Helen Oyeyemi - What is Not Yours is Not Yours

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.
  • Hallo allerseits,


    ich liege diese Woche mit einer bösen Bronchitis zuhause und hätte vor lauter Schlafen und Husten fast vergessen, dass ich dieses Buch ja für den SLW angemeldet hatte.


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    Inhalt:
    Spielerisch und ambitioniert drehen sich die Geschichten in What is Not Yours is Not Yours um Schlüssel, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne. Der Schlüssel zu einem Haus, der Schlüssel zu einem Herzen, der Schlüssel zu einem Geheimnis - Oyeyemis Schlüssel öffnen nicht nur Fenster ins Leben ihrer Charactere, sondern zu neuen Labyrinthen auf der anderen Seite. In "Books and Roses" öffnet ein spezieller Schlüssel eine Bibliothek, einen Garten und einen Hinweis auf das Schicksal zweier Verliebter. In "Is your Blood as Red as This?" öffnet in unwahrscheinlicher Schlüssel das Herz eines Marionettenspiel-Schülers. "Sorry Doesn't Sweeten Her Tea" erzählt von einem "Haus der Schlösser", wo Türen nur mit einem Schlüssel geschlossen werden können - mit überraschenden Effekten. Un in "If a Book is Locked There's Probably a Good Reason for That Don't You Think" hält ein Schlüssel ein mysteriöses Tagebuch versperrt (aus gutem Grund).


    Oyeyemis Geschichten spielen zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Gegenden und reizen manchmal die Grenzen der Realität. Ist ein Schlüssel ein Portal, ein Geschenk oder eine Einladung?


    Meine Meinung:
    Helen Oyeyemi ist nicht für jedermann und nicht jede ihrer Geschichten ist für mich. Das habe ich schon bei den zwei Romanen bemerkt, die ich von der Autorin kenne (Boy, Snow, Bird habe ich geliebt, mit Mr. Fox konnte ich nur wenig anfangen). Ebenso zieht sich dieser Trend durch die Geschichtensammlung What is Not Yours is Not Yours.
    Manche Geschichten sind mir gut im Gedächtnis geblieben, manche habe ich richtig geliebt, andere fand ich einfach nur seltsam oder verwirrend und wieder andere habe ich sofort nach dem Lesen wieder vergessen.


    Meine liebste Geschichte war wohl "A brief history of the homely wench society". Hier geht es um gegenrische Uni-Clubs, einerseits einen nur für Männer zugänglichen Club voller reicher, privilegierter Studenten, andererseits die Gegenbewegung, nämlich jene Mädchen, die den reichen Herren nicht hübsch genug sind um sie zum Essen ins Clubhaus einzuladen. Diese Geschichte ist erstens wahnsinnig charmant erzählt und zeigt von Anfang an, dass eine Rivalität nicht der richtige Weg ist, besonders als sich "verbotene" Romanzen zwischen Mitgliedern der beiden Clubs anbahnen. Mich hat aber die Szene überzeugt, in der (als böser Streich) die Mädchen in die Bibliothek der Jungs eingbrechen und Bücher austauschen. Deren männliche Autoren gegen ihre weiblichen - und siehe da, beide Seiten müssen sich eingestehen, dass die anderen gar keinen so schlechten Geschmack haben. :breitgrins: Für mich war das einfach eine richtige Wohlfühlgeschichte!


    Ebenso toll, wenn auch ganz anders, fand ich "Drownings". Das liest sich wie ein richtiges Märchen, mit bösem Herrscher, der seine Widersacher brutal im Sumpf ertränkt. Auch märchenhaft, aber weit nicht so gut war Dornička and the St. Martin's Day goose . Es sollte wohl eine Art Rotkäppchen-Version sein, aber die Geschichte hatte für mich keinen Zusammenhang. Außerdem wusste ich hier wieder nicht, wann Oyeyemi von echten Monstern erzählt und wann sie nur metaphorisch zu verstehen sind - das Problem hatte ich schon in Mr. Fox. Ich kann euch gar nicht sagen ob der böse Wolf einfach ein Mann war oder tatsächlich ein aufrecht gehender, sprechender Wolf. Gefallen hat mir die Geschichte aber nicht.
    Richtung Grusel- und Geistergeschichte geht es in "Presence", einer wirklich schauerhaften Erzählung! Mit einer neuen Art Therapie sollen Menschen, die einen Nahestehenden verloren haben, diesen Menschen wieder bei sich spüren können. Das Protagonisten-Paar versucht die Therapie an sich selbst mit schockierenden Ergebnissen.
    In "Sorry doesn't sweeten her tea" geht es um einen Prominenten, der in einem Youtube-Video als Schläger beschuldigt wird. Die Geschichte war insofern verstörend, weil sie erstens sehr glaubhaft war - die meisten Beschimpfungen, die sich in sozialen Medien abspielen, zielen nämlich auf die geschlagene Frau ab, nicht auf den Schläger! Und zweitens, weil sie auch die Sicht eines Fans zeigt und wie dieser Fan die Handlungen des Idols versucht irgendwie ins rechte Licht zu rücken. Das war wirklich keine Wohlfühlgeschichte, aber beeindruckend allemal.


    Helen Oyeyemi versucht in dieser Sammlung das, was Angela Slatter so wunderbar schafft, nämlich ihre scheinbar unabhängigen Geschichten durch Nebencharaktere zu verbinden. Ich habe ziemlich lange gebraucht, bis ich das überhaupt bemerkt habe, aber da die meisten Charaktere außergewöhnliche Namen tragen, ist mir irgendwann doch aufgefallen, dass ein unwichtiger Charakter aus einer früheren Geschichte plötzlich die Hauptrolle spielt. Das zieht sich durch die meisten, aber nicht alle Geschichten, und wie ich fand auch nicht besonders erfolgreich. Würde jede Geschichte ganz offiziell für sich stehen, hätte die Sammlung auf mich denselben Effekt gehabt.


    Auch wenn ich manche Geschichten gar nicht mochte, andere schlecht konstruiert fand, und wieder andere mir gar nicht im Gedächtnis bleiben wollten, waren die guten Geschichten so gut, dass mir das Buch insgesamt gefallen hat. Und Helen Oyeyemi behalte ich weiterhin im Auge.


    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


    Liebe Grüße,
    Wendy

    Jahresziel: 2/52<br />SLW 2018: 1/10<br />Mein Blog