Welches sind deine Lieblingsklassiker?

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Es gibt 42 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Anne.

  • Hallo Ihr Lieben, nachdem ich in letzter Zeit einige wirklich, wirklich schlechte Bücher gelesen habe, habe ich mir jetzt vorgenommen, es mal wieder mit Klassikern zu versuchen. Das mache ich schon seit einigen Jahren, mal mehr, mal weniger erfolgreich, aber ich merke, dass mir das was bringt.


    Jetzt gibt es zu dem Thema ja endloslange Listen, was man da gelesen haben muss. Das klingt für mich dann schnell nach Schule, Bücher durch die man sich durchquält, nur um sagen zu können, ich hab das gelesen :klugscheisser:. Das finde ich jetzt irgendwie wenig motivierend und deswegen wollte ich die Sache mal anders angehen.


    Welcher Klassiker hat euch wirklich gefallen und warum? :leser:

  • Da könnte ich Dir, wenn ich Zeit hätte, eine ganze Liste bringen. :breitgrins:


    Weil ich keine Zeit habe und Du keine Listen magst, ein Tipp:


    Jane Austen - wegen ihrer feinen Ironie.

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Oh ich liebe Listen, ich suche eher nach Inspiration. Oder kann mich bei der riesigen Auswahl an bestimmt tollen Büchern einfach nicht entscheiden... :breitgrins:


    Aber ich kann dir was Jane Austen angeht nur zustimmen. Sie schreibt einfach toll. Habe gestern "Ich bin so gütig, dir wieder zu schreiben"(eine Ausgabe mit Briefe von Jane Austen) beendet und lese jetzt Stolz und Vorurteil. Immer wieder schön. :herz:

  • Henry Miller. Aber nicht seine Wendekreise, sondern die Reise nach New York. (Zitat: Amerika ist ein Misthaufen. Aber klimatisiert.)

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Also von Henry Miller würde ich ja abraten. Das Portrait einer Lady war eine Qual.


    Ich mag Tucholsky und Twain sehr gern.

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr

  • Also von Henry Miller würde ich ja abraten. Das Portrait einer Lady war eine Qual.


    Ich habe ja ganz spezifisch die Reise nach New York empfohlen. :zwinker:


    Übrigens vermute ich, Du verwechselt Henry Miller mit Henry James. Sind zwar beides Amerikaner, die in Europa lebten, aber sonst ganz unterschiedliche Typen.

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Grimmelshausen "Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch"

    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym, 2001

  • Ich liebe Henry James :err: Und fand Portrait of a Lady ganz wunderbar. Vor allem wenn man sich für die Kritik an der englischen Gesellschaft des 19 Jahrhunderts (und überhaupt für Geselleschaftsromae aus dieser Zeit) interessiert, kann ich den Roman nur empfehlen.
    Hier meine Meinung dazu, die tatsächlich schon vor zehn Jahren entstanden ist:
    Gilt aber immer noch.


    Vielleicht etwas schwere Kost (je nach dem wie Du es gerne sehen magst ;) )
    Und was komplett anderes: Moby Dick - aber bitten keine gekürzte Jugendbuchfassung.
    Wobei, nichts für zwischendurch, aber wirklich wirklich toll.
    Auch hier gibt es einen Thread im Forum: Ein Reread könnte ich hier durchaus mal vertragen


    Und weil ich die Russischen Autoren so mag: Anton Chechov (Tolstoi oder so find ich auch super, aber das ist für den Anfang und doch schwere Kost ) Ich finde seine Geschichten einfach ganz wunderbar.

  • Von Alphonse Daudet: Tartarin de Tarascon (aber nur den ersten Band). Es gibt keinen grösseren und liebenswürdigeren Aufschneider als Tartarin.

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • ...Tolstoi oder so find ich auch super, aber das ist für den Anfang und doch schwere Kost ) Ich finde seine Geschichten einfach ganz wunderbar.


    Tolstoi mag ich auch. Schwer finde ich eigentlich auch nicht, höchstens physisch, wenn man die Papier-Ausgabe stemmt und Krämpfe im Daumenbereich kriegt bei diesen Brocken. :zwinker:

    Wahnsinn ist bei niederer Lautstärke weniger störend.

    Dieter Nuhr


  • Also von Henry Miller würde ich ja abraten. Das Portrait einer Lady war eine Qual.


    Er gehört zwar nicht zu meinen Lieblingsklassikern, aber "Nexus" hat mir vor gefühlten Jahrhunderten gut gefallen.


    An Klassikern mag ich


    - Robert Louis Stevenson
    - Twain, Mark (alle Werke)
    - Gustav Schwab (Die schönsten Sagen des klassischen Altertums) - habe ich als Jugendliche geliebt und sind bis heute unvergessen - bis hin zu meiner eigenen kleinen "Odyssee" :zwinker:
    - Simone de Beauvoir (alle ihre Bücher)
    - Anais Nin (drei davon noch ungelesen; Tagebücher....
    - Gustave Flaubert (Madame Bovary)
    - Guy de Maupassant


    - Edgar Allen Poe
    - H.P. Lovecraft (im Genre Horror, ist aber auch schon lange her, dass ich ihn gelesen habe: hier besonders "Ctulhu's Geistergeschichten" - genial und sehr intelligent geschrieben!)
    - Algernon Blackwood (steht Lovecraft in fast nichts nach; ebenso wie Sheridan Le Fanu)


    - Ringelnatz und Rilke - was Prosa anbelangt;
    - in Sachen Comedy/Komik: Loriot (aber ganz absolut :breitgrins:) und seit Kurzem
    - Torsten Sträter

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

    Einmal editiert, zuletzt von Sagota ()

  • George Orwell - Farm der Tiere
    Im Gegensatz zu 1984 sehr unterhaltsam und gut verdaulich. Ich habe das Buch vor X Jahren gelesen und trotzdem mag ich mich an so ziemlich jedes Detail erinnern, ja selbst die Namen sind mir geblieben - und das muss was heißen :)
    Eine zeitlose Parabel!


    Junichiro Tanizaki könnte man ja in diesem Forum auch als Klassiker zählen (über 50 Jahre tot). Der ist wirklich supi und für mich sowas wie der männliche Vorgänger von Amelie Nothomb (auch sehr empfehlenswert). Wenn man nicht mit sexuellen Vorlieben konfrontiert werden möchte, würde ich
    Eine Katze, ein Mann und zwei Frauen
    Lob des Schattens
    empfehlen. Mich interessieren seine Themen und er schreibt einfach wunderbar. Er zählt zu den Ästheten - ich liebe Ästhetik - und kenne keinen besseren...


    Apuleius - Amor und Psyche
    Einfach weil so schön geschrieben, kurz und voller Weisheit.


    Tanizaki, Orwell, Hesse, Nothomb sind die Autoren(in) von denen ich mit Abstand am Meisten gelesen habe. Sie schreiben alle super, haben Themen die mich berühren und vor Allem halten sie sich kurz und sagen trotzdem viel. Das sind meine bevorzugten Schreiberlinge. Ach ja H.P. Lovecraft zählt auch dazu.


    Natürlich gibt es auch gute Wälzer. Spontan fällt mir da z.B. Schuld und Sühne von Dostojewski, Lolita von Nabokov oder so halb-Wälzer wie Väter und Söhne von Turgenew und Also sprach Zarathustra von Nietzsche ein. Letzteres ist manchmal sehr mühsam bis langweilig zu lesen, aber Zitate wie "muss ich euch erst die Ohren zerschlagen, damit ihr lernt mit den Augen zu hören?" und die unserer Zeit noch immer weit voraus gedachten Gedanken machen dieses Werk für mich zur Pflichtlektüre.


    Sagota
    Habe mir mal die Horrorschriftsteller notiert. Simone de Beauvoir finde ich gut, aber kann man das Klassiker nennen?

  • Was ist überhaupt ein "Klassiker"?
    Von einer Art nebulösen Sicherheit, das doch zu wissen, komme ich bei der Vielfalt der bisher aufgeführten Autoren doch ans Denken..
    Ein Autor/Werk aus der Periode der Klassik?
    Jedes Werk eines beliebigen Autors, der schon tot ist?
    (Ist David Foster Wallace jetzt ein "Klassiker"?)
    ... der mehr als 50? 100? Jahre tot ist?
    Nur ein Werk, das auch heute noch eine bestimmte Auflage erreicht?
    Nur ein Werk, das von anerkannten (von wem?) Kritikern/diplomierten Germanisten/ Anglisten/... "abgesegnet" wurde?? In einem "Kanon" (welchem?) steht??
    Gelobt von Kritikern, die heute leben oder auch Werke, die "zu ihrer Zeit" großen Erfolg hatten?


    In der Wikipedia-Definition ist der Kernsatz dieser (Zitat):
    "Als „klassisch“ im allgemeinen sprachlichen Sinne wird* etwas bezeichnet, das typische Merkmale in einer als allgemeingültig akzeptierten Reinform in sich vereint und mithin als formvollendet und harmonisch gilt. Das Klassische bildet somit den zeitlosen Kontrapunkt zur zeitabhängigen Mode."
    Demnach könnte also auch Zeitgenössisches "klassisch" sein. Oder besteht die Literatur auf einem eigenen "Klassiker"-Begriff? (Zweifelsohne gibt es dazu Literatur. :breitgrins:)


    Aha.
    Aber die heutige Beurteilung des Klassikers unterliegt ja in gewisser Weise auch dem heutigen Zeitgeschmack und ist nicht absolut - Anderes zu behaupten wäre Hybris.
    (*Und es bleibt die Frage: Von WEM?! Ja - von den Menschen, die sich berufsmäßig als Spezialisten damit beschäftigen und auskennen. Also denen mit dem "verfeinerten Geschmack". Hm.
    Wahrscheinlich ist ein "Klassiker" einfach für jeden ein bisschen etwas anderes..


    Und, ja: Ich glaube, wenigstens in gewissem Maße, durchaus an absolute Kriterien für Schönheit und Qualität.. aber eben auch an die Berechtigung von ein wenig Zweifel :smile: und ansonsten eigentlich nur daran, dass ältere Literatur eventuell durch stattgefundene Selektion im "Durchschnittsniveau" etwas angehoben ist - durch Nichterhaltung von Mist sozusagen.

    Einmal editiert, zuletzt von Alice ()

  • Ich kenne diese Definition und daran halte ich mich: Autor 70 Jahre tot. Bücher werden heute noch verlegt.


    Also alle Autoren die vor 1947 gestorben sind.
    David Foster Wallace starb ja erst 2008. Der ist noch lange kein Klassiker.

  • Ich persönlich mag ja die russischen Klassiker sehr gerne. Meine Highlights waren davon


    Anna Karenina von Tolstoi
    Verbrechen und Strafe von Dostojewski
    Eugen Onegin von Puschkin


    Durch "Portrait of a Lady" von Henry Jamens habe ich mich übrigens eher gequält.

    ~~better to be hated for who you are, than loved for who you&WCF_AMPERSAND're not~~<br /><br />www.literaturschaf.de

  • Sagota
    Simone de Beauvoir finde ich gut, aber kann man das Klassiker nennen?


    Wenn man zugrunde legt, dass die Autorin mind. 70 Jahre tot sein soll, wohl eher nicht (sie starb 1986) - aber als 1908 geborene Schriftstellerin und aufgrund ihrer Werke, die schon recht bedeutend in der Frauenliteratur sind, gehört sie für mich schon zu den Klassikern - sicher auch, weil ich ihre Bücher in den 80ern fast alle gelesen habe (meine emanzipatorische Phase :zwinker:; also ein eher persönlicher klassischer Rahmen :breitgrins:....

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • Zu meinen Lieblingsklassikern gehören auf jeden Fall auch die Bücher von Jane Austen.


    Dann hatte ich auch mal ein Phase, in der ich sehr viel und sehr gerne russische Klassiker gelesen habe, da kann ich mich also stefanie_j_h anschließen. Zu den von ihr genannten würde ich noch "Der Idiot" von Dostojewski und "Oblomow" von Gontscharow hinzufügen.


    "Madame Bovary" wurde ja schon genannt, das mochte ich auch sehr gerne.


    "Ditte Menschenkind" von Martin Andersen Nexö gehört noch zu meinen Lieblingen und auch "Stürmhöhe" von Emily Bronte hat mich sehr beeindruckt, wobei da die Lektüre schon sehr sehr lange her ist.


    Daphne du Maurier ist der Definition nach ja eigentlich (noch) kein Klassiker, aber "Rebecca" möchte ich trotzdem erwähnen.


    Ach ja, "Therese Raquin" von Emile Zola wäre da noch. Mehr hab ich von Zola leider noch nicht gelesen, obwohl die ganze Rougon-Macquart bei mir im Regal steht... :redface:


    Hm, je länger ich darüber nachdenke desto mehr Autoren und Bücher fallen mir ein...
    Bevor das aber ausartet möchte ich noch "Lost Horizon" von James Hilton nennen, eines meiner absoluten Lieblingsbücher (auch wenn dem Autor zur seit-70-Jahren-tot-Grenze ein paar Jährchen fehlen).

    :lesen: Anthony Powell - The Kindly Ones <br /><br />Mein SUB<br />Meine [URL=https://literaturschock.de/literaturforum/forum/index.php?thread/32348.msg763362.html#msg763362]Listen

    Einmal editiert, zuletzt von knödelchen ()