Elly Griffiths - Grabesgrund / The ghost fields (Ruth Galloway 7)

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von illy.

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    Inhalt
    Bei Erdarbeiten für den Bau einer neuen Wohnsiedlung stößt ein Baggerführer auf einen Flugzeug aus dem zweiten Weltkrieg. Der Mann, der im Cockpit sitzt, ist aber nicht der Pilot. Es ist Fred Blackstock, der in der Nähe wohnte und kurz nach seiner Heimkehr von der Front angeblich Selbstmord begangen hat. Als seine Familie davon erfährt, reagiert sie unerwartet.


    Meine Meinung
    Dass ein Familienmitglied nicht Selbstmord begangen hat, sondern erschossen und in einem abgestürzten Flugzeug aufgefunden wird, sollte für die Angehörigen ein Schock sein. Die Familie von Fred Blackstock reagiert eher gelassen. Vielleicht liegt es auch daran, dass sie den Bau der Siedlung sowieso nicht gutheißen und sich über die Unterbrechung der Bauarbeiten freuen.


    Außerdem sind die Ausgrabungen auf ihrem Grundstück über die dazu noch eine Reportage gedreht werden soll, viel interessanter. Hier kommt Ruth ins Spiel, denn sie hat ist den Produzenten von der letzten Zusammenarbeit her noch in guter Erinnerung und soll auch dieses Mal wieder mitmachen.


    Der Fall des toten Soldaten war recht früh klar. Interessanter war deshalb für mich Ruths Privatleben. Ihre Tochter kommt in die Schule und sie hat das Gefühl, dass sie im Vergleich mit den anderen Müttern schlecht abschneidet. Dazu kommt noch das Verhältnis zum Vater ihrer Tochter, das alles andere als leicht ist.


    Dieser Teil der Geschichte war für mich präsenter als der eigentliche Fall. Bei dem waren die meisten Beteiligten entweder farblos oder, wie der Großvater und Bruder des Ermordeten, sie wirkten unecht. Dagegen war das Ende unnötig dramatisch. So macht The ghost fields auf mich einen eher durchschnittlichen Eindruck.
    3ratten


    Liebe Grüße
    Kirsten

    Es kommt darauf an, wie du dein Leben mit Leben füllst.

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    Nach "Aller Heiligen Fluch" konnte ich nun mit "Grabesgrund" von Elly Griffiths die Reihe der Kriminalromane um die forensische Archäologin Ruth Galloway endlich vervollständigen - und habe absolut nicht bereut, alle Bände (Tipp: Am besten chronologisch lesen, wie bei jeder Krimireihe sehr empehlenswert) gelesen zu haben.

    Wie die Vorgänger spielt auch "Grabesgrund" im beschaulichen und interessanten englischen Norfolk. Dieses Mal in der Nähe einer Ausgrabung zur Bronzezeit, in der Ruth auf verwertbares Material gestoßen ist. Unweit der Ausgrabungsstätte stößt ein Bagger, der eine große Fläche einebnen soll, um möglichst zügig so einige neue Wohnhäuser entstehen zu lassen (Seitenhieb auf die Gier der Immobilienhaie und Baukonzerne, die auch vor schützenswertem Land nicht Halt machen), auf Metall. Es ist ein Flugzeug der RAF aus dem 2. Weltkrieg und das Bizarre daran ist, dass der Pilot noch darin sitzt...


    Daher treffen DCI Harry Nelson - Vater der inzwischen 5jährigen Tochter Kate von Ruth - und Ruth zusammen; es stellt sich heraus, dass die Leiche lange Zeit an einem anderen Ort vergraben worden sein musste, da ein früheres Mitglied der Blackstocks, eine wohlhabende Familie mit viel Landbesitz, die noch immer in der Nähe residiert, via DNA auf die Familie der Blackstocks hinweist. Damit tun sich Fragen auf - und sowohl Ruth als auch Nelson haben einiges damit zu tun, dieses Rätsel zu lösen, denn alle Zeichen weisen den Weg ins Herrenhaus der Blackstocks....

    Die Autorin lässt wie immer ihre LeserInnen miträtseln und die Charaktere entwickeln sich stetig weiter.


    Auch Cathbad taucht wieder auf, der inzwischen mit Judy Johnson, der toughen Polizistin, liiert ist und Vater wird; zudem hat ein amerikanisches Filmteam großes Interesse, aus dem Fund in Norfolk eine Sendung über die Geschwader der Kampfflugzeuge der britischen RAF im 2. Weltkrieg zu zeigen, weshalb einige Filmleute mehrere Tage im Anwesen der Blackstocks wohnen sollen, um auch die Familie zu ihren Erinnerungen zu befragen. Damit stechen so einige Leute in ein Wespennest: Die illustre Familie wartet mit netten weiblichen Mitgliedern auf, die männlichen hingegen sind zuweilen das Gegenteil davon.... Was ist wirklich aus den Brüdern des alten George Blackstock geworden?


    Diesen Fragen widmet sich auf unterhaltsame und höchst interessante Weise dieser Krimi, den ich aufgrund des stimmigen Inhalts und vor allem des Schreibstils von Elly Griffith absolut weiterempfehlen kann. Die Autorin versteht es, den Leser zu fesseln und die Spannung nicht nur zu halten, sondern gegen Ende hin noch zu steigern und gibt ihren Kriminalromanen eine sehr menschliche Note, in dem sie Ruth, die ihre kleine Tochter alleine erzieht, einerseits sehr mutig, andererseits aber alles andere als perfekt charakterisiert:


    Harry Nelson mit seinen Sergeants Judy Johnson, David Clough (genannt Cloughie) und Tim werden sehr gut portraitiert. Für Cloughie freut man sich, dass er in Cassie Blackstock eine Seelenverwandte - und die Liebe gefunden hat. Auch weitere menschliche "Verwicklungen" sind natürlich nicht auszuschließen, die den Krimis von Elly Griffiths einen unnachahmlichen Charakterzug geben. Ich freue mich bereits auf weitere Übersetzungen ins Deutsche und hoffe doch sehr, die Übersetzerin Tanja Handels ist bereits "at work" damit - denn die Ruth Galloway-Reihe hat absolutes Suchtpotential ;) Von mir 4,5 * und 98° auf der "Krimi-Couch".


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • illy

    Hat den Titel des Themas von „Elly Griffiths - The ghost fields (Ruth Galloway 7)“ zu „Elly Griffiths - Grabesgrund / The ghost fields (Ruth Galloway 7)“ geändert.
  • In einem Neubaugebiet wird ein Flugzeug aus dem 2. Weltkrieg samt Piloten gefunden. Nur ist der Mann in der Kanzel gar nicht der echte Pilot, sondern ein anderer Militärangehöriger, dessen Flugzeug damals über dem Meer abstürzte. Noch dazu starb er nicht beim Absturz, sondern an einer Kugel in seinem Schädel, wie Ruth, die in der Nähe Bronzezeitausgrabungen durchführt, schnell feststellt.


    Ein Fernsehteam aus Amerika inklusive Frank, mit dem Ruth schon bei seinem letzten Besuch in der Gegend eine Beziehung begonnen hatte, will den Fall als Aufhänger für eine Folge ihrer „History Channel“-Reihe benutzen, es gibt immerhin eine Verbindung zu den USA soewie zu einer alteingesessenen Familie, der das Herrenhaus hinter dem Feld gehört.


    Man hat nicht das Gefühl, dass der Fall hat eine besondere Dringlichkeit hat, in diesem Band geht es noch mehr als sonst ums Drumherum, um die Beziehungen der Menschen untereinander. Eine zentrale Rolle spielt diesmal DNA, es geht ganz viel um Abstammung, die dann genetisch belegt wird.


    Die übliche bedrohliche Situation in der Ruth am Ende steckt, habe ich diesmal irgendwie nicht so ganz ernst genommen - die Autorin aber vielleicht auch nicht, wenn ausgerechnet ein Boot in Entenform zur Rettung beiträgt.


    Ich habe mich insgesamt erwartungsgemäß gut unterhalten gefühlt, der Folgeband erscheint nächsten Monat auf Deutsch (ich hab auf deutsch angefangen und solange weiter übersetzt wird bleibe ich bei der Sprache) und ist schon notiert.


    4ratten