Sophie Jordan - Infernale - Rhapsodie in Schwarz

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Zum Inhalt:


    Seit Davy positiv auf das Mördergen (HTS) getestet wurde, hat sie alles verloren: ihre Familie, ihre Freunde, ihre Zukunft – und was am schlimmsten ist, sich selbst. Denn obwohl sie verzweifelt dagegen angekämpft hat, ist sie doch zu dem geworden, was sie nie sein wollte: eine Mörderin.
    Eine Widerstandsgruppe und ihr Anführer Caden geben ihr ein neues Ziel. Und Caden weckt Gefühle in ihr, zu denen sie glaubte, nie mehr fähig zu sein. Aber die Schuldgefühle lassen Davy einfach nicht los ...


    Zur Autorin:


    Sophie Jordan wuchs auf einer Farm in Texas auf und landete mit ihrer Firelight-Trilogie einen internationalen Bestseller. 2016 legt sie mit „Infernale“ den Auftakt einer packenden Liebesgeschichte vor, die durch geschickt platzierte gesellschaftskritische Anklänge zum Nachdenken anregt. Heute lebt die New York Times-Bestsellerautorin mit ihrer Familie in Houston.


    Meine Meinung:


    Infernale – Rhapsodie in Schwarz ist offiziell die Fortsetzung von Infernale. Aber gerade das sollte man sich nicht unbedingt erwarten – eine Fortsetzung der Geschichte, wie sie aus dem ersten Band bekannt ist. Ja, es gibt natürlich immer noch Davy, das Mädchen mit dem angeblichen Mördergen. Und ja, die Story geht fast nahtlos weiter, wo sie aufgehört hat. Davy auf der Flucht. Aber nichts bleibt so, wie es ist und der Leser muss sich auf etwas Neues einstellen und dazu gehört unter anderem auch, dass neue Protagonisten auftauchen und eine neue Liebesgeschichte erzählt wird, bei der die alten Darsteller dann weitgehend überflüssig werden.


    Was mir gefallen hat: Sophie Jordan kann einfach ziemlich spannend erzählen. Sie trifft einen Ton, der junge Leute anspricht aber auch „ältere“ Leser fesseln kann. Außerdem wagt sie es, der Geschichte um Davy eine ganz andere Richtung und einen neuen Ton zu geben, den man so nicht erwartet hat und der Abwechslung und Überraschung verspricht. Und sie gibt Davy jede Menge Raum für Zweifel und Entwicklung.


    Was mir nicht so gefallen hat: Dass eben gerade die liebgewonnenen Darsteller so schnöde abserviert werden. Dass das Gewicht für meinen Geschmack phasenweise zu sehr auf der Gefühlsduselei liegt und dass Davy ständig fast getötet wird. Dass die Dystophie in den Hintergrund tritt und der fanatische Umbruch der Gesellschaft nur noch am Rande Erwähnung findet obwohl doch Davy und ihre neuen Freunde gerade den vehement bekämpfen.


    Fazit: Ganz kommt der zweite Band nicht an den ersten heran. Man muss sich auf den Bruch im Buch einlassen und vielleicht sogar so weit gehen, den ersten Teil ganz zu verdrängen. Dann ist es ein interessantes Jugendbuch. Am Ende wurde die Story ziemlich schnell zu einem Ende gebracht und diesmal bin ich es zufrieden und brauche keine Fortsetzung. 3,5 Sterne auf 4 aufgerundet – gerade eben so.


    4ratten

    :lesen:





  • Die Geschichte geht relativ nahtlos dort weiter, wo Band 1 aufgehört hat. Davy und ihre Freunde sind auf der Flucht. Sie sind aus dem Camp entkommen, in dem man sie zu perfekten Killermaschinen erziehen wollte. Nun sind sie auf dem Weg nach Mexiko, wo es auch für sie als Träger des sogenannten Mördergens noch die Möglichkeit auf ein normales Leben gibt.


    Doch die Ereignisse hängen Davy noch ziemlich nach. Sie kommt nicht darüber hinweg, dass sie gezwungen wurde, einen Menschen zu töten. Auch wenn sie es tun musste, um ihren Freund Sean zu retten, hat sie schreckliche Träume und ist mittlerweile selbst davon überzeugt, dass alle HTS Träger eine tendenzielle Gefahr für ihre Umwelt sind.
    Auf der Flucht wird Davy von den anderen getrennt und landet bei einer Gruppe von Widerstandskämpfern. Nachdem sie anfangs nur schnellstmöglich weiter will, bekommt sie hier nach und nach doch eine andere Sicht auf viele Dinge. Insbesondere Caden, einer der Anführer der Gruppe, gibt ihr wieder Vertrauen in andere Menschen und in sich selbst zurück. Doch ist Davy wirklich bereit, das zuzulassen?


    Den ersten Band dieses Zweiteilers hatte ich geradezu verschlungen und dementsprechend gespannt habe ich auf die Fortsetzung gewartet, deren Erscheinen sich leider etwas verzögert hat. Nun war es aber endlich soweit und ich konnte weiterlesen. Grundsätzlich empfehle ich bei derartigen Jugendbuchreihen ja eigentlich das Lesen in der richtigen Reihenfolge. Hier könnte man das aber auch vernachlässigen, denn Band 2 ist meiner Meinung nach problemlos ohne Vorkenntnisse zu lesen. Natürlich wird man ein klein wenig gespoilert, was die vorherigen Ereignisse angeht, aber das hält sich in Grenzen, die Autorin erzählt auch nicht mehr viel aus dem ersten Teil nach. Insbesondere nach der Trennung der Flüchtigen bleibt eigentlich nur noch Davy als Konstante aus dem ersten Band übrig. Die anderen Figuren spielen erstmal keine große Rolle mehr, dafür gibt es neue Protagonisten.


    Ich muss leider gestehen, dass meine Erwartungen nicht erfüllt wurden. Ich fand das Buch nicht so spannend wie den ersten Band und die moralischen Fragen haben mich auch nicht mehr so gefesselt. Im Gegenteil, Davys ständiger Selbstzweifel ging mir zunehmend auf die Nerven, auch wenn ich ihre Gedanken und Gefühle grundsätzlich schon nachvollziehen konnte.


    Am Ende löst sich vieles in Wohlgefallen auf und ich hatte ein wenig den Eindruck, dass die Autorin fertigwerden wollte. Mir ging das zu schnell und zu einfach und so konnte mich dieser zweite Band leider nicht so richtig überzeugen und für mich nicht an den spannenden ersten Teil anknüpfen.


    3ratten

    LG, Dani


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  • Klappentext:
    "Seit Davy positiv auf das Mördergen (HTS) getestet wurde, hat sie alles verloren: ihre Familie, ihre Freunde, ihre Zukunft – und was am schlimmsten ist, sich selbst. Denn obwohl sie verzweifelt dagegen angekämpft hat, ist sie doch zu dem geworden, was sie nie sein wollte: eine Mörderin. Eine Widerstandsgruppe und ihr Anführer Caden geben ihr ein neues Ziel. Und Caden weckt Gefühle in ihr, zu denen sie glaubte, nie mehr fähig zu sein. Aber die Schuldgefühle lassen Davy einfach nicht los ... "


    Meine Meinung:
    "Infernale-Rhapsodie in Schwarz" ist der zweite und abschließende Band der Dilogie. Wichtig ist, dass man um die Zusammenhänge zu verstehen und hinter die Fassade der Charaktere blicken zu können, wirklich dringend auch den Vorgänger "Infernale" kennen sollte. Die Handlung baut aufeinander auf und es gibt keinerlei Rückblick. Mir hat der erste Band wahnsinnig gut gefallen, sodass kein Weg dran vorbei geführt hat, auch "Infernale-Rhapsodie in Schwarz" zu lesen. Ich versuche mein Bestes hier möglichst wenig Spoiler zum Vorgänger einzubauen, kann aber nichts versprechen. Falls ihr die Bücher nicht kennt, würde ich empfehlen, nicht weiterzulesen. Auch nachdem ich das Buch beendet habe, beschäftigt mich die Thematik sehr. Mich erinnert das Vorgehen der Regierung, leider, sehr an die Geschehnisse im zweiten Weltkrieg. Auf irgendeine Weise andersartige Menschen, in diesem Falle, die Träger des "Mördergens" HTS, werden vom Rest der Gesellschaft ausgeschlossen, abgeschottet und gehalten wie Tiere. Nichts anderes steht für mich dahinter. Klar gibt die Regierung vor, den Rest der Gesellschaft nur schützen zu wollen. Für mich wirkt das wie eine lahme Erklärung. Ist es denn nicht so, dass gerade eine solche Abschottung zu Aggression führen kann? Ich meine, man muss sich vorstellen, dass die Träger von einem Tag auf den anderen aus ihrer gewohnten, teils behüteten Umgebung gerissen werden. Das ist ein wahnsinniger und traumatischer Einschnitt im Leben, mit dem ganz sicher nicht jeder umzugehen weiß oder schlichtweg kann. Geschieht etwas Schlimmes in der Gesellschaft, sind es immer die Träger, die dahinterstecken. Davy, die Protagonistin in dieser Reihe, will sich den Machenschaften der amerikanischen Regierung nicht beugen. Nachdem sie einige schreckliche Erfahrungen durchleben musste, versucht sie verzweifelt damit umzugehen, einen Menschen erschossen zu haben. Sie beschäftigt sich tagtäglich damit und ihre Reaktion ist so wahnsinnig authentisch. Ich konnte mich wieder sehr gut in sie und ihre zwiegespaltene Gefühle hineinversetzen. Mir hat ihre Entwicklung, die sie innerhalb der Geschichte durchläuft auch richtig gut gefallen. Sie wächst durch die vielen einschneidenden Ereignisse, lernt daraus und zieht ihre Konsequenzen. Ich habe mich auch gefreut, altbekannte Charaktere wieder zu treffen und neue Charaktere kennenzulernen.


    Aufbau, Struktur & Stil:
    Die Handlung wird aus Davys Sicht, in der Ich-Perspektive, erzählt. Ich habe diese Sichtweise wirklich genossen, denn es fiel mir sehr leicht, mich in Davy und ihre Gefühle, aber auch ihre Lage hineinzuversetzen. Sophie Jordan ist es unheimlich gut gelungen, ihre Entwicklung authentisch darzustellen, wie ich finde. Gut hat mir auch gefallen, dass man sich gleich mitten im Geschehen befindet. Die Spannung hat dadurch von Beginn an ein gutes Level und wird innerhalb der Geschichte auch wunderbar gesteigert. Zu keiner Zeit hatte ich Schwierigkeiten der Handlung zu folgen, sondern konnte "Infernale-Rhapsodie in Schwarz" kaum noch zur Seite legen. In wenigen Stunden hatte ich das Buch beendet. Der einzige kleine Kritikpunkt, den ich habe, ist die Abfolge der Ereignisse auf etwa den letzten 80 Seiten. Mir wurde hier einfach in der kurzen Zeit zuviel Inhalt eingebaut bzw. "abgearbeitet". Das war jedenfalls mein persönliches Empfinden. Man hätte die Geschichte ruhig noch ein wenig dehnen können, 40-50 Seiten mehr hätten den Abschluss ein wenig runder wirken lassen. Dennoch ist das Kritik auf einem sehr hohen Niveau. Das Ende hat mir gut gefallen und mich auch berührt.


    Fazit:
    "Infernale-Rhapsodie in Schwarz" ist ein gelungener und spannender Abschluss der Dilogie, die sich mit Vorurteilen innerhalb der Gesellschaft beschäftigt.


    Ich gebe fünf von fünf Funkelchen.

  • Fazit:


    Ein Test sollte nicht bestimmen, wer man ist.
    Angst muss nicht logisch sein. Sie ist trotzdem eine große Motivation.


    Zwei Zitate, die mich immer noch berühren.


    Auch der Abschluss war wirklich spannend, schwierig fand ich die Vorurteile gegen alle Träger selbst von Trägern. Und auch Davy ist manchmal nicht zu aushalten, weil sie einfach so stur ist und nichts einsehen will.


    Bewertung:


    Das ist der zweite Band der Reihe.


    Davy musste jemand umbringen und nun ist sie wirklich eine Mörderin und das Gen hatte doch recht. Es war natürlich auch eine schwierige Situation in Band I und sie wurde ja auch eher dazu gezwungen, trotzdem macht es ihr sehr zu schaffen.


    Die Meinung, dass manche das Mördergen in sich tragen, es aber nicht bei jeden ausbricht, finde ich immer noch erschreckend. Selbst die mit den Gen glauben das teilweise. Es gibt doch einen Unterschied zwischen: ich habe jemand aus Versehen umgebracht, ich hatte keine andere Wahl und ich hab es gern gemacht. Denn ich denke, das viele unter bestimmten Voraussetzung dazu in der Lage sind und dazu kommt auch noch immer die Lage, in der man sich gerade befindet.


    Vor jedem Kapitel find eich wieder kleine Textschnipsel, Pressemitteilungen, Bekanntmachungen oder ähnliches.

    Charaktere

    Davy macht sich wirklich viele Vorwürfe, weil sie jemanden umgebracht hat. Sie erträgt manchmal selbst die Nähe zu Sean nicht, weil sie das an das Ereignis erinnert. Sie hat das richtige Ziel vor Augen und weiß auch, was richtig ist, aber durch ihre Sturheit ist sie manchmal einfach nur blind. Und jemand an sich heran lassen, das geht bei ihr kaum.


    Sean lässt in diesem Teil noch etwas tiefer blicken und ich lerne ihn noch besser kennen. Er erzählt, wie er die Brandmarkung erhalten hat und das ist mal wieder total ungerecht. Er scheint immer noch kein schlechter Typ zu sein. Davy kann ihm auch nicht so einfach was vormachen, dafür kennen sich beide zu gut. Außerdem mag Sean Davy wirklich sehr gerne und würde ihr gerne bei ihren Problemen helfen.


    Caden ist schon ein harter Kerl, aber er hat das Herz am richtigen Platz. Er ist ein guter Anführer und weiß worauf es ankommt und streut nicht nur misstrauen. Er schert nicht alle Menschen über einen Kamm und auch nicht die Träger. Er möchte kein Monster sein und ist daher auch unheimlich sympathisch.


    Rhiannon hat angst vor Blut und vertraut Davy nicht. Sie ist auf gewisse Weise angeekelt von ihr. Auch die anderen Mädels sind etwas schwierig, da die alle für den gleichen Typ schwärmen.


    Kritikpunkte


    Die HTS-Träger sind echt gebrandmarkt. Alle, selbst die Träger gehen davon aus, dass diese gefährlicher als andere sind. Viele sind das wohl auch, weil sie von der Gesellschaft misshandelt werden und so sich so benehmen, wie alle es von denen erwarten. Aber dann kann man auch alle Menschen so sehen, jeder kann böse sein und nicht vertrauensselig.


    Davy und ihre Sturheit sind manchmal echt schwierig. Genauso, dass sie immer noch über alle Träger so schlecht denkt und auch über sich selber. Die anderen Menschen sind aber keine Übermenschen.


    4ratten

    :leser:

  • Wo ist die Action und die Dramatik? Leider nicht so gut wie Band 1!


    Klappentext
    „Seit Davy positiv auf das Mördergen (HTS) getestet wurde, hat sie alles verloren: ihre Familie, ihre Freunde, ihre Zukunft – und was am schlimmsten ist, sich selbst. Denn obwohl sie verzweifelt dagegen angekämpft hat, ist sie doch zu dem geworden, was sie nie sein wollte: eine Mörderin.
    Eine Widerstandsgruppe und ihr Anführer Caden geben ihr ein neues Ziel. Und Caden weckt Gefühle in ihr, zu denen sie glaubte, nie mehr fähig zu sein. Aber die Schuldgefühle lassen Davy einfach nicht los ...“


    Gestaltung
    Auf dem Cover ist dasselbe Mädchen zu sehen, das bereits den Buchdeckel des ersten Bandes geziert hat. Ihre Frisur sieht meiner Meinung nach etwas seltsam aus, da man gar nicht richtig erkennen kann, ob es eine edle Hochsteckfrisur sein soll oder vielleicht eine Kurzhaarfrisur. Die Hintergrundfarben gefallen mir dieses Mal richtig gut, denn die warmen Töne mag ich sehr gerne und zudem sieht es so aus als wäre das Mädchen von einem geheimen Nebel umgeben.


    Meine Meinung
    Dramatisch und dystopisch – so ist mir der erste Band der „Infernale“-Dilogie von Autorin Sophie Jordan im Gedächtnis geblieben. Dementsprechend war meine Freude auf den zweiten Band riesig. Als dann die ersten eher durchwachsenen Stimmen eingingen, wurde meine Vorfreude ziemlich schnell gedämpft und als ich dann selber mit dem Lesen begonnen habe, konnte ich die Meinungen immer besser nachvollziehen. Ich muss sagen, dass mich der zweite Band von „Infernale“ schon etwas enttäuscht hat. Das mag einerseits daran gelegen haben, dass meine Freude und Erwartungen groß waren, andererseits hat es aber zu einem gewissen Teil auch an der Geschichte dieses Buches gelegen.


    „Infernale – Rhapsodie in Schwarz“ setzt direkt bei den Geschehnissen des ersten Bandes an, sodass der Leser Davy und ihre Freunde bei ihrer Flucht begleitet. Hierbei erfolgt jedoch schnell eine Trennung der Figuren, da Davy von ihren Freunden getrennt wird und bei Rebellen landet. Gestört haben mich am Anfang direkt Davys Selbstzweifel. Es war zwar gut, dass sie darüber nachgedacht hat, dass sie einen Menschen getötet hat, aber dass sie dann in Folge dessen so sehr an sich zweifelt und dem Gen so viel Bedeutung zumisst, war mir zu viel des Guten. Sie hat mir zu viel gelitten und ist meiner Meinung nach auch zu lange darauf herumgeritten, sodass die Handlung sehr mühselig wurde.


    Bei den eben erwähnten Rebellen gibt es zwar jemanden, der versucht, Davy andere Seiten aufzuzeigen, aber sie lässt dies kaum bis gar nicht zu. So kam ich nicht umhin mir immer mehr zu wünschen, dass sie sich endlich entwickeln würde und ihre Zweifel hinter sich lässt. Zudem hat Caden (so der Name des Rebellen, der Davy andere Denkweisen aufzeigt) mit seinen Rebellen so ein großes Potenzial, das einfach nicht ausgenutzt wird, denn den Widerstand und die Veränderungen in den USA erleben wir nur aus dem Hintergrund. Wo sind die spannenden Kämpfe an erster Front? Die Dramatik? Die Action? Das hat mir gefehlt. Die Idee, bestimmte Geschehnisse des Widerstandes und der Veränderung in den USA durch Zeitungsartikel einzustreuen, fand ich dafür aber sehr gelungen, denn es hat eine interessante Mischung aus erzählenden Elementen und Artikeln in den Kapiteln erzeugt.


    Auch fand ich es ziemlich schade, dass die Liebesbeziehung zwischen Davy und Sean in diesem Band stark ins Gegenteil gekehrt wurde. Wo die beiden im ersten Band noch intensive Gefühle füreinander hatten, werden hier Unsicherheiten und Zweifel gesät. Teilweise hatte ich den Eindruck, als würde die Autorin die Beziehung der beiden nun so darstellen, als wäre sie zuvor nie real gewesen und ein Produkt der Gegebenheiten. Und das nur, um dann am Ende dieses Bandes ein eher erzwungen wirkendes Happy End zu generieren, damit wir Leser zufrieden sind, weil die Geschichte ein gutes Ende genommen hat. Hier fehlte mir die Authentizität der Gefühle.


    Fazit
    Nachdem der erste Band der „Infernale“-Dilogie dramatisch und toll war, hatte ich große Hoffnungen für diesen zweiten Band. Allerdings muss ich sagen, dass ich eher enttäuscht worden bin, denn mir fehlte die Action, die erhoffte Rebellion blieb mir zu hintergründig und das Ende wirkte etwas erzwungen. Auch hat Davy eine Entwicklung vollzogen, die für mich nicht positiv war, denn sie hatte zu viele Selbstzweifel, die sie nicht ablegen konnte. Alles in allem war die Handlung zwar nicht schlecht, aber gleichzeitig auch etwas mühsam.
    Knappe 3 von 5 Sternen!
    3ratten
    Reihen-Infos
    01. Infernale
    02. Infernale – Rhapsodie in Schwarz

  • Worum geht's?


    Zitat

    "Du bist eine, die viel zu streng zu sich selbst ist, die definitiv aufhören sollte, etwas auf das zu geben, was andere über sie sagen ... Und ganz besonders sollte sie aufhören, so viel auf das Ergebnis einer Laboranalyse zu geben. Sie muss aufhören, zu glauben, dass so ein Test bestimmen kann, wer sie ist." (S. 216 f.)


    Davy ist zu dem geworden, was die Welt in ihr gesehen hat, seit bei ihr das Mördergen HTS festgestellt wurde: zu jemandem, der einem Menschen das Leben genommen hat. Obwohl sie durch ihre Tat Seans Leben gerettet hat, lastet die Schuld schwer auf ihr.
    Die Flucht nach Mexiko in eines der Flüchtlingslager misslingt - Davy wird von ihren Freunden getrennt und ist nun auf sich selbst gestellt. Das denkt sie zumindest, auch wenn Caden, der Anführer einer Widerstandsgruppe, alles tut, um ihr zu zeigen, dass sie alles andere als allein ist ...


    Was mich neugierig gemacht hat:


    Der erste Band (hier geht's zu meiner Rezi) war ein wirklich beeindruckender Auftakt, rund um Themen wie Selbstbestimmung, Vorurteile, Angst vor Gewalt, Terror, Kriminalität und die Stempel, die Menschen einander aufdrücken.
    Ich war sehr gespannt, wie Sophie Jordan nach dem Showdown gegen Ende ihre Geschichte fortführen würde. Da der Erscheinungstermin im Deutschen um ein Jahr verschoben wurde, musste ich mich dann erst mal in Geduld üben. Jetzt war es endlich so weit und ich konnte, wie schon bei Band 1, das Finale in einer Leserunde entdecken.


    Wie es mir gefallen hat:


    Ein Reinfall. Selten denke ich das, wenn ich ein Buch nach dem Lesen zuschlage, aber Sophie Jordan hat es in meinen Augen diesmal leider wirklich vermasselt.


    Zu Beginn fällt es schwer, wieder ins Geschehen einzusteigen, da nicht wirklich Erinnerungshilfen gegeben werden. Zudem ist die Stimmung sehr drückend und die Handlung geht nur zäh voran. Das Warten darauf, dass die Freunde endlich den Grenzübertritt in Angriff nehmen, ist zermürbend.
    Davys Verhalten - Kampf mit Schuldgefühlen, totale Isolation und Distanz von ihrem Freund - hat mich sehr an den zweiten Band von "Die Bestimmung" erinnert, wo Tris sich wegen einer ähnlichen Tat sehr zurückzieht und mit sich ringt.


    Sobald die erste Spannung aufkommt, lässt sich wieder erahnen, dass die Autorin sehr wohl weiß, wie man schreibt - die Szenen sind gut beschrieben und nehmen einen mit. Leider bleibt das nicht lange so und der Plot verliert sich bald in typischen Handlungsverläufen. Schon wird Davy von ihrem Helden in strahlender Rüstung gerettet. Von da an lebt sie beim Widerstand, wo der Alltag so vor sich hinplätschert. Als es dann irgendwann endlich raus geht, währt die Hoffnung, dass die Handlung noch einmal an Fahrt aufnimmt, nicht lang.


    Mit Caden bekommt man es in Band 2 mit einem neuen männlichen Hauptcharakter zu tun. Er selbst ist sehr sympathisch, das Knistern zwischen ihm und Davy habe ich allerdings als erzwungen und klischeehaft wahrgenommen. Noch dazu kam, dass Cadens Interesse an Davy mit ihrer neuen Unausstehlichkeit nicht wirklich nachvollziehbar war.
    Um das zu erzählen, was zwischen Davy und Caden passiert, hätte man auch einfach einen realistischen Young-Adult-Roman schreiben können mit einem Mädchen, das viel verloren hat und jetzt keine Nähe mehr zulassen will, und einem Anführertypen, der sie langsam wieder ins Leben zurückführt. Leider verdrängt es hier die spannenden Hintergründe um das HTS-Gen. Obwohl Davy sich inzwischen so sehr über das Mördergen definiert, lassen die Entwicklungen sie vollkommen kalt.


    So wie die Liebesgeschichte hier einfach zu viel des Guten ist, ist es auch mit den vielen praktischen Zufällen, durch die Davy immer wieder noch die bedrohlichsten Situationen überlebt. Hinzu kommen konstruierte Motive von Gegnern - oder solche, die gar nicht aufgedeckt werden.


    Sehr schade ist, dass Sean, Gil und Sabine - die drei Freunde, die man schon aus dem ersten Band kennt -, in Band 2 fast vollkommen unter den Tisch fallen. Plötzlich spielen sie nicht mehr wirklich eine Rolle. Es wird so dargestellt, als wäre ihre Freundschaft Davy nichts wert gewesen.


    Wie schon in Band 1 grenzen Informationsschnipsel rund um die politischen Vorgänge im Hintergrund und um Personen aus Davys früherem Umfeld die Kapitel voneinander ab. Dies war auch in Band 2 geschickt gelöst und konnte ein wenig Abwechslung in die Geschichte bringen. Dennoch ist rund um den eigentlichen Kern der Geschichte viel Potenzial verschenkt worden. Die Wainwright-Behörde wird von der bedrohlichen, unkontrollierbaren Gegenmacht zum Lackaffenclub, die wichtigsten Fragen um ihre Entstehung und Motive bleiben unbeantwortet. Auch Mount Haven fällt hintenüber. Das Thema Hochbegabung verläuft sich einfach im Sande.


    Insgesamt hat die Geschichte traurigerweise an allem verloren, was sie so genial gemacht hat: ihre Eigenheit gegenüber anderen Büchern des Genres, der tolle Spannungsaufbau, die gute Balance zwischen Davys Schicksal und den politischen Hintergründen und die real spürbare Bedrohung.


    (Für wen) Lohnt es sich?


    Diese Fortsetzung lohnt sich leider nicht wirklich. Da der erste Band aber leider recht offen endet, werden sich die meisten Fans wohl trotzdem an die "Rhapsodie in Schwarz" (der Titel erschließt sich übrigens nicht wirklich, auch wenn er schön klingt) wagen.
    An dem insgesamt eher schlechten Stimmungsbild der vorhandenen Rezensionen lese ich ab, dass ich mit meinen enttäuschten Erwartungen nicht allein bin.


    In einem Satz:


    "Infernale - Rhapsodie in Schwarz" ist in sehr vielen Punkten eine große Enttäuschung - die faszinierenden Hintergründe werden zugunsten einer klischeehaften Liebesgeschichte und einer negativen Entwicklung der Protagonistin hin zu einer sich selbst bemitleidenden, unsympathischen Nörglerin verdrängt und bis auf den Schreibstil bleibt an dem Buch kaum etwas Gutes.