Catherynne M. Valente - The Refrigerator Monologues

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Es gibt 1 Antwort in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Matthias.

  • Hallo ihr Lieben!


    Wenn ein neues Valente-Buch erscheint, muss man auch auf meine Meinung nicht lange warten. :breitgrins:


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    Inhalt:
    In Catherynne Valentes neuestem Buch geht es um die Freundinnen und Ehefrauen von Superhelden, Heldinnen, weibliche Bösewichte und alle anderen, die jemals in den Kühlschrank verfrachtet wurden. Comic-Frauen, die ermordet, vergewaltigt, in den Wahnsinn getrieben wurden, deren Superkräfte gestohlen wurden, die man einer Gehirnwäsche unterzogen hat, nur damit die Geschichte des männlichen Helden vorangetrieben wird.
    In einem neuen und originellen Superhelden-Universum entdeckt Valente die Ideen und Motive des Superhelden-Genres und geht mit ihren Heldinnen dabei mit Liebe, Verständnis und Humor um, so wie sie es sonst mit Märchen tut. Immerhin sind Superhelden die Märchenhelden unserer Zeit und diese sechs Frauen wollen ihre eigene Geschichte erzählen.


    Meine Meinung:
    Für jene, die sich nicht viel mit Comics oder Helden beschäftigen, klingt der Titel von Valentes neuestem Buch vielleicht etwas seltsam. Er setzt sich zusammen aus dem Begriff "Frauen im Kühlschrank" - das Schicksal, dass der Freundin von Green Lantern widerfährt, damit dieser sich für ihren Tod am aktuellsten Bösewicht rächen kann - und dem Buch The Vagina Monolgues. Der Titel passt perfekt zu diesem Buch, in dem sechs Frauen in der Unterwelt (oder Hölle oder Leben nach dem Tod) endlich ihre Seite der Geschichte erzählen dürfen.
    Der lockere und humorvolle Ton täuscht nicht darüber hinweg, dass Valente hier ein klares, feministisches Statement abgibt und - dadurch dass sie die bisher eher zur Zierde existierenden Frauen endlich selbst zu Wort kommen lässt - ihren Teil dazu beiträgt, dass das Comic Universum ein bisschen offener und freundlicher wirkt.


    Die sechs Protagonistinnen der Refrigerator Monologues treffen sich regelmäßig um sich auszutauschen, ihre Gruppe nennen sie den Hell Hath Club, was wieder zeigt, dass Valente auch in Büchern mit weniger blumiger Sprache immer noch die perfekten Worte für jedes Ding und jede Person findet. Nun darf jede der sechs Frauen ihre Geschichte erzählen und obwohl - teils aus urheberrechtlichen Gründen, teils weil die Autorin es so wollte - hier kein bekannter Name fällt, ist sehr schnell klar, um welchen Superhelden es gerade geht und wer die unglückliche Freundin ist, deren letzte Momente wir endlich in ihren eigenen Worten hören. Gwen Stacy, Dark Phoenix und Harley Quinn haben hier vielleicht andere Namen und ihre männlichen Pendants andere Superkräfte, aber wer sich ein bisschen in der Comic-Welt (oder auch den zahlreichen Verfilmungen) auskennt, wird keine Probleme haben, die meisten Charaktere wieder zu erkennen.


    Das Schicksal dieser Frauen ist von Anfang an klar. Sie treffen sich in der Unterwelt, also irgendwie - und meistens unter tragischen und grausamen Umständen - sind sie alle gestorben. Aber einfach nur zu zeigen, wie ungerecht es ist, bloß eine Nebenfigur im Leben eines anderen zu sein, ist nicht genug für Valente. Sie bricht hier zwar eindeutig die Tradition mit ihrem gewöhnlichen Stil (verschnörkselte Sätze, viele blumige Begriffe, Metaphern, Vergleiche und eine märchenhafte Stimmung), aber sie lässt es sich nicht nehmen, jeder Heldin eine eigene Stimme zu geben. Pauline Ketch (die Harley Quinn dieses Universums) spricht genau so wie man sie sich vorstellt - ein bisschen verrückt, sehr verliebt in ihren Joker, mädchenhaft und naiv. Blue Bayou (Mera, Aquamans Frau) hingegen erzählt ihre Geschichte voller Wut und Samantha Dane, die Kühlschrank-Frau, wirkt eher resigniert. Aber jede hat ihren eigenen Stil, ein eigenes Leben und eine wichtigere Rolle als die der hübschen Frau an der Seite eines Superhelden.


    Auch wenn dieses Buch ein kurzes Vergnügen war, finde ich, dass Valente geschafft hat was so viele Comic-Autoren vor ihr nicht konnten (oder wollten) - sie hat den Frauen im Leben unserer bekanntesten Helden Persönlichkeit gegeben. Diese Frauen, die man sonst nur als das hübsche Mädchen im engen Kostüm in Erinnerung hat, haben alle etwas zu sagen und ihre Geschichten sind mindestens so spannend wie die von Spiderman, Wolverine oder Batman!


    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


    Liebe Grüße,
    Wendy

    Jahresziel: 2/52<br />SLW 2018: 1/10<br />Mein Blog

  • Ich habe gerade spontan auf diesen Thread geklickt, weil mich der Titel neugierig gemacht hatte und ich bin gerade ziemlich froh, dass ich das getan hatte.
    Das Buch klingt mega interessant. Ich mag es sowieso, wenn Nebencharakteren eine eigene Stimme gegeben wird und die Idee, das auf Frauen aus bekannten Comics, die Opfer dieser Geschichten wurden, anzuwenden, finde ich großartig. Extra Punkte dafür, dass sogar Mera aus den Aquaman Comics gewählt wurde.


    Ich bin auf jeden Fall mehr als gespannt darauf das Buch auch zu lesen.
    Danke für die Rezension!

    "Nun, ich pflege Fragen dadurch zu lösen, dass ich mich von ihnen auffressen lasse." Franz Kafka, Brief an Max Brod (1921)


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