Tad Williams - Die Hexenholzkrone I. Der letzte König von Osten Ard

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 36 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Lerchie.


  • Ha, Sludig hatten wir noch vergessen. Der taucht auch noch auf. :klatschen:


    Der Erzählstrang der Halbblut-Nornin ist besonders spannend, finde ich. Er offenbart immer wieder Neues, was ich von den Nornen noch nicht wusste. Und das Mädel hat bis jetzt am Meisten Potential zu einer Entwicklung/Veränderung - wenn man mal von Simons Sohnemann absieht. :zwinker:


    Stimmt, soweit bin ich auch schon! Ich bin in den letzten paar Tagen nicht so richtig zum lesen gekommen -.- Aber wir scheinen in etwa gleich weit zu sein =)


    Die HalbNornin ist interessant, aber am meisten geniese ich die Abschnitte mit den Freunden. Es fühlt sich an wie nachhause kommen! =)

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)

  • Simon und sein Enkel sind ja ziemlich oft angetrunken, finde ich. :rollen:
    Das Tempo ist ja immer noch relativ gemächlich. Gefällt mir aber gut, dass Williams klein anfängt. Mit geheimnisvollen Zeichen, gefährlichen Büchern, verschwundenen Träumen usw. Ich frage mich, ob es Neueinsteiger ähnlich sehen. Ich schwelge zwischen den alten Kameraden und dem leisen herannahen einer großen neuen/alten Bedrohung. Allerdings bin ich sehr froh, dass der zweite Teil schon in wenigen Wochen
    nachgereicht wird, denn jetzt - nach zwei Dritteln - weiß ich schon, dass mir die ersten 800 Seiten nicht reichen werden. :zwinker: Und er ist ein Meister der fiesen Cliffhänger. :klatschen:


  • Ich bin fertig und schreibe gerade an der Rezi


    es war eine wahnsinnig tolle Reise zurück nach Osten Ard! Ich will wieder zurück! Ich hab richtiggehend Heimweh ;_; Das ist so gemein! Zum Glück kommt der zweite Band schon im November!


    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)

  • Ja, ich bin auch heilfroh, dass es bald noch einen Teil gibt - wenn auch mit weniger Seiten aber man soll nicht undankbar sein. :breitgrins:


    Ich habe mich so richtig zuhause gefühlt in diesem Buch. Sicherlich ist es teilweise zum Aufwärmen für Fans und Eingewöhnen für Neueinsteiger gedacht. Und die Geschichte kann und wird sicher noch mehr Fahrt aufnehmen. Aber alles in allem bin ich richtig zufrieden. :smile:


    Der Cliffhanger ist ja eigentlich vom deutschen Verlag so fies gesetzt. Sicher, damit wir auch alle wirklich den nächsten Band kaufen. Das haben die schon schlau gemacht.


  • Ja, ich bin auch heilfroh, dass es bald noch einen Teil gibt - wenn auch mit weniger Seiten aber man soll nicht undankbar sein. :breitgrins:


    Ich habe mich so richtig zuhause gefühlt in diesem Buch. Sicherlich ist es teilweise zum Aufwärmen für Fans und Eingewöhnen für Neueinsteiger gedacht. Und die Geschichte kann und wird sicher noch mehr Fahrt aufnehmen. Aber alles in allem bin ich richtig zufrieden. :smile:


    Der Cliffhanger ist ja eigentlich vom deutschen Verlag so fies gesetzt. Sicher, damit wir auch alle wirklich den nächsten Band kaufen. Das haben die schon schlau gemacht.

    Ich fühlte mich so zuhause - und das ist eigentlich das wichtigste - das wichtigste an einem Buch. Das man jederzeit gern an den Ort des Abenteuers zurückkehrt um seine Freunde wiederzusehen. Ich weiß, das klingt furchtbar sentimental. Aber das ist der Grund warum ich eigentlich so gerne z.B. Harry Potter lese oder Conjuring of Light immer wieder aufschlage oder immer wieder durchs Hobbs Bücher stöbere. "Hogwarts will always be there to welcome you home"

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)

  • Hier nun meine Rezi =)


    Seit dreißig Jahren regieren Simon und Miri auf dem Hochhorst. Mit Weisheit und Güte herrschen sie über das Land. Doch die Nornenkönigin droht, aus ihrem Schlaf zu erwachen. Dunkle Mächte greifen nach dem Land und Prinz Morgan, der junge Thronerbe hadert mit seinem Schicksal. Die Freunde müssen ein letztes Mal zusammen stehen und den Kampf gegen das Dunkle gewinnen.


    Oh wie habe ich gejubelt, als Williams seine Rückkehr nach Osten Ard verkündete. Mehr von Simon und Miri zu lesen und zu erleben, wie es weitergeht, ist wohl ein großer Traum jedes Osten Ard Fans, der deren Kampf verfolgt hat. Zum Glück musste ich nicht so lange warten wie manch anderer Fan - ich habe den Engelsturm erst im Frühjahr gelesen und hungerte folglich nach mehr!
    Nur um so viel schon mal vorn weg zu nehmen. Ich wurde wahrhaftig nicht enttäuscht. Das ganze Buch hat sich das Gefühl von nachhause kommen gehalten, bei guten Freunden sein. Schon jetzt vermisse ich alte und neue Freunde schmerzlich und stehe schon in den Startlöchern für den nächsten Trip nach Osten Ard, für das nächste Abenteuer.


    Schon auf den ersten Seiten hat mich dieses Gefühl, zuhause, bei Freunden zu sein, erfasst und wollte mich einfach nicht mehr loslassen, das ganze Buch über nicht. Obwohl Simon, Miri und ihr Hofstaat zu einem denkbar traurigen Anlass reisten. Doch ich fühlte mich wohl, habe jeden einzelne Seite genossen. Natürlich beginnt das Abenteuer in Osten Ard langsam und mit bedacht. Williams führt den Leser in eine gewandelte Welt ein, in dem halbwegs geordnete Verhältnisse herrschen und Miri und Simon gealtert sind und schon viele Schicksalsschläge erdulden mussten. Das merkt man ihnen an. Muss man auch - sie sind erwachsen geworden und haben Erfahrungen gesammelt! Trotzdem war ich gefesselt von ihrer Reise und der gewandelten Ordnung - und natürlich allen voran von Morgan, der seinen Weg noch nicht gefunden hat und auf seine ganz eigene Art und Weise versucht, mit all dem, was ihm begegnet und beschäftigt umzugehen. Ich denke, dass ist Tads Stärke - bei jedem anderen Halbwüchsigen hätte ich die Trunksucht als Schwäche abgetan und darüber die Nase gerümpft, doch Williams lässt auch hinter Morgans Fassade blicken, hinter sein sorgsam gepflegtes rüdes Image. Interessant! Und spannend! Doch auch Morgan wird bald lernen, was wahre Freundschaft bedeutet! Und als schließlich die alten „Gefährten“ wieder beieinander sind, Simon, Miri, Binabick, Eloair und all die anderen - ich hab mich gefühlt, als hätte mich die Runde auf ein Glas Gewürzwein ans Feuer geladen. Das Gefühl hat einfach von vorne bis hinten gestimmt.
    Tad hat ein unglaubliches Talent Situationen und Orte zu beschreiben. Ich habe die Laternenbrücke oder den Horchhorst bildlich vor mir gesehen und mir so gewünscht, ebenfalls dort an diesem Ort zu stehen.


    Bisher klingt alles sehr nach dem alten Osten Ard, oder? Doch wer „Das Herz der verlorenen Dinge“ gelesen hat, der weiß, dass auch die Nornen eine tragende Rolle in diesem Buch spielen. Doch sie sind nicht mehr die Schreckensgestalten, vor denen die Eltern ihre Kinder mit Gruselgeschichten warnen (gut, nicht nur). Tad hat sich viel Mühe gegeben, auch ihnen Tiefe und Struktur zu verleihe und ich muss zugeben, dass mich vor allen Dingen Viyeki fasziniert. Man fragt sich, ob sich Menschen und Nornen nicht an nähren. Dann wäre der Weg für ein Bündnis offen … Der endlich Frieden bringen könnte! Sowas ist in der Welt, die Williams nun geschaffen hat, durchaus denkbar! Und das fasziniert. Er schafft es, dass ich zumindest die Nornenkrieger in mein Herz schließe, und ich habe es erst bemerkt, als Viyeki schon längst einen Platz in meinem Herzen erobert hatte. Auch die Halb-Nornen haben einen Platz in ihrer Gesellschaft inne.


    Tad Williams erzählt ausladend. Er packt Osten Ard voller Wunder. Auf mich wirkt sie plastisch und wunderschön, gefährlich, rau - ich liebe es, einzutauchen und nur schwer wieder den Weg zurückzufinden.
    Ich empfehle es für all jene, die große High-Fantasy Geschichten lieben und mit einem langsamen Worldbuilding klar kommen. Ich liebe es!

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)

    Einmal editiert, zuletzt von LizzyCurse ()

  • Der Austausch gefällt mir auch sehr gut! Ich würde mich freuen, wenn wir uns beim Erscheinen des zweiten Bandes auch wieder zusammenschließen könnten =)

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)


  • Ja, unbedingt, liebe Lizzy. Zu zweit ist es einfach noch schöner. :winken:


    Juhu =) ja, das ist einfach nur toll! Vor allen Dingen bei Autoren wie Williams, die wirkliche komplexe Welten schaffen. Da kann man dann richtig toll rätseln und mutmaßen <3

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)

  • Huhu ihr Lieben,


    sagt mal, sollte man eigentlich die früheren Bücher über die Welt von Osten Ard gelesen haben? :winken:

    Mögest du dir die Zeit nehmen, die stillen Wunder zu feiern, die in der lauten Welt keine Bewunderer haben. ~ Altirischer Segenswunsch

  • Haha, da fragst Du die Richtigen.


    Da das meine Lieblingsreihe ist schon mal dafür ein klares JA, man sollte diese Reihe von Anfang an gelesen haben.
    Sicher kann man auch bei der Hexenholzkrone einsteigen aber es entgeht einem wirklich sehr viel. Zumindest den Übergangsband solltest Du Dir gönnen. Das Herz der verlorenen Dinge.


    Aber wenn Du Fantasy-Reihen magst und Dich dicke Wälzer nicht schrecken, dann fang mit dem Drachenbeinthron an. Die ersten 200 Seiten sind etwas langatmig aber dann kannst Du nicht mehr aufhören. :breitgrins:

  • Ok, du hast mich überzeugt. Danke. :breitgrins:

    Mögest du dir die Zeit nehmen, die stillen Wunder zu feiern, die in der lauten Welt keine Bewunderer haben. ~ Altirischer Segenswunsch

  • Ha! den Thread seh ich erst jetzt - meine Antwort ist auch definitiv ja, sollte man. Es ist genauso, wenn man die Chroniken der Unterwelt mit Lady mitdnight beginnt. Man kann es machen, aber man hat dir eigentlich den gesamten Belag vom saftigen Burger geklaut xD

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)

  • Verstehe... :breitgrins:
    Ich habe mir den ersten Band sogar bereits gekauft. Allerdings... Puh. Was für ein Schinken! :entsetzt:
    Mal sehen, wann ich damit dann starte... :breitgrins:

    Mögest du dir die Zeit nehmen, die stillen Wunder zu feiern, die in der lauten Welt keine Bewunderer haben. ~ Altirischer Segenswunsch

  • Halte durch und hab keine Angst ;) ich liebe diesen Einstieg in Williams Welt :)

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)

  • Auch wenn ich das Buch hier nicht bekommen habe, hier ist meine Rezi. Etwas verspätet, weil ich mir ja mi dem Anfangen des Buches Zeit lassen konnte, aber besser spät als nie:


    Es geht weiter mit Osten Ard


    Im Vorspiel lesen wir, wie eine Sitha im Kynswaldgehölz nahe des Hochhorsts überfallen wird…

    Simon und Miriamel regieren nun seit dreißig Jahren in Osten Ard. Ihr Königssitz ist der Hochhorst, doch sind sie nicht immer dort. Im Moment finden wird sie vor den Toren von Hernystir, wo man sie auf den Eintritt warten lässt…

    Prinz Morgan, seines Zeichens der Enkel des Königspaares benimmt sich absolut nicht wie der Thronfolger, der er nun mal ist…

    Und hier gibt es auch noch unheilvolle Gerüchte…

    Doch eigentlich ist das Königspaar auf dem Weg nach Rimmersgard, denn Herzog Isgrimnur, ein guter Freund von Simon, liegt im Sterben….

    Zwischen all diesen Geschehnissen um Simon, Miriamel, ihren Enkel Morgan und ihre Freunde, liest man auch was die Nornen hoch oben im Norden planen. Da sie nicht mehr viele waren, haben sie sich mit menschlichen Sklaven gepaart…

    Nezeru ist das Ergebnis einer solchen Paarung und hat es bis zur Klaue der wieder auferstandenen Königin Utuk‘ku gebracht…

    Auf dem Rückweg nach Erkynland zum Hochhorst wird die Gruppe von ein paar Nornen überfallen…

    Und dann gibt es da noch den Bund der Schriftrollen, dem jedoch nur noch wenige angehören…

    Wer ist die Sitha, die überfallen wird? Was wollte sie so nahe am Hochhorst? Warum hat man das Königspaar in Hernystir so lange warten lassen? Was gab es dort für Gerüchte, denen man evtl. doch nachgehen sollte? Wie benimmt sich der Prinz daneben? Wieso ist der Enkel der Thronfolger? Lebt Simons und Miriamels Sohn nicht mehr? Was ist mit ihm passiert? Was ist mit Herzog Isgrimnur? Wird er sterben? Was war das Ergebnis der Paarung der Nornen mit menschlichen Sklaven? Wie ist Nezeru so weit gekommen? Ist sie mehr Norne als Mensch? Wieso kommen die Nornen so weit in den Süden, dass sie den Zug des Königspaares überfallen können? Was hat es mit dem Bund der Schriftrollen auf sich? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.


    Meine Meinung

    Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen. Es ist unkompliziert geschrieben, sieht man einmal davon ab, dass es in Fantasyromanen meistens irgendwelche etwas komplizierteren Worte gibt. In der Geschichte war ich wieder schnell drinnen und konnte mich in die Protagonisten gut hineinversetzen. Die Sitha, die im Vorspiel überfallen wurde tat mir leid. So ganz dahinter gekommen, wie alt Morgan der Thronerbe ist, bin ich noch nicht. Auf jeden Fall ist er trinkfest.

    Das Buch nimmt nach und nach langsam Fahrt auf. Nicht jeder kennt die Vorgängerbände von Drachenbeinthron bis Engelsturm. Und so wird auch ab und zu auf die Vorgeschichte hingewiesen. Überhaupt als Simon und Miriamel in Elvritshalla bei Herzog Isgrimnur ankommen. Man merkt auch, dass auch ein Thronfolger nicht unbedingt immer das macht, was sich seine Großeltern wünschen. Tad Williams räumt in diesem Buch den Nornen etwas mehr Platz ein. Wir erfahren, dass die Strategie, Nornen mit Menschen (Sklaven) zu paaren, anscheinend aufgeht. Und Utuk’ku die Nornenkönigin, die lange in tiefem Schlaf lag, ist wieder erwacht. Sie dürfte die große Gefahr für die Menschen sein. Aber nicht alles, was in ihrer Abwesenheit passiert ist, gefällt ihr. Dieses Buch ist der erste Teil der Hexenholzkrone1 Der letzte König von Osten Ard. Hexenholzkrone 1 deshalb, weil das Urspungsbuch für die deutsche Übersetzung zu dick war und deshalb gesplittet werden musste. Tad Williams hat es auf jeden Fall mal wieder geschafft Spannung zu erzeugen, in diesem Buch gleich von Anfang an, auch wenn sie zwischendurch vielleicht ein klitzekleines bisschen nachließ. Aber sie hörte nie auf. Und am Ende haben wir dann noch einen Cliffhanger, der mich ungeduldig werden lässt, denn ich habe den zweiten Band noch nicht. Und dann geht es natürlich vermutlich genauso spannend wieder weiter und ich warte auf den dritten, den vierten Band. Und ich frage mich, was mit dem König passiert. Wer ist jetzt der letzte König von Osten Ard? Dieses Buch hat mich gefesselt und ich musste immer weiterlesen. Es bekommt von mir eine Lese-/Kaufempfehlung und volle Bewertungszahl.

    Liebe Grüße

    Lerchie

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    nur wer aufgibt, hat schon verloren