04 - Seite 379 bis 522 (Crispin Hersheys einsamer Planet)

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Tina.

  • Hier könnt ihr zum Inhalt von Seite 379 bis 522 (Crispin Hersheys einsamer Planet) schreiben.
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    Das ist ein etwas langer Abschnitt - vielleicht habt ihr Lust, einen Zwischeneindruck zu posten? z.B. nach:
    1. Mai 2015, 11. März 2016, 14. März 2016, 21. Februar 2017 - bis Seite 443
    20. August 2018, 17. September 2019, 19. September 2019, 20. September 2019, 23. September 2019, 13. Dezember 2020 - ab Seite 444

    LG, Dani


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  • Für mich ist das Buch wie für die meisten in der Runde auch etwas schwierig, allerdings aus einem anderen Grund als für alle anderen - ich lese so gut wie nie Paranormales/Fantastisches und so habe ich ein wenig Mühe mit diesen Teilen. Ich selbst fand den 3. Teil für mich sehr angenehm und flüssig zu lesen und auch inhaltlich sehr klar, nachdem mich Teil 2 ziemlich verwirrt hatte.


    In diesem Teil, den ich im Übrigen in einem Stück gelesen habe, ist es so durchwachsen - Crispin Hershey war uns ja kurz schon als Autor im 2. Abschnitt begegnet und sein Widersacher Richard Cheeseman (Käsemann - ist das ein Hinweis auf die Qualität seiner Texte? :zwinker:) als Teil der Clique um Nick sowieso. Er fiel mir besonders unsympathisch auf, weil er lieber in die Oper als zu Johnnys Beerdigung wollte und bei dieser Auseinandersetzung in der Kneipe auch. Crispin finde ich jetzt genauso unsympathisch - ersetzt der "Kampf" zwischen ihnen beiden jetzt den Irak-Krieg in seiner Symbolik hinsichtlich der Parallelen zum Kampf der Welten? Crispin scheint jedenfalls in der Gegenwart verwurzelt zu sein, ebenso wie Richard - oder doch nicht? Weiß Richard, dass Crispin ihm die Knast-Zeit angetan hat, weil es kein anderer sein konnte, oder weil er so gut kombinieren kann? Oder doch, weil er Dinge sieht, die kein anderer wahrnimmt? Hugo Lamb taucht ja einmal kurz auf und zwar immer noch als junger Mann, offenbar ist es ihm gelungen, sich zu konservieren. Aber das würde heißen, dass er auf eine andere Art in der Zwischenwelt beheimatet ist als Holly, deren Körper ja als Asyl dient, äußerlich aber durchaus altert und die auch immer wieder sie selbst, also Holly ist. Was hat ihn wohl nach Island verschlagen? Ich bin gespannt, welche Rolle Aoifes Freund noch spielen wird - und Island an sich.


    Crispin scheint sich ja eng mit Holly und Aoife angefreundet zu haben und ist ihnen gegenüber hoffentlich immer freundlich und fair - und offen, wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass er die Aktion mit Richard zugeben wird. Die ist ja wirklich extrem heftig! Und nach außen steht er durch die Gründung der Freundesorganisation als Wohltäter da! Das finde ich sehr, sehr gut dargestellt, ganz genauso ist es im wahren Leben, diese Doppelzüngigkeit begegnet mir gerade bei diversen Promis (v.a. Politikern, aber nicht nur) doch immer wieder.


    Unglaublich, aber gleichzeitig so realistisch auch dieser Kauf des Literaturpreises durch Lord Brittan (S. 395), das ist auch nicht viel anders als "in Echt": wie diese Oligarchen, die Fußballclubs kaufen.


    Dann ist mir aufgefallen, dass es doch sehr, sehr viele Anspielungen zum Thema Zweiter Weltkrieg (immer aus britischer Sicht natürlich) gibt: Hier auf S. 442 "Die vielen schicken Galerien, als würden die Deutschen in Buchenwald einen jüdischen Lebensmittelmarkt eröffnen." Im zweiten Teil war auch was, was aber aus meiner Sicht durch die sowieso vorhandene Schilderung von Kriegshandlungen nicht so auffiel, aber im ersten Teil wurde Schloss Colditz erwähnt, was die Briten immer im Munde führen. Ich würde mich nicht wundern, wenn auch noch die Möhnetalsperre erwähnt wird! Ich habe bisher noch nichts von Mitchell gelesen, ist das ein besonderes Steckenpferd von ihm oder ist es nur in diesem Buch so?


    Und welche Rolle spielt diese erfolglose Autorin Soleil Moore? Es scheint ja fast so, als würde sie Crispin stalken!

    Einmal editiert, zuletzt von TochterAlice ()

  • Ich komme bei diesem Abschnitt nicht so schnell voran wie bei den letzten, deswegen gibt es hier jetzt erstmal einen Zwischeneindruck. Crispin ist alles andere als ein Sympathieträger. Mir gefällt es gerade gar nicht, in welche Richtung sich die Geschichte bewegt, weil die Zeitsprünge viel zu groß sind und mit der Hauptperson verbinde ich auch nichts, außer dass wir mal kurz von ihm im zweiten Kapitel gehört haben. Ich finde es schade, dass wenn man sich gerade an eine Person gewöhnt hat und mehr von ihr wissen möchte, die Perspektiven wechseln.


    Crispin ist ja wirklich nicht die hellste Leuchte, wenn er die Konsequenzen von seinem "Streich" so falsch eingeschätzt hat. Das ist ja keine Überraschung, dass der arme Cheeseman jetzt im Gefängnis ist, da Crispin die Drogen nicht nur im Koffer versteckt hat, sondern auch noch einen anonymen Tipp abgegeben hat.


    Dass er auf Holly trifft gibt mir ein bisschen zu denken und ich habe das Gefühl, dass sich möglicherweise etwas zwischen den beiden entwickeln wird. Und Hollys "Fähigkeit" scheint sich bei ihr verstärkt zu haben. Ich bin gespannt wo das noch hinführen wird und ob wir noch mehr von Aiofe kennenlernen werden, weil sie so eine süße Person zu sein scheint. Wir als Leser bekommen hier nur "am Rande" mit, dass Ed gestorben ist. Zwar ist man im ersten Moment vielleicht etwas schockiert und traurig, aber weil wir ihn als Journalisten, der über Kriege berichtet, kennenlernten, ist es auch keine zu große Überraschung. Da auch schon acht Jahre seit seinem Tod vergangen sind, haben Holly und Aiofe die Situation akzeptiert und als Leser bleibt einem auch nichts anderes übrig.

    :lesen:


  • Crispin ist ja wirklich nicht die hellste Leuchte, wenn er die Konsequenzen von seinem "Streich" so falsch eingeschätzt hat. Das ist ja keine Überraschung, dass der arme Cheeseman jetzt im Gefängnis ist, da Crispin die Drogen nicht nur im Koffer versteckt hat, sondern auch noch einen anonymen Tipp abgegeben hat.


    Das stimmt - wobei, ich finde, sie sind aus demselben Holz geschnitzt: wer weiß, was Cheeseman getan hätte, wenn er die Möglichkeit gehabt hätte. Zumindest hätte er Crispin Hershey mit Sicherheit weiter genüsslich verrissen...

  • So, den letzten Teil dieses Abschnitts habe ich gestern endlich beendet. Den zweiten Teil fand ich nicht so schleppend wie den ersten und es lag daran, dass Holly hier mehr in die Geschichte einbezogen wurde. Ich muss auch zugeben, dass Crispin mir ein wenig sympathisch geworden ist, aber eben nur ein wenig. Dass er aus der Geschichte gerissen wird, indem er erschossen wird, fand ich sehr überraschend. Aber wenn man sich das genauer überlegt, hat er wahrscheinlich einfach nur das zurückbekommen, was er verdient hat. Ich kann verstehen, dass Cheeseman Crispin am Ende doch nichts getan hat, weil er wahrscheinlich einfach nur zu erschöpft war, um sich noch um Crispin zu kümmern. In dem Moment hat es einfach nur gereicht, ihm gegenüberzustehen und seiner Wut kurz freien Lauf zu lassen. Im Gefängnis hat er vielleicht gelernt, dass das Leben plötzlich eine andere Wendung nehmen kann und vielleicht hat er sich auch gedacht, dass ihn der Mord an Crispin wieder ins Gefängnis bringen könnte.


    Diese Frau, die am Ende Crispin umbringt hat wohl eine Verbindung zu den Leuten, die sich Körper "leihen". Ich vermute mal, dass sie auf der guten Seite steht auch wenn sie sehr verrückt gewirkt hat. Sie sprach von einem Buch - ist es evtl. ein Buch, in dem die Zukunft vorhergesagt wird? Sie hat Crispin darauf hingewiesen, dass dieser in einem Buch stehe und erinnerte ihn daran, dass sie ihr Buch bei ihm an der Hotelzimmertür hinterlassen hatte. Erinnert man sich nochmal an den Titel ("Deine letzte Chance") so könnte man meinen, das Buch zu lesen wäre Crispins letzte Chance (da er schon vorher die Gedichte der Frau nicht gelesen hat) seinem Schicksal zu entgehen. Das war vielleicht ein Signal, das er hätte lieber nicht ignorieren sollen und sie hätte ihn dann vielleicht nicht erschossen.


    Noch ein wichtiger Punkt in diesem Kapitel war natürlich auch der Auftritt von Hugo Lamb. Dass er nicht gealtert ist, ist wohl ein Zeichen dafür, dass er tatsächlich nun bei den "bösen" mitmischt und diese kann man daran erkennen, dass deren Körper nicht altert. Ich frage mich weshalb ausgerechnet er rekrutiert wurde und ob er immer noch er selbst ist, oder einer Art Gehirnwäsche unterzogen wurde und nun nicht mehr ganz nach seinem Bewusstsein handelt. Kann er sich noch daran erinnern, dass er vor langer Zeit Holly begegnete, oder "kennt" er sie jetzt nur, da sie im Mittelpunkt der bösen Seite steht?


    Ich finde das Buch bisher wirklich faszinierend und verwirrend zugleich. Sobald man ein Stück gelesen hat, wirbeln einem tausend Gedanken durch den Kopf und man versucht Verknüpfungen herzustellen.

    :lesen:

  • Ich habe diesen Abschnitt nun auch beendet und ich kann nur sagen, dass ich mich schon freue, heute Abend weiterzulesen.
    Crispin ist ein Unsympath, aber in ganz anderer Art, als Hugo. Bei Crispin habe ich das Gefühl, dass er wirklich bereut und auch fähig ist zur Selbstkritik. Ja er war ein Arsch, er war arrogant und er war neidisch, aber dennoch. Dadurch, dass wir ihn so gut kennen lernten, weil ja dieser Abschnitt aus seiner Sicht geschrieben wurde, tat er mir letztendlich leid, denn auch wenn er viele fürchterliche Fehler begangen hatte, so war er dennoch kein komplett schlechter Mensch.
    Vielleicht hat aber auch die Bekanntschaft mit Holly bewirkt, dass er zu einem besseren Menschen wurde.
    Ich dachte schon bei der ersten Buchmesse, dass es vielleicht nicht schaden könne das Buch, dieser jungen Frau zu lesen, aber da war er noch viel zu sehr mit seinem Hass beschäftigt, auf andere und seine Umwelt.


    Ich gehe davon aus, dass es sich bei dem Buch von Soleil Moor um das Buch handelt, von welchem auch Tante Eilish und Dwight sprachen. Ich will jetzt auch wissen, was dort geschrieben steht, aber ich muss mich jetzt noch gedulden.


    Kann es sein, dass Soleil Moore Jacko ist?


  • Ich habe diesen Abschnitt nun auch beendet und ich kann nur sagen, dass ich mich schon freue, heute Abend weiterzulesen.
    Crispin ist ein Unsympath, aber in ganz anderer Art, als Hugo. Bei Crispin habe ich das Gefühl, dass er wirklich bereut und auch fähig ist zur Selbstkritik. Ja er war ein Arsch, er war arrogant und er war neidisch, aber dennoch. Dadurch, dass wir ihn so gut kennen lernten, weil ja dieser Abschnitt aus seiner Sicht geschrieben wurde, tat er mir letztendlich leid, denn auch wenn er viele fürchterliche Fehler begangen hatte, so war er dennoch kein komplett schlechter Mensch.


    Ich finde auch, er hat irgendwie viel mehr Facetten als Hugo und ist wesentlich vielschichtiger.

  • Hallo,


    ich habe den 1.Mai 2015 beendet und muss sagen, ich hätte am liebsten direkt weiter gelesen. Dieser Crispin stellt sich bis dato als ganz schön arrogant dar. Er selbst ist mir aus dem 2. Abschnitt nicht wirklich in Erinnerung geblieben, aber Mr. Cheesemann schon.


    Ich finde es spannend das Holly ein Buch über die Radiomenschen geschrieben hat und dank eurer Hinweise zu dem Teil habe ich nun auch Augenmerk auf "Soleil Moore" und das Buch als seine letzte Chance ein bisschen mehr geachtet. Ich bin gespannt worauf es hinausläuft.


    Insgesamt mag ich das Buch immer mehr, es ist ja erst das 2. Buch was ich von David Mitchell lese, aber die Zeitsprünge, Wechsel im Betrachter/ Erzähler und das scheinbar zufällige Verketten von Handlungssträngen und Personen und die Geschichte dann in die Zukunft weiter zu schreiben scheint schon seine Art des Schreibens und seine Geschichten zu bestimmen.


    Ich bin gerade sehr neugierig wie sich die Dinge hier mehr und mehr verbinden und worauf es hinausläuft...


    Viele Grüße
    schokotimmi

    Weltreise: 43/223 - 19,3%

  • Ich habe die erste Hälfte dieses Abschnittes gelesen (also bis Ende Kapitel 21. Februar 2017/S. 443) und da ich mich im Moment eher durchquäle, hier mein Zwischeneindruck.



    Ich selbst fand den 3. Teil für mich sehr angenehm und flüssig zu lesen und auch inhaltlich sehr klar, nachdem mich Teil 2 ziemlich verwirrt hatte.


    Genau so ging es mir auch. Nun im 4. Teil fühle ich mich sehr stark an den 2. erinnert, da zum Teil dieselben Personen auftreten (Crispin Hershey, Richard Cheeseman) und auch dieses pseudo-intellektuelle Literatenmilieu wieder vorherrscht, das mir gar nicht gefällt...


    Auch Crispin Hershey ist für mich ein Unsympath. Ziemlich von sich eingenommen, da scheint er Hugo zu gleichen. Und auch mit Richard Cheeseman nimmt er sich nichts - die beiden haben einander verdient, wobei ich die Aktion mit dem Kokain schon sehr übel fand. Cheesemans Verriss von Hersheys Buch ist dagegen ja Peanuts, zumal ich glaube, dass auch Hersheys Auftreten mit dazu beiträgt, dass er "out" ist. Und wer weiß, wie es um die Qualität seiner Bücher wirklich bestellt ist - vielleicht hatte Cheesemans Kritik ja sogar eine Berechtigung.


    Witzig fand ich, wie Hershey dauernd nicht erkannt und dann mit Jeffrey Archer verwechselt wird :breitgrins: (dessen Buch Erbe und Schicksal ich gerade gestern in der Bücherei in der Hand hatte). Den ebenfalls erwähnten Film No country for old men habe ich übrigens auch gerade vor 2 Wochen gesehen. Witzig, wie solche Dinge manchmal zusammentreffen. Einige der kulturellen und literarischen Anspielungen sagen mir allerdings gar nichts, da kenne ich mich zuwenig im englischen Sprachraum aus. Und ich frage mich, wie David Mitchell dieses Spiel mit Anspielungen und Details weiter betreiben will, wenn die Handlung sich mehr und mehr in die Zukunft verlagert? Da kann er nicht mehr auf Bekanntes zurückgreifen.


    Dass Holly ein Buch über die Radiomenschen geschrieben hat, gefällt mir irgendwie nicht - ich hielt das für so persönlich, dass der Gedanke daran, es öffentlich zu machen, mir Unbehagen bereitet. Und ob das Miss Constantine recht ist? Wer weiß, zu was für Mitteln sie greift, wenn Holly "aus der Reihe tanzt". Die Schilderung ihres "Anfalls" auf dieser australischen Insel war allerdings eindrucksvoll - offenbar hat sie nicht nur Esther Little als Bewohnerin in sich, sondern kann auch Kontakt zu den Seelen Verstorbener aufnehmen? Was mag daraus noch werden?


    Dass Ed Brubeck tot ist, ist traurig, war aber zu erwarten. Wenigstend wird unsere Neugier diesbezüglich befriedigt. Aoife gefällt mir übrigens.


    Auch ich hatte den Gedanken, dass es sich bei dem Buch, das Soleil Moore Crispin Hershey geben will, um das von Tante Eilish zuvor schon erwähnte "DAS Buch" handelt.



    Kann es sein, dass Soleil Moore Jacko ist?


    Interessanter Gedanke, der mir nicht kam, aber kann Jacko eine Frau sein?


    Insgesamt gefällt es mir nicht so gut, dass die Zeitsprünge so groß sind und die Abschnitte so plötzlich abbrechen. Ich habe noch keine Idee, wie das alles zusammenpassen soll und fühle mich noch immer etwas orientierungslos.

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.

    Einmal editiert, zuletzt von kaluma ()


  • Dann ist mir aufgefallen, dass es doch sehr, sehr viele Anspielungen zum Thema Zweiter Weltkrieg (immer aus britischer Sicht natürlich) gibt: Hier auf S. 442 "Die vielen schicken Galerien, als würden die Deutschen in Buchenwald einen jüdischen Lebensmittelmarkt eröffnen." Im zweiten Teil war auch was, was aber aus meiner Sicht durch die sowieso vorhandene Schilderung von Kriegshandlungen nicht so auffiel, aber im ersten Teil wurde Schloss Colditz erwähnt, was die Briten immer im Munde führen. Ich würde mich nicht wundern, wenn auch noch die Möhnetalsperre erwähnt wird! Ich habe bisher noch nichts von Mitchell gelesen, ist das ein besonderes Steckenpferd von ihm oder ist es nur in diesem Buch so?


    Das mit Buchenwald ist mir auch aufgefallen, Schloss Colditz hatte ich schon wieder vergessen. Ich habe es einfach als typisch britisch aufgefasst, da es mir auch in anderen Büchern schon begegnet ist, dass gern mal gegen die Deutschen quergeschossen wird. Mal weiter beobachten, ob da noch mehr kommt.

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  • Diesen Abschnitt habe ich auch beendet und das Ende war ja ganz schön gruselig. Trotzdem fand ich das Crispin sich am Ende irgendwie gewandelt hatte, er hat Aroganz und Hochmut abgelegt. Auf die Szene dass Richard Cheesemann auftaucht, brauchte man ja nur zu warten. Interessant fand ich den Spannungsbogen, man denkt jetzt ists aus aber irgendwie wäre es auch zu einfach und dann kommt Mrs Moore um die Ecke...


    Ein wenig frage ich mich aber nach dem ganzen Abschnitt welche Rolle Crispin hier wirklich gespielt hat. Ja er war gegen Ende dann wohl ein recht guter Freund von Holly, aber welchen Einfluss hat er aufs große Ganze (gehabt).


    Stellenweise habe ich mich wirklich durch den Abschnitt gequält, mir fehlte so ein wenig der Zug, der rote Faden, das Körnchen Spannung was zum Weiterlesen anreizt, darum habe ich hierfür wieder gefühlt ewig gebraucht.


    Viele Grüße
    schokotimmi

    Weltreise: 43/223 - 19,3%

  • schokotimmi , hab ich dich jetzt eingeholt? :klatschen:


    Ein wenig frage ich mich aber nach dem ganzen Abschnitt welche Rolle Crispin hier wirklich gespielt hat. Ja er war gegen Ende dann wohl ein recht guter Freund von Holly, aber welchen Einfluss hat er aufs große Ganze (gehabt).


    So, auch ich bin jetzt durch diesen Abschnitt durch und genau diese Frage stellte sich mir auch: was ist Crispins Rolle in dem Ganzen? Was sollte das? Zwischendurch wird er von den Anachoreten befragt, aber warum? Was würde sich ändern, wenn er etwas wüsste?


    Offenbar sollte Crispin irgendetwas bekannt machen, indem er Soleil Moores Gedichte liest. Und die "Gäste" (ich weiß nicht wie ich sie sonst nennen soll) haben ihn ausgewählt, weil er vor Jahren in einem Buch zufällig etwas schrieb, was im Krieg dieser unbekannten Wesen wirklich stattgefunden hat oder stattfinden wird? Doch warum ist das wichtig? Und da Crispin zu arrogant ist, die Gedichte einer unbekannten Autorin zu lesen, wird er nun dafür bestraft (recht geschieht ihm, ich mag ihn nach wie vor nicht), und das noch auf eine von ihm selbst ausgewählte Weise. Als Soleil sagte, "Sie haben es selbst vorgeschlagen", musste ich zurückblättern. Tatsächlich hat Crispin in Hay-on-Wye gesagt, lieber würde er mit sechs Schüssen ins Herz geschossen werden, als Soleils Gedichte zu lesen. Man sollte eben aufpassen, was man so dahinsagt. :breitgrins: Ob man nun Cheeseman beschuldigen wird, Crispin Hershey getötet zu haben? Und was wird weiter geschehen bezüglich Soleil Moores Gedichten?


    Soleils Bücher sind jedoch offenbar nicht DAS Buch, von dem immer wieder die Rede ist, aber Soleil ist tatsächlich Jacko oder zumindest ein Teil seiner Seele...


    Ansonsten bin ich froh, dass ich diesen Abschnitt mit dem ganzen Literaten-Gedöns nun hinter mir habe. Das war langatmig, dazu immer diese Zeitsprünge, und Anspielungen, die ich teils nicht verstehe. Eine Schriftstellerin namens Aphra Booth kenne ich nicht und E. M. Forster sagt mir zwar was, aber gelesen habe ich von ihm auch nichts, kann daher "S. Moore" nicht zuordnen (ist hier "Auf der Suche nach Indien" gemeint? Und warum?)


    Das Ende des Leseabschnitts war allerdings rasant, und immer wenn Holly auftritt, wird es interessant. Etwas erschrocken war ich allerdings darüber, dass Holly krank ist und offenbar im Sterben liegt... es liegen doch gerade mal zwei Drittel des Buches hinter uns, und schon soll ihre Aufgabe beendet sein? Ich dachte, sie würde noch eine tragende Rolle in dem bevorstehenden Kampf spielen, so suggeriert es jedenfalls der Klappentext. Sie wird mir fehlen, und was geschieht eigentlich mit Esther Little bei Hollys Tod? Braucht sie einen neuen "Wirt", vielleicht diese Ärztin, Iris Fenry? :confused:

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  • schokotimmi , hab ich dich jetzt eingeholt? :klatschen:

    Das Ende des Leseabschnitts war allerdings rasant, und immer wenn Holly auftritt, wird es interessant. Etwas erschrocken war ich allerdings darüber, dass Holly krank ist und offenbar im Sterben liegt... es liegen doch gerade mal zwei Drittel des Buches hinter uns, und schon soll ihre Aufgabe beendet sein? Ich dachte, sie würde noch eine tragende Rolle in dem bevorstehenden Kampf spielen, so suggeriert es jedenfalls der Klappentext. Sie wird mir fehlen, und was geschieht eigentlich mit Esther Little bei Hollys Tod? Braucht sie einen neuen "Wirt", vielleicht diese Ärztin, Iris Fenry? :confused:


    Du hast mich fast überholt. :zwinker:


    Einige deiner Fragen werden in den ersten Tagen des neuen Abschnitts beantwortet und ich glaube hier kommt es zu einem größeren "Showdown". Was mit den Seelen passiert weiß ich auch noch nicht...


    Das Jacko Soleil ist hatte ich nicht ganz verstanden, da muss ich nochmal zurückblättern.


    Grüße
    schokotimmi

    Weltreise: 43/223 - 19,3%


  • Das Jacko Soleil ist hatte ich nicht ganz verstanden, da muss ich nochmal zurückblättern.


    Tina hatte das weiter oben vermutet. Aber ganz sicher bin ich mir jetzt auch nicht mehr. Ich habe gerade nochmal die letzten Seiten des Abschnittes gelesen und da sagt Soleil auf S. 520: "Holly Sykes - die Anachoreten haben sich ihren Bruder geholt" und auf S. 521: "Sie und ich, wir sind Märtyrer im großen Krieg. Wie früher meine Schwester. Sie haben sie fortgelockt..." usw. Ich dachte, mit "Schwester" wäre hier Holly gemeint, aber beim zweiten Lesen sehe ich, dass es auch ganz anders sein kann... da hilft wohl nur weiterlesen.

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  • Zitat

    Als Soleil sagte, "Sie haben es selbst vorgeschlagen", musste ich zurückblättern. Tatsächlich hat Crispin in Hay-on-Wye gesagt, lieber würde er mit sechs Schüssen ins Herz geschossen werden, als Soleils Gedichte zu lesen.


    Oh, das ist mir gar nicht aufgefallen. In dem Buch sind so viele Details versteckt, da ist es gut dass wir damit eine Leserunde machen :breitgrins:

    :lesen:

  • Oh, das ist mir gar nicht aufgefallen. In dem Buch sind so viele Details versteckt, da ist es gut dass wir damit eine Leserunde machen :breitgrins:


    Das ist auch völlig an mir vorbeigegangen.


  • Dass Holly ein Buch über die Radiomenschen geschrieben hat, gefällt mir irgendwie nicht - ich hielt das für so persönlich, dass der Gedanke daran, es öffentlich zu machen, mir Unbehagen bereitet. Und ob das Miss Constantine recht ist? Wer weiß, zu was für Mitteln sie greift, wenn Holly "aus der Reihe tanzt".


    Auch ich fand es irgendwie unpassend ein Buch darüber zu schreiben. Das macht es irgendwie so gewöhnlich und nimmt dem ganzen irgendwie den Zauber, aber das ergeht natürlich nur dem Leser so, Als betroffene Person ist man da wohl eher bemüht, gerade solchen ungewöhnlichen Phänomen ein reales Gesicht zu verpassen, da man ja irgendwie damit leben muss.



    Die Schilderung ihres "Anfalls" auf dieser australischen Insel war allerdings eindrucksvoll - offenbar hat sie nicht nur Esther Little als Bewohnerin in sich, sondern kann auch Kontakt zu den Seelen Verstorbener aufnehmen? Was mag daraus noch werden?


    Das stelle ich mich sehr belastend vor und ich frage mich ebenfalls was aus Esther Little wird. Sie schein ja sehr zurückgezogen zu sein in Hollys Körper.


    Interessanter Gedanke, der mir nicht kam, aber kann Jacko eine Frau sein?


    Ich denke schon. Ich muss irgendwie immer an die Trills denken. Sie haben ebenfalls Symbionten in sich und wechseln von Wirt zu Wirt auch schon mal das Geschlecht.


    Insgesamt gefällt es mir nicht so gut, dass die Zeitsprünge so groß sind und die Abschnitte so plötzlich abbrechen. Ich habe noch keine Idee, wie das alles zusammenpassen soll und fühle mich noch immer etwas orientierungslos.


    Das stört mich eigentlich nicht. Ich bin vor allem gespannt, wie sich David Mitchell die nahe Zukunft vorstellt und vielleicht ist es witzig, das Buch noch mal in 20 Jahren zu lesen um dann zu sehen, was sich so alles verändert hat und wie es im Einklang mit der Vorstellung des Autors steht.