Henning Mankell - Der Sandmaler

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Igela.

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    Elisabeth und Stefan treffen sich zufällig kurz vor dem Abflug nach Afrika. Unabhängig voneinander haben sie die Reise gebucht und verbringen die Zeit in Afrika meist gemeinsam. Die beiden haben an und für sich nicht viele Gemeinsamkeiten,Stefan ist aus reichem Elternhaus mit einer Schwester, die als Model arbeitet. Elisabeths Schwester ist behindert, die Mutter alkoholkrank und der Vater im Job frustriert. So sind die Erwartungen auch völlig verschieden. Stefan will Pool, Luxushotel und die Frauen Afrikas geniessen, Elisabeth das Land fühlen, spüren und erleben.


    Der Autor hat es geschafft, dass ich von der ersten Seite an gefesselt war. Er hebt nicht nur grandios die völlig verschiedenen Persönlichkeiten der beiden Hauptfiguren hervor,sondern zeichnet auch ein Bild Afrikas aus der Sicht der beiden Figuren,das unterschiedlicher nicht sein könnte. Für mich steht hinter dieser Beschreibung sehr viel Symbolik und hat mich nachdenklich gemacht und…ja auch berührt. Die Einstellung Stefans gerade im Hinblick auf den weiblichen Teil von Afrikas Bevölkerung hat mich abgestossen und angeekelt. Im Gegensatz zu Elisabeth geht es ihm um oberflächliches Vergnügen auf seiner Reise .Wie viele Menschen reisen so?Für wie viele scheint ein Land aus Luxushotels und Vergnügen zu bestehen .?Hier hat der Autor bei mir für sehr viel Stoff zum Nachdenken gesorgt.


    Der Schreibstil Mankells ist einfach überwältigend. Mit wenigen Worten schreibt er gewichtig, wortgewaltig und eindrücklich.Immer wieder hatte ich das Gefühl, er lässt die Leser "zwischen den Zeilen "lesen und regt an über das Ungesagte nachzudenken. Als Beispiel kann ich anführen,dass ich das Gefühl hatte, dass Elisabeth vor der Reise leicht depressiv ist…doch der Autor deutet an und lässt die Auflösung auf diese Frage offen.


    Sehr gut erhält man als Leser Einblick in die Infrastruktur, die Politik und die Bildung Afrikas.Auch der Kapitalismus ,der hier erschreckend real gezeichnet ist. wird thematisiert. Die krassen Gegensätze der Luxushotels zu den Wellblechhütten sind authentisch und erschreckend real. Ein kleiner Satz, der mich tief berührt hat, ist eine Szene, in der ein schwarzes Mädchen nach einer Liebesnacht mit Stefan nach Hause geht.


    Mich hat schon lange kein Buch so berührt,dies natürlich auch weil Henning Mankell authentisch die Situation in Afrika und die Sicht von gewissen westlichen Bewohnern skizziert.


    5ratten


    Titel angepasst. LG, Valentine

    Einmal editiert, zuletzt von Igela ()

  • Meine Meinung:


    Nach ihrem Abitur treffen sich Elisabeth und Stefan zufällig am Flughafen. Beide haben ganz unabhängig voneinander eine 14-tägige Reise nach Afrika gebucht. Währens Elisabeth Land und Leute kennenlernen möchte, verfolgt Stefan ganz andere Ziele: Schwarze Frauen abschleppen, Party machen und am Strand faulenzen. Sollte sich etwas mit Elisabeth ergeben, wäre er auch dem nicht abgeneigt. Der Leser begleitet die beiden Schweden, die unterschiedlicher nicht sein könnten auf ihrer Reise.


    In diesem Roman hat Henning Mankell seine ganz persönlichen Eindrücke seiner ersten Afrikareise verarbeitet. Damals war er nicht viel älter als seine beiden Protagonisten. In Schweden erschien dieser Roman als sein erstes Buch bereits in meinem Geburtsjahr 1974. Gut, dass die deutsche Übersetzung erst jetzt herauskam, denn wäre dies der erste Roman gewesen, den ich von ihm gelesen hätte, hätte ich definitiv seine besten Werke verpasst. „Der Sandmaler“ war für mich ok, aber mehr leider auch nicht. Ich bin mit den Protagonisten überhaupt nicht warm geworden. Sie blieben mir während der ganzen 160 Seiten viel zu blass und oberflächlich. Das war ich von seinen „Wallander-Romanen“ komplett anders gewohnt. Kurze Sätze und ein einfacher Sprachstil ließen mich das Buch schnell lesen, den Anspruch habe ich allerdings vermisst – ebenso wie die für mich wichtigen Landschaftsbeschreibungen.


    Einziger Pluspunkt: Nach wie vor ist die Thematik des Buches aktuell und das Leid von Land und Leuten hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Das ist der Grund, warum ich für „Der Sandmaler“ drei Ratten vergebe.


    3ratten

    Wer lesen will, der liest, und jedes Buch wird gefunden von dem, der es sucht.<br />(Eduard Engel)

  • Goat:Du vergibst drei Ratten?Verrätst du mir, wie man die vergibt ?(...bin relativ neu hier und das habe ich noch nicht herausgefunden)

  • Die Ratten findest du bei den smileys :winken:

    LG, Dani


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  • Ist das das gängige"Bewertungssymbol" hier?


    Ja. Ist es.
    Du kannst auch ein :marypipeshalbeprivatmaus: vergeben. Das ist quasi eine halbe Ratte und so kannst auch 3,5 oder so vergeben. Wenn es weder eine 3 noch eine 4 ist

  • Ja. Ist es.
    Du kannst auch ein :marypipeshalbeprivatmaus: vergeben. Das ist quasi eine halbe Ratte und so kannst auch 3,5 oder so vergeben. Wenn es weder eine 3 noch eine 4 ist


    Danke...wieder was gelernt!