Minette Walters - Der Keller

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kirsten.

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    Inhalt
    Muna kam als kleines Mädchen aus einem afrikanischen Waisenhaus zur Familie Songoli. Die Hoffnung auf ein besseres Leben wurde bitter enttäuscht. In London ist sie die Sklavin der Familie und ihren Launen ausgesetzt. Jede Nacht wird sie in einen dunklen, fensterlosen Keller gesperrt. Doch dann kommt der jüngste Sohn der Familie eines Tages nicht von der Schule nach Hause. Für Muna ist es eine einmalige Chance, denn die Songolis haben das kleine Mädchen gewaltig unterschätzt.


    Meine Meinung
    Das Buch beginnt interessant. Das Verschwinden des tyrannischen jüngsten Sohns der Familie Songoli tritt neben Munas Geschichte in den Hintergrund. Jahrelang hat sie die Familie in dem Glauben gelassen, sie wäre dumm und nicht fähig, außerhalb des Hauses zu überleben. Doch jetzt kommen mit der Polizei das erste Mal seit langem Fremde ins Haus. Kann sie die Chance zur Flucht nutzen?


    Aber je länger der Junge verschwunden bleibt, desto unwahrscheinlicher wird die Geschichte. Den Anfang konnte ich noch nachvollziehen, späteres nicht mehr. Die Handlung wird vorhersehbar, es gibt keine Überraschungen sondern nur noch immer dramatischere Ereignisse, die aber niemand zu bemerken scheint. Schade, das Buch hatte vielversprechend angefangen. Das Ende hat mir nicht mehr gefallen.
    2ratten


    Liebe Grüße
    Kirsten

    I'm young enough to still see the passionate girl that I sued to be. But I'm old enough to say I got a good look at the other side.

  • Buchinfo
    Der Keller - Minette Walters
    Taschenbuch - 224 Seiten - ISBN-13: 978-3442484324
    Verlag: Goldmann Verlag - Erschienen: 18. April 2016 - EUR 9,99
    Kurzbeschreibung
    Munas Leben ist die Hölle. Und niemand kommt ihr zu Hilfe, denn keiner weiß, dass die Familie Songolis ihr Hausmädchen behandelt wie eine Sklavin. Dabei muss sie sich nicht nur Tag für Tag bis zur Erschöpfung um das Wohl der Songolis kümmern, sondern wird auch noch jede Nacht in einen dunklen, fensterlosen Keller gesperrt. Doch dann kehrt eines Tages der jüngste Sohn der Familie aus unerklärlichen Gründen nicht mehr nach Hause zurück. Damit die ermittelnden Polizeibeamten nichts von Munas Schicksal erfahren, darf sie ihren Keller verlassen. Und diese Chance nutzt sie auch. Denn Muna ist sehr viel klüger, als alle ahnen – und ihre Pläne sind sehr viel schockierender, als irgendjemand jemals vermuten würde ...
    Bewertung
    Ein Psychothriller der seinen Namen alle Ehre macht. „Der Keller“ war mein erstes Buch von der Autorin Minette Walters, und es wird aber definitiv nicht mein letztes von ihr sein. Ihre Art zu schreiben ist fesselnd, spannend und schockierend. Auch wenn das Buch mit 220 Seite eher kurz ist, wirkt sich das absolut nicht auf die Geschichte aus. Die Spannung steigt kontinuierlich und durch die geschickte Schreibweise, die jedes Kapitel so enden lässt, dass man einfach weiter lesen muss, hat man das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Die Charaktere sind sehr detailliert beschrieben, vor allem natürlich Muna, deren Wandlung man intensiv miterlebt. Die Autorin erzählt uns mit diesem Buch von den Abgründe des menschlichen Handels.
    Fazit: Ein fesselnder Psychothriller mit Gänsehautfaktor! Volle Punktzahl!


    5ratten

  • Ich denke nicht, dass Muna sich im Lauf der Geschichte gewandelt hat. Ihr wahres Ich kommt stärker zum Vorschein, das stimmt. Aber es war schon die ganze Zeit da und wurde nur übersehen.

    I'm young enough to still see the passionate girl that I sued to be. But I'm old enough to say I got a good look at the other side.

  • Cover:


    Mir gefällt das Cover sehr gut, denn es ist düster gestaltet und somit perfekt auf die Stimmung und die Handlung abgestimmt. Man sieht ein paar Treppenstufen, auf die nur ein wenig Licht fällt.


    Inhalt:


    Es ist sehr lange her, dass ich ein Buch von der Autorin Minette Walters gelesen habe und mit “Der Keller” ist mir der Wiedereinstieg in ihre Bücher richtig gut gelungen. Beim Lesen war es fast so, als hätte nie eine lange Pause gegeben. Typisch für ihre Bücher ist, dass sie sich mit der Tatsache auseinandersetzt, wie es zu einem Mord/Verbrechen kommen kann und der Schwerpunkt auch darauf liegt. Sie geht in dem Werk “Der Keller” vor allem auf die Themen Rache, Familienkonflikte und Isolation ein. Die eigentliche Protagonistin in dem Buch ist Muna, ein junges Mädchen, dass mehr “gehalten wird” als etwas anderes. Sie muss jeden Tag für die Familie Songoli sorgen und wird im Gegenzug wie der letzte Dreck behandelt. Das Mädchen hat nie erfahren dürfen, was Anerkennung oder Liebe sind. Sie wird auf übelste Weise misshandelt und erträgt alles stumm. Mir persönlich ist dabei auch sehr aufgestoßen, dass die ganze Familie Songoli Muna für dumm hält und deshalb ziemlich mit ihr umspringt. Man hat weiterhin fast den Eindruck, als habe die Familie das “Schicksal” immer weniger auf ihrer Seite und als müssten sie für alle ihre Taten bezahlen. Mehr sage ich an dieser Stelle nicht dazu. Die Gestaltung der Charaktere und deren Entwicklung innerhalb der Geschichte hat mir wirklich gut gefallen.


    Aufbau, Struktur & Stil:


    Die Geschehnisse werden aus Munas Sicht, in der dritten Person, erzählt. Dennoch hatte ich beim Lesen oftmals das Gefühl, genau nachempfinden zu können, was ihr gerade durch den Kopf geht oder was sie gerade durchmachen muss. Man ist als Leser gleich mitten im Geschehen und die Autorin verliert keine Zeit mit einer längeren Einleitung. Anders als bei den bisherigen Büchern, die ich von Minette Walters kenne, würde ich sagen, dass der Gruselfaktor in “Der Keller” höher angesiedelt ist. Die Spannung wird eher langsam aber stetig gesteigert, ab einer gewissen Stelle konnte ich das Buch gar nicht mehr weglegen und wollte einfach möglichst gleich wissen, wie es endet. Es wurden einige Wendungen, die ich so definitiv nicht erwartet hatte, mit in die Handlung eingebaut. Besonders hervorheben will ich, dass kaum wörtliche Rede genutzt wird und die Schreib- und Ausdrucksweise für mich perfekt an die Protagonistin Muna angepasst wurde. So gibt es meist kurze, knappe Sätze.


    Fazit:


    “Der Keller” ist für mich zwar kein Psychothriller im eigentlichen Sinne, aber die Handlung weist durchaus schockierende, menschliche Abgründe auf. Das Szenario ist meiner Meinung nach, nicht völlig aus der Luft gegriffen. Es ist ein spannendes Buch, das mich aber auch ein wenig nachdenklich gemacht hat.


    Ich gebe vier von fünf Funkelchen.

  • Die wohlhabende Familie Songoli lebt in London, fern ihrer afrikanischen Wurzeln. Es geht ihnen gut – Herr Songoli hat einen gutbezahlten Job, seine Frau kann sich den ganzen Tag ihren Einkäufen widmen, die Söhne gehen auf eine teure Privatschule.


    Doch sie haben ein Geheimnis: Muna, ein Mädchen aus einem Waisenhaus in der fernen Heimat, mit falschen Papieren nach England geschmuggelt. Sie lebt im Keller der Songolis, und muss ihnen als Haussklavin dienen, wird geschlagen und war noch nie draussen. Eines Tages kommt der jüngste Sohn Abiola aus der Schule nicht nach Hause. Die Polizei ermittelt, und plötzlich verändert sich alles für Muna.


    Dieses Buch ist recht kurz für Minette Walters, aber trotzdem wieder einmal voller Spannung. Walters ist definitiv eine meiner Lieblingsschriftstellerinnen, ich habe ein halbes Regalbrett voller Krimis aus ihrer Feder, und auch diesmal hat sie mich nicht enttäuscht. Das Ende hat mir besonders gut gefallen, weil es vom “normalen” Krimi abweicht.

  • Anscheinend bin ich die Einzige, der das Buch nicht gefallen hat. Rein vom Inhalt her kann ich es auch nicht verstehen, denn der klingt nach einer spannenden Geschichte. Vielleicht lag es an der Zeit, in der ich es gelesen habe. Ich habe vor nicht zu langer Zeit ein Buch von Minette Walters wieder gelesen und gemerkt, dass mir ihr Stil gut gefällt. Deshalb gebe ich diesem Buch eine zweite Chance.

    I'm young enough to still see the passionate girl that I sued to be. But I'm old enough to say I got a good look at the other side.

  • Meine Meinung

    Deshalb gebe ich diesem Buch eine zweite Chance.

    .. und beim zweiten Lesen hat sich mein Eindruck bestätigt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Muna sich so verstellen konnte, ohne dass jemand etwas bemerkt hat. Schließlich ist den Nachbarn schon aufgefallen, dass da noch ein Mädchen im Haus war, auch wenn die "Eltern" sie verstecken wollten. Ich finde die Geschichte immer noch nicht stimmig, aber ich sehe sie als Ausnahme in einer Reihe von guten Krimis der Autorin.

    2ratten

    I'm young enough to still see the passionate girl that I sued to be. But I'm old enough to say I got a good look at the other side.