Mary E. Pearson - Die Gabe der Auserwählten. Die Chroniken der Verbliebenen

Leserunde mit Tobias O. Meißner ab 06.09.2019: Evil Miss Universe [Gesellschaftskritische Romantic Comedy]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Auf der Flucht


    Sie waren aus Venda geflohen, doch es ging nicht ohne erhebliche Blessuren ab…
    Dann wurden sie auseinandergerissen, denn Lia war schwer verletzt in den Fluss gefallen, und Rafe ihr nach, um sie zu retten…
    Doch dann waren sie beisammen und suchten Schutz in einer Höhle, denn Lias Verletzungen mussten versorgt werden…
    Und obwohl die Brücke, der einzige Übergang über den Fluss, zerstört war, stöberten Kaden und Griz sie auf…
    Doch was diese beiden geschafft hatten, würden die anderen auch schaffen…
    Auf dem Stützpunkt angekommen, erfuhr Rafe Schlimmes…
    Und Lia wurde sich immer sicherer, dass sie zuerst nach Morrighan reiten müsse… Doch Rafe wollte sie nicht gehen lassen…
    Und immer wieder fragten sie sich, ob Lia jetzt den Komizar getötet hatte, oder ob er noch hatte geheilt werden können…
    Welche Blessuren erlitten sie, als sie aus Venda flohen? Warum war Lia in den Fluss gefallen? Es war ein wilder Fluss, würde Rafe sie halten können? Oder würden sie auseinandergerissen werden? Und die anderen auf dem Floß? Wo würden sie anlegen können? Würde Rafe Lia wieder finden? Und wie würde er sie zu dem Treffpunkt bringen, schwerverletzt wie sie war? Konnten Lias Wunden gut versorgt werden? Wieso hatten Kaden und Griz sie so schnell gefunden? Obwohl die Brück zerstört war? Gab es etwa doch noch einen anderen Übergang? Oder doch die weiter entfernte Furt? Wurden sie von den beiden gewarnt? Was erfuhr Rafe, als sie zum Stützpunkt kamen? Warum wollte Lia zuerst nach Morrighan? Und warum Rafe sie nicht gehen lassen? War der Komizar jetzt tot, oder lebte er noch? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.


    Meine Meinung
    Dies ist der dritte Band der Reihe ‚Die Chroniken der Verbliebenen‘ von Mary E. Pearson. Die Autorin schreibt unkompliziert, das heißt es gab keine Fragen nach dem Sinn von Worten oder gar ganzen Sätzen. Ich hatte Angst um Lia, auch wenn ich mir sagte, dass sie mit dem Leben davonkommen musste, denn sie war schließlich eine Hauptperson. Aber ich hatte doch Angst, dass sie aufgespürt würden und sich nicht genug wehren könnten. Schließlich hatte Kaden sie gefunden, doch letztlich überraschte er mich. Ich konnte durchaus verstehen, dass Lia nach Morrighan wollte, denn sie wollte ihr Volk warnen, aber sie war dort absolut nicht sicher. Im Gegenteil, sie begab sich damit in große Gefahr und ich konnte Rafe verstehen, der sie nicht gehen lassen wollte. Mit ihr gehen konnte er auch nicht, denn er wurde in Dalbreck gebraucht. Das Buch war sehr spannend von Anfang bis zum Ende. Doch es ist noch nicht das Ende dieser Geschichte. Es wird wohl noch einen vierten Band geben. Und ich bin sehr gespannt, wie diese Geschichte letztendlich ausgeht. Von mir bekommt das Buch eine Lese-/Kaufempfehlung sowie vier von fünf Sternen bzw. acht von zehn Punkten.


    Titel angepasst. LG, Valentine

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________

    nur wer aufgibt, hat schon verloren

    Einmal editiert, zuletzt von Valentine ()

  • Gerade so sind Lia, Rafe und die anderen aus Venda entkommen. Doch außer Gefahr sind sie noch lange nicht, denn ob Lia den Komizar wirklich getötet hat, ist nicht sicher und selbst wenn, wird ihnen Venda dennoch Verfolger nachschicken. So bleibt es auch nicht lange aus, dass Kaden wieder zu ihnen stößt. Auf welcher Seite steht er nun eigentlich? Lia vertraut ihm, doch Rafe ist natürlich misstrauisch – und eifersüchtig.


    Schließlich erreichen sie einen Außenposten, einen Militärstützpunkt von Dalbreck, in dem sie vorerst in Sicherheit sind. Doch hier erfahren sie nun auch, was in der Welt passiert ist, während sie in Venda abgeschnitten von Neuigkeiten waren. Für Rafe bedeutet dies eine unerwartete Entwicklung, der er sich nun erst einmal stellen muss. In Lia hingegen wächst der Drang, sich um ihr eigenes Königreich Morrighan zu kümmern. Obwohl sie dort als Verräterin gilt, fühlt sie sich verantwortlich, ihr Land vor der drohenden Gefahr zu warnen und zu schützen. Doch dafür müsste sie sich von Rafe trennen, der dieselbe Verantwortung für Dalbreck trägt.


    Diese Reihe fesselt mich wie schon lange keine Jugendfantasy mehr. Sobald ein neuer Band erscheint, wird er verschlungen, da macht auch dieser dritte Teil keine Ausnahme. Wieder liest sich die Geschichte sehr flüssig, allerdings ist das hier für mich leider so ein typischer „Zwischenband“ gewesen, in dem eigentlich nicht wirklich etwas passiert.


    Die eigentliche Handlung kann man hier in wenigen Sätzen zusammenfassen und mehr geschieht tatsächlich nicht. Das schmälert die Begeisterung erheblich, denn eigentlich ist dieser ganze Band damit ziemlich überflüssig. Natürlich entwickeln sich die Figuren etwas weiter, aber auch das weniger als in den beiden Vorgängerbänden.


    Gegen Ende wird dann die Basis für Band 4 gelegt, auf den ich mich dennoch sehr freue, denn hier erwarte ich wieder mehr Handlung und Action. Und natürlich bin ich sehr neugierig, ob und wie Lia und Rafe die Kurve kriegen und einen gemeinsamen Weg finden werden.


    Die Reihe insgesamt ist toll, dieser Band hier leider nur wenig spannendes Füllmaterial.


    3ratten

    LG, Dani


    **kein Forums-Support per PN - bei Fragen/Problemen bitte im Hilfebereich melden**

  • Lia wurde bei der Flucht schwer verletzt, doch zusammen schaffen sie, Rafe und dessen Männer es nach vielen Gefahren in das sichere Militärlager Dalbrecks an der Grenze zu Venda. Hier erfährt Rafe, dass sein Vater gestorben ist, mit einem Schlag wird aus Rafe, dem Soldaten, König Jaxon, der Herrscher. Und wie es Herrscher so an sich haben, lassen sie nur ungern andere Meinungen neben sich stehen, auch lügen und betrügen sie gern einmal. Rafe ist in dieser Hinsicht nicht anders, wie Lia schmerzhaft erfahren muss. Als sie bemerkt, dass er sie weder ernst nimmt noch wirkliches Vertrauen in sie hat, entschließt sie sich zu einem Schritt, der ihnen beiden wehtun muss.


    Auch dieser Band schließt sich nahtlos dem zweiten an, und mir gefällt wirklich gut, dass es eine durchgehende, stringente Handlung gibt. Immer mehr Konflikte und Intrigen stürzen auf Lia ein, aber anstatt sich geschlagen zu geben, wächst sie daran. Obwohl sie bald alles verliert: Freunde, Vertraute, Sicherheit, wird sie nicht zu einer Heulsuse, aus jeder Konfrontation geht sie stärker hervor. Endlich mal eine Heldin, die nicht den Prinzen auf dem weißen Pferd braucht, um sie zu retten, eine, die nicht völlig den Kopf wegen eines hübschen Gesichts und muskulösen Körpers verliert. Was mich absolut aufregt, ist die Unsitte, ein im Englischen bestehendes Buch zweizuteilen und damit an einer Stelle aufzuhören, die so sinnlos und ereignislos wie möglich ist.

  • Die Gabe der Auserwählten von Mary E.. Pearson


    Lia und Rafe ist die Flucht aus Venda gelungen. Doch Lia ist schwer verletzt und Rafe hin und her gerissen zwischen der Pflicht, sein Volk zu führen und Lias Wunsch, ihr Land vor der Invasion zu warnen.


    Zunächst muss ich sagen, dass mir dieser Band wesentlich besser gefallen hat als die letzten Bände in der Serie, allen Göttern sei Dank. Ich habe nur ein- bis dreimal die Augen verdreht - und war weitaus besserer Laune bei der Lektüre des Bandes als das letzte Mal.


    Doch beginnen wir am Anfang. Der zweite Band der „Chronik der Verbliebenen“ hat uns mit einem fiesen Cliffhanger zurück gelassen, Lias Leben am seidenen Faden. Trotz dessen, das mich der erste und zweite Band nicht begeistern konnten, hat mich doch interessiert, wie der Cliff aufgelöst wird und was weiter geschieht.
    Wie auch schon in den letzten beiden Bänden muss ich den schönen Stil hervorheben, der mich diesmal auf spannende Art und Weise ins Geschehen hinein getragen hat. Ich fand es schön zu sehen, dass die Autorin Rafe und Lia Raum gegeben hat, und damit ihrer Beziehung ein bisschen Authentizität und Glaubwürdigkeit verliehen hat. Das hat mir zuvor ein wenig gefehlt. Aber wer solch eine Flucht gemeinsam durchsteht, der muss den jeweils anderen lieben - trotz aller Widrigkeiten. Das habe ich Rafe und Lia emotional zum ersten Mal seit drei Büchern wirklich abgekauft. Und dieses Gefühl hat mich auch über das Buch getragen.


    (Kaden ignorieren wir jetzt einfach mal. Er war wie immer da, wenn es zwischen Lia und Rafe gekriselt hat - und hat mich genervt. Schlicht und einfach weil für mich diese gesamte Dreiecksgeschichte von Beginn an falsch aufgezogen worden ist.)


    Insgesamt hatte ich das Gefühl, Lia ist gewachsen - vom jungen Mädchen, zu einer verantwortungsbewussten jungen Frau. Und sie handelt auch so - das ist mir in dem Buch besonders aufgefallen und hat dem Roman sehr gut getan.


    Der Roman wurde aufgrund der Dicke zweigeteilt - ich habe also nur die erste Hälfte zu lesen bekommen. Dass da der Spannungsaufbau ein wenig hinkt, versteht sich beinahe von selbst. Eigentlich geht es in diesem (halben) Band nur um eine Entscheidung, die getroffen wird. Der Leser wird quasi zurückgelassen - hibbelig darauf, was danach geschehen wird. Die Spannung flacht also nach dem bombastischen Anfang ab - aber der Roman bleibt trotzdem interessant, da die Fragen, die in den letzten Bänden aufgekommen sind, nicht beantwortet werden. Das hebt sich die Autorin (und in dem Fall der Verlag) bis zum Schluss auf.


    Mein Fazit? Dieser Band hat mir deutlich besser gefallen als die letzten! Die Dreiecksgeschichte wurde allen Göttern sei Dank nicht so stark in den Vordergrund gestellt und man hatte dadurch das Gefühl, dass die Charaktere an Tiefe gewonnen haben. Kaden mag ich jedoch immer noch nicht sonderlich - Ich vergebe gute vier Sterne - und bin gespannt auf den finalen Band.

    Home is people, not a place (Robin Hobb, Live Ship Trader)

  • Der fantastische Jugendroman „Die Gabe der Auserwählten“ von Mary E. Pearson ist der erste Part vom dritte Band der Trilogie mit dem Titel Die Chroniken der Verbliebenen, wobei der dritte Band im deutschen gesplittet wurde. Man sollte im Vorfeld bereits die ersten beiden Teile „Der Kuss der Lüge“ und „Das Herz des Verräters“ gelesen haben, da man ansonsten Schwierigkeiten haben wird, der Handlung zu folgen. Auch setzt „Die Gabe der Auserwählten“ nahtlos an den zweiten Teil an.


    Klappentext:
    Lias Kampf geht weiter
    Verraten von den Ihren, geschlagen und betrogen, wird sie die Frevler entlarven.
    Und auch, wenn das Warten lange dauert, ist das Versprechen groß, dass die eine namens Jezelia kommt, deren Leben geopfert werden wird für die Hoffnung, eures zu retten.
    Lia und Rafe konnten aus Venda fliehen, doch verletzt und durchgefroren liegt ein ungewisser Weg vor ihnen. Während sie Rafes Heimat, dem Königreich Dalbreck, Stunde um Stunde näherkommen, spürt Lia, dass sie schon viel zu lang weit weg ist von Morrighan, ihrem Zuhause. Dabei deutet alles darauf hin, dass das Land kurz vor einem Krieg steht. Und obwohl Rafe ihr eine Zukunft als Königin an seiner Seite verspricht, ahnt Lia, dass sie ihrer Bestimmung folgen muss. Sie möchte als Erste Tochter von Morrighan ihrem Volk zur Seite stehen und für ihr Land kämpfen. Aber ist sie bereit, Rafe zu verlassen, um ihrer inneren Stimme zu folgen?


    Auch wenn etwas Zeit vergangen ist, seit ich den zweiten Teil gelesen hatte, so war ich doch wieder sofort mitten in der Geschichte und habe mich zusammen mit Lia, Rafe und seinen Leuten auf der Flucht befunden. Dies liegt zum einen wohl daran, dass „Die Gabe die Auserwählten“ nahtlos an den Vorgänger anschließt. Aber auch daran, dass die Handlung recht eingängig und einprägsam ist.
    Wie bereits aus den vorherigen Büchern bekannt, so war auch diesmal wieder der Schreibstil von Mary E. Pearson sehr angenehm, sodass sich das Buch flüssig lesen lässt. Pearson schafft es gekonnt, mit ihren Worten Bilder zu erschaffen. Ihre Art zu schreiben gefällt mir sehr, sie konnte mich mit Worten in ihren Bann ziehen. Und auch wenn inhaltlich nicht wirklich viel geschehen ist, so hat mich der Erzählstil gefesselt und konnte mich von dem Talent der Autorin überzeugen. Auch unerwartete Wendungen wurden eingebaut, welche ich so nicht erwartet hatte. Dies hat dazu geführt, dass sich das Buch zügig lesen lässt.
    Auch im dritten Teil wird wieder aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, welches dem Jugendbuch zusätzlichen Schwung einbringt. Auch bei diesem Werk liegt der Fokus wieder eindeutig auf der Geschichte von Lia. Aber es wird auch wieder aus der Sicht von Kaden und Rafe erzählt, was mir immer gut gefallen hat, da man so auch einen anderen Blickwinkel erhält und so die Geschichte vielseitiger erleben kann. Schade fand ich, dass auch diesmal der Erzählstrang von Pauline ziemlich knapp gehalten wurde. Durch ihre Perspektive bekommt man ein paar Einblicke in die Hintergründe und auch in das Leben von Morrighan. Ich hätte mir hier gewünscht, dass diese Sicht auch etwas intensiver behandelt wurden wäre.
    Interessant fand ich auch, dass man als Leser etwas mehr über Rafe erfahren hat – sein bisheriges Leben und auch bessere Einblicke in seine Sichtweisen wurden einem gewährt. Die Entwicklung seines Lebens wurde ebenso thematisiert, wie auch die Beziehung zu seinen engen Soldatenfreunden. Dies hat Rafe plastischer erscheinen lassen. Meiner Meinung nach hat Rafe endlich etwas mehr Tiefe bekommen. Dafür bin ich mit seiner charakterlichen Entwicklung nicht ganz warm geworden. Auf der einen Seite kann ich seine Position und somit auch seine Handlungen verstehen, auf der anderen Seite kann ich aber seine Art, wie er dieses durchsetzt und seine Methoden gar nicht nachvollziehen. Leider hat Rafe in diesem Band der Reihe bei mir keine Pluspunkte gemacht. Auch Lia hat sich weiterentwickelt. Sie scheint endlich mehr Verantwortung übernehmen zu wollen, ist aber immer noch ziemlich impulsiv. Dennoch ist sie mir auch in diesem Teil nicht wirklich ans Herz gewachsen. Leider habe ich immer noch meine persönlichen Schwierigkeiten mit ihr, auch wenn ich diesmal nicht mehr so sehr von ihr genervt war, wie vielleicht noch in den Vorgängern.
    Auch in „Die Gabe der Auserwählten“ konnte mich der Spannungsaufbau nicht hundertprozentig überzeugen. Auch wenn man dabei im Hinterkopf hat, dass dies ja eigentlich nur der erste Teil des dritten und somit finalen Bandes ist. Inhaltlich tritt auch hier wieder die Geschichte etwas auf der Stelle. Die Auseinandersetzungen von Lia und Rafe sind einerseits recht nett zu lesen, andererseits treiben sie die Handlung nicht voran. Ich hätte mir etwas mehr Abwechslung im Buch gewünscht, mehr Action und weniger Gerede über mögliches Handeln und dessen Konsequenzen.
    Ebenfalls negativ möchte ich die Wahl des Titels hervorheben. Ich hatte mir erhofft, endlich mehr über die Gabe zu erfahren, die Lia hat. Schließlich ist dies ja auch Bestandteil des letzten Buches und zu gerne würde ich endlich mehr über die Hintergründe der Gabe erfahren. Doch leider wurde ich auch diesbezüglich enttäuscht. Auf erklärende Worte wartet man hier vergebens.


    Insgesamt ist „Die Gabe der Auserwählten“ von Mary E. Pearson ein flüssiger fantastischer Jugendroman, der die Spannung auf das Finale steigern soll. Dies wurde bei mir auch erreicht, zu gerne möchte ich erfahren, wie die Reihe ausgeht. Dennoch hätte ich mir ein bisschen mehr Handlung und auch erklärende Worte gewünscht. Daher möchte ich 3,5 Sterne vergeben-


    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus: