Claire Hajaj - Der Wasserdieb

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Ingenieur Nick zieht es aus England nach Afrika, wo er mit dem Bau eines Krankenhauses Gutes tun will. Dabei kommen ihm nicht nur die Umstände, sondern auch die Gefühle zu einer bereits vergebenen Frau, die zu allem Unglück auch noch erwidert werden, in die Quere. Und so nimmt ein Drama seinen Lauf...


    Mein Fazit: der Wasserdieb hat auch mich beraubt - so empfinde ich es jedenfalls und zwar hat er sich meiner Zeit habhaft gemacht. Ja, ich empfinde die Lesezeit leider als gestohlene Zeit, da ich mich ziemlich durch das Buch quälen musste und so gar keinen Lesespaß hatte! Dabei ist es nicht einmal schlecht geschrieben, doch aus meiner Sicht zieht es sich, die Geschichte entwickelt sich ausgesprochen schleppend. Daher habe ich mir auch immer wieder mal eine Lesepause "gegönnt", wodurch mir der rote Faden so ziemlich verloren ging.


    Also leider Daumen runter für die Geschichte von Nick, der im Nahen Osten helfen will und dabei die Liebe entdeckt, leider eine fatale. Ich habe mich ziemlich gelangweilt und werde nach dieser Erfahrung sicher nicht mehr zu einem Roman von Claire Hajaj greifen, auch wenn es gut sein kann, dass ich dadurch mit "Ismaels Orangen", das ja wesentlich positiver bewertet wurde, etwas verpasse.


    Vielleicht hängt das damit zusammen, dass die Autorin, die ja selbst durch jüdische und palästinensische Wurzeln Nahost-Erfahrung hat, hier mit Afrika (ein Land wird nicht näher angegeben) in Gegenden wildert, die ihr selbst fremd bzw. fern geblieben sind. Ich jedenfalls empfinde es so, als ob Claire Hajaj selbst nicht mit ganzem Herzen dabei war, als sie dieses Buch schrieb! Dadurch, dass die Orte, das Land, anonym bleiben, wird auch nicht richtig ein Bezug, eine Beziehung zur Region hergestellt, so empfinde ich es jedenfalls.


    Es ist auch nicht nur der fehlende Bezug zum Raum, auch hinsichtlich der Zeit fehlt mir die Orientierung - ist es die Gegenwart oder liegt das Geschehen in der Vergangenheit? Ich würde auf Ersteres tippen, bin mir aber nicht sicher.


    Ich finde, dieses Buch kann man sich ohne Weiteres sparen: nach der Lektüre bin ich ebenso schlau wie zuvor. Keine Leseempfehlung also von mir.
    2ratten

  • „Er kam, um zu helfen, doch zwischen Hoffnung. Liebe und Verrat verließ er den Weg der Gerechten“


    „Der Wasserdieb“ ist ein Roman aus der Feder der 1973 in London geborenen Autorin Claire Hajaja.


    Um was geht es?


    Nick ist Ingenieur in England, dem es nach dem Tod seines Vaters nach Afrika zieht, um dort ein Kinderkrankenhaus zu bauen. Dabei lässt er in London seine Verlobte zurück.


    In Afrika angekommen stürzt er sich voller Eifer in die Arbeit, stellt aber bald fest, dass sein Auftraggeber korrupt ist und die Dorfbevölkerung darunter zu leiden hat. Nick trifft eine Entscheidung, mit der er zwar eine wohlgemeinte Tat begeht, die allerdings schwerwiegende Folgen, nicht nur für ihn haben soll.


    Meinung:


    Als erstes möchte ich hier das sehr schön gestaltete Cover und die schöne Aufmachung des Hardcoverbuches, versehen mit einem Lesebändchen erwähnen, all dies ist sehr ansprechend und gefällt mir gut.


    Leider ist dies auch alles, was ich am Ende der Lektüre an diesem Roman toll fand. Der Klapptext klang so interessant und vielversprechend und deutete auf einen bewegenden Roman hin. Die Ernüchterung kam jedoch sehr schnell und ich muss sagen, schon lange habe ich mich mit einem Roman wie diesem hier so schwer getan. Ich musste mich regelrecht zum zu Ende lesen zwingen. Beginnen will ich allerdings am Anfang, erzählt wird aus der Sichtweise zweier Personen, einmal aus der von Nick und einmal von jemand aus der Dorfbevölkerung. Und schon hier beginnt das Chaos, die Übergänge sind fließend, es ist also auf den ersten Blick nicht ersichtlich, wer nun erzählt, beim Lesen ist man so natürlich erst einmal irritiert, geht wieder einige Sätze zurück um nicht den Faden zu verlieren.


    Dann die Handlung, die sich lang zieht wie ein Kaugummi, viele überflüssige Szenen beschreibt und es überhaupt nicht vermag den Leser mitzunehmen. Im Gegenteil, von Seite zu Seite wird es schwieriger sich zu konzentrieren, immer wieder schweifen die Gedanken ab und es fällt schwer den Faden nicht zu verlieren. All dies sollte bei einem guten Roman nicht der Fall sein.


    Die Idee zu diesem Roman muss man allerdings sagen ist hervorragend und hätte eine vielversprechende, spannende Story werden können, doch leider hat die Autorin hier all ihr Potential verschenkt. Selbst die Protagonisten vermochten es nicht mich zu überzeugen, stellenweise haben sich mich mit ihrem Verhalten verärgert uns zum Kopfschütteln gebracht.


    Wie soll man nun einen solchen Roman bewerten? Einem Roman, bei dem man sich am Ende ärgert ihn gelesen zu haben und seine Zeit dafür verschwendet hat? Einen Roman, bei dem das Potential nicht einmal im Anfang ausgeschöpft wurde? Hier tue ich mich wirklich schwer und ich habe lange überlegt. Da mich das Cover und die Aufmachung des Buches allerdings angesprochen haben vergebe ich hierfür insgesamt einen Stern.


    Fazit: auf den ersten Blick interessant und vielversprechend, später verwirrend, langatmig und zäh mit Protagonisten über die man nur den Kopfschütteln kann
    1ratten

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