Elizabeth George - Doch die Sünde ist scharlachrot/Careless in Red

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Es gibt 113 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von SABO.

  • Die Szene war echt bizarr - mir hat Lynley irgendwie leid getan, dass er so rumlaufen muss, das fand ich schon etwas arg unwürdig. Aber er selber steckt das ganz gut weg.


    An der Szene kann man gut sehen, wie egal ihm alles ist. Bis jetzt hat er nichts mehr an sich heran gelassen, vielleicht auch um sich nicht mit Helens Tod auseinandersetzen zu müssen. Das wird sich jetzt zwangsläufig ändern. Ich habe mir beim Lesen versucht vorzustellen, wie es ist wenn man vier Wochen weder Wasser noch Seife sieht und einem das offensichtlich nichts ausmacht. Was wäre wohl mit Thomas passiert, wenn er nicht über die Leiche gestolpert wäre? Ob er jemals zurück gekommen wäre?

    Es kommt darauf an, wie du dein Leben mit Leben füllst.

  • Hallo ihr Lieben, ich geselle mich auch in die Runde! :winken:


    Mir geht es wie SABO, ich hatte alle Bände der Reihe schön nacheinander gelesen und auch sehr gemocht, aber nach Helens Tod mochte ich irgendwie nicht mehr weiterlesen und bin nicht sicher, ob ich es ohne diese Leserunde jemals gewagt hätte.


    Ich bin in der Mitte von Kapitel 5 angekommen. Dass es sich bei dem einsamen Küstenwanderer um Lynley handelt, war mir schon sofort klar, nur hätte ich nicht damit gerechnet, dass er tatsächlich sieben Wochen ohne Dusche und Kleiderwechsel unterwegs ist, das passt eigentlich ja gar nicht zu ihm.



    Sich Lynley derart verwahrlost vorzustellen, fällt ein wenig schwer und doch kann ich es nachvollziehen, dass er sich für eine Weile von allem (Pflichten und Mitmenschen) zurückgezogen hat. Wenn er unter seinen Mitmenschen ist, neigt er immer dazu, doch noch irgendwie zu funktionieren. ...


    Auf seiner jetzigen Wanderung muss er niemanden etwas erklären oder Haltung bewahren oder sich um seine Freunde kümmern.


    Ja, das trifft es ganz gut, wäre Lynley bei seiner Familie geblieben, hätte er reagieren müssen, wie es vom ihm aufgrund seiner Erziehung erwartet wird; vermutlich gefasst und immer unter Kontrolle; hier auf dieser Wanderung kann er sich richtig gehen lassen, was er nach diesem traumatischen Erlebnis wahrscheinlich auch braucht.


    In diesen ersten Kapiteln werden ziemlich viele Personen mit ziemlich seltsamen Namen eingeführt und ich muss gestehen, dass ich teilweise schon innehalten musste, um nochmal zu überlegen, wer nun wessen Sohn/Tochter ist und in welchem Verhältnis der/diejenige zu der ganzen Sache steht. Vor allem bei den jüngeren Leuten tue ich mich da ein bisschen schwer, aber das wird sicher noch (vielleicht bin ich auch noch ein bisschen von meiner vorherigen Leserunde, der "Strudlhofstiege" geschädigt... :zwinker:)


    Viele der bisher vorgestellten Personen scheinen auch Geheimnisse zu haben, allen voran Daidre und natürlich auch die Griechin, Aldara. Ich hatte ja auch schon fast vermutet, dass sie an dem Abend Santos erwartet hat, allerdings hat sie die Nachricht von seinem Tod zu leichtfertig hingenommen und dann war er ja doch erst 18 oder 19 und sie 45. Gut, wobei das ja nicht unbedingt ein Hindernis sein muss, wenn man an den Fall auf Guernsey denkt, da war Guy auch Jahrzehnte älter als seine Gespielin... :rollen:


    Bisher kann ich noch gar keinen Hinweis darauf finden, dass Santo ermordet wurde, ein Unfall wäre eher wahrscheinlicher. Trotzdem darf Lynley nicht weiterwandern, wahrscheinlich liegt das aber auch daran, dass er sich nicht einmal ausweisen kann.
    Ich wüsste bisher auch nicht, wer den Jungen umgebracht haben sollte, bisher weiß man ja nur über ihn, dass er blendend aussah und sich vor kurzen wohl von Madlyn getrennt hat.



    Der Gedanke kam mir auch. War der Tote aber nicht auch in Rot gekleidet - ich meine, wegen der roten Farbe konnte Lynley ihn ziemlich gut entdecken.


    Ja, die Farbe Rot kommt ziemlich häufig vor und scheint auch eine bestimmte Bedeutung zu haben. Santos Mutter scheint ihre "Ausflüge" (was es damit wohl auf sich hat? Trifft sie andere Männer?) ja immer mit Rot anzukündigen und auch die Leiche war rot angezogen. Das wird schon eine Bedeutung haben, sonst käme die Farbe ja nicht im Titel vor.


    Die Beziehung zwischen Santos Eltern scheint aber insgesamt etwas seltsam zu sein. Kann schon sein, dass man extrem reagiert, wenn man ein Kind verloren hat, aber Sex im Zimmer des Verstorbenen, und die Tochter und ihr Verlobter nebenan?


    Wen ich noch gar nicht einschätzen kann, sind Tammy und ihr Opa. Was ist denn an Tammy so komisch, außer dass sie dünn ich und schwarze Klamotten trägt? Und in welchen Verhältnis steht sie zu Santo, wenn ihr Opa sofort zu ihr fährt um ihr von seinem Tod zu berichten? Aber aus euren Posts entnehme ich, dass man von Tammy bald noch mehr erfährt. Vielleicht hat sie ja wirklich in ihrer Kindheit einen seelischen Knacks bekommen.


    Auf Barbara, Simon und Deborah kann man in diesem Band wahrscheinlich nicht hoffen, oder? Ich denke, hier muss Lynley nun alleine durch und wahrscheinlich bringt ihn dieser Fall wieder ein bisschen zurück ins Leben. Bei der Szene im Hotel, als er an Helen und ihre Art ihn aufzumuntern denken musste, hatte ich schon einen Kloß im Hals... :sauer:

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  • odenwaldcollies: Tolle Bilder! :flirt: Ich hoffe, ich komme da auch eines Tages hin...

    :lesen: Anthony Powell - The Kindly Ones <br /><br />Mein SUB<br />Meine [URL=https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/32348.msg763362.html#msg763362]Listen


  • Die Szene war echt bizarr - mir hat Lynley irgendwie leid getan, dass er so rumlaufen muss, das fand ich schon etwas arg unwürdig. Aber er selber steckt das ganz gut weg.


    Mir tat er auch sehr leid, vor allem, weil ich mich in seiner Lage schier zu Tode geschämt hätte. Andererseits verstehe ich natürlich die Polizei, dass sie seine Klamotten sicherstellen möchte, um nicht am Ende eine Spur verloren zu haben.



    Was wäre wohl mit Thomas passiert, wenn er nicht über die Leiche gestolpert wäre? Ob er jemals zurück gekommen wäre?


    Irgendwann wohl schon, aber vielleicht nicht so schnell (wenn ihn nicht doch ein dummes Unglück ereilt hätte - die Küstenwege scheinen dort ja nicht ganz ungefährlich zu sein, wenn das Gestein so bröckelig ist!) Schon irre, wie er sich aus seinem Leben ausgeklinkt hat. Nicht nur, dass er ohne Wechselklamotten, Waschzeug und Handy unterwegs ist, er hat nicht mal Papiere dabei ...


    knödelchen: mit den ganzen Vater-Tochter-Sohn-Geschichten muss ich auch aufpassen, ich hatte gestern schon die Väter von Santo und Cadan verwechselt und mich gewundert, wieso der alte Angarrack Santo beschimpft haben sollte :rollen:


    Dass es sich bei Santos Absturz nicht um einen Unfall handelt, ist noch nicht erkennbar, nur eine Vermutung. Komisch ist aber, dass Santo offenbar kein begeisterter Kletterer war und nun in voller Ausrüstung unterwegs gewesen sein soll. Ob ihn da jemand hingelockt hat? Oder wollte er irgendwem was beweisen?

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen






  • knödelchen: mit den ganzen Vater-Tochter-Sohn-Geschichten muss ich auch aufpassen, ich hatte gestern schon die Väter von Santo und Cadan verwechselt und mich gewundert, wieso der alte Angarrack Santo beschimpft haben sollte :rollen:


    Mir ging es auch so! Die Konstellation ähnelt sich verblüffend.


    Bis Kapitel 7


    Es geht also weiter mit nebulösen Andeutungen und ich blicke mal wieder gar nicht durch, schon gar nicht bei den Beziehungen der verschiedenen Protagonisten. Irgendwie scheinen sich ja doch alle zu kennen und irgendwie miteinander verknüpft zu sein, aber wie?


    Immerhin, Kerra und Madlyn waren beste Freundinnen, soweit hab ich es kapiert. Als Madlyn eine Liebesbeziehung zu Santo aufnahm, war es mit der Freundschaft vorbei. Und mit Santo war dann auch bald wieder Schluss. Für ein Mordmotiv ist mir das aber viel zu einfach und zu dünn.


    Alex hat schon eine führende Rolle im Familienunternehmen eingenommen, bevor Santo tot war. Er hat für mich bis jetzt auch noch kein greifbares Motiv, denn Santo war eh froh darum, dass er mit dem Hotelmarketing nichts zu tun hatte.


    Sehr seltsam finde ich Dellen und ihre Ehe mit Ben. Die Frau ist doch gelinde gesagt nicht ganz ok im Oberstübchen. Irgendeine psychische Krankheit oder Verhaltensstörung scheint mir da vorzuliegen, weil so reagiert doch keine Mutter, die ihren Sohn verloren hat? Ben erscheint mir da schon authentischer, aber auch er hat Geheimnisse, von denen bisher nur in Andeutungen die Rede ist.


    Cadan und seine Arbeitseinstellung finde ich witzig :zwinker: ich weiß nicht so recht, ob er ein wirkliches Interesse an seinem Job hat oder ob er nur den Fuß in der Tür haben will, wenn die Trainerjobs vergeben werden. Er macht einen ahnungslosen Eindruck, aber auch ihm traue ich zu, dass er mehr weiß, als er im Moment zugeben würde.


    Wow, was Hannaford da macht, ist ja ganz schön dreist - einfach Lynleys Dienstpapiere bei New Scotland Yard anfordern und ihn zur Bespitzelung von Daidre zu verdonnern... Die Frau ist ziemlich schmerzfrei, würde ich sagen. :breitgrins: Aber Lynley tut es gut, hab ich das Gefühl, dass er wieder etwas anderes zu Denken bekommt als ständig mit seinem Schicksal hadern zu müssen. Immerhin hat er sich wieder schick gemacht und kann wieder unter die Leute. :zwinker:

    :lesen: Rebecca Gablé - Das Spiel der Könige

  • Lynley auf Wanderschaft, den Blick in die Ferne nach innen gerichtet, alles läuft bei ihm wie eine Schleife ab, was würde er nicht alles dafür geben..und was wäre wenn.. Im Hintergrund könnte Metallica laufen, mit: "Nothing else matters" und es gibt anscheinend nichts mehr, was ihm wichtig wäre, zumindest seine Person betreffend, ansonsten bleibt er korrekt und auch, als er verwahrlost im Overall durch das Lokal läuft, habe ich noch Respekt vor ihm.
    Selbst die Stiefel haben sie ihm abgenommen, es war ihm egal, denn er kennt und akzeptiert den Lauf der Ermittlungen. Ein tadelloser Mann, auch mit Bart und ohne Bad..

  • Zu der Szene mit dem weißen Overall, die ich auch beeindruckend fand:


    An der Szene kann man gut sehen, wie egal ihm alles ist.


    Stimmt. Es gibt Lebenslagen, in denen es unwichtig wird, wie man aussieht und was man anhat, und das ist eine solche. Nur widerspricht sie eben allem, was man von Lynley vorher so kannte.


    Zitat


    Bis jetzt hat er nichts mehr an sich heran gelassen, vielleicht auch um sich nicht mit Helens Tod auseinandersetzen zu müssen. Das wird sich jetzt zwangsläufig ändern. Ich habe mir beim Lesen versucht vorzustellen, wie es ist wenn man vier Wochen weder Wasser noch Seife sieht und einem das offensichtlich nichts ausmacht. Was wäre wohl mit Thomas passiert, wenn er nicht über die Leiche gestolpert wäre? Ob er jemals zurück gekommen wäre?


    Ich habe nicht den Eindruck, er will sich nicht mit Helens Tod auseinandersetzen. Er tut es. Trauern braucht sehr viel Zeit. Ohne die Leiche hätten wir keinen Krimi, sondern ein Buch über eine Wanderschaft :breitgrins: (was ich auch interessant finden würde). Und ja, ich denke, irgendwann hätte er seine Wanderschaft beendet und wäre ins Leben (in ein anderes Leben) zurückgekehrt.


    Ich habe bis einschließlich Kapitel 10 weitergelesen und bekomme auch langsam Mühe, alle zwischenmenschlichen Beziehungen in den Familien mit den Leuten mit den seltsamen Namen zu überblicken. Ein großer Teil davon rauscht einfach an mir vorbei, und ich werde später sehen, was ich da verpasse. Lieber bin ich mit Lynley unterwegs. Es war schön, mit ihm und Daidre einzukaufen, über Gartenarbeit zu reden, zu kochen und zu Abend zu essen. Daidre gefällt mir, wenngleich sie ein wenig zu neugierig ist. Das kommt wohl von dem Interesse, das sie an Lynley hat. Und ich möchte gern wissen, was für ein Geheimnis sie nun eigentlich hat.


    Bei wem ich außerdem noch gerne bin, ist Ben, der auch trauert (auch dies treffend beschrieben). Im Gegensatz zu seiner Frau, die mir tatsächlich schwer gestört vorkommt (befremdlich, wie sie sich an Cadan heranmacht, und seltsam ist auch, dass sie nicht wusste, dass Santo und Madlyn ein Paar waren). Komplizierte Familienverhältnisse, nach und nach erfährt man, was in dieser Familie so Seltsames abgeht und einiges kommt da auch noch, denke ich. Anfangs hatte ich mich gefragt, was Kerra eigentlich für ein Problem mit Alan hat, der doch ein netter patenter Kerl zu sein scheint. Am Ende von Kapitel 10 wird allerdings etwas angedeutet, was dies erklären könnte ( :entsetzt:), und auch ein Licht auf Santo wirft. Allerdings gibt es einige Verdächtige für den Mord an Santo, wie üblich bei E. George.

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.

    Einmal editiert, zuletzt von kaluma ()

  • knödelchen:
    Mir geht es genauso wie dir und den Anderen hier: ich musse ebenfalls ziemlich aufpassen, dass ich die Väter und Söhne/Töchter nicht durcheinander werfe.



    Cadan und seine Arbeitseinstellung finde ich witzig :zwinker: ich weiß nicht so recht, ob er ein wirkliches Interesse an seinem Job hat oder ob er nur den Fuß in der Tür haben will, wenn die Trainerjobs vergeben werden. Er macht einen ahnungslosen Eindruck, aber auch ihm traue ich zu, dass er mehr weiß, als er im Moment zugeben würde.


    Ich hatte auch den Eindruck, dass er sich einfach die Hintertür für einen Trainerjob und seine Pläne für das leere Schwimmbecken offen halten will :breitgrins:

    Liebe Grüße

    Karin

  • Bis einschl. Kapitel 13:
    Ich glaube, bei dem Gerede von manchen Erwachsenen würde ich hier einen Schreikrampf bekommen. Gerade Selevan würde ich an Tammys Stelle als ziemlich peinlich empfinden :rollen: Santo konnte offen mit Tammy reden, weil sie ... was? Überhaupt kein Interesse an Männern oder Sex hat oder weil sie lesbisch ist? Was versteht Santo unter der anormalen Beziehung? Fühlte er sich zu Männern hingezogen, war er bisexuell? Überrascht hat mich, dass er zu Tammy sagte, er glaube, dass er Madlyn lieben würde, sich aber nicht sicher sei, weil es da noch das Andere gibt. Bisher hatte man aufgrund der Beschreibungen von Santo eher das Gefühl, dass Madlyn auch nur Vergnügen für Santo war und nicht mehr. Wie lange waren die beiden zusammen? 18 Monate? Ich finde das ganz schön lang nur für eine Bettgeschichte. Und warum hat Dellen nichts von der Beziehung ihres Sohnes gewusst? War die Beziehung für ihn doch wichtiger, wie alle dachten, und er wollte sie irgendwie vor seiner Mutter schützen, weil sie eben so ist, wie sie ist?
    Und dann zählt Jago auch noch die Kondome, nachdem Santo und Madlyn zusammen waren - na toll. Wenn keine gebrauchten Kondome zu finden waren, gibt es neben dem ungeschützen Sex auch noch die Möglichkeit, dass sie mal gar keinen Sex hatten, aber das scheint für alle Außenstehenden gar nicht in Frage zu kommen.


    Dellen ist mehr als seltsam, ist sie vielleicht Nymphomanin? Wenn ja, ging man dann bei Santo ebenfalls davon aus, weil er seiner Mutter optisch ähnelte und bei der Damenwelt sehr beliebt war? Das ist ja heftig, wie sie sich an die jungen Männer ranmacht. Habe ich das richtig verstanden, sie hat auch schon Kerras Freund damals verführt? Und Alan womöglich auch? Die Postkarte, die Kerra findet, lässt sowas beinahe vermuten. Kein Wunder, dass Kerra auf ihre Mutter nicht gut zu sprechen ist.


    Ist Ben Dellen hörig, dass er ihr Verhalten jahrelang mitmacht - oder glaubt er, er ist der Einzige, der sie irgendwie retten könnte? Erstaunt war ich darüber, dass er seinem Sohn das Surfen verboten hat, er selber früher aber ein leidenschaftlicher Surfer war. So ganz kann ich immer noch nicht verstehen, warum er es Santo so vehement verboten hat.


    Was mit Daidre ist, wissen wir immer noch nicht und ich kann mir bisher auch überhaupt nichts vorstellen, um was es gehen könnte. Schon gar nicht hatte ich damit gerechnet, dass ihr Geheimnis vielleicht die fehlende Lücke in ihrem Lebenslauf betreffen könnte. Ich hätte eher etwas vermutet, dass in der näheren Vergangenheit liegt. Ich hoffe nur, es hat nichts mit dem Mord zu tun, ich finde es wirklich rührend, wie sie sich um Lynley kümmert und ihn etwas aus seiner Lethargie holt. Manchmal habe ich das Gefühl, ob sie selbst ähnliches schon mal erlebt hat. Wie sie ihn beim Dart abledert und ihm bereits der Kopf von den Regeln schwirrt, war ziemlich witzig. Auch die Vorstellung, wie er abwäscht und den Herd putzt :breitgrins: Absolut nachvollziehbar, dass sich Lynley ganz und gar nicht wohl in seiner Haut fühlt, dass er Daidre bespitzeln soll.


    Die Episode in der Redaktion des Watchman kann ich noch nicht so recht einordnen, bisher trat doch Max Priestley nicht großartig in Erscheinung, oder? Irgendwie habe ich kein so gutes Gefühl, was den Zeitungsartikel angeht, hoffentlich wird Lynley darin nicht wieder erwähnt, denn sonst kommt sicherlich auch wieder Helens Tod in die Presse, und das muss jetzt echt nicht nochmal sein.
    Was ich auch überhaupt nicht verstehe, sind Daidres Recherchen zu irgendwelchen Wunder - wie passen die denn hier rein?


    Barbara taucht doch in diesem Band auf, das freut mich riesig :klatschen: Ich musste so lachen, wie Lynley sich Gedanken wegen ihrer Höllenmaschine namens Auto und Barbaras typischem Verhalten macht. Und auch das ist typisch Barbara: pragmatisch, wie sie ist, macht sie keine großen Worte, sondern ist natürlich direkt bereit, ihm zu helfen.
    Mehr Bauchschmerzen hatte ich allerdings, als Sir Hillier Bea kontaktiert, hoffentlich setzt er nicht wieder irgenwelchen Ärger in Gang.

    Liebe Grüße

    Karin

  • Bis Kapitel 7


    Ein bisschen geschmunzelt habe ich über Bea Hannafords Erfahrungen mit Online-Singlebörsen: "There might be millions of fish in the sea, but Bea Hannaford kept hooking crab pots and seaweed." :breitgrins: Wie sie und ihr Ex überhaupt zusammengekommen sind, fände ich mal interessant zu erfahren. Die beiden scheinen ja echt null zusammengepasst zu haben.


    Daidre Trahairs Geheimnistuerei ist wirklich höchst merkwürdig. Wieso hat sie Bedenken, in der Bücherei ins Internet zu gehen? Hat sie Angst, jemand könne ihre Browserhistorie nachvollziehen? Ich bin auch gespannt, was wir noch über sie, Aldara und diesen Max von der Zeitung erfahren werden. Und auch Hannaford scheint ihr nicht so ganz zu trauen, so wie sie sie ausquetscht, welche Route sie genau auf dem Weg zu ihrem Wochenendhäuschen genommen hat.


    Und auch das restliche Knäuel an zwischenmenschlichen Beziehungen finde ich bisher noch ganz schön unübersichtlich. Cadan, Kerra, Madlyn, Santo, Tammy, die jeweiligen Eltern/Großeltern, Alan, Jago Reeth ... Die Freundschaft zwischen Kerra und Madlyn ist anscheinend an Madlyns Beziehung zu Santo gescheitert. Aber wieso führt Kerra sich da so auf? Hatte sie amouröse Absichten oder war sie eifersüchtig auf ihren Bruder, weil der so hübsch war und alle um den Finger wickeln konnte? Und warum hat Madlyn ihrerseits ihr so übles Zeug mit der Post geschickt?


    Krass auch irgendwie, wie die Kernes immer wieder übereinander herfallen, ausgerechnet jetzt. Und irgendwas hat es offenbar wirklich mit der Farbe von Dellens Klamotten auf sich. Ich frage mich, ob sie irgendein psychisches Problem hat.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen





  • Das ist auch meine Hoffnung.



    Eben, irgendwas muss an Santo doch speziell gewesen sein.


    Der Tod von Santo ist mysteriös, ich finde ihn so überbewertet, als würde Santo für alle eine zentrale Figur spielen..Wer weiß, vielleicht hängen ja alle irgendiwie mit drin. Es hiess ja, es wär ein Schmugglerörtchen, ich könnte mir vorstellen, das Santo irgendeine Einnahmequelle für die Bewohner darstellte, vielleicht hat er Geld bekommen und Sachen besorgt..die Investition wär jetzt futsch, oder würde in der Luft hängen.. (hat er sie erpresst?)..anders kann ich mir den Hype um eines Teenagers Tod nicht vorstellen..was kann er Wichtiges für die Bewohner gewesen sein, Männer wie Frauen?
    Grundsätzlich glaube ich, das jeder der Schuldige sein kann, außer Lynley.
    Daidre macht sich gerade bei mir verdächtig, warum hat sie gelogen, warum ist es im Nachhinein so wichtig, das keiner erfährt, das sie den toten Jungen erkannt hat, sie hat es ja offen in der Kneipe gesagt. Außerdem spioniert sie Lynley hinterher.
    Da haben wir es wieder, so ein Aufriss, sogar die Zeitung will einen großen Bericht schreiben, der Tod der Queen würde auch nicht mehr Zeilen bekommen.
    Auch Cadens Vater, der Surfer, könnte es gewesen sein, ob er der geheimnisvolle Besucher von der Griechin ist? Warum ist es so wichtig, Madelyn zu beruhigen?
    Sorry, ich bin gerade im Spekuliermodus..

  • Leute, ich habe ja seit dieser Woche eine Brille: plötzlich kann ich wieder richtig lange lesen - und nicht nur mit dem Reader, bei dem man die Schrift vergrößern kann :breitgrins:


    Das war für mich auch ein aha-Erlebnis :zwinker: Schwierig wurde es allerdings, als ich auf eine Gleitsichtbrille umgestiegen bin. Aber das hat sich auch wieder gegeben. Viel Spaß beim neuen Lesen :winken:

    Es kommt darauf an, wie du dein Leben mit Leben füllst.


  • Das war für mich auch ein aha-Erlebnis :zwinker: Schwierig wurde es allerdings, als ich auf eine Gleitsichtbrille umgestiegen bin. Aber das hat sich auch wieder gegeben. Viel Spaß beim neuen Lesen :winken:


    Meine erste Brille ist jetzt auch eine Gleitsichtbrille, aber da die Werte noch nicht so heftig sind, ging die Eingewöhnung ziemlich gut.



    Außerdem spioniert sie Lynley hinterher.


    Das finde ich jetzt nicht sooo überraschend, dass sich Daidre über Lynley informiert, ich denke, das würde ich ihn ihrem Fall auch tun. Schon allein wegen der Reaktion der Hannafords auf Lynley, die zeigte, dass da irgendwas im Busch ist. Wenn bei mir ein abgerissener wildfremder Mensch eine Scheibe eingeschlagen hätte und sich danach herausstellt, dass er eigentlich Beamter von Scotland Yard wäre, würde ich garantiert ebenfalls mal Tante Google befragen, ob dieser Typ wirklich koscher ist :breitgrins:
    Auffällig finde ich aber auch ihr Interesse an seinem Schmerz - ob sie schon mal ähnliches durchgemacht hat?



    Ein bisschen geschmunzelt habe ich über Bea Hannafords Erfahrungen mit Online-Singlebörsen: "There might be millions of fish in the sea, but Bea Hannaford kept hooking crab pots and seaweed." :breitgrins: Wie sie und ihr Ex überhaupt zusammengekommen sind, fände ich mal interessant zu erfahren. Die beiden scheinen ja echt null zusammengepasst zu haben.


    Da musste ich auch grinsen. Und ja, mich würde auch mal interessieren, wie die beiden früher miteinander ausgekommen sind.



    Wieso hat sie Bedenken, in der Bücherei ins Internet zu gehen? Hat sie Angst, jemand könne ihre Browserhistorie nachvollziehen? Ich bin auch gespannt, was wir noch über sie, Aldara und diesen Max von der Zeitung erfahren werden.


    An die Browserhistorie musste ich auch direkt denken, allerdings hätte ich da bei einem PC in einer Zeitungsredaktion deutlich mehr bedenken. Stimmt, gerade von Aldara hat man bisher gar nichts mehr gelesen.



    Ich frage mich, ob sie irgendein psychisches Problem hat.


    Ich tendiere dazu, dass sie ein psychisches Problem hat.

    Liebe Grüße

    Karin


  • Das finde ich jetzt nicht sooo überraschend, dass sich Daidre über Lynley informiert, ich denke, das würde ich ihn ihrem Fall auch tun. Schon allein wegen der Reaktion der Hannafords auf Lynley, die zeigte, dass da irgendwas im Busch ist. Wenn bei mir ein abgerissener wildfremder Mensch eine Scheibe eingeschlagen hätte und sich danach herausstellt, dass er eigentlich Beamter von Scotland Yard wäre, würde ich garantiert ebenfalls mal Tante Google befragen, ob dieser Typ wirklich koscher ist :breitgrins:


    Ja, das fand ich auch nachvollziehbar.


    Zitat

    Auffällig finde ich aber auch ihr Interesse an seinem Schmerz - ob sie schon mal ähnliches durchgemacht hat?


    Denkbar wäre es, darauf bin ich noch gar nicht gekommen. Aber mir fällt auch auf, dass sie da sehr stark einhakt.


    Zitat

    Ich tendiere dazu, dass sie ein psychisches Problem hat.


    Nachdem ich gestern noch zwei Kapitel weitergelesen habe (Näheres dazu heute abend, wenn ich das Buch wieder greifbar habe), bin ich davon sogar ziemlich überzeugt.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen





  • Bis Kapitel 12
    Ich habe mich endlich durch das Wirrwarr an Namen, Familien und persönlichen Verwicklungen gewurstelt :rollen: Ich hatte schon beim ersten Lesen Probleme, Namen und Personen auseinander zu halten und hatte gehofft, dass sich das Problem beim zweiten Lesen in Wohlgefallen auflösen würde. Es hat ein bisschen gedauert, aber jetzt bin ich durch.


    Geht es nur mir so, oder sind die meisten Beteiligten wirklich ein bisschen seltsam? Nicht nur Santos Familie, sondern auch die von Caddan... es gibt so viel Andeutungen und vieles scheint unter der Oberfläche zu brodeln. Zumindest bei Santos Eltern wird der Schleier ein bisschen gelüftet. Aber was ist mit seiner Schwester und ihrem Partner/Verlobten? Den finde ich seltsam. Die beiden passen so überhaupt nicht zusammen und ich kann ihre Motive nicht verstehen, warum sie zusammen sind. Ihm scheint es ums Unternehmen zu gehen, aber ihr? Echtes Interesse scheint sie an ihm nicht zu haben.


    Daidres Interesse an Thomas finde ich auch nicht so überraschend. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass wir heute viel mehr Informationen über alles suchen, was uns begegnet. Der Krimi ist immerhin schon acht Jahre alt, da war das noch ein bisschen anders. Ich finde sie sehr interessant und im Gegensatz zu den meisten anderen Personen auch sehr normal.

    Es kommt darauf an, wie du dein Leben mit Leben füllst.


  • Geht es nur mir so, oder sind die meisten Beteiligten wirklich ein bisschen seltsam?


    Mit diesem Gefühl bist du nicht allein.



    Aber was ist mit seiner Schwester und ihrem Partner/Verlobten? Den finde ich seltsam. Die beiden passen so überhaupt nicht zusammen und ich kann ihre Motive nicht verstehen, warum sie zusammen sind. Ihm scheint es ums Unternehmen zu gehen, aber ihr? Echtes Interesse scheint sie an ihm nicht zu haben.


    Das ist mir ebenfalls schleierhaft, warum die beiden überhaupt zusammen sind.

    Liebe Grüße

    Karin

  • Bis einschl. Kapitel 18:


    Die beste Szene ist doch die, als sich Lynley morgens Barbara gegenübersieht: "Mein Gott", entfuhr es ihm. "Ich bin schon schlimmer betitelt worden", bemerkte Havers - einfach köstlich totlach


    Und dass Winston ihr den Schlafanzug ausgesucht hat, ist auch drollig :breitgrins: Wenn Lynley und Barbara zusammen sind, dann ist die Sache einfach noch runder, finde ich. Lachen musste ich auch bei der Vorstellung, wie seine Lordschaft das Fenster repariert und dabei noch denkt, dass das nicht so schwer sein kann :breitgrins:


    Ich habe immer noch keine konkrete Ahnung, wo Daidres Geheimnis liegen könnte, außer, dass sie womöglich keine leibliche Trahair ist, das würde die fehlende Geburt in den Papieren und die fehlenden Jahre in ihrer Kindheit erklären. Da sie so von der Postkarte mit dem Zigeunerwagen angetan war, habe ich überlegt, ob ihre Eltern vielleicht obdachlos oder vom fahrenden Volk waren und Daidre adoptiert bzw. ausgesetzt wurde, ohne dass der bürokratische Weg eingeschlagen wurde. Aber warum macht sie dann selbst so ein Geheimnis darum, da müssten doch eher ihre (Adoptiv)eltern darum bemüht sein, dieses Geheimnis zu wahren, wenn sie etwas Illegales getan hätten. Dafür, dass Daidre in Wahrheit arme Eltern gehabt hat, könnte auch sprechen, dass sie sich Lynleys Elternhaus und ihr Leben in den tollsten Farben ausmalt.


    Dass Daidre ein Verhältnis mit Santo hatte, glaube ich im Moment noch nicht wirklich, dafür hat mir Madlyn zu wenig gesehen. Und mal ehrlich, sie wusste um Santos Ruf, da ist man als dessen Freundin noch eher misstrauisch und reimt sich schneller etwas zusammen. Wenn die beiden wirklich eine Affäre gehabt hätten, dann würde ich ein wenig mehr Trauer bei Daidre erwarten. Sie scheint ja eine gute Zuhörerin zu sein, wie man an Lynley sieht, vielleicht war Santo bei ihr, weil er mit ihr reden konnte? Andererseits hätte er das auch mit Tammy tun können, vielleicht war Tammy aber mit ihrer religiösen Haltung nicht der richtige Ansprechpartner - dann bleibt aber immer noch die Frage, warum ausgerechnet Daidre? Hat das was mit ihrer Vergangenheit zu tun? Wenn ja, dann habe ich echt keinen Schimmer, um was es sich dabei handeln könnte. Außerdem wissen wir immer noch nicht, wie die Griechin (mir fällt gerade der Name nicht ein) hier reinpasst, bei ihr hatte ich eher den Eindruck, dass sie Santo vllt. nicht abgeneigt wäre. Und wenn sie Daidres Freundin ist, könnte das vllt. auch erklären, warum Santo sich diesbezüglich an Daidre gewandt hat, je nachdem, um was es wirklich ging. Aber auch bei der Griechin fiel uns schon die mangelnde Trauer auf.


    Natürlich könnte es auch möglich sein, dass Daidres mangelnde Trauer darauf zurückzuführen ist, dass sie Santo umgebracht hat. Vielleicht hat sie deswegen Lynley gegenüber darauf gedrängt, zuerst die Leiche zu sehen, um sicher zu sein, dass er auch wirklich tot ist. Wo dann aber das Motiv liegt - keine Ahnung!


    Dellen sollte ganz dringend psychologische Hilfe in Anspruch nehmen, ihr Verhalten ist doch nicht normal. Ich kann Bens Vater ein Stück weit verstehen, dass er sauer auf seinen Sohn ist, aber andererseits muss dieser selbst wissen, was er tut, daher gefällt mir die Haltung seiner Mutter besser, die zwar bestimmt nicht begeistert von ihrer Schwiegertochter ist, aber dennoch den Kontakt zu ihrem Sohn hält. Ich bin ja gespannt, wie lange Cadan nun tatsächlich noch seinen Job haben wird, ob Kerra ihn bei ihrem Vater verpfeifen wird oder nicht. Kein Wunder, wenn die Kinder in Beziehungsdingen etwas schwierig sind.


    Wie passt nun die Sache mit James hier rein, der damals in der Höhle ertrunken ist? War Dellen damals tatsächlich schuld? Dann hätte sie sich schon damals dringend professionelle Hilfe holen müssen. Aber ob James' Tod mit Santos Tod etwas zu tun hat? Man könnte argumentieren, dass sich vielleicht die Eltern von James gerächt haben, in dem sie den Kernes ebenfalls einen Sohn "genommen" haben, aber warum erst nach all den Jahren? Vielleicht sind sie Santo zufällig begegnet und ihnen ist direkt die optische Ähnlichkeit mit seiner Mutter aufgefallen? Aber dennoch, nach so langer Zeit einfach einen Menschen umbringen, der mit der Sache damals überhaupt nichts zu tun hatte?


    Bea zusammen mit Barbara hat mir gut gefallen, die beiden Damen lassen sich nicht die Wurst vom Brot nehmen :breitgrins: Aber Bea nervt mich allmählich zunehmend mit ihrem Misstrauen Ray gegenüber. O.k., dass sie verletzt und enttäuscht war, dass er sie zur Abtreibung drängen wollte, aber sie hat doch den Schlussstrich gezogen, wenn ich das richtig verstanden habe? Warum schnüffelt sie dann nach all den Jahren immer noch in seinem Privatleben? Dass sie Pete vor schlechten Einflüssen bewahren will, sind doch nur faule Ausreden. Und so wie es aussieht, hat Ray längst bedauert, dass er damals die Abtreibung wollte.
    Außerdem hätte sie McNulty mal ausreden lassen können, was die Surfgeschichten und Websites angeht, die Santo besucht hatte, vielleicht wäre da doch etwas mehr dahinter gewesen, als nur sein Interesse am Surfen.


    Tammy will sich also wirklich einer religiösen Gruppe anschließen, ich hoffe nur, es ist keine Sekte, die sie völlig vereinnahmen will. Jago ist mir von den älteren Erwachsenen noch der Liebste, er hat wirklich einen guten Draht zu den Jugendlichen und gesteht ihnen zu, ihre eigenen Fehler zu machen. Vielleicht ist es wirklich ein Vorteil, dass er mit ihnen nicht verwandt ist, da hat man oftmals eine etwas lockere Haltung. Ich habe war das Zählen der benutzten Kondome nicht unbedingt gut gefunden, aber nachdem wir erfahren, dass Dellen mehrmals mit ihren Abenteuer schwanger wurde, kann ich sogar verstehen, dass Jago das getan hat. Was ist denn mit Dellens Schwangerschaften geschehen? Hat sie abgetrieben oder wurden die Kinder abgegeben? Wenn Daidre deutlich jünger wäre, würde ich evtl. darauf tippen, dass sie Dellens Tochter wäre, aber so ist sie dafür zu alt, glaube ich. Andererseits hat Dellen sicherlich schon sehr früh mit dem Sex angefangen.

    Liebe Grüße

    Karin

  • Bis Kapitel 9


    Die Beziehung zwischen Kerra und Alan ist merkwürdig, oder? Bei ihrer seltsamen Familie kann ich nachvollziehen, dass sie keine große Lust darauf hatte, ihn im Familienbetrieb mitarbeiten zu lassen, aber wieso sperrt sie sich so gegen alles, was er tut oder dagegen, wenn er sie trösten will? Ist da was vorgefallen oder ist sie komisch drauf, oder ist das womöglich nur die Trauer?


    Dellen hat definitiv einen Dachschaden und scheint auch Medikamente zu nehmen. Ist sie psychotisch oder so was? Dazu würde ihre Behauptung passen, Ben wolle sie in ihrem desolaten Zustand "vorführen", als er sie holen muss, weil die Polizei da ist. Und dann das Sex-Gequatsche mit Cadan, den sie gerade mal fünf Minuten kennt :entsetzt: Hier fand ich übrigens auch wieder Georges Darstellung großartig - erst sehen wir Dellen durch Bens Augen als immer noch ziemlich sexy-attraktive Frau, durch die Brille von Bea wirkt sie deutlich abgehalfterter. Die gemeinsame Vorgeschichte des Paares würde mich interessieren. Da lauert doch garantiert auch noch irgendein düsteres Geheimnis.


    Bens Gründe dafür, Santo vom Surfen abhalten zu wollen, erscheinen mir mehr als fadenscheinig. Weil es so eine einzelgängerische Sportart ist? Weil er die Surferszene nicht mag? Sehr dünn in meinen Augen, und ganz sicher nichts, was einen Achtzehnjährigen überzeugen würde, das Surfen seinzulassen, wenn er es gerne wollte. Aber trotzdem erfahren wir auch interessante Dinge über ihn. War Santo promiskuitiv, hatte er deshalb die Schachtel Kondome im Auto, weil er ständig wechselnde Mädchen hatte?


    Traurig war der Moment, als Ben Santos Logo-Entwürfe entdeckt hat und feststellen musste, dass sein Sohn sich doch für das Hotel interessierte :traurig: Hätte er das nur mal früher gemerkt.


    Tammy hat offenbar wirklich so eine Art religiösen Wahn, gegen den Hunger in der Welt kämpfen zu müssen :gruebel: Und ihr Opa hat was gegen Lesben. Was diese beiden Figuren mit dem Fall zu tun haben, erschließt sich mir noch nicht so ganz, abgesehen von der Unterhaltung zwischen Selevan und Jago, bei der der ungeschickte Ratschlag, "den Kerl umzubringen", ans Licht kommt. Aber Madlyn als Täterin aus Eifersucht oder enttäuschter Liebe wäre mir etwas zu einfach.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen





  • Ich habe bis einschl. Kapitel 14 gelesen, tue mich aber ein wenig schwer mit dem Kommentieren. Lese aber alle eure Kommentare!


    So langsam kommt mehr und mehr ans Tageslicht über die zwischenmenschlichen Beziehungen in den Familien und über Geschehnisse in der Vergangenheit. Familie Kerne interessiert mich hier mehr als Familie Angarrack, wobei Ben und Kerra mir wirklich leid tun. Dellen nicht, die finde ich einfach nur unmöglich und verrückt... Cadan ist aber auch ein bißchen dämlich, dass er sich von ihr so einwickeln lässt. Offenbar ist sie hochgradig nymphoman und spannt sogar ihrer Tochter regelmäßig den Partner aus, denn offensichtlich hat sie ja was mit Alan ( :kotz:)


    In Bens Jugend gab es also einen Todesfall/Unfall, für den er verantwortlich gemacht wurde. Sehr bedauerlich, aber ob er wirklich schuld war? Ich denke eher nicht und kann mir auch nicht vorstellen, dass das etwas mit dem Mord an Santo zu tun haben könnte. Rache wäre zwar ein Motiv, aber ich halte das eher für eine von Frau Georges falschen Spuren.



    Geht es nur mir so, oder sind die meisten Beteiligten wirklich ein bisschen seltsam?


    Nein, das finde ich auch, da geht es mir ganz genauso wie dir und odenwaldcollies.



    Daidres Interesse an Thomas finde ich auch nicht so überraschend. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass wir heute viel mehr Informationen über alles suchen, was uns begegnet. Der Krimi ist immerhin schon acht Jahre alt, da war das noch ein bisschen anders. Ich finde sie sehr interessant und im Gegensatz zu den meisten anderen Personen auch sehr normal.


    Ja, Daidre finde ich auch interessant, sympathisch, nett und normal verglichen mit den anderen. Für Thomas interessiert sie sich so genau, weil sie ihn anziehend findet, vermute ich. Vielleicht spielt auch seine Geschichte eine Rolle, denn:



    Auffällig finde ich aber auch ihr Interesse an seinem Schmerz - ob sie schon mal ähnliches durchgemacht hat?


    Das vermute ich auch. Ob das Wunder, das sie sucht, wirklich nur für den Kollegen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs bestimmt ist oder vielleicht doch für eine näherstehende Person? Ihren Partner? Doch nach dem Ende von Kapitel 14 frage ich mich, ob sie vielleicht ein Kind verloren hat? Eltern und Bruder scheinen ja noch zu leben.
    Ich schätze wir werden es erst ganz am Schluss erfahren.


    Tammy und ihren Großvater fand ich auch ein wenig seltsam (dieses Aufklärungsgespräch war ja megapeinlich :redface:) aber an sich sind beide ganz in Ordnung, ebenso wie der andere Alte (Freund vom Großvater).


    Außerdem frage ich mich, wann endlich Barbara auftaucht, nachdem sie ja schon angerufen wurde, und was es eigentlich mit dieser geheimnisvollen Griechin Aldara auf sich hat, die am Anfang so rätselhaft eingeführt wurde und seitdem nicht wieder vorkam - irgendeine Rolle muss sie doch auch noch spielen.

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.


  • Doch nach dem Ende von Kapitel 14 frage ich mich, ob sie vielleicht ein Kind verloren hat? Eltern und Bruder scheinen ja noch zu leben.


    Daran hatte ich noch gar nicht gedacht, den Gedanken werde ich auch mal im Hinterkopf behalten.

    Liebe Grüße

    Karin