Yrsa Sigurdardóttir - DNA

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von tári.

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    Kurzbeschreibung


    Die neue große isländische Krimiserie


    Er schlägt erbarmungslos zu. Wie aus dem Nichts. Zuerst trifft es eine junge Familienmutter nachts in ihrer Wohnung in Reykjavik. Einzige Zeugin ist ihre siebenjährige Tochter, die wider Erwarten den Angriff übersteht. Als wenig später eine zweite Frau unter ähnlich brutalen Vorzeichen ihr Leben verliert, steht die Polizei vor einem Rätsel. Kommissar Huldar, der die Ermittlungen leitet und sich erstmals in einem so wichtigen Fall beweisen muss, hat darüber hinaus ein weiteres Problem. Er ist gezwungen, mit der Psychologin Freyja zusammenzuarbeiten, mit der er vor kurzem nach einer Kneipentour unter falschen Angaben die Nacht verbracht hat. Währenddessen beschließt ein junger Amateurfunker, auf eigene Faust zu ermitteln, nachdem ihn kryptische Botschaften zu den beiden Opfern erreichen. Dass er sich damit selbst in Gefahr bringt, kann er nicht wissen.


    [hr]


    Krimileser aufgepasst! Bewerbt euch noch schnell zu unserer Leserunde :winken:

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**

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    In Reykjavik muss ein siebenjähriges Mädchen mit ansehen, wie die Mutter nachts in ihrer Wohnung brutal ermordet wird. Wenig später gibt es eine weitere Tote, die unter ähnlichen Umständen zu Tode kam. Für die Ermittlungen ist Kommissar Huldar zuständig. Das kleine Mädchen wird von der Psychologin Freyja betreut, die versuchen soll, Informationen von dem Kind zu erhalten.


    Der Schreibstil hat mir gut gefallen und lässt sich angenehm lesen. Schon der Prolog, der 18 Jahre zuvor spielt, nimmt einen gefangen. Die Handlung ist gut durchdacht und von Anfang an ist die Geschichte spannend. Auch die Mordmethode ist sehr ungewöhnlich und äußerst grausam – also nichts für Zartbesaitete.


    Als Huldar und Freyja aufeinander treffen, sind sie von der Zusammenarbeit nicht gerade begeistert, denn Huldar hatte unter falschem Namen mit Freyja erst kürzlich eine Nacht verbracht. Für ihn ist es das erste Mal, dass er eine solch wichtige Ermittlung leitet. Freyja muss bei der Befragung von Margret sehr behutsam vorgehen, denn natürlich ist das Mädchen nachdem, was sie erleben musste, traumatisiert. Ihr ist das Wohlergehen des Kindes auch wichtiger als eventuelle Hinweise. Die beiden sind sympathisch, doch ich hätte erwartet, dass sie intensiver zusammenarbeiten. Aber nicht nur die beiden, sondern auch alle anderen Personen sind sehr ausführlich und gut beschrieben.


    Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, alle Spuren laufen ins Leere. Ein Amateurfunker, der merkwürdige Nachrichten zu den Todesfällen erhält, versucht herauszufinden, was es damit auf sich hat. Doch dann gerät er ins Visier der Polizei. Aber Huldar ist nicht wirklich überzeugt.
    Es gibt immer neue Fährten, die dafür sorgen, dass man sich nicht schon früh auf einen Täter einschießen kann. Das Ende bietet dann auch noch eine große Überraschung.


    Ein sehr spannender Thriller mit überraschendem Ende.


    5ratten

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    Elisa ist mit ihren drei Kindern alleine zu Hause als sie Nachts von einem Mann überwältigt wird. Der Täter fesselt sie mit Isolierband und tötet sie auf brutalster Weise. Die beiden Söhne hat er eingeschlossen, jedoch können sie später aus dem Fenster klettern und der Nachbar entdeckt diese. Bei der Besichtigung des Tatorts, entdecken sie dann die kleine Tochter Margrét, die sich unter dem Bett versteckt hatte und traumatisiert ist. Leider haben die Ermittler unter Kommissar Huldar wenig Anhaltspunkte, da Margrét nur sehr spärlich von der Nacht berichtet. Zu tief sitzt das Erlebte, was sie hören und teilweise auch sehen musste. Darum entschließt man sich mit Psychologin Freyja zusammenzuarbeiten, die sich dem Kind annimmt. Freyja und Huldar kennen sich, er hat sich damals als Tischler ausgegeben und mit ihr eine Nacht verbrachte, somit ist die Zusammenarbeit nicht gerade die Beste. Dann geschieht der nächste Mord, auf dieselbe Weise und ebenfalls so brutal wie beim ersten Opfer. Der einzige Anhaltspunkt sind die kryptischen Botschaften die der Täter hinterlässt. Karl ein Amateurfunker wird ebenfalls auf einen Sender mit diesen Botschaften aufmerksam und beginnt zu recherchieren.

    Meine Meinung:

    Die Leseprobe hat mich damals auf dieses Buch aufmerksam gemacht und ich wurde dadurch neugierig. Am Anfang hat mir das Buch auch sehr gut gefallen, die Autorin hat einen guten, fesselnden Schreibstil. Doch leider wurde das Buch dann durch nicht relevante Erzählungen, vor allem ab dem 1/3 des Buches ermüdend und langweilig. Ich war dabei schon am überlegen aufzugeben, kämpfte mich dann aber weiter durch das Buch. Auch mit den Ermittlern wurde ich nie richtig warm, zu selbstverliebt und kompliziert sind ihre Lebensformen, so dass ich mich nicht mit ihnen identifizieren konnte. Vielleicht lag es auch an den isländischen Namen, das ich mich so schwer tat. Das Cover ist nicht spektakulär, passt aber durch das Isolierband ganz gut zum Roman. Leider fehlte mir der anhaltende Spannungsbogen der in diesem Buch immer wieder Hochs und Tiefs hatte. Und wieder ein nordisch kühler Thriller der meinen Ansprüchen nicht gerecht wurde, von daher von mir nur 3 von 5 Sterne.

  • Zum Inhalt:


    "Er schlägt erbarmungslos zu. Wie aus dem Nichts. Zuerst trifft es eine junge Familienmutter nachts in ihrer Wohnung in Reykjavik. Einzige Zeugin ist ihre siebenjährige Tochter, die wider Erwarten den Angriff übersteht. Als wenig später eine zweite Frau unter ähnlich brutalen Vorzeichen ihr Leben verliert, steht die Polizei vor einem Rätsel. Kommissar Huldar, der die Ermittlungen leitet und sich erstmals in einem so wichtigen Fall beweisen muss, hat darüber hinaus ein weiteres Problem. Er ist gezwungen, mit der Psychologin Freyja zusammenzuarbeiten, mit der er vor kurzem nach einer Kneipentour unter falschen Angaben die Nacht verbracht hat. Währenddessen beschließt ein junger Amateurfunker, auf eigene Faust zu ermitteln, nachdem ihn kryptische Botschaften zu den beiden Opfern erreichen. Dass er sich damit selbst in Gefahr bringt, kann er nicht wissen." (Quelle: Buchhandel.de)


    Meine Meinung:


    Mit "DNA" hat uns Yrsa Sigurdadottir einen spannenden Thriller geboten, mit interessanten Charakteren und einem überraschenden Ende.


    Der Schreibstil ist flüssig und lässt den Leser schnell in die Handlung einsteigen. Auch die Personen sind gut getroffen, vor allem an das recht triste Leben von Karl ließ uns die Autorin teilhaben.


    Bis zum Ende bleibt es offen, wer der Täter ist, zwar rätselt man über die genauen Hintergründe dieser Taten, aber ganz überraschend waren sie am Ende dann doch nicht, da durch die eine der andere Szene man vermuten kann, worum es den Mörder geht bzw. gehen könnte.


    Aber was mich an dem Buch etwas gestört hat, dass die Ermittlungen zeitweise so dahin plätschern und das Buch dann erst wieder gegen Ende an Fahrt aufnimmt.


    Zwar war ich am Ende überrascht, wem uns Yrsa Sigurdadottir als Täter präsentiert, an diese Person hätte ich überhaupt nicht gedacht, aber die ganzen Beweggründe waren zwar einerseits logisch erklärt, aber wirkte andererseits ein wenig zu konstruiert, also ganz zufriden war ich mit den Ausführungen dann doch nicht.


    Aber alles in allem war ich mit dem Auftakt der Thrillerserieum die Psychologin Freya und den Ermittler Huldar zufrieden.


    Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten.


    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

  • Buchinfo
    DNA - Yrsa Sigurdardòtti
    Gebundene Ausgabe - 480 Seiten - ISBN-13: 978-3442756568
    Verlag: btb Verlag - Veröffentlichung: 26. September 2016
    EUR 19,99
    Kurzbeschreibung
    Die neue große isländische Krimiserie
    Er schlägt erbarmungslos zu. Wie aus dem Nichts. Zuerst trifft es eine junge Familienmutter nachts in ihrer Wohnung in Reykjavik. Einzige Zeugin ist ihre siebenjährige Tochter, die wider Erwarten den Angriff übersteht. Als wenig später eine zweite Frau unter ähnlich brutalen Vorzeichen ihr Leben verliert, steht die Polizei vor einem Rätsel. Kommissar Huldar, der die Ermittlungen leitet und sich erstmals in einem so wichtigen Fall beweisen muss, hat darüber hinaus ein weiteres Problem. Er ist gezwungen, mit der Psychologin Freyja zusammenzuarbeiten, mit der er vor kurzem nach einer Kneipentour unter falschen Angaben die Nacht verbracht hat. Währenddessen beschließt ein junger Amateurfunker, auf eigene Faust zu ermitteln, nachdem ihn kryptische Botschaften zu den beiden Opfern erreichen. Dass er sich damit selbst in Gefahr bringt, kann er nicht wissen.
    Bewertung
    Ein wirklich hochspannendes Buch von der Autorin. Sie schreibt spannend, die Geschichte wirkt stimmig, ebenfalls auch die Charaktere. Sie schafft eine düstere und unheimliche Stimmung, wodurch ich die ganze Zeit eine Gänsehaut hatte. Das Buch hat mich fasziniert, aber auch nachdenklich gestimmt, denn was wir heutzutage als selbstverständlich annehmen, also ein ruhiges und zufriedenes Leben, ist eben nicht selbstverständlich. Denn überall gibt es verrückte Menschen, die das Leben von anderen Menschen einfach so beenden. Schlussendlich möchte ich sagen, dass das Buch definitiv eins meiner vielen Highlights ist. Von mir gibt es hierfür 5 Sterne!
    5ratten

  • Gemischte Gefühle: DNA - Yrsa Sigurdardottir


    Sehr, sehr gerne hab ich Yrsa Sigurdardóttirs Serie um die Anwältin Dora gelesen. Mittlerweile ist es schon eine Weile her, dass ein neuer Teil dieser Serie erschienen ist, die Autorin hat allerdings zwischendrin ein paar mystische, eigenständige Thriller veröffentlicht. Nun ist mit „DNA“ der Auftakt einer neuen Serie um Psychologin Freyja und Kommissar Huldar erschienen. Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, vor allem, da ich schon gemischte Meinungen gehört hatte – und ja, auch ich bin gemischter Meinung.


    Durch gewisse Umstände ist Huldar gezwungen, die Ermittlungen um den Mord an Elisa, Ehefrau und Mutter von drei Kindern, zu übernehmen. Der Fall stellt sich als kniffelig heraus und so steckt Huldar all seine Hoffnungen in Margrét, die kleine Tochter, die sich bei dem Mord unter dem Bett versteckt hat und alles mit angehört hat. Doch nicht nur Margrét ist schwierig, auch die Begegnung mit Freyja, der zuständigen Psychologin im Kinderhaus, welche die Befragung des Mädchens leitet, ist kompliziert, denn die kennt Huldar unter einem anderen Namen als One Night Stand.


    Die beiden Protagonisten, Huldar und Freyja, fand ich recht gut. Huldar ist ein Einzelgänger, der mit einem nicht ganz einfachen Team umgehen muss. Zum einen hat er den Job nur, weil gegen viele Kommissare interne Ermittlungen laufen, zum anderen hat er zwei eifersüchtelnde Mitarbeiter direkt um sich. Und dann noch die Sache mit Freyja – ich hatte befürchtet, dass es hier weit größere Komplikationen in der Zusammenarbeit gibt aufgrund ihrer gemeinsamen Geschichte, aber die beiden haben sich eigentlich gut im Griff, von kleineren Dingen mal abgesehen. Aber die Ermittlungen gestalten sich zäh. Es geht kaum voran, die Spuren führen ins Nichts oder sind schon gar nicht vorhanden, die Verdächtigen schnell vom Verdacht befreit und die Ermittler können einfach nichts in Elisas Vergangenheit finden. Die Mordmethode ist sehr ungewöhnlich – für Island vermutlich schon außergewöhnlich – und die Gespräche mit Margrét die einzige Spur. Selbst der nächste Mord bringt keine großen Aufschlüsse über den Täter.


    Leider legt die Autorin viel zu wenig Fokus auf die Ermittlungen und Margréts Erinnerungen. Der Hauptstrang dreht sich um Karl. Karl ist ein verschrobener Einzelgänger um die 20. Seine Mutter ist vor Kurzem gestorben und er lässt sein Leben noch mehr schleifen als vorher. Das Haus ist voll mit der staubigen Einrichtung der Mutter, seine zwei Freunde entfremden sich von ihm, sein Studium ist quasi nicht mehr existent. Einzig das Amateurfunken begeistert ihn. Ein recht langweiliger Charakter, bei dem es mir einfach zu viel wurde, als er seitenlang das Haus von den Überbleibseln des Lebens seiner Mutter befreit. Er ist einfach nicht in den Gang gekommen, um das zähe Vorankommen von Huldar auszugleichen. Karl ist natürlich essentiell in den Fall verstrickt – ganz ohne es zu wissen – aber gepaart mit den stockenden Ermittlungen hatte ich in der Mitte einen richtigen Durchhänger.


    Bevor ich etwas zum Ende sage, muss ich noch kurz zum Prolog etwas erwähnen. Dieser war wirklich geschickt von der Autorin eingesetzt. Der Prolog hatte sich bei mir festgesetzt und ich hab während des Lesens immer wieder darüber nachgedacht, was dieser mit dem Fall zu tun hat. Und am Ende hat sich dann rausgestellt, dass er alles, aber doch eigentlich nichts damit zu tun hatte. Ich kann das jetzt schwer erklären, aber der Kniff war wirklich gut. Wobei ich das Ende sowieso lobend erwähnen möchte, denn ich habe weder den Täter in irgendeiner Weise verdächtigt, noch habe ich dessen Schläue durchschaut. Er mag ja einen Schaden haben und das Motiv ist mir immer noch schleierhaft – wie das ja so oft bei psychisch gestörten Menschen ist – aber er hat die Morde, sowie das Drumherum so geschickt inszeniert, dass es wirklich eine große Überraschung war.

    Fazit:

    Gemischte Gefühle – ein gutes Ermittlerteam, von dem man noch nicht genügend gesehen hat und ein zehrender zweiter Handlungsstrang, aber ein wirklich gut gemachtes Ende – in Verbindung mit dem Prolog und einem weiteren Zusatzkniff, hat dies den Durchhänger in der Mitte wieder etwas ausgleichen können.

    Grüßle, Christina

  • Undurchschaubar


    Inhalt:


    In Island werden zwei Frauen brutal ermordet. Alles deutet darauf hin, dass es sich um den selben Täter handelt, aber die Opfer scheinen in keinem Zusammenhang zu stehen.


    Die Polizei steht vor einem Rätsel. Kommissar Huldar muss mit der Psychologin Freyja zusammenarbeiten, die sich um die Tochter eines der Opfer kümmert, die siebenjährige Margrét, die einiges aussagen könnte…


    Huldar und Freyja haben nach einer gemeinsam verbrachten Nacht, in der Huldar seine Identität verschwieg, ein angespanntes Verhältnis. Überhaupt hat Huldar ein ziemlich merkwürdiges Verhältnis zu Frauen, und dass dies sein erster großer Fall in eigener Regie ist, hilft auch nicht wirklich.


    Meine Meinung:


    Nach langer Zeit mal wieder ein Thriller der zu lesen lohnte. Sehr spannend, total unvorhersehbar, dennoch toll aufgelöst.


    Dies ist der Beginn einer Serie, und ich könnte mir vorstellen, auch zukünftige Folgen zu lesen.


    Der Kommissar macht zwar einen etwas verpeilten Eindruck, war zum Teil auch etwas schnell mit Verdächtigungen und Anschuldigungen dabei, ist absolut kein Überflieger, und auch nicht super sympathisch, wenn man sich seine Frauengeschichten anguckt. Trotzdem scheint er solide zu sein, und sich bessern zu wollen. Na, mal sehen.
    Überhaupt sind alle Charaktere gut ausgearbeitet, keiner bleibt blass. Der Schreibstil ist flüssig (zumindest in der Übersetzung), und man kann das Buch kaum aus der Hand legen.
    Die Spannung wird die ganze Zeit über gehalten, obwohl man zwischendurch verzweifeln möchte, weil alles so undurchsichtig ist und man nicht den Schimmer einer Ahnung hat, was die Motivation des Killers ist, und wer wohl sein nächstes Opfer sein wird.
    Natürlich gibt es Spuren, aber ich persönlich war bis zum Schluss auf der völlig falschen Fährte, ich wusste jedenfalls nur wer es ganz bestimmt nicht war.
    Netterweise erspart uns die Autorin auch blutige Details, obwohl wir die Mordmethoden erfahren. Es bleibt aber dem Leser überlassen, ob er sich das im Detail ausmalen möchte oder nicht.


    Absolut lesenswert für alle Thrillerfans.


    :tipp: 5ratten

    Was ist wertvoller, Wissen oder Fantasie? Es ist die Fantasie, denn das Wissen hat Grenzen.  - Albert Einstein

  • Eine junge Frau wird in der Nacht bestialisch ermordet. Im Nebenzimmer schlafen ihre beiden Jungen, ihre Tochter muss die Tat versteckt unter dem Bett hautnah miterleben. Komissar Haldurs Ermittlungen hängen von ihr als einzige Zeugin am seidenen Faden. Das erste Mal mit der Leitung einer Mordkomission betraut, muss er eng mit der Psychologin Freyja zusammenarbeiten, um einer Lösung näher zu kommen. Die beiden haben ein angespanntes Verhältnis, nachdem er sie bei einem One-Night-Stand über seine Identität belogen und sich am nächsten Morgen heimlich aus dem Staub gemacht hat. Als eine zweite Frau auf ähnliche Weise brutal ermordet wird, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Können die beiden ihre Animosität hinter sich lassen und den Mörder dingfest machen, bevor er ein weiteres Mal zuschlägt?


    Yrsa Sigurdardóttir präsentiert mit "DNA" einen packenden Thriller, der den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in seinem Bann hält. Der Spannungsbogen baut sich langsam und kontinuierlich auf und hält. Grausame Details bleiben außen vor - man erfährt die Todesarten der Opfer, eine minutiöse Aufarbeitung der kreativen Durchführung bleibt aber erspart. Jeder kann für sich selbst entscheiden, wie genau er sich den Tathergang vorstellen will.


    Die Charaktere sind gut gezeichnet. Sie haben Ecken und Kanten und sind vor allem eines: menschlich und realistisch. Strahlende Helden in glänzender Silberrüstung wird man vergeblich suchen, viel mehr findet man Durchschnittstypen, die ein Durchschnittsleben führen und ihre positiven und negativen Seiten haben.


    In der Ermittlungsarbeit ist man als Leser ein kleines Stück weiter als Komissar Huldar. Trotzdem wird man zum Miträtseln eingeladen, entdeckt vielleicht die eine oder andere Spur, wird auf die falsche Fährte gelockt und dann am Ende mit einem gelungenen Twist über den Mörder und sein Motiv aufgeklärt.


    Fazit: Empfehlenswert, packend bis zum Schluss

  • Meine Meinung
    Da ist der Autorin ein toller Start einer neuen Serie gelungen, die ich auf alle Fälle weiterverfolgen werde. Ein spannender Fall, mit fiesen Mordmethoden und einer Aufklärung die mich extrem überrascht hat. Zudem bekommen auch die einzelnen Protagonisten hier genug Zeit sich vorzustellen und manches ist nicht leicht zu lesen, vor allem wenn es um die kleine Margret geht, die während des schrecklichen Mordes an ihrer Mutter, sich unter deren Bett versteckt hält und alles direkt mitbekommt. Des Mädchens, welches extrem verstört ist, nimmt sich die Kinderpsychologin Freyja an, die mit diesem Kontakt dann auch noch ins Visier des verrückten Mörders gerat. Kommissar Jonas Huldar bearbeitet den Fall und kann somit auf der Karriereleiter etwas aufsteigen, deswegen kann er diesen nicht vermasseln und er hängt sich voll rein. Den Großteil des Buches nimmt deswegen auch die Ermittlerarbeit ein, die aber keineswegs langweilig oder unrealistisch daherkommt. Zudem werden die Foltermethoden erwähnt, aber nur angedeutet und ich konnte als Leserin dann meine Phantasie spielen lassen. Interessant fand ich beim Lesen, das ich irgendwie so gar keine Verbindung zwischen den einzelnen Opfern finden konnte und was die Amateurfunkerfreunde darin zu suchen hatten, außer das sie ID's und Personennummern illegal abgehört hatten. Doch die ganzen einzelnen Fäden kamen am Ende des Buches logisch zusammen und es hat mich echt umgehauen, denn damit hatte ich so gar nicht gerechnet, das die Person was damit zutun hatte. In der Story haben fast alle Charaktere ihr persönliches Päckchen zu tragen, so das oftmals diese düstere und schwer zu ertragende Wehmut aufkam, die aber wieder so typisch für diese skandinavischen Krimis und Thriller ist. Ich liebe das sehr.
    Freue mich schon auf weitere Fälle mit Freyja und Jonas.

    **Der Umgang mit Büchern führt zum Wahnsinn**<br />Zitat von &quot;Erasmus von Rotterdam&quot;

  • 4ratten


    Das Buch beginnt mit einem grausamen Prolog, auch wenn er nicht mit Blut, Tod und den sonst üblichen Zutaten des Krimi-/Thrillergenres daherkommt. Drei Waisen, drei, vier und sechs Jahre alt, die ganz offensichtlich sehr aneinander hängen, werden durch das Jugendamt auseinandergerissen und auf verschiedene Familien verteilt. Das war es dann auch schon und die eigentliche Geschichte beginnt 28 Jahre später, 2015. Eine junge Frau, Mutter von drei Kindern, wird tot in ihrem Haus aufgefunden, brutal ermordet mit einem Haushaltsgerät. Nicht viel später findet man eine weitere Tote, eine ältere, alleinstehende Frau, die ebenfalls mit einem Haushaltsgerät auf entsetzliche Weise umgebracht wurde. Kommissar Huldar, dem mehr oder weniger nur zufällig die Leitung dieser Mordermittlung zugefallen ist (alle Anderen waren in einen Skandal verwickelt), ist ratlos, denn es sind keine Gemeinsamkeiten oder Zusammenhänge zwischen den Opfern festzustellen.
    Obwohl die Mordarten ausgesprochen eklig sind, ist es keines der Bücher, in denen sich der Übelfaktor von Seite zu Seite steigert. Die Tötungsarten werden so beschrieben, dass die eigene Vorstellung (zumindest meine) mehr als genügend schockiert war, doch nach einer, spätestens zwei Seiten war es das dann auch. Die weitere Ermittlungsarbeit bzw. parallel laufenden Handlungsstränge vermitteln eher subtil eine stets weiter wachsende Spannung, was sicherlich auch mit der detaillierten Beschreibung des Innenlebens der Hauptfiguren zusammenhängt. Obwohl ich bereits relativ schnell recht sicher war, um wen es sich bei dem Täter handelt (die Autorin legt es vermutlich auch darauf an, die Spur in diese Richtung zu führen, auch wenn es an keiner Stelle offensichtlich ist), konnte ich das Buch dennoch nicht aus der Hand legen. Denn die Merkwürdigkeiten, die mit den Morden verbunden sind, sind so seltsam, dass ich mir noch nicht einmal ansatzweise einen Reim darauf machen konnte.
    Und was gehört auch zu einem gelungenen Krimi/Thriller? Dass es am Ende doch ganz anders kommt als erwartet. Und das ist bei diesem Buch auf jeden Fall gelungen. MIt DIESER Auflösung hatte ich nun überhaupt nicht gerechnet - was natürlich auch an meinem mangelnden Spürsinn liegen kann.
    Einen kleinen Kritikpunkt habe ich dann aber doch noch: Mir persönlich war es zeitweilig etwas zuviel mit der Beschreibung der Hauptfiguren, deren Innenleben so exakt durchleuchtet wurde, dass ich gelegentlich dachte: 'Jaja, ich hab's verstanden.' Aber das ist wirklich nur ein kleiner Makel. Ansonsten ein toller Auftakt für eine neue Krimi-/Thrillerreihe von einer Autorin, deren andere Bücher ich mir wohl auch noch anschauen werde.

    Je mehr sich unsere Bekanntschaft mit guten Büchern vergrößert, desto geringer wird der Kreis von Menschen, an deren Umgang wir Geschmack finden.&nbsp; &nbsp; Ludwig Feuerbach (1804 - 1872)

  • Ein düsterer Islandthriller


    In Reykjavik wird eine junge Mutter in ihrem eigenen Haus überfallen und bestialisch ermordet, während ihre siebenjährige Tochter Margrét unter dem Ehebett Zuflucht sucht. Ein Fall, dessen enorme Brutalität nicht nur den ermittelnden Kommissar Huldar Jonás zutiefst beunruhigt, sondern auch die Mitarbeiter eines Kinderhauses, in dem Margrét von Psychologen vernommen wird. Als dann auch noch eine zweite Frau auf ähnliche Weise stirbt, wird klar, dass ein zu allem entschlossener Mörder grausame Rache übt. Zur gleichen Zeit erhält ein Amateurfunker kryptische Zahlennachrichten, die er zunächst nicht entschlüsseln kann. Erst ein Zufall hilft ihm weiter und schon bald folgt er der Spur der beiden Opfer und gerät dabei in höchste Gefahr.


    „DNA“ ist der erste Fall einer neuen Thriller-Serie der bekannten isländischen Autorin Yrsa Sigurdardóttir, die mit ihren Kriminalromanen um die Rechtsanwältin Dóra Gudmundsdóttir mehrfach bewiesen hat, dass sie das Schreiben von Spannungsromanen beherrscht. Nun schickt sie mit dem in Leitungsdingen noch unerfahrenen Kriminalkommissar Huldar Jonás und der versierten Kinderpsychologin Freyja ein Duo ins Rennen, das entsprechend der Ankündigung des Verlages noch einige gemeinsame Fälle zu bestreiten hat. Dumm nur, dass sich Huldar unter Nennung einer falschen Identität eine Nacht mit Freyja erschlichen hat, um sich am nächsten Morgen ohne Abschied davonzustehlen.


    Überaus spannend, mit einem undurchsichtigen Prolog, einem brutalen Mord und einer daraufhin einsetzenden Ermittlung beginnt der Thriller und lässt in seiner Dramatik zu keiner Zeit nach. So erlebt der Leser das aus verschiedenen Perspektiven heraus erzähltes Handlungsgeflecht, das mit grauenhaften Bildern, verstörenden Szenen und einer düsteren Atmosphäre einhergeht und am Ende nicht einmal mehr an das Gute im Menschen glauben lässt. Dabei nimmt sich die Autorin viel Zeit, ihre Figuren dem Leser vorzustellen, bevor dieser erfährt, ob derjenige Ermittler oder Opfer, Zeuge oder Freund, Kollege oder Nachbar oder vielleicht sogar der Mörder ist.


    Fazit:
    Ein tiefer Blick in menschliche Abgründe ist bei diesem Thriller garantiert, wie auch ein kniffliger und abwechslungsreicher Fall und eine am Rande verlaufende Auseinandersetzung mit vorherrschenden Schwächen bei der isländischen Polizei.


    5ratten

  • Von Sigurðardóttir kannte ich bisher nur Geisterfjord, was mir vor einigen Jahren aber sehr gut gefallen hat. Auf diese neue Krimi-Serie der Autorin war ich deswegen schon sehr gespannt und auch der Titel klang vielversprechend.


    Meine Erwartungen haben sich aber nicht so ganz erfüllt, DNA war für mich zwar ein stellenweise packender Thriller, aber an anderen Stellen wirkte die Geschichte für mich auch etwas unausgegoren. Die Mordfälle selbst sind in ihrer Grausamkeit schon hart an der Grenze, umso mehr nachdem ich weiß, wer der Mörder ist.


    Mein größter Kritikpunkt sind die Figuren, vor allem Huldar und Freya. Bei beiden bewegt sich einfach gar nichts, es gibt keine Charakterentwicklung und sie wirken völlig starr in ihrer Situation verharrend. Freya war für mich mehr Marionette ihrer Lebensumstände als tatsächlich Akteurin ihres eigenen Lebens. Das mag bei beiden mit ihren Erfahrungen und Erlebnissen zu tun haben, war für mich irgendwann aber doch etwas mühsam.
    Am interessantesten fand ich da noch Karl. Zu Beginn ist er zwar genauso passiv wie Freya und Huldar, aber dann bewegte sich doch etwas.


    Insgesamt ein für mich durchschnittlicher Krimi. Dennoch bin ich gespannt auf den nächsten Teil und ob dieser insgesamt etwas ausgeglichener sein wird.


    Ich habe übrigens das deutsche Hörbuch gehört und wusste lang nicht, was für einen seltsamen Namen dieser Amateurfunker hat, bis ich danach gegooglet habe. Karl wird auf isländisch wohl so ähnlich ausgesprochen wie "katl" :pling:


    3ratten

    “Grown-ups don't look like grown-ups on the inside either. Outside, they're big and thoughtless and they always know what they're doing. Inside, they look just like they always have. Like they did when they were your age. Truth is, there aren't any grown-ups. Not one, in the whole wide world.” N.G.