S. Jae-Jones - Wintersong

Literaturschock positioniert sich. Nazifreie Zone, denn wer neben Nazis marschiert, ist entweder selbst ein Nazi oder eine nützliche Marionette der Nazis. Andere Kategorien gibt es nicht.

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Dani79.

  • S. Jae-Jones - Wintersong


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    Ich habe mich sehr auf das Buch „Winter Song“ gefreut, nachdem ich bereits im Vorfeld schon viel Gutes von der Story gehört habe und auch der Klappentext mich absolut neugierig gemacht hat. Doch zum Ende hin bin ich nun doch ein wenig enttäuscht, denn ich habe doch ein etwas anderes Buch erwartet, als ich im Endeffekt lesen durfte.


    Die Story dreht sich um den Erlkönig, der im Winter auf die Suche nach einer neuen Braut geht, die er heiraten kann. Danach muss sie sterben - denn nur dann kann der Frühling kommen. Liesl kennt diese Sage, aber als ihre Schwester von dem Erlkönig entführt wird, tut sie alles dafür, dass sie sie aus seinen Fängen retten kann. Doch wird sie das wirklich schaffen?


    Gleich schon nach den ersten Seiten war mir klar, dass das Buch ganz anders ist, als ich es erwartet habe. Der Schreibstil hat es mir dabei sehr schwer getan. Die Story ist viel zu poetisch und schwerfällig geschrieben, so dass ich mich teilweise sogar durch die Seiten kämpfen musste. Manche Passagen waren mir auch etwas zu verwirrend, da man Fantasie und Realität nicht mehr wirklich voneinander unterscheiden konnte.


    Auch zu den einzelnen Figuren konnte ich keinen richtigen Draht finden. Sie blieben mir etwas zu blass und ich konnte mich einfach nicht mit ihnen identifizieren, auch wenn mir Liesl zum Ende des Buches dann doch etwas sympathischer wurde. Die Liebesgeschichte war mir ebenfalls etwas zu schwach erzählt. Ich hatte eher den Eindruck, dass man sich etwas an „Die Schöne und das Biest“ erinnert fühlt, aber leider nicht so mitreißend, wie ich mir das gewünscht hätte.


    Auch das Ende war mir nicht spannend genug, so dass ich mir nicht vorstellen kann, dass ich das Nachfolgeband überhaupt lesen werde. Die Grundidee war zwar wirklich nicht schlecht, aber die Umsetzung war leider in ihrer eigenen Art und Weise nichts für mich. Ich hatte einfach ein komplett anderes Buch erwartet. Für Klassikfans und Musik-Fans, die auch zugleich Bücherwürmer sind, könnte das Buch aber auf jeden Fall etwas sein! Man muss sich einfach darauf einlassen!


    3ratten

  • Worum gehts?


    Viele kennen wohl die Ballade vom Erlkönig von Johann Wolfgang von Goethe ("Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind....etc.), welche auf dramatische Weise endet.


    Auch in "Wintersong" geht es um den Erlkönig. In dieser Geschichte sucht er sich jedesmal aufs neue eine Braut aus der Welt der Sterblichen und nimmt sie mit in sein Reich. Immer um die selbe Zeit, wenn das alte Jahr stirbt. Jedoch kehrt nie eine Braut zurück in die Oberwelt....sie alle finden den sicheren Tod in den Armen des Königs....
    Mit dieser Geschichte wachsen auch Liesl, Sepperl und Käthe auf. Liesl ist vollkommen fasziniert von dieser düsteren und geheimnisvollen Geschichte und als dann auch noch ihre Schwester Käthe von einem geheimnisvollen, verhüllten Fremden entführt wird, steht für sie fest, dass der Erlkönig sich eine neue Braut gewählt hat. Somit macht Liesl sich auf um ihre Schwester zu retten. Ob ihr das gelingen wird?





    Wie erging es mir mit dem Buch?


    Erstmal muss ich sagen, dass mir das englische Cover mehr zusagt als dieses hier, aber nichts desto trotz hat mich der Klappentext sofort in seinen Bann gezogen. Schon die Ballade hat ihre eigene Tragik und Mystik und ich war gespannt, wie die Autorin ihre Geschichte rund um den Erlkönig aufbauen wird.


    Die Meinungen, die ich vor dem Lesen erhalten habe, waren durchwegs durchwachsen und ich muss sagen, dass es wirklich ein Buch ist, welches die Leser wieder spalten wird. Doch zu welcher Seite gehöre ich?
    Am gewöhnungsbedürftigsten waren für mich eindeutig die Namen, obwohl ich selbst aus Österreich komme und man somit denkt, ich wäre solche Namen vielleicht gewohnt. Aber in einem Buch ist es doch etwas ganz anderes und seien wir ehrlich, solche Namen sind auch bei uns hier mehr ausgestorben als vorhanden.
    Die Geschichte selbst hat mich zu Beginn vollkommen in seinen Bann gezogen. Der Erlkönig bringt mit seiner kompletten Präsenz und seinen Geheimnissen soviel Mystik und auf eine gewisse Art faszinierende Grausamkeit in die Geschichte. Immer wieder holt er sich eine neue Braut um den alten Schwur - geschlossen zwischen einer tapferen Maid und dem Erlkönig - zu erneuern und gleichzeitig der Oberwelt die Jahreszeiten zu geben. Der Gedanke auf ewigen Winter löste selbst in mir Frösteln aus.....


    Liesl ist ein Charakter, der nicht ganz so stimmig war für mich. Ich konnte mit ihrer Art, sich selbst vollkommen hinten an zu stellen, einfach nichts anfangen. Auch mit ihrer unbändigen Liebe zur Musik war es nicht anders. Liesl sieht sich selbst als jemanden an, der es nicht wert ist gehört zu werden. Sei es jetzt als Komponistin oder selbst als Mensch. Immer wieder stellt sie ihren Bruder über sich selbst und wirkt - meiner Meinung nach - daher komplett verloren. Ab dem Zeitpunkt als der Erlkönig auftritt, ändert sie sich jedoch und nimmt sich selbst erst richtig wahr - wieder meine Empfindung!


    Nichts desto trotz war es der Erlkönig, der mich das Buch fertig lesen lies. Nur seinetwegen habe ich mich Kapitel um Kapitel weiter durch das Buch tragen lassen und ich muss sagen, dass es leider ab einem gewissen Zeitpunkt für mich sehr verloren hat. Für mich verlor es sich - um es kurz zu sagen - zu sehr in der Musik. Dabei hätte die Geschichte viel mehr Potential gehabt. Wo zu Beginn die Spannung und Dramatik Hand in Hand gingen, blieb nach einiger Zeit die Geschichte zuviel in der Musik und dem Komponieren hängen, was vielleicht für jemanden, der damit etwas anfangen kann, ideal ist, jedoch für jemanden mich einfach zuviel des guten war....


    Zwar war das Ende dann doch wieder besser, aber konnte nicht mehr komplett für den Rest entschädigen. Sehr schade.



    Mein Fazit:


    Wenn ihr es liebt, euch in der Musik zu verlieren und gespannt seid auf den Erlkönig, dann ist es genau das richtige Buch für euch! Für mich hatte es sehr stark begonnen, wurde aber ab dem ersten Drittel einfach zu "musikalisch" - um es kurz zu sagen - und hat mir die Lust fast genommen. Dennoch hat der Erlkönig eine einzigartige Faszination auf mich ausgeübt, die auch meine Bewertung gehoben hat.



    3ratten

  • Erster Satz:
    "Hüte dich vor den Kobolden." sagte Constanze


    Meine Meinung zum Buch:
    Mit ihrem Roman, "Wintersong" , konnte mich S. Jae-Jones von der ersten bis zur letzten Seite komplett in ihren Bann ziehen. Sie hat einen locker, leichten, flüssigen und detailreichen Schreibstil. Wovon ich allerdings kein allzu großer Fan bin, sind Romane, die in Deutschland bzw. größtenteils in Deutschland spielen.


    "Wintersong" ist ein düsteres, aber dennoch sehr atmosphärisches Buch. Es konnte mich in vielerlei Hinsicht berühren und in mir viele Emotionen und Gefühle wecken.


    Liesl ist sicherlich keine Sympathieträgerin. Sie hat Eigenschaften an sich, die ich nicht immer nachvollziehen konnte, dennoch kommt sie sehr menschlich rüber. Eine große Rolle in Liesl´s Leben spielt die Musik. Ihre Begeisterung für diese Art von Musik war teilweise wirklich ansteckend, obwohl ich mit dieser Art von Musik überhaupt nichts am Hut habe.


    Die Musik spielt eine tragende Rolle in dem Roman, und ich denke, dass genau diese Rolle sehr abschreckend für viele Leser werden könnte.


    Aber auch die andere Charaktere waren sehr vielschichtig und interessant.


    Fazit:
    "Wintersong" von S. Jae-Jones ist ein fantastisches Buch, welches mich komplett in seinen Bann ziehen konnte.


    4ratten

  • Düster, atmosphärisch und sehr märchenhaft


    Klappentext
    „An jenem Tag, an dem das alte Jahr stirbt und die Grenze zwischen den Reichen der Kobolde und der Menschen verwischt, wandelt der Erlkönig durch die Welt der Sterblichen, auf der Suche nach einer Braut. Diese muss ihm in sein Reich unter der Erde folgen, den König ehelichen und sterben – denn nur durch ihren Tod wird die Wiedergeburt des neuen Jahres gewährleistet.
    Seit ihrer Kindheit kennt die 18-jährige Liesl die Sage um den unheimlichen, faszinierenden Erlkönig. Als ein mysteriöser Fremder auftaucht und Liesls Schwester entführt, weiß Liesl: Nur sie kann ihre Schwester noch aus den Fängen des Erlkönigs befreien, indem sie ihm in sein Reich folgt und ihn anstelle ihrer Schwester selbst heiratet. Doch wer ist dieser geheimnisvolle Mann? Während Liesl noch versucht, ihre Gefühle zu verstehen, arbeiten die alten Gesetze der Unterwelt bereits gegen sie ...“


    Gestaltung
    Das Cover finde ich sehr interessant, denn mir gefällt das Motiv sehr gut. Der Schattenumriss des Mädchens und der Vögel sowie die roten Beeren kommen vor dem schlicht weißen Hintergrund super zur Geltung und durch die Farbwahl erinnert das Cover auch sehr an den Winter, der im Buch eine zentrale Rolle einnimmt. So stimmt das Cover hervorragend auf die märchenhafte Geschichte ein.


    Meine Meinung
    Ich muss sagen, dass mir die Grundidee von „Wintersong“ unheimlich gut gefallen hat, denn eine Adaption der Erlkönig-Ballade habe ich bisher noch nicht gelesen. Zwar ist es einige Zeit her, dass ich mich mit dem Original auseinander gesetzt habe, aber beim Lesen hat dies nicht gestört. Vielmehr habe ich es als positiv empfunden, dass ich mich kaum noch an die Ursprungssage erinnere, da ich so die neue Geschichte unvoreingenommener auf mich wirken lassen konnte.


    Die Atmosphäre des Buches empfand ich als sehr magisch und dicht. Mit vielen Bildern, Details und Liebe zeichnet die Autorin ein atmosphärisches Bild, das den Leser in fremde Welten entführt. So riecht man geradezu den erdigen Duft oder hört das Rauschen des Waldes, wenn man dieses Buch liest. Vereint mit den poetischen Worten und dem angenehm zu lesenden Schreibstil der Autorin, wird der Text so zu einem märchenhaften Leseerlebnis, das geradezu zum Abschalten einlädt, obwohl das Buch recht düster ist.


    Überrascht wurde ich davon, dass das Buch in einer deutschen Kleinstadt spielt und dabei phantastische mit realistischen Elementen verknüpft werden. Durch die Geschichte des Erlkönigs kommen Fantasyaspekte in die Geschichte hinein, die dem Buch einen Hauch Mystik verleihen. Ich fand es sehr interessant hinter die Rolle des Erlkönigs zu blicken und diese Geschehnisse in einer moderneren Geschichte zu erleben, da die alte Ballade so eine ganz andere Wirkung entfaltet. Unheimlich, spannend und rätselhaft gestaltet S. Jae-Jones die Erlebnisse der Protagonistin Liesl wodurch der Leser angetrieben wird, ihrer Geschichte zu folgen.


    Was mich etwas von dem märchenhaften Setting und der fantasiereichen Geschichte abgelenkt hat, war die Bedeutung der Musik in der Geschichte. Für mich passte dies zwar ins Bild, aber irgendwie hat es mich beim Lesen doch etwas gestört, weil ich immer den Eindruck hatte, als würde Liesl Vorliebe für Musik von den Geschehnissen ablenken. Die Protagonistin ist nämlich sehr begeistert von der Musik und auch im Reich des Erlkönigs erhält diese so eine tragende Rolle, die mir manchmal etwas zu viel wurde und das Literarische hinter dem Buch etwas zu stark verdrängte.


    Positiv empfand ich auch das Setting des Buches, denn es spielt wie gesagt in einem deutschen Dorf, was für ein Buch einer amerikanischen Autorin sehr ungewöhnlich ist. Dabei trägt sich die Geschichte ungefähr im 18. Jahrhundert zu, was für mich gut zu den Fantasyaspekten und der Ballade des Erlkönigs passte. Zwar finden sich mit Namen oder Abkürzungen wie Liesl oder Käthe und Mahlzeiten wie Sauerkraut und Würstchen typische Klischees, die gerade die Amerikaner von uns Deutschen haben, aber sobald der Handlungsort von dem Dorf in die Unterwelt wechselt, ist alles wie ausgewechselt: das Buch versprüht einen Hauch Magie und eine sehr märchenhafte Atmosphäre, die zu fesseln weiß.


    Fazit
    Die Adaption der Erlkönig-Ballade überzeugt durch eine märchenhafte, düstere Atmosphäre, die den Leser in ihren Bann zieht. „Wintersong“ ist ein sehr poetisches Werk, welches zu überraschen weiß und Fantasy mit Märchen und Mythen mischt. Gleichzeitig war mir der Fokus auf die Musik ein wenig zu intensiv, da so die Handlung an manchen Stellen meiner Meinung nach doch etwas unterging, aber insgesamt kann die Geschichte Spannung erzeugen und gut unterhalten.
    4 von 5 Sternen!
    4ratten
    Reihen-Infos
    1. Wintersong
    2. Shadowsong (bereits auf Englisch erschienen)

  • "Wintersong" von S. Jae-Jones ist ein fantastisches Buch, welches mich komplett in seinen Bann ziehen konnte.


    4ratten

    Fantastisch ist für mich ein großes Lob - warum dann "nur" 4 Ratten?

    Worum es in dem Buch geht, kann ich ja glücklicherweise in den anderen Rezis nachlesen, aus deiner wird da leider so gar nichts ersichtlich für mich...



    Aber auch die andere Charaktere waren sehr vielschichtig und interessant.

    So einen Satz finde ich ja immer recht nichtssagend, wenn sonst kein Wort zu den Figuren verloren wird. Man weiß ja als Leser der Rezension überhaupt nicht, wen es in dem Buch sonst noch so gibt...

    LG, Dani


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