Ann Patchett - Bel Canto

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Es gibt 9 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kirsten.

  • In einem nicht genannten südamerikanischen Land ist im Haus des Vizepräsidenten eine Geburtstagsfeier für Katsumi Hosokawa, einen japanischen Industriellen und potentiellen Großinvestor im Gange, als Terroristen das Haus stürmen. Eigentlich wollten sie den Präsidenten als Geisel nehmen, doch der nimmt gar nicht an der Feier teil - stattdessen wird die ganze internationale Geburtstagsgesellschaft zu Geiseln, unter ihnen die amerikanische Opernsängerin Roxane Coss.


    Im folgenden beschreibt das Buch, wie sich die zwischenmenschlichen Beziehungen in dieser Schicksalsgemeinschaft entwickeln, wie ein japanischer Dolmetscher dafür sorgt, dass Russen, Deutsche, Franzosen, Italiener und Japaner miteinander und mit den spanisch sprechenden Geiseln kommunizieren können, wie Roxane Coss durch ihre Musik Geiseln und Geiselnehmer gleichermaßen verzaubert und wie sich mit fortschreitender Zeit die Grenzen zwischen den Geiseln und den jüngeren Terroristen, die fast noch Kinder sind, verwischen und ganz neue Bindungen entstehen.


    Neben Gen, dem Übersetzer, und Roxane, mit der ich irgendwie nicht so richtig warm werden konnte, gab es noch einige andere Figuren, die mir im Gedächtnis bleiben werden: Hosokawa, der rund um die Uhr zu arbeiten gewohnt war und sich nun neu orientieren muss; der französische Botschafter Simon Thibault, der seine Frau über alles liebt; einige der jugendlichen Terroristen, die durch die Begegnung mit der High Society aus reichen Ländern ganz neue Welten kennenlernen; der junge einheimische Pater, der in seiner eigenen Gemeinde nur Hilfsdienste verrichten durfte und nun durch seine Gottesdienste Gläubigen und Nichtgläubigen Hoffnung gibt; und Joachim Messner, der Schweizer Unterhändler, der unermüdlich immer wieder das Gespräch mit den Terroristen sucht.


    Abzug gibt es allerdings für teils arg schwülstige Sätze und misslungene Metaphern (wobei letztere vielleicht auch der Übersetzung zum Opfer gefallen sind). Und das Ende war schön, aber schon fast ein bisschen kitschig.


    3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:


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    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




    Einmal editiert, zuletzt von Alfa_Romea ()

  • Ann Patchett - Bel Canto

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    Inhalt:
    In einem fernen südamerikanischen Land, im Palazzo des Vizepräsidenten, wird eine glamouröse Geburtstagsparty gefeiert. Roxanne Coss, die berühmte Sopranistin hält die internationalen Gäste mit ihrer Stimme in Bann. Plötzlich fallen Schüsse, und eine Bande von Terroristen nimmt die ganze Geburtstagsgesellschaft in Geiselhaft. Es gibt keinen Ausweg. Doch niemand ahnt, was die verzaubernde, einende Kraft der Musik in einer lebensbedrohlichen Situation auszurichten vermag...


    Heute habe ich dieses Buch begonnen und kann somit noch all zuviel sagen.
    Das erste Kapitel ist schon einmal sehr ereignisreich und man ist inmitten einer actionreichen Szene, in welcher die Gäste einer Geburtstagsfeier als Geiseln genommen werden. Dummerweise hatte man es eigentlich auf den Präsidenten abgesehen, der jedoch kurzfristig seine Teilnahme an dieser Feier absagte.


    Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass es mir überhaupt nicht bewußt war, um welche Art Buch es sich hier handelt. In meinem Regal ist es gelandet., weil es auf der Rory-Gilmore-Liste stand, :redface: aber diese hat mich bisher noch kein einziges Mal enttäuscht.
    Ich bin gespannt wie es hier weitergeht und wieviel zum Thema Musik geschrieben wird.

  • Ich habe das Buch vor einigen Jahren auch gelesen und fand es ganz gut (mit kleineren Abstrichen, an die ich mich aber gerade nicht mehr erinnern kann). Ich verfolge Deine Statements ganz gespannt mit :smile:

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Ohne dass es mir bewusst war, bin ich nun schon fast in der Hälfte des Buches angelangt. Miri hat heute eine Freundin zu Besuch und so lese ich die ganze Zeit.


    Aus diesem Buch könnte man glaube ich sehr gut ein Theaterstück machen. An dem Handlungsort ändert sich nämlich nichts. Nachwie vor sind die Geiseln im Haus des Vizepräsidenten. Allerdings ein wenig dezimiert, da man Frauen, Hausangestellte und Kranke hat gehen lassen.
    Ein Mann ist gestorben, aber nicht weil ihm Gewalt angetan wurde, sondern weil er krank war.
    Die Geiselnehmer an sich erschienen, trotz ihrer Waffen nicht wirklich schlimm. Sie sind keine Mörder oder Vergewaltiger. Sie respektieren ihre Gefangenen, sorgen dafür, dass sie ausreichend zu Essen haben und nach zwei Wochen bewegen sich alle relativ frei im Haus umher.


    Da der Verstorbene der Pianist der Sängerin war, übernimmt dessen Part nun ein japanischer Geschäftsmann, der ebenfalls zu den Geburtstagsgästen und somit auch sui den Geiseln gehört.
    Unter den Geiselnehmern gibt es drei ältere, die bildlich gesehen den Rang von Generälen einnehmen. Die anderen sind Jugendliche, stellenweise fast noch Kinder. Sogar zwei Mädchen sind darunter.


    Ich rechne dennoch mit allen erdenklichen Ausgängen der Situation, denn nach zwei Wochen in einem Haus, auch wenn es ein sehr großes ist, kann schon einmal irgendwann die Stimmung eskalieren, auch wenn alle scheinbar vernünftig sind.


    Was anscheinend aber alle irgendwie miteinander verbindet, ist die Schönheit von Musik. Da stehen auf einmal Geiselnehmer und Geiseln gemeinsam um das Klavier herum und der Revolver liegt in der Küche auf dem Tisch.


  • Ich habe das Buch vor einigen Jahren auch gelesen und fand es ganz gut (mit kleineren Abstrichen, an die ich mich aber gerade nicht mehr erinnern kann). Ich verfolge Deine Statements ganz gespannt mit :smile:


    Ich habe gerade Deine Rezi zu dem Buch gelesen. Dich störten damals die schwülstigen Sätze. Ich muss gestehen, dass mir die noch gar nicht aufgefallen sind. :redface: Ich werde jetzt wohl darauf achten.
    Dennoch finde ich die Charaktere sehr gut gezeichnet. Merkwürdigerweise, nicht die Sängerin, die ja eigentlich zu den Protagonisten gehört. Sie bleibt eher charakterlich sehr bedeckt. Diesbezüglich ist sie mir ebenso fremd wie Dir Valentine.
    Mir gefallen aber die Beschreibungen von dem Dolmetscher und Herrn Hosokawa, aber auch der Vizepräsident hat nach einigen Kapiteln an Farbe und Charakter gewonnen. Ihn mag ich gerne.

  • Ich muss gestehen, dass ich mich an Details kaum noch erinnern kann, nur daran, dass diese Ausnahmesituation ziemlich gut eingefangen war, mich aber auch irgendwas gestört hat, so dass ich am Ende nur 3 Ratten vergeben habe. Vielleicht kommt mir das eine oder andere ja wieder, wenn Du weiter berichtest.

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
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    (John Greenleaf Whittier)




  • Die Geiseln und die Terroristen befinden sich nun schon zwei Wochen in der Villa. Das Buch ist mitnichten langweilig auch wen kein Blut fließt :breitgrins:. Ich mag Bücher, die eben nicht literweise Blut brauchen, damit sie spannend sind und den Voyeurismus der Leser befriedigen. Dennoch finde ich es merkwürdig, dass nach dieser langen Zeit noch alle so ruhig, zivilisiert und unkompliziert sind. Es kommt nichts besonders vor, es gibt keine emotionalen Ausbrüche, alle vertragen sich, noch nicht einmal kleinere Reibereien entstehen. Ich denke nicht, das die menschliche Spezies in der Lage ist, auf begrenztem Raum mit geraubter Freiheit so lange ohne Konflikte auszukommen. Dafür ist dieser Planet mit viel zu vielen Egoisten bevölkert.


    Insofern finde ich diesen Aspekt des Buches sehr unglaubwürdig, aber trotzdem gefällt es mir. Vor allem, dass ich nach und nach die Protagonisten immer besser kennen lerne.

  • ich habe das Buch vorhin beendet und bin ziemlich zwiegespalten, was meine Meinung anbelangt. Obwohl ich das Buch im großen ganzen schön fand, gab es gewisse Dinge, welche ich ausgesprochen übertrieben bzw. unglaubwürdig fand.
    Insgesamt handelte es sich um über 50 Geiseln, samt ihren Wächtern und 4 Monate lang herrschte zwischen ihnen eine friedliche, ja fast freundschaftliche Koexistenz. Das fand ich zu extrem.

  • Ann Patchett - Bel Canto

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    OA: 2001
    OT: Bel Canto
    384 Seiten
    ISBN: 9783833308307


    Inhalt:
    In einem fernen südamerikanischen Land, im Palazzo des Vizepräsidenten, wird eine glamouröse Geburtstagsparty gefeiert. Roxanne Coss, die berühmte Sopranistin hält die internationalen Gäste mit ihrer Stimme in Bann. Plötzlich fallen Schüsse, und eine Bande von Terroristen nimmt die ganze Geburtstagsgesellschaft in Geiselhaft. Es gibt keinen Ausweg. Doch niemand ahnt, was die verzaubernde, einende Kraft der Musik in einer lebensbedrohlichen Situation auszurichten vermag...


    Eigene Meinung:
    Ich habe dieses Buch recht schnell gelesen und um es vorweg zu nehmen, es hat mir recht gut gefallen. Mir gefiel die Idee, der Gemeinsamkeit, zwischen Geiselnehmern und Geiseln, nämlich die des Menschseins in all seinen Variationen.
    So wie auch der Leser nach und nach die Protagonisten des Buches kennenlernt, so lernen auch die Geiseln und ihre bewaffneten Wächter sich kennen, Nach und nach fallen Schranken, Beschränkungen und Regeln, weil jeder erkennt, dass es auf die Miteinander-Weise einfach für alle Beteiligten am besten klappt.
    Ann Patchett, hat ihrer Charaktere wunderbar geformt und nach und nach wie ein Bildhauer herausgebildet aus der Masse der Menschen in diesem Buch. Allerdings verstand ich nie, warum Ann Patchett eine so große Anzahl an Geiseln gewählt hatte - an die 50 - wo es doch nur an die Zehn Protagonisten gab. Dies ist einer der Punkte, die ich nicht verstehe, zumal genau dieser Aspekt die ganze Geschichte, so schön sie auch sein mag, unglaubwürdig macht.
    Es ist unmöglich, dass 58 Menschen und ihre Geiselnehmer 4 Monate lang in friedlicher, ja sogar freundschaftlicher Koexistenz verbringen, miteinander Essen, Schachspielen, kochen, sich Sprachen beibringen und Fußball spielen. Kein Leser kann so naiv sein und dies so annehmen, Denn dies ist in meinen Augen ein extrem übersteigertes Stockholmsyndrom. Es ist unmöglich, dass in dieser Zeitspanne kein einziger der Geiseln mental dekomponiert und zwischen den einzelne Personen auf so engem Raum die Stimmung nicht eskaliert.
    Das finde ich übrigens sehr schade, denn ansonsten ist dieses Buch ein wundervolles Beispiel dafür, wie sehr Musik Menschen eint, weil sie eine Sprache besitzt, die überall auf der Welt gesprochen wird und von jedweder Kultur gleichermassen verstanden wird.
    Mann kann nicht verschiedene Nationen spontan in einen Raum setzen und erwarten, dass sie miteinander kommunizieren, aber man kann Musiker aus jedem Land der Erde zusammensetzen, ihnen Noten geben und sie können, trotz kultureller und sprachlicher Barriere, gemeinsam die schönste Musik machen.
    Das Ende hat mich jedoch mit dem zwischenzeitlichen extrem Heile-Welt-Ambiente versöhnt, da dies leider schon sehr real beschrieben war.
    Den Epilog jedoch, fand ich völlig daneben, es sei denn, ich stand auf dem Schlauch und habe ihn nicht verstanden.


    Ich kann mir dieses Buch übrigens ausgesprochen gut als Theaterstück vorstellen, da es keinerlei Szenenwechsel beinhaltet und die ganze Story nur in dem Haus des Vizepräsidenten spielt.


    3ratten

  • Meine Meinung

    Mein erster Eindruck war, dass die Geschichte sehr schön erzählt ist. die Autorin räumt jedem Beteiligten einen Platz ein. Auf mich hat es gewirkt, als ob es nur Hauptpersonen gibt.


    Genau diese schöne Erzählweise das wird Bel Canto später zum Verhängnis. aus einer Geiselnahme wird ein friedliches Zusammenleben. Geiseln und Geiselnehmer freunden sich miteinander an. Die Grenzen verschwimmen. Mehrmals hätten die Geiseln fliehen können, aber keiner macht den ersten Schritt. Genauso wenig unternehmen die Geiselnehmer etwas, um die Sache zu einem Abschluss zu bringen.


    So angenehm die Erzählweise am Anfang gewirkt hat, so hat sie mich doch gegen Ende gestört. Denn es passiert nichts oder nicht viel. So wird aus einem durchaus vielversprechenden Anfang eine Geschichte, die irgendwann nur noch vor sich hinplätschert bis ihr das Wasser ausgeht.

    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

    Man muss mutig sein, damit du die Angst überwindest, das Unmögliche möglich zu machen.