03 - Seite 269 bis 378 (Die Hochzeitsfeier)

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 12 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von schokotimmi.

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    LG, Dani


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  • Was bin ich froh, dass nicht Hugh, sondern Ed der Vater von Aoife und damit dauerhafter Bestandteil von Hollys Leben ist! Aber ein richtiges Familienleben ist das ja gar nicht, ich kann mich noch gut an die grauenvolle Kämpfe von Falludscha vor 12 Jahren erinnern. Ist das jetzt als Parallelhandlung zu den Kämpfen in der "Zwischenwelt" oder wie man sie auch immer nennen will, gedacht? Auf jeden Fall kann ich Holly sehr gut verstehen, dass sie Ed nicht mehr als Kriegsreporter in der Gegend sehen will. Wie auch immer, es gibt zunächst mal sehr interessante Einblicke in die journalistische Tätigkeit im Kriegsgebiet. Der Tod seiner beiden einheimischen Kollegen ist natürlich furchtbar, aber wenn Ed wirklich zurückführt, könnte das sehr gut seinen eigenen Tod zur Folge haben - er hat es ja offenbar diesmal nur ganz knapp überstanden.


    Diesmal scheint es so, als ob sich die Hochzeitsfeierlichkeiten mit den Reflexionen Eds zum Irak/ zu Bagdad abwechseln.


    Die "paranormale" Handlung ist diesmal etwas zurückgenommen, allerdings hat Ed eine Begegnung mit Frau Constantin auf dem Pier, die offenbar von ihrer Seite vor allem dazu dient, Kontakt zu Aoife aufzunehmen bzw. sie in Augenschein zu nehmen. Warum wohl? Will sie sie prüfen wegen dem zweiten Blick? Ich konnte mir vorstellen, dass das nur ein Vorwand war und dass ihre Berührung durchaus etwas bei Aoife bewirkt hat.


    Die Mutter des Bräutigams ist ja eine nervige Zicke! Irgendwie so ein Fettnäpfchentyp, der immer im falschen Moment auftaucht! Und dann die Leute von wirklich wichtigen Dingen bzw. Gesprächen abhält.


    Eine interessante Persönlichkeit ist hingegen Großtante Eilísh, finde ich - ihr hätte ich durchaus einen größeren Auftritt gegönnt und bin gespannt, ob sie noch irgendwie eine Rolle spielen wird. Denn Holly ist ja offenbar mit Aoife regelmäßiger Gast bei ihr. Es ist so oft vom Zeitpunkt von Aiofes Zeugung die Rede, dass ich mir fast vorstellen könnte, dass Ed doch nicht ihr Vater ist. Fände ich allerdings sehr schade.


    Und man hat nie mehr was von Jacko gehört - ob er wohl komplett in diese Parallelwelt übergewechselt ist? Ich bin mal gespannt!


    Ein Zitat von Ed hat mir sehr gut gefallen: "Wenn ein Elternteil stirbt, verschwindet mit ihm ein ganzer Aktenschrank voll mit fesselnden Zeitzeugnissen. Ich hätte nie geglaubt, wie begierig ich eines Tages darauf sein würde, ihn zu öffnen." (S. 277)


    Und auf S. 351 fand ich ein Wort komisch übersetzt: "Dünnsinn". Ist damit Unsinn oder Schwachsinn gemeint?

  • Ich bin auch fertig mit diesem Abschnitt und muss sagen, dass ich dazu gemischte Gefühle habe. Einerseits gefällt es mir, dass Holly und Ed ein Paar geworden sind und dass wir als Leser dadurch immer noch wissen, was um Holly herum passiert, jedoch fand ich, dass man hier zu sehr von der eigentlichen Geschichte abkommt. Für mich persönlich lag das daran, dass es hier zu viele Flashbacks zu den Ereignissen in Bagdad gab.


    Was ich sehr interessant fand, war natürlich die Begegnung von Ed und Aoife mit Miss Constantin. Sie scheint dadurch immer wichtiger zu werden. Und natürlich war da noch der Abschnitt, als Holly "vorhersagen" konnte, wo sich ihre Tochter befindet. War das aber wirklich ihre übernatürliche Kraft, oder hat da nur Esther Little aus ihr gesprochen?


    Ab hier kann ich überhaupt nicht mehr spekulieren, wie es mit der Geschichte weitergehen könnte. Das ist schon ein großer Zeitsprung zwischen diesem und dem ersten Kapitel. Ich finde, dass wir uns als Leser dadurch auch immer mehr von der Holly, die wir im ersten Kapitel kennengelernt haben, distanzieren.

    :lesen:

  • Diesen Abschnitt mochte ich sehr. Vielleicht aber auch einfach aus dem Grund, dass mir dieser beknackte Hugo so auf die Nerven ging. Ich bin, ebenso wie Tochter Alice, froh, dass Holly mit Ed zusammen ist. Ich mag Ed nach wie vor.
    Mich störten die Flashbacks aus Bagdad gar nicht. Vielleicht auch aus dem Grund, weil ich mich auch gut daran erinnern kann und ich, wie schon im vorigen Abschnitt erwähnt, davon ausgehe, dass auch diese Geschichten wichtig sind, für den Verkauf der Handlung.


    Ist auch aufgefallen, dass Tante Eilish und Dwight Silverwind (ein genialer Name übrigens) beide ein Buch erwähntenm, welches sie als "Das Buch" bezeichneten? Um welches Buch es sich hier wohl handelt.


    Ich bin mir mittlerweile sicher, dass es hier bei diesen anderen Wesen, den Symbionten, ich nenne sie jetzt einfach mal so, da sie anscheinend einen menschlichen Körper brauchen um zu existieren, gute und böse gibt.


    Ich denke, dass Miss Constantin, Rhimes und dieser Typ, der Hugo ansprach zu den Bösen gehören, während Esther Little und Marinus zu den guten gehören. Ich bin mir nur nicht sicher, wer sich hinter Dwight verbirgt.


    Als Miss Constantin Aoife berührte, hatte ich Angst, dass sie irgendeinen merkwürdigen Transfer initiiert.


    Den Namen Aoife habe ich noch nie gehört und ich weiß gar nicht, wie man ihn ausspricht. Ist das Irish?


  • Was ich sehr interessant fand, war natürlich die Begegnung von Ed und Aoife mit Miss Constantin. Sie scheint dadurch immer wichtiger zu werden. Und natürlich war da noch der Abschnitt, als Holly "vorhersagen" konnte, wo sich ihre Tochter befindet. War das aber wirklich ihre übernatürliche Kraft, oder hat da nur Esther Little aus ihr gesprochen?


    Miss Constantin taucht immer auf, aber man erkennt sie immer direkt an den grau-blonden Haaren. Ich stelle sie mir immer ein bisschen wie Nicole Kidman vor. :breitgrins:
    Ich habe auch an Esther Little gedacht, als Holly die Zimmernummer sagte. Esther Little hatte ja Holly versprochen, dass sie sich zurückhält, wenn Holly ihr Asyl gewährt. Anscheinend können diese Symbionten in die Zukunft sehen, oder aber sie leben nicht in einer linearen Zeit.


    Ab hier kann ich überhaupt nicht mehr spekulieren, wie es mit der Geschichte weitergehen könnte. Das ist schon ein großer Zeitsprung zwischen diesem und dem ersten Kapitel. Ich finde, dass wir uns als Leser dadurch auch immer mehr von der Holly, die wir im ersten Kapitel kennengelernt haben, distanzieren.


    Ich glaube das liegt daran, dass lediglich das erste Kapitel aus Hollys Perspektive geschrieben wurde und wir somit natürlich viel mehr Zugang zu ihren Gedanken und Emotionen hatten.
    Da jedoch mit jedem Kapitel auch der Erzähler wechselt, bedeutet das natürlich, dass wir die Gefühle der anderen Protagonisten nur gefiltert und abgeschwächt mitbekommen.


  • Eine interessante Persönlichkeit ist hingegen Großtante Eilísh, finde ich - ihr hätte ich durchaus einen größeren Auftritt gegönnt und bin gespannt, ob sie noch irgendwie eine Rolle spielen wird. Denn Holly ist ja offenbar mit Aoife regelmäßiger Gast bei ihr. Es ist so oft vom Zeitpunkt von Aiofes Zeugung die Rede, dass ich mir fast vorstellen könnte, dass Ed doch nicht ihr Vater ist. Fände ich allerdings sehr schade.


    Diese Frau finde ich ebenfalls faszinierend. Schon alleine die Tatsache zu damaligen Zeiten mit dem Fahrrad von England nach Nepal zu fahren, ist Wahnsinn. Sie ist mit Sicherheit ebenso Wirt für einen Symbionten wie Dwight. Beide erwähnen ein Buch. Ich finde es schade, dass das Gespräch mit Eilísh so schnell endete. Hoffentlich besucht Ed Eilísh. Ich denke, dass es wichtig ist. Ebenso wie das Labyrinth von Jacko, dass ja auch hier kurz erwähnt wurde, aber um dass sich Holly anscheinend nicht mehr gekümmert hat.



    Und man hat nie mehr was von Jacko gehört - ob er wohl komplett in diese Parallelwelt übergewechselt ist? Ich bin mal gespannt!


    Vielleicht ist er mit dem Rätsel um das Labyrinth zu retten. Ich tendiere auch eher dazu zu glauben, das Jacko irgendwo ist, aber nicht tot.



    Und auf S. 351 fand ich ein Wort komisch übersetzt: "Dünnsinn". Ist damit Unsinn oder Schwachsinn gemeint?


    Ja, das denke ich. Ich kenne den Ausdruck "geistiger Dünnschiss" und ich denke, dass kommt dem sehr nahe. :smile:


  • Ja, das denke ich. Ich kenne den Ausdruck "geistiger Dünnschiss" und ich denke, dass kommt dem sehr nahe. :smile:


    Den kenne ich auch.Aber hast Du nicht auch den Eindruck, dass das Wort hier irgendwie falsch übersetzt wurde und eigentlich gar nicht exisitiert? Naja, in dem Fall passt es zu dem Buch, da exisitiert ja so einiges "eigentlich" nicht!


  • Den Namen Aoife habe ich noch nie gehört und ich weiß gar nicht, wie man ihn ausspricht. Ist das Irish?


    Ja, ist es! Ich habe gegooglet und man sagt "IIIIf". Also Eva auf Irish!

  • Hallo,


    ich habe den Abschnitt noch nicht ganz beendet, aber ich finde es schön, wieder etwas mehr von Hollys Familie zu erfahren. Insgesamt klingt es trotz der Tragödie um Jacko doch auch irgendwie nach einem halbwegs normalen Familienleben.


    Miss Constantin macht auf mich auch immer mehr einen negativen Eindruck und der Charakter Hugo, den sie "rekrutiert" hat ist ja auch nicht gerade toll...
    Und was meinte sie mit Holly hat einen großen Fehler gemacht?!


    Ich finde es bis jetzt sehr spannend und bin gespannt auf den weiteren Verlauf...


    Grüße
    schokotimmi

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  • Gestern abend habe ich diesen spannenden Abschnitt beendet, die Suche nach Aoife fand ich sehr spannend und authentisch dargestellt. Die Panik die in Ed aufgestiegen ist, die Suche, die Horrorgeschichten die in einem Aufsteigen. Ich hatte meine kleine Tochter nur einmal 5 Minuten im Einkaufzentrum aus den Augen verloren und war völlig hysterisch und aufgelöst.


    Dwight fand ich interessant, genau wie Ellish aber ob sie nur eine besondere Gabe haben oder etwas mit der mystischen Ebene zu tun haben bleibt ja offen. Zumindest sind mir beide doch recht sympathisch und ich frage mich was es mit dem Buch auf sich hat.


    Sehr ärgerlich, dass man nun nicht gleich erfährt wie es mit Holly und Ed weitergeht... :grmpf:


    Grüße
    schokotimmki

    Weltreise: 43/223 - 19,3%

  • Dieser Abschnitt gefiel mir besser als der vorige und war auch leichter zu lesen. Eds Gedanken waren nicht ganz so wirr und detailreich wie Hugos. Und natürlich bin auch ich hocherfreut, dass Holly und Ed zusammen sind und eine Tochter haben.


    Gefragt habe ich mich hier, ob diese eingeschobenen Bagdad-Abschnitte (die sehr interessant waren) ein Blick in die Zukunft oder die Vergangenheit sind. Erst spät wird klar, dass es die Vergangenheit ist.


    Zum übernatürlichen Anteil: Miss Constantin nimmt also Kontakt zu Ed auf und prüft Aoifes Eignung als Medium oder für (was auch immer sie mit Holly gemacht hat)? Mehrmals ist die Rede von einem Buch. Dieser Wahrsager scheint auch irgendwie in diese übernatürlichen Dinge verwickelt... Außerdem erfahren wir über Tante Eilish, was mit Jacko geschehen ist: mein Eindruck im ersten Leseabschnitt, dass Jacko gar nicht Jacko war, stimmte also. Offenbar ist der echte Jacko an einer Hirnhautentzündung "gestorben", zumindest sein Gehirn, und sein Körper wurde übernommen von einem dieser Bewohner.


    Was aber deren Absichten sind, ist mir noch immer nicht klar und ich habe das Gefühl, dass wir uns immer noch in einer Art Vorgeplänkel befinden.


    Die Suche nach Aoife fand auch ich sehr rasant und spannend. Und hier hilft offenbar Hollys "Gast", sie zu finden. (Ob die "Gäste" Aoifes Verschwinden inszeniert haben, damit Ed bei Holly bleibt und nicht wieder in den Irak geht?)



    Ich hatte meine kleine Tochter nur einmal 5 Minuten im Einkaufzentrum aus den Augen verloren und war völlig hysterisch und aufgelöst.


    Ja, das habe ich auch zweimal erlebt und es war schrecklich.



    Ja, das denke ich. Ich kenne den Ausdruck "geistiger Dünnschiss" und ich denke, dass kommt dem sehr nahe. :smile:


    So habe ich das auch verstanden. Liest jemand im Original und könnte mal schauen, was da auf Englisch steht?

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.

    Einmal editiert, zuletzt von kaluma ()


  • Ich bin mir mittlerweile sicher, dass es hier bei diesen anderen Wesen, den Symbionten, ich nenne sie jetzt einfach mal so, da sie anscheinend einen menschlichen Körper brauchen um zu existieren, gute und böse gibt.


    Ich denke, dass Miss Constantin, Rhimes und dieser Typ, der Hugo ansprach zu den Bösen gehören, während Esther Little und Marinus zu den guten gehören. Ich bin mir nur nicht sicher, wer sich hinter Dwight verbirgt.


    Ja, diese Zuordnung der Personen zu den Guten und Bösen empfinde ich genauso. Interessant, mit wie wenigen Andeutungen der Autor diesen Eindruck erweckt. Aber ob es am Ende wirklich so einfach ist, oder ob der Autor da noch überraschende Wendungen bereithält?


    Ich bin gespannt wie es weitergeht und hoffe, dass endlich mal mehr Zusammenhänge hergestellt werden.

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.


  • Da ich ja schon Wolkenatlas gelesen habe, würde ich sagen, wir befinden uns in einer zeitlich abgrenzbaren Geschichte, die wie alle anderen Kapitel erst ganz am Ende zusammenfinden werden. Bis jetzt werden sie eigentlich nur lose über Holly Sykes verbunden. Im Wolkenatlas war das noch etwas krasser als hier, aber da war die "Trennung" klarer, hier erwartet man v.a. an den Übergängen mehr Erklärungen oder Fortsetzungen.


    Zum verlieren von Kindern, ich möchte es eigentlich nicht ein 2. Mal erleben, aber so langsam muss man ja auch vertrauen fassen und sie mal "alleine" loslaufen lassen (z.B. 5 Minuten allein zu Oma laufen), es kostet schon Überwindung loszulassen, wenn die Kids groß werden. :redface:


    Grüße
    schokotimmi

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