Marissa Stapley - Das Glück an Regentagen

Leserunde mit Tobias O. Meißner ab 06.09.2019: Evil Miss Universe [Gesellschaftskritische Romantic Comedy]
Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Mae hat sehr früh ihre Eltern durch ein Unglück verloren und ist bei ihren Großeltern aufgewachsen. Ihr Freund Gabe war ihr immer eine Stütze, doch dann verschwand er spurlos. Dann ging auch Mae fort. Sie ist beim Planen ihrer Hochzeit, als sie erfährt, dass ihr Verlobter sie von Anfang an belogen hat. Daher kehrt sie zurück in den Ort, in dem sie aufgewachsen ist, um Abstand zu gewinnen. Doch sie muss feststellen, dass sich auch bei den Großeltern einiges verändert hat. Dan begegnet sie auch Gabe wieder.
    Zu allererst hat mich das wunderschöne Cover angesprochen.
    Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen. Die Geschichte wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt, so dass sich mit der Zeit ein Gesamtbild ergibt. Es ist tragisch, was in dieser Familie geschehen ist. Aber alles, was passiert ist, konnte so laufen, weil alle nicht miteinander geredet haben. So hatte alles Folgen für das, was später geschah. Erst nach dem die Vergangenheit geklärt ist, kann es auch ein Zukunft geben.
    Die Charaktere sind gut beschrieben. Aber ich konnte ihr Verhalten oft nicht nachvollziehen, daher blieben sie mir irgendwie fremd. Am besten konnte ich mich noch mit der Großmutter Lilly identifizieren, die ihr Geheimnis ein Leben lang bewahrt hat und nun sorgt ihre Demenz dafür, dass Dinge ausgesprochen werden und Kummer verursachen. George liebt sie und hat immer zu ihr gestanden, warum reagiert er nun so heftig, wo er doch schon immer ahnen musste, was geschehen ist. Bei Mae und Gabe kamen für mich die Emotionen nicht so ganz rüber, die eigentlich hätten Salto schlagen müssen..
    Als erst ein Geheimnis gelüftet ist, werden auch die anderen Wahrheiten bekannt. Kann man damit aber leben?
    Obwohl es einige Wendungen gibt, die ich so nicht erwartet habe, konnte mich das Buch nicht ganz überzeugen. Der Epilog hätte nicht unbedingt sein müssen.
    Eine Geschichte über Familiengeheimnisse mit kleinen Schwächen.


    3ratten

  • Erst einmal ist es ein wunderschönes Cover und ein schön gestaltetes Buch.
    Besonders die kleinen Sprüche und Ratschläge am Anfang jedes Kapitels gefallen mir gut, nur leider sind sie nicht mit der Handlung zu verknüpfen.
    Die Story, oder besser die Storys handeln von mehreren Personen, die an einem Scheitelweg in ihrem Leben stehen.
    Mae, die Hauptperson, will zurück an den Ort der ihr immer Zuflucht gab und wo sie ihre erste große Liebe aus den Augen verloren hat.
    Doch dort hat sich einiges verändert...
    Ihre Großeltern haben sich entzweit.
    Es sind Geheimnisse ans Licht gekommen und noch viel mehr sind es noch nicht. Daher würde ich sagen das dieser Roman eher einem Drama gleicht, als einem schönen seichten Liebesroman, den ich erwartet hatte
    Zwar ist der Schreibstil sehr flüssig und verständlich, dennoch bin ich mit dem lesen einfach nicht voran gekommen.
    Es war keine Spannung zu spüren, nicht das verlangen weiter zu lesen um die Geheimnisse der einzelnen Personen ans Licht zu bringen.
    Man konnte sich denken, das all diese Geheimnisse eher banaler Herkunft sind...
    Hier wird jemand betrogen, da gelogen und dort hintergangen... das ist nichts für mich und daher nur 3ratten, allerdings möchte ich nochmal betonen, das es nur mir so ging, denn meine Freundin mochte das Buch außerordentlich und hat es innerhalb von wenigen Tagen durchgelesen.

    Wenn du mich nochmal dutzt, hau ich dir 'ne Delle in die Gewürzgurke!  :)   (Carlo Pedersoli)

  • Zum Inhalt:


    WENN GEHEIMNISSE EINE LIEBE ZERSTÖREN, KANN DIE WAHRHEIT SIE WIEDER HEILEN?


    Tausend Inseln unter einem Himmel voller Tropfen. Das ist Maes Heimat, ein kleiner Ort am St. Lorenz Strom. Hier in Alexandria Bay hat Mae nicht nur als Kind ihre Eltern verloren, sondern auch ihre erste große Liebe Gabe. Eines Tages war er einfach verschwunden. Und so ist auch sie gegangen.
    Zehn Jahre später: Mae kehrt zurück nach Alexandria Bay, in das Inn ihrer Großeltern, um sich von einer schlimmen Trennung zu erholen. Aber ihre Großeltern haben sich verändert. Geheimnisse werden gelüftet, die ein neues Licht auf Gabes Verschwinden werfen. Lässt sich die Vergangenheit zurückerobern, und damit die Chance auf das Glück?




    Über die Autorin:


    Marissa Stapley hat als Zeitschriftenredakteurin gearbeitet und kreatives Schreiben unterrichtet, bevor sie sich an ihren ersten Roman wagte - in Kanada auf Anhieb ein Bestseller. Sie rezensiert Romane für die Zeitung Globe & Mail und berichtet im Toronto Star über Bücher und Kulturereignisse. Marissa Stapley lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Toronto.




    Mein Fazit und meine Rezension:


    Mae wird plötzlich von ihrem Verlobten verlassen, aber als ob das nicht schon genug wäre, hinterlässt er ihr ein Leben, welches einem Scherbenhaufen gleicht und das nur auf Lügen aufgebaut ist. Denn Peter hat sie nicht nur über seinen Job angelogen, sondern auch über sein Leben - wer kann also glauben, dass seine Liebe zu ihr echt war? Mae flüchtet sich vor den Medien, ihren Freunden, Kollegen und der Polizei zurück nach Hause, dort, wo sie einst glücklich war in das Hotel ihrer Großeltern. Ihre Eltern sind damals auf eine tragische Weise im Fluss ums Leben gekommen und trotz allem verbindet Mae so viel mit diesem Ort, nicht zuletzt, weil sie ihren besten Freund Gabe zurückgelassen hat. Doch das ist eine andere Geschichte. Kann Mae mit der Gegenwart leben, die Vergangenheit aufarbeiten, um dann endlich in eine glückliche Zukunft schauen zu können?


    Mae ist vom Leben gezeichnet. Schon früh verlor sie ihre Eltern bei einem Unfall und wurde von ihren Großeltern aufgezogen. Von jetzt auf gleich ist ihre erste große Liebe und ihr bester Freund Gabe verschwunden und Mae hielt es in dem Örtchen nicht mehr aus. Alle Menschen, die ihr etwas bedeuten, verschwinden aus ihrem Leben. Als sich jetzt auch noch ihr Verlobter absetzt und sie sowie seine Geschäftspartner mit Verlusten zurücklässt, sieht Mae keinen anderen Ausweg mehr und geht zurück nach Hause.


    Doch auch dort ist nicht alles eitel Sonnenschein, denn ihre Großeltern Lilly und George haben sich gestritten über ein Thema, das wohl nicht mehr gekittet werden kann. Ein Geheimnis jagt das nächste und ein Drama folgt auf das nächste - so kam es mir während dem Lesen vor. Ruhe ist nie wirklich eingekehrt, man hatte aber auch nicht wirklich die Gelegenheit, sich mit einem Problem auseinander zu setzen, da direkt das nächste Problem folgt. Ein roter Faden ist zwar vorhanden, aber es geht einfach alles viel zu schnell und man fühlt sich leicht überfordert.


    Der Charakter der Mae hat mir zwar gut gefallen, aber irgendwie konnte ich bis jetzt noch nicht hinter ihre Fassade blicken. Sie ist gut beschrieben und doch scheint mir so, als fehlt etwas Essentielles: der Tiefgang. So konnte ich auch gegen Ende nicht wirklich mit ihr fühlen, was mir schon gefehlt hat.


    Bereits zu Beginn erfährt man, dass Mae zwar nach Hause fahren möchte, aber auch Angst vor den Geistern der Vergangenheit hat und dann taucht da der Name Gabe auf. Erst mit der Zeit finden wir heraus, wer er wirklich war: Maes bester Freund seit Kindertagen, der von seinem alkoholsüchtigen Vater misshandelt wurde und in die Familie von Mae aufgenommen wurde und aus dem irgendwann mehr als nur ein Freund wurde. Doch dann verschwand auch er. Maes Leben ist also von Menschen gezeichnet, die kurz bei ihr waren, das Leben erleuchtet haben und dann wieder verschwunden sind. Kein Wunder also, dass Gabe nochmal auftaucht und sie ihn zur Rede stellt. Doch auch hierbei fehlte mir das Gefühl und die Verzweiflung, das Unverständnis, die Ohnmacht. Es kam leider nicht so rüber, wie es wohl gedacht war.


    Und auch der Charakter von Gabe kommt mir unsympathisch daher. Ich kann ihn nicht einschätzen, auch er verliert (oder flüchtet) sich in den Alkohol und scheint nichts richtig zu machen, trauert immer der Vergangenheit nach, anstatt in der Gegenwart zu leben und als er die Chance hat, gibt er wieder auf.


    Dann gibt es da noch Maes Großeltern, die ebenfalls so einige Geheimnisse verbergen. Irgendwann ist genau das dem Leser aber eindeutig zu viel. Dass ein Charakter eventuell Geheimnisse birgt, okay, dass aber wirklich JEDER, der in diesem Roman vorkommt, etwas zu verbergen hat und seine Geschichte loswerden möchte um sich so heilen, ist zu viel. Obwohl alle Geschichten miteinander verknüpft waren, haben sie doch nicht zusammengepasst und haben am Ende kein wunderschönes Bild der Vergebung ergeben.


    Ich habe das Buch gelesen bis zum Schluss. Habe Maes Gedanken gelauscht und auch der von Gabe und ihren Großeltern. Ich habe versucht die Geschichte der Charaktere zu erleben und bin kläglich gescheitert. Und auch die Liste im Hotel, was man an Regentagen tun kann, hat mich nicht wirklich berühren können.


    Das Buch war ein netter Zeitvertreib, aber leider wurde hier das Potential der Geschichte, das wirklich vorhanden ist, nicht ausgeschöpft.


    Meine Bewertung: 2 von 5 Punkten

  • Inhalt


    Wenn Geheimnisse eine Liebe zerstören, kann die Wahrheit sie wieder heilen?


    Maes Heimat ist ein kleiner Ort am St.-Lorenz-Strom – Alexandria Bay. Hier hat sie als Kind ihre Eltern verloren und wächst im Summers` Inn bei Ihren Großeltern auf. Gabe, der eine schreckliche Kindheit erlebt, wird von Ihren Großeltern aufgenommen und wächst gemeinsam, wie ein Bruder, mit ihr auf. Mit der Zeit entsteht hieraus ihre erste große Liebe. Jedoch eines Tages ist Gabe plötzlich verschwunden – genauso verlässt Mae auch den Ort um ein neues Leben zu beginnen.


    Zehn Jahre später kehrt sie zurück an diesen Ort um sich von einer schlimmen Trennung zu erholen. Sie ist am Boden zerstört, denn Ihr Verlobter ist nie der gewesen, für den sie ihn hielt. Sie ist auf einen Betrüger herein gefallen.


    Auch Gabe hat gerade eine Trennung hinter sich und kehrt ebenfalls zurück an den Ort, der damals Heimat ihrer gemeinsamen Liebe war. Jetzt werden beide hier mit schmerzhaften Erinnerungen an die Vergangenheit konfrontiert.


    Mae stellt nach Ihrer Rückkehr fest, dass sich vieles verändert hat. Ihre Großmutter vergisst von Tag zu Tag mehr. Geheimnisse werden gelüftet, die Gabe`s Verschwinden damals in ein anderes Licht stellen. Doch das ist nicht das einzige Geheimnis, das die Zukunft für immer verändern wird.


    Lässt sich die Vergangenheit zurückerobern und damit die Chance auf das Glück?



    Meine Meinung


    Das Cover des Buches ist liebevoll und passend schön gestaltet und nimmt einen direkt mit in die Geschichte. Innen im Umschlag ist eine Karte von Alexandria Bay mit allen wichtigen Orten der Geschichte. Das fand ich wirklich sehr gut um sich in die Geschichte noch besser reinversetzen zu können.


    Der Titel des Buches in goldener Schrift greift zurück auf eine Liste, die Maes Mutter gemacht hat. Aus dieser Liste „ Dinge die man bei Regen tun kann“, sind immer einzelne Tipps zu Beginn eines neuen Kapitels zu lesen. Einige dieser Punkte auf der Liste sind ebenfalls im Umschlag aufgeführt.


    Der Klapptext hat mich direkt neugierig gemacht. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Erzählart von Marissa Stapley gefällt mir sehr gut. Durch das gesamte Buch wird abwechselnd aus der Sicht aller Protagonisten erzählt, wobei Mae die Hauptprotagonistin zu sein scheint. Man lernt sie schnell einzeln kennen, Hintergründe und Geheimnisse natürlich nicht. Die einzelnen Kapitel sind kurz gehalten, was mir sehr gut gefällt.


    Mae und Gabe haben sich geschworen immer beste Freunde zu bleiben, doch ihre Liebe zerbricht. Beide verlassen diesen Ort und kehren Jahre später zurück.
    Lilly erkrankt offensichtlich an Alzheimer, denn sie wird von Tag zu Tag vergesslicher. Hierdurch kommt durch einen Versprecher eines Nachts, als sie an Ihrer Kiste gefüllt mit Erinnerungen verweilt, eines der Geheimnisse ans Licht und verändert alles. Jedoch ist dies nicht das einzige Geheimnis dieser Geschichte. Lilly, George, Gabe und Mae hüten alle ihre Geheimnisse. Jeder von ihnen will letztendlich den anderen beschützen.


    Wahrheiten die ausgesprochen werden müssten um Klarheit zu bringen werden verdrängt.
    Mae kehrt Jahre später zurück an den Fluss, um den sich das Leben dreht. Der aber genauso ein wunder Punkt ist, an dem sich viele Dinge ihres Lebens ereignen. Sie möchte sich von Ihrer Trennung erholen. Gabe kehrt ebenfalls zurück. Er besucht seinen Vater der im Sterben liegt.
    Das Schweigen bringt viel Verwirrung und Missverständnisse. Vieles was Licht ins Dunkel bringen könnte, bleibt unausgesprochen. Viele Schuldgefühle drehen sich um den schmerzhaften Tod von Virginia und Chase, Maes Eltern. Viele Fragen bleiben unbeantwortet, weil Virginia im Krankenhaus verstirbt und Lilly ihr die Antworten nicht mehr geben kann.


    Zum Ende hin häufen sich die Geheimnisse die gelüftet werden und das Tempo nimmt mehr Fahrt auf. Ich hätte mir hier mehr Aufklärung und Gespräche gewünscht unter Menschen, die sich letztendlich doch alle auf eine Art lieben.


    Fazit


    Das Buch ist eine gefühlvolle Geschichte, die einen in den Bann zieht.
    Es war mein erstes Buch von Marissa Stapley, aber mit Sicherheit nicht das Letzte. Der Schreibstil ist gut und flüssig und die Gestaltung des Einbandes sehr liebevoll.


    Ich kann jedem der dieses Genre mag empfehlen, „Das Glück an Regentagen“ zu lesen. Für mich rundum gelungen.


    5ratten :tipp:


    "Wir alle brauchen so jemanden, eine Freundin, die fortgehen und zurückkommen kann, oder von der wir fortgehen und zu der wir zurückkehren können, und trotzdem ist es jedesmal so, als wenn nichts geschehen ist." :five: