Beate Rösler - Die Töchter des Roten Flusses

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Tuyet ist 29 Jahre alt und eine erfolgreiche Anwältin. Ihre Mutter ist mit ihrer Schwester nach Vietnam zurückgegangen, als Tuyet noch sehr klein war. Daher ist sie bei ihrem vietnamesischen Vater Phong und ihrer Stiefmutter Marina aufgewachsen. Als Ihre Stiefmutter stirbt, vermacht sie Tuyet einen Stapel Briefe ihrer leiblichen Mutter. Dadurch ergibt sich ein vollkommen neues Bild der Vergangenheit. Daher macht sich Tuyet auf nach Hanoi, um ihre Mutter zu finden und damit ihre eigenen Wurzeln.
    Der Schreibstil lässt sich sehr angenehm lesen. Die Geschichte ist wirklich exotisch und farbenprächtig. Man erhält einen guten Einblick in das doch so anderen Leben in Vietnam und erfährt, wie grausam der Krieg dort damals war. Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblenden, die zeigen, warum Hanh mit Tien nach Vietnam zurückgingen, während Phong geblieben ist. Man erfährt einiges über die Lebensbedingungen der vietnamesischen Vertragsarbeiter in der ehemaligen DDR.
    Aber es gibt ziemlich viele Zufälle in dieser Geschichte, die zwar die Story voran brachten, aber nicht immer so überzeugend wirkten.
    Dass Tuyet durch die Briefe verunsichert wird, ist verständlich, denn vieles von dem, was sie bisher für die Realität gehalten hat, wird über den Haufen geworfen. Natürlich muss sie versuchen, das alles aufzuarbeiten, um wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Selbstverständlich wird das ihr fremde Land und alles was sie herausfindet, sie auch verändern. Aber oft reagiert sie über. Daher reist ihr Freund Alexander, der sie begleitet hat, auch bald wieder zurück nach Deutschland.
    Ihre Schwester Tien ist nicht besonders erfreut darüber, dass Tuyet auftaucht. Aber wenn man ihr bisheriges Leben kennenlernt, hat man Verständnis für ihre Reaktion. In Hanoi lernt Tuyet die sympathische Linh kennen, die sie mit nach Hause zu ihrer Mutter nimmt.
    Mir hat diese Familiengeschichte, die auf zwei Kontinenten spielt, gut gefallen.


    4ratten

  • In ihrem Roman "Die Töchter des Roten Flusses" entführt uns die Autorin Beate Rösler in eine ferne Welt, und zwar nach Vietnam. Hier befinden wir uns in der Hauptstadt Hanoi und bekommen in dieser Geschichte einen tiefen Einblick in die Vergangenheit dieses Landes. Wir lernen wunderbare Protagonisten und deren Lebensgeschichte kennen.


    Der Inhalt: Nach dem Tod ihrer Adoptivmutter findet Tuyet Briefe ihrer leiblichen Mutter aus Vietnam. Wollte sie den Kontakt mit ihrer Tochter also doch nicht abbrechen? Auf der Suche nach Antworten reist Tuyet von Frankfurt nach Hanoi, die Stadt am Roten Fluss, wo sie die Bekanntschaft der jungen Linh macht und tief in die fremde Exotik ihrer Heimat eintaucht. Und als sie eines Tages deren Mutter kennenlernt, die abgeschieden in den Bergen lebt, ist Tuyet ihrer Vergangenheit plötzlich näher, als sie ahnt.


    Der Schreibstil der Autorin hat mich von Anfang an begeistert. Und die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Wie schrecklich muss es für Tyet gewesen sein, nach dem Toder ihrer Stiefmutter diese Briefe zu finden. Die Gefühle von ihr sind fast greifbar, ihre Fassungslosigkeit. Und dann diese Reise nach Vietnam, wo sie immer mehr in die Geschichte ihrer Mutter Hanh eintaucht. Wir dürfen aber auch mit Hanh in die Verganenheit reisen und diese Reise hat mich wirklich sehr berührt. Wieviel muss und kann ein Mensch ertragen. Was müssen die Menschen empfunden haben, als sie auf völlig andere Kulturen treffen. Ich kann verstehen, dass Hanh Heimweh hatte und ihrem Land helfen wollte. Begeistert haben mich aber auch Tuyets Ausflüge in Vietman. Ich sehe manche Szenen vor meinem inneren Auge. Es muss schon ein beeindruckendes Erlebnis sein am roten Fluss zu stehen. Wirklich unbeschreiblich!


    Eine wirklich herausragende Familiengeschichte, die mich sehr berührt hat und die mir unterhaltsame und lehrreiche Lesestunden beschert hat.
    Im Anhang bekommt man noch mal einen genauen Überblick über die geschichtlichen Ereignisse. Toll finde ich auch die Erklärungen mancher Wörter. Aber ein paar vietnamesische Ausdrücke gehören einfach in diesen Roman. Bei den ganzen Beschreibungen merkt man einfach, dass die Autorin vor Ort lebt. Ich bin und war total begeistert. Selbstverständlich vergebe ich gerne 5 Sterne.


    Das wunderschön gestalte Cover ist übrigens auch ein echter Hingucker und passt hervorragend zur Geschichte