Ursula Poznanski, Arno Strobel - Anonym

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Sternenlicht_.

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    Nina Salomon wird versetzt und landet bei Hauptkommissar Daniel Bucholz, ihrem neuen Chef. Die beiden könnten nicht verschiedener sein, denn Nina legt auf ihr äußeres nicht all zu großen Wert und Daniel ist immer gut angezogen und legt auf Sauberkeit großen Wert.
    Die Geschichte wird im Wechsel zwischen den beiden erzählt und es ist interessant wie jeder die Dinge so für sich einschätzt und über den anderen denkt. Zwischendurch kommt der Täter immer mal wieder zu Wort und erzählt uns seine Ansicht der Dinge, die darauf schließen lassen, das er ziemlich Krank ist.
    Die beiden Charaktere Nina und Daniel sind wirklich lebensecht beschrieben und fast greifbar. Die beiden sind etwas sonderbar und haben ihre Macken, so das ich nicht unbedingt mit einen von beiden zusammenarbeiten hätte wollen. Daniel fand ich auf seine Art aber schon ganz Nett, nur mit Nina wurde ich nicht so wirklich warm. Das lag wohl an ihrer ganzen Art, an ihren Alleingängen und ihren ganzen Geheimnissen.


    Die Story an sich gefällt mir sehr gut und ich denke so etwas könnte irgendwann mal Realität werden. Ein Geheimnisvolles Internetforum "Morituri" bietet seinen Nutzern an, bestimmte Leute auf eine Todesliste zu setzten und die User können dann abstimmen, wer als nächstes stirbt. Die Gründe um auf dieser Liste zu landen sind schon gegeben, wenn dein Hund in den falschen Garten macht und niemand ist wirklich sicher.
    Der Fall ist nicht einfach, denn der Forumbetreiber ist so gerissen, das man die Seite mit den besten Leuten nicht vom Netz trennen kann und so können die User sogar zusehen, wie der Gewinner sterben muss.


    Die Geschichte war spannend und hat mich sehr gut unterhalten. Schade fand ich, das mir Nina von Anfang an auf die Nerven ging und auch nicht wirklich im laufe der Geschichte sympatischer wurde. Einen Punkt fand ich etwas unlogisch, das liegt aber vielleicht im Sinne des Betrachters.


    Ich gebe auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung, denn das Buch hat mir wirklich gut gefallen und war bis zum Ende Spannend.


    4ratten

  • Ursula Poznanski/Arno Strobel - ANONYM - Wunderlich


    Hamburg
    Nina Salomon tritt gerade ihre neue Stelle als Kriminalkommissarin an, warum sie sich von Bremen nach Hamburg hat versetzen lassen, bleibt ihr Geheimnis.
    Ninas Wohnung steht voller Umzugskartons - alle ungeöffnet - der neue Fall war schneller.
    Mit ihrem neuen Partner Daniel Buchholz soll sie den blutigen Mord an einem Anwalt untersuchen, der Tatort wird zum spontanen Lokaltermin. Kleine Auseinandersetzungen unter Kollegen gibt es jetzt schon, eine Nina Salomon lässt sich nichts gefallen. Die beiden Partner versuchen eine faire Gemeinschaft zu bilden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. In Gedanken jedoch, reiben sich die beiden unterschiedlichen Charaktere aneinander. Nina ist zu leger und neigt zu Alleingängen, Daniel ist korrekt und hat einen Hygienefimmel.
    Eine DarkNet-Plattform eröffnet für ihre Spieler eine grausige Arena:
    Nominiert! Wählt aus! Ich töte für Euch!
    Penetrante Nachbarn, fiese Anwälte, geldgierige Ärzte oder untreue Liebhaber- alle haben die Chance ein Sieger zu sein. Ein fragwürdiger Sieg, allerdings, bei Morituri.to währt der Ruhm nur kurze Zeit, die Gewinner werden hingerichtet.
    Die Zeit drängt, alle 24h gibt es eine neue Show, die im Internet als Horror-Video zu bewundern ist. Die Anzahl der registrierten Morituri-User knackt die Millionengrenze, überall auf der Welt erwacht die Sensationsgeilheit.
    Der Initiator nennt sich Trajan, nach dem großen römischen Kaiser. Zum 2. Mal ist die Arena eröffnet und ein neues Spiel beginnt, die User haben gevotet. Trajan soll einen unfähigen Arzt seiner finalen Bestimmung zuführen..
    Die Neue bricht die Regeln, arbeitet Undercover - ganz ohne Absegnung - und begibt sich und andere damit in große Gefahr. Sie muss diesen Wahnsinn stoppen.


    Das Autoren-Duo Poznanski/Strobel hat ein Ermittlerteam geschaffen, das für diesen Fall durch die Hölle geht. Spannend und nervenzermürbend bis zur letzten Seite. Genial durchdachter und logisch ausgeglichener Thriller.
    Der Pageturner 2016. Bitte mehr davon!


    5ratten:tipp:

  • KurzRezi: Ein Psychopath hält uns den Spiegel vor



    KurzRezi - Anonym



    Der Inhalt...


    Eine neue aufmüpfige Kollegin und dann noch einen schwierigen Fall an der Backe. So hatte sich der Kriminalhauptkommissar Daniel Buchholz seinen Start in den Tag nicht vorgestellt. Der führt die Zwei nämlich auf die Spur ins Darknet zu einem Forums namens Morituri. Dort können die Mitglieder Kandidaten nominieren, denen daraufhin der Tod winkt. Eine schier aussichtslose Suche nach dem Täter beginnt, zwischen anonymen Nutzern und der tickenden Uhr im Nacken. Denn der Tod ist näher als Daniel und seine Kollegin Nina zunächst glauben...

    Meine Meinung...


    Zuerst muss ich sagen, dass ich normalerweise kein großer Fan von Krimis bin. Thriller (eher psychologische) durchaus, aber Krimis nicht. Das liegt vor allem daran, dass mir die Ermittler und die Art eines Krimis meistens nicht zusagen. ABER: Genau das hat mir komischerweise in Anonym mit am besten gefallen hat. Ich mochte Nina und Daniel vom ersten Moment an. Daniel, der Inbegriff eines Spießers, der eher sterben würde, als mit Jogginghose zur Arbeit zu gehen, und daneben Nina – ungehalten und unkonventionell, impulsiv, und um keinen frechen Spruch verlegen. Die Zusammenarbeit zwischen ihnen konnte ja nur interessant werden ;) Ich fand es super wie absolut gegensätzlich sie waren und wie ab der ersten Sekunde die Fetzen zwischen ihnen flogen. Grundsätzlich fand ich alle Charaktere toll gezeichnet und einzigartig – Einheitsbrei sucht man hier vergeblich! Ich war ab der ersten Seite komplett gefesselt von der Geschichte. Innerhalb kürzester Zeit habe ich das Buch verschlungen; dass es mir so gut gefallen würde habe ich nicht erwartet! Bis zum bitteren Ende hab ich nicht sagen können wer genau nun hinter diesem Forum steckt, und wie alles miteinander zusammenhängt. Und mit dem letztendlichen „Täter“ hab ich so auch nicht gerechnet! Ich wurde immer paranoider, sah hinter jedem Wort und jeder Tat eine Falle und jeder, ausnahmslos jeder, kam mir verdächtig vor. Einen kleinen Kritikpunkt hab ich noch: Das Ende und den damit verbundenen Showdown fand ich spannend und toll gemacht – keine Frage! Allerdings blieben für mich noch ein paar Fragen offen. Ob die in einem nächsten Teil geklärt werden wage ich mal zu bezweifeln. Außerdem ist aufmerksames Lesen hier Pflicht! Ich hatte manches Gelesenes nämlich falsch verstanden und gedeutet, und war somit am Ende doppelt verwirrt, bis man mich bei der Leserunde auf meine Fehler hinwies. Ohne meine Mitleser würde ich bestimmt immer noch verwirrt mit dem Buch in der Hand sitzen und mich fragen, ob das denn alles so passen konnte, wie ich mir das zurecht gesponnen hatte :D


    Die Thematik fand ich wirklich interessant: Ich kannte mich vorher mit der Komplexität des Darknets überhaupt nicht aus. Der Begriff war mir geläufig – mehr aber auch nicht. Immer wieder musste ich beim Lesen fassungslos den Kopf schütteln, weil ich nicht glauben konnte, dass so etwas überhaupt möglich ist und, dass die Menschheit wirklich so grausam, skrupellos und sensationsgeil sein konnte. Doch was hier aufgegriffen und thematisiert wird ist bei uns mittlerweile bitterer Ernst geworden, auch wenn mich so eine Erkenntnis wirklich traurig stimmt. Ich hatte vorher noch nichts von den beiden Autoren gelesen – weder ihre eigenen Werke, noch ihre gemeinsamen. Das wird jetzt definitiv geändert! Mir hat der Schreibstil sehr zugesagt. Obwohl Strobel den Part von Daniel und Poznanski den von Nina übernommen habe, finde ich, hat man keine großen Unterschiede im Stil gesehen. Ganz im Gegenteil: Beide Autoren ergänzen sich, meines Erachtens, wirklich gut und schaffen zusammen eine wunderbare Atmosphäre.


    Das Fazit...


    Ich bin begeistert! Trotz minimaler Kritikpunkte, ein gelungener Krimi mit spannender Thematik! Ich hoffe es gibt noch einen nächsten Teil mit Salomon und Buchholz! 4,5 Sterne von mir!

  • Klappentext:
    "Die im Dunkeln sieht man nicht ...
    Als der Hamburger Kriminalkommissar Daniel Buchholz zu einem Tatort auf einem verlassenen Fabrikgelände gerufen wird, findet er dort nicht nur eine Leiche mit deutlichen Spuren einer Misshandlung, sondern trifft auch auf seine neue Kollegin: Nina Salomon. Beide kommen schnell einem Internetforum auf die Spur, das seinen Mitgliedern ein Spiel besonderer Art bietet: Sie dürfen Menschen, denen sie den Tod wünschen, auf eine Liste setzen, und die Foren-User stimmen dann über den »Gewinner« ab. Die nächste Spielrunde läuft bereits, doch alle Versuche der Polizei, das Forum vom Netz zu nehmen, schlagen fehl. Denn die Seite befindet sich im sogenannten Darknet, wo kaum Regeln gelten – bis auf eine: Anonymität."


    Meine Meinung:


    Im Vordergrund steht eindeutig die Elbe, die hier im Schein der Lampen, sehr düster scheint. Im Hintergrund sind etliche Kräne, Container im Hafen zu sehen. Mir gefällt es sehr, wie die Lichter sich von dem dunklen Wasser absetzen. Es wurde gut auf den Inhalt abgestimmt.


    "Anonym" ist das zweite Gemeinschaftswerk, welches die beiden Autoren Ursula Poznanski und Arno Strobel geschrieben haben. Mir hat das vorherige Werk schon sehr gut gefallen, daher war mir klar, dass ich auch "Anonym" unbedingt lesen/hören wollte. Thematisch steht die Anonymität, die jedem Nutzer, das Internet vermittelt kann. In dem Zusammenhang stellen die Autoren die Frage in den Raum, wie weit ein einzelner Mensch, durch seine Anonymität Grenzen überschreiten würde. Immer häufiger hört man, dass sich Menschen durch das Internet neue Identitäten zulegen, dadurch andere Personen täuschen und vorgeben jemand anderes zu sein. Es ist ein perfektes Umfeld, um Verbrechen zu planen oder zu begehen. Genau damit müssen sich Daniel Buchholz und seine Kollegin Nina Salomon auseinandersetzen. Daniel ist, dem ersten Anschein nach, ein Beamter, wie er im Buche steht und erfüllt mehr oder weniger jedes Klischee. Er legt sehr viel Wert auf sein Äußeres, macht einen eher steifen Eindruck im Umgangston und hält sich, bis auf ein paar Ausnahmen, immer an die Vorschriften. So jedenfalls nimmt ihn seine neue Kollegin Nina wahr. Nina ist der genaue Gegensatz zu ihrem Chef. Sie ist chaotisch, hat einen eher legeren Kleidungsstil und gibt sich sonst eher abgeklärt und kühl. Aber auch hinter ihrer Fassade versteckt sich eine ganz andere Persönlichkeit. Ihren Sarkasmus nutzt sie wie einen Schutzmantel, um sich ihre Arbeit nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen. Nina trägt ein Erlebnis aus der Vergangenheit mit sich herum, welches ihr Leben sehr verändert hat und seitdem auch prägt. Bei der Arbeit hat sie einen guten Instinkt, von dem sie sich gerne leiten lässt. Ich habe sie, was ihre Gefühle angeht, eher als verschlossen empfunden, was ich aber angesichts ihrer Vergangenheit auch verstehen kann. Daniel wurde mir schnell sympathischer. Er ist erstaunlich umgänglich, lässt nur selten den Chef heraushängen und achtet auf seine Kollegen. Mir hat besonders gut gefallen, wie sehr Nina und Daniel im Laufe der Ermittlungsarbeiten immer mehr zusammenwachsen, ein Team bilden. Auch die weiteren Charaktere sind interessant und vielseitig gestaltet worden.


    Die Geschehnisse in "Anonym" werden aus Sicht beider Protagonisten, in diesem Falle also von Nina und Daniel, in der Ich-Perspektive, erzählt. Mir hat es wunderbar gefallen, denn so konnte ich mich hervorragen in beide Charaktere, ihre Gefühle und Gedanken hineinversetzen, auch wenn es zwei, drei Kapitel gebraucht hat, um den regelmäßigen Wechsel nachvollziehen zu können. Besonders hervorheben möchte ich, das die Ereignisse durch den regelmäßigen Wechsel richtig lebendig wirken. Danach muss ich jedoch sagen, dass mich der Schreibstil der Autoren absolut überzeugt hat. Auch die Tatsache, dass man sich gleich mitten im Geschehen befindet, passt hier großartig. Ich habe in letzter Zeit wirklich selten ein Buch gelesen oder auch gehört, dass mich thematisch so angesprochen hat. Die Spannung wird gleich zu Beginn konstant aufgebaut und gesteigert, so wie ich das bei einem Thriller erwarte und liebe. Die ganze Zeit über habe ich mit gerätselt, wurde aber seitens Arno Strobel und Ursula Poznanski immer wieder auf falsche Fährten geführt und erst zum Ende hin, war mir klar, wie sich der Fall auflösen würde.
    Ich gebe eine absolute Leseempfehlung !!

  • Was für ein Szenario. Ich glaube es gibt fast niemanden, der sich nicht schon einmal vorgestellt hat, dass man Nachbarn x oder Kollegin y gerne irgendwas "antun" würde oder irgendein Unglück an den Hals wünscht.


    Dieser Roman jedoch treibt die zumeist glücklicherweise harmlosen Gedankenspiele auf den Gipfel. Ist es doch möglich, im Darknet auf einer speziellen Plattform Menschen zu nominieren, denen man den Tod wünscht. Abgestimmt werden kann anonym über das Darknet/Internet. Und der "Gewinner" der Abstimmung muss dann sterben. Dafür sorgt der Betreiber der Site, ein gewisser Trajan.


    Auf dessen Spuren ist das neu zusammengewürfelte Gespann in Hamburg, bestehend aus Daniel Buchholz und Nina Salomon, die sich aus Bremen hat versetzen lassen und nun gleich mit diesem spannenden Debüt im neuen Revier einsteigt.


    Da nach einem erfolgten Mord kurze Zeit später schon die nächste Runde mit weiteren Kandidaten ansteht, haben die beiden einen Wettlauf gegen die Zeit zu absolvieren. Werden sie gewinnen?


    Die Geschichte um das neue Ermittler-Duo Nina Salomon und Daniel Buchholz hat mir sehr gefallen. Ich fand es spannend, die beiden mit all ihren Macken und Merkwürdigkeiten kennenzulernen. Und davon haben beide, fast wie im richtigen Leben, eine Menge zu bieten. Beide Charaktere sind nicht unbedingt einfach, aber trotzdem konnte ich mich sehr gut auf die Geschichte einlassen und habe mit Vergnügen mit den beiden zusammen ermittelt.


    Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus Sicht von Daniel und aus Sicht von Nina, was einem die Protagonisten und ihre Ansichten und Gefühle noch einmal sehr viel näher bringt und das Gefühl vermittelt, dass man immer live dabei ist und alles sehr gut nachvollziehen und verstehen kann.


    In beiden Personen sind hier sehr markante und interessante Persönlichkeiten gewählt und ausgearbeitet worden, die mir direkt ans Herz gewachsen sind. Eben weil sie nicht unbedingt einfach sind, sondern alle auch ihre Fehler und Eigenheiten haben und ihre Geschichte mit sich herumtragen.


    Ebenfalls fand ich die Thematik recht spannend gewählt. Des öfteren habe ich mich dabei erwischt, dass ich gedanklich schon mal dem ein oder anderen "die Pest an den Hals" gewünscht habe. In diesem Roman wird jetzt aber noch eine Stufe weitergegangen und es ist wirklich erschreckend zu sehen, wie weit die (fiktiven) Menschen bereit sind, zu gehen. Da bleibt nur zu hoffen, dass in der Realität der Täter nicht so eine Plattform und so einen Zuspruch aus der Bevölkerung hätte.


    Mit dem Darknet als solches hatte ich mich bisher noch gar nicht befasst und es macht einem Angst zu erfahren, dass so etwas existiert und dass es möglicherweise auch gar nicht so abwegig ist, von dem hier dargestellten Szenario auszugehen


    Die Auflösung des Romans hat mir ebenfalls gefallen. Man konnte evt. ab einem gewissen Zeitpunkt schon Vermutungen anstellen und möglicherweise auf den Täter kommen, aber offensichtlich war das nicht unbedingt, so dass ich mich trotzdem noch über die Auflösung "wundern" konnte, sie aber dennoch plausibel war.


    Alles in allem hat mir der Roman sehr gut gefallen, war spannend und ich fand es interessant, die beiden Protagonisten näher kennenzulernen. Ich kann mir vorstellen und hoffe, dass sie auch weiterhin zusammen ermitteln werden.

    4ratten

  • Meine Meinung:


    Wow, Wahnsinn was sich diese beiden Autoren hier für einen spannenden Thriller ausgedacht haben. Man merkt gleich das hier Ursula Poznanski mit geschrieben hat, denn sie schafft es immer wieder mich an neue und aktuelle Themen in ihren Büchern auf eine sehr interessante Art ran zu führen. Dabei weiß ich natürlich nicht wer wirklich von den beiden die Grundidee hatte oder ob beide schon immer mal was mit der Thematik Darknet schreiben wollten.
    Auf jeden Fall ist ihnen ihr echt ein super spannender und zu gleich erschreckender Thriller gelungen.


    Nina Salamon fängt nach einer Versetzung als Kriminalkommissarin in Hamburg an, und ihr erster Tag und Fall ist direkt eine Wucht.
    Sie und auch der Leser wird direkt in den neuen Fall reingeworfen, ein Leiche wird gefunden und Nina und ihr neuer Partner Daniel geraten dadurch in die Fänge des Darknet.
    Denn da kann man auf einer Seite einfach mal einen Mordvorschlag für z.B. seinen unbeliebten Nachbar machen, dann wird per Voting entschieden wer als nächstes sterben soll. Man mag sich kaum Vorstellen das diese Seite echt ist, und die Morde wirklich passieren, aber noch weniger vorstellen mag man all die Menschen die vor ihren Rechner sitzen und Anonym mit Voten und verfolgen was da passiert.
    Es scheint einer der schwersten Fälle aller Zeiten zu werden.


    Die beiden Autoren haben abwechselnd die Kapitel geschrieben, Arno Strobel aus Daniels Sicht und Ursula Poznanski aus Ninas Sicht.
    Das fand ich richtig gut, da auch die beiden Charaktere nicht unterschiedlicher sein konnten, hat es Spaß gemacht beide Sichtweisen zu lesen.
    Nina ist eher Direkt und prescht gern mal nach vorn, wobei Daniel immer sehr genau ist, auch was die Dienstvorschriften angeht. Aber durch ihre Verschiedenheit ergänzen sie sich und sind die perfekte unperfekte Partner.
    Überhaupt war es toll das sie beiden nicht nur oberflächlich beschrieben wurden und nur der Thriller im Vordergrund stand.
    Ich würde mich auf jeden Fall freuen noch mehr Fälle von den beiden Ermittlern zu lesen. Und hoffe das die beiden Autoren noch mehr Bücher zusammen schreiben.


    Fazit: Ein rasanter Thriller mit einer interessanten und furchteinflößenden Thematik, und Charaktere die man in sein Herz schließen kann. Die Kapitel rasen dahin und man kann gar nicht so schnell lesen wie man die Auflösung von allem wissen möchte.


    5ratten

  • Inhalt
    Kommissar Daniel Buchholz und seine Kollegin Nina Salomon ermitteln in einem Mordfall, der es in sich hat. Schnell stellt sich heraus, dass über das Opfer auf einer Website im Darknet abgestimmt wird. Zuvor können Opfer vorgeschlagen werden und es wird noch weitere Abstimmungen geben. Den Ermittlern läuft die Zeit davon und der Täter scheint ihnen immer einen Schritt voraus zu sein.


    Meine Meinung
    Eigentlich bin ich kein Fan von Büchern, in denen es um Ermittlungen geht, doch da mich der vorige Thriller der beiden Autoren "Fremd" schon überzeugen konnte, war ich neugierig auf "Anonym". Und ich muss sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde. Es hat mir sogar noch besser gefallen als "Fremd", was vor allem an der Verknüpfung des Darknets mit Mordfällen lag. Bisher habe ich nur wenig über das Darknet gehört und fand es völlig faszinierend. Vor allem konnte es mich schockieren, wie leicht die Menschen zu Monstern werden, wenn sie denken, dass sie Anonym sind, was im Darknet ja der Fall ist. Dort entscheiden sie in diesem Fall über Menschenleben und es gibt so einige, die vor nichts zurückschrecken. Ich finde dieses Szenario erschreckend, aber leider auch gar nicht so abwegig. So regt das Buch ganz nebenbei auch noch zum Nachdenken an, denn die Anonymität im Internet wird gerne ausgenutzt.


    Die Protagonisten dagegen sind ein Fall für sich und nicht unbedingt direkt Sympathieträger. Nina Salomon wird frisch nach Hamburg versetzt und stößt mit ihrer schwierigen und aufbrausenden Art direkt auf Daniel Buchholz, der überkorrekt ist, sich an Vorschriften hält und einen Wert auf ein gepflegtes Äußeres legt. Salomon dagegen übertritt gerne mal Vorschriften, ist schnell gereizt und wenn sie etwas herausfinden will, ist sie ein Einzelgänger und macht, was sie für richtig hält. Die beiden ecken deshalb zu Beginn aneinander. Aber je mehr sie sich kennenlernen und je mehr man als Leser Salomon kennenlernt, desto mehr Verständnis hat man für sie. Ich muss sagen, dass ich beide gerade wegen ihren Ecken und Kanten mochte.


    Der Schreibstil ist fesselnd und toll zu lesen. Dabei wechseln sich die Ich-Perspektiven von Buchholz und Salomon ab, was ich sehr passend finde. Hin und wieder gibt es auch Abschnitte aus der personalen Erzählperspektive des Täters, was die Spannung zusätzlich schürt.


    Sowieso habe ich das Buch als durchweg spannend empfunden, voller spannender Wendungen und einem Ende mit dem ich so nicht gerechnet hätte. Es kommt keine Langeweile auf und so kann ich das Buch komplett empfehlen.


    Fazit
    "Anonym" konnte mich vor allem aufgrund seiner Aktualität in seinen Bann ziehen. Es ist spannend, schockierend und einfach fesselnd. Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein Buch rund um ein Ermittlerduo einmal so fesseln könnte, aber die beiden Autoren haben hier einen gelungen Thriller geschaffen, sodass ich mich auf weitere Werke von ihnen sehr freue.


    5ratten

  • Was entsteht, wenn 2 Top Autoren sich zusammensetzen und eine Geschichte erfinden? Na klar – ein Pageturner. So geschehen bei dem Autorenduo Ursula Poznanski und Arno Strobel. Von beiden Autoren habe ich schon Bücher gelesen und fand diese einfach super. Zusammen schrieben sie nun ein weiteres Buch nach „Fremd“, welches packender nicht sein könnte. Es handelt sich um den Thriller „anonym“.


    Stell dir vor, der Hund deines Nachbarn kackt ständig auf dein Grundstück und du hast die einmalige Gelegenheit, deinen Nachbarn dafür büßen zu lassen. Du meldest dich einfach im Forum „Morituri“ an und setzt deinen Nachbar auf die Liste. Mit etwas Glück wird er dann durch Abstimmung der anderen User zum „Auserwählten“ und er stirbt einen grausamen Tod. Na, wäre das was? Oder setze deinen Chef auf die Liste, weil er dir den Jahresurlaub nicht genehmigt hat? Es gibt viele Gründe, warum man seinen Mitmenschen die Pest an den Hals schicken kann. Im Buch „anonym“ werden solche Wunschvorstellungen, wie ich einem ungeliebten Menschen eins auswischen kann, Realität. Und die Gründe, warum jemand auf die Liste gesetzt wird, sind teilweise einfach nur banal. Der „Auserwählte“ darf dann durch die Hand Trajans, der das Forum leitet, einen grausamen Tod erleiden. Und so finden die Kommissare Daniel Buchholz und seine Kollegin Nina Salomon das erste Opfer dieses perfiden Spieles, einen Rechtsanwalt, der tot in einer riesigen Blutlache liegt und der augenscheinlich gezwungen wurde, Glasscherben zu essen. Bei diesem einem Opfer wird es aber nicht bleiben, denn eine neue Abstimmung ist im Forum „Morituri“ schon im Gange. Die Polizei tappt im Dunkeln, denn das Darknet ist nicht nur groß, sondern auch anonym. Und Trajan ist realer und näher an Daniel und Nina als sie denken….


    Der Klappentext vom Buch ließ schon erahnen, dass mir hier einige kurze Nächte bevorstehen würden – und so war es dann auch. Die beiden Autoren Poznanski und Strobel haben mit „anonym“ wieder mal einen „Schlafräuber“ kreiert, weil man das Buch einfach nicht aus der Hand legen kann. Aber Schlaf wird ja eh bei überbewertet bei uns Bücherwürmern und so war ich schneller auf der letzten Seite des Buches angekommen als mir lieb war. Ich denke nach dem Buch „Fremd“, was ebenfalls beide Autoren zusammengeschrieben haben, wird auch ihr neuestes Werk wieder ein Bestseller werden. Schon allein stehen die Namen Poznanski und Strobel für exzellente, spannende Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Seite, zusammen sind sie für mich DAS Top-Autorenduo. Dazu muss ich sagen, dass man es echt nicht merkt, dass hier 2 Autoren am Werk geschrieben haben. Sie ergänzen sich einfach perfekt und „sprechen dieselbe Sprache“. Der Schreibstil ist packend und einfach nur flüssig zu lesen, man rätselt mit den beiden Kommissaren von Beginn an mit, wer sich hinter Trajan wohl versteckt und kommt dennoch nicht auf die Lösung. Diese ist dann umso verblüffender und unglaublicher, trotzdem ist die Auflösung absolut schlüssig und der Leser wird mit keiner offenen Frage zurückgelassen.


    Die beiden Ermittler Buchholz und Salomon sind interessante Charaktere. Bei Nina weiß man eigentlich gar nicht so recht, woran man ist und Daniel hat es recht schwer mit der von Bremen versetzten jungen Frau, die stets auf Konfrontation aus ist und auch Alleigänge nicht scheut. Bei Daniel denkt man erst: Was für ein Biedermann. Immer top angezogen und Dienst nach Vorschrift sind bei ihm an der Tagesordnung. Erst später bekommt man als Leser mit, dass auch er einige Leichen im Keller hat und deshalb so ist wie er ist. Diese Mischung aus den beiden so unterschiedlichen Charakteren macht die Hauptprotagonisten dann erst richtig interessant und sorgte auch mit dafür, dass es an Spannung im Buch nicht fehlte.


    Der Plot ist genial durchdacht und ich hatte öfters das Bild einer blökenden Schafherde im Kopf, die dem Hammel hinterherrennt. Genauso verhält es sich im Forum von „Morituri“. Trajan pfeift zur Abstimmung und die Meute an Usern folgt ihm und macht genau das, was er will. Man muss ja kein schlechtes Gewissen haben von der Wohnzimmercouch aus, man ist ja der Überzeugung, nicht für den Tod des „Auserwählten“ verantwortlich zu sein. Dass Trajan hier nur die ausführende Hand ist und jeder einzelne User der Richter über die Personen, die auf der Liste stehen, will man dabei nicht sehen. Traurig, dass es sich hier mittlerweile um Realität handelt. Nicht, was das die grausamen Morde im Buch angeht, aber ist es im World Wide Web nicht schon genauso? Man fühlt sich sicher, anonym und agiert oder kommentiert, wie man es sich im Real Life nie getrauen würde, weil man sich der Konsequenzen durchaus bewusst ist. Man muss sich zum Beispiel nur mal etwas genauer auf diversen Social Media Kanälen umsehen. Das Prinzip ist das Gleiche. Und selbst in der Realität gibt es leider dazu schon genügend Beispiele. Poznanski und Strobel greifen mit der Handlung des Buches also durchaus ein reales Thema auf, was uns Menschen schon ein wenig zu denken geben sollte.


    Die Kapitel sind abwechselnd aus Sicht von Daniel und Nina geschrieben und man könnte mutmaßen, ob die Figur Daniel jetzt von Arno Strobel geschrieben wurde und Nina von Ursula Poznanski. Aber eigentlich ist das ziemlich egal, wer welche Kapitel geschrieben hat. Am Ende kam ein spannendes Buch heraus, welches den Leser fesselt und für mich ein Lesehighlite 2016 ist.


    Das Buch „anonym“ bekommt volle 5 Sterne und natürlich eine Leseempfehlung von mir.


    5ratten

    Liebe Grüße Yvonne<br /><br /><br />Lesen heißt&nbsp; durch fremde Hand träumen ( Fernando Pessoa )<br /><br />Mein Buchblog <br />Ein Anfang und kein Ende

  • Rezension zu ,,Anonym" von Ursula Poznanski und Arno Strobel


    Cover:
    Das Cover finde ich sehr gelungen. Es besitzt eine interessante Haptik und zeigt Hamburgs Hafen. Die silberne Farbwahl finde ich sehr interessant. Auch besitzt das Buch ohne das Cover einen schönen rötlichen Ton. Ich persönlich finde es ja immer super, wenn ein Buch auch ohne Cover schön aussieht, da ich es zum Lesen immer abmache.


    Charaktere:
    Hauptpersonen sind die beiden Polizisten Nina Salomon und Daniel Buchholz. Nina wurde aus Bremen versetzt und führt ihre Karriere in Hamburg weiter fort, dabei steht ihr Daniel als Partner bereit.


    Beide verstehen sich von Anfang an erstmal nicht. Die penible, sauberkeitsliebende Art von Daniel findet Nina seltsam und Daniel macht Nina's unüberlegte Art und ihre Alleingänge zu schaffen. Beides sind keine einfachen Menschen und vielfach fand ich sie im Buch ein wenig nervig.
    Aber, und das ist vielleicht ein klitzekleiner Hoffnungsschimmer, verstehen sie sich zum Schluss ein wenig besser. Ich bin gespannt, ob dies eine Reihe wird oder ein abgeschlossener Band bleibt.
    Ich finde, sie ergänzen sich trotz großer Differenzen gut.


    Meine Meinung:
    Ursula Poznanski und Arno Strobel - eine großartige Kombination, wie ich schon in dem Buch ,,fremd" erfahren durfte. Ich finde dieses Konzept sehr interessant, sodass ich natürlich auch ,,anonym" lesen musste.


    Wir landen also in der schönen Stadt Hamburg, die neuerdings von kranken Morden erschüttert wird. Ein Mörder, durch das Darknet getarnt, führt eine Todesliste im Internet, bei der jeder Mensch abstimmen darf, wer als nächstes stirbt. Ganz einfach, von Zuhause aus. Auf der Liste stehen Leute wie ,,Der Mann, der seinen Hund in den Nachbargarten machen lässt" oder ,,Der Busfahrer, der heranlaufenden Fahrgästen jedes Mal im letzten Moment die Tür vor der Nase schließt."
    Eine interessante Idee, das Darknet in einen Thriller zu verpacken. Ich hätte so eine Umsetzung nicht erwartet. Ich finde das Thema Darknet bleibt auch, mehr oder weniger, eher im Hintergrund. Nur die Seite existiert ebenda.
    Das Darknet, oder auch Deepweb genannt, hat ja schon einen gewissen Kultstatus unter Cyberkriminellen, wobei es in manchen Ländern der einzige Schlüssel ist, überhaupt das Internet nutzen zu können.


    ,,Wenn das Mädchen gewinnt, wird das Mädchen sterben. Ob er es schon in seiner Gewalt hat? Oder eben dabei ist, es zu entführen? Die meisten Elfjährigen sind jetzt in der Schule, sind sie dort sicher? Und später, auf dem Weg nach Hause ... " S.166


    Bei der Charakterbesprechung habe ich Nina und Daniel schon vorgestellt. Für mich ein Kritikpunkt. Mich haben die Alleingänge, die emotionalen, ausufernden Aktionen von Nina ein wenig gestört. Natürlich hatte sie auch öfters den richtigen Riecher. Das ist mir ein wenig zu fiktiv.


    Als passionierter Thrillerleser verdächtigt man ja meist alles und jeden. Nicht selten ist der Täter gerade der, von dem man es am wenigsten vermutet. Ich hatte eine Vermutung, aber ohne Erklärung, die sich später bestätigte. Die Auflösung fand ich dennoch sehr interessant, die wiederum gar nicht so war, wie ich dachte. Ich hatte auch eher gedacht, dass der Täter ein Mittäter ist und nicht der Strippenzieher. So blieb die Spannung für mich bis zum Ende hin vorhanden.


    ,,An jeder dunklen Ecke, an der Sie vorbeikommen, werden Sie damit rechnen müssen, dass jemand herausspringt. Sie werden nirgendwo mehr sicher sein. Und wenn Sie das Gefühl haben, nun sei es endlich vorbei, wird jemand da sein, der Ihnen das Gegenteil beweist." S. 226


    Fazit:
    Ein gelungener Thriller, mit einer interessanten Thematik, die ein wenig mehr hätte thematisiert werden können. Gespickt wird das Buch mit zwei Ermittlern, die anders sind. Anders gefällt mir meistens sehr gut, hierbei habe ich besonders die Ermittlerin Nina aber ein wenig nervig wahrgenommen.
    Nichtsdestotrotz spannend - ich freue mich auf das nächste Buch von Poznanski und Strobel.


    4ratten

  • Buchtitel: Anonym
    Autor: Ursula Poznanski, Arno Strobel
    Seitenanzahl: 384
    Verlag: ROWOHLT Wunderlich, 21.09.2016
    Genre: Krimi und Thriller


    Inhalt:


    In Raum Hamburg wird gemordet. Hierbei hat ein jeder Mensch auf der Welt die Chance zu bestimmen, wer seinen Löffel abgeben muss: Das Forum Morituri fordert User dazu auf, für vorgeschlagene Kandidaten zu wählen. Dem Gewinner winkt der Tod. Verzweifelt versucht die Polizei, allen voran Kommissar Buchholz und seine Kollegin Salomon, dem Wahnsinn Einhalt zu gebieten. Ein Wettrennen mit der Zeit beginnt, denn die nächsten Wahlen stehen an.


    Meinung:


    Schon allein beim Schreiben der Inhaltsangabe hat mich mehr als nur einmal der Gedanken ereilt, wie das Autorenpaar denn auf so eine absurde Idee kommt und wie sie es schaffen, diese so realistisch erzählen. Es ist unglaublich.


    Das Cover gefällt mir sehr gut, es ist nicht zu düster, farblich eher eintönig gehalten, aber dafür mit so vielen Nuancen, dass es schon wieder interessant wirkt. Meines Erachtens spiegelt das Cover sowie der Titel die Atmosphäre der Geschichte äußerst treffend wider.


    Die Geschichte beginnt recht schnell mit einem Mord. Die Charaktere werden sehr schnell vorgestellt, insgesamt fühlte sich die Einleitung sehr knapp an, der Leser wird sogleich zu Anfang in die Handlung gesogen.


    Die Ermittler sind verzweifelt, ganz Hamburg und die Welt schaut zu. Die Spannung und die Verzweiflung ist für den Leser sogar fast mit den Händen greifbar. Dem Autorenpaar ist es sehr gut gelungen, den Spannungsbogen so zu gestalten, dass der Leser kaum das Buch weglegen kann. Ich hätte am liebsten meine Fingernägel zerkaut, aber zum Glück habe ich diese Angewohnheit nicht.


    Die Idee ist absurd, verrückt, originell und atemberaubend gut. Das ganze Konzept finde ich umwerfend, denn wie kommt man so auf eine verrückte Idee und kann diese auch noch in eine Geschichte verpacken, die ziemlich realistisch wirkt.


    Die Charakter und die Charakterentwicklungen sind gut herausgearbeitet. Sowohl Daniel, als auch Nina sind glaubwürdig herübergekommen. Nur Trajan war mir zu geheimnisvoll und bis zum Schluss hatte ich immer noch so einige Fragezeichen in meinen Gedanken bezüglich diesem geheimnisvollen Mörder.


    Der Plot war spannend und überraschend mit einigen für mich vorhersehbaren Wendungen, z.B. wer hinter Trajan steckt. Es war nicht allzu offensichtlich, aber da ich schon einige Romane von Frau Poznanski gelesen habe, vermutete ich bereits den Täter unter bekannten Gesichtern.


    Meine einzigen Kritikpunkte sind folgende:


    Die Hauptprotagonistin Nina Salomon fand ich sehr unsympathisch. Auch wenn durch ihre Handlungsweise die Ermittlungen letzten Endes sehr große Fortschritte gemacht haben, konnte ich mich mit ihrer Arbeitsweise nicht anfreunden. Aufmüpfig, Regeln missachtend, unhöflich und misstrauisch - so erscheint sie mir in der Hälfte der Geschichte. Sie hatte meine Nerven sehr viel strapaziert.


    Der zweite Kritikpunkt betrifft die Erzählperspektive. Nina und Daniel wechseln sich dabei ab - die Ich-Perspektive wird verwendet. Doch bestimmt habe ich bei 30% der Kapitel erstmal die Erzähl-Person verwechselt, weil ich die Protagonisten nicht so gut kannte, dass ich ihre Erzählungen gleich auseinanderhalten konnte und das Autorenpaar auch leider keine Hilfestellung leistet, dass der Leser gleich weiß, in wessen Kopf er eigentlich steckt. Wie viel unkomplizierter wäre es, wenn gleich zu Anfang des Kapitels die Erzählsicht, z.B. als Titel der Name der Erzählperson, erwähnt wird. Das hätte mir viel Verwirrung erspart, denn nicht immer achte ich darauf, wer eigentlich mit dem Erzählen dran ist.


    Trotzdem hat mir die Geschichte sehr gut gefallen, doch aufgrund der Kritikpunkte muss ich leider einen Stern abziehen. 4 Sterne für diese geniale Geschichte mit kleinen Schwächen.


    4ratten