Max Barry - Lexicon

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Es gibt 8 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Kirsten.


  • Lexicon
    von Max Barry


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    übersetzt aus dem Englischen von Friedrich Mader
    erschienen 2013, auf deutsch 2014
    464 Seiten



    Klappentext:

    Wil Parke ist ein einfacher Zimmermann. Oder zumindest glaubt er das. Bis er auf einer Flughafentoilette in Portland von zwei Männern angegriffen wird. Sie behaupten, er sei der Schlüssel in einem geheimen Krieg, ein »Ausreißer«, immun gegen die Kraft der Worte. Sie zwingen ihn mitzukommen in die Geisterstadt Broken Hill, deren gesamte Bevölkerung bei einem Chemieunfall vor zwei Jahren ausgelöscht wurde. Dort soll ein mächtiges Artefakt verborgen liegen, das den Krieg ein für alle Mal beenden könnte. Doch der Feind ist ihnen bereits auf den Fersen ...


    Buchrückseite:
    Worte sind Waffen. Zwei Männer haben Wil Parke entführt. Sie sagen sie brauchen sein Hilfe. Sie sagen es tobt ein geheimer Krieg, den nur Wil zum Guten wenden kann.
    Sie sagen, er hat die Pläne des Feindes schon einmal durchkreuzt. Aber Wil kann sich an nichts erinnern.


    ***


    Der rasante Thriller entwickelt seine Story aus dem Gedanken, Worten würde, wenn man sie geschickt verändert und einsetzt, eine besondere Kraft innewohnen. In der Realität, bezogen auf psychologisch erklärbare Manipulation kennt man das z.B. aus der Werbung, schreit einem von Wahlplakaten entgegen und wird von geschulten Rednern geschickt eingesetzt. Diesen realen Grundgedanken nimmt der Autor auf, verweist auch auf die diesbezüglichen Möglichkeiten des Internets und steigerte die Idee bis ins Phantastische.
    Genauer möchte ich darauf gar nicht eingehen, würde der Geschichte einen Teil der Spannung nehmen, ist aber als Grundgedanke des Romans wirklich sehr interessant und bietet jede Menge Stoff sich dazu seine eigenen Gedanken zu machen. Rethorische, linguistische, gegenwartskritische und phantastische Elemente werden geschickt miteinander verwoben.
    In Zeiten von "Fake News" , Wahl- und Werbeversprechen, Informations- und Medienflut ein sehr aktuelles Thema.


    Aus dieser zugrundeliegenden Idee und der Verbindung zu Mythen über Zauberworte entwickelt sich ein moderner Thriller mit einigen spannenden Wendungen, der mir gelegentlich Konzentration abforderte um am roten Faden zu bleiben. Zeitsprünge sind zahlreich und erhöhen die Spannung; erst nach und nach finden die Handlungs-und Zeitebenen zueinander.


    Die Charaktere sind ausreichend beschrieben, man hat ein Bild der einzelnen Protagonisten vor sich, allzuviel Tiefe darf man aber in dem Bereich nicht erwarten.
    Gegen Ende erschien mir manche Entwicklung doch etwas erzwungen, manchmal verworren und übertrieben, was der Spannung aber letztlich keinen Abbruch getan hat. Insgesamt auf jeden Fall mal was anderes.


    Fazit: Ungewöhnlicher Thriller mit interessanten Gedankengängen zum Thema "Rethorik und Manipulation" und einem Schuß Phantastik .



    4ratten für den Thriller an sich und noch ein :marypipeshalbeprivatmaus: dazu, für die wirklich ungewöhnliche und spannende Grundidee

    “There is a crack in everything, that’s how the light gets in.” (Leonard Cohen)

  • Ein einfacher Zimmermann mit einer großen Aufgabe? Hatten wir das vor ein paar tausend Jahren nicht schon einmal? So oder so, die Geschichte klingt interessant, wenn vielleicht auch ein bisschen verworren.

    Man muss mutig sein, damit du die Angst überwindest, das Unmögliche möglich zu machen.

  • Kirsten: Ich glaube, Barry könnte wirklich was für dich sein, ohne es genauer festmachen zu können (Ich kenne auch, wie Suse, nur die alten Sachen, Lexicon und Maschinenmann subben bei mir noch.) habe ich das Gefühl, Barry und Brookmyre liegen auf einer ähnlichen Wellenlänge. :zwinker:

  • illy: da kannst du recht haben. Der Klappentext hat mich auch ein bisschen an die alten Sachen von Brookmyre erinnert.

    Man muss mutig sein, damit du die Angst überwindest, das Unmögliche möglich zu machen.

  • Bei mir war es das erste Buch von Barry, hab aber schon mal geschaut was er sonst noch so geschrieben hat und mir hier auch schon die Rezi zu Logoland durchgelesen. Ich glaub ich werds schon noch mit einem weiteren Buch von ihm probieren, wahrscheinlich wirds auch Logoland werden.


    Kirsten
    ... also mit dem Zimmerman hat es definitiv nichts zu tun. Der um den es hier geht ist nicht mal Zimmermann, aber das weiß er noch nicht :breitgrins:
    Verworren wars teilweise schon, aber früher oder später hab ich dann schon wieder gewußt wo es lang ging. Ich denke mit etwas Abstand auch das manches bewußt überzeichnet ist, manchmal ist aber auch arg dick aufgetragen. Das Buch hat seine Schwächen, aber eine Versuch ist es auf jeden Fall wert und es war definitiv mal was Anderes.


    Brookmyre kenn ich nicht, insofern kann ich da keine Parallelen ziehen.

    “There is a crack in everything, that’s how the light gets in.” (Leonard Cohen)

    Einmal editiert, zuletzt von Firiath ()

  • Sind sie eher ein Katzenfreund oder ein Hundefreund?

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    Mit der Beantwortung dieser fünf Fragen hat man den „Dichtern“ bereits genügend Anhaltspunkte gegeben, dass sie einen erfolgreich manipulieren können, denn im Umgang mit Wörtern sind die Mitglieder dieser Geheimorganisation Meister. Mit etwas Training lassen sich solche Manipulationsversuche abwehren, doch es gibt ein Wort, dem niemand widerstehen kann, weswegen der Ort kleine Ort Broken Hill im australischen Outback nun nur noch eine Geisterstadt ist. Niemand ist seit der Exposition des Wortes mehr aus der Stadt entkommen. Wirklich niemand? Wil wird von einigen Menschen entführt, die anderer Meinung sind, er habe überlebt, erfährt er, und ist deswegen eine wichtige Figur in der aktuell ziemlich blutigen Schlacht um dieses Wort.


    Welche Macht Wörter haben, ist allen begeisterten Lesenden im übertragenen Sinne bereits bekannt, die Breite der Manipulierbarkeit zeigt Barry aber in diesem Roman. Zwischen der eigentlichen Handlung gibt es Blog-Auszüge und ähnliches, die Verschwörungstheorien rund um die Handlung des Buches diskutieren und anhand derer man die Parallelen zu unserer Realität nachverfolgen kann. Am Anfang wechselt sich die eigentliche Handlung rund um Will mit der von Emily ab, die eine Ausbildung zur Dichterin durchläuft und man liest beide Stränge mit viel Genuss. Nur kurz vor Schluss wurde es für mich, was die Zeitebenen betraf, leider etwas unübersichtlich.


    Action kommt bei aller Wortklauberei :zwinker: nicht zu kurz und gerade in den Kampfszenen erinnerte mich Barry an Brookmyre, der ebenfalls äußerst blutige Szenen mit einem gewissen Witz beschreiben kann.


    Ich mochte Barry ja bereits vorher, aber mit diesem Buch hätte er mich auch zu seinem Fan machen können.


    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

  • Das war der letzte Schubser, um den Titel auf die Liste zu setzen ;-) Mal sehen, wie viel Brookmyere ich finden kann.

    Man muss mutig sein, damit du die Angst überwindest, das Unmögliche möglich zu machen.

  • Meine Meinung

    Mal sehen, wie viel Brookmyere ich finden kann.

    Die Antwort ist: viel- und auch gar nichts. Auf den ersten Blick hat mich Lexicon tatsächlich an die frühen Bücher von Christopher Brookmyre erinnert. Auf den zweiten Blick habe ich festgesellt, dass die Beiden zwar einen sehr schrägen Humor haben. Aber er geht in verschiedene Richtungen und genau das hat mir gefallen.


    Zurück zum Buch: es gibt zwar einen roten Faden, aber der ist anfangs noch ein ziemliches Knäuel und entwirrt sich erst im Lauf der Geschichte. Trotzdem ist die Geschichte nicht verwirrend. Im Gegenteil: es hat mir Spaß gemacht, herauszufinden welche Rolle die einzelnen Personen gespielt haben und ihren Platz im Buch zu finden. Manches habe ich recht schnell gesehen, bei anderen Dingen habe ich länger gebraucht. so oder so: Lexicon ist ein Buch, das mir großen Spaß gemacht hat.

    5ratten

    Man muss mutig sein, damit du die Angst überwindest, das Unmögliche möglich zu machen.