Sam Eastland - Sibirisch Rot

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Mojoreads
    Buch24.de
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links


    Titel: Sibirisch Rot
    Autor: Sam Eastland


    Allgemein:
    368 S., Knaur TB, 2014


    Bisher 7 Bände:
    Inspektor Pekkala: Bisher sind noch nicht alle Bände übersetzt. Band 5 erscheint im November 2016 auf dt.
    1. Roter Zar (Eye of the Red Tsar )
    2. Der rote Sarg (The Red Coffin engl./Shadow Pass amerik.)
    3. Sibirisch Rot (Siberian Red engl./Archive 17 amerik.)
    4. Der rote Schmetterling (The Red Moth)
    5. Roter Zorn (The Beast in the Red Forest)
    6. The Red Icon
    7. Berlin Red


    Weitere Infomaterialen finden sich auf der tollen (englisch sprachigen) Seite: http://www.inspectorpekkala.com/


    Inhalt:
    Russland im September 1939:
    Für Inspektor Pekkala, dem ehemaligen Auge des Zaren, wird ein Alptraum zur Wirklichkeit: Im gefürchteten Straflager Borodok ereignet sich ein Mordfall, den Pekkala für Stalin aufklären soll. Dazu muss er allerdings Inkognito agieren. Das bedeutet das er als Gefangener zurückkehren muss. Denn Pekkala war schon einmal dort inhaftiert. 10 Jahre lang hat er als Zwangsarbeiter in der sibirischen Wildnis gelebt und für das Lager Bäume gefällt. Schnell wird ihm jedoch klar, das Stalin einmal mehr im Grunde andere Ziele verfolgt: denn der Tote wusste vermutlich, was mit dem Gold der Romanows geschehen ist, das Zar Nicholas kurz vor der Verhaftung der Zarenfamilie in Züge geladen ins Ungewisse verschickt hat...


    Meine Meinung:
    Wieder begegnen wir hier Inspektor Pekkala in einem spannend Fall. Sam Eastland versucht dabei die Besessenheit Stalins, das legendäre Gold der Zarenfamilie aufzuspüren, um diesen Reichtum ins das Vermögen des Kommunistischen Russlands einzugliedern.
    In diesem Band der Reihe, erfährt man einmal mehr so Einiges was die Beziehung zwischen Pekkala und Zar Nicholas II. betrifft. Pekkala wird durch seine Erinnerung so einiges klar, was er zum damaligen Zeitpunkt nicht erkannt hat. Das sorgt auch dafür, das er viele Situationen die die Leserin bereits aus Band 1 kennt, neu bewertet. Es gefällt mir, das Eastland die anderen Romane nicht ausblendet, sondern auch Bezüge zueinander herstellt, ohne die eigentliche Handlung aus den Augen zu verlieren.
    Ich gebe aber auch zu, das ich sowohl "Roter Zar" als auch "Der rote Schmetterling" im direkten Vergleich etwas besser fand. Vielleicht, weil ich an der Thematik des Zarengoldes und seinem Verbleib nicht ganz so interessiert war. Allerdings ist es trotzdem spannend zu lesen, wie Pekkala noch einmal in das gefürchtete Gulag geschickt wird, um einen Mordfall aufzuklären- natürlich vor allem zur Zufriedenheit Stalins und keinesfalls nur, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.
    Eastland legt großen Wert darauf die Ambivalenz der Pekkala-Figur aufzuzeigen. Zu Mal man sich durchaus fragen kann, weshalb Pekkala Russland nicht doch verlässt. So wird auch klar, das der Inspektor hier vor allem das tut was er kann: ermitteln.

    Die Situation im Lager wird einerseits recht realistisch geschildert, an manchen Stellen erscheint es mir etwas geschönt, was vielleicht dem Umstand geschuldet ist, das es auch in den Roman passen muss. Es geht hier nicht zwingen darum Grauen um des Grauen willens darzustellen.
    Gelungen fand ich dagegen Stalin und vorallem dessen Sekretär, der immer wieder unter den Launen des Diktators leidet und kleine Methoden entwickelt, um sich wenigstens ein ganz kleines bisschen dafür zu rächen. Das hat die Handlung hi und da doch tatsächlich amüsant aufgelockert, ohne das es ins lächerliche abgerutscht wäre. Kirow dagegen trat dieses Mal vor allem im Hintergrund auf. Ich habe ihn tatsächlich etwas vermisst, mir gefällt es, wenn der ehemalige Koch für Pekkala leckerste Speisen kocht und dann mit ihm gemeinsam auf Wahrheitssuche geht.


    Insgesamt hat es mir also trotzdem gefallen, auch wenn ich ein paar minimale Kritikpunkte gefunden habe. Diese sind aber tatsächlich eher eine Bauchentscheidung.


    Von mir daher weiterhin: 4ratten