03 - Seite 180 bis 260 (einschließlich Kapitel 13)

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  • Hier könnt Ihr zum Inhalt von Kapitel 10 bis einschließlich Kapitel 13 (Seite 180 bis 260) schreiben.
    Spoilermarkierungen sind aufgrund der Seitenbeschränkung nicht vorgesehen.

    Liebe Grüße

    Tabea

  • Jetzt hat sich so einiges aufgeklärt: Rebecca ist auf ziemlich spektakuläre Weise wieder aufgetaucht und Samantha lernt ihre Mutter neu kennen.


    Aber alles der Reihe nach! Zunächst einmal gefiel mir zu Beginn die Darstellung dessen, wie es bei den Brontes hätte zugehen können nach der Rückkehr aller ins heimische Nest - dass Charlotte sich als Herausgeberin betätigt und sich zudem noch Annes Erfahrungen zu eigen gemacht hat. Basiert das in irgendeiner Form auf der Realität?


    Und dann die Erkenntnis, dass Rebecca noch lebt! Wer hatte Sam diese falsche Geschichte über deren Tod erzählt oder war das etwas, dass sie sich selbst irgendwie zurechtgesponnen hatte? Was für eine heftige Art, einem Kind weiszumachen, dass jemand, den es gut kannte verstorben ist, obwohl das gar nicht stimmt! Der Einbruch ist natürlich tollkühn, andererseits logisch aufgrund der Schlussfolgerungen, die Sam aus der Anwesenheit Rebeccas im College zieht.


    Manchmal irritiert mich nach wie vor, wie Samantha über die Bronte-Figuren (jetzt über Helen Graham aus "Die Herrin von Wildfell Hall") schreibt, als wären es reale Personen, aber für sie sind sie das vielleicht ja. Ich finde, Helen hat Parallelen zu ihrer Mutter, die jetzt in einem ganz neuen Licht gezeigt wird!


    Und Sam wird klar, dass sie Orville lebt? Ihm umgekehrt auch? Ich bin nicht sicher, ob ich ihm ein Leben an ihrer Seite wünschen soll, anders hätte er es sicher einfacher.

  • Die Idee, dass Charlotte Annes Geschichte geklaut hat und die deshalb eine ziemliche Wut auf sie hatte, finde ich nach wie vor interessant. Die Argumentation, es könne nicht Branwells Zimmer gewesen sein, in dem es gebrannt hat, weil er nicht traumatisiert genug erscheint, überzeugt mich hingegen nicht. Sicher eine sehr dramatische Sache, dieser Zimmerbrand, aber wenn außer Sachschäden nichts passiert ist und der Brand nicht auf das restliche Haus übergegriffen hat, muss das doch nicht zwingend zu einem psychischen Trauma führen.


    Rebecca doch am Leben? Das ist ja ein Knaller. Aber auch da: die Schlussfolgerung, dass es "ihre" Rebecca Smith ist, die ertrunken ist, wäre mit etwas genauerer Zeitungslektüre doch sicher schon damals zu widerlegen gewesen :gruebel: Nun gut, ich drücke mal ein Hühnerauge zu, weil ich die ganze Chose schon irgendwie spannend finde.


    Das Leben am College wäre nichts für mich, alles totreglementiert, und selbst Lehrpersonal kann offenbar vom Essen im Speisesaal ausgeschlossen werden? Das ist doch albern!


    Samanthas Eindringen in Rebeccas Büro ist dämlich, aber für mich nachvollziehbar. Wahrscheinlich wäre ich an ihrer Stelle auch neugierig gewesen, ob sich dort die Quelle der Bücher aus der Bibliothek ihres Vaters befindet.


    Mit ihrer Mutter scheint Samantha nicht viel gemeinsam zu haben. Diese hätte wohl lieber ein "Mädchen-Mädchen" und kennt ihre Tochter genauso wenig, wie die sie kennt. Fast fragt man sich, wieso Sam überhaupt nach Paris gefahren ist, aber wahrscheinlich erhofft sie sich weitere sachdienliche Hinweise. (Und so nebenbei - Kakao mit Marshmallows drin? Bääähhhhh! Nun ja, auch das Abendessen klingt nicht nach Pariser Kulinarik ...)


    Spätestens nach dem gemeinsamen Fernsehen bin ich mir ziemlich sicher, dass Sam in Orville verschossen ist und es sich nicht eingestehen will. Ich weiß allerdings nicht, ob ich mir wünsche, dass sie zusammenkommen :rollen:


    Einen Abstecher ins Pfarrhaus im Moor würde ich auch mal gerne machen. Ich bin gespannt, ob der Besuch dort Sam weiterbringt und ob Booker sich am Ende als Verbündeter entpuppt (und womöglich der Vater der eigentliche Bösling ist).


    Whipple senior hat wohl noch deutlich mehr vor Sam geheimgehalten als nur sein Wissen über das Vermächtnis seiner berühmten Verwandten, er hat ihr einen ganzen Lebensabschnitt in Oxford verschwiegen und vor allem, dass er damals schon etwas mit Rebecca hatte (ob die wohl deswegen immer noch geächtet wird und nicht im großen Saal essen darf?)


    Die Sache mit den ganzen Decknamen des Vaters fand ich wiederum etwas albern. Wieso hat er unter falschem Namen studiert, und wie geht das überhaupt? Doch nur mit gefälschten Referenzen etc.


    Und was bedeutet das mit dem Gouvernantenbild, einem Bild, das in "Jane Eyre" beschrieben wird? Beweist das jetzt auch irgendwas? Und was hat es mit der Ähnlichkeit zwischen Sam und der abgebildeten Frau auf sich? Das spielt doch bestimmt auch noch irgendeine Rolle.


    Kurz vor dem letzten Leseabschnitt muss ich sagen, dass es zwar einiges gibt, was ich unlogisch oder merkwürdig finde, aber trotzdem will ich wissen, wie es weitergeht, und Orville mag ich inzwischen irgendwie.

    The west-winds blow, and, singing low,
    I hear the glad streams run;
    The windows of my soul I throw
    Wide open to the sun.

    (John Greenleaf Whittier)





  • Aber alles der Reihe nach! Zunächst einmal gefiel mir zu Beginn die Darstellung dessen, wie es bei den Brontes hätte zugehen können nach der Rückkehr aller ins heimische Nest - dass Charlotte sich als Herausgeberin betätigt und sich zudem noch Annes Erfahrungen zu eigen gemacht hat. Basiert das in irgendeiner Form auf der Realität?


    Dass Charlotte die Marketingfüchsin unter den Geschwistern war, ist Tatsache. Sie war diejenige, die sich darum gekümmert hat, einen Verleger zu finden, für ihre eigenen Bücher wie für die ihrer Schwestern. Der Rest ist wahrscheinlich Spekulation.


    Zitat

    Und dann die Erkenntnis, dass Rebecca noch lebt! Wer hatte Sam diese falsche Geschichte über deren Tod erzählt oder war das etwas, dass sie sich selbst irgendwie zurechtgesponnen hatte?


    Das kam nicht so richtig raus, oder?

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    (John Greenleaf Whittier)





  • Das Leben am College wäre nichts für mich, alles totreglementiert, und selbst Lehrpersonal kann offenbar vom Essen im Speisesaal ausgeschlossen werden? Das ist doch albern!


    Mein Fall wäre das auch nicht - weder als Student noch als Lehrkraft.


    Mit ihrer Mutter scheint Samantha nicht viel gemeinsam zu haben. Diese hätte wohl lieber ein "Mädchen-Mädchen" und kennt ihre Tochter genauso wenig, wie die sie kennt. Fast fragt man sich, wieso Sam überhaupt nach Paris gefahren ist, aber wahrscheinlich erhofft sie sich weitere sachdienliche Hinweise. (Und so nebenbei - Kakao mit Marshmallows drin? Bääähhhhh! Nun ja, auch das Abendessen klingt nicht nach Pariser Kulinarik ...)


    Ich hatte den Eindruck, dass sie sich trotz ihrer Verschiedenheit aufeinanderzu bewegt haben an diesem Wochenende. Dass Samantha ihre Mutter ein bisschen besser verstehen konnte, auch wenn sie selbst anders drauf ist.


    Spätestens nach dem gemeinsamen Fernsehen bin ich mir ziemlich sicher, dass Sam in Orville verschossen ist und es sich nicht eingestehen will. Ich weiß allerdings nicht, ob ich mir wünsche, dass sie zusammenkommen :rollen:


    Nicht wahr, das ist nicht unbedingt etwas Wünschenswertes!


    Einen Abstecher ins Pfarrhaus im Moor würde ich auch mal gerne machen. Ich bin gespannt, ob der Besuch dort Sam weiterbringt und ob Booker sich am Ende als Verbündeter entpuppt (und womöglich der Vater der eigentliche Bösling ist).


    Ja, da bin ich auch gespannt drauf. Der Vater ist ja im Moment irgendwie auf dem absteigenden Ast, was seinen Ruf angeht. Mal sehen, ob das so bleibt.


    Whipple senior hat wohl noch deutlich mehr vor Sam geheimgehalten als nur sein Wissen über das Vermächtnis seiner berühmten Verwandten, er hat ihr einen ganzen Lebensabschnitt in Oxford verschwiegen und vor allem, dass er damals schon etwas mit Rebecca hatte (ob die wohl deswegen immer noch geächtet wird und nicht im großen Saal essen darf?)


    Das wäre schon ziemlich lange, aber wer weiß? In dem konservativen Milieu?


    Die Sache mit den ganzen Decknamen des Vaters fand ich wiederum etwas albern. Wieso hat er unter falschem Namen studiert, und wie geht das überhaupt? Doch nur mit gefälschten Referenzen etc.


    In der Tat! Sehr, sehr eigenartig - ich bin auch gespannt auf die Auflösung!


  • Ich hatte den Eindruck, dass sie sich trotz ihrer Verschiedenheit aufeinanderzu bewegt haben an diesem Wochenende. Dass Samantha ihre Mutter ein bisschen besser verstehen konnte, auch wenn sie selbst anders drauf ist.


    Sorry, da habe ich mich blöd/verkürzt ausgedrückt. Sams Motivation, nach Paris zu fahren, erschien mir nicht so ganz greifbar aufgrund der Verschiedenheit, die anfangs zu spüren ist. Dass sie dann ein wenig aufeinander zugehen, stimmt natürlich. Aber schon eine komische Vorstellung, dass die Tochter so wenig von ihrer Mutter weiß ... andererseits ist das vielleicht auch gar nicht so selten.


    Zitat

    Nicht wahr, das ist nicht unbedingt etwas Wünschenswertes!


    Zum einen, weil es halt dieses olle Professor-Studentin-Klischee ist, zum anderen, weil ich fast glaube, dass die beiden als platonische Freunde besser zusammenpassen denn als Liebespaar.

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    (John Greenleaf Whittier)




  • Sorry, da habe ich mich blöd/verkürzt ausgedrückt. Sams Motivation, nach Paris zu fahren, erschien mir nicht so ganz greifbar aufgrund der Verschiedenheit, die anfangs zu spüren ist. Dass sie dann ein wenig aufeinander zugehen, stimmt natürlich. Aber schon eine komische Vorstellung, dass die Tochter so wenig von ihrer Mutter weiß ... andererseits ist das vielleicht auch gar nicht so selten.


    Möglicherweise hatte der Vater ja auch mitgestrickt an Samanthas Bild von ihrer Mutter bzw. dem, was sie über sie wusste!

  • Gutes Argument!

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  • Aus Zeitmangel habe ich für den dritten Abschnitt ganze drei Tage lang gebraucht, was den ohnehin sperrigen Lesefluss noch mehr erschwert hat. Dieses hier ist kein Etappenbuch! Man verliert einfach zu schnell den Faden, wenn man es nicht möglichst zügig liest.
    Und da ich es nicht sonderlich mag, drängt es mich leider gar nicht, es weiterzulesen...


    Auch nach dem dritten Abschnitt bin ich nicht vertrauter geworden mit den Akteuren, und das Thema, so wie die Autorin es mir als Leser darbietet, interessiert mich immer weniger.
    Ich kann nicht behaupten, dass ich direkt ein Fan der Bronte-Schwestern bin, aber zumindest zwei Werke kenne ich und eines davon - "Wuthering Heights" - gefällt mir sogar richtig gut. Die restlichen drei Romane werde ich aber nach der Lektüre dieses Buches sehr wahrscheinlich nicht lesen, ich hätte dann immer die Deutungsmuster von Samantha und Orville im Kopf, die langatmig und bemüht, außerdem sehr konstruiert sind. Ohnehin scheint es sich dabei tatsächlich um persönliche Analysen der Autorin zu handeln.
    Zuvor ist schon mal die Möglichkeit angedeutet worden, dass Lowell das Buch für Lowell geschrieben hat - das halte ich für sehr gut möglich!


    Und wenn ich im ersten Abschnitt noch gemeint habe, dass die Kenntnis der Bronte-Romane nicht vorausgesetzt wird für das Buch hier, so revidiere ich das nun! Man sollte sie unbedingt gelesen haben, wie auch mit der Biographie der Brontes vertraut sein, sonst weiß man oft wirklich nichts mit Orvilles und Samanthas eigenwilligen Interpretationen anzufangen, kann nicht einmal mitdenken.
    Etwas weniger Interpretationsgeplänkel und dafür mehr Handlung hätte dem sehr mäßigen Lowell-Erstling gewiss nicht geschadet.


    Inzwischen weiß man zwar ein wenig mehr über Vater Whipple, alias Jack Snodgrass Halford, und seine unrühmliche Vergangenheit am Old College in Oxford, aber das macht ihn mir nicht sympathischer und schon gar nicht verständlicher. Nach wie vor ist er für mich nicht fassbar.
    Und dass jene Rebecca noch lebt, Whipples Geliebte war und tatsächlich seine Testamentsvollstreckerin ist, hat mich nicht sonderlich verwundert, obwohl ich nicht im Ernst damit gerechnet hätte. Aber solche unverständlichen Haken sind typisch für den Roman.
    Für mich lag der Schlüssel zum "Geheimnis" bei Booker, den ich allerdings nicht für so jämmerlich oder gar verrückt gehalten hatte, wie er laut den Aussagen von Samanthas Mutter, der bislang einzigen tatsächlich greifbaren Person, ist.


    Und, ganz ehrlich, die Bedeutung der "Gouvernante", deren Enthüllung Samantha so in Aufruhr versetzt hat, entzieht sich mir gänzlich! Wieso passt die Textstelle aus "Jane Eyre", die für Samantha und Orville DIE Erleuchtung ist und alles erklärt, zu diesem Porträt? Der Text beschreibt ein Landschaftsbild mit verschiedenen Symbolen, die auf dem Porträt nicht zu sehen sind, - oder sollte mir da etwas entgangen sein, sollte ich etwas vergessen haben?
    Orville redet sowieso in Rätseln, Samantha redet dummes Zeug und wirkt auf mich oft leicht schwachsinnig, was sie sehr wahrscheinlich aber nicht ist, - beides kombiniert ist mir einfach zu unverständlich. - Und ich sehne mittlerweile das Ende des Romans herbei....

  • Das kam nicht so richtig raus, oder?


    Doch, schon! Samantha kannte Rebecca unter dem Nachnamen "Smith", - und als sie von dem tödlichen Bootsunfall einer "Rebecca Smith" gelesen hatte, schloss sie daraus messerscharf, dass es sich dabei um ihre ehemalige Mathe-Lehrerin handelte! Klar, das ist ja schließlich auch ein ungemein seltener Name... :breitgrins:
    Aber es passt zu Samantha, deren Erfahrungshorizont abgesehen von den Büchern, mit denen ihr Vater sie vollgestopft hat, ein sehr begrenzter ist.


  • Und Sam wird klar, dass sie Orville lebt? Ihm umgekehrt auch? Ich bin nicht sicher, ob ich ihm ein Leben an ihrer Seite wünschen soll, anders hätte er es sicher einfacher.


    Sollte man ihm denn ein Leben an ihrer Seite wünschen?
    Obwohl er nicht mein Fall ist, finde ich ihn doch einfacher zu verstehen als Samantha...


  • (Und so nebenbei - Kakao mit Marshmallows drin? Bääähhhhh! Nun ja, auch das Abendessen klingt nicht nach Pariser Kulinarik ...)


    Nein, aber nach amerikanischer! Im letzten Jahr habe ich eine ganze Reihe Romane amerikanischer Schriftstellerinnen gelesen ( Cosy Crimestories ), in denen die Akteure laufend Kakao mit ( selbstgemachten ) Marshmallows zu sich genommen haben, wenn sie glücklich waren, wenn sie unglücklich waren, wenn sie müde waren, wenn sie aufgeregt waren... Offensichtlich ist dieses Gesöff der Gipfel der Genüsse für amerikanische Gaumen!



    Einen Abstecher ins Pfarrhaus im Moor würde ich auch mal gerne machen. Ich bin gespannt, ob der Besuch dort Sam weiterbringt und ob Booker sich am Ende als Verbündeter entpuppt (und womöglich der Vater der eigentliche Bösling ist).


    Stimmt, da gibt es ja noch die Schnitzeljagd, an dessen Ende das von allen vermutete "Erbe" stehen soll! Das hatte ich vor lauter Einbruch, Rebecca, Verliebtheit und "spektakulärer Entdeckungen" ganz aus dem Auge verloren. Aber klar, die eigentliche Verbindung zwischen Whipple und Booker liegt ja noch im Nebel! Er könnte ja vielleicht auch ein Bronte-Nachkomme sein - und der einzige rechtmäßige Erbe, das ihm Whipple streitig gemacht hat....( die Idee würde mir gefallen! )

  • Doch, schon! Samantha kannte Rebecca unter dem Nachnamen "Smith", - und als sie von dem tödlichen Bootsunfall einer "Rebecca Smith" gelesen hatte, schloss sie daraus messerscharf, dass es sich dabei um ihre ehemalige Mathe-Lehrerin handelte! Klar, das ist ja schließlich auch ein ungemein seltener Name... :breitgrins:


    Eben deshalb habe ich mir ja diese Frage gestellt, warum sie so sicher war, dass es sich um "ihre" Rebecca handelt. Ich hätte gedacht, dass da zumindest ein Bild oder nähere Angaben im Spiel waren, gerade weil es so ein häufiger Name ist.


    Die wüste Deuterei der diversen Romane ist mir auch tierisch auf den Keks gegangen. Aber die "Herrin" würde ich jetzt dennoch mal gerne lesen.


    Nein, aber nach amerikanischer! Im letzten Jahr habe ich eine ganze Reihe Romane amerikanischer Schriftstellerin gelesen ( Cosy Crimestories ), in denen die Akteure laufend Kakao mit ( selbstgemachten ) Marshmallows zu sich genommen haben, wenn sie glücklich waren, wenn sie unglücklich waren, wenn sie müde waren, wenn sie aufgeregt waren... Offensichtlich ist dieses Gesöff der Gipfel der Genüsse für amerikanische Gaumen!


    Kann gut sein. Aber ... igitt! :breitgrins:

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  • Dieser Abschnitt war immerhin etwas gefälliger für mich zu lesen, trotzdem fällt es mir schwer.


    Dass Rebecca doch noch lebt hatte ich schon mal in Erwägung gezogen. Dass es wirklich so ist und sie noch dazu am Okd College unterrichtet, kam überraschend.
    Mit dem Einbruch in ihr Büro und der Entwendung des Buches kam dann auch ansatzweise mal Spannung auf. Schade nur, dass sie verpufft ist aufgrund der immer noch sehr merkwürdigen Dialoge und dadurch, dass sich alles so furchtbar lange hinzieht.


    Schön fand ich, dass Sam und ihre Mutter sich mal etwas angenähert haben. Eigentlich hätte es gar nicht so sein müssen, dass sie sich so entfremden.


    Jetzt ist mir auch eingefallen, woran mich dieses 'Sir....'-Getue die ganze Zeit erinnert hat. Ein kleines bisschen an 'Daddy Long Legs'. (Die Geschichte hat mir allerdings wesentlich besser gefallen damals! ;))


    Ganz schön traurig, dass Tristan nie 'ich liebe dich' zu seiner Tochter gesagt und seine Liebe nur durch Gesten oder unterschwellig ausgedrückt hat. Sam vergöttert ihn trotzdem. Wie schlimm muss es da sein zu realisieren, dass sie ihn eigentlich gar nicht gekannt hat?


    Als Rebecca Sam begegnet und ihr von Tristan damals erzählt, tat Sam mir schon leid.


    Das mit dem Bild kam mir schon komisch vor, bzw hab ich mich immer gefragt, was es damit auf sich hat. Dass Tristan selbst mal im College studiert und das Bild hinterlassen hat, hat mich total überrascht.


  • Ich hatte den Eindruck, dass sie sich trotz ihrer Verschiedenheit aufeinanderzu bewegt haben an diesem Wochenende. Dass Samantha ihre Mutter ein bisschen besser verstehen konnte, auch wenn sie selbst anders drauf ist.


    So habe ich das auch empfunden. Dass die zwei sich angenähert und besser verstanden haben.




    Die Sache mit den ganzen Decknamen des Vaters fand ich wiederum etwas albern. Wieso hat er unter falschem Namen studiert, und wie geht das überhaupt? Doch nur mit gefälschten Referenzen etc.


    In der Tat! Sehr, sehr eigenartig - ich bin auch gespannt auf die Auflösung!
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    Fand ich auch albern. Ganz davon abgesehen, dass ich nicht glaube, dass das ohne weiteres machbar ist.

    Einmal editiert, zuletzt von Myosotis ()


  • Schade nur, dass sie verpufft ist aufgrund der immer noch sehr merkwürdigen Dialoge und dadurch, dass sich alles so furchtbar lange hinzieht.


    Die Dialoge sind wirklich größtenteils grauenvoll.

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  • In der Tat! Sehr, sehr eigenartig - ich bin auch gespannt auf die Auflösung!


    Fand ich auch albern. Ganz davon abgesehen, dass ich nicht glaube, dass das ohne weiteres machbar ist.
    [/quote]


    Vater Whipple war halt ein komischer, verquerer Kauz, die Decknamen passen zu ihm. Aber, ganz ehrlich, ich bin gar nicht gespannt auf irgendwelche Auflösungen! Ich befürchte, da kommt noch mehr unverständlicher Unsinn...

  • Inzwischen hat sich so eine Art Fatalismus bei mir breit gemacht. Das Buch ist schlecht, was solls, ich muss es trotzdem lesen und schraube meine Erwartungshaltung auf ein Minimum herunter. Auch im dritten Abschnitt wimmelt es nur so von dümmlichen Dialogen, abstrusen Literatur-Theorien und Ausflügen in Samanthas verkorkstes Innenleben.


    Rebecca lebt - mit dieser Möglichkeit hatte ich schon mal geliebäugelt, aber: wie blöd ist das denn aufgezogen! Samantha hat sich einfach "geirrt", sie hat den Namen Rebecca Smith in der Zeitung gelesen und gedacht, ihre Lehrerin ist das Opfer des Bootsunfalls. Ja ja, weil der Name Smith ja sooooo selten ist. Das muss doch auch einem Teenie auffallen, dass es hier eine Namensgleichheit geben könnte. Aber nein, unser Elfenturmkind trauert wochen- und monatelang um eine Frau, die es eh nicht leiden konnte :vogelzeigen: nur um dann mit jahrelanger Verspätung rauszufinden, dass es gar nicht so war und dass Rebecca lebt. Mann, wer soll der Autorin diesen Mist bloß abnehmen? :rollen:


    Den Einbruch hätte ich Samantha gar nicht zugetraut, auf der anderen Seite erschließt sich mir auch nicht der Sinn. Wollte sie nur rausfinden, wer ihr die Buchexemplare ihres Vaters zukommen lässt oder wollte sie generell schnüffeln? Dass Rebecca die Geliebte ihres Vater war, das hatte ich schon nach dem Treffen mit der Mutter vermutet, die ja ganz allergisch auf Rebeccas Namen reagierte. Das war übrigens ein erfrischender Abschnitt, Samanthas Besuch in Paris und ihr Aufenthalt bei ihrer Mutter. Das zwischenmenschliche funktioniert allerdings auch hier nicht und ist meiner Ansicht nach nicht geschickt genug beleuchtet worden. Aber wieso soll es auch hier plötzlich funktionieren, wenn alle anderen Dialoge und Beziehungen - schreibhandwerklich gesehen - in die Hose gehen?


    Auch die Interaktionen mit Orville haben einen durchwegs komischen Beigeschmack und fühlen sich reichlich abstrus an. Samantha benimmt sich ganz und gar nicht wie eine Erwachsene, und er bleibt nach wie vor geheimnisvoll. So ein bisschen erinnert mich die Beziehung der beiden an Rochester und Jane :breitgrins:, vielleicht war das ja die Absicht der Autorin. Wenn ja, dann ist ihr wenigstens das gelungen. So zwischen den ganzen abstrusen pseudo-literaturwissenschaftlichen Schlagabtauschen. :rollen:


    Das Aufeinandertreffen von Samantha und Rebecca bringt plötzlich wieder die Handlung voran; denn eigentlich wollten wir ja alle gemeinsam auf eine literarische Schnitzeljagd gehen, hab ich schon fast vergessen. Soso, der Vater war also auch im Old College, als Mathematikstudent unter Pseudonym und hat im Turm gewohnt - das könnte man ja als sensationelle Entdeckung feiern, wenn es nicht wirklich alles in diesem Buch so an den Haaren herbei gezogen wäre. Außerdem gefällt mir diese plumpe Art der Eröffnung durch Rebecca überhaupt nicht. Hätte Samantha da nicht durch irgendwelche geheimnisvollen Entdeckungen selbst drauf kommen können? Da wäre dann wenigstens ein wenig Spannung im Spiel gewesen, so bekommen wir alles ruck-zuck auf dem silbernen Tablett serviert. Dramaturgisch einfach ungeschickt gemacht.


    Und dann das Bild der Gouvernante, es soll also von einem der Bronte-Mädels gemalt worden sein? Warum hat Samantha das nicht selbst entdeckt? In der Ausstellung wusste sie doch auch genauestens über die Echtheit der dort ausgestellten Gemälde Bescheid, und in ihrem eigenen Zimmer soll ihr so ein Juwel über Wochen und Monate hinweg verborgen bleiben? Nein, zu allem anderen an Kritikpunkten kommt dies noch hinzu: ich fühle mich von der Autorin veräppelt und nicht ernst genommen.


    Zu dem ganzen Geschwurbel über die Bronte-Schwestern und den Theorien über Inzest, Wahnsinn und Geschwisterhass will überhaupt nichts sagen, das ist mir echt zu doof. Ich kenne Jane Eyre, aber keines der anderen Werke der Brontes, und ich denke, das hemmt das Verständnis dieser Passagen zusätzlich.


    Gut, der letzte Abschnitt wird nun auch noch in Angriff genommen und dann freu ich mich insbesondere auf die letzte Seite, egal was Frau Lowell auf diesen Seiten noch zu bieten hat. :breitgrins:

    :lesen: Brandon Sanderson - Jäger der Macht


  • Inzwischen hat sich so eine Art Fatalismus bei mir breit gemacht. Das Buch ist schlecht, was solls, ich muss es trotzdem lesen und schraube meine Erwartungshaltung auf ein Minimum herunter. Auch im dritten Abschnitt wimmelt es nur so von dümmlichen Dialogen, abstrusen Literatur-Theorien und Ausflügen in Samanthas verkorkstes Innenleben.


    Gut, der letzte Abschnitt wird nun auch noch in Angriff genommen und dann freu ich mich insbesondere auf die letzte Seite, egal was Frau Lowell auf diesen Seiten noch zu bieten hat. :breitgrins:


    Ich habe eben deine Eindrücke gelesen und bei jedem Satz zustimmend genickt! Ich habe wahrlich die gleichen Empfindungen! Und darüber bin ich weiß Gott nicht glücklich, - denn obwohl auch ich die Lektüre fatalistisch angehe ( spätestens seit Beginn des zweiten Abschnitts ), macht sich bei mir doch Ärger breit! Ich fühle mich von Lowell meiner Zeit beraubt! Sie hat eine gute Idee auf die denkbar schlechteste Art umgesetzt, - und dazu gehört schon etwas!
    Und ja - die letzte Seite dürfte die erfreulichste des seichten Romans sein, der intelligent sein möchte....

  • @Ulrike: über den Ärger bin ich schon weg, irgendwie hab ich schon fast wieder Mitleid mit der Autorin, weil ihr anscheinend gar nichts zu gelingen scheint. Und dann hab ich auch noch das unbestimmte Gefühl, dass ich es mit einem Schreibexperiment zu tun habe; vielleicht soll der Roman auch bewusst so sperrig sein und sich dadurch vom Mainstream abheben. Weil, eigentlich ist die Autorin doch hochdekoriert und keine Hobby-Schreiberin - die sollte doch einigermaßen wissen, wie es geht, eine spannende und unterhaltsame Geschichte mit Anspruch zustande zu bringen. Vielleicht wollte sie gerade das nicht, sondern ein Buch, an dem sich die LeserInnen reiben.
    :schulterzuck:


    Mehr dazu dann im letzten Abschnitt, ich bin nämlich seit gestern durch. :schwitz::zwinker:

    :lesen: Brandon Sanderson - Jäger der Macht