"Buchinhalts-Demenz"- Hilfe, ich vergesse immer schneller........ :(

Bitte achtet auf euch und eure Lieben! Bleibt gesund!

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Es gibt 65 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kirsten.

  • Ich stelle in den letzten Jahren immer häufiger fest, dass ich mich bei selbst an kürzlich gelesenen Büchern oft kaum noch an den Inhalt erinnern kann :heul:.
    Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere ......... da hatte ich selbst nach Jahren noch konkrete Vorstellungen, wie Personen, die Gegend, Gebäude ( in meiner Phantasie) etc. aussahen.Es ist mir nun schon mehrmals passiert, dass man mich nach einem Buchtitel gefragt hat und ich im günstigsten Fall immerhin wusste, dass ich es zwar gelesen habe, aber zum Inhalt nun so gar nichts mehr sagen konnte :redface:.
    O- Ton meiner Tochter: " Warum liest Du dann denn noch?"
    :kommmalherfreundchen::pueh:


    Ironie on : Der Beginn meiner Demenz? Ich stecke altersmäßig gerade mal so ca im halben Jahrhundert .......... :zwinker: Ironie off

    Manche Leute glauben, Durchhalten macht uns stark.Doch manchmal stärkt uns gerade das Loslassen.Hermann Hesse

    Einmal editiert, zuletzt von Sammy ()

  • Kenn ich, geht mir ähnlich, hat sich aber in letzter Zeit wieder gebessert. Demenz ist es hoffentlich noch nicht. Vielleicht konzentriert man sich mit steigendem Lebensalter mehr aufs Wesentliche und vergißt Unbedeutendes schneller? Manche Bücher prägen sich bei mir nämlich besser ein als andere. Das hat vermutlich mit der Qualität zu tun und wie sehr sie mich innerlich beschäftigen.


    Es hilft aber auch, eine Leseliste zu führen und hier im Forum Rezis und Kommentare zu den gelesenen Büchern zu posten. Etwas Selbstgeschriebenes merkt man sich schon besser und man weiß dann nach Jahren wenigstens noch, was man zu dem Buch dachte.


    Außerdem habe ich festgestellt, dass Schlafmangel eine große Rolle spielt: je weniger Schlaf, desto vergeßlicher werde ich.


    Deiner Tochter kannst du höchstens antworten, dass du schon mehr vergessen hast, als sie in ihrem Leben bisher gelesen hat. :zwinker:

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.

  • Das kommt bei mir darauf an, wieviel ich in der betreffenden Zeit gelesen habe. Bei schnell zu lesender Massenware, also Popcornbücher zum Abschalten, vergesse ich gerne wieder. Als ich in meiner Arbeit oft Nachtdienst machen musste und ich vor allem Bücher wählte, die leicht zu lesen waren, aber keine Konzentration verlangten und deren Vorteil darin lag, dass sie mich soweit unterhielten, dass ich wach blieb, habe ich das meiste gelesene sofort wieder vergessen.

  • Zitat

    Sammy: hast du momentan viel um die Ohren?


    Nein, daran liegt es definitiv nicht.

    Manche Leute glauben, Durchhalten macht uns stark.Doch manchmal stärkt uns gerade das Loslassen.Hermann Hesse

  • Mir geht es ähnlich wie Dodo - und mir kommt es so vor, als ob sich mein Hirn quasi schon beim Lesen "vornimmt", dass diese Inhalte getrost vergessen werden dürfen und jene es wert seien, auch im Anschluss noch manchmal bedacht zu werden; ganz optimistisch ;-) schiebe ich also mal nicht auf zunehmende Demenz, sondern im Gegenteil auf zunehmende Erfahrung.
    Jedenfalls ist es so, dass es eher die "objektiv (oder eben zuweilen auch subjektiv :-) ) wertvolleren" Bücher sind, die bei mir noch länger oder lange präsent sind. Nur noch solche zu lesen, würde mein armes Hirn aber wahrscheinlich überfordern - die anderen haben durchaus ihre (Unterhaltungs)Funktion, denke ich.


    Ein zusätzlicher Punkt könnte auch in der gestiegenen durchschnittlichen Lesegeschwindigkeit liegen - wie war das..? :
    "Ich habe 'Krieg und Frieden' gelesen. Es handelt von Rußland." (Soll Mark Twain gesagt haben)

    Einmal editiert, zuletzt von Alice ()

  • Tja, das kenne ich auch: Hmmm, laut meiner Liste habe ich das gelesen. Klappentext: sagt mir nix. Was war das bloß?


    Dann habe ich angefangen, kleine Rückblicke/Eindrücke zu schreiben. Ob es was hilft für später? Abwarten. Ich habe auch schon meine Mini-Rezis wieder gelesen und mich ähnlich gewundert...

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr

  • Das Problem kenne ich auch, und wie bei dodo bleiben Inhalte von ganz leichter Lektüre nicht lange haften. Manchmal kann ich aber trotzdem noch einiges in Erinnerung rufen, wenn ich ein paar Anhaltspunkte zum Inhalt bekomme. Ganz so schlimm ist es also nicht. Wenn ichan einer Leserunde zu dem Buch teilnehme oder eine Rezi schreibe, bleibt auch mehr hängen. Man muss sich aktiv mit dem Gelesenen auseinandersetzen, dann bleibt es besser im Gedächtnis. Es hilft schon, wenn man versucht, die letzten Handlungen im Buch in Erinnerung zu rufen, bevor man am nächsten Tag weiterliest.


    Sammy, ich glaube nicht, dass du dir Sorgen machen musst. Du hast nicht geschrieben, was du liest, aber wahrscheinlich weiß dein Unterbewusstsein besser als du, was es wert ist, nicht vergessen zu werden. Die wirklich wichtigen oder schönen Bücher bleiben im Gedächtnis.

  • Es passiert zwar häufiger bei der Trivialliteratur, aber leider auch bei den Büchern, die mir wirklich wichtig und schön erschienen.
    Aber gut, wenn auch Ihr nicht sofort den Inhalt parat habt und hin und wieder nachschlagen müsst,..........?!? Das mache ich ja dann auf amazon oder hier auch und "die grobe Richtung ist wieder da".In Gesprächen ist mir das dennoch manchmal unangenehm und meine Tochter hat indirekt sogar ein gaaanz kleines bischen Recht :zwinker:. Das Verhältnis der aufgebrachten Zeit zu dem, was ich gewinnbringend gerne behalten würde, passt nicht so wirklich :sauer:.Prägnante Sätze, Weisheiten, Sprüche etc. schreibe ich mir von daher sowieso schon auf.

    Manche Leute glauben, Durchhalten macht uns stark.Doch manchmal stärkt uns gerade das Loslassen.Hermann Hesse

  • Rezis zu schreiben hilft mir auch, zumindest das Wichtigste vom Inhalt gelesener Bücher zu behalten. Am besten erinnere ich mich meist an Leserundenbücher, über die wir ausgiebig diskutiert haben.


    Ob bzw. welche Details hängenbleiben, ist aber sehr, sehr unterschiedlich und lässt sich auch nicht eindeutig auf irgendwas zurückführen :gruebel: Ich kann auf jeden Fall Krimis nach einigen Jahren problemlos noch mal lesen. Manchmal kommt beim Lesen die eine oder andere Erinnerung zurück, manchmal überhaupt nix. Bei der Menge an Büchern, die ich schon gelesen habe, finde ich es aber auch nicht schlimm, zuzugeben, dass mir von einem bestimmten Buch kaum noch was im Gedächtnis geblieben ist.

    Being a nerd, which is to say going too far and caring too much about a subject, is the best way to make friends I know.

    Sarah Vowell







  • Ist Lesen nicht auch Spaß und Unterhaltung? Keiner wird geprüft zu Dingen, die er zu seinem eigenen Vergnügen tut. Also warum muss man sich an den Inhalt erinnern können? Wenn ja gut, wenn nein, dann hat es wenigstens während des Lesens Spaß gemacht (hofft man). :winken:
    Keiner fragt nach dem Ablauf der letzten Party. ;)

    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym, 2001

  • Zitat

    Keiner fragt nach dem Ablauf der letzten Party. ;)


    Nicht ? ....... och :zwinker:


    Zitat

    Also warum muss man sich an den Inhalt erinnern können?


    Wenn ich das Buch gut bis sehr gut fand, erinnere ich mich gerne an Details.Und ganz mies ist es, wenn es um lehrreiche Bücher bzw Fachbücher geht- ohne aufschreiben geht da nix mehr :sauer:

    Manche Leute glauben, Durchhalten macht uns stark.Doch manchmal stärkt uns gerade das Loslassen.Hermann Hesse

  • Och, ich vergesse Bücher oft schneller als mir lieb ist. Selbst Rezensionen helfen mir da nicht, weil ich mich dann frage, ob das tatsächlich ich geschrieben habe :breitgrins:


    Ich sehe das aber wenig eng und schließe mich BigBen an. Solange ich den Moment, in dem ich ein Buch in der Hand halte und lese, genießen kann und das Lesen mir Freude bereitet, mich berührt, oder mich zum Nachdenken anregt, dann hat das Buch doch seinen Sinn schon erfüllt oder?


    Und würde mir jedes Buch detailreich in Erinnerung bleiben, dann wäre das doch nichts besonderes mehr. So weiß ich, dass es Bücher gibt, die mich lange begleiten und meine Welt bereichern, verändern oder erweitern. Und alle anderen Bücher bieten mir die Möglichkeit, in andere Welten einzutauchen, sie aber ebenso wieder hinter mir zu lassen und zu vergessen. Das ist für mich sehr befreiend.
    Und auch wenn ich häufig nicht mehr sagen könnte, wie die wichtigsten Figuren eines Buches geheißen haben, bleibt mir doch meistens der Eindruck erhalten, ob mir ein Buch gefallen hat oder nicht. Manchmal weiß ich sogar mehr über die Umstände, unter denen ich ein Buch gelesen habe - positiv wie negativ - als über das Buch selbst und auch das kann schön sein.


    (Geht mir mit Filmen übrigens genauso.)

    “Grown-ups don't look like grown-ups on the inside either. Outside, they're big and thoughtless and they always know what they're doing. Inside, they look just like they always have. Like they did when they were your age. Truth is, there aren't any grown-ups. Not one, in the whole wide world.” N.G.

  • Ich glaube das liegt einfach daran, dass man im Leben schon so viel erlebt, gelebt, gesehen, gehört und gelesen hat. Wie soll man denn das alles behalten können, dein Hirn würde ja überquillen wenn da alles drin bleibt :breitgrins:
    Das ist sicher "natürliche Auslese" die da betrieben wird.... meine Meinung. Und ja mir passiert das auch öfters, finde es manchmal schade aber es belastet mich jetzt nicht weiter... man kann ja nochmals nachlesen und dann kommt die Erinnerung meist wieder... (ich muss mir übrigens alles aufschreiben sonst vergesse ich was, es fällt mir zwar immer wieder ein, aber oft erst danach :breitgrins:)

    Liebe Grüße<br />JaneEyre<br /><br />Bücher haben Ehrgefühl. Wenn man sie verleiht, kommen sie nicht zurück<br />Theodor Fontane

  • Für mich ist das "Erinnern" sogar sowas wie ein längerfristiges "Qualitätsmerkmal" oder besser erklärt: Manchmal lese ich Bücher die mich im ersten Moment gar nicht sooo beeindrucken, vielleicht teilweise sogar langweilen oder anstrengen, aber dann kämpfen sie sich immer mal wieder an die Oberfläche, arbeiten in mir und wirken nach. Andere Bücher begeistern mich im ersten Moment total und haben mich amüsiert oder einfach gut unterhalten, aber nach einem Monat hab ich sie fast vergessen. Wirklich längerfristig hat man natürlich eher was von den nachwirkenden Büchern, aber beides hat seine Berechtigung und seine Zeit. Perfekt ist es natürlich wenn das Buch schon beim ersten Lesen begeistert und dann noch nachwirkt, aber das hat man ja nicht so oft wie man sich wünschen würde.


    Phasenweise hab ich immer mal wieder versucht Listen zu schreiben und Notizen über Bücher dazu, aber das hab ich immer wieder aufgegeben, ich bin einfach kein Listenmensch. Letzlich waren die wichtigen Bücher in meinem Leben, dann einfach die, an die ich mich erinnere. Deshalb überlass ich es meinem Gefühl und meinem Hirn an was es sich länger erinnern will, von all dem was ich lese. Ich muß ja dankenswerterweise keine Prüfungen mehr drüber schreiben und alles kann man sich einfach nicht merken. Das mit der "natürlichen Auslese" wie JaneEyre schrieb find ich einen guten Begriff dafür. Und die Bücher die mich letztlich wirklich beeindruckt haben, stehen früher oder später dann sowieso im Bücherschrank (wenn sie z.B. geliehen waren), da kann man dann auch immer mal wieder reinlesen.

    “There is a crack in everything, that’s how the light gets in.” (Leonard Cohen)

  • In meiner Schulzeit wurden wir in Deutsch gefragt, ob wir ein bestimmtes Buch gelesen haben.
    Ich erinnerte mich daran und meldete mich. Die Klasse war neu gemischt worden, sodass die anderen das Buch größtenteils nicht kannten. Der Lehrer bat mich den Inhalt zusammenzufassen und mir fiel zwar noch ein, wann und wo es spielte, aber weder der unglaublich lehrreiche Inhalt noch andere Details waren hängengeblieben. Darum konnte ich die Frage nicht zur Zufriedenheit des Lehrers beantworten.
    Dieser sagte auf seine sympathische Art, dass ich das Buch wohl doch nicht gelesen habe. Schließlich müsse man sich an den Lehrstoff erinnern, dazu sei er ja da. Zuhause hab ich nachgeschaut:In der Klassenarbeit zu Anderschs Sansibar oder der letzte Grund hatte ich eine Eins gemacht. In der folgenden Klassenarbeit nur eine knappe Drei, denn dieser Profi war einer von den Lehrern, die in Deutsch eh nie eine Eins geben. Und darüberhinaus ist mir dieses Mal so viel im Gedächtnis geblieben vom Inhalt dieses "Lehrstoffs", einfach weil ich mich so geniert habe vor der neuen Klasse vorgeführt worden zu sein.


    Von vielen Büchern weiß ich fast nix mehr. Ich kann mir auch nicht merken wo welche Schauspieler in Filmen und Serien welche Rollen hatten. Sogar wenn ich eine Serie gucke verlieren sich die Details.
    Einzig meine Lieblingsbücher merke ich mir. Die haben mir ja auch was mitgegeben, das mein Leben bereichert.
    In der Schule hingegen hab ich so viel Mist gelesen. Niemand bekommt brauchbare Informationen von mir zu Felix Krull, Mutter Courage oder zur Educated Rita.

  • Bina
    Ich kann mich oftmals auch dann erinnern, wenn ich das Buch besonders schlecht fand oder andere Erinnerungen noch damit verknüpft sind. Mir geht das bis heute mit "Stille Zeile sechs" von Monika Maron so. Das einzige mal das sich Lehrer und Schüler komplett einig waren. Selbst unser Lehrer - tatsächlich einer der besten Lehrer die ich jemals hatte (das Fach war in der Berufsschule Literaturgeschichte) - fand das Buch nicht besonders. Trotzdem hatten wir dazu tatsächlich die besten Diskussionen z.B auch über die Frage nach Literaturkritik (weil auf dem Buch eine Empfehlung von Marcel Reich Ranitzky abgedruckt war).
    Ich war aber allgemein immer sehr euphorisch wenn im Unterricht ein Buch besprochen wurde. Einfach weil ich daran ziemliches Interesse hatte. Grade deshalb kann ich mich an diese Lektüren oft noch sehr gut erinnern.


    Mir passiert es in letzter Zeit aber auch das ich mich an vieles nicht mehr so erinnern kann. Meistens wenn ich eh schon Stress habe, lese ich unkonzentrierter. Aber gerade die Bücher die ich sehr mochte, bleiben mir trotzdem besser im Gedächtnis. Ich halte es wie Sherlock Holmes: Unwichtiges wird aus dem Gedächtnis verbannt. :breitgrins:

  • Ich vergessen schon immer schnell Leseinhalte, Filme usw. , das geht bei mir offenbar alles nur ins Kurzzeitgedächtnis. Oftmals lese ich hier mit großem Erstaunen meine eigenen Rezensionen oder kaufe mir Bücher und stelle nach einem Drittel fest, dass ich sie schon gelesen habe (immerhin :breitgrins: ).


    An meinem Gedächtnis grundsätzlich kann es nicht liegen, im Büro bin ich für mein Elefantengedächtnis berühmt-berüchtigt.


  • Ich vergessen schon immer schnell Leseinhalte, Filme usw. , das geht bei mir offenbar alles nur ins Kurzzeitgedächtnis. Oftmals lese ich hier mit großem Erstaunen meine eigenen Rezensionen oder kaufe mir Bücher und stelle nach einem Drittel fest, dass ich sie schon gelesen habe (immerhin :breitgrins: ).


    An meinem Gedächtnis grundsätzlich kann es nicht liegen


    Meine Mama und ich tauschen oft Bücher aus. Zuletzt hatte sie einen Follett für mich, den sie schon gelesen und gekauft hatte. (Steht im Flohmarkt zum Verkauf bereit... :breitgrins:)
    Und an ihrem Geräten liegt es auch nicht unbedingt. Ich hab ja auch das gleiche Problem. Ich hab mir mal in der Stadtbücherei das wundervolle "Nells geheimer Garten" geliehen, obwohl ich es schon von meiner Schwägerin ausgeliehen und gelesen hatte UND es danach gekauft hab. :rollen:


    @Holden: doofe Bücher gehen mir auch oft lange nicht aus dem Kopf. "die Hirnkönigin", " die Wanderhure"... grässlich.