01 - Seite 7 – 92 (Erster Teil – Die Festungsruine)

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 69 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von LizzyCurse.

  • Hallo ihr Lieben!


    Hier startet die Leserunde zu "Das Herz der verlorenen Dinge" von Tad Williams.


    Postet hier bitte erst, wenn Ihr mit der Lektüre begonnen habt und etwas zum Buch zu sagen oder zu fragen habt. Die Beiträge "Buch liegt bereit, ich fange heute Abend an" ziehen das Ganze zu sehr in die Länge und passen besser in den Buchvorschlag. Außerdem wäre schön, wenn Ihr darauf achtet, nicht einzeln zu sehr vorzupreschen, damit wir zusammen bleiben und damit auf einem ähnlichen Stand spekulieren und diskutieren können. Als Faustregel gilt, nicht mehr als ein Abschnitt pro Tag.
    Bitte beachtet auch die Hinweise zur Aktivität und Qualität.


    Zum Abschluss: bitte denkt auch daran, dass ein wichtiger Teil der Leserunden eure abschließenden Rezensionen sind und stellt diese am Ende der Runde zeitnah hier im Forum und auf literaturschock.de direkt ein.
    Zahlreiche Rezensionen hier und die Streuung auf anderen Seiten steigern bei den Verlagen die Attraktivität von solchen Aktionen: Denkt daran, dass die Teilnahme an der Runde und die Rezensionen die "Gegenleistung" für die Freiexemplare sind.


    Hier könnt Ihr zum Inhalt von Seite 7 bis 92 (Erster Teil - Die Festungsruine)schreiben.
    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

  • Hallo zusammen, sieht ganz so aus, als dürfte ich den Anfang machen.


    Bevor ich mit der eigentlichen Geschichte richtig losgelegt habe, habe ich mich noch ein bisschen vorbereitet, denn die Lektüre der vier Osten Ard-Bände ist bei mir doch schon einige Jahre her.


    Sehr hilfreich war mir dabei die Lektüre eines ausführlichen Artikels in der "Tolkien Times", die just vorgestern herein geschneit ist; Christian Handel beleuchtet darin ausführlich verschiedene Aspekte der Reihe, stellt Figuren und Völker vor und führt den groben Ablauf der Handlung in seinen verschiedenen Ebenen vor Augen. Das ist wirklich gut gemacht und hat mir sehr geholfen, mich an die komplexe Handlung zu erinnern. Kennt ihr die Tolkien Times vom Klett-Cotta-Verlag? Ich kann sie nur empfehlen, wenn man sich für die Veröffentlichungen der Hobbit-Presse interessiert.


    Dann habe ich natürlich Tad Williams' Vorwort gelesen und war schon ein bisschen gerührt, dass er aufgrund der Leserreaktionen die Rückkehr nach Osten Ard gewagt hat. Andererseits sagt so ein böses Stimmchen in meinem Ohr, dass seine letzten Projekte ja nun nicht gerade der große Wurf waren; "Die Drachen der Tinkerfarm" fand ich mäßig und die Reihe ist auch nicht fortgesetzt worden, "Bobby Dollar" scheint auch nicht gerade der große Erfolgsschlager zu sein. Warum nicht auf Bewährtes setzen? Ich hoffe, diese Idee funktioniert dann auch; so manches Comeback wurde zu einem lauwarmen Aufguss und ist fehlgeschlagen. Aber das werden wir ja bald sehen.


    Dann habe ich mich erstmal in den hinteren Teil des Buches vertieft; die erklärenden Worte zu den Feenwesen fand ich trotz meiner Vorkenntnisse schon sehr hilfreich, weil ich das echt nicht mehr auf dem Schirm hatte, wie da die Zusammenhänge sind. Das Glossar hab ich ausgelassen, das werde ich aber immer dann zu Rate ziehen, wenn ich beim Lesen eine Figur nicht mehr einordnen kann; insofern toll, dass es da ist. Und dann die beiden Karten; die habe ich mir genauer angesehen. Auch das hat mir sehr geholfen, die Erinnerungen aufzufrischen. Mit den Orten und Regionen kamen auch Bilder und Ereignisse zurück, die ich schon lange wieder vergessen hatte. Die Ausschnittskarte dagegen war dann erst im Laufe des ersten Abschnitts interessant, weil dort die Handlungsorte sehr anschaulich dargestellt sind. Also, ich werde wohl oft zurück zu den Karten blättern. Schade, dass sie nicht im Einband eingearbeitet sind, so muss man ein bisschen suchen.


    Dermaßen vorbereitet :schwitz: konnte ich mich dann endlich auf den ersten Abschnitt stürzen.

    :lesen: Brandon Sanderson - Krieger des Feuers

  • Das ist doch ein Einstieg nach Maß; mit der ersten Szene hatte mich Tad Williams sofort wieder an der Angel. Die beiden Soldaten, die zuhause konkurrierenden Gruppen angehören, sich im Schneetreiben der Frostmarkstraße aber zu einer Schicksalgemeinschaft zusammenschließen. Der Ton ein wenig sarkastisch und schwarzhumorig, das ist doch ein schöner Auftakt.


    Auch Sätze wie

    Zitat

    Dies ist eine wahre Geschichte, wenn Worte wahr sein können. Wenn nicht, dann sind es nur Worte.


    ziehen mich sofort in ihren Bann.


    So nach und nach wird klar, an welchem Punkt die Handlung einsetzt. Die Schlacht gegen die Nornen ist gewonnen und sie fliehen nach Norden, aber so ganz vorbei ist der Krieg eben doch noch nicht. Wir begleiten Isgrimnur und seine Mannen bei der Verfolgung einer großen Gruppe der Nornen, aber gleichzeitig sind wir auch in der Wirrwurzelfeste, in der sich die verfolgte Gruppe verschanzt.


    Das gefällt mir richtig gut, dass wir diesmal beide Perspektiven betrachten dürfen. Falls ich das richtig in Erinnerung habe, sind die Weißfüchse in den Vorgängerbänden ausschießlich in der Böse-Schublade und haben kein eigenes Profil. Nun lernen wir auch sie kennen, und so ganz unsympathisch sind sie mir gar nicht.


    Yaarike und Viyeki werden sorgfältig aufgebaut, so dass ich mir schon in dieser kurzen Zeit ein Bild von ihnen machen konnte. Als dann später auch noch mit Suno'ku eine wirklich strahlende Figur hinzukommt, war ich regelrecht fasziniert von den Nornen, so grausam sie auch aus Sicht der Rimmersmänner sein mögen. Das hat Williams richtig gut hinbekommen und an dem Punkt hebt er sich auch gleich mal ab von der Ursprungsreihe. Also nichts von wegen Aufwasch.


    Sehr spannend auch die Sache mit dem Herz der verlorenen Dinge, einem Artefakt, von dem wir noch gar nicht wissen, ob es nur ein Erinnerungsstück ist oder doch magische Kräfte hat. Ich fand es rührend, wie Yaarike sein Vermächtnis an Viyeki formuliert und bin gespannt, ob es tatsächlich soweit kommt, dass Viyeki das Schmuckstück an sich nehmen muss. Der Handlungsaufbau legt dies aber durchaus nahe.


    Zu den Rimmersmännern, hier begegnen wir ja durchaus bekannten Gesichtern, wobei meine Erinnerung an Isgrimnur und auch an den Tod seines Sohnes Isorn getrübt ist. Sie waren für mich nicht die Hauptprotagonisten von Osten Ard, aber nun muss ich sie halt wieder neu kennen lernen. Spannend finde ich die Anwesenheit einer Sithi in den Reihen der Rimmersmänner. Gleich von Anfang an gibt es da Konflikte, was gar nicht anders zu erwarten war. Das verspricht auch ein spannender Aspekt zu werden und ich fürchte, Ayaminu wird irgendwann völlig zwischen den Stühlen stehen... Das Erleben der Schlacht aus nächster Nähe und aus Sicht des einfachen Soldaten wird uns dagegen von Porto und Endris Sicht aus geschildert, so dass wir noch eine weitere Perspektive haben.


    Insgesamt ist dieser erste Abschnitt bereits sehr temporeich, spannungsgeladen und schlachtenlastig. Nachdem die Nornen in der Wirrwurzelfeste nicht gestellt und vernichtet werden konnten - dank ihres großartigen Ausfalls unter Zuhilfenahme des leeren Sarkophags und der brennenden Leiche Flokis, was für eine bizarr-gräßliche Szene - wird die Verfolgung wohl bis zur nächsten Station weitergehen, nämlich dem Dreirabenturm. Mal sehen, was uns da erwartet.


    Mein erstes Fazit jedenfalls ist, dass ich wieder ganz tief drin in der Handlung bin und die Rückkehr nach Osten Ard bis jetzt großartig finde.

    :lesen: Brandon Sanderson - Krieger des Feuers

  • Für mich ist die Geschichte rund um Osten Ard noch ganz frisch. Ich habe letzten Monat erst den vierten und letzten Band gelesen und war so unglaublich froh, Simon und all die anderen nicht für lange Verabschieden zu müssen. Trotzdem finde ich das Glossar hinten drin in "Das Herz der verlorenen Dinge sehr hilfreich - aber dazu später.
    Ich musste schon im Vorwort lächeln. Einen der letzten Sätze, die Simon im Engelsturm äußert, wiederholt Williams im Vorwort und hat mich damit zum leise Quietschen gebracht. Ich habe mich so daheim gefühlt <3
    Der erste Abschnitt las sich wie geschnitten Brot. Wenn wir keine Leseabschnitte hätten, wäre die Nacht recht kurz geworden.
    Ich hatte das Gefühl, es ist auch größer gedruckt. Aber seis drum.


    Die Handlung setzt ein Jahr nach den Ereignissen von Osten Ard ein, früher als ich eigentlich erwartet hatte. Ich freute mich wirklich Isgrimnur und Sludig wieder zu sehen, habe aber auch ihre Rachsucht deutlich durch die Seiten gespürt. Aber Porto und Endri habe ich gleich in mein Herz geschlossen. Ich hoffe die zwei überleben den Feldzug und wir sehen sie in den nächsten Büchern wieder.
    Doch den Perspektivwechsel zu den Nornen fand ich besonders faszinierend. Die Ereignisse aus Viyekis Sicht haben mir persönlich eine neue Sichtweise eröffnet. Ich hatte zuvor über die Kultur und das Leben der Nornen nur am Rande nachgedacht, da in den frühen Büchern Simons Leben zu viel Raum eingenommen hat. Aber Williams eröffnet uns eine neue Sichtweise, die in der Hexenholzkrone bestimmt auch noch bedeutsam sein wird. In meinem Kopf sind die Nornen auf jedenfall nach dem ersten Abschnitt nicht mehr so schwarzweiß, wie sie es zu Osten Ard Zeiten waren. Sie sind grausam, haben aber auch ein strenges Verständnis von Ehre, denke ich.
    Aber die Szene, in der der brennende Wagen und der brennende Leichnam genutzt wurde um den Rimmermännern Angst einzujagen und den Nornen die Flucht aus der Festung zu ermöglichen, fand ich schon ziemlich gruselig. Da hing ich wirklich wie gebannt vorm Buch!


    Zitat

    Also, ich werde wohl oft zurück zu den Karten blättern. Schade, dass sie nicht im Einband eingearbeitet sind, so muss man ein bisschen suchen.


    ja, das fand ich auch sehr schade. Ich blättere auch oft zur Karte, um die Reisen der Charaktere nachvollziehen zu können.


    Zitat

    Warum nicht auf Bewährtes setzen? Ich hoffe, diese Idee funktioniert dann auch; so manches Comeback wurde zu einem lauwarmen Aufguss und ist fehlgeschlagen. Aber das werden wir ja bald sehen


    Ich habe dieses leise Stimmchen auch gehört ;) Aber die Freude über die neuen Teile überwog bei weitem. Ich stelle es mir gar nicht vor, wie es gewesen wäre, wenn ich die Bücher vor 20 Jahren gelesen und keine Aussicht darauf gehabt hätte, nach Osten Ard zurückzukehren. Die Welt ist einfach so gewaltig, dass man immer wieder neue Geschichten darüber erzählen könnte.


    Eines fällt mir auch in diesem Buch auf. Williams lehnt den Glauben in seinen Büchern stark an den christlichen Glauben an, finde ich. Was meint ihr dazu?

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)

  • Zitat

    Der Ton ein wenig sarkastisch und schwarzhumorig, das ist doch ein schöner Auftakt.


    Ja, das empfand ich auch so. Williams hatte mich gleich wieder in seinen Bann geschlagen und ich hatte Porto und Endri gleich ins Herz geschlossen. Ich hoffe die "Schicksalsgemeinschaft", wie du sie so treffend bezeichnest bleibt uns noch lange erhalten (mindestens bis zum Ende des Buches).


    Zitat

    Das gefällt mir richtig gut, dass wir diesmal beide Perspektiven betrachten dürfen. Falls ich das richtig in Erinnerung habe, sind die Weißfüchse in den Vorgängerbänden ausschießlich in der Böse-Schublade und haben kein eigenes Profil. Nun lernen wir auch sie kennen, und so ganz unsympathisch sind sie mir gar nicht.


    Für mich haben die Nornen auch an Tiefe gewonnen. Sie haben nun Namen und ein Gesicht und sind nicht mehr die bloßen Schreckgespenster, die das Land bedrohen. So hatte ich sie in den vorherigen Büchern nämlich wahr genommen. Yaarike und Viyeki haben eine wirklich besondere "Lehrer-Schüler" Beziehung und die Szene mit "Dem Herz der verlorenen Dinge" hat mich richtig interessiert. Ich hatte das Gefühl, Williams stellt in dem Buch schon sehr früh die Weichen, die in den späteren Bänden von Bedeutung sein werden. Ich würde sagen, wenn Viyeki das Herz nicht in diesem Band an sich nimmt, erfüllt er sein Versprechen spätestens im nächsten großen Band. Oder? Ich finde die zwei furchtbar interessant und spannend. Zu Anfang hatte ich ein bisschen Angst, dass die Nornen mich "kalt" lassen könnten, aber das ist jetzt ganz und gar nicht der Fall.


    Zitat

    Mein erstes Fazit jedenfalls ist, dass ich wieder ganz tief drin in der Handlung bin und die Rückkehr nach Osten Ard bis jetzt großartig finde.


    Da kann ich dir nur zustimmen. Der Temporeiche Einstieg katapultierte mich förmlich wieder nach Osten Ard und bisher fühle ich mich sehr wohl dort.

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)

  • Auch ich war erfreulicherweise sehr schnell wieder in der Geschichte drinnen.


    An Isgrimnur konnte ich mich durchaus noch erinnern, jedoch jetzt nicht unbedingt an den Tod seines Sohnes. Die Rimmersmänner waren also auf dem Weg nach Hause, als sie immer wieder durch Dörfer kamen, die total zerstört, und die Menschen ermordet waren. Die Nornen haben auf dem Heimweg ganz schön gewütet. Dass Isgrimmnur das nicht so hinnehmen kann, ist klar.


    Schön fand ich auch, wie die beiden Soldaten zusammenfanden, Porto und Endri. Aber ich glaube, dass zumindest Endri, nicht ahnte, was ihn so alles erwartet.


    Ich war ebenfalls überrascht, eine Sithi bei dem Heer anzutreffen. Ob sich die Rimmersmänner auf sie verlassen können?


    Ich frage mich tatsächlich, wer denn eigentlich zuerst in Osten-Ard war. Die Nornen oder die Menschen? Beide behaupten das ja von sich.


    Ein Buch, das einen großartigen Übergang auf die kommende Trilogie bietet, zumindest bis jetzt.

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________

    nur wer aufgibt, hat schon verloren


  • Für mich ist die Geschichte rund um Osten Ard noch ganz frisch. Ich habe letzten Monat erst den vierten und letzten Band gelesen und war so unglaublich froh, Simon und all die anderen nicht für lange Verabschieden zu müssen. Trotzdem finde ich das Glossar hinten drin in "Das Herz der verlorenen Dinge sehr hilfreich - aber dazu später.


    Ich habe diese Bücher vor Jahren gelesen. Leider besitze ich nur den ersten Band, weshalb ich mir diese vier Bücher von einem Nachbarn geliehen hatte. Damals waren sie nur noch gebraucht zu bekommen, und da eben schweineteuer.

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________

    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Zitat

    Ich war ebenfalls überrascht, eine Sithi bei dem Heer anzutreffen. Ob sich die Rimmersmänner auf sie verlassen können?


    Ich war angenehm überrascht. Aber ich mochte Jiriki sehr sehr gerne in den ersten Bänden und deshalb denke ich, dass sie ihr vertrauen können. Vielleicht wird sie soetwas wie eine weise Ratgeberin?


    Zitat

    Damals waren sie nur noch gebraucht zu bekommen, und da eben schweineteuer.


    Ja, das stimmt. Die waren ja lange vergriffen und wurden erst in meiner Studienzeit neu aufgelegt >_>

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)

  • Bis jetzt sind wir ja lauter Fans, wie ich sehe. Bin gespannt, wie es Quereinsteigern geht.


    Ich habe mich sofort wieder wohlgefühlt in Osten Ard. Das liegt zum einen daran, dass ich gerade die Hörbücher nochmal anhöre. Habe es zwar nicht bis zum Nornenturm geschafft, aber bis August klappt das sicherlich.


    Die Nornen hinterlassen eine blutige Spur auf ihrem Rückzug. Das erinnert tatsächlich an reale Menschenkämpfe in der realen Welt. Auch die Strategischen und Militärischen Aspekte sind wie aus einem Kriegsroman. Das kann Tad Williams einfach hervorragend, seinen Geschichten einen Hauch von Wirklichkeit verleihen.


    Isgrimnur war schon früher einer meiner Lieblinge. Der Tod seines Sohnes ist ihm sehr nahe gegangen. Ich bewundere, dass er trotzdem einen gefassten Eindruck macht und nicht kopflos hinter den Nornen herjagd.


    Interessant finde ich den Erholungsschlaf der Königin. Das mutet irgendwie wie aus einem Märchen an. Ich frage mich, nach welchen Kriterien wie wieder aufwacht. Scheint ja keine Dauer dieses Schlafes zu geben.


    Endri und Porto sind neu in dieser Geschichte und sie repräsentieren für mich den einfachen Soldaten oder den Mann aus dem Volk. Vor allem der junge Endri. Mit ihm können sich vielleicht auch die Neueinsteiger am schnellsten identifizieren, denke ich. Er ist etwas unerfahren und blauäugig. Und in so einen Krieg gehört er sicherlich nicht. Toll, dass hier auch mal die zu Wort kommen, die in anderen Büchern und Filmen oft nur das "Kanonenfutter" sind.

  • Sehr hilfreich war mir dabei die Lektüre eines ausführlichen Artikels in der "Tolkien Times", die just vorgestern herein geschneit ist; Christian Handel beleuchtet darin ausführlich verschiedene Aspekte der Reihe, stellt Figuren und Völker vor und führt den groben Ablauf der Handlung in seinen verschiedenen Ebenen vor Augen. Das ist wirklich gut gemacht und hat mir sehr geholfen, mich an die komplexe Handlung zu erinnern. Kennt ihr die Tolkien Times vom Klett-Cotta-Verlag? Ich kann sie nur empfehlen, wenn man sich für die Veröffentlichungen der Hobbit-Presse interessiert.


    Das hört sich interessant an. Muss man die abonnieren?


    Du hast auf jeden Fall genau das richtige gemacht und dich noch mal aufgewärmt. Dadurch wird die Sache gleich wieder viel intensiver. Scheint, als hätten wir das fast alle so oder so ähnlich gemacht. :breitgrins:


  • Die Schlacht gegen die Nornen ist gewonnen und sie fliehen nach Norden, aber so ganz vorbei ist der Krieg eben doch noch nicht. Wir begleiten Isgrimnur und seine Mannen bei der Verfolgung einer großen Gruppe der Nornen, aber gleichzeitig sind wir auch in der Wirrwurzelfeste, in der sich die verfolgte Gruppe verschanzt.


    Das gefällt mir richtig gut, dass wir diesmal beide Perspektiven betrachten dürfen. Falls ich das richtig in Erinnerung habe, sind die Weißfüchse in den Vorgängerbänden ausschießlich in der Böse-Schublade und haben kein eigenes Profil. Nun lernen wir auch sie kennen, und so ganz unsympathisch sind sie mir gar nicht.


    Ich hatte in Erinnerung, dass es schon so kleine Szenen gibt, in denen die Nornen vorkommen. Allerdings meist die Königin und ihre rechte Hand. Und die sind schon nochmal ein anders Kaliber, als die, die hier jetzt zu Wort kommen. Die sind tatsächlich fast "normal" und teilweise auch gar keine Ungeheuer. Das ist natürlich gut, wenn man auch die Gegner näher kennenlernt. Aber ich frage mich, ob da nicht etwas die Furcht vor ihnen schwindet. Bis jetzt waren sie für mich schon eine große unheimliche und eiskalte Bedrohung. Aber wenn es da lauter Nornen gibt, deren Handlungen man versteht und nachvollziehen kann, womöglich gar nette Nornen :entsetzt: dann verändert sich da schon einiges bei mir und meinem Leseempfinden. Ich bin gespannt.

  • Zitat

    Aber ich frage mich, ob da nicht etwas die Furcht vor ihnen schwindet. Bis jetzt waren sie für mich schon eine große unheimliche und eiskalte Bedrohung. Aber wenn es da lauter Nornen gibt, deren Handlungen man versteht und nachvollziehen kann, womöglich gar nette Nornen :entsetzt: dann verändert sich da schon einiges bei mir und meinem Leseempfinden. Ich bin gespannt.


    Ich glaub, dieses Gefühl ist auch Williams Absicht. Er verleiht dem dunklen Profil. Ansonsten würde ich es praktisch als zweiten Aufguss empfinden. Aber so führt Williams noch mal einen interessanten Handlungsstrang ein

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)

  • Hallo zusammen,


    ich habe ja gerade meinen "Re-Read" (bzw. Re-Hear) der ersten vier Bücher geschafft und es war toll, nun direkt weiterlesen zu können. Ich habe mir schon überlegt, ob es nicht besser gewesen wäre, darauf zu warten, bis Tad Williams alle Folgebücher fertiggestellt hätte, um dann alles am Stück zu lesen. Wahrscheinlich schon, bei Shadowmarch habe ich das auch so gemacht, aber andererseits war ich eben auch sehr neugierig und hätte die Warterei wohl nicht lange ausgehalten. :breitgrins:



    Kennt ihr die Tolkien Times vom Klett-Cotta-Verlag?


    Die habe ich auch abonniert und natürlich auch gleich entdeckt, dass ein großer Bericht über die Bücher drin ist. Das ist auf jeden Fall bestimmt hilfreich, wenn die Lektüre schon eine Weile her ist, um sich wieder zu orientieren. Das kam ja dann echt passend. :smile:



    Dann habe ich natürlich Tad Williams' Vorwort gelesen und war schon ein bisschen gerührt, dass er aufgrund der Leserreaktionen die Rückkehr nach Osten Ard gewagt hat.


    Das fand ich auch irgendwie berührend. Ich fühlte mich bei dem Vorwort so direkt angesprochen. :smile:


    Ich hatte den Autor ja vor ewigen Jahren mal auf der Buchmesse gesehen und war damals dermaßen unvorbereitet (ich glaub mein zweiter Messebesuch) auf der Buchmesse gewesen und hatte gar nicht auf dem Schirm, dass man Bücher signieren lassen konnte. Ich hatte also nichts dabei und als ich ihn dann habe signieren sehen, bin ich an den Verlagsstand und habe mir einen der dort herumliegenden leeren Briefumschläge geben lassen und den dann signieren lassen. Hauptsache, ich hatte meine Unterschrift. Der Brief steckt nun eben im Buch drin. Aber dieses Jahr gibt es ja eine neue Gelegenheit und dann nehmen ich ein richtiges Buch auf die Messe mit. :breitgrins:


    Andererseits sagt so ein böses Stimmchen in meinem Ohr, dass seine letzten Projekte ja nun nicht gerade der große Wurf waren; "Die Drachen der Tinkerfarm" fand ich mäßig und die Reihe ist auch nicht fortgesetzt worden, "Bobby Dollar" scheint auch nicht gerade der große Erfolgsschlager zu sein. Warum nicht auf Bewährtes setzen? Ich hoffe, diese Idee funktioniert dann auch; so manches Comeback wurde zu einem lauwarmen Aufguss und ist fehlgeschlagen. Aber das werden wir ja bald sehen.


    Ich hoffe ja mal sehr, dass es kein Fehler von ihm war. Mir hat Bobby Dollar gut gefallen, aber das kann man irgendwie schlecht vergleichen, da es ein ganz anderer Stil war, den er da mal ausprobiert hat. Das war ähnlich wie die "Dresden Files" von Jim Butcher und ich fand es amüsant. Die Tinkerfarm habe ich nicht gelesen, hat er das nicht mit seiner Frau zusammen geschrieben? Shadowmarch hat mir jedenfalls sehr gut gefallen und das war ja wieder "normale" :zwinker: Fantasy.


    Ja, Comebacks sind immer ein Risiko, daher finde ich es um so mutiger, dass er das wagt. Aber ich vertraue jetzt einfach mal auf seine Fähigkeiten, auch wenn seine ersten Bücher für mich am Ende vielleicht weiterhin etwas ganz Besonderes bleiben werden, das nicht mehr getoppt werden kann. Insoweit gehe ich das jetzt mal entspannt an. Mich hat es schon positiv überrascht, dass ich die ersten Bücher nach etwa zwanzig Jahren immer noch genauso gut fand und so wie früher in die Welt einsinken konnte, wie damals. Das ist ja auch manchmal eine Enttäuschung, wenn man ein Buch nach so vielen Jahren wieder liest und sich dann wundert, was man damals so gut daran fand. Das war hier bei mir überhaupt nicht so und ich finde es toll, dass dieses Lesegefühl, diese besondere Atmosphäre, nun wohl fest bei mir in Erinnerung bleibt.



    Dann habe ich mich erstmal in den hinteren Teil des Buches vertieft; die erklärenden Worte zu den Feenwesen fand ich trotz meiner Vorkenntnisse schon sehr hilfreich, weil ich das echt nicht mehr auf dem Schirm hatte, wie da die Zusammenhänge sind.


    Die Zusammenfassung zu den Feenwesen (ach ja, der gute kleine Tiamak :smile: ) ist bestimmt besonders hilfreich auch für die, die die ersten Bücher noch gar nicht kennen. Allein schon die Vielzahl an Namen, die die Feen jeweils haben, sind doch etwas verwirrend, am Anfang.


    So, jetzt lese ich erst mal den ersten Abschnitt fertig, damit ich dann hier richtig einsteigen kann.

  • Ich war ebenfalls überrascht, eine Sithi bei dem Heer anzutreffen. Ob sich die Rimmersmänner auf sie verlassen können?


    Da die Sithi ja schon im ersten Zyklus den Menschen mehr oder weniger geholfen haben, war ich nicht überrascht. Interessant war aber für mich wieder, wie fremd sich die Menschen und die Sithi und Nornen in ihren Empfindungen doch sind.

  • Da die Sithi ja schon im ersten Zyklus den Menschen mehr oder weniger geholfen haben, war ich nicht überrascht. Interessant war aber für mich wieder, wie fremd sich die Menschen und die Sithi und Nornen in ihren Empfindungen doch sind.


    Vielleicht war ihre Begleitung auch ein Versuch der Sithis, diese Ferne zu Überwinden =) Immer schön einen Schritt nach dem anderen. Mal sehen wie nah sich Sinthi und Menschen nach den nächsten Büchern sind ;)

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)

  • Ja, Comebacks sind immer ein Risiko, daher finde ich es um so mutiger, dass er das wagt. Aber ich vertraue jetzt einfach mal auf seine Fähigkeiten, auch wenn seine ersten Bücher für mich am Ende vielleicht weiterhin etwas ganz Besonderes bleiben werden, das nicht mehr getoppt werden kann.


    Die Zusammenfassung zu den Feenwesen (ach ja, der gute kleine Tiamak :smile: ) ist bestimmt besonders hilfreich auch für die, die die ersten Bücher noch gar nicht kennen. Allein schon die Vielzahl an Namen, die die Feen jeweils haben, sind doch etwas verwirrend, am Anfang.


    Ich denke auch, dass die ersten vier Bände etwas Besonderes waren und wahrscheinlich nicht getoppt werden können. Ich will die Latte auch nicht zu hoch für Williams stecken, damit ich nicht zu enttäuscht bin. Aber alleine schon, dass er in diese Welt zurückkehrt und dass einige der "alten" Charakter wieder auftauchen, freut mich ungemein und ich verspreche mir schon eine gute Fortsetzung.


    Mir wäre es lieber gewesen, wenn die Feen-Erklärung am Anfang angesiedelt worden wäre, damit die Leute sie auch vorher lesen und so besser den Einstieg schaffen. Und so eine kurze kompakte Zusammenfassung der Geschehnisse wäre vielleicht auch nicht ganz verkehrt gewesen. Aber das kann ich nicht so ganz beurteilen.

  • Vielleicht war ihre Begleitung auch ein Versuch der Sithis, diese Ferne zu Überwinden =) Immer schön einen Schritt nach dem anderen. Mal sehen wie nah sich Sinthi und Menschen nach den nächsten Büchern sind ;)


    Ja, ich tippe ja fast darauf, dass sich auch bei den Sithi und den Nornen noch etwas in der Beziehung tun könnte. In die eine oder andere Richtung.

  • Hallo ihr Lieben, ich habe gerade den ersten Abschnitt beendet und finde, ich bin eigentlich ganz gut wieder reingekommen. Außer an Isgrimnur habe ich mich zwar an kaum einen der Charaktere erinnernt, aber auch bei mir ist die Lektüre der Bücher schon etwas länger her, so schätzungsweise 9-10 Jahre. Zeit, sie noch einmal zu lesen habe ich momentan leider nicht, auch wenn ich sie immer wieder gerne weiter empfehle.


    Schön fand ich hier, dass man diesmal auch die Perspektive der Nornen erlebt. Ich kann mich nicht genau erinnern, meine aber, dass dies vorher nicht der Fall war. So erfährt man etwas über ihre Gesellschaftstruktur und über einzelne Charaktere, was sie einem irgendwie näher bringt und zeigt, dass sie nicht nur ein unbestimmtes Feindbild sind.
    Ich mochte auch, dass "Das Herz der verlorenen Dinge" direkt aufgetaucht ist und man gleich weiß, woher der Titel kommt. Ich musste auch gleich noch mal das Cover genauer studieren. Ich frage mich jetzt besonders, ob es mit dem Amulett mehr auf sich hat, als eine Erinnerung an vergangene Zeiten. Die Bezeichnung als Artefakt lässt ja vermuten, dass ihm vielleicht magische Kräfte innewohnen.


    Insgesamt fand ich den Abschnitt sehr kriegslastig, und obwohl ich das manchmal mag, hoffe ich doch, dass das Buch noch ganz viel anderes für uns auf Lager hat.


  • Sehr hilfreich war mir dabei die Lektüre eines ausführlichen Artikels in der "Tolkien Times", die just vorgestern herein geschneit ist; Christian Handel beleuchtet darin ausführlich verschiedene Aspekte der Reihe, stellt Figuren und Völker vor und führt den groben Ablauf der Handlung in seinen verschiedenen Ebenen vor Augen. Das ist wirklich gut gemacht und hat mir sehr geholfen, mich an die komplexe Handlung zu erinnern. Kennt ihr die Tolkien Times vom Klett-Cotta-Verlag? Ich kann sie nur empfehlen, wenn man sich für die Veröffentlichungen der Hobbit-Presse interessiert.


    Das kenne ich noch gar nichts. Kann man den Artikel auch online lesen Miramis? Der würde mich auch interessieren.



    Dann habe ich mich erstmal in den hinteren Teil des Buches vertieft; die erklärenden Worte zu den Feenwesen fand ich trotz meiner Vorkenntnisse schon sehr hilfreich, weil ich das echt nicht mehr auf dem Schirm hatte, wie da die Zusammenhänge sind.


    Das habe ich auch zuerst gelesen, und fand es gut als Einstimmung. Aber habe ich es überlesen, oder wurde gar nicht erklärt, warum sich Sithi und Nornen überhaupt aufgespalten haben? Ich kann mich an den Grund gar nicht mehr erinnern.


    Vielleicht eine Frage an diejenigen, denen die Lektüre der anderen Bände noch näher ist. Im Vorwort wird in einem Zitat von der Geburt von Zwillingen und einer Prophezeiung geredet, kann mir noch mal jemand auf die Sprünge helfen, worauf sich das bezieht?



    Dieses Zitat habe ich mir auch sofort markiert, es ist wirklich schön :smile:



    Das gefällt mir richtig gut, dass wir diesmal beide Perspektiven betrachten dürfen. Falls ich das richtig in Erinnerung habe, sind die Weißfüchse in den Vorgängerbänden ausschießlich in der Böse-Schublade und haben kein eigenes Profil. Nun lernen wir auch sie kennen, und so ganz unsympathisch sind sie mir gar nicht.


    Genau so habe ich es auch empfunden. Letztendlich sind sie auch nur Geschöpfe, die sich nach ihrer alten Heimat zurück sehnen und schon viel Leid erfahren haben. Dass sie so lange Leben und dementsprechend ein Elefantengedächtnis haben, was widerfahrenes Leid angeht, macht die Interaktion mit anderen Völkern aber sicher nicht leichter...



    Ich fand es rührend, wie Yaarike sein Vermächtnis an Viyeki formuliert und bin gespannt, ob es tatsächlich soweit kommt, dass Viyeki das Schmuckstück an sich nehmen muss. Der Handlungsaufbau legt dies aber durchaus nahe.


    Ich mag Yaarike wegen seiner bedachten Art. Er scheint ein großer Denker zu sein und sich durch seine Weisheit von vielen der anderen Nornen abzuheben. Ich denke auch, dass es dazu kommen wird und finde es jetzt schon sehr schade, auch wenn er natürlich irgendwie der Feind ist :heul:


  • Eines fällt mir auch in diesem Buch auf. Williams lehnt den Glauben in seinen Büchern stark an den christlichen Glauben an, finde ich. Was meint ihr dazu?


    Das habe ich damals auch sehr stark so empfunden. Besonders wenn es darum geht, nichts anderes zuzulassen, vor allem, wenn es um Dinge geht, die nicht in die Zeitrechnung des Glaubens passen.



    Schön fand ich auch, wie die beiden Soldaten zusammenfanden, Porto und Endri. Aber ich glaube, dass zumindest Endri, nicht ahnte, was ihn so alles erwartet.


    Die beiden mochte ich auch, obwohl Endri bei mir momentan eher als jammernder Feigling dasteht. Aber das bietet natürlich Raum für Entwicklung. Ich weiß nicht, wie groß der Altersunterschied zu Porto ist, aber der kommt mir wie ein Väterlicher Typ vor, der bisher gut auf Endri aufgepasst hat. Ich hoffe die beiden kommen zusammen durch :-)