Eliot Pattison - Tibetisches Feuer

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Der Chinese Shan war früher ein erfolgreicher Ermittler in Peking. Den korrupten Parteiführern kam er mit seinen Ermittlungen in die Quere und nun lebt er in Tibet. Sein Freund, der Mönch Lokesh, und er werden verhaftet, aber nicht wie sie vermuten wegen Widerstand gegen die chinesische Besatzung, sondern man will ihn dazu bringen, dass er wieder ermittelt. Der tibetischen Bevölkerung geht es nicht gut unter ihren Besatzern und sie wollen die Welt auf ihr Problem aufmerksam machen. Daher gab es eine Reihe von Selbstverbrennungen. Das kann China natürlich nicht so stehen lassen, sie wollen der Welt weismachen, wie gut es den Tibetern unter ihrer Führung geht. Shan hat keine Wahl. Die Aufgabe ist gefährlich, denn sein Vorgänger wurde ermordet. Schon bald erkennt Shan, dass es sich bei einer Selbstverbrennung in Wirklichkeit um Mord handelt.
    Dies ist ein weiteres Buch mit dem Ermittler Shan. Er ist eine interessante Persönlichkeit. Nun lebt er in Tibet, hat immer mehr von der tibetischen Lebensweise angenommen und tiefgehende Kenntnisse über Land und Leute. Trotzdem kann er seine Wurzeln nicht verleugnen. Er steht zu seinen Freunden und sieht die Probleme im Land, was dazu führt, dass auch er Widerstand leistet. Immer wieder merkt man ihm seinen Beruf an. Er will die Wahrheit ans Tageslicht bringen und nimmt dabei keine Rücksicht auf eigene Befindlichkeiten.
    Ich lese sehr gerne Krimis, die in anderen Ländern spielen, weil man dadurch einen Einblick in fremde Kulturen gewinnen kann. Dem Autor ist es sehr gutgelungen, mir Tibet, seine Menschen und seine Mystik nahe zu bringen. Man muss dieses Buch konzentriert lesen und sich darauf einlassen, denn die Geschichte ist komplex und das Spirituelle der Tibeter uns sehr fremd. Dazu kommt, dass der Schreibstil ein wenig langatmig ist. Trotzdem hat mir diese Geschichte gut gefallen.
    Ein Roman mit Krimianteilen, welcher uns Tibet wunderbar nahebringt.



    4ratten

  • Das klingt nach einem Buch, das mir gefallen könnte. Ich hab mal auf Amazon geguckt und gesehen, dass es der 7. Teil einer Reihe ist. Hast du die anderen Bände auch gelesen und haben sie dir auch gefallen? :smile:


  • Das klingt nach einem Buch, das mir gefallen könnte. Ich hab mal auf Amazon geguckt und gesehen, dass es der 7. Teil einer Reihe ist. Hast du die anderen Bände auch gelesen und haben sie dir auch gefallen? :smile:


    Nein, das war mein erstes. Man muss nicht alle gelesen haben, ich finde, es ist alles auch so verständlich.

  • Hallo ihr Lieben :winken:


    Hier nun auch meine Meinung zum Buch:


    Zum Inhalt:


    Manchmal tut die Wahrheit nicht nur weh – sie brennt


    Shan, der ehemalige Ermittler, und der Mönch Lokesh leben vogelfrei in Tibet. Als man sie verhaftet, rechnen sie mit einer Anklage wegen Widerstands gegen die chinesischen Besatzer. Dann jedoch stellt Shan fest, dass er ausgewählt worden ist, um die Selbstverbrennungen von Tibetern zu untersuchen. Eine riskante Aufgabe – sein Vorgänger ist ermordet worden. Als Shan erkennt, dass eine Selbstverbrennung in Wahrheit ein Mord war, erwächst ihm ein mächtiger Feind: Pao, der Chinese, der Tibet beherrscht, spielt sein ganz eigenes tödliches Spiel.


    Ein Spannungsroman, der Türen in eine besondere Welt öffnet: Shan ist weise wie ein Mönch und ermittelt wie ein Meisterdetektiv.



    Über den Autor:


    Eliot Pattison ist Journalist und Rechtsanwalt. Er ist oft nach Tibet und China gereist und lebt mit seiner Familie in Oley, Pennsylvania. Er hat mit seiner Tibet-Serie um den Ermittler Shan eine Thriller-Serie der Sonderklasse geschrieben. Sechs weitere Romane aus dieser Serie liegen im Aufbau Taschenbuch vor: „Der fremde Tibeter“, „Das Auge von Tibet“, “Das tibetische Orakel“, „Der verlorene Sohn von Tibet“, „Der Berg der toten Tibeter“, „Der tibetische Verräter“ sowie „Der tibetische Agent“ Von Eliot Pattison liegen außerdem ein Roman über den Highlander Duncan „Das Ritual“ und der Roman „Die Asche der Erde“ vor.



    Mein Fazit und meine Rezension:


    Shan und Lokesh werden von der Regierung aus ihrem Gefängnis befreit und getrennt. Lokesh landet wieder in einer dunklen Zelle und muss dort um sein Leben fürchten, Shan - der es wohl nicht besser getroffen hat - landet inmitten einer Kommission bestehend aus Chinesen, einem Deutschen und zwei Amerikanern, welche die Selbstverbrennung von Tibetern untersuchen, um zu beweisen, dass es sich hierbei nicht um Selbstmorde für das alte System - und gegen die neue Besatzungsmacht - handelt, sondern dass eben diese Menschen selbst unter psychischem Druck litten und deswegen den Freitod als Erlösung suchten.
    Obwohl Shan "frei" ist, wird er ständig überwacht - und Lokesh als Druckmittel gegen ihn eingesetzt. So bleibt es dem ehemaligen Ermittler Shan und ebenfalls Tibeter nichts anders übrig, als sich der Kommission zu beugen und dort dem Regiment zu dienen. Doch leider tut er es nicht so, wie er es soll. Anstatt der Kommission zu helfen und die Selbstverbrennungen aufrührischen Tibetern zu zuschieben, findet Shan heraus, dass in Wahrheit hinter diesen fürchterlichen Taten keine Opferungen für das Alte Tibet stecken, sondern hinterhältige Morde, die mehr Mittel zum Zweck sind. Die Kommission und auch die chinesische Besatzungsmacht finden schnell heraus, was Shan im Schilde führt und werfen ihm mehr als nur einen Stein in den Weg. Wird Shan es schaffen, die Selbstmorde als Morde nachzuweisen? Wird er Dawa, die Anführerin der tibetischen Bevölkerung finden und vor der Besatzungsmacht retten können? Und vor allen Dingen, wird er seinen alten Freund Lokesh aus der Gefangenschaft befreien können - lebend?


    Als ich die ersten Kapitel in dem Buch gelesen habe, war ich etwas verwirrt. Ich kannte Shan noch nicht und war nicht mit seiner Arbeit betraut. Es kamen viele Charaktere vor, die man erst mal auseinander halten musste. Doch je länger ich in dem Buch las, umso mehr lichtete sich dieses Gespinst und umso mehr Klarheit umkam auch mich. Shan ist ein ehemaliger Ermittler, welcher sein Herz am richtigen Fleck trägt und für die Dinge kämpft, für die er auch einsteht. Sein Freund und Lehrer Lokesh ist ein treuer und teurer Begleiter für ihn und unterstütz ihn auch in den schwersten Stunden. Die Handlung beginnt mit den für mich zunächst verschwörerischen Sitzungen der Kommission, welche nur noch seltsamer waren als alles andere drum herum. Doch dann wird auch dem Leser nach einer geraumen Zeit gewahr, um was es der Besatzungsmacht eigentlich geht und welche Mittel sie für diesen Zweck benutzt. Die Selbstverbrennungen, angekündigt durch Todesgedichte und ebenfalls in der Nähe der Kommission ausgeführt, lassen keinen Zweifel zu. Doch erst durch genaues Hinsehen erkennt man, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann und dass es sich tatsächlich um Morde handelt. Erst mit dieser Erkenntnis bekommt auch der Leser selbst die Geschwindigkeit der Handlung mit, die sich dann ereignet. Man betritt mit Shan und Tuan das verfluchte Dorf, ermittelt im Geheimen im Krankenhaus und merkt am Ende, wie sehr man doch die Augen vor der Wahrheit verschlossen hatte.
    Das Ende - ohne es näher erläutern zu wollen - hat mir noch am besten gefallen. Es hat einfach gepasst und hat die Geschichte zum Schluss noch abgerundet.
    Mich hat das Buch nicht zuletzt wegen dem charismatischen Ermittler Shan mitgerissen, sondern auch deswegen, weil man nicht nur den Kampf zwischen der Großmacht China und Tibet mitbekommen hat - auch die Religion spielte eine große Rolle!
    Jeder, der schon ein weiteres Werk mit Shan selbst gelesen hat, weiß, dass das Buch empfehlenswert ist und dass man es einfach lesen muss - für alle diejenigen, die ihn noch nicht kennen: mit diesem Buch lernt ihr ihn kennen!

  • Meine Meinung:
    Eliot Pattison hat seine Figur Shan nun schon über mehrere Jahre in Tibet begleitet. Als Leser hat man Shan immer wieder in verschiedenen Rollen erlebt. Zu Beginn der Reihe als Internierter im Lager und immer wieder verknüpft mit seiner Rolle als ehemaliger Ermittler.
    Hier nun, ist er einmal mehr in einer sehr schwierigen Lage. Er soll im Sinne der Obrigkeit handeln und nach außen hin ganz anders erscheinen.
    Diese Zwickmühle in der er sich befindet, ist realistisch geschildert. Vor allem auch, wie Shan sich die Schlupflöcher die das Gesetz (hier vor allem die chinesischen Beamten vor Ort) ihm bietet, für sich zu nutzen weiß. Schwarz und weiß, das verschwimmt hier stark. Aber Eliot Pattison macht in seinen Romanen immer wieder deutlich, dass genau dies die Realität ist.


    Mit sehr viel Spitzengefühl für die Thematik des Selbstverbrennens von tibetischen Mönchen- ein Akt der von der chinesischen Regierung als Widerstand aufgenommen wird - lässt der Autor seine Figuren agieren. Hier rückt der Mordfall immer stärker in den Hintergrund. Eigentlich ist der Mord nur deshalb wichtig, weil er die komplizierten Verhältnisse vor Ort, verdeutlicht.


    Shan selbst wird ebenfalls immer wieder damit konfrontiert, das sein Leben alles andere als Sicher ist. Er ist erpressbar und das nutzt die Gegenseite immer wieder aus. Es ist beängstigend, wer hier wen, wie für sich benutzt. Selbst die Figuren die augenscheinlich für die Vereinten Nationen arbeiten, sind bei genauerer Betrachtung, von ganz anderer Seite gesteuert. Gerade hier gibt es auch die ein oder andere Überraschung.
    Für mich war nur das Ende etwas sehr gefällig. Vielleicht wollte der Autor einfach einen Lichtblick bieten, nach dem viele Ereignisse vorher, doch sehr heftig waren. Mich hat vieles immer wieder wütend gemacht. Das passiert mir immer, wenn ich die Shan Romane lese. Ein Thema das in den letzten Jahren doch etwas in den Hintergrund gerückt ist. Aber trotzdem ist es noch da. Trotzdem bleibt auch die Frage, was eigentlich passiert, wenn der jetzige Dalai Lama stirbt. Denn dann könnten die Karten neu gemischt werden und China die Nachfolge manipulieren.


    4ratten

  • Inhalt:


    Der ehemalige Häftling Shan wird in eine internationale Kommission berufen, die die in Tibet vermehrt aufgetretenen Fälle von Selbstverbrennungen untersuchen soll. Shans Vorgänger in der Kommission ist plötzlich verstorben. Um Shan Wohlverhalten zu erpressen wird sein langjähriger Freund Lokesh von den Behörden in Geiselhaft genommen. Schon in den ersten Tagen seine Arbeit in der Kommission kommt es zu einer erneuten Selbstverbrennung in Sichtweite des Tagungsgebäudes. Schnell wird Shan klar, dass es sich hier nicht um einen Selbstmord handelte sondern, dass hier Mörder am Werk waren.

    Meine Meinung:


    Dieses Buch hat mich von den ersten Seiten an gefangen genommen. Schon auf den erste Seiten tauchen wir ein in eine fremde Welt. Die Atmosphäre ist anfangs sehr bedrückend, denn das Thema rund um Menschen, die sich selbst verbrennen hat mich sehr betroffen gemacht. Auch der Versuch der chinesischen Besatzer die tatsächlichen Hintergründe der Taten zu verleugnen und sie als Handlungen von Menschen darzustellen, die verrückt sind oder aus sonstigen Schuldkomplexen handeln, hat mich sehr beschäftigt. Nach der Verbrennung in Sichtweite der Kommission entwickelt sich aber ein spannender Krimi, den Shan findet Hinweise auf Mordfälle im Umkreis der Kommissionmitglieder.


    Zusammen mit Shan nehmen wir die Ermittlungen auf und tauchen hierbei wieder tief in die tibetische Kultur mit ihrer Mystik und Naturverbundenheit ein. Shan ist ein Vermittler zwischen der chinesischen und der tibetischen Kultur und in beiden Welten zu Hause. Im Spannungsfeld zwischen machtgierigen Chinesen und tibetischen Freiheitskämpfern entwickelt sich eine ganz besondere Stimmung, die dem Leser viel von der unterdrückten tibetischen Kultur vermittelt.


    Die Ermittlungen sind logisch aufgebaut, nachvollziehbar und spannend zu lesen, aber die besondere Würze macht die Verbindung zu Tibet aus. Eine wichtige Rolle spielt hier der Freiheitskampf der Menschen, aber der Leser bekommt auch einen tiefen Einblick in die Liebe der Bevölkerung zu ihren Traditionen und ihrer alten Religion. Wir lernen in der Person von Dawa eine wichtige Widerstandskämpferin kennen und erfahren von ihr viel über die Hintergründe und Ziele des Freiheitskampfes.


    Dieses Buch ist mehr als nur ein Krimi mit einem regionalen Touch, es ist eine Reise in eine fremde Welt, bei der dem Leser die Situation eines unterdrückten Volkes deutlich wird und damit auch ein Plädoyer für die Freiheit Tibets. Das wird auch noch mal im Nachwort deutlich, in dem der Autor noch einige Hintergrundinformationen gibt.


    Das Buch ist mehr als lesenswert, regt zum Nachdenken an und bietet trotzdem einen spannenden Krimi. Man sollte allerdings fremden Kulturen und Namen gegenüber aufgeschlossen sein.