06 - Kapitel 24 - Ende (S. 413 bis Ende)

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    LG, Dani


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  • Hendrik erscheint wildentschlossen zu bekommen, was er will. Er hat echt keine Skrupel mehr und schlägt den Herrn des Schlüssels nieder und klaut John Scoros Aufzeichnungen.. (darin hat er ja mittlerweile Übung ;-)..Sein Antrieb scheint die Begierde nach Laureen zu sein..ich habe immer den Eindruck, dass er sich Zuviel erhofft. Nach seinen eigenen Gedanken wäre er ernsthaft in der Lage, um seinen plan durchzusetzen, seinen eigenen Bruder zu töten??


    Ich muss allerdings leider sagen, dass mir die Szenen hier mit dem wiedererweckten John Scoro und Mengedder ehrlich nicht gefallen haben. Das war mir zu abgedreht. Und auch hier war es mir wirklich zu emotionslos. Speziell auf diesen Part der Geschichte bezogen meine ich.


    Hendrik erscheint vieles in einem anderen Licht und endlich, wenn auch sehr spät, beginnt er sein Verhalten und sein altes "Ich" zu hinterfragen.. das hat mir jetzt wirklich noch gut gefallen. Er sieht all die Fehler, die er gemacht hat und sehnt sich nach Miriam und Pia. Was so eine kleine liebevolle Notiz alles auslösen kann ;-). Ein wenig unrealistisch habe ich Miriams Reaktion empfunden, nach alle dem was passiert ist, geht mir das einfach zu schnell. Ich hatte schon den Eindruck, dass er sie ziemlich verletzt hat.


    Es war mein erstes Buch, welches ich von Eschbach gelesen habe und ich bin ehrlich, ich glaube es ist nicht so mein Ding :-( echt schade..

  • BlueOcean
    Nur nicht nach nur einem Eschbach-Buch aufgeben :winken:


    Mir hat es ausgesprochen gut gefallen. Ein paar Krümel Mystery und ordentliche Rätsel sind die i-Tüpfelchen auf dem Buch.


    Was ist denn jetzt wohl diese Vollkommenheit? Ein anderes Wort für das Reich Gottes? Wo alle harmonisch miteinander leben bis ans Ende des Universums? Klingt echt fade! :breitgrins: Wer will schon unsterblich sein? Immer die gleichen Gesichter um sich herum, jeden Tag Langeweile, nein, danke. Das in die Vollkommenheit gegangene Trio Scoro, Lauren und Adalbert beneide ich nicht. Vielleicht hat der Stein ja auch gar nicht "funktioniert" und die Möchtegern-Unsterblichen einfach verdampft. Bei dem Feuerwerk, das Hendrik beobachtet hat, würde mich das nicht überraschen.


    Ich fand es gut, dass Hendrik diese Unsterblichkeit ablehnt zugunsten seiner Familie. Endlich mal eine gute Entscheidung von ihm, so muss das. Allerdings würde ich an Miriams Stelle nicht so leicht nachgeben, sie muss diesen zeitweisen Mistkerl ja wirklich sehr lieben, wofür auch immer...


    ***
    Aeria


  • BlueOcean
    Nur nicht nach nur einem Eschbach-Buch aufgeben :winken:


    Hehe, ich hab tatsächlich noch eines von ihm hier stehen. Das hat mich letzt so angeschaut, als ich in der Buchhandlung war. Ich glaube es war mir einfach zu mystisch, damit kommt man bei mir nicht soo weit ;-) es sei denn, es spielt in einer ganz anderen Welt.


    Was ist denn jetzt wohl diese Vollkommenheit? Ein anderes Wort für das Reich Gottes? Wo alle harmonisch miteinander leben bis ans Ende des Universums? Klingt echt fade! :breitgrins: Wer will schon unsterblich sein? Immer die gleichen Gesichter um sich herum, jeden Tag Langeweile, nein, danke. Das in die Vollkommenheit gegangene Trio Scoro, Lauren und Adalbert beneide ich nicht. Vielleicht hat der Stein ja auch gar nicht "funktioniert" und die Möchtegern-Unsterblichen einfach verdampft. Bei dem Feuerwerk, das Hendrik beobachtet hat, würde mich das nicht überraschen.


    Eine sehr berechtigte Frage, wäre es nicht auch möglich, dass die Vollkommenheit für jeden von ihnen etwas anderes ist? Das wird uns wohl niemand beantworten ;-) Mir geht's aber auch so, alleine schon der Begriff "Vollkommenheit" klingt eigentlich abschreckend *g*, ich verbinde damit auch eher Langeweile. Was wäre das für ein Leben?


    Ich fand es gut, dass Hendrik diese Unsterblichkeit ablehnt zugunsten seiner Familie. Endlich mal eine gute Entscheidung von ihm, so muss das. Allerdings würde ich an Miriams Stelle nicht so leicht nachgeben, sie muss diesen zeitweisen Mistkerl ja wirklich sehr lieben, wofür auch immer...


    ***
    Aeria


    Ja, am Ende hat er glücklicherweise dann eeeeendlich mal die richtige Entscheidung getroffen :-)

  • Man möchte Hendrik nehmen und nur noch durchschütteln. Ist ihm sein Verstand abhandengekommen? Skrupel kennt er jedenfalls nicht. Er schlägt Luiz einfach nieder und verschwindet mit den Aufzeichnungen von Scoro. Dass er sich vorher schon über seine Ex-Dauergeliebte einen Wagen organisiert hat, seinen eigenen versteckt und dann auch noch eine Anhalterin mitnimmt, damit er besser durch die Kontrollen kommt, zeigt wie kaltblütig er geplant hat.
    Er hat immer wieder mal Zweifel bezüglich Laureen, aber ob er wirklich in ihren Plänen vorkommt?
    Auch für Adalbert hat er keine Gefühle. Na gut, ich glaube auch Adalbert hat keine.


    John Scoro ist fast nur ein Skelett, aber er hat alle gut im Griff. So kommt er zu Stärke und kommandiert weiter gut herum und alle spielen mit. In der Marienburg gelingt es dank einem mysteriösen Trank tatsächlich den Stein nebst einem grausligen Mengedder zu finden. Niemand stellt in Frage, was da abgeht. Keiner hat Skrupel. Jeder denkt an das, was er für vollkommen hält. Westenhoff entzieht sich dem, indem er einfach stirbt. Er hat wohl seine Aufgabe erfüllt.


    Dann gelingt einem Zettelchen von Pia das, was bisher keinem geglückt war – Hendrik bekommt Skrupel und springt ab. Komisch, diese plötzliche totale Läuterung nehme ich keinem ab. Aber Miriam tut es.


    Was mit den anderen geschehen ist, kann sich jeder nach Belieben ausdenken.


    Das Buch ist ja als Thriller deklariert. Ich würde das nicht so sehen. Mir war klar, dass es ein Genre-Mix wird, aber Henrik hat für mich einen zu großen Part eingenommen. Vielleicht empfinde ich das aber nur, weil ich so gar nichts an ihm mochte, denn er hatte keine Emotionen, kein Ziel, keine Zufriedenheit, dabei ging es ihm doch so gut. An ihm nagte immer der Neid auf die, denen es besser als ihm ging.


  • Dann gelingt einem Zettelchen von Pia das, was bisher keinem geglückt war – Hendrik bekommt Skrupel und springt ab. Komisch, diese plötzliche totale Läuterung nehme ich keinem ab. Aber Miriam tut es.
    Was mit den anderen geschehen ist, kann sich jeder nach Belieben ausdenken.


    Ich muss sagen, dass es mir einerseits schon irgendwie gefällt, dass es ausgerechnet die kleine Tochter schafft, ihn im Herzen zu berühren, da bin ich ganz ehrlich. Aber solch eine spontane Wandlung gibt es wohl nur im Buch, im wahren Leben würde ich das auch niemanden abkaufen. Und ganz sicher würde ich, auch wenn ich jemanden liebe, nicht soo schnell die jahrelange Untreue verzeihen können und die ganze fiesen Dinge, die er ihr kurz vorher an den Kopf geworfen hat.


    Das Buch ist ja als Thriller deklariert. Ich würde das nicht so sehen. Mir war klar, dass es ein Genre-Mix wird, aber Henrik hat für mich einen zu großen Part eingenommen. Vielleicht empfinde ich das aber nur, weil ich so gar nichts an ihm mochte, denn er hatte keine Emotionen, kein Ziel, keine Zufriedenheit, dabei ging es ihm doch so gut. An ihm nagte immer der Neid auf die, denen es besser als ihm ging.


    Ich stimme dir da zu, für mich ist das auch zumindest nicht die Art von Thriller, die ich sonst lese. Mir waren dafür zuviele Längen in dem Mittelteil vorhanden. Es ist eigentlich auf der einen Seite die Geschichte über den Stein der Weisen und auf der anderen Seite Hendriks Lebensgeschichte? Überzeugen konnte mich das Buch leider nicht. Kennst du denn schon andere Bücher von Andreas Eschbach?

  • Eschbachs Bücher werden fast immer als Thriller verkauft, obwohl sie eher in die Kategorie SF fallen. Science Fiction verkauft sich leider nicht so gut hierzulande, da kann man die Kunden eher mit "Thriller" locken.
    "Teufelsgold" ist in meinen Augen auch Science Fiction. Ein unbekanntes Element, ewiges Leben, andere Energieebene - das sind ganz klar Science-Fiction-Elemente.


    ***
    Aeria


  • Eschbachs Bücher werden fast immer als Thriller verkauft, obwohl sie eher in die Kategorie SF fallen. Science Fiction verkauft sich leider nicht so gut hierzulande, da kann man die Kunden eher mit "Thriller" locken.
    "Teufelsgold" ist in meinen Augen auch Science Fiction. Ein unbekanntes Element, ewiges Leben, andere Energieebene - das sind ganz klar Science-Fiction-Elemente.


    ***
    Aeria


    Oh okay, das war mir persönlich vorher definitiv nicht bewusst. Schade eigentlich, vielleicht wäre ich dann mit einer anderen Erwartungshaltung an das Buch gegangen :-(. Aber danke dir für die Info.


  • Eschbachs Bücher werden fast immer als Thriller verkauft, obwohl sie eher in die Kategorie SF fallen. Science Fiction verkauft sich leider nicht so gut hierzulande, da kann man die Kunden eher mit "Thriller" locken.
    "Teufelsgold" ist in meinen Augen auch Science Fiction. Ein unbekanntes Element, ewiges Leben, andere Energieebene - das sind ganz klar Science-Fiction-Elemente.


    ***
    Aeria


    SF wäre nicht mein bevorzugtes Genre ebenso wenig wie Fantasy, aber ich lese alles, wenn mich die Geschichte interessiert und wenn sie mich packt. Hier bin ich noch so unschlüssig. Teilweise finde ich sie sehr interessant, teilweise langweilt sie mich. Ich muss das noch mal sacken lassen.


  • Eine sehr berechtigte Frage, wäre es nicht auch möglich, dass die Vollkommenheit für jeden von ihnen etwas anderes ist? Das wird uns wohl niemand beantworten ;-) Mir geht's aber auch so, alleine schon der Begriff "Vollkommenheit" klingt eigentlich abschreckend *g*, ich verbinde damit auch eher Langeweile. Was wäre das für ein Leben?


    Bei längerem Nachdenken über die Geschichte habe ich mich gefragt, warum alle diese Vollkommenheit anstreben. Das ist ja dann auf jeden Fall ein Dauerzustand. Und wie man ja an der Dauererregung des armen Magiers gesehen hat, ist so ein Dauerzustand gar nicht erstrebenswert. Ich denke mal, dass der Mensch für die Unvollkommenheit geschaffen ist. Nur wer mal Hunger hat, kann den Genuss des Essens richtig schätzen. So ist es, denke ich auch mit den anderen positiven Gefühlen und Erfahrungen. Deshalb kommt ihr auch auf den Begriff langweilig bei Vollkommenheit. Der Wechsel macht doch das Leben aus.

    :lesen: Die Eisbaronin - Nicole Vosseler




  • Ich muss sagen, dass es mir einerseits schon irgendwie gefällt, dass es ausgerechnet die kleine Tochter schafft, ihn im Herzen zu berühren, da bin ich ganz ehrlich. Aber solch eine spontane Wandlung gibt es wohl nur im Buch, im wahren Leben würde ich das auch niemanden abkaufen. Und ganz sicher würde ich, auch wenn ich jemanden liebe, nicht soo schnell die jahrelange Untreue verzeihen können und die ganze fiesen Dinge, die er ihr kurz vorher an den Kopf geworfen hat.


    Das mit dem Verzeihen kann ich mir noch vorstellen. Da habe ich Beispiele aus meiner nächsten Umgebung. Aber dass er erst die Tochter (biologisch oder nicht ist völlig wurscht) so schnell sausen lässt und dann im Umkehrschluss nach nur einem Gespräch alles wieder auf Anfang stellt ... das fand ich auch etwas unglaubwürdig.

    :lesen: Die Eisbaronin - Nicole Vosseler




  • Oh okay, das war mir persönlich vorher definitiv nicht bewusst. Schade eigentlich, vielleicht wäre ich dann mit einer anderen Erwartungshaltung an das Buch gegangen :-(. Aber danke dir für die Info.


    Viele Bücher von Eschbach haben Elemente von SF oder Fantasy. Und Gott oder das Göttliche kommt auch immer wieder mal vor. Auch für Leute, die SF und Fantasy nicht SOO mögen, kann ich das Jesus-Video und vor allem die Fortsetzung der Jesus-Deal wärmstens empfehlen. Die fand ich trotz der Thematik Gott und Zeitreise echt realistisch und im Bereich des Möglichen. :zwinker: Hier bei Teufelsgold hatte ich eher meine Probleme und habe es schon mehr ins Fantastische abgetan.

    :lesen: Die Eisbaronin - Nicole Vosseler




  • Dann werde ich mich wohl eher mal daran wagen ;-), Dankeschön.


    Von der Idee her fand ich auch "Eine Billion Dollar" gut und als Hörbuch ist "König von Deutschland" gelesen von Ulrich Noethen der Hammer. :winken: Mein absoluter, absoluter Liebling ist aber "Die Haarteppichknüpfer". Das ist von der ersten bis zur letzten Zeile genial. Ist eher reine SF aber wer sich traut wird diese Geschichte nie vergessen. Ist auch nicht dick und eigentlich eine Art Parabel auf unsere Welt.

    :lesen: Die Eisbaronin - Nicole Vosseler




  • Hehe, ich hab tatsächlich noch eines von ihm hier stehen. Das hat mich letzt so angeschaut, als ich in der Buchhandlung war. Ich glaube es war mir einfach zu mystisch, damit kommt man bei mir nicht soo weit ;-) es sei denn, es spielt in einer ganz anderen Welt.


    Welches Buch hast du denn mitgenommen?





    Zitat


    Eine sehr berechtigte Frage, wäre es nicht auch möglich, dass die Vollkommenheit für jeden von ihnen etwas anderes ist?


    Das hab ich mich eigentlich die ganze letzte Hälfte über gefragt, was sie eigentlich suchen, was jeden Einzelnen nun antreibt, aber es ist wohl auch nicht zu verstehen, diese ... Vollkommenheit. Ok, bei Laureen scheint es wohl wirklich die Angst vor dem Alter und der Verlut der Schönheit zu sein, das ist zumindest realtiv klar geworden.


    Aber im Grunde, so wie Scoro es kurz beschreibt - es gibt keine Gerüche, keine Gefühle, keine Bindungen, kein Ziel, keine Farben mehr ... es ist nur noch "Vollkommenheit", reiner Geist. Joah ,das könnte genausogut der Tod sein, vielleicht wars das dann ja auch.


    Ok, das Scoro den Trank unbedingt haben will ist klar, so zu leben ist ja definitiv kein Vergnügen.
    Aber dieses Grüppchen derer, die Scoro letztlich dann folgen, kam mir wirklich vor wie eine Schafherde mit einem Hirten, nicht mal das Schicksal Mengedders hat sie abgeschreckt, sie glauben diesem Scoro einfach unbesehen das er jetzt plötzlich genau weiß was er tut, obwohl er ja selbst sagte, auch in seinen Aufzeichnungen stehe nichts Wichtiges drin, so daß er nicht mal mehr das Buch braucht, das Hendrik geraubt hat. Nachdenken und Hinterfragen ist nicht angesagt bei den Personen in diesem Buch.


    In dem Moment der Entscheidung fand ich Adalberts Gedankengänge noch am nachvollziehbarsten, das passt zu dem Leben das er geführt hat. Ansonsten hab ich in diesem Buch kaum eine einzige Figur in ihren Handlungen verstanden. Warum verliebt sich jemand wie diese Laureen ernsthaft in jemanden wie Hendrik, warum ist jemandem der angeblich so intelligent ist wie diese Laureen, ihre ewige Jugend und Schönheit so wichtig, warum liebt Miriam ihren treulosen Ehemann so sehr, daß sie ihm binnen Sekunden alles verzeiht? Was sucht Hendrik überhaupt, das hab ich bis zum Schluß nicht verstanden? Herrje und das ewige Gejammer über seinen älteren Bruder, alle anderen die immer so "böse" und "ungerecht" zu ihm sind (oder sein könnten) und dieser extrem ausgeprägte Minderwertigkeitskomplex, aber gut ... zumindest dieses Charakterelement wurde gut herausgearbeitet.



    Kurz, mir fehlte es in dem Buch einerseits an glaubwürdigen Emotionen und eigentlich auch an nachvollziehbaren Handlungsweisen, irgendwie agierten alle Figuren eben nach der ihnen vorgegebenen Story, aber ich hatte nie das Gefühl das sie "echt" sind .



    Eine wirklich schöne Idee war Pia mit ihren Zettelchen und ihrer Art die Welt zu sehen, das war fast die einzige Figur die mich wirklich interessiert hat über die ich gern mehr gelesen hätte.


    Auch die Entwicklung hin zur anderen "Wahrnehmungsebene" gefiel mir sehr, die Richtung hatte ich nicht erwartet, dieses Element wurde aber sehr stimmig eingeführt.


    Auch die kleine Abhandlung über "Hermes Trismegistos" hab ich gern gelesen, überhaupt war vieles in dem Buch schon auch wieder recht interessant, auch die Gedankengänge und Geschichten über die Alchimisten in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Genau solche Sachen sind immer die Elemente die mich doch immer mal wieder zu einem Eschbach greifen lassen.





    BlueOcean bzw. Eschbach allgemein


    Ich hab schon einiges von Eschbach gelesen, hauptsächlich die Geschichten mit SF-Anteil. Generell fehlt mir bei ihm oft die Charakterentwicklung oder generell die nachvollziehbaren Emotionen, andererseits mag ich seine Storys gern und die Gedanken die er mit seinen Büchern anregt. Insgesamt einfach mehr Kopf als Herz.
    Ich hab mal nachgedacht und insgesamt find ich inzwischen "Der Herr aller Dinge" von ihm am stimmigsten, da passt der eher nach innen gewandte, spartanische Charakter sehr gut zu der Person die in dem Buch agiert. Aber auch danach hatte ich erst so ein bisschen das Gefühl "da fehlt was" , in der Nachschau ist es aber für mich eins seiner besten Bücher, von denen die ich bisher gelesen habe.
    Eschbach les ich generell wirklich gern wegen der Themen die er behandelt, weniger wegen der Charaktere , die öfter mal eher Mittel zum Zweck sind. Überhaupt etwas das einem bei SF häufiger mal passiert, besonders in der neueren SF, bei älteren SF Autoren hatte ich das Gefühl bisher nie.



    ****



    Aber auch mit dem Wissen daß ich solche Bücher eher wegen der Handlung als wegen der emotionalen Tiefe oder wegen interessanter Charaktere lese, war ich von "Teufelsgold" jetzt doch eher enttäuscht. Es ist ja nochmal was anderes ob ein Charakter eher blass ist oder ob fast alle in dem Buch handeln wie auf Anweisung. Die Grundidee fand ich interessant, auch viele der Gedankengänge, aber so insgesamt konnte es mich nicht überzeugen, hatte doch arge Längen drin und sehr viele :boahnee: - Momente .


    Ich muß es aber noch ein bisschen ruhen lassen um mir wirklich eine abschließende Meinung zu bilden, habs gestern abend erst fertiggelesen und jetzt muß ich es noch ein bisschen nachwirken lassen.




    ***




    Nebenbei ... ich hör ja auch noch "Quest" von Eschbach und bin in der Geschichte (beim Bügeln ^^) nun schon weiter vorangekommen (ich hatte viele Hemden zu bügeln in letzter Zeit :angst: ) , die Idee mit der "Vollkommenheit" der absoluten "Perfetkion" nimmt öfter mal Raum in seinen Büchern ein. In Quest z.B. gibt es das nichtmenschliche Volk der Yorsen, die, laut Aussage in dem Buch, die höchste Zivilisationsstufe erreicht haben. Auch deren Leben ist .... naja.. sagen wir mal eher "ruhig" ^^ .





    gagamaus  
    Das bestätigt mein Vorhaben, jetzt endlich doch irgendwann mal "Die Haarteppichknüpfer" zu lesen, hatte da schon mehrere Anläufe, hatte es sogar schon mal von der Bücherei zu Hause, aber irgendwie hat es sich doch noch nicht ergeben.

    “There is a crack in everything, that’s how the light gets in.” (Leonard Cohen)


  • Ok, das Scoro den Trank unbedingt haben will ist klar, so zu leben ist ja definitiv kein Vergnügen.
    Aber dieses Grüppchen derer, die Scoro letztlich dann folgen, kam mir wirklich vor wie eine Schafherde mit einem Hirten, nicht mal das Schicksal Mengedders hat sie abgeschreckt, sie glauben diesem Scoro einfach unbesehen das er jetzt plötzlich genau weiß was er tut, obwohl er ja selbst sagte, auch in seinen Aufzeichnungen stehe nichts Wichtiges drin, so daß er nicht mal mehr das Buch braucht, das Hendrik geraubt hat. Nachdenken und Hinterfragen ist nicht angesagt bei den Personen in diesem Buch.


    Jeder hat seine Erwartung und ist so davon überzeugt, dass sie sich erfüllt, dass alles andere ausgeblendet wird.


  • Es war mein erstes Buch, welches ich von Eschbach gelesen habe und ich bin ehrlich, ich glaube es ist nicht so mein Ding :-( echt schade..


    1. Blue Ocean: Gib Eschbach doch noch eine Chance und versuche ein anderes seiner Bücher! Ich denke, es lohnt sich :-) Aber ich muss mich den anderen anschliessen, teilweise ist schon SF dabei. Ich bin generell kein riesiger SF-Fan, aber Eschbachs Bücher gefallen mir, muss ich sagen :smile:


  • Was ist denn jetzt wohl diese Vollkommenheit? Ein anderes Wort für das Reich Gottes? Wo alle harmonisch miteinander leben bis ans Ende des Universums? Klingt echt fade! :breitgrins: Wer will schon unsterblich sein? Immer die gleichen Gesichter um sich herum, jeden Tag Langeweile, nein, danke. Das in die Vollkommenheit gegangene Trio Scoro, Lauren und Adalbert beneide ich nicht. Vielleicht hat der Stein ja auch gar nicht "funktioniert" und die Möchtegern-Unsterblichen einfach verdampft. Bei dem Feuerwerk, das Hendrik beobachtet hat, würde mich das nicht überraschen.


    Gute Frage, was ist wohl die Vollkommenheit? Wir erfahren es ja nicht. Aber die Idee mit Himmelreich klingt schon mal nicht uninteressant. Aber ob man so viel Harmonie und Perfektion überhaupt wirklich möchte :zwinker: