IV. Das verfluchte Dorf (S. 293-374)

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 12 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Valentine.

  • Bis Ende des IV. Abschnitts


    Dass sich dieser Johnson von Rotwell auf dem Artefaktemarkt herumgetrieben hat, ist ein hübsch pikantes Detail. Und ich wüsste zu gerne, was dieses Institut so treibt. Klingt irgendwie ominös ... und als wir dann noch erfahren, dass es sich in der Nähe von Aldbury Castle befindet, drängt sich die Vermutung, dass ein Zusammenhang zwischen der dortigen üblen Geisterplage und dem Institut besteht, gerade zu auf, da gebe ich Lockwood völlig recht Fragt sich nur, ob die Heimsuchungen schlimmer wurden wegen dem, was das Institut macht, oder ob sich dieses eigens dort angesiedelt hat, um sich das hohe Geisteraufkommen dort zunutze zu machen. Auf jeden Fall ist Steve Rotwell ein absoluter Unsympath und schätzungsweise brandgefährlich als Feind.


    Die Einladung zur Orpheus-Gesellschaft und das Angebot von Penelope Fittes haben mich mindestens so sehr überrascht wie unsere Helden. Die Dame führt auch irgendwas im Schilde, darauf verwette ich meinen Hintern. Sonst wäre sie doch nicht so pikiert und fast schon beleidigt, als Lockwood ablehnt. Kipps' Ausscheiden war schätzungsweise auch nicht ganz so freiwillig, wie sie behauptet. Oder war es wirklich nur Frust, weil er sich unnütz fühlt?


    Dass mir Quill Kipps einmal leidtun würde, hätte ich auch nie geglaubt, aber ich finde ihn hier schon fast erschreckend sympathisch im Vergleich zu den Vorgängerbänden. Auch dass Holly und Lucy so zivilisiert miteinander umgehen, überrascht mich. Einerseits vermisse ich ein bisschen die Reibung, andererseits ist es durchaus erwachsen und vernünftig von den beiden, sich zusammenzuraufen, und sei es nur im Interesse der Agentur und ihres Auftrags.


    Aldbury Castle macht einen äußerst ungemütlichen Eindruck, nicht nur (aber auch) wegen der Kuttelsuppe :entsetzt: Über die Zimmerverteilung musste ich allerdings lachen :breitgrins: Und endlich erfahren wir, was es mit der Brille auf sich hat, die schon im ersten Band aufgetaucht ist (also war sie doch nicht vergessen - dacht ich's mir doch!) Eine Geistersehbrille für Erwachsene! Wäre aber wirklich interessant zu wissen, warum sie nicht flächendeckend auf den Markt gebracht wurde. Entweder hat sie irgendwelche bösen Nebenwirkungen, oder aber die Orpheus-Gesellschaft verfolgt damit bestimmte (und sicherlich nicht ganz koschere) Ziele ...


    Von einem grantigen Opa bei der Geisterjagd sabotiert zu werden, war sicher mal eine neue Erfahrung :autsch: Aber damit war zu rechnen. Ich frage mich nur, wieso er sich so vehement sperrt, die Existenz der Geister anzuerkennen.


    Das flammende Phantom scheint ein ganz besonders mächtiger Geist zu sein und ist wahrscheinlich nicht so leicht mit einer Salzbombe plattzumachen, vor allem nicht, wenn er über die Toten gebieten kann :entsetzt:

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)

  • Danny Skinner hat tatsächlich nicht übertrieben was die Heimsuchungen in seinem Dorf angehen. Als Lockwood am Anfang dieses Kapitels das Dorf erwähnt, kam mir gleich der Gedanke, ob nicht eines der Rottwell-Institute in der Nähe sein könnte (dabei hat das Danny ja schon erwähnt :redface:).


    Dieser Steve Rottwell ist mir äußerst unsympathisch, der hat doch eindeutig Dreck am Stecken. Und seit er bei der Parade einen der Angreifer einfach erstochen hat, empfinde ich ihn alles andere als harmlos. Daher sehe ich seine Warnung eindeutig als Drohung an. Mir geht es hier wie Lockwood: er und sein Institut haben eindeutig etwas zu verbergen. Von wegen Wildern in fremden Revieren: seine Agentur hat sich doch überhaupt nicht um das Problem von Aldbury Castle gekümmert. Mich würde nicht wundern, wenn sie sogar irgendwie dahinterstecken würden.
    Denn dieses flammende Phantom kam mir wie ein Rattenfänger vor, der die Geister einsammelt, um sie an einen bestimmten Ort zu bringen - auch wenn Lockwood das anders sieht.


    Seltsam, dass dieses Phantom so völlig anders aussieht als alles, was die Agenten bisher gesehen haben. Mich hätte natürlich brennend interessiert, wohin er gegangen ist. Aber zuerst habe ich mich ziemlich darüber aufgeregt, dass er ausgerechnet in dem Moment aufgetaucht ist, als Lockwood Lucy die dritte Option ihrer Zusammenarbeit aufzeigen wollte: ich fresse einen Besen, wenn er ihr nicht wieder einen Job bei der Agentur anbieten wollte - was denn sonst?


    Lockwood legt immer wieder Wert darauf, dass Lucy ein Team mit ihm bildet, das muss ihr doch wie Öl runtergehen :breitgrins: Und dass sie Kipps mitgenommen haben, gefällt mir auch sehr gut. Seine kindliche Freude über die Brille fand ich echt süß, auch wenn er damit den Anderen auf die Nerven fällt :breitgrins: :breitgrins:
    Überhaupt finde ich es gerade sehr gut, dass sie nicht nur zu dritt, sondern zu fünft sind; endlich haben sie mal etwas mehr Spielraum.


    Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn die Zusammenarbeit mit Kipps auch über diesen Auftrag hinaus weitergehen würde. Beeindruckt haben mich Kipps' ehrliche Beweggründe, warum er die Agentur Fittes verlassen hat - hier ist er in meiner Achtung noch weiter gestiegen.


    Das Angebot von Penelope hat mich überrascht, damit habe ich in dem Moment nicht gerechnet, aber ich bin froh, dass Lockwood abgelehnt hat. Zumal ihre anschließende abschätzige Reaktion auf Kipps ziemlich bedenklich fand, zeigt sie doch, wie sie mit Menschen umgeht, von denen sie keine hohe Meinung (mehr) hat. Was ist, wenn Lockwood & Co. mal etwas versemmelt, ergeht es ihnen dann ähnlich? Und die anderen Drei stehen ja auch voll hinter seiner Entscheidung.


    Endlich wissen wir, wozu die Brille von Fairfax gut ist! Stammte die Brille nicht sogar noch aus dem ersten Band? Ist sie wirklich ein Prototyp oder hat die Orpheus-Gesellschaft andere Gründe, warum sie nicht mit ihren Erfindungen an die Öffentlichkeit gehen? Im Gegensatz zu dem Geisterglöckchen von Rottwell taugt die Brille eindeutig mehr.

    Liebe Grüße

    Karin


  • Seine kindliche Freude über die Brille fand ich echt süß, auch wenn er damit den Anderen auf die Nerven fällt :breitgrins: :breitgrins:


    Das hat mir auch gefallen :lachen: Gerade weil er in den Vorgängerbänden immer so unsympathisch gewirkt hat. Jetzt bekommt er richtig menschliche Züge. Überhaupt haben die Damen und Herren in diesem Band einiges über Sich-Zusammenraufen gelernt, das finde ich gut, weil Einigkeit gerade im Angesicht gefährlicher Gegner lebensrettend sein kann.


    Zitat

    Endlich wissen wir, wozu die Brille von Fairfax gut ist! Stammte die Brille nicht sogar noch aus dem ersten Band?


    Doch! Und wir haben uns zwei Bände lang gefragt, wo das Ding abgeblieben ist.

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)


  • Die Dame führt auch irgendwas im Schilde, darauf verwette ich meinen Hintern. Sonst wäre sie doch nicht so pikiert und fast schon beleidigt, als Lockwood ablehnt.


    Den Verdacht habe ich auch.



    Auch dass Holly und Lucy so zivilisiert miteinander umgehen, überrascht mich. Einerseits vermisse ich ein bisschen die Reibung, andererseits ist es durchaus erwachsen und vernünftig von den beiden, sich zusammenzuraufen, und sei es nur im Interesse der Agentur und ihres Auftrags.


    Ich bin froh, dass diesmal das Gezicke zwischen den beiden nicht mehr im Mittelpunkt steht :breitgrins:



    Aldbury Castle macht einen äußerst ungemütlichen Eindruck, nicht nur (aber auch) wegen der Kuttelsuppe :entsetzt: Über die Zimmerverteilung musste ich allerdings lachen :breitgrins:


    Bah, bei der Kuttelsuppe dachte ich auch, das ist ein sofortiger Abreisegrund. Und bei der Zimmerverteilung musste ich ebenfalls grinsen :breitgrins:



    Und endlich erfahren wir, was es mit der Brille auf sich hat, die schon im ersten Band aufgetaucht ist (also war sie doch nicht vergessen - dacht ich's mir doch!)


    Also tatsächlich im ersten Band, war ich doch richtig dran.



    Von einem grantigen Opa bei der Geisterjagd sabotiert zu werden, war sicher mal eine neue Erfahrung :autsch: Aber damit war zu rechnen. Ich frage mich nur, wieso er sich so vehement sperrt, die Existenz der Geister anzuerkennen.


    Ohja, der Opa war ziemlich unkooperativ und nervig :breitgrins:

    Liebe Grüße

    Karin


  • Überhaupt haben die Damen und Herren in diesem Band einiges über Sich-Zusammenraufen gelernt, das finde ich gut, weil Einigkeit gerade im Angesicht gefährlicher Gegner lebensrettend sein kann.


    Genau das dachte ich auch schon.



    Doch! Und wir haben uns zwei Bände lang gefragt, wo das Ding abgeblieben ist.


    Ah, ich habe deinen Beitrag erst nach meinem zweiten Beitrag gesehen :redface: :breitgrins: Ich muss gestehen, die Brille hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm, umso mehr habe ich mich gefreut, dass sie nun wieder auftauchte.

    Liebe Grüße

    Karin

  • :winken:
    Hach und schon ist der vorletzte Abschnitt herum.. moep moep


    Wie ich sehe habt ihr euch auch schon gefragt, was Rottwell in so einem einsamen Dorf zu suchen hat, ich glaube auch, das Rottwell entweder für das Geisterauftreten verantwortlich ist. Irgendwo in der Pampa zu experimentieren, wo man seine Ruhe vor neugierigen Blicken hat, ist doch Ideal, also:
    Haben sie die Geister wiedererweckt? Neue erschaffen? Vielleicht die geklauten Quellen dorthingebracht?
    Und wozu? Für ihre Erfindungen, die sie dort nach Herzenslust ausprobieren können?
    Lucy hört Geräusche, hört sie vielleicht ein Kraftfeld brummen, das die Geister erweckt oder in Schach hält?
    Das Flammende Phantom, ist das wirklich ein Geist? Falls es um Erfindungen geht, könnte es ein Feueranzug sein, indem Steve Rottwell steckt und durch die Gegend stakst? Auch Lockwood kann die Spezies nicht benennen.

  • Das hat mir auch gefallen :lachen: Gerade weil er in den Vorgängerbänden immer so unsympathisch gewirkt hat. Jetzt bekommt er richtig menschliche Züge. Überhaupt haben die Damen und Herren in diesem Band einiges über Sich-Zusammenraufen gelernt, das finde ich gut, weil Einigkeit gerade im Angesicht gefährlicher Gegner lebensrettend sein kann.



    Doch! Und wir haben uns zwei Bände lang gefragt, wo das Ding abgeblieben ist.


    Also ich mochte Kipps schon immer, fast fehlt mir der alte..und ich gönne ihm die Brille von Herzen.


    An die Brille kann ich mich aus vorigen Bänden gar nicht erinnern, ich weiß nur noch, dass George den Schädel gemopst hat.

  • Kipps: Und da am Feuer sitzt ein schrumpliger alter Kerl mit vorstehenden Zähnen..
    Skinner: Das ist mein Großvater, schon vergessen, er lebt noch..
    totlach
    George zu Rottwell: Es ist noch Suppe da..

    Einmal editiert, zuletzt von SABO ()


  • Kipps: Und da am Feuer sitzt ein schrumpliger alter Kerl mit vorstehenden Zähnen..
    Skinner: Das ist mein Großvater, schon vergessen, er lebt noch..


    Das war heute auch mein Lacher des Abends... :breitgrins:


    Ebenso wie die Kuttelsuppe (*börks*) und weiter vorne "mit diesem Rollkragenpulli stehen dir alle Türen offen" (George zu Kipps über dessen zukünftigen Beruf).



    Der Besuch bei der Orpheusgesellschaft schien mir zuerst spannend zu werden, endete dann aber ziemlich sang- und klanglos. Viel haben wir nicht erfahren. Das Angebot von Penelope Fittes an Lockwood hat mich überrascht - was wollte sie wohl bezwecken? Prima dass er es abgelehnt hat! Lockwood hat eben Format, das zeigt sich ja dann auch später bei der Begegnung mit Steve Rotwell.


    Und ist euch die Begrüßung bei der Orpheus-Gesellschaft aufgefallen, da hieß es: "das komplette Team von Lockwood und Co." als George, Lucy und Lockwood ankamen. Lucy zählte ganz selbstverständlich dazu und niemand protestierte. Und niemand vermisste Holly. So gefällt mir das. :daumen:


    Dass es zwischen den Spukerscheinungen im Dorf Aldbury Castle und dem unweit gelegenen Rotwell-Experimentierlabor einen Zusammenhang geben musste, war zwar gleich klar. Dass die Rotwell-Baracken aber direkt auf dem historischen Schlachtfeld stehen, habe ich erst begriffen, als Lucy und Lockwood dort herumschlichen. Sicher machen die Rotwell-Leute da zwielichtige Experimente mit der magischen Geister-Energie im Boden, die irgendwie aus dem Ruder gelaufen sind und möglicherwese das hohe Geisteraufkommen im Dorf verursacht und wohl auch das Phantom geweckt haben.


    Das Phantom ist schon beeindruckend. Darüber lesen wir bestimmt bald mehr. Doch die Geister, die das Team zuvor schon bannte, waren auch sehr angenehm gruslig-unterhaltsam. ("Habt ihr meine Augen gesehen?" :entsetzt:) :breitgrins:


    Dannys Vater und vor allem Großvater sind auch herrlich. Überhaupt die Geschehnisse im Hotel, die Zimmer, dieses Schiff aus Streichhölzern, das Schachspiel... Und auch mir gefällt es, dass Holly und Kipps dabei sind, das verbreitert die Basis, irgendwie... Kipps mag ich inzwischen fast, er hat Rückgrat und seine Freunde über die Geistersehbrille war schön mitzuerleben. Warum diese Brille so einzigartig ist, habe ich mich auch gefragt. Ist die Herstellung schwierig? Sonst könnte man doch alle Agenturen damit ausrüsten und erfahrene Agenten müssten ihren Beruf nicht aufgeben, wenn sie älter werden.


    Ach ja, nicht zuletzt, in diesem Abschnitt: Lucy und Lockwood Hand in Hand, hach wie süß! :herz: das wird schon noch werden mit den beiden.

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.

  • An die Brille kann ich mich aus vorigen Bänden gar nicht erinnern, ich weiß nur noch, dass George den Schädel gemopst hat.


    Ja, doch, ich konnte mich an die Brille erinnern und dass wir in vorherigen Leserunden schon darüber gemutmaßt hatten, wozu die wohl gut ist. Ich habe auch erwartet, dass die irgendwann wieder auftauchen und ihre Rolle bekommen würde.

    Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden (R. Luxemburg)

    Was A über B sagt, sagt mehr über A aus als über B.

  • Ja, der Humor ist einfach wieder köstlich :breitgrins: :breitgrins:



    Der Besuch bei der Orpheusgesellschaft schien mir zuerst spannend zu werden, endete dann aber ziemlich sang- und klanglos. Viel haben wir nicht erfahren. Das Angebot von Penelope Fittes an Lockwood hat mich überrascht - was wollte sie wohl bezwecken? Prima dass er es abgelehnt hat!


    Ich habe mich auch gefragt, warum Penelope unbedingt möchte, dass Lockwood bei ihr einsteigt. Ich hatte das Gefühl, dass da noch mehr als nur Dankbarkeit dahintersteckt, irgendwie fand ich das Gespräch berechnend, zumal sie am Schluss beinahe beleidigt wirkt.



    Sicher machen die Rotwell-Leute da zwielichtige Experimente mit der magischen Geister-Energie im Boden, die irgendwie aus dem Ruder gelaufen sind und möglicherwese das hohe Geisteraufkommen im Dorf verursacht und wohl auch das Phantom geweckt haben.


    Ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass die Experimente hinter den Geisterproblemen im Dorf stehen. Wie SABO und George habe ich mich aber auch gefragt, ob das Rückschlüsse auf das Geisterproblem überhaupt zulässt, ob ähnliches damals die Geisterepidemie in London ausgelöst hat. Wenn ja, wer steckte damals dahinter?

    Liebe Grüße

    Karin

  • Der Humor und die Dialoge sind einfach herrlich, und auch Lucys gelegentliche Kommentare beim Erzählen.


    Das augenlose Geistermädchen fand ich auch ganz besonders gruselig.

    Be curious, be creative, be patient, be joyful.

    (Agnès Varda)