Markus Heitz - Ritus

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 30 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von HoldenCaulfield.

  • Na sowas, habe ich mich hier noch gar nicht gemeldet?


    Ich kenne sowohl das Buch als auch das Hörbuch und rezensiere nun beides (edit: die Hörbuchrezension im entsprechenden Unterforum):


    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links


    Meine Meinung zum Buch:


    1764: Eine Bestie geht um im Gévaudan! Eine Bestie, die Menschen - vor allem Kinder und Frauen - anfällt, in Stücke reißt und ihr Blut trinkt. Schnell wird klar, dass nicht nur der Aberglaube auf einen Loup-Garou, einen Werwolf, hinweist. Nicht zuletzt wegen der vom königlichen Hof versprochenen Belohnung machen sich zahlreiche Jäger aus ganz Europa auf die Suche, doch Jean Chastel und seine Söhne Pierre und Antoine haben noch einen ganz anderen Grund, die Bestie zur Strecke zu bringen. 200 Jahre später sind die Werwölfe offensichtlich immer noch nicht ausgerottet, doch sie leben im Verborgenen und tarnen ihre Schreckenstaten. Nur wenige wissen um das Geheimnis der Loup-Garous und jagen sie erbittert. Einer davon ist Eric Kastell.


    Historiker und Autor Markus Heitz wollte sich eigentlich lieber mit Vampiren beschäftigen, doch den Knaur-Verlag verlangte es nach Werwölfen und so entstand "Ritus", der erste Teil einer zweibändigen Geschichte über die werwolfjagende Familie Chastel, die im Jahre 1764 im franzöischen Gévaudan ihren Anfang nahm. Die Recherche brachte es zutage: Jeder Mythos beinhaltet einen Funken Wahrheit, denn spätere Untersuchungen zeigen, dass sich die im Buch beschriebenen Ereignisse tatsächlich zugetragen haben und dass es sich bei der Bestie offensichtlich um einen Wolf handelte, der Menschen - und vor allem Kinder - angriff und auffraß.


    "Ritus" bietet zwei Handlungsstränge: Zum einen befinden wir uns mit Jean Chastel und seinen beiden Söhnen im Gévaudan und verfolgen die Anfänge der Bestie, zum anderen reisen wir Eric Kastell durch die Welt - ebenfalls auf den Spuren der Werwölfe. So entwickelt sich die Geschichte wie ein Puzzle und erst gegen Ende erhalten wir das Bild, das in "Sanctum" vollendet werden soll. Erinnert der Gévaudan-Teil atmosphärisch an den Film "Zeit der Wölfe", so fühlte ich mich bei Eric wie in "Blade", dem Vampirfilm mit Wesley Snipes. Die Charaktere sind "heitztypisch": Zerrissen und vielschichtig, niemals einfach oder einseitig und die Handlung bietet neben den frechen Sprüchen gründlich recherchiertes Hintergrundwissen und historische Genauigkeit. Viele der Protagonisten - wie auch Jean Chastel - existierten wirklich und jagten von 1764 bis 1767 den Loup-Garou. Eine Geschichtsstunde der etwas anderen Art. Einzig unser Actionheld und Alleskönner Eric ist stark überzeichnet - machte mir aber dafür umso mehr Spaß.


    Mit dem Gestaltung des Buches hat sich der Verlag große Mühe gegeben. Das Cover ist eines der Sehenswertesten, die mir in den letzten Monaten unter die Augen gekommen sind. Jeder Kapitelanfang wurde außerdem mit einem dem Cover nachgestellten Hintergrund versehen und im Anhang gibt es sogar Karte mit der geografischen Übersicht der historisch belegten "Werwolf"angriffe im Gévaudan. Zur Perfektion fehlt eigentlich nur noch ein Personenregister und eine Chronologie.


    Ein Wermutstropfen ist sicher auch das sehr offene Ende, das erst in "Sanctum" seinen wirklichen Abschluß findet - doch ich bin sicher, dass sich das Warten lohnt.


    5ratten

    "Vor ein paar Jahren hätte ich Ihnen geantwortet: Wir sind nicht die Weimarer Republik. Aber wenn ich mir die Entwicklungen in der letzten Zeit so ansehe, dann muss ich antworten: Ja, ich mache mir ernsthaft Sorgen um unsere Demokratie." (Ein Experte für Rechtsextremismus wird in der Dokumentation "Rechts. Deutsch. Radikal")


    1. Weltweite Ernteausfälle bei 2°C.
    2. Kollaps der Zivilisation bei 4°C.
    3. Unbewohnbare Erde bei 6°C.
    4. Wir riskieren 2°C in 2035.
    5. Wir riskieren 4°C in 2065.
    6. Wir riskieren 6°C in 2095.

    Einmal editiert, zuletzt von nimue ()

  • Meine Rezension:


    Diese Rezension schreibe ich bewusst erst nachdem ich sowohl Ritus, als auch Sanctum gelesen habe. Es handelt sich im Grunde um einen Roman, der aufgrund der hohen Seitenzahl in zwei Bücher verpackt wurde. Eine Pause zwischen Ritus und Sanctum einzulegen ist daher nur sehr schwierig. Am besten hat man Sanctum bereits auf dem Nachttisch liegen, wenn Ritus langsam zu Ende geht.


    Ritus ist ein Dark Fantasy Thriller erster Güte. Die zwei Erzählstränge, Familie von Chastel in Frankreich des 18. Jahrhunderts und Eric Kastell im Europa der heutigen Zeit, wechseln sich ab. Hatte ich zunächst erst ein paar Schwierigkeiten mit dem Erzählstrang im 18. Jahrhundert, da die Personen auf mich nicht interessant wirkten, gab sich dies aber ca. ab der Hälfte des Buches. Die Charaktere wurden mir sympathischer und alles fing an sich langsam zusammenzufügen.


    Der historische Erzählstrang nimmt in Ritus mehr Platz ein, dafür gibt es im Teil Eric Kastells die interessanteren erotischen Szenen, welche sehr authentisch wirken. Auch ich fühlte mich an die Film- bzw. Comicvorlagen "Pakt der Wölfe" und "Blade" erinnert, die Story wirkte aber keinesfalls abgekupfert. Markus Heitz hat viele eigene Ideen eingebaut und seine Protagonisten wieder zu sehr vielschichtigen Charakteren werden lassen. Die Sprache in "Ritus" wirkt außerdem um einiges ausgereifter als in Heitz' Zwergen-Romanen. Nicht nachvollziehen konnte ich den Titel des Buches. Mit "Ritus" konnte ich in dem Roman leider nichts verbinden.


    Das Richtige für spannende Abende, das einzige Manko ist für mich die Ausgabe in zwei Bänden. Einer hätte gereicht und mir den zweiten Weg zum Buchhändler erspart. Die Aufmachung des Buches ist jedoch sehr schön und hat auch mich immer wieder zum "über das Cover streichen" bewogen.


    4ratten

  • Ritus war das erste Buch von Markus Heitz, das ich gelesen habe. Ich habe es mal "auf Verdacht" aus der Bibliothek ausgeliehen, in der Hoffnung, dass sich hinter dem Titel eine Story a la Douglas Preston verbirgt. Damit habe ich dann natürlich total daneben gelegen. ABER: Ich wurde belohnt mit einem der besten "paranormalen" Romane, die ich je gelesen habe. Spannend bis zur letzten Seite. :klatschen: Jetzt kann ich es kaum noch erwarten, bis das Amazon-Paket mit "Sanctum" ankommt. :leser:

  • Meine Rezension:


    Markus Heitz ist wirklich erstaunlich vielfältig, bei "Ritus" wagt er sich diesmal in das Genre Dark Fantasy vor, und beherrscht auch dieses Genre fabelhaft. "Ritus" hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gepackt, wenn ich dachte das es gerade sehr spannend ist, setzte der Autor noch einmal einen drauf. Auch die 2 Handlungsstränge welche in 2 verschiedenen Zeiten spielen 2004 & 18. Jahrhundert sind sehr gut eingeflochten und haben überraschenderweise zu keinerlei Verwirrung geführt, sondern enorm zu der einzigartigen Atmosphäre des Buches beigetragen.
    Die Aufmachung des Buches ist wirklich sehr schön gestaltet, die Ausprägungen im Buchdeckel sowie die im gleichen Stil gestalteten Kapitelanfänge haben mir sehr gut gefallen.


    Da Ritus nur den 1. Teil darstellt und daher in einem enormen Cliffhanger endet sollte man Sanctum unbedingt schon bereit liegen haben.


    Daher bekommt Ritus von mir


    5ratten

    Lieber barfuß als ohne Buch. <br />(Isländisches Sprichwort)<br /><br /><br />:leser:

  • Für mich das allerwichtigste, was ich als erstes erwähnen möchte: Es gibt einen zweiten Teil und Ritus endet völlig offen!!! Das war mir nämlich nicht bewusst, so dass dieses Buch ein bißchen Frustration nach der letzten Seite hinterlassen hat, da ich Sanctum nicht besitze (wahscheinlich sollte ich eher sagen: noch nicht besitze)


    Es war meine erste Werwolfgeschichte (aber nicht mein erster Markus Heitz) und ich empfand sie als sehr spannend (wobei mir das offene Ende zu spannend ist...). Gestört hat mich ein wenig, dass Erics Halbschwester zunächst kurz eingeführt wird, dann noch einmal (auch wieder kurz) auftreten darf um am Ende den vielsagenden Anruf zu tätigen. Dazwischen spielt sie aber überhaupt keine Rolle. Ich vermute und hoffe, dass sich das aber im nächsten Buch (Sanctum) ändern wird.


    Momentan bin ich noch nicht allzu glücklich mit der Auflösung, wer die Bestie im 18. Jh. war.

    Zitat von Spoiler

    Mir ist doch sehr rätselhaft wie Florence selbst nicht bemerken konnte, dass sie ein Werwolf ist. Oder habe ich da was falsch verstanden? Außerdem verstehe ich daran auch nicht, dass Gregoria bei ihren gesammelten Informationen über Werwölfe Jean erzählt, dass Werwölfe geweihten Boden nicht betreten können. Das konnte sie doch durch die Erfahrungen mit Florence schon ausschließen.


    Die Idee der zwei Erzählstränge zu den verschiedenen Epochen hat mir außerordentlich gut gefallen.
    Insgesamt weiss ich gar nicht, wie ich dieses Buch bewerten soll, da es sich ja nur um ein halbes Buch handelt und ich somit erst die zweite Hälfte kennenlernen muss und möchte um mir eine richtige Meinung bilden zu können.

  • Nachdem ich das Buch nun schon lange gelesen habe, kommt nun endlich auch meine Rezi für den SUB-Wettbewerb (Buch angefangen und abgebrochen).


    In der Tat hatte ich das Buch sogar 2 mal angefangen und nach nicht mal 100 Seiten wieder, etwas abgeschreckt, zur Seite gelegt.
    Dafür war hauptsächlich der Eric Teil, der Gegenwart, schuld. Den Teil, der in der Vergangenheit spielt, fand ich von Anfang an sehr interessant , spannend und stimmig.


    Aber der Gegenwartsteil las sich für mich doch zu sehr wie “schlechter Film”.
    Die Figur des Eric ist wirklich hoffnungslos überzeichnet. Sein Aussehen, seine Handlungen. Immer eine Knarre in der Hand, schwarze Lederhose, schwarzer Lackledermantel, lange Haare und allzeit bereit seinen Mann zu stehen.
    Mal nett gesagt: Eric war einfach nicht mein Typ :zwinker:.


    Bei diesem dritten Versuch hatte ich mir nun aber vorgenommen dem Buch wirklich eine Chance zu geben. So viele gute Meinungen zu dem Buch, da muss ja einfach noch etwas kommen. Und ich kann sagen: Dass dranbleiben hat gelohnt :smile:.


    Hat man den ersten “Schock” ersteinmal überwunden, gerät man in eine rasante, wirklich spannende und wirklich blutige Geschichte, die mich wunderbar unterhalten hat.
    Nach der Hälfte des Buches war es fast unmöglich das Buch mal zur Seite zu legen, es entwickelte sich zu einem echten Pageturner.
    Zimperlich ist Markus Heitz hierbei wirklich nicht. Abgerissene Köpfe, raushängende Eingeweide, zerfleischte Gesichter, es gibt von allem ein bisschen.
    Ich habe dem Ende regelrecht entgegengefiebert, auch wenn ich wusste das es hier noch gar kein wirkliches Ende geben wird, Sanctum lag aber schon bereit :zwinker:.


    Eine kleine Auflösung gab es dann doch schon, die war aber keineswegs befriedigend, sondern wirft eher mehr Fragen auf . Obwohl sie mich dennoch überraschen konnte.


    Fazit: Ein spannendes Buch, dass erste für mich in diesem Genre, das Lust auf mehr macht.
    Rasant, spannend, brutal, teilweise hoffnungslos überspitzt, aber mit einem tollen historischen Teil der interessant und sehr stimmungsvoll rüberkommt, alleine schon dafür lohnt es sich zu lessen.
    Für Ritus gibt es von mir.
    4ratten



    Edit:
    Da Ritus ja nicht für sich alleine stehen sollte, sondern erst mit Sanctum ein Ganzes wird, möchte ich auch hierzu noch ein paar Worte sagen. Auch wenn es einen extra Thread dazu gibt, aber es beeinflusst doch meine entgültige Meinung.
    Denn "Sanctum" hat mir leider nicht so gut gefallen. Ich habe daran sehr lange gelesen und habe mir oft gewünscht Markus Heitz hätte nach Ritus schluß gemacht (mit einem etwas vollständigeren Ende für Ritus versteht sich).
    Die Richtung, in die die Geschichte in "Sanctum" geht, gefällt mir nicht besonders.
    Das gibt es schon so oft und auch besser. Auch der historische Teil hat mich nicht mehr besonders unterhalten können. Ich hatte bei Sanctum nur noch das Gefühl: Nicht schon wieder das gleiche :rollen:
    So gut unterhaltend die Geschichte auch ist, so viele Seiten, im ganzen über 1000, füllt sie einfach nicht.


    Fürs Gesamtwerk gibts von mir leider nur noch
    3ratten

    Einmal editiert, zuletzt von Flor ()

  • Ich breche Ritus auf Seite 206 ab.


    Der Schreibweise, wie auch dem Inhalt kann ich leider nicht viel abgewinnen.
    Erinnert mich der Teil der Gegenwart sehr an Blade (wobei ich die Figur des Eric mehr als albern finde), ärgere ich mich bei dem historischen Teil doch sehr über das Verhalten von Jean.


    Und wieder ein wenig Platz im Regal, den Sanctum wird direkt mit entsorgt. :smile:

  • Also ich fand beide Bücher (obwohl es in meinen Augen nur eins ist) klasse! Da es auf einer wahren Begebenheit beruht, finde ich die Story stimmig und gut durchdacht.
    Allen denen es gefallen hat kann ich nur raten KINDER DES JUDAS zu lesen. Da geht es zwar um Vampire, aber es liegt auch, wie bei RITUS, eine wahre Begebenheit zugrunde.

  • Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links

    Markus Heitz – Ritus


    Frankreich im Jahre 1764: Der Wildhüter Jean Chastel und seine beiden Söhne Pierre und Antoine haben im Vivarais einen Loup-Garou erlegt, einen Werwolf. Doch während des Kampfs mit der Bestie tauchte ein zweites Exemplar auf, welches zuerst die beiden jungen Chastels verletzte und anschließend floh. Nach der Rückkehr ins Gévaudan lebt Jean Chastel daraufhin in doppelter Angst. Einerseits vor der Bestie, welche damit beginnt, die Bevölkerung des Landstrichs abzuschlachten, und andererseits davor, dass seine Söhne selbst zu Loup-Garous geworden sind und an den Morden nicht unschuldig sind. Nachdem die Furcht vor der Bestie immer weitere Kreise zieht, tauchen Jäger aus, die sich Hoffnung auf die Belohnung machen, welche der König für die Erlegung der „Bestie vom Gévaudan“ ausgesetzt hat.


    München, 2004: Eric von Kastell, seines Zeichens Spross der reichen Kastell-Familie, ist der Familientradition gefolgt und wurde Werwolf-Jäger, wobei von all den verschiedenen Arten der Lykantropenfamilie sein Hass ganz besonders der Bestie gilt, die als eine Mischung verschiedener Wandelwesen am gefährlichsten ist. Doch nachdem sein Vater von einem ägyptischen Schakalwesen getötet wurde, gerät sein Leben nach und nach immer mehr außer Kontrolle. Da kommt es ihm gerade recht, dass er die letzte Bestie in Kroatien bei den Plitvicer Seen aufspüren konnte. Leider zieht er dabei die Wolfsforscherin Lena in die Fehde zwischen der Bestie und den von Kastells mit hinein und nebenbei muss er sich mit den Orden des Lycaon und den Lycaoniten herumschlagen. Ausgerechnet in diese kritischen Phase lernt er bei der Verlesung des Testaments seines Vaters seine Halbschwester Justine kennen, die anscheinend ebenfalls im Familiengewerbe tätig ist, allerdings für den Orden der Schwesterschaft vom Blute Christi.


    Immer abwechselnd schildert Heitz ein Kapitel aus der Sicht von Jean Chastel im Frankreich des 18. Jahrhunderts und von Eric von Kastell im Europa der Gegenwart. Beide Männer weisen Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede auf, von denen das herausragendste Merkmal ihrer beider Leben die Jagd nach der Bestie ist. Während Jean bereits die Blüte des Lebens überschritten hat, dementsprechend ruhiger und überlegter handelt und sich vor allen Dingen um seine Söhne sorgt, ist Eric ein junger und eher hitzköpfiger Draufgänger, der die Annehmlichkeiten des Lebens in vollen Zügen auszukosten weiß, insbesondere was die Vorzüge des weiblichen Geschlechts angeht. Neben diesen beiden Protagonisten bevölkern zahlreiche weitere Figuren den Roman, wobei sie durchgängig lebendig beschrieben wurden, obwohl nicht alle Klischees vermieden werden konnten.


    Die Sprache von Heitz ist gewohnt flüssig und aufgrund der eher kurzen Sätze weist die Erzählung ein hohes Tempo auf, insbesondere in Kampfszenen. Dabei fließt allerdings auch reichlich Blut, vor allem wenn die Bestie mal wieder ihren Hunger gestillt hat. Hier hätten es ruhig einige Details weniger sein können, ohne das dadurch etwas Wesentliches verloren gegangen wäre. Die Spannung wurde ohnehin mehr von den Perspektivenwechseln zwischen Jean in der Vergangenheit und Eric in der Gegenwart hoch gehalten als durch blutige Einzelheiten der Morde der Bestie.


    Obwohl Ritus nur der erste von zwei Teilen ist und keiner der Handlungsstränge daher abgeschlossen ist, gefällt mir bisher die Schilderung der Geschehnisse im Gévaudan besser, vor allem da Heitz seinen Roman auf wahren Begebenheiten aufgebaut hat. Was in den 60er Jahren des 18. Jahrhunderts wirklich geschah und wer für die über 100 Toten verantwortlich ist, konnte bis heute nicht geklärt werden, wodurch von ganz allein eine Gänsehaut erzeugt wird. Im Gegensatz dazu kam mir die Handlung in der Gegenwart zu überzogen vor, so dass ich diese Parts eher mit Skepsis gelesen haben.
    Summa summarum komme ich auf insgesamt 3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Ich lese Ritus momentan und finde es liest sich ganz gut. Mehr aber auch nicht. Ich finde an manchen Stellen ist die Hauptfigur Erik eher etwas stereotyp. Außerdem nervt es micht das Heitz an einigen Stellen Sex einsetzt wo er absolut unnötig ist. Außerdem fehlt mir auch der Grusel den ich gerne gespürt hätte. Insgesamt gefällt mir auch er Handlungsstrang in der Vergangenheit besser als der in der Gegenwart. Im Vergleich zu Kinder des Judas gefallen mir die Vampire bisher ebenfalls besser. Ich glaube aber das es sicher auch daran liegt das hier eine männliche Hauptfigur beschrieben wird mit der ich mich absolut nicht identifizieren kann. In Kinder des Judas kam ich mit der Hauptfigur viel besser klar.

  • So hier meine abschließenden Meinung:
    Was ich von Erik halte? Nun nach wie vor nicht sehr viel muss ich gestehen. Klar er ist extrem überzeichnet und ich denke genau das ist auch vom Autor so gewollt, aber irgendwie ist er so ignorant und man hat das Gefühl er ist für alles blind was nicht seiner eigenen Überzeugung entspricht. Das hat mich an einigen Stellen schon etwas genervt. Außerdem muss ich nicht in fast jedem Kapitel davon lesen wie er schon wieder mit irgendeiner Frau ins Bett steigt. Wenn ich einen Nackenbeißer lesen möchte lese ich einen, aber wenn ich einen Roman lese der Werwölfe zum Thema nimmt dann muss ich das nicht jedes Mal haben wenn die Handlung in die Gegenwart springt. Aber gut ansonsten muss ich sagen hat mir Ritus trotzdem ganz gut gefallen. Ich mag Heitz Schreibstil und das Ganze lässt sich recht flott lesen. Das liegt sicher auch daran das die Handlung sehr Actionreich ist und vor allem im Gegenwartsstrang immer wieder etwas Neues passiert. Schade fand ich hier jedoch das Justine, eine Figur die eigentlich sehr wichtig ist, praktisch keinen Raum einnimmt. Ich würde mir wünschen in Band 2 mehr über sie zu erfahren. Obwohl ich auch hier so einige Zusammenhänge als klischeehaft bezeichnen würde. Zu dem stören mich Geheimbünde in Romanen in letzter Zeit immer ein bisschen. Aber das mag daran liegen das man momentan das Gefühl hat ihnen nirgends mehr entkommen zu können. ;)


    Aber gut ich hab auch Positives zu vermelden. Denn wie gesagt schlecht ist der Roman auf keinen Fall. Aber eben auch nicht genial, finde ich zumindest. Es macht einfach Spaß weiter zu lesen, man möchte schon gerne wissen wie es in dem Erzählstrang voran geht der im 18. Jahrhundert spielt. Ich mag ja diese Legende um die Bestie irgendwie, nicht zuletzt weil ich Pakt der Wölfe sogar im Kino gesehen habe. (Auch wenn ich ihn eigentlich eher langweilig fand) Allerdings finde ich nicht unbedingt das es gruselig zu geht. Vielleicht bin ich da einfach abgestumpft? Das wäre schon merkwürdig, immerhin lese ich praktisch kaum Literatur die richtig gruselig wird (mal abgesehen von Poe^^). Ich finde aber das Markus Heitz es geschafft hat das Blut nicht zu übertreiben. Wobei ich zugebe das ich eine richtig schöne blutige Beschreibung durchaus zu schätzen weiß, es kommt aber immer auf den Kontext an. Mir hat der Strang der im 18. Jahrhundert spielt zu Beginn sogar sehr viel besser gefallen als der Erikstrang, gegen Ende hat sich das Ganze dann etwas ausgeglichen. Desweiteren gefielen mir die Entwicklungen die sich im laufe der Erzählung - im Strang 18. Jahrhundert- ergaben. Ich hatte ehrlich gesagt zum Teil so meine Bedenken ob das nicht kitschig werden könnte. zudem baut sich ein schöner Spannungsbogen auf und vor allem wenn man weiß das die Geschichte sich bald dem Ende neigt möchte man zumindest wissen wie es weiter geht, denn das Ende wartet mit einem richtig fiesen Cliffhanger auf. Alles in allem bin ich auf Sanctum durchaus gespannt.


    Meine Ausgabe hat übrigens noch ein Interview mit Markus Heitz zu Ritus und Sanctum und ein paar Kommentare zu entfallenen Szenen zu bieten, da Interview ist aber vor allem dann interessant wenn man von den historischen Hingergründen noch nichts gehört hat.
    Von mir gibt es


    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus: