Lesen ist Luxus

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 49 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von dubh.

  • Ist Lesen ein Luxus? 0

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    5. hab' keine Zeit für dumme Fragen - ich muss lesen! (0) 0%

    Hallo zusammen!


    Auf vielfältige Anregung von Kringel hier der "Lesen ist Luxus"-Thread.


    Ich zitiere nochmal meine Statement aus oben verlinktem Thread:

    Zitat

    Lesen war schon immer ein Luxus. Ich gebe zu, dass die Erfindung des Taschenbuchs und der Klebebindung einiges von dem Luxus weggenommen haben, es bleibt aber ein Luxus.


    Was meinen die andern?


    Grüsse


    Sandhofer

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Wenn ich alles, was ich nicht unbedingt zum Leben brauche, zum Luxus zähle, gehört Lesen dazu.
    Ja ich weiß, die meisten von uns glauben nicht überleben zu können ohne Buchstaben. Ich auch. Aber im Notfall würde es besser gehen, als ohne Essen und Wasser :zwinker:


    Ich gebe auch einiges im Monat für meine Bücher aus, aber andere geben das Geld für Zigaretten oder einen Abend in der Kneipe aus. Das ist eben meine Alternative. Deshalb zähle ich es nicht zum wirklichen Luxus. Ein Abend im Kino kostet schon fast soviel wie ein Taschenbuch. Beides dient meiner Unterhaltung. Da ich von einem Buch mehr habe, auch wenn ich gerne ins Kino gehe, ist dann schon eher der vergängliche Kinobesuch als Luxus zu zählen.


    So lange ich meine Lesesucht im Griff habe, ist sie für mich nur ein kleiner Luxus. Nimmt sie überhand, wird sie wie alles was man übertreibt zum Luxus.

  • Fuer mich ist es kein Luxus, sondern gehoert zu den Grundnahrungsmitteln.


    (Bringt bloss niemanden auf dumme Ideen, sonst gibt es noch Luxussteuer auf Buecher :entsetzt: )

    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym, 2001

  • Hallo,


    Literatur kann sich eigentlich heute jeder leisten. Es gibt günstige Taschenbuchausgaben und gut ausgestattete Bibliotheken und Büchereien. Die neuesten Bestseller sind natürlich nicht immer sofort greifbar, aber es gibt ja hinreichend gute Lektüre. Also: Lesen ist m.E. kein Luxus, wenn es um die Beschaffung von Literatur geht. Daher habe ich auch mit nein gestimmt.


    Lesen erfordert viel Zeit, Zeit, die man auch anders verwenden könnte (z.B. zur beruflichen Fortbildung). Sich viel Lesezeit zu nehmen, ist nur in Gesellschaften mit einem gewissen Wohlstand möglich und stellt in diesem Sinne eine Art Luxus dar, den ich mir aber gerne gönne.


    Schöne Grüße,
    Thomas

  • Ich finde, das gerade viel Lesen schone in bisschen Luxus ist, weil viele Leute ja auch gar nicht so viel Zeit hätten (oder sich nehmen würden) um so viel zu lesen.


    Preislich finde ich Bücher mittlerweile auch schon recht happig - aber da denke ich, das man sich halt manche Bücher gönnen kann - wenn nicht, leiht man sie sich halt in der Bücherei, da kostet es zumindest materiell nichts.


    Aber wer kommt schon ganz ohne Luxus aus ;)?

  • Hallo,


    Gute Frage. Luxus ist doch eigentlich etwas, was sich nicht jeder leisten kann.
    Also würde ich sagen, das Lesen selbst ist kein Luxus, da man Bücher ja auch relativ billig gebraucht bekommt, oder ausleihen kann.


    "Nicht leisten" muss aber ja nicht unbedingt nur vom Geld abhängen, man muss ja auch die Zeit dazu haben. Aber ich denke ein bißchen Zeit findet man immer, wenn man wirklich etwas lesen möchte.


    Also würde ich sagen, dass das Lesen an sich kein Luxus ist. Sammelt jetzt jemand aber gebundene, teure Bücher würde ich das schon als Luxus bezeichnen.
    Als Luxus würde ich es auch bezeichnen, wenn jemand sehr viel liest, da die Zeit dazu nicht jeder zur Verfügung hat.


    Gruß
    Seoman


    EDIT: Zu langsam geschrieben, wurde ja mittlerweile schon alles gesagt

  • Hallo!


    Zitat von "Liki"

    Wenn ich alles, was ich nicht unbedingt zum Leben brauche, zum Luxus zähle, gehört Lesen dazu.


    Das hast Du schön gesagt :bussi: Natürlich könnte ich auch überleben, ohne je wieder eine Seite zu lesen, aber meine Lebensqualität würde doch sehr darunter leiden. Für mich bedeutet Luxus, mich mit einem Buch völlig zurückzuziehenund alles um mich herum zu vergessen.


    Wenn es aber darum geht, ob Lesen ein finanzieller Luxus ist, sieht die Sache für mich schon anders aus, was gerade dieser Monat gezeigt hat. Ich hatte ein paar notwendige Ausgaben wie Wanderschuhe und Fahrradreparatur und habe somit den Bücherkauf hintenan gestellt (für ein großer Luxus, auf einen Berg klettern zu können ohne dass meine Füße mich umbringen :zwinker: ). Aber zum Glück gibt es die Bib, so dass ich aufs Lesen nicht verzichten muß :breitgrins:


    groetjes
    Kirsten

    Es kommt darauf an, wie du dein Leben mit Leben füllst.

  • Ich sag immer, dass Lesen ein Luxus ist, den man sich leisten kann.

    MfG Mandel :-)<br />-------------------------------------------------------<br /><br />&quot;Ein Apartment voller kluger Bücher ist das<br />Erotischste überhaupt&quot; - Nick Hornby<br /><br />&lt;b&gt;Mein Blog: http://www.BuchLeben.com&lt;/b&gt;

  • Hallo,


    Zitat von "Seoman"

    Also würde ich sagen, das Lesen selbst ist kein Luxus, da man Bücher ja auch relativ billig gebraucht bekommt, oder ausleihen kann.


    "Nicht leisten" muss aber ja nicht unbedingt nur vom Geld abhängen, man muss ja auch die Zeit dazu haben. Aber ich denke ein bißchen Zeit findet man immer, wenn man wirklich etwas lesen möchte.


    Also würde ich sagen, dass das Lesen an sich kein Luxus ist.


    genau das ist der Punkt - es kann sich nicht jeder leisten: Frag mal ein deutsches Straßenkind, wann es das letzte Mal ein Buch gelesen hat? Oder die Menschen der Dritten Welt? Oder eine Mutter von fünf Kindern? Uns geht es gut - wir haben sogar Internet. Aber das bedeutet nicht, dass es allen so gut geht ;-)


    Doch... für mich ist ein Buch und das Lesen selbst auf jeden Fall ein Luxusgut, das ich sehr zu schätzen weiss.


    Liebe Grüße
    nimue

    "Vor ein paar Jahren hätte ich Ihnen geantwortet: Wir sind nicht die Weimarer Republik. Aber wenn ich mir die Entwicklungen in der letzten Zeit so ansehe, dann muss ich antworten: Ja, ich mache mir ernsthaft Sorgen um unsere Demokratie." (Ein Experte für Rechtsextremismus wird in der Dokumentation "Rechts. Deutsch. Radikal")

  • Auf dem Gymnasium im Wirtschaftsunterricht habe ich gelernt : Lesen & Bücher gehören zu den Kulturgütern. Also weder Grundbedürfnisse (Essen und Trinken) noch Luxus.
    Luxus ist doch eigentlich etwas was ich nicht jeden Tag brauche / benutze oder mir zulegen würde, oder? Selbst wenn ich genügend Geld hätte, würde ich mir nicht jeden Tag eine Rolex kaufen und mir nicht jede Woche einen neuen Bentley in die Garage stellen.
    Aber ich l e s e so gut wie jeden Tag, und kaufe auch regelmäßig Bücher. Und auch wenn letzteres manchmal ein kleines Loch in mein Portemonnaie reißt, würde ich es trotzdem nicht als Luxus bezeichnen.



    lg, :blume:
    caithlin

    Ich hieß hier mal caithlin.<br /><br />&quot;If I had a dollar for every time i felt more emotion for a fictional character than people in real life, I could pay for the psychiatric help I obviously need.&quot;

  • Ich habe ein "vielleicht" abgegeben.


    Ob lesen nun ein Luxus ist hängt doch von einigen Faktoren ab.
    Zum einen spielt es eine Rolle, ob es nur ums Lesen geht oder aber um den Besitz von Büchern.
    Eine Karte für die Bibliothek kann sich wohl jeder leisten; bei uns kostet es 10 Euro jährlich. Oder man kauft sich gebrauchte Bücher.


    Ganz anders sieht es aus wenn es um die nötige Zeit geht.
    Vielleicht geht jetzt ein Aufschrei durch die Reihen, aber glaubt mir, es gibt genügend Menschen, die die Zeit zum Lesen nicht haben.
    Ich habe eine Bekannte, die alleinerziehende Mutter von 3 Kindern ist und auch noch arbeiten geht. Mit all den zusätzlichen Terminen findet sie kaum Zeit für ihre Freizeitaktivitäten.
    Und ich erinnere mich noch genau an die Zeit, als meine Kinder klein waren und ich halbtags arbeiten war, da hatte ich fast keine Zeit dafür.
    Und zu dieser Zeit war es eindeutig LUXUS für mich. Jede Stunde lesen war wie ein Feiertag!

  • Hm Lesen ist schon irgendwie Luxus. Sich die Zeit nehmen zu können und einfach mal in Ruhe ein Buch zu lesen ist für mich schon Luxus. Ich erinnere mich noch als ich noch in der Ausbildung war war es für mich schon etwass besonderes am Wochenende richtig Zeit zum Lesen zu haben und mal 2 oder 3 Stunden am Stück lesen zu können. Unter der Woche war ich einfach zu Müde dafür bzw ich kam auch erst um 7 abends heim. Geldtechnisch würde ich sagen nein-. Denn niemand ist gezwungen sich die Bücher die er gern Lesen möchte zu kaufen. Bibliotheken haben zwar heutzutage oft eine Leigebühr aber wenn ich verlgeiche wieviel ein Buch kosten kann lohnt sich das schon wenn ich 1 Buch ausleihe...

  • Die Frage ist, ob LESEN Luxus ist. Die zweite Frage wäre, ob BÜCHER Luxus sind.


    Da stellt sich zuerst die Frage, was Luxus ist. Nach meiner Definition ist Luxus etwas, das außergewöhnlich ist, d.h. das aufgrund verschiedener Gründe nicht für jeden verfügbar ist. Also etwas, das über dem durchschnittlichen Lebensstandard einer Gesellschaft liegt.


    Das Recht auf Bildung ist ein international anerkanntes Menschenrecht. Lesen zu können, ist also ein Menschenrecht und kein Luxus.


    Bücher sind im Zeitalter des Buchdrucks und der billigen Massenherstellung grundsätzlich kein Luxus, weil sie zum Lebensstandard - zumindest in Europa - gehören und für jeden zugänglich sind. Sie können aber Luxusgüter sein, z.B. in besonders teuren Ausgaben.


    EDIT: Das gilt natürlich nur für den BESITZ. Man kann ja auch Bücher in der Bibliothek entleihen oder sie völlig gratis im Buchladen lesen - da stehen ja oft extra zu dem Zweck gemütliche Sofas bereit.

    Einmal editiert, zuletzt von ()

  • Ich schliesse mich inhaltlich und auch was die Wahl der Antwort betrifft voll Yanni an. :zwinker:


    :herde:

    Viele Grüsse,

    Weratundrina :verlegen:


    Help me, help me ~ Won't someone set me free? ~ There's no right side of the bed ~ With a body like mine and a mind like mine

    ~ IDLES ~


  • Zitat von "yanni"

    Und zu dieser Zeit war es eindeutig LUXUS für mich. Jede Stunde lesen war wie ein Feiertag!


    Ich habe deinen Text mal editiert, um deutlich zu machen, was der Knackpunkt ist. Luxus ist das Lesen für dich, weil du dir nicht die Zeit dafür nimmst / nehmen kannst. Die Frage, die sich mir ursprünglich stellte, war aber grundsätzlicherer Natur - siehe mein vorheriges Posting.


    EDIT: sandhofer: Du hast immer noch nicht erklärt, warum Lesen deiner Meinung nach Luxus ist.

  • Ich bemerke oftmals, dass ich, wenn ich irgendwo erzähle, was ich gelesen habe, oder wieviele Bücher ich habe, schon so ein bisschen seltsam angeschaut werde. So eine Art Neid dürfte da manchmal reinspielen - auf die verwendete Zeit, das Geld und den Platz. Wenn man Luxus etwas plakativ dann als etwas definiert, was Neid erzeugen kann, zählt das Lesen und Bücher-Besitzen dazu.


    Für mich selbst ist es zu selbstverständlich, als dass ich es als Luxus auffassen würde.


    Daher mein "vielleicht".


    (jenseits des Herdenpostings :elch: )

    Viele Grüsse,

    Weratundrina :verlegen:


    Help me, help me ~ Won't someone set me free? ~ There's no right side of the bed ~ With a body like mine and a mind like mine

    ~ IDLES ~


  • Wenn ich Luxus so definiere wie Liki oben, ist Lesen natürlich Luxus.


    Ich definiere Luxus eher als etwas Überflüssiges, als Prestigeobjekt/-sache. So etwas ist Lesen für mich aber in keinster Weise. Es ist mein Hobby, es unterhält mich, ich lerne etwas daraus.


    Kulturgut trifft es gut, finde ich. Es ist nicht lebensnotwendig, aber es bereichert das Leben. Und viele Bücher und Leseerlebnisse sind für mich von bleibendem Wert, anders als ein Kino- oder Kneipenbesuch oder eine Schachtel Zigaretten.

    The three most important documents a free society gives are a birth certificate, a passport, and a library card.

    E. L. Doctorow





  • Zitat von "Valentine"


    Ich definiere Luxus eher als etwas Überflüssiges, als Prestigeobjekt/-sache. So etwas ist Lesen für mich aber in keinster Weise. Es ist mein Hobby, es unterhält mich, ich lerne etwas daraus.


    So sehe ich das auch und ich glaube, daß sich die meisten Menschen das Lesen auch vom finanziellen Aspekt her durchaus leisten können. Es gibt schließlich Bibliotheken, das Internet und vielleicht auch ein paar nette Menschen, die Bücher verleihen. Ich gehe jetzt mal nicht von einem Dritte-Welt-Land aus - für diese Menschen ist natürlich Luxus deutlich anders definiert als für uns.

  • Hallo,


    Zitat von "nimue"


    Frag mal ein deutsches Straßenkind, wann es das letzte Mal ein Buch gelesen hat? Oder die Menschen der Dritten Welt? Oder eine Mutter von fünf Kindern?


    ja da ist halt die Frage wie man Luxus definiert. Auf ein Straßenkind oder einen Menschen aus der Dritten Welt bezogen ist unser ganzes Leben mit Sicherheit Luxus.


    Gruß
    Seoman

  • Hi!


    Für die einen oder anderen mag es Luxus sein, weil sie sich Bücher nur selten leisten können oder dafür auf etwas anderes verzichten müssen. Deshalb habe ich für "vielleicht" gestimmt.


    Ich selbst stecke mein Geld meistens lieber in Bücher als z.B. in Autos, Klamotten, Schmuck und was es sonst noch so alles gibt...


    Lesen ist für mich aber dahingehend Luxus, dass ich selten mal mehrere Stunden am Stück Zeit dafür habe. Wenn es tatsächlich mal zustande kommt, dass ich einen ganzen Nachmittag lese, bin ich entweder krank oder gönne mir was :breitgrins:


    Liebe Grüße
    Sandra