Literarisches Labern & Quasseln

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 352 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Keshia.

  • Hallo,


    ich mache mal einen neuen Thread auf, da mir hier im Forum viel zu wenig über Literatur geredet wird. Ich denke, wir brauchen einen literarischen Laberthread, in dem aber nur über Bücher, Buchhandlungen, Bücherkäufe, das Feuilleton und ähnliches gelabert werden darf.


    Ich fange mal an: Ich war ja am Montag bei einer Veranstaltung des Deutsch-Amerikanischen Instituts in Heidelberg und dort ging es beim "Local Monday" um die Frage, wie das Buch zum Leser kommt. Dazu hatte man drei ganz unterschiedliche Buchhändler eingeladen, einen Vertriebsleiter einer großen Buchkette, meinen persönlichen Buchhändler einer mittelgroßen unabhängigen Buchhandlung und einen ganz kleinen Buchhändler aus HD, der erst im hohen Alter eine nur 20 qm große Buchhandlung eröffnete und später mit dem Buchhandlungspreis ausgezeichnet wurde. Der Erkenntnisgewinn des Abends war gar nicht so groß, dazu hatte einfach jeder zu wenig Zeit, in die Details einzutauchen. Aber eine Sache war dann doch interessant: Der Anteil der E-book-Leser stagniert seit einiger Zeit, es gibt kein Wachstum mehr zu verzeichnen. Dann wurde ins Publikum gefragt, wer ein solches Gerät nutze. Von den 50 Anwesenden gab es gerade mal 4 Meldungen. Nun könnte man das Publikum als untypisch bezeichnen, aber das deckt sich mit den Zahlen, die der Großbuchhändler "im einstelligen Prozentbereich" vermeldete.


    Während das Smartphone den Siegeszug längst angetreten hat, scheint sich der E-Reader nach wie vor nicht durchzusetzen. Wortmeldungen aus dem Publkum zeigten, dass einem E-Book-Leser das haptische Gedächtnis fehle, Leserinnen berichteten davon, dass sie E-Book-Inhalte schneller vergessen als gedruckte Bücher.


    Schöne Grüße,
    Thomas

  • ...or nicht durchzusetzen. Wortmeldungen aus dem Publkum zeigten, dass einem E-Book-Leser das haptische Gedächtnis fehle, Leserinnen berichteten davon, dass sie E-Book-Inhalte schneller vergessen als gedruckte Bücher.


    Das kann ich nicht nachvollziehen. Ob eBook oder Papierbuch, ich vergesse die Inhalte gleich schnell, oder gleich langsam. Das Vergessen hängt bei mir vom Inhalt und nicht von der Form des Buchs ab.

    Es kommt darauf an, wie du dein Leben mit Leben füllst.

  • Ich bin zwar immer noch kein E-Reader-Fan, aber ich sehe das genauso wie Kirsten - für mich liegt es am Buch und nicht am Medium, wenn ich mich schlecht an das Buch erinnern kann.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen





  • Ich kenne einige E-Reader-Leser, die eine unterschiedliche Gewichtung legen zwischen Büchern, die sie sich auf den Reader laden und Bücher, die sie physisch im Regal stehen haben. So werden Bücher, die aufgrund des Inhalts, der Aufmachung oder der Bedeutung, die sie für den Lesenden einnehmen, bewusst physisch gekauft, um den Sammlertrieb und das Gefühl des Besitzens zu befriedigen (manchmal sogar ein zweites Mal, da sie zuvor schon auf den Reader geladen wurden). Alle anderen, also die reinen Konsumationsartikel, werden auf den Reader geladen, weil sie keinen Platz wegnehmen. Geht man nach dieser Philosophie vor, kann ich verstehen, wenn man nachher glaubt, die Inhalte vom E-Reader leichter und schneller zu vergessen. Die Wertigkeit ist eine andere.

  • Ich würde meinen Reader nicht mehr hergeben wollen, was aber nicht ausschließt, dass ich auch sehr gerne Papierbücher lese.


    Dass das Wachstum beim Readerverkauf stagniert, liegt vielleicht daran, dass die interessierte Zielgruppe sich inzwischen mit Readern eingedeckt hat. Und anders wie beim Smartphone, behält man als UserIn sein Gerät doch um einiges länger, so geht es mir jedenfalls. Technische Neuerungen kommen nicht im jährlichen Takt, und so ist der Anreiz zum Kauf eines neuen Gerätes nicht gerade groß. Ich denke, wenn zum Beispiel irgendwann Farbdisplays eingeführt werden, tut sich hier wieder was.


    Und neue LeserInnen für den Reader zu gewinnen, ist sicher nicht so einfach. Ich hab inzwischen meine 71-jährige Mutter bekehrt, sie liest jetzt nur noch ebooks, weil sie für sich doch einige Vorteile erkannt hat; zum Beispiel die Möglichkeit, die Schrift zu vergrößern. Für die technische Handhabung beim Herunterladen von ebooks benötigt sie aber meine Hilfe - ein Punkt, der bestimmt viele potentielle älteren Nutzer abschreckt.


    Ich bin jedenfalls gespannt, wie dieser Markt sich noch entwickeln wird und hoffe darauf, dass die Hersteller ihr Engagement nicht zurück fahren, weil die Absatzmöglichkeiten stagnieren. Wie wir hier schon öfter bemerkten, wird der Reader das Papierbuch wohl kaum ersetzen können, wohl aber das Angebot ergänzen.

    :lesen: Charlotte Link - Die Suche


  • bewusst physisch gekauft, um den Sammlertrieb und das Gefühl des Besitzens zu befriedigen (manchmal sogar ein zweites Mal, da sie zuvor schon auf den Reader geladen wurden).


    Das berichtete auch einer der Zuhörer von sich. Wichtige Bücher kauft er physisch nach.


  • Technische Neuerungen kommen nicht im jährlichen Takt, und so ist der Anreiz zum Kauf eines neuen Gerätes nicht gerade groß.


    Ja, das stimmt. Dabei würden gerade E-Reader technische Neuerungen vertragen. Das Papier ist immer noch recht grau und eine Userin störte sich daran, dass sie zu häufig umblättern muss, da das Format halt kleiner ist als eine reale Buchseite. Wenn die Hersteller sich ernsthaft mit den Bedürfnissen der Leser auseinandersetzen würden, dann gäbe es da jede Menge Innovationspotential. Aber vermutlich verdient man nicht genug Geld damit, um sich das leisten zu können. Und so lange Apple nicht in den Markt einsteigt ...

  • Und neue LeserInnen für den Reader zu gewinnen, ist sicher nicht so einfach.


    Er wäre einfacher, wenn es zu jeden gebundenen Buch noch eine Datei dazu gäbe. Dann hätte selbst ich schon lange einen E-Reader! Zu Hause dann Buch lesen, unterwegs jedoch das E-Book.


    Gruß, Thomas


  • Er wäre einfacher, wenn es zu jeden gebundenen Buch noch eine Datei dazu gäbe. Dann hätte selbst ich schon lange einen E-Reader! Zu Hause dann Buch lesen, unterwegs jedoch das E-Book.


    Findest du? Ich habe bis auf eine Ausnahme kein Buhc doppelt. Wenn ich ein Papierbuch lese, nehme ich es überall hin mit, unabhängig von der Größe. Vielleicht sehen das andere Leseratten anders, aber für mich ist die Datei zum Buch überhaupt kein Anreiz.

    Es kommt darauf an, wie du dein Leben mit Leben füllst.


  • Ja, das stimmt. Dabei würden gerade E-Reader technische Neuerungen vertragen. Das Papier ist immer noch recht grau und eine Userin störte sich daran, dass sie zu häufig umblättern muss, da das Format halt kleiner ist als eine reale Buchseite. Wenn die Hersteller sich ernsthaft mit den Bedürfnissen der Leser auseinandersetzen würden, dann gäbe es da jede Menge Innovationspotential. Aber vermutlich verdient man nicht genug Geld damit, um sich das leisten zu können. Und so lange Apple nicht in den Markt einsteigt ...


    Naja, Apple hat es mit einem kleineren Tablett-Format probiert; als Reader geht das aber nicht durch, weil zu schwer und zu teuer. Vom möglichen Format will ich gar nicht anfangen.


    Und was mir auch auffällt: es wird sehr auf den Preis geschaut. So ein Reader muss nicht nur alles bestens können, sondern soll auch noch superbillig sein. Solange die NutzerInnen nicht bereit sind, für gute Technologie und Entwicklung Geld hinzulegen, wird sich an der zögerlichen Politik der Hersteller nichts ändern.


    Er wäre einfacher, wenn es zu jeden gebundenen Buch noch eine Datei dazu gäbe. Dann hätte selbst ich schon lange einen E-Reader! Zu Hause dann Buch lesen, unterwegs jedoch das E-Book.


    Das wurde schon in vereinzelten Fällen versucht - ich hab hier von Kai Meyer "Asche und Phönix" von Carlsen, bei dem ein Download mitverkauf wurde. Aber ich hab dann doch "nur" das Papierbuch gelesen und nicht das ebook. Hier greift das, was schon angesprochen wurde - dieses Buch wollte ich in meinem Bücherregal stehen haben.

    :lesen: Charlotte Link - Die Suche

  • Diese bundles wurden ja wieder untersagt, wenn ich mich recht entsinne, aufgrund der unterschiedlichen Mehrwertsteuer.


    Aber mit Programmen wie Papego wird das ja in etwas anderer Form wieder aufgenommen , wenn auch noch längst nicht flächendeckend.

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**

  • Ahhh, ist das schön. Am 26. März kommt Eva Demski endlich mal nach Frankfurt. Ich wollte die Schriftstellerin immer schon mal kennenlernen, ihren Lesungen waren recht selten oder zu weit weg. Außerdem fehlt sie mir noch in meinem Autorenband. Nun kommt sie endlich. Und das Beste daran: Sie kommt, weil _ich_ sie mir gewünscht habe. Über einen Kontakt in den Buchhandel hat die Buchhändlerin nun einen solchen Termin möglich gemacht. Ist das nicht wunderbar?


    :jumpies:


    Schöne Grüße,
    Thomas

  • Manchmal werden Wünsche wahr.... Freut mich für dich!


    Ich würde auch gerne mal wieder zu einer Lesung, aber bei uns herum gab es schon lange keine mehr, die mich interessiert hätte. Und für eine lange Anreise bin ich einfach zu bequem.


    Brandon Sanderson ist diese Jahr in Leipzig, hat den jemand von euch Leipzigbesuchern eingeplant?

    :lesen: Charlotte Link - Die Suche

  • Ich habe einen Reader (fürs Autofahren) und sonst meine Bücher. Aber ich muss auch sagen, dass ich die Bücher die ich auf dem Reader lese viel schneller vergesse und mir fehlt auch das Gefühl des Umblätterns. Ich freue mich immer riesig wenn ich sehe, dass ich fast am Schluss bin und überlege schon welches ich als Nächstes lesen könnte.

    Nigends findest du Frieden als in dir selbst.

  • klassikfreund
    Gute Vernetzung ist alles. :err: Ich freu mich für Dich!


    Kirsten
    Mir geht es wie Dir, das Schleppen des Buches überallhin ist kein Problem. *g* Ich schlepp ja auch jede Woche alle möglichen Bibliotheksbücher durch halb Heidelberg. :lachen:


    Ich leih mir momentan hin und wieder einen Reader aus der Bibliothek, nachdem mir zwei mal!! mein jeweiliger Ebook Reader (alles Kobo) kaputt gegangen ist. Einmal schien es am Akku zu liegen, der von Anfang an keine tolle Ladezeit hatte. Beim zweiten Mal ist schlichtweg der Anschluss kaputt gegangen. Diese Ministecker sind für mich jedenfalls eine denkbar schlechte Lösung. Und auch der Ebookreader der Bibliothek hat nach gute einem Jahr einen Wackelkontakt. (Ein Tolino)
    Daher nehme ich grade auch deshalb Abstand, auch wenn ich Reader an sich toll finde. In Deutschland funktioniert das sicher auch deshalb nicht, weil die Dateien dafür das ich eigentlich nur Nutzungsrechte habe, doch recht teuer sind und der Unterschied nicht so groß. Warum soll ich z.B für ein Ebook 17 Euro bezahlen, wenn ich für drei Euro mehr schon das Hardcover haben kann? Klar, die kosten für das Buch sind natürlich da usw. aber wenn ich mir dann die Unterschiede auf dem amerikanischen Markt ansehe, wird schon klar, weshalb das bei uns nicht so richtig funktioniert. Ein weiterer Punkt sind sicher auch die deutschen Gesetze, grade auch was DRM angeht. Meine Mutter hätte eigentlich gerne einen Reader, ihr ist das aber alles zu kompliziert. Und da sie das ganze nur für die Onleihe verwenden würde und damit auch absolut Null! eigene Ebooks eine Rolle spielen, ist auch kein Kindle für sie atraktiv.


  • Findest du? Ich habe bis auf eine Ausnahme kein Buhc doppelt. Wenn ich ein Papierbuch lese, nehme ich es überall hin mit, unabhängig von der Größe. Vielleicht sehen das andere Leseratten anders, aber für mich ist die Datei zum Buch überhaupt kein Anreiz.


    Für mich wäre diese Variante auch perfekt, denn ich lese auch beim Spazierengehen mit den Hunden. Da nehme ich grundsätzlich den Reader, weil der viel handlicher und leichter ist. Leider ist das durch die unterschiedlichen Steuersätze für die Verlage fast nicht durchführbar.

    "Der Glaube an Gott ist prägend für mein Verständnis der Welt", schrieb Laschet, "wenn man daran glaubt, dass es nach dem Tod irgendwie weitergeht, macht man auch Politik anders als zum Beispiel ein Kommunist, der bis zum Lebensende dringend mit allen Mitteln das Paradies auf Erden schaffen will."


    Ein Muster-Katholik führt künftig die CDU


    "Sorry, ich sags wie es ist. wer cdu wählt, handelt gesellschaftlich verantwortungslos. cdu-wähler*innen stehen für mich auf einer stufe mit masken- und impfverweigerern. und nein: unwissenheit lass ich nicht gelten. sich zu informieren gehört zur gesellschaftlichen verantwortung. Michael Seemann


  • Brandon Sanderson ist diese Jahr in Leipzig, hat den jemand von euch Leipzigbesuchern eingeplant?


    Ja, ich habe sogar einen Termin im ausgewählten Kreis mit Piper und dem Autor :breitgrins:

    "Der Glaube an Gott ist prägend für mein Verständnis der Welt", schrieb Laschet, "wenn man daran glaubt, dass es nach dem Tod irgendwie weitergeht, macht man auch Politik anders als zum Beispiel ein Kommunist, der bis zum Lebensende dringend mit allen Mitteln das Paradies auf Erden schaffen will."


    Ein Muster-Katholik führt künftig die CDU


    "Sorry, ich sags wie es ist. wer cdu wählt, handelt gesellschaftlich verantwortungslos. cdu-wähler*innen stehen für mich auf einer stufe mit masken- und impfverweigerern. und nein: unwissenheit lass ich nicht gelten. sich zu informieren gehört zur gesellschaftlichen verantwortung. Michael Seemann

  • Ja, ich habe sogar einen Termin im ausgewählten Kreis mit Piper und dem Autor :breitgrins:


    Wow! :daumen: Wie wärs denn mit einem klitzekleinen Bericht anschließend? :zwinker:

    :lesen: Charlotte Link - Die Suche


  • Wow! :daumen: Wie wärs denn mit einem klitzekleinen Bericht anschließend? :zwinker:


    Ich vermute stark, dass das auch der Sinn hinter der Einladung von Piper ist :elch: Falls Du Fragen an den Autor hast: Gerne her damit. Ich kenne nämlich rein gar nichts von ihm und wäre dir dafür sehr dankbar :winken:

    "Der Glaube an Gott ist prägend für mein Verständnis der Welt", schrieb Laschet, "wenn man daran glaubt, dass es nach dem Tod irgendwie weitergeht, macht man auch Politik anders als zum Beispiel ein Kommunist, der bis zum Lebensende dringend mit allen Mitteln das Paradies auf Erden schaffen will."


    Ein Muster-Katholik führt künftig die CDU


    "Sorry, ich sags wie es ist. wer cdu wählt, handelt gesellschaftlich verantwortungslos. cdu-wähler*innen stehen für mich auf einer stufe mit masken- und impfverweigerern. und nein: unwissenheit lass ich nicht gelten. sich zu informieren gehört zur gesellschaftlichen verantwortung. Michael Seemann