Emily Trunko - Ich wollte nur, dass du noch weißt..

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Lainybelle.

  • Emily Trunko - Ich wollte nur, dass du noch weißt.. - Loewe


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    "In ihrem Tumblr-Blog Dear My Blank postet die 16-jährige Emily Trunko anonyme Briefe, Nachrichten und E-Mails der mehr als 35.000 Leser ihres Blogs,
    die eigentlich nie versendet werden sollten."


    Briefe an das jüngere bzw ältere Ich, die Familie, die Freunde, den Hund, die Erde. Briefe, die geboren wurden aus Verlust und der darausfolgenden
    Trauer oder der Suche nach ihr. Briefe an Menschen, die keine mehr lesen können.
    Verpasste Chancen oder auch ein Geheimnis, was allein, zu schwer zum tragen wurde.
    Jemanden die Meinung sagen oder bedauern, das der richtige Zeitpunkt für die Liebe nie gekommen ist.
    Liebesgeständnisse an jemand, der es nie erfahren darf, der beste Freund, der Freund der besten Freundin.
    Die Liste der Liebe ist unheimlich erfinderisch und so lang wie der Amazonas.


    All diese Briefe haben etwas gemeinsam:
    Der Mut der Anonymität hat sie entstehen lassen und anonym bleiben sie auch.


    anonym:
    vertraulich, diskret, heimlich, verborgen, im geheimen, inkognito, insgeheim, hinter verschlossenen Türen, inoffiziell,
    intra muros , konspirativ, geheim..


    Wer dieses Büchlein gelesen hat, sucht sofort die längst fälligen Worte zusammen. Einen Brief zu verfassen, der niemals abgeschickt wird,
    ist fast so einfach, wie einen Namen in den Wind zu schreien.
    Ich fange gleich morgen damit an.


    FAQ
    Nutze die Seite oder schreibe eine E-Mail:
    dearmyblank.tumblr.com/submit oder dearmyblank@gmail.com
    Du bleibst anonym, du kannst Bilder von einem selbstverfassten Brief schicken, Muttersprache ist ok und du darfst sogar fluchen.. ;-)
    Es kann seine Zeit dauern, bis dein Brief online ist, denn Emely macht alles selbst, aber sie gibt ihr Bestes und freut sich über jede einzelne Zusendung.


    Die zauberhafte Illustrationen stammen aus Lisa Congdons Feder, sie sind, genau wie das Buch, in ihrer überraschenden Einfachheit, originell und spritzig,
    liebevoll und warmherzig. Emily Trunkos "Dear my Blank" ist ein Juwel im Regal und ein Schmuckstück für die Seele.


    "Wer hat nicht schon einmal einen Brief geschrieben und darin die geheimsten Gedanken und Gefühle preisgegeben, sich dann aber doch nicht getraut, ihn abzuschicken?"


    Das perfekte Geschenk für den Valentinstag und jeden Tag danach!
    Taschentücher bereit legen! ;-)


    5ratten:tipp:

    Einmal editiert, zuletzt von SABO ()

  • Emily Trunko hat mit 14 Jahren einen Internet-Blog ins Leben gerufen, auf dem Menschen ihre nie abgeschickten Briefe einsenden können. Eine kleine Auswahl dieser Briefe findet sich in diesem Buch.


    Das Buch selbst ist schon durch seine Optik etwas ganz Besonderes. Jede Seite ist von der Illutratorin Lisa Congdon liebevoll gestaltet und auch der Einband sticht sofort ins Auge. Allerdings hätte ich das Buch in der Buchhandlung aufgrund seiner abgerundeten Ecken und dem bunten Cover für ein Kinderbuch gehalten, was dem Inhalt nicht gerecht wird.


    Die gesammelten anonymen Briefe beschreiben das komplette menschliche Leben - von Liebe, Familie und Freundschaft über emotionale Verletzungen bis hin zu Trauer und Tod. Besonders schön finde ich, dass am Anfang als Einstieg allgemeine Briefe stehen, die von den Verfassern an sich selbst oder die Welt adressiert wurden und dass man sich dann abschnittsweise den anderen Themen widmet. Die Briefe selbst sind so bunt wie die Seitengestaltung: Manche haben mich zum Schmunzeln gebracht, bei etlichen hatte ich Tränen in den Augen und bei zweien musste ich richtig weinen, manche waren eher banal, manche sind kurz, andere länger - aber alle bieten sie einen kleinen Einblick in das Leben ihrer Verfasser.


    Gefehlt hat mir persönlich ein Inhaltsverzeichnis, denn die Zwischenüberschriften fallen beim Durchblättern nicht auf und machen es so schwierig, gezielt Briefe zu einem Thema nachzulesen - was ich sicherlich bei einer erneuten Lektüre machen möchte. Allerdings hätte aufgrund der fehlenden Seitenzahlen wohl auch ein Inhaltsverzeichnis nicht weitergeholfen. :zwinker:


    Alles in allem ist "Ich wollte nur, dass du noch weißt" ein sehr persönliches und sehr emotionales Buch, dass ich gerne weiterempfehle. Den dazugehörigen Blog kenne ich bisher noch nicht, aber ich werde sicherlich mal reinschauen. Wieso man sich das Buch trotz des kostenlosen Blogs gönnen sollte? Zum einen tun sich viele sicherlich mit der deutschen Übersetzung leichter und zum anderen wurde hier eine schöne Vorauswahl getroffen, denn tausende von Briefen im Internet können sicherlich erschlagend wirken.
    5ratten + :tipp:

  • Unglaublich bewegend und schön
    Emily Trunko ist eine junge Frau aus den USA, die mit ihrem Tumblr-Blog Dear My Blank einen riesen Erfolg hat. Mit über 36.000 Lesern ist sie sehr erfolgreich und was sie auf diesem Blog macht? Sie postet Briefe und zwar anonyme Briefe von Personen, die ihre Gefühle einfach freien Lauf lassen wollen.
    Meine Meinung:
    Ich glaube, ich war noch nie so unsicher, wie ich eine Rezension schreiben soll, wie bei diesem Buch, denn hier kann ich weder zu Schreibstil, noch zum Plot oder zu den Charakteren sagen, denn diese sind: das Leben und Personen aus dem Leben. Doch es gibt schon das ein oder andere, was ich erzählen´möchte.
    Dieses Buch ist durch seine bunte Aufmachung natürlich gleich ein Blickfang und macht sehr neugierig auf den Inhalt. Dieser hat es dann auch richtig in sich, denn sowohl durch seine besondere Aufmachung als auch seinen Inhalt ist durchweg aussergewöhnlich und bunt, wie das Leben selbst. Die veröffentlichten, anonymen Briefe in diesem Buch sind von allem etwas, sie berühren, sie machen wütend, sie machen betroffen und ja, der ein oder andere Brief konnte mich mit nur wenigen Worten zu Tränen rühren. Es ist einfach so unglaublich viel Gefühl auf diesen Seiten, dass ich praktisch von einer Gefühlswelle in die nächste geworfen wurde und das Buch zu einem riesigen Auf und Ab werden liessen. So geht es in diesem Buch um die Liebe, um die Ängste, um Wut und Trauer, um Hoffnung und einfach so gut wie jedes Gefühl, dass es gibt. Es fängt einfach perfekt die Stimmung des Schreibers ein, weil es auch aus dem wahren Leben stammt.
    Dieses Buch ist aber auch optisch etwas ganz besonderes, denn jede Seite ist individuell gestaltet, bietet Abwechslung und läßt einen immer wieder Neues entdecken. Einfach nur toll!
    Unterteilt ist das Buch in einzelne Kategorien, bei denen es Briefe an sich selbst gibt (Liebes Ich), aber auch Briefe an die Liebe oder Offenbarungen. Ein bester Freund, der homosexuell ist, macht seiner besten Freundin ein Geständnis und hierauf gibt es dann sogar eine Antwort. Ich bin auf jeden Fall durchweg begeistert.
    Mein Fazit:
    Ein Buch aus dem wahren Leben, voller Hoffnung, Mut und Besonderheiten, so bunt wie die Seiten, so bunt sind die Gefühle, um die es hier geht. Ich konnte ganz tief abtauchen und spürte so viele Briefe regelrecht. Optisch und inhaltlich aussergewöhnlich und anders, aber so wie es ist, einfach wundervoll. Ganz klare Leseempfehlung!


    5ratten

    Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele

  • Worum geht's?


    Emily Trunko, eine amerikanische Teenagerin, hätte niemals mit so viel Rückmeldung gerechnet, als sie begann, auf ihrem Tumblr-Blog "Dear My Blank" ihre unverschickten Briefe zu veröffentlichen. Unzählige Menschen schickten ihr eigene Briefe aus allen Lebens- und Gefühlslagen zu, und sie begann sie zu sammeln.
    In diesem Buch sind einige dieser Briefe abgedruckt und lebensfroh in Szene gesetzt.


    Was mich neugierig gemacht hat:

    Ich kann von mir nicht unbedingt behaupten, dass ich eine große Briefschreiberin wäre, aber wie die meisten Menschen kenne ich das Gefühl gut, Dinge nicht auszusprechen zu wagen. Auch das Gefühl, dass meine Gedanken klarer und geordneter werden, wenn ich sie zu Papier bringe, ist mir nicht fremd. Obwohl ich also von Emily Trunkos tumblog noch nichts gehört hatte, hat das Buch sofort meine Aufmerksamkeit erregt.
    Der Titel "Ich wollte nur, dass du noch weißt ..." ist wirklich schön gewählt - er könnte aus so einem nie verschickten Brief stammen und fasst das, was all diese Botschaften gemeinsam haben, auf sehr passende Weise zusammen.


    Wie es mir gefallen hat:


    Dieses Buch ist von außen und von innen ein Kunstwerk. Schon bevor man es auch nur aufschlägt, macht die aufwändige und liebevolle Gestaltung richtig neugierig. Der Einband ist sehr stabil, hat abgerundete Ecken und liegt gut in der Hand; er ist farbenfroh und mit kleinen schimmernden Highlights versehen. Schön finde ich auch, dass es ein Lesebändchen gibt - das ist in letzter Zeit gefühlt relativ selten geworden.
    Das Buch strahlt irgendwie die Intensität all der Geschichten aus, die sich zwischen seinen Deckeln verbergen.


    Was sich im Inneren befindet, ist eine Zusammenstellung von Gefühlen, Gedanken und teils simplen, teils poetischen Worten in wundervollem Gewand. Die Texte sind von Lisa Congdon bunt und ansprechend mit zum jeweiligen Text passenden Symbolen illustriert worden, das Lettering stammt von typealive.


    Nach einem kleinen Vorwort von Emily Trunko, die berichtet, wie sie zu ihrem Blog kam, was er für Konsequenzen mit sich zog und zum Riesenerfolg wurde, kann man sich direkt in die Briefe vertiefen. Da alle maximal zwei Seiten lang sind und sich auch immer wieder nur ganz kurze Botschaften dazwischen befinden, ist es ein bisschen wie mit Chips - man möchte immer noch einen und noch einen und hat im Nu das ganze Buch durchgeblättert.


    Die Briefe sind nach verschiedenen Kategorien sortiert: Auf die Sammlungen zu "Liebes Ich" und "Liebe Welt" folgen große Schlagworte - Liebe, Freunde, Familie, Herzschmerz, Unerwiderte Liebe, Verrat, Verlust und zum Schluss Dankesbriefe.
    Da hier so viele verschiedene Menschen Einblicke in ihr Leben geben, werden die Briefe natürlich jeden Leser in unterschiedlichem Maße ansprechen. Einige werden einen direkt ins Herz treffen, in einigen wird man sich selbst wiederfinden, andere werden einen rühren oder einen aber auch gar nicht ansprechen. Die Fantasie geht auch auf Wanderschaft und man malt sich aus, was für ein Mensch der jeweilige Verfasser sein und in welchen Kontext sein Brief gehören könnte.


    Manche Briefe sind anonym mit Initialen, manche mit Vornamen, einige auch einfach an das eigene Ich, den eigenen Körper, die Welt oder alle Menschen gerichtet, die das im Brief Geschilderte auch kennen. Es gibt lange Nachrichten, die wie ein Gefühlsausbruch sind, und solche, die nur aus einem einzigen Satz bestehen und auf die das genauso zutrifft.
    In jeder Kategorie finden sich die verschiedensten Aspekte der jeweiligen Beziehungsebene wieder.
    Ganz am Ende gibt es noch Hinweise, wie man einen eigenen Brief einsenden kann.


    (Für wen) Lohnt es sich?


    In diesem Buch bedeutet sicher nicht jeder Brief für jeden Leser das Gleiche, aber für jeden Leser wird es Briefe geben, die etwas für ihn bedeuten, die ihn betreffen und von Menschen geschrieben sind, deren Erfahrungen er teilen kann.
    Es mögen Briefe dabei sein, mit den man nicht viel anfangen kann oder bei denen man sich fragt, warum ihr Empfänger sie nicht bekommen hat und was an ihrem Inhalt so schwierig zu sagen war - besonders die schönen, in denen dieser Person anvertraut wird, wie wichtig sie dem Verfasser ist. Vielleicht fragt man sich auch, ob wirklich alle Briefe echt sind oder nicht auch Menschen absichtlich welche für Emilys Blog verfasst haben, um dort aufzutauchen.
    Insgesamt aber wird man aber auf jeden Fall einige Gedanken für sich persönlich mitnehmen können und voller Neugier, Mitgefühl und Verbundenheit die Briefe durchstöbern.

    In einem Satz:


    "Ich wollte nur, dass du noch weißt" ist echt, direkt aus dem Leben mit seinen Höhen und Tiefen, fremd und vertraut und voller wahrer Geschichten.


    5ratten