Kate Alcott - Zurück nach Tara

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links


    Titel: Zurück nach Tara
    Autorin: Kate Alcott


    Allgemein:
    381 S., Insel Verlag; 2015


    Inhalt:
    Hollywood 1938: Julie ist gerade erst in die Stadt des Glitzer und Glamours gezogen. Ihr Traum ist es eines Tages ihre eigenen Drehbücher zu schreiben und ihre ersten Kontakte führen sie mitten in das Chaos der Dreharbeiten zu David Selnicks Verfilmung von "Vom Winde verweht". Julie ist fasziniert von der Atmosphäre und fiebert schon bald mit halb Amerika mit, wer die Rolle der Scarlett O Hara spielen wird.
    Als sie Andy, einen aufstrebenden Jung Regisseur kennenlernt, werden ihre Gefühle durcheinander gewirbelt. Doch Andy erscheint ihr manches Mal fast unnahbar. Kann sie ihr neues Leben mit ihrem Traum von einer großen Liebe vereinbaren? Ihr Vorbild ist dabei vor allem Carole Lombard, deren Liebe zu Clark Gable, die Dreharbeiten nicht gerade einfach macht. Ein Skandal muss auf jeden Fall vermieden werden. Und während Tara langsam Gestalt annimmt und Clark Gable sich nach und nach mit seiner Rolle des Rhett Butler anfreundet, muss Julie ihren eigenen Weg finden um in der zerbrechlichen, Glitzer Glamour Fassade von Hollywood zu bestehen.



    Meine Meinung:
    Der deutsche Titel ist etwas irreführend und soll wohl vor allem "Vom Winde verweht"- Fans auf den Roman aufmerksam machen. Gut, zumindest bei mir ist das wohl gelungen ;) Es geht zwar um die Dreharbeiten rund um den Film, aber ansonsten hat der Titel eigentlich nicht viel zu sagen.


    Alcott kann sich aber meiner Meinung nach nicht so richtig entscheiden ob sie lieber romantisch sein will oder doch den Fokus auf die aufstrebenden jungen Frauen Hollywoods legen möchte. Julie ist hin und her gerissen zwischen dem Leben, dem sie eigentlich entfliehen möchte und ihren Träumen von der Karriere als Drehbuchautorin. Das ist an sich glaubwürdig dargestellt, allerdings fand ich das sie sich öfter mal etwas verzettelt und dann zu sehr in die Rosarote schiene rutscht. Vor allem die Liebe zwischen Clark Gable und Carole Lombard, wird doch sehr verklärt und Hollywoodlike geschildert.
    Ich finde die Stärken des Romans liegen in der Darstellung wie es Frauen in dieser Zeit allgemein in Hollywood erging. Wobei man dabei durchaus im Hinterkopf hat, das sich vieles noch immer kaum verändert hat. Damals wie heute haben Männer die Zügel in der Hand.


    Manchmal hätte ich mir mehr Mut seitens der Autorin gewünscht. Vieles wird dann doch nur angerissen. Geht wenig in die Tiefe. Schade fand ich z.B. auch die Tatsache das Julies Eltern und ihr ganzer Konflikt letztendlich in einem Kapitel abgehandelt wurde. Auch Julies Freundin Rose kommt nur am Rande vor. Die Autorin umgeht so einem größeren Streit zwischen den beiden, der aber der Handlung durchaus Pfeffer verliehen hätte. Gleichzeitig soll sie aber wichtig für Julie sein. Das fand ich nicht so glaubwürdig.
    Wer neugierig auf die Hintergründe rund um die Dreharbeiten von "Vom Winde verweht" ist, der ist hier allerdings genau richtig. Die Autorin ist hier gut informiert und hat einige Szenen eingebaut, die so tatsächlich passiert sind. Gerade wenn man den Film kennt, hat man dabei ein sehr lebendiges Bild im Kopf. Ich finde hier hat Alcott den ganzen Glanz und Glamour dieses alten Hollywoods sehr gut eingefangen.


    Was mir auch sehr gefallen hat - und für mich hat sie damit durchaus ein paar Schnitzer ausgebügelt - war das Ende, das bewusst offener gestaltet ist. Man kann sich überlegen was wohl weiter passieren könnte, ohne das man das Gefühl hätte, der Roman wäre nicht beendet. Ein bisschen wie bei Margaret Mittchels Roman *gg* Mir hat das im Gesamtbild wirklich gut gefallen, außerdem war die Autorin tatsächlich mal etwas mutiger und konnte mich sogar ein klein wenig überraschen.


    Für mich hat sich die Lektüre daher durchaus gelohnt, zum Glück kam "Vom Winde verweht" während ich den Roman noch gelesen habe im Fernsehen. Ich finde nämlich das er extrem Lust darauf macht ihn sich anzuschauen!


    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus: