Lena Greiner - Verschieben Sie die Deutscharbeit, mein Sohn hat Geburtstag

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 20 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Taaya.

  • Lena Greiner & Carola Padtberg: verschieben Sie die Deutscharbeit, mein Sohn hat Geburtstag


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    Kinder sind wunderbar, Kinder bereichern das Leben. Da sind sich viele Eltern einig…doch was, wenn das Gleichgewicht zwischen Mamas und Papas Leben und das ihrer Kinder nicht mehr im Lot ist. Wenn das Wichtigste im Leben der Eltern bedeutet : ihren Kindern alles aus dem Weg zu räumen ? Helikoptereltern kreisen um das Wertvollste in ihrem Leben: um ihre Kinder. Egal ob es umKinderärzte,Kita Personal oder Lehrpersonen geht. Die Eltern verlangen ,dass auch diese das Kind in den Mittelpunkt stellen…und vergessen damit ,dass diese noch andere Kinder anleiten, betreuen und beaufsichtigen müssen.


    Das Buch ist in Kapitel eingeteilt, die die einzelnen Lebensabschnitte der Kinder beleuchten.Dies immer im Hinblick auf die Eltern , speziell die Spezies Helikoptereltern. Von Schwangerschaft über Kitabetreuung bis zu Studium erfahren wir wie überfürsorgliche Eltern agieren. Die witzigen Illustrationen,Cartoons, sind hervorragend getroffen und haben mich lachen lassen. Dies gibt dem Thema einen humorvollen Touch.
    Immer wieder wurden Zitate von Helikoptereltern oder von Menschen ,die mit ihnen zu tun haben, eingeschoben. Laut Autorinnen sind diese Tatsachenberichte. Etwas, was ich kaum glauben konnte, denn ich empfand diese als sehr überspitzt. Wenn die alle wahr sind, sehe ich schwarz für die Zukunft von gewissen Mitgliedern der nächsten Generation. Allerdings sind auch Zitate dabei, die mich den Kopf haben schütteln lassen.Wie dieses der Musikpädagogin,die Eltern für ihren Bildungseifer der Sprösslinge kritisiert,jedoch Singkurse für Eltern und Babys(!) anbietet . Konsequenz geht anders…
    Teilweise sind die Zwischentexte in all den Tatsachenberichten sehr sarkastisch. Auch erfahren wir den Unterscheid zwischen Helikopter, Schneepflug und Curlingeltern. Totale Überwachung von Herztönen beim Fötus bis Studienwahlfach inklusive.
    Ich habe mich in diesem Buch nicht wiedergefunden….Test bestanden ?


    4ratten


    Titel angepasst. LG, Valentine

    Einmal editiert, zuletzt von Valentine ()

  • Etwas, was ich kaum glauben konnte, denn ich empfand diese als sehr überspitzt.


    Ohne die Zitate zu kennen: glaub' ruhig, was du gelesen hast. Wenn ich höre was (natürlich nur) andere Eltern sagen, kann ich mich manchmal nur wundern.

    Klettern ist viel mehr als nur ein Sport. Draußen sein in der Natur, am Fels, das ist eine Lebenseinstellung.

  • Leider verhätscheln viele Eltern ihre Kinder und räumen alles aus dem weg.


    Zudem ist alles gelogen was andere über das eigene Kind sagen. Freundin letztens selbst erlebt. Ein fremdes Kind spuckt ihr Mädchen an. Freundin hat es gesehen. Mutter nicht.
    Sie machte die Mutter darauf aufmerksam dass das eigentlich nicht in Ordnung ist.
    Kommentar der Mutter: wie sie sowas auch nur behaupten kann. Ihr Kind macht das nicht.
    Freundin fragt das fremde Kind direkt: hast du meine Tochter angespuckt?
    Der Bub sagt: ja. Sie stand im weg.


    Mutter nimmt ihn noch immer in Schutz mit den Worten: war sicher nicht mit Absicht und ein versehen.


    Was soll aus solchen Kindern werden wenn ihnen keiner sagt dass das nicht in Ordnung ist?

  • meine Kinder sind zwar schon etwas älter...auch ich hatte früher ab und zu solche Erlebnisse mit anderen Kindern. Doch was hier in diesem Buch abgeht,das ist echt ....das Hinterletzte!
    Hier ein Beispiel aus dem Buch aus der Sicht einer Lehrerin:


    "Eine Mutter fragte beim ersten Elternabend der Grundschule,ob es wirklich nötig sei,dass ihr Sohn um 8 Uhr in der Schule sein muss ?Sie habe gerade so ein schönes Verhältnis zu ihm und würde die gemeinsame Zeit am Morgen ungern durch frühes Aufstehen zerstören "!


    Und laut Autorinnen soll das sich tatsächlich so zugetragen haben...das macht mich schon fassungslos. Ich frage mich, wie Kinder von solchen Helikoptereltern im Leben zurecht kommen wollen ?Wie und ob sie sich an Regeln halten, wenn ihnen von klein auf alles aus dem Weg geräumt wird. Thema Elterntaxi zum Beispiel...meine Kinder liefen zur Schule, egal ob bei Regen oder Schnee.Heute sieht man immer mehr Eltern ,die ihre Kinder mit dem Auto bringen, und das obwohl wir in einem Städtchen wohnen, in dem Lotsendienste vor und nach der Schule an der Strasse stehen (von der Stadt angestellt) und über die Strasse lotsen.

    Einmal editiert, zuletzt von Igela ()

  • Mir persönlich klingen die Beispiele aus dem Buch zu extrem. Eine so extreme Beispielwahl (wie z.B. bei den Helikoptereltern) wäre nicht nötig gewesen um das Problem zu erklären. Ich finde das verbindet die Geschichte mit dem Leser nicht sonderlich und schafft eher Distanz, sodass der Leser nicht wirklich versteht, was Fr Greiner eigentlich von einem will. Etwas obskur. :nudelholz:

  • bücherfan : welche Beispiele waren dir denn zu extrem?

    Klettern ist viel mehr als nur ein Sport. Draußen sein in der Natur, am Fels, das ist eine Lebenseinstellung.

  • Mir erschienen vor allem all die Beispiele als "die Kinder" erwachsen waren extrem und auch unglaubwürdig. Dass, eine Mutter sich in den Vorlesungssaal zu ihrem Sohn setzt und mitschreibt. solche Mütter gibt es doch nicht...oder?

  • Ich glaube, die Grenze zwischen Interesse und Helikoptereltern ist manchmal recht dünn. Meine Mutter war auch auf dem ersten Elternabend in der Berufsschule, obwohl sie das nicht gebraucht hätte weil ich schon über 18 war. Aber sie hätte sich nie mit in eine Stunde gesetzt.

    Klettern ist viel mehr als nur ein Sport. Draußen sein in der Natur, am Fels, das ist eine Lebenseinstellung.


  • Die gibt's sicher



    OMG...die armen Jugendlichen!


    Ich gehe auch auf den Besuchsabend der Berufsschule und des Gymnasiums meiner Kinder(16+17 Jahre alt ). Weil ich Interesse habe, was sie den ganzen Tag machen und...auch weil explizit die Eltern dazu eingeladen werden.
    Aber in eine Vorlesung oder neben ihnen die Schulbank quetschen um mit zu schreiben?Never!


  • Die gibt's sicher


    Ja, die gibt es auf jeden Fall - ich persönlich finde es schon ganz schlimm, wenn Mütter bei uns auf Arbeit anrufen und sich über die Ausbildungsangebote, -formalitäten, -bewerbungen etc. erkundigen.
    Diese Kandidaten haben bei uns gleich nen roten Punkt, Achtung Unselbstständigkeit möglich.
    Es gibt auch welche die mit über 20 täglich mit Mamas Care Paket zur Ausbildung kommen, Brotdosen die ich meinen Eltern schon gleich nach der Grundschule abgewöhnt hatte...


    Mit kleineren Kindern finde ich es trotz allem schwierig das richtige Maß zu finden.
    Ich lasse meine Große jetzt auch zur Schule laufen, obwohl wir so früher aufstehen müssen und ich eigentlich sowieso genau zum Schulbeginn dort vorbeifahre. Andererseits engagiere ich mich in der Grundschule bei Festen, an Nachmittagen oder zu Wandertagen, ich denke bis zum Ende der Grundschule finden das die Kids noch gut, sobald es weiterführend ist, werde ich wohl nur noch zu den offiziellen Elternveranstaltungen gehen und hoffe darauf dass das Vertrauensverhältnis der Kids zu uns groß genug ist.


    Ich überlege noch, ob ich das Buch lesen soll...


    Grüße
    schokotimmi

    Weltreise: 43/223 - 19,3%

  • schokotimmi: Im Buch ist ein ganzes Kapitel dem gewidmet, was du bei der Arbeit erlebst! Gibt es also doch, die Eltern, die ihren Kindern alle Formalitäten aus dem weg schieben und das erledigen.
    Mein fast 16 jähriger hat sogar letzte Woche mit fast 40 Grad Fieber selbst beim Arzt angerufen und einen Notfalltermin abgemacht. Ich habe ihn dann allerdings gefahren , da er unmöglich mit so hohem Fieber laufen konnte. Bin aber im Wartezimmer geblieben.
    So wie deine ,sind meine auch immer zur Schule gelaufen .Ich mag mich erinnern, als meine Tochter ca 10 Jahre alt war, hat sie den Fuss gebrochen und ich musste sie fahren. Ich war froh, als der Stress vorüber war und sie wieder ohne Krücken gehen konnte.Und andere tun sich das jeden Tag an ...und jahrelang!
    Ich denke, entweder erzieht man die Kinder von klein an zu selbstständigen Menschen oder eben nicht.

  • Hallo,


    ich habe das Buch nun auch in recht kurzer Zeit gelesen. Es liest sich ja leicht und schnell. Am Ende ist es eine Aneinanderreihung relativ extremer Beispiele von so genannten Helikopter Eltern und wie diese Aussagen wirken. Mein ältestes Kind ist in der Grundschule in der ich auch im Elternrat engagiert bin und ja v.a. die Diskussionen der Ablieferung der Kids am Morgen führt immer wieder zu skurrilen Szenen. Mein Kind läuft in der Regel und ich bin froh diesem Wahnsinn zu entgehen.


    Es ist natürlich nicht leicht loszulassen und ja auch ich habe mein Kind auf dem Schulweg abgefangen und habe ihm die Brotdose noch gegeben die es Zuhause vergessen hat. Ich wäre jedoch nie auf die Idee gekommen diese in der Schule abzugeben, geschweige denn den Unterricht dafür zu stören. Bei diesen Beispielen habe ich mir gedacht - bloss gut das unsere Schule abgeschlossen ist. Hier kommen Eltern während des Unterrichts gar nicht so einfach rein...


    Neben meinen Kindern kann ich mit meiner Tätigkeit im Personalbereich auch immer wieder Erfahrungen mit Azubis und BA Studenten sammeln die bei uns eine Ausbildung beginnen wollen oder absolvieren. Wir haben uns mal eine Strichliste gemacht mit Beginn der neuen Ausschreibung wieviele Anrufe in einer Woche von interessierten Azubis reinkamen und wieviele davon von den Eltern geführt wurden... unglaubliche 25%. Für uns war das eine erschreckende Zahl, weil wir von unseren Azubis relativ viel Selbstständigkeit erwarten (müssen).
    In diesem Zusammenhang kann ich sagen, die Beispiele treffen wirklich zu.
    Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn Eltern die Bewerbungen der Kids gegenlesen, das haben meine Eltern auch gemacht. Aber wo ich mich bewerbe, dass habe ich schon selbst entschieden auch wenn meine Eltern nicht alle meine Entscheidungen gut fanden.


    Ich habe das Buch gelesen, weil ich manchmal befürchtet habe auch ein Helikopter zu sein, da ich mich stark in unserer Grundschule engagiere (und dafür bei meiner Familie und manchen Kollegen ein Augenrollen kassiere). Mein neuestes Projekt ist eine Leseförderung / Lesepate für Schüler unserer Klasse, wo ich regelmäßig mit ein paar Kindern lesen übe. Auch an Wandertagen bin ich schon als Begleitperson mitgegangen oder habe Aufsicht bei Sportfesten übernommen. Aber ich denke nun es handelt sich dabei eher um soziales Engagement denn es ist ja für mehrere Kinder und nicht nur für meine eigenen.
    Natürlich kontrolliere ich regelmäßig die Schulsachen meiner Kinder und halte sie an ihre Hausaufgaben zu machen und ich gebe Hilfestellungen, aber ich mache sie nicht für sie.


    Interessant fand ich in der Kita die Kuchendiskussion - die wurde hier ja relativ empörend und kurz abgehandelt. Für uns ist dies nach wie vor ein großes Thema, denn bei uns ist Kuchen in der Kita verboten und die Fronten der Gegner und Befürworter sind verhärtet...


    Fazit zum Buch - es ist kurzweilig und schnell zu lesen. Echte Helikopter werden sich davon aber nicht angesprochen fühlen, bzw. werden sich fragen "Und wo bitte ist das Problem?"
    Ich finde es in dem Zusammenhang schade dass den möglichen Auswirkungen für die Kinder und die Gesellschaft so wenig Raum im Buch gegeben wurde...


    3ratten


    Grüße
    schokotimmi

    Weltreise: 43/223 - 19,3%


  • Wie ist das mit dem Kuchen gemeint? Selbst mit bringen bei Geburtstagen verboten oder geht es da um etwas anderes?


    Im Buch ging es um von Eltern mitgebrachten Geburtstagskuchen für die Kita-Gruppe der am besten ohne Weizen, Gluten, Zucker etc. sein sollte und ja auch noch ungesund ist, also lieber gar kein Kuchen.


    Bei uns in der Kita geht es ein bisschen darum dass manche Leute es mit den Geburtstagsrunden übertrieben haben (die Kita konnte 3 Tage davon feiern), dazu kam, dass eine neue Richtlinie in Kraft trat welche die Erzieher in die Haftung nimmt wenn den Kids was passiert und somit hat die Kita das Mitbringen jeglicher Speisen, Süßigkeiten etc. verboten.
    Nun ist ein Kampf entflammt von Befürwortern der Maßnahme (die von der Kitaleitung nach und nach immer mehr aufgeweicht wird) und denen die für eine gemäßigte Lösung sind, nämlich bestimmte Dinge als Geburtstagsrunde zu erlauben. Eine Soap-Opera ist nichts dagegen.


    Grüße
    schokotimmi

    Weltreise: 43/223 - 19,3%

  • Bei uns ist das mitbringen auch verboten. Eben weil viele Kinder schon Allergien haben. Und die Pädagogen dann dran kommen wenn was passiert.


    Stattdessen backen die kinder mit den Pädagogen fertig Muffins. Da stehen die Zutaten drauf.

  • In anderen Einrichtungen als unserer jedoch vom gleichen Träger muss die Zutatenliste mitgegeben werden oder es sollen Fertigprodukte mitgebracht werden sodass die Zutaten klar sind. Ich persönlich finde es sehr sehr schade, dass man nichts mehr mitbringen darf. Ich habe mich als Kind immer gefreut den Kuchen mitzubringen und auch meine Große fand das super, bei ihr war es vor 2 Jahren ja noch erlaubt.
    Aber natürlich möchte man auch nicht erleben, dass mal ein allergischer Schock eintritt.


    Viele Grüße
    schokotimmi

    Weltreise: 43/223 - 19,3%

  • Mein neuestes Projekt ist eine Leseförderung / Lesepate für Schüler unserer Klasse, wo ich regelmäßig mit ein paar Kindern lesen übe.


    Das habe ich auch zwei Jahre lang gemacht und sehr genossen. Für mich hat das aber nichts mit Helikoptereltern zu tun, eher mit dem Interesse an dem Fortschritten meiner Tochter und auch um zu sehen, wo sie in ihrer Klasse steht. Jetzt in der dritten Klasse kann ich das nicht mehr machen, weil ich nicht mehr so einfach bei der Arbeit ausstechen kann. Aber ich habe die beiden Jahr sehr genossen.

    Klettern ist viel mehr als nur ein Sport. Draußen sein in der Natur, am Fels, das ist eine Lebenseinstellung.


  • Mir erschienen vor allem all die Beispiele als "die Kinder" erwachsen waren extrem und auch unglaubwürdig. Dass, eine Mutter sich in den Vorlesungssaal zu ihrem Sohn setzt und mitschreibt. solche Mütter gibt es doch nicht...oder?


    Ja, die gibt es. Habe da mal einen Bericht zu gesehen. Das nimmt immer mehr zu, was aber auch daran liegen mag, dass die Studenten inzwischen immer jünger werden (durch G8). Da sitzen dann eben auch 17Jährige, die sich ohne Eltern tatsächlich nichtmal einschreiben können. Aber in die Vorlesung sollten sie natürlich trotzdem alleine gehen :breitgrins:


    Das Gegenteil von Helikopter-Eltern ist aber auch so eine Sache.. zu sorglos sollte man ja auch nicht sein. Ich hoffe, mir wird mit little Zank die Balance gelingen :smile:


    Eure Rezis machen mich auf jeden Fall neugierig auf das Buch und ich werde es bald lesen. Allein schon, um mich über die Zitate aufzuregen / lustig zu machen :zwinker: