Nobelpreis für Literatur 2016: Bob Dylan

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Es gibt 82 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Valentine.

  • Darf ich fragen warum?


    Teils wegen einer allgemeinen Abneigung den Amis gegenüber; ich gönne denen auch keine Preise in anderen Bereichen, z. B. Sport. Diese "Wir sind die Größten und alle anderen zählen nicht"-Mentalität geht mir gehörig auf den Geist. (Ja, ich weiß, ich denke gerade mindestens ebenso oberflächlich wie ich es den Amis unterstelle.)


    Was den Literaturnobelpreis angeht, so verfolge ich seit ca. 15 Jahren die internationalen Reaktionen auf die Bekanntgabe. Aus Amiland kommt - falls kein englischsprachiger Preisträger - regelmäßig die Reaktion "Kennen wir nicht, wollen wir auch nicht kennenlernen. Kann ja auch nichts sein, denn sonst kennten wir ihn (oder in Ausnahmefällen auch sie)." Ein ausgesprochenes Desinteresse an fremder Literatur in Verbindung mit einer tiefen Überzeugung der eigenen Überlegenheit - da stellen sich mir die Nackenhaare hoch.


    Außerdem interessiert mich die us-amerikanische Literatur immer weniger und die Bücher der am häufigsten genannten Anwärter - Roth und DeLillo - reizen mich überhaupt nicht, bzw. rufen beim Lesen der Klappentexte klare Abneigung hervor.

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • So hat jeder irgendwelche Aversionen, ohne sich der Herkunft tatsächlich bewusst zu sein!


    Ich finde aber, dass es wirklich schöne Bücher aus den Staaten gibt. Da mir die Kriterien für den Nobelpreis relativ schleierhaft sind, kann ich nicht beurteilen, ob da nicht auch einige Autoren in Frage kämen.


  • Was den Literaturnobelpreis angeht, so verfolge ich seit ca. 15 Jahren die internationalen Reaktionen auf die Bekanntgabe. Aus Amiland kommt - falls kein englischsprachiger Preisträger - regelmäßig die Reaktion "Kennen wir nicht, wollen wir auch nicht kennenlernen. Kann ja auch nichts sein, denn sonst kennten wir ihn (oder in Ausnahmefällen auch sie)." Ein ausgesprochenes Desinteresse an fremder Literatur in Verbindung mit einer tiefen Überzeugung der eigenen Überlegenheit - da stellen sich mir die Nackenhaare hoch.


    Vor einigen Jahren gab es ja mal eindeutige Aussagen aus dem Kreis des Nobel-Komitees in diese Richtung. Die amerikanische Literatur sei insgesamt zu wenig offen, zu insular, nachgeradezu ignorant was die Literatur anderer Länder angehe. Die Amerikaner rezipierten zu wenig, was in anderen Teilen der Welt vor sich gehe. Daher sei ihre Literatur nicht nobelpreiswürdig.


    Das kann man natürlich insgesamt diskutieren. Aber die geringe Offenheit des angloamerikanischen Marktes für Übersetzungen und Literaturen anderer Länder ist eine bedauernswerte Tatsache.


    Übrigens haben Günter Grass und Herta Müller den Preis in recht geringem zeitlichen Abstand erhalten. Denkbar wäre in der Tat, dass nach Dylan bald doch ein US-Amerikaner(in) auf der Liste stünde.

  • Übrigens haben Günter Grass und Herta Müller den Preis in recht geringem zeitlichen Abstand erhalten. Denkbar wäre in der Tat, dass nach Dylan bald doch ein US-Amerikaner(in) auf der Liste stünde.


    Ich bin ja für DJ Bobo...

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Ja, endlich mal ein Schweizer! :breitgrins:

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)




  • Für mich ist Bob Dylan in allererster Linie ein (genialer) Singer/Songwriter und ich kann nicht beurteilen, ob ihm aufgrund seiner Texte der Literaturnobelpreis zusteht (das überlasse ich dann gerne anderen). Allerdings denke ich, dass AutorInnen wirklicher literarischer "Perlen" vermutlich so gut wie nie diese Auszeichnung bekommen...


    Ich hab's auch nicht so mit amerikanischen AutorInnen (obwohl, es gibt mitunter Ausnahmen ;-) und der amerikanischen Literatur; ganz besonders wenig liegt mir übrigens südamerikanische Literatur - da empfinde ich den kulturellen Unterschied zuweilen oft krass - aber jedem das Seine :zwinker:


    Schade finde ich, dass im Falle Bob Dylan eigentlich sein Rénomée auch dadurch nicht mehr steigen konnte (wiewohl er auch das Geld für den Preis wohl eher nicht dringend benötigt) - durch seine Musik ist er ja bereits schon lange sozusagen 'unsterblich'... Bin mit dieser Musik aufgewachsen und mag die Inhalte und seinen Ausdruck, aber zu meinen persönlichen absoluten Favoriten gehörte er eher weniger, das wird auch der Literaturnobelpreis nicht ändern (Wolfgang Niedecken aber hat's gefreut - wurde er doch von ihm und seiner Musik sehr inspiriert :breitgrins:)

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • Allerdings denke ich, dass AutorInnen wirklicher literarischer "Perlen" vermutlich so gut wie nie diese Auszeichnung bekommen...


    Kipling, Lagerlöf, Hauptmann, Tagore, Rolland, Hamsun, France, Yeats, Shaw, Th. Mann, Galsworthy, Pirandello, O'Neill, Gide, T. S. Eliot, Faulkner, Hemingway, Camus, Steinbeck, Sartre, Sachs, Beckett, Neruda, Canetti, Márquez, Grass, Jelinek, Lessing, Vargas Llosa ...

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Kipling, Lagerlöf, Hauptmann, Tagore, Rolland, Hamsun, France, Yeats, Shaw, Th. Mann, Galsworthy, Pirandello, O'Neill, Gide, T. S. Eliot, Faulkner, Hemingway, Camus, Steinbeck, Sartre, Sachs, Beckett, Neruda, Canetti, Márquez, Grass, Jelinek, Lessing, Vargas Llosa ...


    Ich stelle gerade mit Erschrecken fest, dass ich mehr Preisträger gelesen habe, als mir bewusst war.

    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym, 2001

  • Ich stelle gerade mit Erschrecken fest, dass ich mehr Preisträger gelesen habe, als mir bewusst war.


    Ich stelle mit Überraschung fest, dass ich mehr Preisträger gelesen habe, als mir bewusst war.

    Einmal editiert, zuletzt von dodo ()

  • Ich stelle mit Überraschung fest, dass ich mehr Preisträger gelesen habe, als mir bewusst war.


    ... geht mir auch so: Danke für die Auflistung!

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • Kipling, Lagerlöf, Hauptmann, Tagore, Rolland, Hamsun, France, Yeats, Shaw, Th. Mann, Galsworthy, Pirandello, O'Neill, Gide, T. S. Eliot, Faulkner, Hemingway, Camus, Steinbeck, Sartre, Sachs, Beckett, Neruda, Canetti, Márquez, Grass, Jelinek, Lessing, Vargas Llosa ...


    Ich frage mich gerade, wie damals die Nobelpreisvergabe an diese Sandhofer'schen Perlen kommentiert wurde. Schätzungsweise mit ebensoviel Kritik und Empörung und Zustimmung wie heute auch.

    Wir sind irre, also lesen wir!


  • Wie es aussieht, hat es ihm einfach die Sprache verschlagen.


    Aber ganz schön lange, passt eigentlich gar nicht zu seinen Songtexten :breitgrins:

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • Vielleicht musste er sich erstmal wieder neu erfinden, um auf die ganze Sache reagieren zu können... :rollen:

  • Das neueste Kapitel in Sachen Nobelpreis für Bob Dylan: Damit er das Preisgeld kassieren kann, hat Dylan kurz vor Ablauf der Frist seine noch ausstehende Rede abgeliefert, aber nicht persönlich, sondern schriftlich und immerhin als Audiodatei. Nun wird ihm obendrein ein Plagiat vorgeworfen; offensichtlich hat er eine Seite für Schüler im Internet bemüht.


    Was soll man dazu sagen? Ich fand es schon seltsam, dass er den Preis überhaupt bekam und dann nicht zur Verleihung anreiste. Er schien diese Würdigung nicht besonders zu schätzen. Das jetzt unterstreicht meinen Eindruck. Hauptsache, die Kasse stimmt.

  • Das hat er aber eigentlich echt nicht nötig. Oder sind seine Liedtexte auch alle von anderen Leuten geschrieben worden? :rollen:

  • Die ganze Affaire macht ihn mir immer unsympathischer.

    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym, 2001

  • Nun wird ihm obendrein ein Plagiat vorgeworfen; offensichtlich hat er eine Seite für Schüler im Internet bemüht.


    Wer sagt das? Der Cousin vom Freund der Friseurin Deiner Mutter?

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)