Martin Krist - Märchenwald

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Kurzbeschreibung:


    Mitten in der Nacht wird Max von seiner Mutter geweckt. »Seid still«, sagt sie weinend, als sie den Zehnjährigen und seine vier Jahre alte Schwester Ellie in einen Wandschrank sperrt. »Geht zu Opa ...«, hören die Kinder sie noch flüstern, dann fliegt krachend die Haustür auf. Ihre Mutter schreit. Ellie weint. Um sie zu beruhigen, erzählt Max ihr die Geschichte vom Märchenwald.
    Während Max und Ellie auf dem Weg zu ihrem Großvater sind, erwacht auf dem Alexanderplatz eine junge Frau blutüberströmt und ohne Gedächtnis. Im Wedding stehen die Mordermittler Paul Kalkbrenner und Sera Muth vor dem rätselhaftesten Fall ihrer Karriere. Und der Märchenwald birgt nichts Gutes.



    Zu diesem Buch gibt es ab dem 19.08. eine autorenbegleitete Leserunde. Anmeldeschluss für Freiexemplare ist der 05.08. Wer mag noch mitlesen? :winken:

  • Mit "Märchenwald" ist Paul Kalkbrenner bereits in seinen 5. Fall für uns unterwegs, mit seiner Kollegin Muth. Ich bin erst mit dem 4. Fall "Engelsgleich", den ich verschlungen habe, auf die Serie aufmerksam geworden. Mit den Kurzgeschichten aus "Der Tod steckt im Detail" konnte ich mich leider nicht anfreunden, um so grösser war für mich die Freude das es nun mit "Märchenwald" weiter geht.


    Ein älterer Herr wird in einen Sessel Tod aufgefunden und alles spricht für einen Herzinfarkt. Ein Sanitäter findet aber in der Gefriertruhe seltsames und daher ist es unvermeidlich, das Paul Kalkbrenner dazu gerufen werden muss.


    Zur gleichen Zeit versteckt eine Mutter ihre beiden Kinder in einem Schrank, weil sie mit dem schlimmsten rechnet und die Kinder verhalten sich still, weil die Mutter gesagt hat, sie sind im Märchenwald und dort müssen sie still sein. Irgendwann Stunden später trauen sich die beiden wieder aus den Schrank und sehen einen Blutfleck am Boden. Ihre Mutter hat ihnen was von Opa erzählt, also machen sich die beiden auf den Weg.


    Dann gibt es noch Zoe, die sich nicht mal an ihren Namen erinnern kann und irgenwie ist jemand hinter ihr her.


    Die Geschichte wird abwechselnd von Kapitel zu Kapitel aus anderer Sicht erzählt und hält den Leser bei Laune, auch wenn im Kern des Buches für mich einfach zu wenig Spannung aufgebaut wurde. Die Charaktere sind sehr Unterschiedlich und lebensecht beschrieben und es macht Spaß den Figuren zu folgen. Martin Krist hat es geschafft, die einzelnen Erzählstränge und Figuren am Schluss alle zu verbinden und es wurde eigentlich alles aufgeklärt. Das ging mir persönlich aber am Ende viel zu schnell, denn in ein paar Seiten am Ende ist mehr passiert, wie im ganzen Buch.


    Die Schreibweise und die kurzen Kapitel waren flüssig zu lesen und ich freue mich auf Paul Kalkbrenners nächsten Fall.


    4ratten

  • Mitten in der Nacht weckt die Mutter ihre Kinder und schließt sie in einen Wandschrank. Der 10jährige Max versteht noch was von „zum Opa gehen“. Dann ist Krach zu hören, ein Schrei der Mutter und danach herrscht Stille – bedrohliche Stille. Er tröstet seine 4jährige Schwester Ellie, indem er ihr erzählt, dass im Märchenwald immer alles gut wird. Nach einer Weile macht er sich mit Ellie auf den Weg zu seinem Großvater.
    Unterdessen erwacht eine blutüberströmte Frau am Alexanderplatz und stellt fest, dass sie sich an nichts erinnern kann.
    Paul Kalkbrenner und Sera Muth werden zu einem Einbruch gerufen, bei dem es einen Toten gibt. Kurz darauf gibt es noch einen Fall für die beiden Kommissare. Der Rentner Dieppe ist beim Essen gestorben und der Rettungssanitäter ruft die Polizei, weil einiges sehr merkwürdig ist.
    Wer sich einigermaßen mit Märchen auskennt, der weiß genau, dass im Märchenwald nicht alles gut ist und diese Geschichte zeigt, wie eklig und gemein es sein kann.
    Kurze Kapitel sorgen aus wechselnden Perspektiven sorgen für Spannung und Tempo. Die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Handlungssträngen bleiben lange im Dunkeln. Auch die Charaktere sind sehr authentisch beschrieben. Daher konnte ich die Ängste von Zoe gut nachvollziehen. Aber mein besonderes Mitgefühl hatten die Kinder, die auf ihrem Weg durch Berlin in schlimme Situationen geraten.
    Dies ist inzwischen der fünfte Band um das Ermittlerteam Kalkbrenner und Muth. Sera Muth macht sich Sorgen um den Kollegen, denn der hat privat auch einiges wegzustecken. Seine schwangere Tochter zieht nach Paris und Paul, der so lange ein gespanntes Verhältnis zu Jessy hatte, leidet schon jetzt unter der Trennung. Dazu kommt, dass es seiner Mutter plötzlich richtig schlecht geht und seine Ex Ellen immer noch nervt. Da sich so viel um Paul dreht, kommt Sera dieses Mal ein wenig zu kurz. Auch dieses Mal sorgt der Journalist Hardy Sackowitz mit seinen Artikeln für Aufregung bei der Polizei.
    Man sollte als Leser schon starke Nerven haben, denn wieder mutet einem Martin Krist einiges zu, und trauen sollte man sowieso niemandem.
    Am Ende passiert dann sehr viel in sehr kurzer Zeit. Und nun weiß man, wie alles zusammenhängt und doch bleiben einige Fragen unbeantwortet.
    Ein sehr spannender Thriller.


    5ratten

  • Buchinfo
    Märchenwald - Martin Krist
    Taschenbuch - 416 Seiten - ISBN-13: 978-3548287645
    Verlag: Ullstein Taschenbuch - Veröffentlichung: 12. August 2016
    EUR 9,99
    Kurzbeschreibung
    Mitten in der Nacht wird Max von seiner Mutter geweckt. »Seid still«, sagt sie weinend, als sie den Zehnjährigen und seine vier Jahre alte Schwester Ellie in einen Wandschrank sperrt. »Geht zu Opa ...«, hören die Kinder sie noch flüstern, dann fliegt krachend die Haustür auf. Ihre Mutter schreit. Ellie weint. Um sie zu beruhigen, erzählt Max ihr die Geschichte vom Märchenwald. Während Max und Ellie auf dem Weg zu ihrem Großvater sind, erwacht auf dem Alexanderplatz eine junge Frau blutüberströmt und ohne Gedächtnis. Im Wedding stehen die Mordermittler Paul Kalkbrenner und Sera Muth vor dem rätselhaftesten Fall ihrer Karriere. Und der Märchenwald birgt nichts Gutes.
    Bewertung
    „Märchenwald“ von Martin Krist ist der fünfte Fall für Paul Kalkbrenner und Sera Muth.
    Die Geschichte besteht aus drei Handlungssträngen, die von Kapitel zu Kapitel wechseln. Der Schreibstil des Autoren ist unverkennbar, es liest sich toll und man fliegt nur so durch die Seiten. Ich wurde regelrecht mitgerissen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Spannung steigert sich von Seite zu Seite, es gibt jede Menge Rätsel und ein packendes Finale.
    Natürlich dürfen auch die sympathischen Charaktere nicht fehlen, vor allem natürlich Kalkbrenner. Er ist und bleibt einmalig.
    Martin Krist schafft es, einen in seinen Bann zu ziehen und sorgt für reichlich Gänsehaut.
    Fazit: Einer der Top-Thriller 2016! Man muss ihn gelesen haben!
    5ratten

  • Im Märchenwald wird alles gut?


    Eine Mutter, die gewaltsam aus ihrer Wohnung entführt wird. Ihre Kinder, die auf sich alleine gestellt durch Berlin auf der Suche nach ihrem Großvater irren. Ein Frühpensionär mit Herzinfarkt und ein grausiger Fund in dessen Wohnung. Eine junge Frau, die verletzt erwacht und sich an nichts mehr erinnern kann. Paul Kalkbrenner und seine Kollegin Sera Muth ermitteln in einem ihrer rätselhaftesten Fälle.


    Im neuesten Fall für Paul Kalkbrenner und seine Kollegen geht es um ein Thema, das sprichwörtlich unappetitlich ist. Wie bei dem Autor gewohnt, werden anfangs mehrere spannende Handlungsstränge vorgestellt, die vermeintlich nichts miteinander zu tun haben, deren Verbindungen sich aber nach und nach herauskristallisieren. Wer die Bücher von Martin Krist kennt, weiß, dass die einzelnen Kapitel kurz und knackig sind und durch den permanenten Perspektivwechsel die Spannung und ein schnelles Erzähltempo aufrechterhalten wird.


    Ich bin jedes Mal wieder positiv überrascht, wie logisch der Autor die verschiedenen und komplexen Handlungsstränge einander annähert und regelrecht zu einem einzigen Handlungsmuster verstrickt.


    Bei manchen Punkten hatte ich zwar recht früh eine Ahnung, in welche Richtung die Auflösung gehen könnte, aber obwohl ich damit richtig lag, gab es noch einige Überraschungen. Die Einblick in die menschlichen Abgründe sind wieder gut gelungen.


    Mich konnte der Roman durchweg überzeugen, nur am Ende gibt es eine Situation, auf ich als Leser hätte verzichten können. Ein paar Fragen bleiben offen, was aber mich aber nicht störte, denn wenn niemand mehr da ist, um sie zu beantworten, wird es schwierig.


    In jedem Fall ein spannender Thriller, bei dem es schwer ist, ihn auf die Seite zu legen.


    4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

    Liebe Grüße

    Karin

  • Zum Inhalt:


    "Mitten in der Nacht wird Max von seiner Mutter geweckt. »Seid still«, sagt sie weinend, als sie den Zehnjährigen und seine vier Jahre alte Schwester Ellie in einen Wandschrank sperrt. »Geht zu Opa ...«, hören die Kinder sie noch flüstern, dann fliegt krachend die Haustür auf. Ihre Mutter schreit. Ellie weint. Um sie zu beruhigen, erzählt Max ihr die Geschichte vom Märchenwald. Während Max und Ellie auf dem Weg zu ihrem Großvater sind, erwacht auf dem Alexanderplatz eine junge Frau blutüberströmt und ohne Gedächtnis. Im Wedding stehen die Mordermittler Paul Kalkbrenner und Sera Muth vor dem rätselhaftesten Fall ihrer Karriere. Und der Märchenwald birgt nichts Gutes."


    Meine Meinung:


    Martin Krist hat wieder einen spannenden Thriller aus der Paul-Kalkbrenner-Reihe geliefert, der uns in seinem mittlerweile fünften Fall begeistert.


    Wieder werden mehrere Handlungsstränge gewoben, die anfangs nichts miteinander zu tun haben, zumindest schaut es so aus. Einerseits sind zwei Kinder, Ellie und Max, auf dem Weg zu ihrem Großvater und müssen sich allein durch durch die Großstadt kämpfen, andererseits bekommen wir es mit einer jungen Frau zu tun, die ihr Gedächtnis verloren hat und auf der Suche nach den vergangenen Stunden durch die Stadt irrt und flüchtet und dann gibt es da natürlich noch Paul Kalkbrenner, der neben seinen privaten Problemen es mit einem sehr delikaten Fall zu tun bekommt, also wer da nicht zum Veganer wird bzw. nicht darüber nachdenkt einer zu werden, dann weiß ich auch nicht.


    Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie es Martin Krist schafft, die Handlungsstränge ineinder zu verweben und ohne logische Fehler zu einem Strang zu verbinden. Mir haben dabei die Wechsel von einer Ebene zu nächsten sehr gut gefallen, so wurde Abwechslung und auch Tempo in die Handlung gebracht.


    Die Personen wurden wieder gut ausgearbeitet, aber Hardy Sackowitz, Paul-Kalkbrenner-Fans werden sie kennen, bekam diesmal nicht die große Plattform, wie in dem einen oder anderen Kalkbrenner-Thriller, aber dafür rückten andere Personen in den Vordergrund.


    Aber einen Kritikpunkt möchte ich noch anführen, das Ende wurde für meinen Geschmack zu schnell abgehandelt und es wirkte auf mich ein wenig zu konstruiert und auch, als musste der Autor das Buch schnell beenden, damit es veröffentlicht werden kann. Und die Dame, die sich um Max gekümmert hat, wirkte auf mich auch en wenig plastisch, also ich wurde mit ihr nicht so richtig warm.


    Aber alles in allem bietet "Märchenwald" spannende Stunden und ist auf jeden Fall empfehlenswert.


    4ratten

  • Klappentext: Mitten in der Nacht wird Max von seiner Mutter geweckt. »Seid still«, sagt sie weinend, als sie den Zehnjährigen und seine vier Jahre alte Schwester Ellie in einen Wandschrank sperrt. »Geht zu Opa ...«, hören die Kinder sie noch flüstern, dann fliegt krachend die Haustür auf. Ihre Mutter schreit. Ellie weint. Um sie zu beruhigen, erzählt Max ihr die Geschichte vom Märchenwald. Während Max und Ellie auf dem Weg zu ihrem Großvater sind, erwacht auf dem Alexanderplatz eine junge Frau blutüberströmt und ohne Gedächtnis. Im Wedding stehen die Mordermittler Paul Kalkbrenner und Sera Muth vor dem rätselhaftesten Fall ihrer Karriere. Und der Märchenwald birgt nichts Gutes.


    Drei Handlungsstränge in einem Buch ... einmal dreht es sich um Max und Ellie, deren Mutter verschwindet und die beiden zum Großvater schickt! Max kümmert sich immer wieder rührend um die kleine Schwester und erzählt ihr die Geschichte vom Märchenwald, damit sie sich nicht fürchtet!
    Dann lernen wir Zoe kennen, diese irrt ohne genaue Erinnerung umher. Auf der Flucht vor der Vergangenheit und auf der Suche nach einer Aufklärung, bringt sie sich immer wieder in Gefahr!


    Dann gibt es noch den verstorbenen Dieppe, der nach seinem Tod ein unangenehmes Geheimnis ans Tageslicht bringt!


    Zu Beginn war mir als Leser vollkommen unklar, was die Personen und die Handlungen miteinander zu tun haben, nach und nach erkennt man aber Zusammenhänge...
    Schauplätze überschneiden sich plötzlich und Verbindungen werden enthüllt!


    Ein spannender Thriller, der mich sehr gefesselt hat. Die Spannung hätte nicht höher sein können.
    Wunderbar zu lesen, kaum aus der Hand legbar ... Alles in allem bin ich sehr zufrieden.
    Das einzige was mich ein wenig gestört hat, war eine Situation am Ende und dass es dann irgendwann recht flott zur Sache ging... Stellenweise ein wenig zu flott!
    Ich hatte kurz das Gefühl etwas überlesen zu haben, da das eh schon flotte Tempo um einiges gesteigert wurde!


    Ich freu mich sehr auf einen weiteren Fall von Kalkbrenner!


    Ich bewerte mit zufriedenen (4/5 Sternen) und kann das Buch jedem Thrillerfan weiterempfehlen!
    :tipp: 4ratten

    Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche die Böden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.

  • Diesmal heißt der Autor Martin Krist seine Leser im Thriller „Märchenwald“ willkommen. Wie gewohnt erwarten den Leser hier mehrere Handlungsstränge und natürlich Ermittler.


    Im Schaufenster eines Friseursalons wird der Leichnam eines jungen Mannes gefunden. Erste Vermutungen gehen dahin, dass dieser bei einem versuchten Einbruch von einem großen herab fallenden Glassplitter durchbohrt wurde. Doch Paul Kalkbrenner und sein Team nehmen die Ermittlungen auf.


    Außerdem wird Kalkbrenner mit seinem Team zu einem Toten gerufen, der offenbar einen natürlichen Tod gestorben ist. Nur finden sich in seinem Umfeld Hinweise auf andere Verbrechen und diese sind mehr als unappetitlich.


    Aus einer anderen Wohnung flüchten die Kinder Max und Ellie. Sie wurden dort von der eigenen, vollkommen verängstigten Mutter in einen Wandschrank gesperrt. Nun wollen sie dem vermeintlichen Wunsch der Mutter folgen und den Großvater aufsuchen. Leider nur kennen sie den Weg nicht mehr so genau und müssen auf ihrer Reise durch Berlin viele Abenteuer überstehen.


    In der Nähe des Alexanderplatzes erwacht eine Frau. Sie ist blutüberströmt und ihr fehlt jegliche Erinnerung. Doch scheinbar ist ihr Name Zoe. Stück für Stück blitzen Erinnerungen bei ihr auf. Dabei hat sie das Gefühl niemandem vertrauen zu können, nicht einmal der Polizei. Ob sie damit richtig liegt?


    Spannung liegt über jedem einzelnen Handlungsstrang und sie steigert sich von Seite zu Seite. In knappen Kapiteln springt der Autor hin und her und lässt dem Leser keine Zeit zur Ruhe zu kommen. Hier will man die Zusammenhänge erkennen und wissen was eigentlich los ist. Und das wird man erfahren! Sehr ausführlich und mit unangenehmen Details.


    Paul Kalkbrenner als Ermittler hat mir sehr gut gefallen. Er ist hier sehr menschlich beschrieben und bei aller Professionalität stößt auch er irgendwann an seine Grenzen. Wer mag ihm das verdenken?


    „Märchenwald“ ist eine erfundene Geschichte und natürlich auch ein Stück weit Märchen. Der Aufbau der Geschichte ist sehr spannend und so gemacht, dass der Leser lange Zeit den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Echter Thrill garantiert.


    5ratten

    Lesen ist meine Leidenschaft

  • Meine Meinung:
    "Im Märchenwald wird immer alles gut", das weiß der 10-jährige Max und dieses Spiel spielt er zu gerne mit seiner Mutter und seiner 4-jährigen Schwester Ellie. So ist es natürlich aufregend, als er nachts von Mama geweckt wird und ganz leise sein muss, denn Gefahr ist im Anmarsch. Er soll sich mit seiner Schwester in der kleinen Kammer der Wohnung verstecken - gesagt getan. Mama schließt zur Sicherheit sogar ab - und dann wird es erst laut, Mama schreit und dann ist Mama ganz still. Am nächsten Morgen sind Max und Ellie noch immer in der Kammer, doch Max ist schon ein großer Junge und schafft es, sich und seine Schwester zu befreien. Von Mama ist weit und breit keine Spur, doch sie hatte ihnen ja gesagt, sie sollen zu Opa fahren. Sicherlich wird Mama dort auf sie warten. So machen sich die beiden Kinder allein in der Berliner Großstadt auf den Weg zu ihrem Opa, um zu ihrer Mama zu kommen.



    Kriminalhauptkommissar Paul Kalkbrenner hat hingegen ganz andere Sorgen. Seine schwangere Tochter Jessy steht kurz vor ihrer Paris-Reise, die sie dazu nutzen will, um sich dort eine Wohnung zu suchen, denn nach der Geburt des Kindes wird sie dort ihr Kunststudium mittels Stipendium weiterführen. Paul ist nicht wohl bei dem Gedanken, seine Tochter und Enkel so weit weg zu wissen, doch die Pflicht ruft. Ein Einbruch in einen Friseursalon in Friedrichshain endete für einen der Einbrecher tödlich. Dass dieser einen Komplizen hatte steht schnell fest, doch von diesem fehlt jede Spur. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um Silviu Kiculescu handelt, einen einschlägig vorbestraften Rumänen, doch warum wollte dieser in einen Friseursalon einbrechen? Fastt umgehend steht fest, dass Silviu nicht allein agiert hat, denn es werden Fingerabdrücke von Gregor Wopalka am Tatort gefunden und aus den Akten der jungen Männer können die Beamten ersehen, dass dies nicht die erste gemeine Tat der beiden ist - wohl aber die letzte.



    Derweil erwacht eine junge blonde Frau in einer Berliner Gasse. Ihr fehlt jegliche Erinnerung was geschehen ist, wie sie dort hingekommen ist und wer sie überhaupt ist. Tatsächlich weiß sie lediglich, dass sie sich in Berlin befindet - alles andere liegt in einem Nebel. Sie ist verletzt, doch anstelle ihr zu helfen, wird sie von einer Horde betrunkener Männer angegriffen, die sich an ihr vergehen wollen. In letzter Sekunde erfolgt die Rettung aus der Not durch einen jungen Mann, der sie zu kennen scheint. Er nennt sie Zoe und instinktiv weiß sie, dass dieser Name der ihre ist. Der junge Mann stellt sich ihr als Gee vor und bietet ihr seine Hilfe an. Tatsächlich ist Zoe versucht, diese anzunehmen, doch als sie Gees Kumpel erblickt, weiß sie, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist und ergreift die Flucht. Dass ihr Instinkt sie nicht getäuscht hat, ist schnell klar, denn Gee ist ihr dicht auf den Fersen und denkt gar nicht daran, sie ziehen zu lassen.



    Trotz der noch unklaren Situation im Friseursalon hat es Paul Kalkbrenner geschafft, sich etwas Luft zu verschaffen, um ein letztes Mal mit seiner Tochter zu frühstücken, bevor diese nach Paris fährt. Leider währt die Ruhe nicht lange, denn noch während er bei ihr ist, erhält er einen Anruf, der ihn zu einem weiteren Tatort beordert. Der pensionierte Lehrer Ernst-Hubert Dieppe wurde tot in seiner Wohnung aufgefunden. Augenscheinlich verstarb er an einem Herzinfarkt - soweit so gut und an sich kein Fall für die Berliner Kriminalpolizei, wäre da nicht ein grausiger Fund, der gemacht wurde. In der Kühltruhe Dieppes wurden Teile eines menschlichen Körpers gefunden, dessen Identität nicht auf Anhieb geklärt werden kann, doch noch ein schlimmer Verdacht steht im Raum: könnte Dieppe die restlichen Teile verzehrt haben? Paul Kalkbrenner und sein Team ermitteln auf Hochtouren, um diesen mysteriösen Fund aufzuklären, doch sie haben es mit einem Gegner zu tun, mit dem sie niemals gerechnet hätten ...




    Der 5. Band der Paul-Kalkbrenner-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Ehrlich gesagt bin ich kaum dazu gekommen Luft zu holen, denn ich wusste gar nicht, mit wem ich zuerst mitfiebern sollte - mit den Kindern, der jungen Frau oder Kalkbrenner im Laufe seiner Ermittlungen? Das war auf jeden Fall wieder ein Buch, dass ich nicht aus der Hand legen konnte - oder anders gesagt: Martin Krist hat es einfach drauf! Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Protagonist Paul Kalkbrenner hat in diesem Band an mehreren Fronten zu kämpfen, denn sowohl beruflich, wie auch privat, läuft es nicht optimal. So passiert es, dass dem sonst so gewissenhaften Mann ein folgenschwerer Fehler unterläuft. Der Leser taucht erneut in das Seelenleben des Kommissars ein, der im Job ein harter Bursche ist, privat jedoch mit einigen Verlusten zu kämpfen hat. Besonders entzückt hat mich die Figur des kleinen Max. Dieser Junge ist erstaunlich reif für sein Alter und dennoch so emphatisch, dass er voll und ganz auf seine kleine Schwester eingeht und ihr weitestgehend die Angst in dieser beängstigenden Situation so ganz ohne Mama nimmt. Hut ab vor diesem kleinen Kerl. Den Schreibstil empfand ich als ausgesprochen fesselnd zu lesen, ich bin nur so durch das Buch durchgerauscht, es gab einfach kein Halten für mich. Abschließend kann ich auf jeden Fall sagen, dass dieses Buch ein Highlight meines Lesejahres ist und ich mich bereits jetzt wahnsinnig auf die Fortsetzung der Reihe freue.


    5/5 Punkte

  • Paul Kalkbrenners 5. Fall


    Eine Mutter versteckt ihre beiden Kinder in einem Schrank und als diese sich Stunden später aus dem Schrank befreien können, fehlt von der Mutter jede Spur … es gibt nur einen Blutfleck auf dem Küchenboden. Max erzählt seiner Schwester Ellie die Geschichte vom Märchenwald, in dem immer alles gut wird, und gemeinsam machen sie sich auf den Weg zu ihrem Großvater.


    Eine junge Frau erwacht aus einem Albtraum. Sie sieht sich um und erkennt, dass sie auf einem Lager aus stinkenden Mülltüten geschlafen hat. Und dann stellt sie fest, dass sie sich an nichts erinnern kann – noch nicht einmal an ihren eigenen Namen.


    Ein verwitweter, pensionierter Lehrer bekommt während des Essens eine Herzinfarkt. Einer der Rettungssanitäter macht in der Wohnung des Rentners einen grausigen Fund und die Obduktion der Leiche bringt erstaunliche Dinge ans Tageslicht.


    3 große Handlungsstränge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Oder etwa doch? Paul Kalkbrenner blickt in seinem 5. Fall in die tiefsten Tiefen menschlicher Abgründe.


    „Märchenwald“ ist für mich der erste Fall des sympathischen Ermittlers Paul Kalkbrenner und nach der Lektüre dieses Buches frage ich mich tatsächlich „Warum“? Ich habe schon lange keinen Thriller mehr gelesen, der mich so gepackt hat.


    Auf der einen Seite sind da die beiden Kinder die durch die Gegend irren, auf der Suche nach ihrem Großvater. Wen Kinder nicht kalt lassen, der wird hier wohl am meisten bangen und hoffen und die Daumen drücken, dass sie nach ihrem Weg durch den „Märchenwald“ wohlbehalten bei ihrem Opa ankommen.


    Auf der anderen Seite ist die junge Frau, die ihr Gedächtnis verloren hat. Sie wird gejagt – von wem und warum, das weiß sie nicht. Ist die Polizei ihr Freund oder ihr Feind? Es dauert lange bis ihre Erinnerungen zurück kommen – und es sind keine guten Erinnerungen. Ich habe mit Zoe (so wird die junge Frau von jemandem angesprochen) richtiggehend mitgefiebert um herauszufinden was in der Vergangenheit mit ihr passiert ist.


    Und dann ist da noch der pensionierte ältere Herr, dessen Geschichte bei mir leichte Ekelgefühle hervorgerufen hat. Martin Krist versteht es hier aber wirklich ausgezeichnet den Ekelfaktor nicht allzu groß werden zu lassen, denn dieses Level hat es punktgenau gebraucht, um das Verlangen nach Aufklärung zu schüren.


    Natürlich wird auch in Zwischenkapiteln das Privatleben von Kalkbrenner zum Thema gemacht und hier steht das Verhältnis zu seiner Tochter im Vordergrund. Da ich die vorherigen Kalkbrenner-Fälle nicht kennt, fehlt mir hier ein wenig Hintergrundwissen – das schmälerte aber den Lesegenuss nicht.


    Dieses Buch hat mich von der 1. Seite an gefesselt. Ohne Leserunde hätte ich es wahrscheinlich in 1 Nacht gelesen. Die kurzen Kapitel, erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven, halten die Spannung von Anfang an sehr hoch. Am Schluss bleiben jedoch noch einige Fragen offen. Ich hätte mir z. B. noch etwas mehr Hintergrundwissen gewünscht, warum die Protagonisten überhaupt auf diesen (Ab-)Weg ihres Lebens geraten sind.


    Wie schon eingangs beschrieben – ich hatte schon lange keinen so guten Thriller mehr in der Hand. Der Thriller „Die Mädchenwiese“ steht schon seit einiger Zeit in meinem Regal … aber dort wird er nicht mehr lange ungelesen stehen bleiben.


    5ratten

    Viele Grüße Babsi

  • Wer schon mal ein Buch von Martin Krist gelesen hat, dem dürfte klar sein, dass er anspruchsvolle Lektüre erwarten kann. So war es dann auch hier der Fall beim neuen Thriller „Märchenwald“. Schon der Titel lässt den Leser, geht man mal vom Genre Thriller aus, hier weniger an ein romantisches Märchen mit Happy End denken. Gut gewählt ist der Titel jedenfalls und der Leser bekommt auch im Laufe der Handlung den Bezug dazu, was diesen betrifft. Ebenso schafft es Martin Krist wieder, ein brisantes aktuelles Thema in einen sehr guten Plot einzubauen.


    Es gibt wie auch in den anderen Büchern des Autors, die ich schon lesen durfte, wieder mehrere Handlungsstränge, die auf dem ersten Blick nicht wirklich etwas gemeinsam haben und den Leser ein wenig ratlos und mit Fragezeichen im Kopf Seite für Seite umschlagen lassen.


    Da wären die kleinen Kinder Max und Elli, die sich auf die Suche nach dem Opa begeben, weil ihre Mutter verschwunden ist. Ein Abenteuer, welches beide bestimmt nicht so schnell vergessen werden.


    Der nächste Handlungsstrang handelt von einer jungen Frau, die anscheinend ihr Gedächtnis verloren hat und nun auf der Suche nach sich selbst ist. Nur leider sind auch andere Personen hinter der Frau her und die wollen sie am liebsten tot sehen.


    Der dritte Handlungsstrang handelt von einem älteren Herrn, der tot in seiner Küche gefunden wurde. Nur blöd, wenn man außer ihm noch andere Dinge in dessen Wohnung findet, die ein grausames Geheimnis ans Licht bringen.


    Ja und dann ist da noch Kommissar Paul Kalkbrenner, der zusammen mit seiner Kollegin Sera Muth, in Berlin im Morddezernat arbeitet. Er hat gerade privat so seine Probleme mit Ex-Frau, Mutter und der schwangeren Tochter.


    Diese vielen Handlungsstränge haben mich zu Beginn ein wenig irritiert, weil ich die verschiedenen Protagonisten und Handlungssorte einfach nicht sofort zuordnen konnte. Im Laufe des Buches bekam ich aber auch hier mehr und mehr Aufklärung. Kapitelweise wechseln die Handlungsstränge, was zur Folge hat, dass man stets einen Cliffhanger vorgesetzt bekommt am Kapitelende. Das ist natürlich äußerst vorteilhaft für einen stetig wachsenden Spannungsbogen. Die Kapitel sind zum Glück relativ kurz gehalten, man muss also auf die Fortsetzung der einzelnen Handlungsstränge nicht allzu lange warten. Zumal Martin Krist diese dann wirklich zusammenlaufen lässt und man als Leser ein rundes Bild vor sich hat.


    Ein paar Fragen lässt Martin Krist leider offen, hier hoffe ich ja auf eine Fortsetzung der Bände um Paul Kalkbrenner. Es handelt sich bei „Märchenwald“ übrigens um den 5. Band des Ermittlers. Man kann die Bände unabhängig voneinander lesen, bekommt dann aber die Privatgeschichten um Kalkbrenner nicht chronologisch mit. Also wäre das Einhalten der Reihenfolge durchaus angebracht.


    Die Charaktere der Protagonisten sind unterschiedlich dargestellt wie ich finde. Mit manchen bin ich gar nicht warm geworden, sie waren mir einfach zu blass. Andere wiederum, wie Kalkbrenner selbst und auch die Kinder Elli und Max fand ich sehr gelungen beschrieben.


    Das Buch endet in einem gekonnt inszenierten Showdown, der mir persönlich jedoch zu schnell von statten ging. Hier hätten es ruhig noch ein paar Seiten mehr sein dürfen. Insgesamt fesselt das Buch den Leser sehr und man kann sich auf einen rasanten Thriller freuen, in dem man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.


    Ich vergebe daher 5 Sterne für diesen Thriller.


    5ratten

    Liebe Grüße Yvonne<br /><br /><br />Lesen heißt&nbsp; durch fremde Hand träumen ( Fernando Pessoa )<br /><br />Mein Buchblog <br />Ein Anfang und kein Ende