Charlotte Lucas - Wir sehen uns beim Happy End

Leserunde mit Judith & Christian Vogt ab 11.10.2019: Wasteland [Postapokalyptische Utopie]
Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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    Eine schöne Geschichte mit tollen Ideen und Figuren


    Klappentext
    „Stell dir vor, Romeo und Julia erleben wunderbare Flitterwochen, die kleine Meerjungfrau bekommt ihren Prinzen und Hannibal Lecter wird zum kinderfreundlichen Veganer - Wie könnte die Welt aussehen, wenn jede Geschichte das Recht auf ein glückliches Ende hätte? Und was würdest du tun, wenn dir das Leben die Verantwortung für einen anderen Menschen gibt? Schenkst du ihm ein Happy End? Selbst wenn du nicht weißt, ob er das will? Ein zauberhafter Roman über das Schicksal, unerwartete Begegnungen - und die Frage, ob erst ein Happy End das Leben lebenswert macht.“


    Gestaltung
    An dem Cover mag ich vor allem die verschiedenfarbige Typografie, die mit nur wenigen Motiven und Elementen verziert wurde. Die zierliche Umrahmung und die verschiedenen Motive wie ein Heißluftballon, Sterne oder eine Meerjungfrau passen gut zum etwas naiven Leben der Protagonistin, die Happy Ends über alles liebt. Die Farbgebung gefällt mir insgesamt auch sehr gut, da die unterschiedlichen Farbtöne gut zueinander passen und für dem hellblauen Hintergrund gut zur Geltung kommen.


    Meine Meinung
    „Wir sehen uns beim Happy End“ war mein erstes Buch von Charlotte Lucas, obwohl ich schon von ihrem anderen Werk gehört habe. Mich hat an diesem Buch vor allem die Thematik der Happy Ends gereizt, wobei ich vor allem durch den ansprechenden Titel auf das Buch aufmerksam wurde. Den Schreibstil der Autorin empfand ich als sehr angenehm, da die Autorin eine Leichtigkeit und Lockerheit in ihrer Wortwahl zum Vorschein gebracht hat, die es mir einfach machte, mich auf den Inhalt zu fokussieren.


    Besonders gefiel mir die Idee zwischen normalen Textpassagen und Blogbeiträgen zu wechseln, denn Protagonistin Ella schreibt einen Blog auf dem sie über Happy Ends berichtet. Dies lockert die Geschichte auf und gewährt gute Einblicke in die Vorliebe der Protagonistin für Happy Ends. Diese Vorliebe mag ich zudem richtig gerne, da sie mich zum Lächeln bringt und da ich es gut verstehen kann. Auch mochte ich den Schreibstil der Blogbeiträge, da sie auch so locker verfasst waren, sich aber dennoch von den Erzählpassagen abgehoben haben und mich gut unterhalten haben. Ich musste beim Lesen der Beiträge nämlich sehr oft breit grinsen. Außerdem gefiel mir die Idee eines solchen Blogs richtig gut!


    Ich muss aber auch sagen, dass ich die Gedanken von Ella anfangs etwas zu ausführlich fand, denn hier ging mir die Geschichte zu langsam voran und ich musste mich etwas - ich möchte nicht sagen durchquälen, aber doch bemühen, um weiter zu kommen. Es fühlte sich manchmal so an, als würde ich zu lange an einer Stelle lesen. Zudem empfand ich Ella anfangs als etwas naiv und brauchte meine Zeit, bis ich mit ihr klar kam, wobei ich bis zum Buchende mit manchen Entscheidungen von Ella nicht einverstanden war.


    In Ellas Leben gibt es dann noch zwei Männer: Philipp und Oscar. Diese beiden konnten unterschiedlicher nicht sein. Meine Sympathien für Philipp waren dabei von Beginn an im Negativbereich, während Oscar mir sehr unter die Haut ging und mir immer mehr ans Herz wuchs. Er trägt ein schweres Schicksal mit sich herum und sorgt auch für einige spannende Rätsel und Geschehnisse im Handlungsverlauf. Auch gefiel es mir gut, wie er und Ella sich einander annähern und sich eine zarte Beziehung zwischen beiden entwickelt.


    Das Ende hat mich etwas zwiegespalten, denn einerseits empfand ich es als etwas vorhersehbar und klischeehaft, andererseits passte es gut zur Geschichte. Es gab zum Schluss noch einige spannende Enthüllungen rund um Ella und zudem wurde der Leser auch kurzzeitig nochmals zum Bangen um ein Happy End angeregt, wodurch es nochmals sehr spannend wurde. So war bis zum Ende eigentlich nicht klar, wie sich Ellas Liebesleben entwickeln würde und wie ihr Happy End aussehen wird bzw. ob sie überhaupt eines erhalten wird. Als es dann schließlich soweit war, schwebte mir jedoch auch eine andere Lösung im Kopf, in der Ella sich meiner Meinung nach noch mehr weiter entwickelt hätte und die mir vielleicht sogar noch ein wenig besser gefallen hätte.


    Fazit
    „Wir sehen uns beim Happy End“ ist eine schöne Liebesgeschichte mit einigen Höhen und Tiefen im Leben der Protagonistin. Mir gefiel vor allem die Idee ihres Blogs über Happy Ends, welcher wundervoll in die Geschichte eingearbeitet wurde. Auch ging mir Oscar mit seiner Geschichte sehr unter die Haut und seine Beziehung zu Ella empfand ich als sehr authentisch. Das Ende des Buches hat mich ein wenig zwiegespalten, da ich es als vorhersehbar und zu typisch empfunden habe.
    4 von 5 Sternen!
    4ratten
    Reihen-Infos
    Einzelband

  • Emilia Faust ist regelrecht harmoniesüchtig. Wenn ein Film oder Buch schlecht endet fühlt sie sich sehr unwohl.
    Aus diesem Grund betreibt sie ihren Blog "Better Endings" worin sie diese Enden in Happy Ends umschreibt. Und das recht erfolgreich, denn ihr Blog ist ziemlich beliebt. Warum sollen fiktive Geschichten auch ein schlechtes Ende haben und die Leser/Zuschauer in Traurigkeit stürzen?
    Ellas Lebensmotto lautet: "Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es auch nicht das Ende."
    In ihrem Blog schreibt sie aber auch über sich selbst und ihre Hochzeitsvorbereitungen. Der große Tag rückt immer näher und ihre Follower hibbeln gerne mit ihr.
    Doch dann passiert das unfassbare: Ellas Verlobter hatte was mit einer anderen. Und Ella muss nach diesem Schock ganz schnell raus an die frische Luft... und das Abenteuer beginnt.


    Dies war mein erstes Buch der Autorin und ich bin ganz hingerissen.
    Es ist nicht eine von diesen typischen Liebesgeschichten wo man schon am Anfang weiß wie sie endet.
    Dieses Gefühl fängt schon bei den Figuren an. Besonders Ella, um die es ja hauptsächlich geht, verbirgt so einiges.
    Sie ist ein sehr interessanter Charakter mit einem coolen Hobby, nämlich das umschreiben von Geschichten.
    Durch wirklich dramatische Umstände landet sie irgendwann bei Oskar, einem traumatisierten Mann ohne Vergangenheit. Dem versucht sie eine hübsche Vergangenheit zurecht zu basteln. Da sieht sie sich als gute Fee, denn wenn sie eines kann, dann ja wohl Geschichten ausdenken. Und es macht ja auch keinen großen Unterschied ob sie jetzt fiktive Geschichten umschreibt oder das Leben einer bedauernswerten Person schöner gestaltet, oder? Hauptsache zum Schluss gibt es ein Happy End.
    Das sie dann so herrlich über das Ziel hinausschießt war für mich nur das Salz in der Suppe.
    Was ich so erfrischend fand an diesem Buch war, dass beide Protagonisten irgendwo einen Knacks haben.
    Ella kommt manchmal etwas zu naiv rüber, zu hilflos. Das war aber okay, das gehörte irgenwie dazu. Genauso wie Oskar immer etwas herrschsüchtig auftritt. Beide Figuren verändern sich im Laufe der Zeit.
    Und die kleine Liebesgeschichte die hier gesponnen wird, rückt zuerst einmal in den Hintergrund. Das war gut, die hätte nur im Weg gestanden.
    Zwischendurch gibt es immer mal Texte aus Ellas Blog zu lesen, einige Kommentare von Usern gibt es außerdem. Leider bekommt der Leser kein einziges von Ellas "Happy Ends" zu lesen. Bis auf eines, da musste ich wirklich weinen.
    Ein paar klitzekleine Längen gibt es leider auch. Und zwar, Oskar umschrieb es so schön, immer dann wenn bei Ella jemand "die Lampen ausknipste". Dann dachte sie seitenlang über irgendwelche Dinge nach, und die waren mir manchmal zu lang.
    Richtig gut fand ich die Dialoge. Besonders die zwischen Ella und Oskar, da war von bierernst bis urkomisch alles vertreten. Aber auch die Szenen mit dem Ex-Verlobten waren toll weil der gemerkt hat, was für ein Idiot er doch war.
    In diesem Roman ist jedenfalls eine Menge los. Es gibt Drama, Ella muss etwas detektivisches Geschick zeigen, es gibt ein fettes Geheimnis (eines dass mich persönlich umgehauen hatte) und natürlich auch eine süße Liebesgeschichte. Aber, wird es auch eines von Ellas Happy Ends geben?


    4ratten

    Lesen ist die schönste Brücke zu meinen Wunschträumen.

  • Charlotte Lucas ist das Pseudonym von Wiebke Lorenz. Unter diesem Pseudonym ist bereits der Titel „Dein perfektes Jahr“ erschienen.


    Das Lebensmotto von Emilia „Ella“ Faust ist: "Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende." Und getreu diesem Motto betreibt sie einen Blog mit dem Namen „Better Endings“ in welchem sie Erzählungen, Büchern, Filmen oder Serien mit einem unglücklichen Ausgang ein eigenes Happy End verpasst. Von Anfang an fand ich diesen Blog und die Idee wunderbar. Die Namen der User und die Kommentare waren auf unterhaltsame Art realistisch. Ella lässt hier auch ihre User an der Planung ihrer bevorstehenden Hochzeit mit ihrem Freund Philip teilhaben.


    Genau wie der Buchschnitt sind auch Ellas Träume von ihrer Hochzeit rosarot. Als sie jedoch so richtig klischeemäßig einen Zettel in Philips Mantel findet, drohen diese Träume zu platzen. aber Ella wäre nicht Ella, wenn sie nicht versuchen würde das Schicksal zu beeinflussen, indem sie ihm zum Ausgleich eine gute Tat anbietet. Wenn sie es schafft dem unglücklichen Oscar zu seinem Glück zu verhelfen, dann wird sich auch bei ihr alles zum Guten wenden. Doch lässt sich das Schicksal auf diesen Deal ein?


    Ella ist hoffnungslos romantisch bis zur Selbstaufgabe. Sie klammert sich an ihr Happy End mit Philipp und ist bereits über vieles hinwegzusehen und die Augen vor der Realität zu verschließen. Nicht immer konnte ich das nachvollziehen und fand das stellenweise etwas nervig und überzogen. Am Ende wird allerdings klar, warum Ella sich so verhält und alles ergibt einen Sinn.


    Oscar, den Ella unbedingt glücklich machen will, hat nach zwei unfreiwilligen Zusammenstößen mit Ella sein Gedächtnis verloren. Und so muss Ella zuerst das Geheimnis lüften, warum er so traurig ist, bevor sie ihm helfen kann. Immer wieder hat mich die Autorin hier auf eine falsche Fährte gelockt und mich mit unerwarteten Wendungen überrascht.


    Mit viel Humor schreibt Charlotte Lucas von Ellas Erlebnissen und vor allem die Dialoge mit Oscar haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht, sodass ich über die ein oder andere Länge hinweggetröstet wurde.
    Es hat mir viel Spaß gemacht diesen unterhaltsamen Roman zu lesen und ich werde gerne wieder zu einem Buch dieser Schriftstellerin greifen.


    Fazit: Eine humorvolle und unterhaltsame Romantikkomödie um eine junge Frau, die versucht ihre rosaroten Träume von einem Happy End in der Realität umzusetzen.


    4ratten

  • Ella will Philip heiraten. Für ihn macht sie alles. Sie liebt ihn und lebt für ihn, hat für ihn sogar ganz selbstverständlich ihre eigene Selbstständigkeit aufgegeben. Für Ella ist alles perfekt. Das schreibt sie auch auf ihrem Blog „Better Endings“ nieder, in dem sie neben ihren eigenen Wünschen und Plänen auch stets Geschichten und Büchern ein schöneres Ende, ein Happy End, verleiht. Viel zu oft ist für Ella der Ausgang eines Films oder eines Romans nicht schön genug. Das mag sie einfach nicht, also muss ein anderes Ende her. Doch dann muss sie feststellen, dass ihr Freund Philip sie betrügt und ihre Welt bricht zusammen. Ist ihr persönliches Happy End noch zu retten? In ihrer verzweifelten Flucht aus dem gemeinsamen oder besser gesagt aus Philips Haus stolpert sie eher zufällig über Oscar. Dieser Mann verliert bei seinem Zusammenstoß mit Ella im wahrsten Sinne des Wortes sein Gedächtnis. Und nun ist es an Ella ihm wieder auf die Sprünge zu helfen. Und das macht sie auf ihre ganz eigene Art und Weise und überschreitet dabei Grenzen und verstrickt sich in einem großen Gebilde aus Lügen.


    „Wir sehen uns beim Happy End“ ist ein Roman voller schöner Zufälle und wundersamer Ereignisse. Die Geschichte ist etwas fürs Herz. Dabei ist die Protagonistin Ella eine aus meiner Sicht sehr naive und einfach gestrickte Frau, die aber eigentlich nichts Böses im Schilde führt, es aber leider durch ihr Verhalten teilweise herbeiführt. Und dennoch steht ihr doch sicher ein Happy End zu.


    Dieser Roman ist wie auch sein Vorgänger „Dein perfektes Jahr“ in einer wunderbaren Hardcoverausgabe erschienen. Die farbenfrohe Gestaltung lässt sofort darauf schließen, dass es sich hier um einen Frauenroman handelt, der für fröhliche und unterhaltsame Lesestunden sorgen wird. Besonders schön habe ich persönlich die Verbindung der beiden Geschichten zueinander gefunden. So bekommen einige Charaktere aus „Dein perfektes Jahr“ auch in „Wir sehen uns beim Happy End“ eine kleine Nebenrolle. Sehr schön gemacht.


    Diese sehr emotionale und leicht verrückte Story sollte man sich nicht entgehen lassen.


    Copyright © 2017 by Iris Gasper


    4ratten

    Lesen ist meine Leidenschaft