folter kann das dann natürlich auch nachgewiesen werden. Viel Lesezeit habe ich hier also damit verbracht, wütend mit dem Fuß aufzustampfen und „Das ist so unfair! Unfassbar!“ vor mich her zu murmeln. Dies wurde dadurch verstärkt, dass ich mich emotional so stark in die Geschichte hinein fühlen konnte. Das war teils anstrengend, hat sich allerdings gelohnt, denn es ist natürlich eine Wohltat, die Charaktere derart eindrücklich, einfühlsam und nah präsentiert zu bekommen, dass ich mich trotz der heftigen Umstände am liebsten zu ihnen geschlichen hätte, um ihnen beizustehen. "Feuerrot" ist allerdings nicht nur dank der erzeugten Emotionen so spannend, sondern auch durch die Geschichte. Erzählt wird natürlich von der Hexenverfolgung und deren Methoden, aber auch vom Zwischenmenschlichen. Madda und Elisabeth sind zwei junge Frauen, die langsam erkennen, was wirklich wichtig ist und welche Menschen in ihrem Leben sie am liebsten haben. Mit diesen zwei Personen aus unterschiedlichen Ständen zeigt Nina Blazon zudem ganz verschiedene Lebensweisen, zu denen auch die vielseitigsten Nebencharaktere gehören.


    Mit "Feuerrot" hat Nina Blazon einen ganz besonderen historischen Jugendroman geschrieben. Ein Roman, so spannend und emotional, dass er mich in Gedanken ständig beschäftigt und begleitet hat, den ich am liebsten richtig schnell durchgelesen hätte, aber dennoch einige Male für ein paar Tage pausieren musste, damit ich mal zu Atem kommen konnte. Großartig.


    5ratten :tipp:

  • Ein mysteriöser Gast kommt ins Haus des Ravensburger Kaufmannes Humpis. Schon am ersten Tag flirtet Lucio mit der schönen Magd Magdalene. Doch er ist ihr nicht geheuer, in seinen Bernsteinaugen lodert ein gefährliches Feuer. Ihre Ahnung soll sie nicht täuschen: Als sie nicht auf Lucios Verführungskünste hereinfällt, nennt er sie eine Hexe. In Zeiten der Inquisition kommt dies einem Todesurteil gleich ...



    Nina Blazon hat mit diesem Buch gezeigt, dass sie Schreibtalent hat. Der Erzählstil hat mir gefallen. Es ist die feine leichte Art zu schreiben und gleichzeitig leicht verständlich und packend auch noch. Die Story spielt Ende des 15. Jhr. Auch wenn das Thema schwer ist und in sich hat, hat Nina alles gut und leicht erzählt. Auch die Perspektivenwahl ist ihr gelungen. Das hat die Story so realistischer gemacht.


    Elizabeth und Madda spielen in der Story eine Rolle. Die sind sehr wichtig und nehmen eine große Bedeutung der Story ein. Und aus den Perspektiven von Elizabeth und Madda erzählt Nina die Story.
    Beide Protas sind nett und individuell und verhalten sich auch individuell. Später ändern sie ihr Charakter (positiv).
    Durch all ihre Erlebnisse wird nochmal in der Story für Spannung gesorgt. Es passieren einige Ereignisse, wodurch die Story noch spannender wird.
    Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.


    Das Ende hat mir auch gefallen. Es ist realistisch. Etwas hätte ich mir noch gewünscht, aber so ist es auch gut.


    Die Story ist nicht nur spannend, sondern auch mitreizend wenn es schon um das Thema Hexenverbrennung geht. Die Story ist auch stark und emotional. Außerdem enthält sie noch historischen Hintergrund mit reichlichen Informationen, die ich interessant fand.



    Ein gutes Buch von Nina Blazon kombiniert mit Geschichte und Liebe. Es ist total spannend und packend. Ich konnte es nicht aus der Hand legen. Grandios!