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Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 44 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von dubh.

  • Hier sind unsere Lese-Empfindungen genau gegensätzlich. :zwinker: Ich finde es nicht viele Baustellen. Alles hängt ja zusammen. Das einzige verzwickte ist, dass es NICHT chronologisch erzählt wird und dass es vier Hauptdarsteller sind. Ich finde auch, man erfährt sogar ziemlich viel über die Personen. Die Entwicklung der vier jungen Leute wird doch sehr ausführlich und lange ausgebreitet. Auch die Gründe, warum sie später so und nicht anders handeln ist gut nachvollziehbar. Durch ihre Gespräche und Aussagen erfährt man viel über sie. Aber natürlich nur von Marcus alles. Selten wird man so ausführlich in das Leben einer Familie eingeführt - und ohne, dass es langweilig wird noch dazu. Das Gefüge einer Familie ist natürlich komplex und dazu noch Freundschaften die sehr intensiv und innig sind. Aber Menschen sind kompliziert und Produkte ihres Lebens und ihrer Herkunft. Das kommt gut rüber und wird von Kapitel zu Kapitel anschaulicher für mich.


    Hier sehe ich es wie gagamaus.
    Es ist oft bei Ich-Erzählern so, dass sie mehr erzählen - evt. hineininterpretieren -, als sie eigentlich wissen dürften, könnten. Hier ist er einfach gut gemacht, finde ich. Es ist logisch, es macht mir sehr viel Spaß, wie die Fäden beginnen, sich zu entwirren. Eine Erzählweise aus verschiedenen Sichtweisen würde hier evtl Verwirrung schaffen. Marcus erzählt seine Sichtweise, wie er es erlebt hat, wie es ihm zugetragen wurde, vielleicht auch, wie er es interpretiert, aber es gefällt mir.

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  • Diese Sonderschulgeschichte gefällt mir auch nicht, aber auch mir fällt nichts anderes ein. Förderschule wäre falsch. Evtl Hochbegabten-Schule?

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  • Stimmt. Hier wären aber die Eltern gefragt gewesen, finde ich. Dem Lehrer ging es ja darum, dass Hillel sich einordnet - ob intelligent oder nicht. Wenn er sich langweilt, weil er hochintelligent ist, dann ist er tatsächlich falsch auf dieser Schule, denn die ist halt nur für "normale" Schüler geeignet.


    Hm, ja, Anita und Saul hätten möglicherweise stärker die Initative ergreifen und sich anderweitig umsehen müssen. Vielleicht haben sie es nicht getan, weil Hillel und Woody so ein Doppelpack waren. Und dann haben die Umstände sozusagen für sie entschieden.

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)

  • Hillel hatte schon x-Mal die Schule gewechselt. Die Eltern hatten wahrscheinlich keine Hoffnung mehr, dass ein Schulwechsel helfen würde. Ein Intelligenztest hätte auch nicht viel geholfen. Hillel wollte nicht auf eine andere Schule und dem Direktor hätte es nur bewiesen, dass Hillel auf seiner Schule falsch war.

  • Ein ganz schön tragischer Abschnitt ist dies! Wobei: ich neige dazu, Patrick in Bezug auf Scott zuzustimmen: auch ich bin der Ansicht, dass Hillel und Woody maßgeblichen Anteil daran hatten, sein Leben in den letzten Monaten zu verschönern. Er hat es so genossen und wer sagt, dass er sonst nicht auch an seiner furchtbaren Krankheit früh verstorben wäre – nur halt, ohne zu wissen, wie schön das Leben für ihn sein kann. Aber natürlich verstehe ich auch seine Mutter, die unter dem allen furchtbar leidet und sogar den Direktor, der Hillel für sein Handeln abstraft. Es war ja auch schon einiges zusammengekommen bei ihm im Laufe seiner Schulzeit, ich könnte mir vorstellen, dass er ihn schon eine ganze Weile auf dem Kieker hatte.


    Nicht durchgehend, aber immer wieder blitzt sprachlicher Witz auf (auch wenn mich hier an der sonst guten Übersetzung eine Winzigkeit, nämlich die beiden „zu“`s, stört), so bspw. Auf S. 202 „Duke warf mir einen sehnsuchtsvollen Blick zu und bellte mir etwas zu, das ich nicht verstand.


    Im Gegensatz zum erwähnten früheren Skandal steht Marcus aka Markilein diesmal im Vordergrund bei der Geschichte mit Alex. Die ist mir insgesamt nicht sehr sympathisch, ich finde, sie kommt als ziemliche Zicke rüber und hat Marcus immer nur ausgenutzt. Auf der anderen Seite hatte sie natürlich eine schwere Zeit in ihrer Jugend mit dem Tod des Bruders und dem daraus resultierenden Auseinanderdriften der Ehe ihrer Eltern. Ich denke, ich warte noch etwas ab, bevor ich mir ein abschließendes Urteil über sie erlaube.


  • Ein ganz schön tragischer Abschnitt ist dies! Wobei: ich neige dazu, Patrick in Bezug auf Scott zuzustimmen: auch ich bin der Ansicht, dass Hillel und Woody maßgeblichen Anteil daran hatten, sein Leben in den letzten Monaten zu verschönern. Er hat es so genossen und wer sagt, dass er sonst nicht auch an seiner furchtbaren Krankheit früh verstorben wäre – nur halt, ohne zu wissen, wie schön das Leben für ihn sein kann.


    Absolut. Ich finde es auch richtig groß von Patrick, dass er das so zu sehen imstande ist. Gillian kann das nicht, was ich schade, aber natürlich vollkommen verständlich finde.


    Zitat

    Im Gegensatz zum erwähnten früheren Skandal steht Marcus aka Markilein diesmal im Vordergrund bei der Geschichte mit Alex. Die ist mir insgesamt nicht sehr sympathisch, ich finde, sie kommt als ziemliche Zicke rüber und hat Marcus immer nur ausgenutzt. Auf der anderen Seite hatte sie natürlich eine schwere Zeit in ihrer Jugend mit dem Tod des Bruders und dem daraus resultierenden Auseinanderdriften der Ehe ihrer Eltern. Ich denke, ich warte noch etwas ab, bevor ich mir ein abschließendes Urteil über sie erlaube.


    Ja, man kann sie als Zicke empfinden, aber eigentlich verhält sie sich lediglich wie ein recht typisches Teeniemädchen, das sie ja zu dem Zeitpunkt noch ist, selbst wenn sie Marcus zwei Jahre und einige Entwicklungsstufen voraushaben mag. Ich glaube, dass sich hinter ihrer Fassade ein liebenswerter Kern verbirgt.

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    (Agnès Varda)

  • Ja, man kann sie als Zicke empfinden, aber eigentlich verhält sie sich lediglich wie ein recht typisches Teeniemädchen, das sie ja zu dem Zeitpunkt noch ist, selbst wenn sie Marcus zwei Jahre und einige Entwicklungsstufen voraushaben mag. Ich glaube, dass sich hinter ihrer Fassade ein liebenswerter Kern verbirgt.


    Das glaube ich auch. Ich finde sie auch gar nicht zickig. Sich in dem Alter überhaupt mit jüngeren Jungens abzugeben ist ja schon sehr nett von ihr. Und sie liebt ihren Bruder innig. Wann hat sie Marcus denn ausgenutzt? Das habe ich keineswegs so empfunden. Es ist ja nicht so, dass er nicht auch seinen Spaß hatte. Und wenn sie öffentlich gemacht hätte, dass sie eine Liebesbeziehung mit einem 2 Jahre jüngeren hatte, dann hätte man es den beiden sicherlich verboten. Oder sie zumindest lächerlich gemacht. Im Grunde beschützt sie ihn auch etwas. Mal davon abgesehen dass ich es durchaus legitim finde, wenn man als Mädel auch mal zickig ist. :zwinker: Die Jungs brauchen das manchmal als Ansage, finde ich.

  • Ich mag Alexandra auch, schon deshalb, weil sie sich mit ihrem Bruder abgibt und sich für seine Freunde interessiert. Das ist durchaus nicht üblich. Außerdem ist sie nicht eifersüchtig, weil sie wegen Scotts Krankheit sicherlich des öfteren zurückstecken muss.

  • Hallo Ihr Lieben,



    Ein ganz schön tragischer Abschnitt ist dies! Wobei: ich neige dazu, Patrick in Bezug auf Scott zuzustimmen: auch ich bin der Ansicht, dass Hillel und Woody maßgeblichen Anteil daran hatten, sein Leben in den letzten Monaten zu verschönern. Er hat es so genossen und wer sagt, dass er sonst nicht auch an seiner furchtbaren Krankheit früh verstorben wäre – nur halt, ohne zu wissen, wie schön das Leben für ihn sein kann. Aber natürlich verstehe ich auch seine Mutter, die unter dem allen furchtbar leidet und sogar den Direktor, der Hillel für sein Handeln abstraft. Es war ja auch schon einiges zusammengekommen bei ihm im Laufe seiner Schulzeit, ich könnte mir vorstellen, dass er ihn schon eine ganze Weile auf dem Kieker hatte.


    Ja, tragisch fasst es wirklich gut zusammen. Irgendwie hatte ich als Leser schon die ganze Zeit das Gefühl, dass sich da ein Unheil zusammenbraut und irgendwie war auch fast klar, dass Scott früher oder später stirbt. Ich sehe das aber genauso, dass Patrick da genau richtig handelt und seinem Sohn diese schöne Zeit gönnt und sich dann auch entsprechend bei Woody und Hillel bedankt. Scott wäre so oder so gestorben und so ist er zumindest zu dem Zeitpunkt gestorben, als er am Glücklichsten war und nicht zu einem Zeitpunkt, wo er nur noch vor sich hinsiechend in seinem Bett gelegen hätte. Auch wenn es traurig ist, war das ein schöner Tod für ihn.


    Der Direktor macht mich echt rasend! Das Schlimme ist, dass ich mir gut vorstellen kann, dass es viel zu viele von solchen Lehrern bzw. Direktoren gibt, die einfach nur wollen, dass die Schüler ohne aufzumucken durch ihre Schule marschieren und sie einfach in Ruhe lassen. Dabei erkennt er ja sogar, dass sich Hillel mit Dingen beschäftigt, die für sein Alter eigentlich noch viel zu komplex sind, aber anstatt sich darauf einzulassen, will er ihn mundtot machen und nimmt ihm alles weg, das ihm wichtig ist. Echt tragisch!


    Man merkt jetzt schon weiter die dunklen Wolken und ich habe das Gefühl, dass das Drama auf etwas basieren wird, was Hillel ausheckt und Woody treu ergeben einfach macht. :entsetzt: Interessant finde ich, dass Marcus in seinen Erzählungen einfach nie die Tante erwähnt. Also in der Vergangenheit taucht sie absolut leuchtend auf, aber in der Gegenwart wird sie einfach nicht erwähnt. Dass die Cousins und sein Onkel tod sind, sagt er explizit, aber zu seiner Tante kein Wort. Das finde ich schon merkwürdig. :grübel:



    Das glaube ich auch. Ich finde sie auch gar nicht zickig. Sich in dem Alter überhaupt mit jüngeren Jungens abzugeben ist ja schon sehr nett von ihr. Und sie liebt ihren Bruder innig. Wann hat sie Marcus denn ausgenutzt? Das habe ich keineswegs so empfunden. Es ist ja nicht so, dass er nicht auch seinen Spaß hatte. Und wenn sie öffentlich gemacht hätte, dass sie eine Liebesbeziehung mit einem 2 Jahre jüngeren hatte, dann hätte man es den beiden sicherlich verboten. Oder sie zumindest lächerlich gemacht. Im Grunde beschützt sie ihn auch etwas. Mal davon abgesehen dass ich es durchaus legitim finde, wenn man als Mädel auch mal zickig ist. :zwinker: Die Jungs brauchen das manchmal als Ansage, finde ich.


    Da bin ich ganz bei euch: Ich finde Alexandra auch überhaupt nicht zickig und sehe das auch eher überraschend, dass sie sich mit 2 Jahre jüngeren Jungs abgibt. Dass ihr Marcus da peinlich ist, kann ich für einen Teenager echt nachvollziehen. Im Alter von 17 und 15 sind 2 Jahre einfach die absolute Welt. :breitgrins:


    Jetzt sind Marcus und Alexandra auf den Klatschseiten angekommen. Irgendwie lustig, nachdem sich jeder von ihnen mit jemand anderem getröstet hat, weil über den jeweils anderen irgendeine Liebesaffäre in den Blättern stand, landen sie jetzt auch, wo mal nichts zwischen ihnen läuft, genau auch wieder im Mittelpunkt der Klatschreporter. Oh man, in solchen Momenten bin ich immer sehr froh, dass ich nicht berühmt bin! :breitgrins:


    Spannend finde ich ja den Schwur, den sich die Cousins gegeben haben, dass keiner von ihnen etwas mit Alexandra anfangen wird. Anscheinend deswegen hat Marcus mit ihr Schluss gemacht. Aber was war davor? Denn sie müssen ja nochmal ein Paar geworden sind, bevor die Cousins gestorben sind und erst nach ihrem Tod hat sich Marcus dann anscheinend an den Schwur gebunden gefühlt? Oh, wenn ich nur mehr Lesezeit hätte, ich bin ja schon so hibbelig, was mit ihnen passiert ist. :redface: :breitgrins:


    Mir gefällt das Buch immer noch sehr gut und von dem Schreibstil bin ich sehr begeistert.


    Liebe Grüße
    Tammy :winken:

    &WCF_AMPERSAND"Jeder der sich die Fähigkeit erhält, Schönheit zu erkennen, wird nie alt werden.&WCF_AMPERSAND" (Franz Kafka)

  • Spannend finde ich ja den Schwur, den sich die Cousins gegeben haben, dass keiner von ihnen etwas mit Alexandra anfangen wird. Anscheinend deswegen hat Marcus mit ihr Schluss gemacht. Aber was war davor? Denn sie müssen ja nochmal ein Paar geworden sind, bevor die Cousins gestorben sind und erst nach ihrem Tod hat sich Marcus dann anscheinend an den Schwur gebunden gefühlt?


    Ich denke nicht, dass er sich wegen des Schwurs von ihr getrennt hat. Ich denke, da steckt etwas anderes - Schlimmeres - dahinter. :sauer: Auch wenn der Schwur für uns dramatisch klingt, ist es doch eher ein Heranwachsenden-Ding. Also ich meine etwas, was man als Erwachsener ein bisschen mit einem Lächeln betrachtet, da man weiß, dass einem manchmal das Leben dazwischen kommt. :smile:


  • gibt es bei Hillel erneut Probleme. Ich glaube, der Junge ist tatsächlich hochbegabt, wenn er sich so im Unterricht langweilt, dass er sich nicht motivieren kann


    Davon bin ich überzeugt, dass Hillel hochbegabt ist. Er hat doch alle "Symptome" ;)


    Zitat

    Scotts einziges Footballspiel war ergreifend, das hätte auch aus der Feder von John Irving stammen können. Wenigstens ist er glücklich gestorben :traurig:


    Wenn ich so krank wäre, würde ich lieber kurz und glücklich leben wollen, als etwas länger vor mich hindümpeln. Ich glaube, wenn Scott genau gewusst hätte, dass er das nicht überlebt, hätte er es trotzdem gemacht.


    Zitat

    Marcus und Alexandra sind tatsächlich ein Paar, aber nur heimlich. Er hat mir ziemlich leid getan, als sie ihm zu verstehen gegeben hat, dass sie nicht miteinander gesehen werden dürfen, weil er zwei Jahre jünger ist und das für sie peinlich wäre, und ihn am Ende dann ganz abserviert, als sie aufs College wechselt. Aber in dem Alter ist natürlich die Außenwirkung alles :rollen:


    Ich fand das ziemlich blöd von Alexandra.
    Bemerkenswert fand ich hier auch Marcus' Unsicherheit, ob sie ein Paar sind. Ich meine, sie treffen sich ständig, küssen sich, schlafen miteinander. Was braucht es denn im Teenageralter noch, um ein Paar zu sein? Ich glaube, es ist typisch für die Amerikaner, dass sie es benennen, sonst gilt es nicht. ;)


    Zitat

    Auch da finde ich mich wieder. Irgendwie war die Welt damals ein ganz großes Stück mehr in Ordnung als heute.


    Ach ja, die gute alte Zeit :breitgrins:

    Liebe Grüße, Lilli


  • Ich bin immer noch fleißig am Spekulieren, worin die Katastrophe besteht und sehe dabei immer Woody im Mittelpunkt. Ist es möglich, dass er schwul ist und sich in Hillel verliebt hat? Er interessiert sich nach eigener Aussage nicht für Mädchen (Seite 235), schleicht sich aber heimlich zu Hillel, der nach dem Unglück mit Scott auf die Privatschule wechseln musste. Vielleicht ist ihm selbst noch nicht klar, dass er möglicherweise entsprechende Gefühle für seinen Freund entwickelt hat. In dem Zusammenhang bin ich draufgekommen, was mir an der Geschichte fehlt: Es sind die Empfindungen und Gedanken in den Köpfen aller Beteiligter mit Ausnahme von Marcus als Erzähler. Mir fehlt ihr "Innenleben". Es wird hauptsächlich über sie erzählt, den Rest muss man sich selbst zusammenreimen. Natürlich liegt das in der Natur dieser Erzählweise, aber für mich sind diese ganz persönlichen Empfindungen ein wichtiger Bestandteil.


    Dass Woody schwul sein und Gefühle für Hillel haben könnte, kam mir auch schon in den Sinn.


    Dass wir die Gefühle und Gedanken der anderen Charaktere nicht kennen, macht für mich die Geschichte umso spannender. Wir erleben alles nur gefiltert aus Marcus' Sicht. In Wirklichkeit kann es ganz anders sein, was vielleicht noch zu einer Riesenüberraschung führt.

    Liebe Grüße, Lilli


  • Umso älter die Jungs werden, umso komplizierter wird alles. Vor allem Hillel. Er ist unterfordert in der Highschool und da wir er schon ziemlich anstrengend. Mich stört immer etwas, dass bei ihm von Sonderschule gesprochen wird, da das bei uns doch eher die Schuldorm für schwer erziehbare oder geistig eher benachteiligte Jugendliche ist. Auch wenn der Rektor meint, Hillel wäre vielleicht gar nicht besonders intelligent, sondern nur verzogen und schwer von Begriff.


    Auch bei uns in Deutschland landen immer wieder hochbegabte Kinder auf der Sonderschule, weil sie nicht als solche erkannt werden.


    Aber du hast recht, bei Hillel es wohl eher eine besondere Schule, keine Sonderschule. Ich glaube nicht, dass seine Eltern ihn so leichtfertig auf eine Sonderschule abegeschoben hätten. Sie wissen ja, was in ihm steckt.

    Liebe Grüße, Lilli


  • Wenn ich so krank wäre, würde ich lieber kurz und glücklich leben wollen, als etwas länger vor mich hindümpeln. Ich glaube, wenn Scott genau gewusst hätte, dass er das nicht überlebt, hätte er es trotzdem gemacht.


    Erst recht, glaube ich sogar.


    Zitat

    Bemerkenswert fand ich hier auch Marcus' Unsicherheit, ob sie ein Paar sind. Ich meine, sie treffen sich ständig, küssen sich, schlafen miteinander. Was braucht es denn im Teenageralter noch, um ein Paar zu sein? Ich glaube, es ist typisch für die Amerikaner, dass sie es benennen, sonst gilt es nicht. ;)


    Ich weiß gar nicht , ob das unbedingt ein reines Ami-Ding ist. Diese Unsicherheit, ob es jetzt was "Richtiges" ist oder nicht, ist generell ziemlich teenie-typisch.


    Zitat

    Ach ja, die gute alte Zeit :breitgrins:


    :breitgrins: Das meine ich jetzt nicht mal ausschließlich nostalgisch (obwohl ich für Nostalgie empfänglich bin). Wir hatten es seinerzeit in vieler Hinsicht einfacher als die Jugendlichen heute, insbesondere, was die beruflichen Aussichten usw. anging. Die "Generation Praktikum" steckte da noch in den Kinderschuhen. Man machte eine Ausbildung oder studierte und hatte danach gute Aussichten auf einen festen, unbefristeten Job. Das ist heute ganz anders. Und die politische Lage vor der Haustür war auch nicht so explosiv.

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)

  • Das ist eine interessante Deutung! Daran hatte ich gar nicht gedacht. Aber möglich wär's.


    Oh daran habe ich noch gar nicht gedacht, eher das die beiden sich als Brüder gefunden haben, und sie scheine ja beide auch für Alexandra zu schwärmen.


  • Ein ganz schön tragischer Abschnitt ist dies! Wobei: ich neige dazu, Patrick in Bezug auf Scott zuzustimmen: auch ich bin der Ansicht, dass Hillel und Woody maßgeblichen Anteil daran hatten, sein Leben in den letzten Monaten zu verschönern. Er hat es so genossen und wer sagt, dass er sonst nicht auch an seiner furchtbaren Krankheit früh verstorben wäre – nur halt, ohne zu wissen, wie schön das Leben für ihn sein kann. Aber natürlich verstehe ich auch seine Mutter, die unter dem allen furchtbar leidet und sogar den Direktor, der Hillel für sein Handeln abstraft.


    Ich finde es sogar richtig schön für Patrick das er es von dieser Seite sieht, so denkt er nicht immer nur traurig und bestürzt an seinen Jungen, sondern an das was Scott zum strahlen gebracht hat. Wenn Scotts Mutter ihren Sohn nur noch mal im Nachhinein befragen könnte, er würde ihr ganz bestimmt sagen das er den tollsten Moment seines Lebens erlebt hatte und sich immer wieder dafür entscheiden würde, kann natürlich die Mutter verstehen, auch wenn man weiß dass das eigene Kind tot krank ist, ist man immer voller Hoffnung.

  • Ja, man kann sie als Zicke empfinden, aber eigentlich verhält sie sich lediglich wie ein recht typisches Teeniemädchen, das sie ja zu dem Zeitpunkt noch ist, selbst wenn sie Marcus zwei Jahre und einige Entwicklungsstufen voraushaben mag. Ich glaube, dass sich hinter ihrer Fassade ein liebenswerter Kern verbirgt.



    Ich muss sagen ich bin auch nicht der größte Alex Fan, sie ist mir irgendwie nicht wirklich sympathisch, auch ihr jetziges ich, dabei kann ich noch nicht einmal genau sagen warum, ist so ein Bauchgefühl. Aber will auch noch nicht vorschnell urteilen, da ich auch finde das man noch nicht so viel über sie erfahren hat, ganz anders bei Hillel und Woody von den beiden haben wir schon viel erfahren.

  • Ich dachte ja auch beim dem Mann mit dem schwarzen Lieferwagen handelt es sich um was richtig Gefährliches oder um irgendwas aus der Vergangenheit. Tja jetzt ist es schon wieder die Presse die Marcus und Alex Leben schwer machen.


    Es war schön zu lesen wie sich jeder der Jungs auf seine Art erst einmal in das Foodball Team mit einbringen konnten. Hillel scheint ja auch seine Aufgabe als Trainer richtig gut zu machen, die Spieler verbessern sich alle, und sie finden auch eine Lösung wie Scott mit teilhaben kann. Das seine Mutter einen Schrecken bekommt und ihn das verbietet kann ich verstehen, aber auch Scott der einfach nur wie allen anderen Jungs eine normale Jugend erleben möchte. Es ist echt tragisch was bei dem Spiel passiert, und dann ist der Moment kurz davor auch noch Scotts bester/schönster im Leben, mein Güte :heul:
    Wir auch ihr kann ich auch beider Reaktionen der Eltern verstehen, es ist immer schade das nach einer so starken Tragödie Beziehungen zerreissen können.


    Das Marcus und Alexandra schon mal zusammen waren hätte ich nicht gedacht, und beim ersten mal war auch sie es die sich getrennt hatte, ich weiß ja nicht wie die zweite Trennung von statten ging, und was Marcus gemacht hat, das Alexandra ihm es immer noch übel nimmt. Aber ich fand jetzt auch nicht das sie sich beim ersten mal nett verhalten hat, und ich denke das es damals für Marcus auch schwer war, sie war seine erste große Liebe.


    Bei der zweiten Begegnung von Scotts Vater und den Jungs, fand ich ihn ein wenig seltsam, er hat das große Geld gemacht, will den Jungs sagen wo sie studieren sollen, und trinkt meiner Meinung nach zu viel Bier mit ihnen. Naja mal schauen wie es weiter geht.

    Einmal editiert, zuletzt von Nad ()