Tobias O. Meißner - Das Paradies der Schwerter

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 30 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Breña.

  • :blume: That's service.

    [color=darkblue]"Date a girl who reads. Date a girl who spends her money on books instead of clothes. She has problems with closet space because she has too many books. Date a girl who has a list of b

  • Jetzt habe ich gerade erst die erste von 7 Leserunden-Threadseiten gelesen und bin schon völlig verblüfft!
    Tobias hat nicht nur die Paarungen und die jeweiligen Sieger zufällig ermittelt, sondern sogar die einzelnen Kampfzüge??


    Hoffentlich ist es ok, wenn ich seinen Kommentar hierher kopiere, aber ich finde, das muss man gelesen haben:


    "Ich habe jedem der sechzehn Teilnehmer Rollenspielwerte zugeordnet (Lebensenergie, Rüstungsschutz, Waffenstärke, Attacke und Parade) - plus noch ein paar Sonderregeln (Spezialfähigkeiten) für z. B. Nanimonai.
    Dann habe ich die Kampfpaarungen ausgelost (richtig mit Papier aus einer Schüssel, ähnlich wie im Buch beschrieben) und dann die Kämpfe regelgerecht ausgewürfelt und protokolliert. Attacke. Parade. Gegenattacke. Gegenparade usw bis zum Ende. Es gab natürlich Figuren, die stärker waren als andere, aber so etwas wie einen Lucky Punch gab es auch, so daß jeder eine Chance hatte. Das Losglück oder -pech war sehr entscheidend, das werdet Ihr am Ende von Runde 1 sehen.
    Das Auslosen habe ich sozusagen live geschrieben (wie ein Sportreporter), ebenso die Wetten von Hainz und Jupiter. Die Kämpfe jedoch schrieb ich nicht live, sondern würfelte sie erstmal ganz durch, damit ich wußte, worauf sie hinauslaufen, und welcher schriftstellerische Ansatz, welcher Stil das meiste aus dem Kampfgeschehen herausholt."


    Unfassbar! Faszinierend! Darauf wäre ich nie gekommen!
    Und jetzt muss ich mich durch den Rest der alten Leserunde schmökern ...

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  • Es gibt hier ein Interview mit ihm, wo das auch zur Sprache kommt - daher weiß ich es nämlich :breitgrins:

    Liebe Grüße,<br />Verena<br /><br />&WCF_AMPERSAND"Viele, die leben, verdienen den Tod. Und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben?&WCF_AMPERSAND" Gandalf in &WCF_AMPERSAND"Die Gefährten&WCF_AMPERSAND", J.R.R. Tolkien


  • Oh, also als ich gelesen habe, dass er ausgewürfelt hat habe ich mir so etwas ähnliches schon vorgestellt. Ich hatte vor ein paar Jahren mal etwas engeren Kontakt mit ein paar Leuten, die gerne Rollenspiel machten. Die haben auch schon einmal in einer normalen Unterhaltung etwas ausgewürfelt. :breitgrins:


  • Ich hatte vor ein paar Jahren mal etwas engeren Kontakt mit ein paar Leuten, die gerne Rollenspiel machten. Die haben auch schon einmal in einer normalen Unterhaltung etwas ausgewürfelt. :breitgrins:


    Ja, das haben wir früher auch immer so gemacht - wer Kaffe holen geht, wer die Pizza bestellt, usw :breitgrins: Irgendwer hatte immer einen Würfel dabei :err:

    Liebe Grüße,<br />Verena<br /><br />&WCF_AMPERSAND"Viele, die leben, verdienen den Tod. Und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben?&WCF_AMPERSAND" Gandalf in &WCF_AMPERSAND"Die Gefährten&WCF_AMPERSAND", J.R.R. Tolkien

  • Nicht doch. :breitgrins:
    Aber jetzt kann ICH es endlich fundiert nachvollziehen und muss es nicht mehr umg'schaut glauben. :zwinker:

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  • Ja, das haben wir früher auch immer so gemacht - wer Kaffe holen geht, wer die Pizza bestellt, usw :breitgrins: Irgendwer hatte immer einen Würfel dabei :err:


    Als ich letzte Woche in einem Nicht-Rollenspielerkreis erzählt habe, dass ich früher immer einen Würfel dabei hatte, wurde ich auch ungläubig gefragt: "Warum das denn?". Und dabei hat mir dieser Würfel auf dem Flohmarkt beim Handeln mit einem anderen Rollenspieler schon mal einen besseren Preis eingebracht :breitgrins: Das ist halt meine Zwergenseele. Würfel und Rollenspiel sind aber seit einiger Zeit Vergangenheit für mich, vielleicht ändert sich das mal wieder.

  • Lustig ... diese Welt ist irgendwie ganz weit weg von mir, ich kenne überhaupt keine Rollenspieler.

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  • Meine Meinung:


    Tja, irgendwie wiederhole ich mich langsam bei meinen Bewertungen zu Tobias' Bücher: das Buch ist einfach wieder klasse und wunderbar erzählt.


    Als erstes werden die 16 Turnierteilnehmer in eigenen Kapiteln vorgestellt: ihre Beweggründe für die Teilnahme sowie teilweise ihre Lebensgeschichte - außer bei "Nichts". Bei Maliw mußte ich schlucken, das war schon heftig, dieser Bonero war mir direkt unsympathisch.


    Ein Turnier auf Leben und Tod - die Veranstalter müssen sich etwas einfallen lassen, damit ihre Arenen gefüllt werden und ihre Unternehmung Gewinn abwirft. Der Faktor "Mensch" als Turnierteilnehmer ist dabei vernachlässigbar und muß geopfert werden, wenn es der Gewinnmaximierung dient. Kommt einem nicht so unbekannt vor. Wobei das eigentliche "Monster" nicht die Veranstalter oder die Turnier-Streiter sind, es sind vielmehr die Zuschauer, die etwas Abartiges sehen wollen, um sich gut unterhalten zu fühlen. Einen wirklichen Sieger kann es bei so einem Turnier eigentlich nicht geben.


    Was mir auch sehr gut gefallen hat, waren die Spekulationen und Einschätzungen der beiden Zuschauer Hains van den Veldern und Jupiter Duddek während der Kämpfe.


    Die Kampszenen selber sind dermaßen spannend und packend, da konnte ich das Buch nicht mehr auf die Seite legen. Außer beim Kampf zwischen Eljatin und Maliw: das mußte ich erstmal sacken lassen.
    Daß der Autor die Kampfpaarungen und -ergebnisse tatsächlich selber ausgelost hat, ist genial :zwinker:


    Und das Ende des Buches ist typisch Tobias Meissner :breitgrins:


    5ratten

    Liebe Grüße

    Karin

  • Endlich habe ich auch dieses Werk von Meißner gelesen - und muss gestehen, dass ich während des Lesens nicht durchgängig begeistert war. Obwohl einige Protagonisten trotz der kurzen geschilderten Zeitspanne eine Entwicklung durchlaufen, bleiben andere farblos. Die Abfolge der Kämpfe verschwimmt zu einem brutalen Gemetzel, dessen blutige Höhepunkte kaum Raum für Handlung lassen. Aber gerade diese Gleichförmigkeit, dieses Verschmelzen der Kämpfer und der Taten zu einem Schrecknis, macht wiederum das Große dieses Romans aus. Der Leser erlebt die Absurdität des Geschilderten, Meißner hebt den Leitspruch "show, don't tell" in neue Bereiche. Das Paradies der Schwerter ist dadurch viel mehr als nur die Schilderung eines Turniers auf Leben und Tod.


    Nicht unerwähnt bleiben soll die Bedeutung des Zufalls für den Roman. Die Abfolge der Kämpfe erscheint virtuos konzipiert, wird jedoch durch das Wissen, dass die Kampfpaarungen und -ergebnisse vom Würfelglück bestimmt wurden, noch eindrucksvoller. Scheint es noch relativ einfach, einen Kampfverlauf gemäß Vorgabe zu gestalten, finde ich es sehr beeindruckend, diese Sammlung von Zufällen in eine konsistente Handlung zu bringen, welche die Aussage des Autors stützt.


    Insgesamt also ein "typischer Meißner" - wenn es denn so etwas gibt - mit hintergründiger Handlung und wunderbarer Sprache ("buntfarbene Blindheit" und "schlieriges Gebrüll Zehntausender"). Außerdem hilft es mir, neuere Romane Meißners in anderem Licht zu sehen, und auch ein Stück weit den Autor als Mensch hinter seinem Werk zu erkennen.


    Ganz klar 5ratten




    Tja, irgendwie wiederhole ich mich langsam bei meinen Bewertungen zu Tobias' Bücher: das Buch ist einfach wieder klasse und wunderbar erzählt.


    Die Befürchtung, mich in meinen Lobeshymnen zu wiederholen, habe ich auch oft. Aber Tobias lässt uns ja keine andere Wahl! :breitgrins:


    Schöne Grüße
    Breña

    &quot;Natürlich kann man sein ohne zu lesen, ohne Bücher, aber ich nicht, ich nicht.&quot;&nbsp; J. L. Borges