Louisa May Alcott - Betty und ihre Schwestern/Little Women

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    Heute geht es los mit unserer Leserunde, ich freu mich schon!


    Teilnehmer:


    Kandida
    Kiba
    Llyren
    Valentine


    Ist es OK für Euch, wenn wir einen einzigen Thread haben und wir mit Spoilermarkierungen und fettgedruckten Kapitelangaben arbeiten?

    The little cares that fretted me

    I lost them yesterday

    Among the fields above the sea

    Among the winds at play

    Elizabeth Barrett Browning

  • Von mir aus geht ein Thread in Ordnung! :winken:


    Ich habe jetzt mal für den ersten Eindruck bis einschließlich Kapitel 4 gelesen.
    Bisher bin ich ziemlich angetan - ich hatte als Kind immer die Zeichentrickserie geschaut und auch die Verfilmung mit Winona Ryder und Claire Danes hat mir sehr gut gefallen. Insofern erhoffe ich mir auch einiges vom Buch. Auch wenn ich mich die Länge doch etwas überrascht hat. Ich dachte eigentlich, das Buch wäre kürzer...


    Der Erzählstil gefällt mir. Ein sichtbarer Erzähler, der sich direkt an den Leser wendet, ist bei mir immer etwas riskant, aber hier funktioniert es bisher sehr gut, wie ich finde. Nicht zu aufdringlich, gerade genug, um zu amüsieren und dem Leser ein bisschen mehr Informationen zu geben.
    Bis jetzt kann ich mit Jo und Beth am meisten anfangen. Jo ist unsere kleine Rebellin, die sich nicht damit abfinden will, dem typischen und damals erwarteten Frauenbild zu genügen. So und so muss man sich verhalten, so und so die Haare tragen etc. Bis jetzt kann ich noch gut akzeptieren, dass dieses "Ideal" im 19. Jhd. eben die Norm war - da hatte ich bei anderen Büchern (Dracula z.B.) schon mehr Probleme ;-)
    Und Beth ist einfach ein Engel - ruhig, schüchtern, liebenswert. Aber dadurch, dass sie auch rumjammert, weil sie ihrem Klavierpiel auf einem verstimmten Klavier nachgehen muss (Respekt übrigens, das ist nämlich furchtbar!) oder weil sie das Abspülen nicht mag, auch nicht langweilig. Wobei ich da voreingenommen bin: Ich mochte Beth schon immer am liebsten... Und im Deutschen heißt es ja auch "Betty und ihre Schwestern" ;-)


    Die Chemie zwischen den Schwestern und die Stimmung innerhalb der Familie gefällt mir sehr gut (Einzelkind, seufz) und gerade durch den Einstieg an Weihnachten bekommt man hier schon mal einen sehr schönen Eindruck.
    Das Theaterstück hätte allerdings durchaus etwas kürzer sein können, die letzten Zeilen habe ich nur noch überflogen.
    Sehr gut gefällt mir auch, dass Jo und Meg arbeiten gehen, um die Familie zu unterstützen. Gerade bei denen, die noch wissen, wie es war, als sie noch mehr Geld hatten, beeindruckt mich das. Sie hätten schließlich auch einfach rumjammern können :breitgrins:
    Was mich ja etwas wundert (oder vielleicht habe ich es auch nur noch mitbekommen): Wie lange wohnt jetzt Laurie schon neben ihnen? Kam er erst vor kurzem zurück? Denn ansonsten würde mich überraschen, dass sie sich praktisch gar nicht kennen. Wobei vermutlich Kontakte zwischen jungen Männern und Frauen da auch noch stärker reglementiert sind...

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... - We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.


  • Und im Deutschen heißt es ja auch "Betty und ihre Schwestern" ;-)


    Wobei Betty im Deutschen die Älteste ist. Ich versteh zwar nicht, wieso, aber in der deutschen Ausgabe heißt Meg Betty und Beth heißt Margaret. Und Amy wurde in Patricia umgetauft. Nur Jo durfte Jo(sephine) bleiben.


    Ich habe die ersten beiden Kapitel gelesen und fühle mich schon wieder richtig wohl bei den Marchs. Die deutsche Ausgabe habe ich als Kind ein paarmal verschlungen und bin gespannt, wie viel mir beim Lesen jetzt noch bekannt vorkommen wird.


    Mir gefällt die Erzählweise auch sehr mit den kleinen Kommentaren "von außen". Die vier Schwestern sind sehr unterschiedliche Charaktere, aber jede auf ihre Art glaubwürdig und nicht so gewollt auf Verschiedenheit konzipiert. Ich mag sie auch alle miteinander, vor allem aber Jo. Das Mädchen, das lieber ein Junge wäre, ist zwar keine sehr originelle Figur, aber hier ist das sehr charmant gemacht. Mir gefällt auch der Zusammenhalt zwischen den vieren und ihre liebevolle Sorge um die Mutter, und ich finde es auch sympathisch, dass sie zwar die finanziellen Engpässe hinnehmen, weil eh nichts anders übrigbleibt, aber sich trotzdem auch mal zum Jammern hinreißen lassen.


    An Amys vermurkste Fremdwörter konnte ich mich noch gut erinnern. Die Kleine will offenbar hoch hinaus :breitgrins:

    The little cares that fretted me

    I lost them yesterday

    Among the fields above the sea

    Among the winds at play

    Elizabeth Barrett Browning

  • Da ich lediglich den Film kenne und diesen erst einmal gesehen habe, bin ich ziemlich unbeleckt.
    Mir gefällt, dass die Geschichte Weihnachten beginnt (und habe mir gestern prompt einen roten Kerzenleuchter gekauft. )
    Mir gefällt, dass die Mutter sich abends mit den Mädchen zusammensetzt, sozusagen "Qualitytime" und den Tag bespricht.
    Jo ist im Moment uch noch mein Lieblingscharakter, aber das kann sich im Laufe der Geschichte durchaus noch ändern.
    Weit bin ich noch nicht gekommen und weil ich gestern fast ausschließlich im Bus gelesen habe, wahrscheinlich nicht mit der nötigen Aufmerksamkeit.
    Heute abend geht es weiter und darauf freue ich mich schon....

  • An Jo gefällt mir neben ihrer unkonventionellen Art auch ihre blühende Phantasie. Das hochdramatische Theaterstück hat mich ein bisschen an Anne Shirleys literarische Gehversuche erinnert ;)

    The little cares that fretted me

    I lost them yesterday

    Among the fields above the sea

    Among the winds at play

    Elizabeth Barrett Browning


  • Wobei Betty im Deutschen die Älteste ist. Ich versteh zwar nicht, wieso, aber in der deutschen Ausgabe heißt Meg Betty und Beth heißt Margaret. Und Amy wurde in Patricia umgetauft. Nur Jo durfte Jo(sephine) bleiben.


    Ach echt? :gruebel: An die Serie kann ich mich praktisch nicht mehr erinnern, aber im Film hieß die jüngere definitiv Beth...



    An Amys vermurkste Fremdwörter konnte ich mich noch gut erinnern. Die Kleine will offenbar hoch hinaus :breitgrins:


    Oh ja, die sind klasse!

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  • Ach echt? :gruebel: An die Serie kann ich mich praktisch nicht mehr erinnern, aber im Film hieß die jüngere definitiv Beth...


    Von den Verfilmungen kenne ich keine einzige, aber zumindest in der uralten Ausgabe, die ich als Kind gelesen habe, waren die Namen verdreht wie beschrieben.


    Liest eigentlich jemand auf deutsch? Llyren, Du liest auch die englische Version, richtig?

    The little cares that fretted me

    I lost them yesterday

    Among the fields above the sea

    Among the winds at play

    Elizabeth Barrett Browning

  • Ja, genau.
    Kann gut sein, dass sie nur im deutschen Buch anders heißen...

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... - We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • So, da ich mich im Bus nicht richtig konzentrierenkonnte, habe ich das erste Kapitel nochmal überflogen.
    In meiner Ausgabe ist Meg die Älteste, dann Jo, Beth, Amy.
    Und ich meine, es steht auch Beth, nicht Betty (Mist, ich habe meinen reader gerade nicht da....kontrolliere es nochmal....).

  • Kann ja gut sein, dass sie in neueren Übersetzungen die Namen aus dem Original beibehalten haben (alles andere ergibt ja auch eigentlich keinen Sinn). Meine deutsche Ausgabe war die meiner Mutter aus den 50er Jahren. Damals wurde noch viel mehr eingedeutscht.

    The little cares that fretted me

    I lost them yesterday

    Among the fields above the sea

    Among the winds at play

    Elizabeth Barrett Browning

  • Hallo,


    oh was für eine wunderbare Geschichte, ich muss ja auch immer an die Verfilmung mit Winona Ryder und Gabriel Byrne denken. Ich mag Byrne :redface: :breitgrins:


    Ich habe das Buch als englische Kindle Version, mal sehen wie ich reinkomme, dann würde ich mich euch noch anschließen, wenn ich darf.


    Grüße
    schokotimmi


  • Ich mag Byrne :redface: :breitgrins:


    Dito. :breitgrins:



    Ich habe das Buch als englische Kindle Version, mal sehen wie ich reinkomme, dann würde ich mich euch noch anschließen, wenn ich darf.


    Klar, Du bist uns herzlich willkommen!

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... - We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • Klar, gerne - the more the merrier! ;)


    Gabriel Byrne mag ich auch gerne. Ich muss mir wirklich mal den Film besorgen.


    Inzwischen bin ich bis Kapitel 6 gekommen und fühle mich immer noch so richtig wohl mit den March-Mädels.


    Jos Begegnung mit Laurie hinter dem Vorhang war klasse. Ich kann mich nur wiederholen, es gefällt mir so, dass Jo macht, was sie will, aber ohne nervtötend rebellisch zu sein. Sie rebelliert eben im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Ich kann ihr sehr gut nachfühlen, dass sie sich auf dem Ball nicht gerade prächtig amüsiert und wahrscheinlich lieber zu Hause am Kamin ein Buch gelesen hätte ;)


    Dass der alte Laurence unter seinem knurrig wirkenden Äußeren ein gutes Herz verbirgt, hat sich ja schon gezeigt, als er den Marchs das luxuriöse Weihnachtsessen verschafft hat. Es erklärt sich auch, warum Laurie die Marchs noch nicht früher kennengelernt hat. Er ist wohl noch nicht lange aus dem Internat in der Schweiz zurück, und sein Großvater hat außerdem Angst um seine offenbar etwas fragile Gesundheit, nachdem er schon den Sohn und anscheinend auch noch eine Enkelin verloren hat.


    Dadurch, dass er nun sein Haus für die fünf Nachbarinnen öffnet, tut er sich selbst und allen anderen etwas Gutes. Laurie ist nicht mehr so einsam, und die Marchs profitieren jede auf ihre Art von der neuen Freundschaft. Das geschenkte Klavier und Beths Reaktion darauf war allerliebst :herz:


    Jos erste Begegnung mit dem Alten hat mir auch gefallen :breitgrins: Sie hat echt Talent, ins Fettnäpfchen zu treten, aber gleichzeitig kann sie auch gut mit etwas knorrigen älteren Herrschaften, wie mir scheint. Und die Bibliothek muss ja das Paradies für sie sein.

    The little cares that fretted me

    I lost them yesterday

    Among the fields above the sea

    Among the winds at play

    Elizabeth Barrett Browning

  • So, dann wäre ich jetzt gekommen bis Kapitel 2.


    Ich mag die 4 Mädchen und finde es fantastisch wie führsorglich die Familie ist und wie sie trotz aller Einbussen, bei dem Weihnachtsfrühstück auch Freude hatten.
    Das Theaterstück fand ich auch sehr witzig, toll was sie in ihrer kleinen Welt auf die Beine stellen.


    It schon lange her, dass ich den Film und die Zeichentrickserie gesehen habe, aber die Stimmung ist wirklich wieder schön. (Ich hoffe ich verstehe alles richtig, mein English ist ziemlich eingerostet :redface:, aber der Text ist prädestiniert um wieder ein wenig zu üben und mit Kindle übersetzt es sich leicht :breitgrins:)


    Grüße
    schokotimmi


  • Ich kann mich nur wiederholen, es gefällt mir so, dass Jo macht, was sie will, aber ohne nervtötend rebellisch zu sein. Sie rebelliert eben im Rahmen ihrer Möglichkeiten.


    Das hast Du sehr schön beschrieben. Und andererseits ist sie auch durchaus bereit, "gegen ihre Natur" zu gehen, wenn es zum Wohle ihrer Familie ist. Sie hat eine erfrischend unkomplizierte Art - geradeheraus und offen. Kein Wunder, dass sie sich mit Laurie auf Anhieb hervorragend versteht.



    Es erklärt sich auch, warum Laurie die Marchs noch nicht früher kennengelernt hat. Er ist wohl noch nicht lange aus dem Internat in der Schweiz zurück, und sein Großvater hat außerdem Angst um seine offenbar etwas fragile Gesundheit, nachdem er schon den Sohn und anscheinend auch noch eine Enkelin verloren hat.


    Ja, das ist sehr gut nachvollziehbar. Aber es zeigt sich hier auch mal wieder sehr schön, dass das Gefühlsleben einen riesen Einfluss auf die Gesundheit hat! Lachen ist manchmal einfach die beste Medizin. Und ich hatte das mit Jo als Medizin gleich verstanden - im Gegensatz zu ihr ;-)



    Das geschenkte Klavier und Beths Reaktion darauf war allerliebst :herz:


    Das fand ich einfach nur klasse! Bei den Szenen hatte ich nur noch ein breites Grinsen im Gesicht! Und wie schön auch, dass er auch genau auf ihr Wesen eingegangen ist und sich langsam herangearbeitet hat. Ein geschenktes Klavier aus heiterem Himmel wäre bestimmt nicht gut angekommen. Aber so geht es über das reine Geschenk hinaus und die beiden haben beide etwas gewonnen - Großvater und Enkelin!



    Jos erste Begegnung mit dem Alten hat mir auch gefallen :breitgrins:


    Was uns wieder einmal zeigt, dass man sich immer vergewissern sollte, mit wem man sprich :breitgrins: Aber ihre Reaktion war auch klasse, typisch Jo - einfach ehrlich und humorvoll!

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... - We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • So, dann habe ich auch mal angefangen und stecke derzeit im vierten Kapitel. Weil ich das Wochenende dem Tierschutz geschenkt habe, war leider nicht viel Lesezeit drin.


    Bisher gefällt mir die Geschichte recht gut, wobei mir die Mädels eigentlich etwas zuuu duldsam sind, mir funkeln die kleinen Heiligenscheine ein bisschen zu sehr. Aber mal schauen, wie es sich weiterentwickelt.

    Der liebe Gott behakenkreuzigte sich.

    Kurt Tucholsky


  • Bisher gefällt mir die Geschichte recht gut, wobei mir die Mädels eigentlich etwas zuuu duldsam sind, mir funkeln die kleinen Heiligenscheine ein bisschen zu sehr. Aber mal schauen, wie es sich weiterentwickelt.


    Würde das Buch in der heutigen Zeit oder etwas früher spielen, fände ich das deutlich störender als bei diesem Buch, das ja 1868 (oder so) erstmals erschienen ist. Im Kontext der Erscheinungszeit kann ich das ganz gut hinnehmen.


    Und dass die Mädels sich zwar große Mühe geben, ein gutes, gottgefälliges Leben zu führen, aber dabei doch keine Engel sind, wird sich noch zeigen ;) Mehr dazu später.

    The little cares that fretted me

    I lost them yesterday

    Among the fields above the sea

    Among the winds at play

    Elizabeth Barrett Browning

  • Am Wochenende hatte ich leider - oder auch nicht leider, habe andere schöne Sachen gemacht - nich viel Zeit zum Lesen.
    Ich fange jjetzt mit Kapitel 4 an.


    Zauberhaft fand ich auch, unter welchen Umständen Jo Laurie kennenlernt. Obwohl sie ja alles andere, als romantisch ist, war dieses Treffen hinter dm Vorhang doch irgendwie süß.
    Außerdem musste ich die ganze Zeit übelegen, wie man den blöden Brandfleck aus dem Kleid bekommt.... :breitgrins: