Eowyn Ivey - Das Leuchten am Rand der Welt

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    Über die Autorin:


    Eowyn Ivey wuchs in Alaska auf, wo sie noch heute mit ihrem Mann und zwei Töchtern lebt. Sie studierte Journalismus und kreatives Schreiben und arbeitete zehn Jahre lang als preisgekrönte Redakteurin und Buchhändlerin. Ihr Debüt "Das Schneemädchen" war international ein großer Erfolg und wurde für den Pulitzer Preis nominiert. "Das Leuchten am Rand der Welt" ist ihr zweiter Roman.



    Meine Meinung zum Buch:


    Eowy Ivey wählt für ihren zweiten Roman eine Erzählstruktur, auf die ich mich in den ersten Seiten kurz einstellen musste. In vielen Tagebucheinträgen der Hauptakteure, aber auch in Zeitungsartikeln und abgebildeten Dokumenten schreitet die Handlung schnell voran.


    Im Jahr 1885 bricht Allen Forrester auf, um am Wolverine River entlang bis ins Landesinnere von Alaska vorzudringen. Dabei will er sowohl das Land kartographieren als auch die dort lebenden Indianer erforschen. Er hat sich gut vorbereitet auf diese abenteuerliche Reise. Dennoch hat die Natur wie zu erwarten die ein oder andere Unwägbarkeit parat. Gegen Wind und Wetter war auch damals nicht immer ein Kraut gewachsen. Man spürt die Kälte der Alaska-Nächte und mehr als einmal ist ein seltsamer Eingeborener unterwegs und sorgt für Aufregung und Unsicherheit. Forrester ist ein echter Forscher und mir gefiel seine Aufgeschlossenheit und seine Ausdauer.


    Zuhause wartet die Ehefrau Sophie. Ihr Part ist weniger dramatisch und deshalb eigentlich der undankbarere. Er dreht sich mehr um das Warten und Ausharren aber auch die Suche einer jungen Frau nach einer Beschäftigung, die die Tage sinnvoll ausfüllen kann. Damals hatten es die Männer sicherlich leichter, weil sie freier in ihren Entscheidungen waren und mehr Möglichkeiten hatten. Gerne wäre sie mit ihrem Mann mit auf die Expedition gegangen. Das hätte ich auch sehr schön gefunden, aber gesundheitliche Gründe verhindern das und später findet Sophie einen eigenen Weg, die Natur und die Welt neu zu entdecken und zu erforschen.


    Eine weitgehend unspektakuläre aber dennoch intensive Reise mit zwei Menschen, deren Wünschen und Sehnen der Leser sehr nahe kommt. Eine Prise Mythologie hat die Autorin auch wieder eingebaut.


    5ratten

    :lesen:





    Einmal editiert, zuletzt von gagamaus ()

  • Ende des 19. Jahrhunderts erhält der dekorierte Kriegsheld Allen Forrester einen vielversprechenden Auftrag: er soll für die Armee der Vereinigten Staaten einen Fluss in Alaska erforschen. Erst sieben Jahre später wird die USA das Gebiet, auch "Last Frontier" genannt, vom Russischen Kaiserreich erwerben.
    Von der nahezu für unmöglich gehaltenen Expedition versprechen sich die Auftraggeber Erkenntnisse über dort lebende Menschen als auch Kartenmaterial für ein bislang unerforschtes Territorium.
    Forrester macht sich mit einer Handvoll Männer auf den Weg und lässt seine schwangere Frau Sophie in Vancouver zurück. Die junge Frau hätte ihren Mann allerdings viel lieber begleitet - auch weil sie selbst Naturkundlerin ist. Denkbar gut auf die Wildnis vorbereitet, muss der Trupp erkennen, dass es Dinge gibt, die nicht vorhersehbar oder gar planbar waren. Ab und an hat mich die brutale, kräftezehrende Natur Alaskas wirklich überrascht. Umso mehr hat mich der Ausdauerwille und der Forschergeist der Expeditionsteilnehmer beeindruckt!


    Aber nicht nur Forrester und seinen Männern wird einiges abverlangt - auch Sophie hat zu kämpfen. Und die Eheleute ahnen nicht, dass die Ereignisse und Erfahrungen sie beide von Grund auf verändern werden...


    "Das Schneemädchen", das Debüt Eowyn Iveys, war für den Pulitzer-Preis nominiert und nach der Lektüre von "Das Leuchten am Rand der Welt" weiß ich, warum dies so war. Ivey hat Alaska im Blut - jede Seite sprüht geradezu von ihrer Liebe zu der spektakulären Natur und ihrem Interesse für die Kultur und die Bewohner der größten Exklave der Welt. Sie verleiht mit ihrem Roman nicht nur der atemberaubenden Schönheit eine große Rolle, sondern auch den ersten Begegnungen zwischen Forschergeistern und Ureinwohnern eine Stimme. Nebenbei erzählt sie eine tiefe Liebesgeschichte zweier Menschen, die ein großes Herz für ihre Umgebung haben. Nicht nur einmal habe ich gedacht, dass es gut wäre, wenn es heutzutage mehr Forresters gäbe - ich glaube, die Natur würde es ihnen sehr danken.


    Kurz noch zu den Figuren Iveys: vor allem die unkonventionelle Sophie Forrester hat mich beeindruckt. Sie ist ein sehr intelligenter Freigeist mit einem ausgeprägten Sinn für ihre Umwelt. Sie ist ihrer Zeit voraus, aber nicht auf unglaubwürdige Weise. Es gab immer wieder Pionierinnen, die weit fortschrittlicher waren als das große Ganze - Sophie gehört dazu. Das wiederum rechne ich auch Allen sehr hoch an, denn nicht wenige Männer damals hätten sich solche Ideen ihrer Ehefrauen nicht annähernd gefallen lassen.


    Und als wäre das nicht alles schon genug, ist das Buch auch noch mit tollem Material ausgestattet - Fotographien, Skizzen und Zeitungsausschnitte werten den Roman noch einmal auf.


    5ratten und ein :tipp:

    Liebe Grüße

    Tabea

  • Wie man sich Hals über Kopf in Alaska verliebt...


    -- Worum geht’s? --
    Ende des 19. Jahrhunderts, im Norden der Vereinigten Staaten. Colonel Allen Foster begibt sich auf eine Expedition in das damals noch unerforschte Alaska. Seine Frau Sophie, selbst passionierte Naturforscherin, soll ihn erst ein Stück begleiten. Die Umstände verlangen es von ihr, in der Garnison in Vancouver zurückzubleiben, fern jedes Abenteuers, dafür inmitten gelangweilter Offiziersgattinnen, die ihre größte Freude in Klatsch und Tratsch finden.
    Während Allen also in der rauen, unbekannten Wildnis Alaskas zu kämpfen hat, mal ums Überleben, mal mit mythischen Begebenheiten, dabei aber die Schönheit dieser Natur kennen- und lieben lernt, muss Sophie gegen die ihren scharfen Geist erdrückende Langeweile bekämpfen. Beide, Allen und Sophie, haben also ihre Proben und Abenteuer zu bestehen.

    -- Wie war’s? --

    Ich muss nach Alaska. Das Leuchten am Rand der Welt hat mich nur darin bestärkt. Vor allem in Tagebucheinträgen erfährt man, wie es Sophie und Allen ergeht. Gespickt mit Zeitungsartikeln, Fotos, Zeichnungen und Gedichtfetzen mutet das Buch mehr wie ein illustrierter Reisebericht an und ist wunderschön zu lesen. Man kann gar nicht anders, als sich in beide Welten, in Sophies und in Allens, hineinziehen zu lassen und sich vor allem in Alaska zu verlieben.


    Ihr mögt keine Reiseromane? Macht nichts, dieser Roman lohnt sich. Ihr steht auf Reiseromane? Ihr werdet es lieben!



    5ratten und :tipp: