Eve Chase - Black Rabbit Hall

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Rezension


    INHALT
    Sommer 1968. Auf dem Gut Black Rabbit Hall im Cornwall kommt die vierfache Mutter Nancy Alton auf tragische Weise ums Leben. Ihr Mann und ihre Kinder - Amber, Toby, Kitty und Barney - wollen und können den Verlust nur schwer begreifen. Ihr Leben ist nicht mehr so, wie es einmal war...
    30 Jahre später. Die Londonerin Lorna reist mit ihrem Verlobten Jon ins Cornwall, weil sie auf Gut Black Rabbit Hall heiraten möchte. Doch irgendetwas stimmt mit diesem mächtig in die Jahre gekommenen Haus bzw. Ort nicht...


    MEINUNG
    Eve Chases 412 Seiten starke Geschichte ist ein belletristisches Meisterwerk. Warum?


    Erst einmal überzeugt das liebevoll gestaltete und edel gestaltete Cover mit Goldschrift und Butterbrotpapier auf ganzer Linie. Als Leser möchte man das Buch, hat man es ein einziges Mal in der Hand gehalten, einfach nicht mehr hergeben.


    Zweitens, der Plot lebt von Geheimnissen, Emotionen und der Eigenwilligkeit Cornwalls. Chases Familiengeschichte verläuft tragisch, aber andererseits auch hoffnungsvoll. Es ist diese formidable Mischung aus Leid und Freude, die den Leser gefangen nimmt und dazu führt, dass die Spannung bis zum Ende hochgehalten wird. Selbst nach den 412 Seiten und damit dem Ende des Buchs möchte man als Leser immer weiter lesen und die Geschichte regelrecht inhalieren.


    Drittens, die Trennung in zwei Handlungs- bzw. Erzählebenen ist für den Roman ein Gewinn. Dadurch bekommt der Leser einen umfangreichen Einblick in die wechselhafte Geschichte der Familie Alton. Denn einerseits lernt man die Junglehrerin Lorna aus London kennen, die auf dem Familiensitz Black Rabbit Hall heiraten möchte, und andererseits taucht man in das Leben der 14-jährigen Amber Alton und ihren Geschwistern auf Black Rabbit Hall ein, genau drei Jahrzehnte vor Lornas Hochzeitsplänen. Wenngleich die Erzählzeit von Kapitel zu Kapitel wechselt, so bleibt doch der Handlungsort, nämlich Black Rabbit Hall, immer ein und derselbe. Und gegen Ende werden beide Erzählstränge wunderbar zusammengefügt und alle Unklarheiten werden beseitigt.


    Viertens, die handelnden Personen mit ihrer authentischen und unverstellten Art begeistern. Vor allem die vielfältigen Schicksale, die Familie Alton durchleidet, erzeugen Mitleid und bewegen den Leser. Immer wenn man denkt, das Schlimmste wäre überstanden, trifft die Familie weiteres unsägliches Leid. Insgesamt hat die Story schon etwas melodramatisches an sich.


    Fünftens, die lebendige Sprache der Autorin und besonders ihr Gespür für zwischenmenschliche Ausnahmezustände reißen mit. Zudem sind es ihre bildhaften Beschreibungen von Black Rabbit Hall, die den Leser in eine andere Zeit mit anderem Wertekanon transportieren.


    FAZIT
    Ein beeindruckender Roman, der mich mit atemlosen Staunen zurücklässt und den jeder gelesen haben sollte.


    Bewertung: 5ratten

    Einmal editiert, zuletzt von jehe ()

  • Meine Begeisterung hält sich dagegen eher in Grenzen. Auch wenn der Roman kein wirklicher Reinfall war, eine wirkliche Überraschung hat der Roman für mich nicht geboten:


    Meine Meinung:


    "Black Rabbit Hall" bietet nicht viel Neues. Das übliche Familiengeheimnis und die Folgen, die sich daraus ergeben. Nun ja, das kennt man ehrlich gesagt einfach schon. Der Roman ist solide, aber eben auch nicht wirklich überraschend. Gerade, wenn man schon viele Bücher in diese Richtung gelesen hat, könnte es daher etwas langweilig werden.
    Inzwischen schon obligatorisch, bietet auch dieser Roman zwei Zeitebenen an, die nach und nach miteinander verknüpft werden. Und hier entstand dann tatsächlich der Punkt, der mir nicht so gut gefallen hat. Jede Ebene für sich, gefiel mir recht gut. Vor allem zu Beginn fand ich die Familiengeschichte rund um Amber und ihre Geschwister sehr schön. Lornas Handlung fand ich dagegen nicht immer ganz rund. Manchmal hätte ich mir hier mehr Seiten gewünscht. Vieles wurde für mich zu schnell abgehandelt. Gerade auch ihre Beziehung zu ihrer verstorbenen Mutter kam mir dabei zu kurz. Das erging mir aber mit einigen Szenen so. Auch die neue Besitzerin des Hauses wäre sehr interessant gewesen. Leider bleibt sie etwas blass. Oft hatte ich das Gefühl, das viele Figuren und Situationen, mehr Seiten gebraucht hätten, um sich wirklich entfalten zu können. Etwas dramatisch fand ich die Einbindung von Lornas Verlobten, der meiner Meinung nach etwas überflüssig war. Hier konnte ich persönlich auch nicht nachvollziehen, was Lorna an ihm findet. Aber wenigstens konzentrierte sich die Geschichte dadurch vor allem auf die Geheimnisse, die in Black Rabbit Hall zu finden sind.


    Was mir nun aber tatsächlich nicht gefallen hat, war die Art und Weise wie diese Beiden Erzählstränge verknüpft wurden. Da waren einfach zu viele Zufälle, die dabei eine Rolle spielten. Auf mich wirkte es zu konstruiert um glaubwürdig zu sein.
    Dabei hat der Roman aber auch Potential. "Black Rabbit Hall" heißt nicht ganz umsonst so. Das Haus ist ein sehr wichtiger Punkt der Handlung und die heimliche Hauptfigur. Ohne das Haus gäbe es vor allem Lornas Geschichte überhaupt nicht. Gerade wenn es um das Haus und die Umgebung geht, wird die Handlung lebendig und man hat das Gefühl vor Ort zu sein.


    Insgesamt ist der Roman für mich daher nur Durchschnitt. Für mein Empfinden wollte die Autorin einfach sehr viele Ideen verarbeiten, die sie aber nicht immer gelungen zusammensetzen konnte. Trotzdem habe ich den Roman durchaus gerne zu Ende gelesen. Für mich hielten sich Kritik und Positivpunkte die Waage. Von mir gibt es daher:


    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:
    (wie immer meine Note für eher durchschnittliches, das aber nicht grundlegend ein Flop ist)

  • Klappentext:
    "Eine Familie. Ein Geheimnis. Ein Sommer, der alles verändert ...


    Amber Alton weiß, dass die Stunden auf Black Rabbit Hall, dem Sommersitz ihrer Familie, anders vergehen, ihren eigenen Takt haben. Es ist ruhig und idyllisch. Bis zu einem stürmischen Abend 1968. Vereint durch eine unfassbare Tragödie, müssen sich die vier Alton-Geschwister mehr denn je aufeinander verlassen. Doch schon bald wird diese Verbundenheit auf eine harte Probe gestellt.


    Jahrzehnte später fahren Lorna Smith und ihr Verlobter Jon auf der Suche nach einem Ort für ihre Hochzeitsfeier durch die wilde Landschaft Cornwalls – und stoßen auf ein altes, leicht verfallenes, aber wunderschönes Haus. Ein Haus, das Lorna nach und nach seine schönsten Geschichten und traurigsten Momente verrät ...


    Meine Meinung:
    Auf dem Cover sieht man ein altes Anwesen, um das ringsherum sehr viel Grünfläche und Bäume zu sehen sind. Der Umschlag selbst ist in einer Art milchglasähnlichen Folien gestaltet. Der Titel des Buchs und ein golden farbiges Anwesen sind dort ebenfalls zu sehen. Der Titel steht hier eindeutig im Mittelpunkt. Ich finde, dass das Cover gut auf den Inhalt abgestimmt ist.


    Die Handlung spielt auf zwei verschiedenen Zeitebenen und hat dadurch auch zwei verschiedene Handlungsstränge. Eine Geschichte spielt in der Gegenwart und wird in der dritten Person erzählt, die andere Geschichte spielt in der Vergangenheit. Hier hat die Autorin die Ich-Perspektive gewählt, um den Leser der Protagonistin Amber näher zu bringen. Ich konnte mich gleich zu Beginn des Buchs wirklich gut in Amber hineinversetzen, ich mochte sie sehr schnell. Dadurch fiel es mir auch recht leicht ihre Gefühle und Ängste zu verstehen. Sie ist ein recht verantwortungsbewusstes, sensibles und einfühlsames junges Mädchen. Ihre Geschwister liebt sie über alles, sie geben einander Halt. Eine ganz spezielle Bindung hat sie zu ihrem Zwillingsbruder Toby. In der Gegenwart begleiten wir Lorna, die einen großen Schritt in ihrem Leben wagen und heiraten will. Mit ihr bin ich nicht so wirklich warmgeworden, einfach weil man nicht so detailliert etwas über sie erfährt. Sie ist ein wenig stur, hat sie sich erstmal etwas in den Kopf gesetzt, kann man sie nur schwerlich davon abbringen. Sie mag alte, historische Gebäude und verlässt sich oft auf ihr Bauchgefühl. Auch die weiteren Charaktere, allen voran die Ambers Geschwister sind sehr interessant, vielseitig und liebevoll gestaltet worden.


    Die Autorin Eve Chase baut durch viele unerwartete Wendungen und viele Emotionen, die in der Handlung hochkochen, eine konstante Spannung auf, die sich durch das ganze Buch hindurch zieht. Besonders hervorheben möchte ich noch die bildlichen Beschreibungen der wahnsinnig schönen Landschaft. Ich denke egal, ob man selbst schonmal in Cornwall war oder nicht, kann man sich die Wiesen und auch die Küstenlandschaft sehr gut vorstellen. Mir erging es jedenfalls so und es hat mir sehr gut gefallen.


    Mir hat das Buch unheimlich gut gefallen, es hat mich emotional mitgerissen und bewegt.
    Ich gebe fünf von fünf Punkten und spreche eine klare Leseempfehlung für dieses gelungene Debüt aus !!

  • Was für eine tolle Familiengeschichte! Dieser Roman ist für schöne und fesselnde Lesestunden perfekt geeignet! Das Buch saugt einen in seinen Bann und man möchte gar nicht mehr aufhören, bevor man es zu Ende gelesen hat.


    Cornwall Ende der 60er Jahre. Amber, ihr Zwillingsbruder Toby, Schwester Kitty und Bruder Barney sind, wie immer, mit ihren Eltern auf dem Anwesen der Altons (Black Rabbit Hall) in Cornwall, um dort die Osterferien zu verbringen.
    Barney streunt über das Anwesen, während ein Gewitter heraufzieht. Seine Mutter Nancy beschließt kurzerhand, noch einmal mit ihrem Pferd auf dem Anwesen nach Barney zu suchen…


    Mehr als 30 Jahre später fährt Lorna mit ihrem Gatten Jon über Land. Sie sind auf der Suche nach alten Anwesen, auf denen sie ihre geplante Hochzeit feiern können. Auf dieser Reise kommen sie auch auf Black Rabbit Hall an und Lorna ist sofort von dem Anwesen begeistert und etwas bringt in ihr eine Seite zum klingen, so dass sie weiß, sie muss dort und nirgendwo sonst ihre Hochzeit feiern. Jon widerum ist leider nicht so begeistert davon. Aber Lorna geht ihrem Gefühl auf den Grund und verbringt einige Tage auf dem Anwesen und kommt so einer alten Geschichte auf die Spur.


    Wie die beiden Familiengeschichten zusammenhängen und was es mit Lornas Gefühl auf sich hat, ob die Hochzeit auf dem Anwesen stattfinden und sie sich gegen Jons Meinung durchsetzen kann… All das hat die Autorin in einem großartigen Roman verpackt.


    In Rückblenden durchleben wir aus Ambers Sicht, wie die Familie nach dem tragischen Schicksalsschlag, versucht, den Zusammenhalt nicht zu verlieren. Amber ihrerseits ist sehr bemüht und macht einen erwachsenen, verantwortungsvollen Eindruck. Andererseits ist sie einfach auch nur noch ein Kind, muss jedoch viel Verantwortung tragen.


    Auf der anderen Seite befinden wir uns mit Lorna und Jon in Cornwall der „Jetztzeit“ und durchleben ihre Gefühle und lernen die Geschichte um die Familie Alton noch einmal aus einem anderen Blickwinkel kennen.


    Die Unterscheidung der einzelnen Abschnitte und Zeiten fällt leicht, sind sie doch nicht nur überschrieben, sondern auch optisch voneinander abgegrenzt durch unterschiedliche Schriftarten und –größen. Besonders gefallen hat mir, dass man nicht das Gefühl hat „große Zeitsprünge“ zu machen, sondern durch die Beschreibungen immer irgendwie in der gleichen Zeit weiter macht. Lernt man etwas von Amber und ihrer Situation kennen, so setzt Lorna im nächsten Abschnitt in gewisser Weise genau dort wieder an und somit vervollständigt sich das Bild der Geschichte nach und nach.


    Ein Roman, der traurig, tragisch, geheimnisvoll, spannend,… einfach nur schön ist!


    5ratten

  • Die Familie Alton sind eine glückliche Familie. Die Sommermonate verbringt die Familie auf Black Rabbit Hall. Dort vergeht die Zeit einfach anders. An einem stürmischen Abend im Jahre 1968 geschieht ein furchtbares Unglück, das für die ganze Familie zu einer Tragödie wird.
    Ungefähr dreißig Jahre später sucht Lorna zusammen mit ihrem Verlobten Jon in Cornwall nach einem Ort für ihre Hochzeit. Black Rabbit Hall nimmt Lorna gleich gefangen, während Jon den alten, etwas baufälligen Kasten sehr viel kritischer sieht. Aber es zieht Lorna wieder zu diesem Haus und sie verbringt dort einige Tage, um mehr zu erfahren. Nach und nach werden dort Geheimnisse freigegeben, die mehr mit Lorna zu tun haben, als diese jemals ahnen konnte.
    Die Geschichte liest sich sehr angenehm. Die Sprache ist manchmal etwas blumig. Das Haus, die Gegend und das Leben dort wird detailliert und atmosphärisch beschrieben, so dass man sich dorthin versetzt fühlt.
    Auch die Personen sind ausführlich und authentisch geschildert. An den träge dahinfließenden Tagen auf Black Rabbit Hall spürt man die tiefe Verbundenheit zwischen Nancy und Hugo. Nach dem Tod seiner Frau ist Hugo ein Wrack. In seinem Schmerz vergisst er die Kinder, die er verstört sich selbst überlässt. Kitty, die kleinste, begreift nicht so recht, was geschehen ist. Barney musste mit ansehen, wie seine Mutter zu Tode kam. Amber versucht die Rolle der Mutter einzunehmen und allen Halt zu bieten, aber ihrem wilden Zwillingsbruder Toby kann sie nicht helfen. Auch wenn ich Hugos Trauer verstehen kann, so begreife ich nicht, wie er dann so handeln konnte, wie er es tat. Nach kurzer Zeit holt er sich eine neue Frau ins Haus, damit die Kinder versorgt sind. Caroline ist so ganz anders als die liebevolle und nachsichtige Nancy, was die Kinder noch mehr verstört und Ablehnung nach sich zieht. Aber Caroline ist auch fürchterlich unsympathisch, hartherzig und rücksichtslos. Hugo lebt mehr oder weniger sein eigenes Leben und verschließt die Augen vor dem, was da brodelt.
    Lorna ist so von dem Haus fasziniert, dass sie darüber Jon beinahe vergisst. Der reagiert darauf etwas ungehalten, aber glücklicherweise liebt er Lorna sehr.
    Die Aufmachung des Buches mit dem transparenten Schutzumschlag finde ich besonders toll.
    Die Geschichte wechselt zwischen den Zeiten, so dass wir unterschiedliches Perspektiven erleben können. Ich habe mitgelitten und mit nach Geheimnissen gesucht. Einiges war vorauszusehen, anderes hatte ich so nicht erwartet. Auf jeden Fall hat mich die Geschichte emotional angesprochen.
    Eine berührende Familiengeschichte.


    4ratten

  • Meine Meinung zum Buch:


    Titel: Das Geheimnis von Black Rabbit Hall...


    Da ich Romane mit Familiengeheimnissen sehr mag und mich die Optik des Buches wirklich ansprach, begann ich unvoreingenommen mit der Lektüre.


    In der Geschichte geht es um Lorna, die etwas ganz Besonderes für ihre Hochzeit mit Jon haben möchte. Als sie bei ihrer Planung auf das Anwesen "Black Rabbit Hall" stößt, ist es um sie geschehen. Irgendwie verspürt sie eine Verbindung zu diesem Haus, doch wie kann das sein?


    Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, die den interessierten Leser zum Rätseln animieren. Zum Einen haben wir die Handlung um 1969, in der es um die Familie Alton geht. Deren Leben ändert sich schlagartig als in einer Gewitternacht etwas Schreckliches passiert. Rund drei Jahrzehnte später geht es um Lorna und ihren Zukünftigen.


    Normalerweise bevorzuge ich bei solchen Büchern immer den Vergangenheitspart, aber hier waren wirklich beide Handlungsstränge sehr spannend. Auch wenn die Vergangenheit nicht so lange her ist, fühlte sich das Cornwall der 60er deutlich älter an als ich es erwartet hatte. Gerade die damaligen Konventionen haben mich doch arg überrascht.


    Lornas Begeisterung für das Anwesen konnte ich sehr gut verstehen, habe ich doch auch etwas für alte Häuser über, haben die doch meist etwas Romantisches an sich. Lorna mochte ich auf Anhieb gern, weil sie sich gegenüber ihrem Liebsten durchsetzt und einfach mehr erfahren will. Aber auch die Familienmitglieder der Altons, allen voran Amber, waren gut gezeichnet und deren Handeln stets nachvollziehbar. Es muss schwer sein die Familie zusammen zu halten, wenn das Schicksal so hart zuschlägt. Einzig Caroline mochte ich nicht, aber in jeder Geschichte muss es auch einen bösen Charakter geben. Sie war einfach nur garstig und grausam.


    Wer Sorge hat, dass er die beiden Zeiten nicht auseinanderhalten kann, dem sei gesagt, dass dies nicht passieren kann, da für die beiden Handlungsstränge unterschiedliche Schriftarten gewählt worden sind und die Kapitel auch jeweils mit Jahreszahlen überschrieben sind, so dass die Orientierung sehr leicht fällt.


    Eve Chase ist mit diesem Werk eine bezaubernde Familiengeschichte gelungen, die mit allem auftrumpft, was ich brauche: Liebe, Intrigen, Familienzusammenhalt und tolle Landschaftsbeschreibungen.


    Fazit: Ein besonderes Buch, welches ich gern gelesen habe und nur zu gern weiterempfehle. Klasse!


    Bewertung: 5ratten und :tipp:

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Die jungen Londoner Lorna und Jon möchten im Herbst heiraten - wenn es nach Lorna geht am liebsten auf einem beeindruckenden Landsitz in Cornwall, weit entfernt von einer Großstadt. Als die beiden Verlobten auf ihrer Suche zum etwas abseits liegenden Black Rabbit Hall kommen, sieht sich Lorna sofort in einen Bann gezogen...


    Gut dreißig Jahre früher verbringt Familie Alton wie jedes Jahr die Sommermonate auf Black Rabbit Hall, dem etwas heruntergekommenen Familienbesitz. Nancy und Hugo, sowie ihre Kinder Amber, Toby, Kitty und Barney lieben diese Zeit, die viel Freiheit und Zeit für die Familie bereithält. Es sind Wochen, die wie Kaugummi vergehen - aber nicht wie einer, der bereits sämtlichen Geschmack verloren hat, sondern wie ein frischer mit einem aufregenden Geschmack. Doch 1969 geschieht in einer Nacht etwas Furchtbares, denn der Jüngste ist noch nicht zuhause und ein Gewitter zieht auf...


    Romane, denen Familiengeheimnisse zugrunde liegen und die auf zwei Zeitebenen spielen, sind mittlerweile keine Mangelware mehr. Auch Eve Chase beherrscht diese Art, eine Geschichte zu erzählen - sie verknüpft beide Handlungsstränge ziemlich gekonnt. In Rückblenden erfahren wir von den Altona - allen voran von Amber, dem ältesten Mädchen der Altons, die in sehr schwierigen Zeiten versucht, die Familie zusammen zu halten. Ihre Familie ist nach der Gewitternacht kurz vor dem Zerbrechen und noch stehen unglücklichen Ereignisse bevor...


    Durchaus gleichberechtigt kann man den zweiten Part der Geschichte lesen, der sich vor allem auf Lorna fokussiert. Auch wenn ich ihre anfängliche Suche nach einem bezahlbaren und dennoch imposanten kornischen Landsitz verstehen kann, empfand ich ihren Drang, nachdem sie Black Rabbit Hall zum ersten Mal gesehen hatte, als reichlich verbissen. Über ihre Recherche auf dem Anwesen hat sie beinahe ihren Anlass und vor allem ihren Verlobten vergessen. Dieser ist nämlich nicht halb so überzeugt von ihrer Wahl...


    Die Autorin hat ein gutes Gespür für ihre Figuren und das Geheimnis, das sie alle verbindet. Allen voran Amber hat mich rundum überzeugt - aber auch andere Charaktere haben eine Glaubwürdigkeit und Tiefe, die mir sehr gefallen haben. Gut fand ich in diesem Zusammenhang im Übrigen, dass für die beiden Stränge unterschiedliche Schriftarten gewählt wurden - so ist man stets im Bilde, welcher Handlung man gerade folgt. Für mich war irgendwie offensichtlich, dass die Autorin eine Menge Engagement in ihr Buch gesteckt hat, alles ist durchdacht und beinahe liebevoll gezeichnet - aber ich muss gestehen, dass ich dann doch an ein zwei Stellen das Konstrukt durchblitzen sah und zum Ende für meinen Geschmack ein bisschen zu doll aufgetragen wurde.


    Fazit: Wirklich gute Unterhaltung auf zwei Zeitebenen - mit einer guten Prise Spannung und richtig gut gezeichneten Figuren.


    4ratten

    Liebe Grüße

    Tabea

  • Die Altons sind eine glückliche Familie, die vor allem um die liebevolle und herzliche Mutter Nancy kreist. Doch eines Tages, im Sommer 1968, zerbricht die Idylle auf ihrem Sommersitz Black Rabbit Hall. Hugo Alton verzweifelt und die vier Kinder müssen schauen, wie sie zurechtkommen. Insbesondere für die beiden älteren Kinder, Toby und Amber und ihre bisherige enge Vertrautheit, wird die folgende Zeit eine harte Belastungsprobe,


    Mehr als 30 Jahre später sind Lorna und ihr Verlobter Jon auf der Suche nach der perfekten Hochzeits-Location. Dabei stoßen sie auf das alte Herrenhaus. Während Jon angesichts des heruntergekommenen Zustands mehr als skeptisch ist, verliebt sich Lorna sofort in das alte Gemäuer und spürt eine ganz besondere Verbindung zu diesem Platz. Als Kind soll ihre Mutter öfter in der Gegend mit ihr Urlaub gemacht haben, kommt Lornas Vertrautheit zu Black Rabbit Hall daher oder gibt es einen weiteren Grund hierfür? Jon ist von Lornas zunehmender Besessenheit ziemlich beunruhigt, aber Lorna lässt sich nicht beirren.


    Ich mag Familiengeheimnisgeschichten auf verschiedenen Zeitebenen, allerdings gibt es hiervon inzwischen sehr viele und längst nicht alle sind gut.


    Von diesem Buch habe ich mir aufgrund der großen Marketingaktion einiges erhofft. Es war auch nicht wirklich eine Enttäuschung, das Buch liest sich gut und bietet so schöne Unterhaltung für einige Stunden.


    Dennoch bleibt vieles sehr vorhersehbar, an anderen Stellen wird große Spannung aufgebaut, die dann aber verpufft und ins Leere läuft, offene Fragen werden nicht beantwortet und am Ende löst sich alles auf einmal ganz schnell in riesengroßen Zufällen und rosarotem Kitsch auf.


    Mein größter Kritikpunkt ist die Verknüpfung der beiden Erzählebenen, die auf mich sehr holprig wirkte und deren Verbindung am Ende doch ziemlich an den Haaren herbeigezogen ist. Die Vergangenheitshandlung war noch relativ spannend, auch wenn die Figuren hier streckenweise schon sehr merkwürdig und unglaubwürdig agierten. Die Gegenwartshandlung konnte mich aber insgesamt noch weniger fesseln, zu konstruiert war hier alles.


    Am Ende fehlte mir hier das Besondere, es war eine nette Unterhaltungslektüre, aber solche Geschichten habe ich von anderen Autorinnen schon bessere gelesen!


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**

  • Black Rabbit Hall wird das stattliche Herrenhaus in Cornwall genannt, hier verbringt Teenager Amber mit Eltern und Geschwistern ihre glücklichsten Momente, bis es 1968 zu einem tödlichen Unfall kommt. Die Folgen, die das für die restliche Familie hat, nimmt, aus der Perspektive Ambers geschildert die eine Hälfte des Buches ein. Der andere Teil spielt rund 30 Jahre später, Lorna ist auf der Suche nach der perfekten Hochzeitslocation und irgendetwas an dem beinahe baufälligen Herrenhaus zieht sie fast magisch an, da kann ihr Verlobter noch so kritisch sein und das Gespann aus Hausherrin und Haushälterin noch so seltsam.


    Ich mag generell diese Familiengeschichten, die über 2 Zeitebenen gehen und Black Rabbit Hall ist eine phantastische Kulisse für die hier geschilderte Geschichte. Ambers Beschreibungen ihrer Zeit dort strotzen nur so vor Lebendigkeit, in schönen wie traurigen Zeiten. Leider merkt man davon in Lornas Episoden fast überhaupt nichts. Die Anziehungskraft, die das Haus auf sie ausübt ist nicht nachvollziehbar geschildert und ihre Beziehung zu ihrem Verlobten habe ich zu Beginn eher in einer Trennung enden sehen, weil beide wenig Verständnis für den anderen aufzubringen schienen.


    Der erste Hinweis auf den Zusammenhang zwischen den beiden Zeitebenen wird dem Leser dann relativ spät und völlig lieblos dahingeschleudert, als wäre der Autorin zwischendurch eingefallen, dass sie ja noch eine Verbindung herstellen muss. Für die Auflösung wird erst noch einmal alles ein wenig dramatisiert, bis zum flachen Happy End.


    Das Buch ist toll aufgemacht, die Werbung hat gut funktioniert, ich habe das Buch praktisch überall gesehen, aber dahinter steckt nur heiße Luft. „Black Rabbit Hall“ ist eine Familiengeschichte ohne echte Überraschungen, deren Stärken vergeudet und durch schwache Zusammenhänge abgewertet werden. Ähnliche Geschichten habe ich schon viele gelesen und einige davon waren deutlich besser.


    3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen: Ende der 1960er- und der 1990er-Jahre.

    Ende der 90er ist Lorna mit ihrem Verlobten Jon in Cornwall auf der Suche nach einer Örtlichkeit, an der sie ihre Hochzeit feiern können. Obwohl sie schon den ganzen Tag unterwegs sind, haben sie einfach nichts Passendes gefunden. Vieles war überteuert und geschmacklos. Doch tief im Innern scheint Lorna ein ganz bestimmtes Haus zu suchen. Eines, an das sie vage Kindheitserinnerungen hat. In Pencraw Hall haben sie es schließlich gefunden.

    Pencraw Hall, besser bekannt als Black Rabbit Hall, ist ein uraltes Anwesen.


    Früher hat dort die Familie Alton ihre Sommer verbracht: Nancy und Hugo mit ihren vier Kindern Amber, Toby, Kitty und Barney. Es war eine glückliche Zeit, bis die Mutter der Kinder starb.

    Als Caroline Shawcross und ihr Sohn Lucian ins Haus kommen, scheint die schöne Zeit vorbei zu sein.


    Lorna reist vor der geplanten Hochzeit noch einmal allein zu dem Anwesen. Eigentlich sollte es nur um Förmlichkeiten gehen. Doch dann macht sie der alten Dame den Vorschlag, ihr bei einem Internetauftritt für das Haus zu helfen. Es soll für Hochzeiten vermarktet werden. Dafür bedarf es natürlich auch Hintergrundinformationen und so versucht Lorna, von Mrs. Alton Näheres über die frühere Famillie zu erfahren. Das klappt nicht so gut, wie sie erhoffte. Und so macht sich Lorna heimlich selbst auf den Weg durch das große Anwesen, um hinter dessen Geheimnis zu kommen.


    Ein Muss für Kate-Morton-Fans? Von der Geschichte her ja. Vom Schreibstil her dann doch noch nicht. Obwohl der nicht schlecht ist. Ab und an sind ein paar Längen drin, die mich nicht weiter störten, da ich nicht das ganze Buch über auf Hochspannung gehalten werden brauche. Ich mag es, wenn es mal ein paar Seiten ruhiger zugeht. Aber es gibt immer wieder Überraschendes, um am Ball zu bleiben.

    Ich habe mich jedenfalls mit dem Buch sehr gut unterhalten.


    4ratten