02 - Seite 95 – 146 (Zweiter Teil – Der Dreirabenturm)

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 43 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von LizzyCurse.

  • Es geht actiongeladen weiter, wie ich finde. Und der Abschnitt war mal wieder viel zu kurz. Ich habe ihn gestern Abend gelesen und war ganz verblüfft, dass er schon endete. Und wie immer hatte ich das Bedürfnis, einfach weiterzulesen und den kleinen Ausflug nach Osten Ard noch ein bisschen auszukosten. Aber ich bin ja brav!


    Besonders eingebrannt hat sich bei mir die Szene von Endris Verletzung. Ich habe ihn wirklich aus Portos Perspektive wahrgenommen, wie er da über ihm stand und ihn verteidigt hat, bis er schließlich selbst von einem Pfeil getroffen wurde. Die Szene war wirklich markant und ziemlich einprägsam. Ich hoffe, Endri überlebt - damit ihn Porto nach Hause bringen kann, wie er es versprochen hat!


    Im Dreirabenturm wurden indes Pläne geschmiedet. Die Nornen sind sehr opferbereit. Das wurde mehr als deutlich! Aber ... was war das für ein böser Geist? Da bin ich nicht wirklich dahinter gestiegen ... ihr? Oder war es am Ende vielleicht gar kein Geist und die Generallin verfolgt eigene Ziele? Ist sie vertrauenswürdig? Ich habe an dem Punkt die Vertrauenswürdigkeit in Frage gezogen ... mhm ...

    Im letzten Abschnitt haben wir ja über das Verhältnis von Ayaminu (verdammt, ich muss den Namen immer wieder nachschlagen xD) und Isgrimnur diskutiert. Aber er vertraut ihr immerhin soweit, dass er strategische Entscheidungen aufgrund ihres Rates trifft (was ja auch die richtige Entscheidung war). Ich finde das interessant. Das Vertrauen von Simon und Miri in die Sithi beginnt anscheinend auf ihn abzufärben.

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)

  • Der Abschnitt war wirklich schnell gelesen.



    Ich hoffe, Endri überlebt - damit ihn Porto nach Hause bringen kann, wie er es versprochen hat!


    Oh weh, ja, hier habe ich auch Angst. Diese schwarze Verfärbung, die die Haut wie tot erscheinen lässt, gefällt mir gar nicht. Die Nornen haben ja gerne mit Giften u. ä. gekämpft und wenn sie hier irgendwas an den Pfeilen verwendet haben, hat wohl keiner im Heer ein Gegen- oder Heilmittel parat. Höchstens Ayaminu - hoffentlich!


    Ein Bild, das mir hier gut gefiel, waren Portos "Gedanken, die an einer Schnur hingen, aber je mehr er daran zog, um so mehr Schnur bekam er " oder so ähnlich.


    Sehr berührend fand ich hier auch wieder Endri, als er zu Porto sagte, er wisse den Heimweg nicht mehr und ihn deshalb bat, ihn nicht zu verlassen und den Weg nach Hause zu zeigen. Puh, wie das wohl endet mit den beiden ...




    Aber ... was war das für ein böser Geist? Da bin ich nicht wirklich dahinter gestiegen ... ihr? Oder war es am Ende vielleicht gar kein Geist und die Generallin verfolgt eigene Ziele? Ist sie vertrauenswürdig? Ich habe an dem Punkt die Vertrauenswürdigkeit in Frage gezogen ... mhm ...


    Ich hatte hier auch den Gedanken, dass die Generalin irgendwelche Ziele (zusätzliche Eigenpläne - ich glaube schon, dass sie die Nornen retten will) verfolgt. Zumindest wirkte sie in dem Moment nicht ganz ehrlich auf mich, als sie die Sängerin tötete und das so abtat, als wäre sie da wohl etwas zu heftig gewesen und hätte das nicht gewollt. DAS habe ich ihr nicht abgenommen. Ich habe aber keine Idee, was sie vorhaben könnte, denn es würde ja Verrat an ihrem Volk bedeuten, wenn sie nicht vorhat, wirklich den besten Weg zu gehen, um sie zu retten. Das glaube ich wiederum nicht. Irgendetwas wirkte auf mich aber tatsächlich nicht ehrlich an ihr in der ganzen Situation (auch mit den geforderten Opfern) ....


    Wer soll dieser Akhenabis (Herr des Sanges) sein, der durch die Sängerin gesprochen hatte? Wäre sein Plan der bessere gewesen? Oder war das tatsächlich eine Falle, die die Generalin erkannt hat? Wenn ich mir vorstelle, alle Nornen wären beim Turm geblieben, wie die Stimme verlangt hatte, dann wäre das ein Gemetzel geworden, der die Nornen getötet hätte. So gesehen, war der Verdacht der Generalin, die Sithi beim Feind könnte mit dieser Geisterstimme etwas zu tun haben, nicht unlogisch. Und auch, wenn man daran denkt, dass die Sithi ja kurz vorher noch Isgrimnur ganz erstaunlich ausführlich von der Schwachstelle am Turm erzählt hatte. Wenn sie gleichzeitig den Nornen übermittelt hätte, diese sollten doch alle am Turm bleiben und kämpfen, dann wäre das eine perfekte Falle geworden. Aber wie soll sie als Geist des Akhenabis gesprochen oder ihn heraufbeschworen haben? Hier interpretiere ich wohl etwas zu viel hinein und sehe eine Verbindung, wo keine ist. Aber vielleicht hat die Generalin eine persönliche Sache laufen und spielt irgendein Spiel ...




    Im letzten Abschnitt haben wir ja über das Verhältnis von Ayaminu (verdammt, ich muss den Namen immer wieder nachschlagen xD) und Isgrimnur diskutiert. Aber er vertraut ihr immerhin soweit, dass er strategische Entscheidungen aufgrund ihres Rates trifft (was ja auch die richtige Entscheidung war). Ich finde das interessant. Das Vertrauen von Simon und Miri in die Sithi beginnt anscheinend auf ihn abzufärben.


    Er hat ja auch selbst die Erfahrung gemacht, dass den Sithi zu trauen ist und sie gute Entscheidungen treffen, gerade auch in Bezug auf die Nornen, die ja ihre Verwandten sind und sie diese daher besser einschätzen können, als die Menschen. Die Menschen, die ja vor nicht langer Zeit noch dachten, die Sithi und Nornen wären nur noch Legenden, die es nicht mehr wirklich gibt.


    Es ist nach meinem Empfinden nicht nur das Vertrauen, das Simon und Miriamel zu den Sithi aufgebaut hatten und deren Auftrag an Isgrimnur, die Sithi mitzunehmen, sondern auch seine eigene Erfahrungen im Kampf gegen den Sturmkönig. Er hat die Sithi ja kennengelernt und miterlebt, wie sehr auch sie gekämpft haben und Simon und Josua unterstützt hatten. So sehr er sie vielleicht immer noch nicht mag, so kann er doch nach dem, was sie gemeinsam durchgemacht hatten, gar nicht anders, als ihnen Respekt zu erweisen, oder?



    Wen ich aber überhaupt nicht leiden kann ist Brindur. Ja, er hat seinen Sohn verloren, aber auch ohne diesen Verlust wäre er wohl kaum anders in seinem Verhalten. Nur Blut will er sehen und kämpfen ohne nachzudenken. Dazu seine abfällige Art - nein, ich mag ihn überhaupt nicht.

  • Auch der zweite Abschnitt ist vor allem eine Geschichte vom Krieg und von der Kriegsführung. Jetzt auch eine von einer Belagerung. Hier sind viele Elememente eines historischen Romanes, was mir sehr gut gefällt.


    Interessant, das das Nornenvolk so richtig wie in Kasten eingeteilt ist. Die Bauleute, die Krieger, die Opfermutigen. Und sie leben die meiste Zeit ohne Licht, im Berg, unterirdisch. Die Nornen sind nicht zu beneiden und ich verstehe sie immer besser. (Ich hoffe, dass diese Art der Erzählweise auch in der neuen Reihe beibehalten wird.)


    Dass Endri verletzt wird ist tragisch. Und ich fürchte, dass er sterben wird. Er erscheint mir von Anfang an wie das schwächste Mitglied in der Darstellerriege. Sympathisch aber ersetzbar. Er steht für all die Opfer, die es in diesem Krieg gibt. :sauer:

  • Wen ich aber überhaupt nicht leiden kann ist Brindur. Ja, er hat seinen Sohn verloren, aber auch ohne diesen Verlust wäre er wohl kaum anders in seinem Verhalten. Nur Blut will er sehen und kämpfen ohne nachzudenken. Dazu seine abfällige Art - nein, ich mag ihn überhaupt nicht.


    Bindur ist ein gutes Gegenbeispiel zu Isgrimnur. Beide haben den Krieg mittendrinnen erlebt, beide haben Verluste erlitten. Aber während der eine auf Rache und Vernichtung aus ist, ist der andere immer noch besonnen und überlegt, was das Beste ist.



  • Im letzten Abschnitt haben wir ja über das Verhältnis von Ayaminu (verdammt, ich muss den Namen immer wieder nachschlagen xD) und Isgrimnur diskutiert. Aber er vertraut ihr immerhin soweit, dass er strategische Entscheidungen aufgrund ihres Rates trifft (was ja auch die richtige Entscheidung war). Ich finde das interessant. Das Vertrauen von Simon und Miri in die Sithi beginnt anscheinend auf ihn abzufärben.


    Isgrimnur ist ein kluger und kriegserfahrener Anführer. Es geht ihm nicht darum zu Töten, sondern das Richtige zu tun. Ayaminu ist eine Frau und sie ist für seinen Geschmack fast etwas zu kompliziert. Typisch Sithi halt. Redet oft in Rätseln. Aber er spürt, dass ihre Hinweise und Tipps wichtig sind und den Ausgang der Kämpfe beeinflussen könnten. Vertrauen muss natürlich wachsen. Da hilft es nichts, wenn Simon Jeriki vertraut. Isgrimnur muss seine Erfahrungen selber machen. Das kommt gut rüber.

  • Sehr berührend fand ich hier auch wieder Endri, als er zu Porto sagte, er wisse den Heimweg nicht mehr und ihn deshalb bat, ihn nicht zu verlassen und den Weg nach Hause zu zeigen. Puh, wie das wohl endet mit den beiden ...


    Endri ist einfach ein lieber Kerl. Und Porto wie ein großer Bruder zu ihm. Die beiden wachsen einem schnell ans Herz. Um so schlimmer trifft uns ihr Schicksal.

  • Ich mag Endri auch sehr gerne. Und er tut mir unendlich leid. Denn ich vermute auch dass er das nicht überlebt. Auch wenn ich ihm die Heimkehr doch so sehr gegönnt hätte.


    So wie die Nornen hätte ich auch nicht wohnen gewollt. So ohne Licht, in einem Berg drinnen...


    Ja. erst die Kämpfe und jetzt die Belagerung, bin gespannt wie das weitergeht...

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________

    nur wer aufgibt, hat schon verloren


  • Sehr berührend fand ich hier auch wieder Endri, als er zu Porto sagte, er wisse den Heimweg nicht mehr und ihn deshalb bat, ihn nicht zu verlassen und den Weg nach Hause zu zeigen. Puh, wie das wohl endet mit den beiden ...


    Ich war ja eigentlich überrascht, dass Endri verletzt wurde. Klassischerweise stirbt in solchen Situationen doch eher der Mentor, sprich Porto. Andererseits hätte Endris Tod auch auf Porto ziemlich große Auswirkungen, schätze ich.
    Ein Heilmittel von Ayaminu wäre die Lösung - aber ehrlich gesagt hätte ich da erwartet, dass sie damit schon längst herausgerückt wäre. Und der Abschnitt endet ja damit, dass Endri sich mit dem Tod abgefunden hat bzw. ihn kommen sieht. So habe ich das zumindest interpretiert.



    Was mir in diesem Abschnitt bewusst zu denken gegeben hat, ist das Ende auf das wir zusteuern. Ich habe die Inhaltsangabe des nächsten Bandes nicht gelesen und habe es auch nicht vor, bevor ich hier durch bin, insofern kann ich auch komplett daneben liegen.


    Porto verspricht Endri immer, sie werden als die Männer, die die Nornen endgültig besiegt haben gefeiert werden. Kann ich mir nicht vorstellen. Wir sind beinahe halb durch das Buch durch, keine Chance, dass da erfolgreiche Schlachten gegen Nakkiga geschlagen werden und die Nornen vernichtet werden.
    So dass denn überhaupt das erstrebenswerte Ziel sein sollte. Im Moment werden wir als Leser ja immer mehr in die Sichtweise der Nornen eingeführt, insofern kann das ja gar nicht mehr von uns gewünscht werden, oder?


    Was also könnte passieren?
    Isgrimnur und seine Mannen werden vernichtend geschlagen - keiner kommt lebend aus der Sache raus. Oder ein Bote, vielleicht Porto oder Endri, der bei der letzten Schlacht verletzt zurückbleiben musste, kann entkommen und berichtet dem König über... das Erstarken der Nornen? ihren Sieg? die Niederlage Isgrimnurs? die veränderte Situation - denn irgendeine Rolle wird das Herz ja wohl noch spielen, oder? Wegen des Titels glaube ich auch nicht, dass Yaarike überlebt, ondern dass er am Ende das Herz an Viyeki weitergibt.


    Bin ich zu blutrünstig? Alternativ und das fände ich eigentlich viel besser hätte ich gerne, dass die Situation in einem Patt oder wackeligem Waffenstillstand endet. Viele sterben, aber letzten Endes sehen beide Seiten ein, dass sie eigentlich nur kämpfen, weil sie den Gegner fürchten und seine Motive falsch einschätzen:


    Die Menschen wollen eigentlich nur ihre Ruhe. Der Hauptgrund, warum sie die Nornen tatsächlich vernichten wollen, ist Angst. Und das scheinbare Wissen, dass nur dann ihre Familien wieder sicher sein werden. Dass gewisse wie Brindur Rache nehmen wollen, lasse ich da jetzt mal außen vor. Der kann ja in einem der Kämpfe noch sterben. :teufel:
    Die Nornen wollen eigentlich nur nach Hause. Für sie sind die Menschen die Invasoren, was gerade in diesem Abschnitte auffallend oft erwähnt wurde. Sie glauben, dass der Kampf die einzige Möglichkeit ist, ihre Familien zu schützen. Ziemlich deutliche Parallelen, oder?


    Wenn jetzt bestimmte Elemente auf beiden Seiten entfernt würden *hust* und andere, vernünftigere Stimmen in einen Dialog eintreten könnten, könnte es dann nicht zumindest einen Waffenstillstand geben?
    Ich glaube zwar nicht wirklich dran, aber das wäre doch cool, oder?



    [quote author=Heimfinderin]
    Irgendetwas wirkte auf mich aber tatsächlich nicht ehrlich an ihr in der ganzen Situation (auch mit den geforderten Opfern) ....
    [/quote]
    Ich denke, dass hat vor allem auch mit ihrer Art zu tun. Die Rede, die sie gehalten hat, um die Nornen zu "motivieren" und die Opfer zu fordern, war schon extrem gekonnt bis manipulativ. Das kann man jetzt positiv interpretieren als "Sie als Generalin kann ihre Truppen wieder aufbauen und ihnen Kampfesmut geben" oder negativ als "Sie ist in der Lage, ihre Untergebenen von ihren Plänen zu überzeugen und damit vielleicht auch für ihre eigenen Ziele einzuspannen". Ich fand zum Beispiel auch interessant, dass sie Hayyano sofort als Kommandant vor Ort eingesetzt hat. Hat sie damit einen Rivalen beseitigt? Oder im nur die ihm zustehenden Ehre zuteil werden lassen?
    Und Yaarike scheint von ihrem Plan letztendlich auch nicht hundertprozentig überzeugt, gibt aber schließlich nach. Vielleicht auch, weil er merkt, dass sie die Unterstützung aller hier hat?


    [quote author=Heimfinderin]
    Wer soll dieser Akhenabis (Herr des Sanges) sein, der durch die Sängerin gesprochen hatte? Wäre sein Plan der bessere gewesen? Oder war das tatsächlich eine Falle, die die Generalin erkannt hat?
    [/quote]
    So wie ich das verstanden hatte, ist der höchste in der Kaste der Sänger, evtl. damit so etwas wie die rechte Hand Utuk'kus bzw. vielleicht eine Art Regent in ihres "Abwesenheit"?
    Suno'ku kam ja aus Nakkiga und kennt die Situation dort. Vielleicht gibt es dort auch gewisse Machtkämpfe? Und Akhenabis hat mit einem solchen Befehl versucht, eine mögliche Konkurrentin - denn anscheinend ist sie ja extrem angesehen - aus dem Weg zu räumen?


    [quote author=Heimfinderin]
    So gesehen, war der Verdacht der Generalin, die Sithi beim Feind könnte mit dieser Geisterstimme etwas zu tun haben, nicht unlogisch.
    [/quote]
    Aus Nornensicht durchaus nachvollziehbar, ich kann es mir aber nicht vorstellen. Ayaminu hat sich ja bisher explizit zurückgehalten und die Menschen lediglich mit Informationen und Ratschlägen unterstützt. Ich glaube nicht, dass sie jetzt so heimtückisch gegen die Nornen vorgehen würde. Wenn sie dazu denn überhaupt die Macht hätte. Ein Eindringen in eine so starke Sängerin, selbst wenn sie geschwächt ist?




    Aber er vertraut ihr immerhin soweit, dass er strategische Entscheidungen aufgrund ihres Rates trifft (was ja auch die richtige Entscheidung war). Ich finde das interessant.


    Wobei er im vorherigen Kapitel noch ziemlich abfällig meinte, sie sei nicht dabei, um ihm Ratschläge zu erteilen bzw. damit er ihren Ratschlägen folgen solle. Was mich da schon gestört hat. Erstens: Wozu ist sie denn sonst dabei? Und zweitens: Ratschläge sind keine Befehle und lassen einem in der Regel die Wahl, ob man ihnen folgt oder nicht.
    Insofern empfinde ich seine Entwicklung in diesem Abschnitt und die Änderung in seinem Verhalten ihr gegenüber als sehr positiv.



    [quote author=Heimfinderin]
    Wen ich aber überhaupt nicht leiden kann ist Brindur. Ja, er hat seinen Sohn verloren, aber auch ohne diesen Verlust wäre er wohl kaum anders in seinem Verhalten. Nur Blut will er sehen und kämpfen ohne nachzudenken. Dazu seine abfällige Art - nein, ich mag ihn überhaupt nicht.
    [/quote]
    Das kann ich so unterschreiben. Am liebsten würde ich ihn schütteln und ihm sagen: Dein Sohn hat sich durch sein eigenes Verhalten umgebracht, jetzt stell du dich nicht auch noch so dumm an und reiße deinen ganzen Männer mit. Abgesehen davon seid ihr vor diesen "schwachen" Weißfüchsen vor kurzem noch panisch geflohen!
    Blutrünstigkeit ist schlimm genug, aber diese Blindheit...


    Gerade auch sein Verhalten gegenüber Sludig fand ich unmöglich. Der einzige, der eine Falle riecht und vor zu großer Überheblichkeit warnt, was mir übrigens sehr gut gefallen hat.

    Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... - We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.

  • Ich habe es tatsächlich geschafft, gestern Nacht im Zug noch den zweiten Abschnitt zu lesen. Ich war überrascht, dass er doch recht kurz war.


    Ich kann mich kaum dagegen wehren, aber ein Teil der Nornen wird mir langsam richtig sympathisch... Vor allem Viyeki wirkt so...menschlich, wenn ihr wisst, was ich meine?
    Mir fällt der Name gerade nicht ein, aber der Anführer der Magier ist irgendwie gruselig. War es wirklich er, der Besitz der Magierin ergriffen hat, bevor Suno'ku sie getötet hat? Und was führt sie wohl im Schilde? Ich habe irgendwie das Gefühl, sie hat einen ganz eigenen Plan...


    Das Endri von einem Pfeil getroffen wurde hat mich ziemlich geschockt, einen Moment dachte ich, er wäre wirklich tot. Zum Glück ist er es noch nicht, obwohl ich mir da bei seinem Zustand gar nicht so sicher bin...ob er sich noch mal erholen wird? Er ist doch noch so ein junger Bursche :heul:


    Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weiter geht, auch wenn ich immer noch darauf warte, dass insgesamt noch ein kleines bisschen mehr passiert, als nur Krieg.

  • Zitat

    Bin ich zu blutrünstig? Alternativ und das fände ich eigentlich viel besser hätte ich gerne, dass die Situation in einem Patt oder wackeligem Waffenstillstand endet. Viele sterben, aber letzten Endes sehen beide Seiten ein, dass sie eigentlich nur kämpfen, weil sie den Gegner fürchten und seine Motive falsch einschätzen:


    Nein, du bist nicht zu blutrünstig. Irgendwo wird es noch eine Schlacht geben, aber ich denke, dass sie vielleicht nicht in diesem Buch stattfinden wird. Denken kann ich mir auch folgendes Szenario: Viyeki bekommt das Herz und bringt es in Sicherheit und die Nornen verbergen sich, bis ihre Königin wieder aus ihrem Schlaf erwacht. Die Nornen, die in der Rabenfeste zurückbleiben, fallen und die Menschen gehen davon aus, dass das die letzten der Flüchtenden waren. Wie war das? Es soll nicht mehr als 200 geben? Mhmhm ... die Anzahl wurde ziemlich oft erwähnt, wie ich finde. Aber vielleicht bin ich auch auf dem falschen Dampfer.


    Zitat

    Ich fand zum Beispiel auch interessant, dass sie Hayyano sofort als Kommandant vor Ort eingesetzt hat. Hat sie damit einen Rivalen beseitigt? Oder im nur die ihm zustehenden Ehre zuteil werden lassen?
    Und Yaarike scheint von ihrem Plan letztendlich auch nicht hundertprozentig überzeugt, gibt aber schließlich nach. Vielleicht auch, weil er merkt, dass sie die Unterstützung aller hier hat?


    Die Generalin spielt definitiv noch irgendein anderes Spiel. Nicht nur das zur Verteidigung und Sicherung des Rückzuges. Das kann sie mir irgendwie nicht länger weiß machen ... Irgendwas steckt noch hinter ihren vermeintlich wohl überlegten Schachzügen. Eventuell will sie auch das Herz? Das ist zwar ziemlich weit hergeholt, aber das Herz hat immerhin große Macht ...


    Zitat

    Ich mag Endri auch sehr gerne. Und er tut mir unendlich leid. Denn ich vermute auch dass er das nicht überlebt. Auch wenn ich ihm die Heimkehr doch so sehr gegönnt hätte.


    Noch ist ja nichts verloren. Vielleicht kehren beide heim. Ich würde sie so gerne in den nächsten Bänden an der Seite von Simon und den anderen sehen! =)


    Zitat

    Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weiter geht, auch wenn ich immer noch darauf warte, dass insgesamt noch ein kleines bisschen mehr passiert, als nur Krieg.

    Viel Zeit hat der gute Herr Williams ja nicht mehr um noch viel mehr passieren zu lassen ;) Aber er zeigt gut, dass ein Krieg nicht einfach "endet" - sondern dass er noch viele Verherungen nach sich zieht.

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)


  • Im Dreirabenturm wurden indes Pläne geschmiedet. Die Nornen sind sehr opferbereit. Das wurde mehr als deutlich!


    Obwohl die Nornen ja irgendwie immer noch die Bösen sind, kann ich nicht umhin, ihre Entschlossenheit zu bewundern. Schließlich wollen sie nun ihre Heimat verteidigen, und ihre Alten, Frauen und Kinder. Eine sehr verständliche Reaktion, die wohl jeder nachvollziehen kann.



    Im letzten Abschnitt haben wir ja über das Verhältnis von Ayaminu (verdammt, ich muss den Namen immer wieder nachschlagen xD) und Isgrimnur diskutiert. Aber er vertraut ihr immerhin soweit, dass er strategische Entscheidungen aufgrund ihres Rates trifft (was ja auch die richtige Entscheidung war). Ich finde das interessant. Das Vertrauen von Simon und Miri in die Sithi beginnt anscheinend auf ihn abzufärben.


    Ich weiß auch nicht so ganz, wass ich von Ayaminu halten soll. Sie hält sich sehr zurück, gibt aber schon auch wichtige Ratschläge...Klar sind die Sithi anders, aber bis jetzt hat sie sich das Misstrauen, dass ihr zum Teil entgegen schlägt, nicht wirklich verdient.



    Oh weh, ja, hier habe ich auch Angst. Diese schwarze Verfärbung, die die Haut wie tot erscheinen lässt, gefällt mir gar nicht. Die Nornen haben ja gerne mit Giften u. ä. gekämpft und wenn sie hier irgendwas an den Pfeilen verwendet haben, hat wohl keiner im Heer ein Gegen- oder Heilmittel parat. Höchstens Ayaminu - hoffentlich!


    Ja, an Gift habe ich auch schon gedacht. Es hört sich wirklich nicht gut an, wenn sein "Blut brennt"...



    Wen ich aber überhaupt nicht leiden kann ist Brindur. Ja, er hat seinen Sohn verloren, aber auch ohne diesen Verlust wäre er wohl kaum anders in seinem Verhalten. Nur Blut will er sehen und kämpfen ohne nachzudenken. Dazu seine abfällige Art - nein, ich mag ihn überhaupt nicht.


    Dazu kommt, das Floki auch irgendwie selber Schuld ist, so unbedacht, wie er vorgeprescht ist... und mir ist er auch total unsympathisch. Durch Leute wie ihn entstehen generationsübergreifende Fehden...

  • Zitat

    Obwohl die Nornen ja irgendwie immer noch die Bösen sind, kann ich nicht umhin, ihre Entschlossenheit zu bewundern. Schließlich wollen sie nun ihre Heimat verteidigen, und ihre Alten, Frauen und Kinder. Eine sehr verständliche Reaktion, die wohl jeder nachvollziehen kann.


    Stimmt - ihre Entschlossenheit kann ich auch nur bewundern. Ich finde, Williams lässt den Leser eigentlich ziemlich tief Einblick nehmen in die Gedanken- und Gefühlswelt der Nornen. Interessant, auch im Hinblick auf die Zukunft. Wird er den Fokus mehr auf die Nornen richten? Oder vielleicht eineen Menschen in die Kultur der Nornen Einblick nehmen lassen? Alles spannende Fragen!


    Zitat

    .Klar sind die Sithi anders, aber bis jetzt hat sie sich das Misstrauen, dass ihr zum Teil entgegen schlägt, nicht wirklich verdient.


    Da sieht man eben auch, wie verbohrt die Menschen eigentlich noch in ihrem alten Glauben sind. Sie wurden ja so erzogen, dass sie die Sithi fürchten und ihnen nicht vertrauen sollen.

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  • Was also könnte passieren?
    Isgrimnur und seine Mannen werden vernichtend geschlagen - keiner kommt lebend aus der Sache raus. Oder ein Bote, vielleicht Porto oder Endri, der bei der letzten Schlacht verletzt zurückbleiben musste, kann entkommen und berichtet dem König über... das Erstarken der Nornen? ihren Sieg? die Niederlage Isgrimnurs? die veränderte Situation - denn irgendeine Rolle wird das Herz ja wohl noch spielen, oder? Wegen des Titels glaube ich auch nicht, dass Yaarike überlebt, ondern dass er am Ende das Herz an Viyeki weitergibt.


    Ich überlege auch, was passieren wird. Kann mir aber nicht vorstellen, dass Williams die eine Seite vollkommen vernichtet. Weder Menschen noch Nornen.
    Ich tippe, dass eine Seite GLAUBT, sie hätten gewonnen. Und dann abzieht. Und nicht alle Gegner werden vernichtet. Also z.B. von den Nornen bleiben noch genug übrig, die in 20, 30 Jahren mit ihrer erwachten Königin Rache nehmen wollen.
    Ich tippe auch auf irgend einen besonderen Überraschungsschlag. Also etwas Magisches zum Beispiel.

  • Wenn jetzt bestimmte Elemente auf beiden Seiten entfernt würden *hust* und andere, vernünftigere Stimmen in einen Dialog eintreten könnten, könnte es dann nicht zumindest einen Waffenstillstand geben?
    Ich glaube zwar nicht wirklich dran, aber das wäre doch cool, oder?


    Waffenstillstand wäre schön, aber ich denke weder Isgrimnur noch die Nornen sind dafür schon bereit. Und Isgrimnur ist ja noch der Vernünftigste. Ich könnte mir vorstellen, dass das Ende der nächsten Reihe so sein könnte. Aber da ist es ja noch eine Weile hin. Passen würde, dass die Menschen glauben, sie hätten die Nornen besiegt und dann regt sich wieder etwas im Norden. So ala Herr der Ringe, die auch dachten, Sauron wäre vernichtet.


  • Denken kann ich mir auch folgendes Szenario: Viyeki bekommt das Herz und bringt es in Sicherheit und die Nornen verbergen sich, bis ihre Königin wieder aus ihrem Schlaf erwacht. Die Nornen, die in der Rabenfeste zurückbleiben, fallen und die Menschen gehen davon aus, dass das die letzten der Flüchtenden waren. Wie war das? Es soll nicht mehr als 200 geben? Mhmhm ... die Anzahl wurde ziemlich oft erwähnt, wie ich finde. Aber vielleicht bin ich auch auf dem falschen Dampfer.


    In die Richtung gehen auch meine Vermutungen. Würde zu einem Zwischenband passen.


  • Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weiter geht, auch wenn ich immer noch darauf warte, dass insgesamt noch ein kleines bisschen mehr passiert, als nur Krieg.

    Viel Zeit hat der gute Herr Williams ja nicht mehr um noch viel mehr passieren zu lassen ;) Aber er zeigt gut, dass ein Krieg nicht einfach "endet" - sondern dass er noch viele Verherungen nach sich zieht.
    [/quote]


    Das Buch ist etwa so, als würde man nach... und sie lebten glücklich und in Frieden... weitererzählen, was wirklich passiert NACH dem Ende. Gefällt mir ausnehmend gut.


    Ja, dieser Krieg ist nicht mit dem Tod von Ineluki zu Ende gewesen. (Was ja klar war, da die Königin noch lebt) Auch wenn wir uns das so vorgestellt hatten und das Ende uns so zurückgelassen hat.

  • Die Menschen wollen eigentlich nur ihre Ruhe. Der Hauptgrund, warum sie die Nornen tatsächlich vernichten wollen, ist Angst. Und das scheinbare Wissen, dass nur dann ihre Familien wieder sicher sein werden. Dass gewisse wie Brindur Rache nehmen wollen, lasse ich da jetzt mal außen vor. Der kann ja in einem der Kämpfe noch sterben. :teufel:
    Die Nornen wollen eigentlich nur nach Hause. Für sie sind die Menschen die Invasoren, was gerade in diesem Abschnitte auffallend oft erwähnt wurde. Sie glauben, dass der Kampf die einzige Möglichkeit ist, ihre Familien zu schützen. Ziemlich deutliche Parallelen, oder?


    Wenn jetzt bestimmte Elemente auf beiden Seiten entfernt würden *hust* und andere, vernünftigere Stimmen in einen Dialog eintreten könnten, könnte es dann nicht zumindest einen Waffenstillstand geben?
    Ich glaube zwar nicht wirklich dran, aber das wäre doch cool, oder?


    Daran glaube ich auch nicht. Zumal es soweit ich weiß, einen Waffenstillstand gegeben hat, bevor die Nornen abgezogen sind, oder irre ich mich da? Nur haben eben die Nornen - dann - diesen gebrochen indem sie in den Dörfern gemordet haben.


    Zitat


    Ich denke, dass hat vor allem auch mit ihrer Art zu tun. Die Rede, die sie gehalten hat, um die Nornen zu "motivieren" und die Opfer zu fordern, war schon extrem gekonnt bis manipulativ. Das kann man jetzt positiv interpretieren als "Sie als Generalin kann ihre Truppen wieder aufbauen und ihnen Kampfesmut geben" oder negativ als "Sie ist in der Lage, ihre Untergebenen von ihren Plänen zu überzeugen und damit vielleicht auch für ihre eigenen Ziele einzuspannen". Ich fand zum Beispiel auch interessant, dass sie Hayyano sofort als Kommandant vor Ort eingesetzt hat. Hat sie damit einen Rivalen beseitigt? Oder im nur die ihm zustehenden Ehre zuteil werden lassen?
    Und Yaarike scheint von ihrem Plan letztendlich auch nicht hundertprozentig überzeugt, gibt aber schließlich nach. Vielleicht auch, weil er merkt, dass sie die Unterstützung aller hier hat?


    Auf jeden Fall hat sie damit die Nornen aufgepeitscht und die sind bereit weiterzukämpfen. Die wollen die Menschen genauso vernichten, wie umgekehrt.


    [quote author=Heimfinderin]
    Wen ich aber überhaupt nicht leiden kann ist Brindur. Ja, er hat seinen Sohn verloren, aber auch ohne diesen Verlust wäre er wohl kaum anders in seinem Verhalten. Nur Blut will er sehen und kämpfen ohne nachzudenken. Dazu seine abfällige Art - nein, ich mag ihn überhaupt nicht.
    [/quote]


    Brindur mag ich auch nicht so sonderlich. Ja, er hat seinen Sohn auf ganz schlimme Art verloren, aber er war auch vorher schon recht kriegerisch eingestellt.


    Mir gefällt Sludig auch sehr gut, er scheint mir etwas vernünftiger zu sein.

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    nur wer aufgibt, hat schon verloren


  • Das Buch ist etwa so, als würde man nach... und sie lebten glücklich und in Frieden... weitererzählen, was wirklich passiert NACH dem Ende. Gefällt mir ausnehmend gut.


    Ja, dieser Krieg ist nicht mit dem Tod von Ineluki zu Ende gewesen. (Was ja klar war, da die Königin noch lebt) Auch wenn wir uns das so vorgestellt hatten und das Ende uns so zurückgelassen hat.


    Ja, stimmt. Dieses Buch reißt uns nun schon mal aus dem "Märchenschlaf". Ausgeruht haben wir uns nun lange genug in der Illusion, es sei mit dem letzten Buch und dem neuen Königspaar "Friede-Freude-Eierkuchen" in Osten Ard eingekehrt. Und was dann nach diesem Buch noch auf Osten Ard (und uns) zukommt, darauf bin ich echt gespannt!


    Ich kann mir jedenfalls auch vorstellen, dass die Menschen am Ende dieses Buches glauben werden, sie hätten alle Nornen besiegt und endlich Ruhe vor ihnen, während sich ein verbliebener Rest auf den richtigen Moment des erneuten Auftauchens vorbereitet. Und eine besondere Bedeutung wird dafür vielleicht das "Herz" spielen.


    Ein vorläufiger Waffenstillstand könnte auch sein, aber was müsste dafür wohl passieren, dass der Plan, die Nornen endgültig zu beseitigen, nicht mehr ausgeführt wird?