Ruth Ware - Woman in Cabin 10

Literaturschock positioniert sich. Keine Toleranz für Nazis und Faschisten, denn wer neben diesen Arschlöchern marschiert, ist entweder selbst ein Nazi / Faschist oder eine nützliche Marionette derselben. Andere Kategorien gibt es nicht.

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  • Paranoia oder Verbrechen?


    Ruth Ware - Woman in Cabin 10



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    Laura "Lo" Blacklook fühlt sich nicht mehr sicher. Eines nachts erwacht sie und ein fremder Mann steht vor ihrer Schlafzimmertüre. Da kommt der Reisejournalistin der neue Job gerade recht. Sie soll mit dem Schiff "Aurora Borrealis" auf Jungfernfahrt gehen und einen Bericht über die Luxusjacht schreiben. Doch Lo gerät vom Regen in die Traufe. Denn sie beobachtet einen Mord in der Nachbarkabine. Doch niemand will ihr glauben, denn es wird weder ein Passagier noch ein Crewmitglied vermisst. Wer war die fremde Frau in der Nachbarkabine und was ist mit ihr geschehen?


    Ruth Ware hat sich entschlossen den Start ins Buch mit einer Szene zu beginnen, die wohl für alle von uns der blanke Horror bedeuten würde. Man erwacht nachts und vor der Schlafzimmertüre steht ein Einbrecher. Diese Szene ist sehr bildlich beschrieben und man spürt als Leser, das Grauen, das Lo empfindet. Das Trauma, das sie bei diesem zutiefst verängstigenden Vorfall erleidet, konnte ich sehr gut nachvollziehen.
    Nach dieser Szene wird es Punkto Gänsehaut ruhig während dem ersten Drittel des Thrillers. Unterschwellig spürt man, dass da noch ein grosser Knall kommen wird. Doch erst mal lullt die Autorin die Leser mit alltäglichen Urlaubsszenen ein. Diese sind durch den sehr flüssig geschriebenen Schreibstil gut zu lesen und abwechslungsreich. Ein wenig hat mich der Alkoholkonsum von der Protagonistin gestört. Seite 28 wird schon der zweite, totale Filmriss wegen dem Alkoholkonsum erwähnt. Seite 90 erleben wir Lo zum dritten Mal total betrunken neben der Spur. Mich hat nicht etwa gestört, dass sie Alkohol in grossen Mengen konsumiert, sondern dass dies als Grund für Blackouts, die wichtig für die Handlung waren, herhalten mussten.
    Nach und nach lernt man die Protagonistin kennen. Ihr Zivilstand, ihre Ängste und Träume. Ich empfand sie nicht als unsympathisch, sondern als sehr labil, wankelmütig und unsicher.
    Nach einem Drittel Buch beginnt der Psychothriller. Als Leser ist man absolut nie sicher, was Lo tatsächlich erlebt und was ihrer Paranoia geschuldet ist. In dieser Situation wurden ein, zwei Zeitungsartikel eingefügt, die meine Neugier angestachelt und die Spannung in die Höhe geschraubt haben. Clever gemacht von der Autorin!
    Als sehr wohltuend empfand ich die Klarheit im Aufbau der Geschichte. "Woman in Cabin 10" beinhaltet ein einziger Erzählstrang und eine fortlaufend erzählte Handlung ohne lästiges Hin und her hüpfen in Zeit und Handlung.
    Bis zum Schluss habe ich also auf den grossen Knall hingefiebert: Er kam…er kam! Und noch dazu mit einer sehr überraschenden Wendung. Ich hatte verschiedenen Theorien was mit der Frau aus Kabine 10 geschehen ist...und auf diese Lösung wäre ich nie gekommen.
    4ratten

  • Nachdem es in ihrem Privatleben einige Probleme gibt, gibt es beruflich wenigstens etwas Erfreuliches für die Journalistin Laura „Lo“ Blacklock. Sie darf ihre Kollegin Rowan vertreten bei der Jungfernfahrt der Aurora Borealis. An Bord begegnet sie der Frau aus der Nachbarkabine. Als sie in der der darauffolgenden Nacht von einem Schrei wach wird und dann hört, wie etwas Schweres ins Wasser fällt, nimmt sie an, dass etwas Schlimmes passiert ist und informiert den Sicherheitsoffizier. Doch dann erfährt sie, dass die Kabine gar nicht belegt war. Was ist mit der Frau geschehen, mit der Lo am Abend gesprochen hat?
    Das Cover des Buches hat mich so angesprochen, dass ich das Buch unbedingt lesen musste. Doch es hat eine Weile gedauert, bis ich mich in die Geschichte eingefunden habe.
    Das Schiff ist luxuriös und mit 10 Kabinen nicht allzu groß, daher hält sich die Anzahl der Beteiligten in Grenzen. Zunächst einmal lernt man Lo mit ihren Nöten kennen. Sie ist eine Frau, wie von Selbstzweifeln geplagt wird. Gegen ihre Panikattacken benötigt sie Tabletten und dem Alkohol spricht sie auch gut zu, um ihre Problemchen zu vergessen. Vielleicht ist das der Grund, dass ich ihre Handlungen nicht immer so recht nachvollziehen kann. Kein Wunder auch, dass die anderen sie für eigenartig halten. Auch mir war sie nicht sonderlich sympathisch. Aber auch ihre Mitreisenden und die Crewmitglieder sind , na ja, nennen wir es einmal gewöhnungsbedürftig. Alle wirken so, als hätten sie etwas zu verbergen, daher schienen alle auch irgendwie verdächtig. Es war niemand da, der meine Sympathien gewinnen konnte.
    Ich wusste die ganze Zeit nicht so recht, was ich von Lo halten sollte. Was es Realität oder war es Einbildung, was sie da mitbekommen haben will? Aber sie will herausfinden, was passiert ist und da sie nicht aufgibt, bringt sie sich selbst in Gefahr.
    Zwischendurch gibt es immer wieder auch Einschübe von Mails, Forenbeiträge und ähnlichem, die einen Ausblick auf die Zukunft geben. Doch auch die sorgten nicht dafür, dass ich Klarheit darüber bekam, was auf dem Schiff läuft. Die Auflösung konnte mich dann doch überraschen. Die Geschichte war interessant und spannend, hatte aber auch einige Längen. Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten.


    4ratten

  • Ich kann mich meinen Vorrednern leider gar nicht anschließen... :sauer: :sauer: :sauer:


    Meine Meinung zum Buch:


    Titel: Unsympathische Protagonistin verdirbt sich den kostenlosen Luxusurlaub...


    Ich war ganz gespannt auf diesen Thriller, denn die Inhaltsangabe klang mehr als vielversprechend. Wer möchte nicht gern mal für lau an einer Jungfernfahrt eines Luxuskreuzfahrtschiffes teilnehmen?


    In der Geschichte geht es um Lo Blacklock, die als Journalistin für ein Reisemagazin arbeitet und ihre Chefin bei einer Luxuskreuzfahrt vertreten soll. Sie kann sich kaum satt sehen an dem ganzen Glamour, der den Gästen an Bord geboten wird und kann ihr Glück bis zur ersten Nacht kaum fassen. Doch am Abend hört sie bedrückende Geräusche. Ist da wirklich jemand über Bord gegangen und hat sie da ernsthaft einen Schrei gehört? Lo will das Ganze aufklären, macht sich dabei jedoch schnell Feinde und bringt sich selbst in Gefahr. Wie weit kann sie gehen?


    Das Buch besticht leider durch eine total unsympathische Protagonistin, die uns zu allem Überfluss auch noch als Ich- Erzählerin durch die Geschichte führt. Hatte ich erwartet vom tollen Schiff, dessen Ausstattung und dem ganzen Pomp und Gloria zu lesen, musste ich miterleben, wie sich unsere Hauptakteurin die ganze Zeit nur mit Alkohol abfühlt. Mit normalem Konsum hatte das rein gar nichts zu tun. Gefühlt die ersten hundert Seiten passiert nichts anderes als ihr Alkoholexzess, was mich richtig genervt hat, doch ich wollte die Geschichte noch nicht aufgeben und irgendwann wird es dann auch ein klein wenig spannend.


    Zu dem Alkoholismus muss Lo auch noch psychisch krank sein und Medikamente nehmen. Dies wird immer mal wieder am Rande erwähnt, aber so recht glauben mag man es als Leser nicht. Als sie aufgrund ihrer prekären Lage einige Zeit ohne Antidepressiva auskommen muss, da passiert nichts mit ihr. Vorher wurde lang und breit lamentiert, dass sie an Panikattacken leidet und dann ist sie ohne Medikamente und ihr passiert nichts? Das ist absolut unglaubwürdig.


    Die Handlung des Thrillers erschien mir die ganze Zeit nur konstruiert. Da tappt Lo lange im Dunkeln und dann fällt es ihr wie Schuppen von den Augen und sie trifft die Erkenntnis und weiß plötzlich über alles Bescheid. Wie soll das gehen? Auch dies kam absolut nicht überzeugend rüber.


    Das Einzige, was ich als gelungen empfand, waren die eingestreuten Nachrichten zwischen den jeweiligen Kapiteln.


    Die Unterteilung des Thrillers in mehrere Teile konnte ich nicht wirklich nachvollziehen.


    Das Ende ist dann so vorhersehbar wie bei jedem Rosamunde Pilcher Roman und absolut enttäuschend.


    Im Nachhinein habe ich mich wirklich geärgert, dass ich dem Buch eine Chance gegeben und nicht nach hundert Seiten bereits abgebrochen habe.


    Fazit: Mir persönlich zu konstruiert. Hier habe ich mich eindeutig zu sehr von der Optik des Buches und der gut geschriebenen Inhaltsangabe verleiten lassen. Ich kann hier keine Leseempfehlung aussprechen und bin doch arg enttäuscht.


    Bewertung: 2ratten und :flop:

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Meine Meinung:

    • Dieses Buch ist SO. LANGATMIG.

    • Echt jetzt. Die ersten 99 Seiten passiert gar nichts was irgendwie den Plot voranbringt.

    • Dafür gabs Seitenlang eklige Essenbeschreibungen.

    • Das Buch ergibt keinen Sinn.

    • Bei Seite 119 hatte ich den ganzen Plot zusammen.

    • Blöderweise kamen dann noch mal 270 Seiten.

    • Ich wollte jedem einzelnen Charakter in die Pooch punchen.


    • Ein Charakter greift Lo sexuell an, sie wehrt sich, dann entschuldigt sie sich bei ihm dafür (!) und anschließend sind sie best buds. Es wird im ganzen restlichen Buch nie wieder erwähnt. Ja, also das ist ein hartes nein.

    • Den ganzen Plot gabs auch schon gefühlt tausend mal in Film und Buch, nichts neues gelesen. Und Woman In Cabin 10 ist absolut nicht mein übliches Genre. Ich sollte das eigentlich nicht schon gefühlt tausend mal gesehen haben.

    • Mein Gesicht, während ich Woman in Cabin 10 las:

    Unimpressed

    • Der Tee, den ich dabei trank, war das beste am ganzen Buch.

    • *schweres Seufzen*

    Dazu sage ich nein.


    Einfach nein.


    1ratten:marypipeshalbeprivatmaus::flop:

  • Und ich mache weiter mit Ruth Ware, nun schon das dritte Buch in kurzer Zeit, das ich von ihr gelesen habe. Aber auch das schwächste, glaube ich.

    Unsympathische Protagonistinnen kann die Autorin echt gut. Herrje!

    Und unlogisch handelnde Figuren kann sie auch. Puh!

    Wenn Lo ab und an mal logisch denken würde, anstatt sich lieber noch ein bisschen mehr Alkohol die Kehle runterzuschütten... aber dann wäre es das mit der Geschichte gewesen. Alles extrem konstruiert.

    Ich mach jetzt mal eine Ruth-Ware-Pause...

    LG, Dani


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